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Galeria-Schließung: Verlust eines historischen Magneten

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Schließung des Traditionshauses in Wuppertal ist eine Herausforderung fürs Oberzentrum.

Die für Anfang 2024 angekündigte Schließung des Warenhauses Galeria am Wuppertaler Neumarkt ist aus Sicht der Bergischen IHK eine große Herausforderung für den Einzelhandel, aber auch für die Innenstadtentwicklung in Elberfeld.

„Der aktuelle Zustand der Innenstadt, die von Baustellen geprägt ist und noch lange sein wird, war sicherlich nicht hilfreich, um den Standort zu erhalten“, sagt IHK-Vizepräsidentin Katrin Becker (Managerin der City-Arkaden Wuppertal). Eine berechenbare Entwicklung der Umgebung sei zuletzt nicht vorhanden gewesen. Das erschwere unternehmerische Investitionsentscheidungen. Umso mehr gelte es jetzt, für die Unternehmen in der Innenstadt eine klare Perspektive aufzuzeigen und Planungssicherheit zu schaffen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge sagt, es sei besonders bitter für die Angestellten. Er gehe aber davon aus, dass diese aufgrund des Fachkräftemangels schnell anderswo in Beschäftigung kommen. „Warenhäuser mit breitem Sortiment haben an Bedeutung verloren. Dennoch ist die Schließung eines historisch verankerten Hauses wie an diesem Standort ein großer Verlust auf vielen Ebenen für Stadt und Wirtschaft. Wir verlieren einen Magneten im bergischen Oberzentrum“, so Wenge.

Das Tietz-Gebäude mit denkmalgeschützter Fassade müsse jetzt auf mögliche Nachnutzungen überprüft werden, so IHK-Handelsexpertin Dr. Daria Stottrop. „Wir brauchen eine hochwertige Lösung, wie das Gebäude weitergenutzt werden kann. Aus anderen Städten wissen wir um erfolgreiche kreative Konzepte, die den Trend der Funktionsmischung in der Innenstadt aufgreifen – etwa die Bereiche Wohnen, Kultur, Bildung, Mobilität integrieren.“ Sie hält auch eine Mischnutzung mit dem Weiterbetrieb einer verkleinerten Warenhaus-Filiale für realistisch. Wichtig sei ein Immobilieneigentümer mit mutigen Ideen und langem Atem.

Bärbel Beck, IHK-Vizepräsidentin und Inhaberin eines Modehauses, sieht die Gefahr eines langjährigen Leerstands mit entsprechender Wirkung aufs Umfeld. „Langjährige Leerstände und deren fatale Auswirkungen kennen wir in Remscheid und Solingen bereits. Wir müssen unsere Innenstädte generell neu denken.“ Es brauche einen gemeinschaftlichen Gestaltungswillen, mit einem konstruktiven Arbeiten für die Zukunft.

Die IHK beabsichtigt, alle Beteiligten zeitnah an einen Tisch zu bringen, um dabei zu helfen, Strategien für die Innenstadtentwicklung anzustoßen.

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(red) Pressemitteilungen und andere Veröffentlichungen.
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