In der Natur-Schule Grund gibt es nicht nur Bienen zu sehen. | Foto: Sascha von Gerishem
In der Natur-Schule Grund gibt es nicht nur Bienen zu sehen. | Foto: Sascha von Gerishem

Logo und Video: Wettbewerb für kreative Remscheider Schüler*innen.

„Naturschutz in einer Stadt ist eine ‚Neverending Story‘“, zeigt sich Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe an der Natur-Schule Grund, überzeugt. Man darf nicht stehenbleiben und sich auf dem bisher erreichten ausruhen, es muss immer weiter gehen. Es sei wichtig mit Kindern die Umwelt schon früh zu erleben und sie davon zu überzeugen, wie unverzichtbar die Insekten dazugehören, auch diejenigen, die kaum wahrnehmbar sind, oder die nicht so niedlich sind.

Kinder aktiv einbeziehen

Besonders erfolgversprechend kann das aktive Einbinden der Kinder in Naturbelange sein. Als erfolgreiches Vorbild dient die Grundschule Hasten, die gemeinsam mit der Offenen Ganztagsgrundschule ein Gartengrundstück gepachtet hat, um dort diverse Aussaat- und Anpflanzungsversuche mit den Kindern zu starten. Für Kinder ist es ungleich spannender, wenn sie einen Insekten-Nistblock haben und beobachten können, dass dort etwa eine Biene hineinfliegt und die Öffnung später mit einem Lehmdeckel verschließt. „Dann wissen die Kinder, dass dort Eier drin liegen, das ist eine super Ausbildung“, weiß der Diplom-Biologe. Dazu sei es aber notwendig, darauf zu achten, dass ein üppiges Futterangebot bereitsteht.

Im Insektenhotel sind mit Lehmdeckel verschlossene Öffnungen, dort sind Eier abgelegt worden. Inmitten des Naturgartens finden die Insekten reichlich Nahrung. | Foto: Sascha von Gerishem
Im Insektenhotel sind mit Lehmdeckel verschlossene Öffnungen, dort sind Eier abgelegt worden. Inmitten des Naturgartens finden die Insekten reichlich Nahrung. | Foto: Sascha von Gerishem

„Kein Hotel ohne Restaurant“
Jörg Liesendahl

„Wenn man überlegt, man fängt mit Kindern in der Kita an und geht dann in der Grundschule und den weiterführenden Schulen regelmäßig damit um, in allen möglichen Ebenen, dann werden wir erleben, dass die Kinder anders aufwachsen mit Insekten“, ist sich Liesendahl sicher. Kinder können so verstehen lernen, dass ein Schmetterling eben auch eine Raupenfutterpflanze benötigt, die er dann auch fressen darf, also nicht gleich mit der Giftspritze hantiert wird. Oftmals würde der heimische Garten mittlerweile als Fortsetzung des Wohnzimmers verstanden, mit eingefriedeter Rasenfläche und ein paar Ziergehölzen, die für Insekten oft nicht genießbar sind, statt eines für Tiere attraktiven naturnahen Gartens. „Wenn wir das hinbekommen würden, dass die Kinder nach Hause kommen und fragen: ‚Wo sind denn bei uns die Schmetterlinge?‘ die dann da in einem solchen Garten nichts zu essen finden, dann können wir vielleicht auch Änderungen erzielen.“

Die Idee der aktiven Einbeziehung greift jetzt auch ein Wettbewerb auf, der alle Grundschüler*innen auffordert ein Logo für „Remscheid brummt“ zu entwerfen, das in Zukunft das Markenzeichen der Aktion sein soll. Für die weiterführenden Schulen wird, getrennt nach Sekundarstufen, jeweils ein Kurzfilmwettbewerb ausgeschrieben, in dem die Bedeutung von Insekten, teils mit wissenschaftlichem Schwerpunkt, mit deutlichem Bezug auf Remscheid Thema sein sollen. Die Gewinner werden von einer Jury gekürt, die aus städtischen Mitarbeitern und Mitgliedern des Jugendrates bestehen soll. Alle Preisträger werden am 15. Juni im Remscheider Kino geehrt. Durch Spenden und Sponsoren gibt es attraktive Geldpreise zu gewinnen. Alle Teilnehmenden erhalten darüber hinaus Sachpreise als Anerkennung für ihren Einsatz, etwa Insektenhotels, Becherlupen oder Sachbücher.

Mehr: www.remscheid-brummt.de

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