Die im Islam gebräuchliche Gebetskette nennt man Misbaha oder Subha.
Die im Islam gebräuchliche Gebetskette nennt man Misbaha oder Subha.

Kreis Solinger Muslime stellte sich dem Oberbürgermeister vor

Am Montagnachmittag vergangener Woche trafen sich Oberbürgermeister Tim Kurzbach und Vertreterinnen und Vertreter von sieben Solinger Moscheevereinen zum Gedankenaustausch im Internet. Zweck der virtuellen Konferenz war die Vorstellung eines neuen Arbeitskreises: Die Vereine haben sich vor kurzem zum „Kreis Solinger Muslime“ zusammengeschlossen, der künftig die Interessen der etwa neuntausend Solingerinnen und Solinger muslimischen Glaubens in der Stadtgesellschaft, Kommunalpolitik und Kultur vertreten will. Mit dabei waren die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Anne Wehkamp, und ihr Kollege Musa Kavalli.

Oberbürgermeister Kurzbach freute sich, dass die Vereine seine Anregung aufgegriffen hatten, einen zentralen Verbund nach dem Vorbild anderer Religionsgemeinschaften zu gründen, oberhalb der Einzelvereine: „Das ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu noch besserer Verständigung der Religionen und Kulturen in unserer Stadt.  Nichts geht ohne engagierte Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler an der Basis. Es ist aber genauso wichtig, bleibende Institutionen und feste Ansprechpartner:innen zu haben, die für Kontinuität sorgen. So werden Gespräche und Verabredungen erst wirklich verbindlich, verlässlich und dauerhaft.“

„Ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu noch besserer Verständigung der Religionen und Kulturen.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen

Themen und Aufgaben für den Arbeitskreis gibt es genug, wie Kemal Uslu vom Integrations- und Kulturverein Solingen-Mitte vortrug. Der Verein und sein Gotteshaus finden sich an der Konrad-Adenauer-Straße. „Wir wollen das Sprachrohr der Solinger Musliminnen und Muslime sein. Es geht uns aber nicht um theologische Fragen, sondern um soziale und gesellschaftliche Anliegen. Wir bringen die Perspektive der Mitbürgerinnen und Mitbürger muslimischen Glaubens in das Stadtgespräch ein.“

Die Vertreterin der Walder DITIB-Gemeinde, Müjgan Erdogan, wie Uslu in Solingen geboren, konkretisierte das: „Die eingewanderte Generation, unsere Eltern und Großeltern, werden zunehmend gebrechlich. Sie finden aber oft nicht die Hilfen, die sie benötigen. Es gibt immer noch kulturelle und sprachliche Barrieren. Das Thema „Kultursensible Altenpflege“ gehört auch in Solingen auf die Tagesordnung.“

„Ich wünsche mir, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Solingen seine Stärke aus der Vielfältigkeit gewinnt und dass uns viel mehr verbindet als uns trennt.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen

Dass dies durchaus schon der Fall sei, stellte Anne Wehkamp dar: Solingen beteilige sich an dem Landesförderprogramm „Guter Lebensabend NRW“, das Seniorinnen und Senioren mit Einwanderungsgeschichte helfen soll, Zugangsbarrieren zu bestehenden Hilfs- und Pflegeangeboten zu überwinden. Sozialamt und Paritätischer Wohlfahrtsverband seien im Boot.

Grundsätzlich riet Oberbürgermeister Kurzbach zu geduldiger und ausdauernder Kommunikation: Viele Fragen, die Musliminnen und Muslimen am Herzen lägen, bedürften einer breiten gesellschaftlichen Debatte. Sie müssten erklärt und nachvollziehbar gemacht werden. Sein Appell:  „Beginnen Sie jetzt den Dialog in Form dieses Arbeitskreises: Sprechen Sie mit den Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft, mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und auch mit der Jüdischen Gemeinde. Stellen Sie sich im Hauptausschuss des Rates vor. Ich wünsche mir, dass sich die Erkenntnis durchsetzt, dass Solingen seine Stärke aus der Vielfältigkeit gewinnt und dass uns viel mehr verbindet als uns trennt.“

Quelle: Stadt Solingen