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Die Physiker – Begeisterung für den Klassiker

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Tournee-Theater THESPISKARREN mit „Die Physiker“, einer Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt, am 15. März 2022 im Teo-Otto-Theater in Remscheid.

Na gut, die Endbewertung zuerst: 6 von 5 möglichen Sternen! – Warum? Weil mit Superlativen so zeitgeistig umhergeworfen wird, dass sie Ihre Wirkung verlieren, oder zumindest an Strahlkraft einbüßen.

Daher habe ich mich entschieden, die Endbewertung vorwegzunehmen, damit deutlich klar wird: Dieser Theaterbesuch hat sich gelohnt, das Gastspiel um das Tournee-Theater THESPISKARREN war ein voller Erfolg.

Nicht nur am tosenden und zurecht anhaltenden Applaus war dies zu merken, sondern auch an der fachlichen Expertise, der exquisit-erlesenen Besetzung sämtlicher Rollen, sowie der lebensbejahenden Spielfreude. Für die besagte Spielfreude gibt es übrigens den Extrapunkt, der das Ergebnis von 6 Sternen ausmacht!

Altbekannt und doch aktuell

André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause, und Hellena Büttner © Loredana La Rocca / THESPISKARREN
André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause, und Hellena Büttner © Loredana La Rocca / THESPISKARREN

Der Inhalt der Physiker ist hinlänglich bekannt und leider wieder brandaktuell. Daher kommt das Stück zur richtigen Zeit – so makaber es auch klingen mag.

Wir befinden uns in der Schweiz; genauer gesagt in dem noblen Sanatorium Les Cerisiers. Es werden zwei Krankenschwestern ermordet, die Tat wird eher despektierlich mit dem heißen Eisen angefasst. Die Mörder, oder sanfter, die Täter, wie es hier genannt wird, kommen augenscheinlich aus den Kreisen der Patienten, die sich mehr oder weniger für berühmte Physiker halten: Sir Isaac Newton und Albert Einstein. Dann gibt es da noch den dritten im Bunde: Johann Wilhelm Möbius, den Entdecker der Weltformel… Doch nichts ist wie es scheint, die Rollen und deren Interpretation bröckeln immer mehr unter den scharfsinnigen Ermittlungen des Inspektor Voß!

André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause © Loredana La Rocca / THESPISKARREN
André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause © Loredana La Rocca / THESPISKARREN

Wer Dürrenmatt kennt und ihn schätzt, ist oftmals besorgt, ob seine tiefgründigen, oft aberwitzigen Stücke auch so umgesetzt werden können, wie es zu erwarten sei. Nicht nur, dass Dürrenmatts Helden und Anti-Helden oftmals an der Welt scheitern, nein, oft scheitern auch die Theater an den Werken und ihren Interpretationen.

Hier eindeutig nicht! Unter der Regie von Herbert Olschok ist eine klassische Umsetzung auf hohem Niveau gelungen.

Eine unsagbar sattelfeste und spielfreudige Truppe ließ hier die Herzen höherschlagen.

Hellena Büttner, Peter Bause, André Vetters, Stephan Bürgi, Regula Steiner-Tomic, Christian A. Hoelzke, Manuel Retzmann, Tina Rottensteiner, Katrin Schwingel – sie alle lieferten ab!

Dabei waren auch die Rollen der Pflegerinnen und des Oberpflegers detailliert besetzt. Wenn z.B. der Oberpfleger auftrat, hatte man das Gefühl, da würde eher der Sicherheitsdienst einmarschieren! (Manuel Retzmann lebte hier von körperlicher Ausstrahlkraft) Insgesamt war es ein, ja, lassen wir die Superlative weg, schöner, beschwingter Abend, der sehr viel Freude bereitet hat!

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