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Inter*: Sparkasse spendet für Paomi-Modelle für pro familia

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Durch eine Spende der Stadtsparkasse Remscheid konnte die Remscheider Beratungsstelle von pro familia Modelle zum Thema Intergeschlechtlichkeit anschaffen.

Die Remscheider Beratungsstelle von pro familia unterstützt seit langer Zeit die Sexualpädagogik an den weiterführenden Schulen in Remscheid. Dazu kommen die Schülerinnen und Schüler der achten und neunten Jahrgangsstufen zumeist in die Beratungsstelle, wo sie im geschützten Rahmen und in kleinen Gruppen mit den geschulten Fachkräften ins Gespräch kommen können. „Das ist das Alter, in dem Fragen zur Sexualität gehäuft aufkommen“, weiß pro familia-Beraterin Barbara Servos. Oft erfolgt der Start im Klassenverbund gemeinsam, bevor dann die Gruppen nach Geschlechtern aufgeteilt werden. „Man kann dann doch bei bestimmten Themen tiefergehende Gespräche führen“, erklärt die Sozialarbeiterin und Sexualpädagogin. Dazu gehören auch Fragen der Intergeschlechtlichkeit, die in jüngster Zeit auch in der öffentlichen Wahrnehmung mehr Aufmerksamkeit erfahren. Unter Intergeschlechtlichkeit versteht man angeborene körperliche Merkmale, die nicht in die gesellschaftliche Norm von männlich und weiblich passen bzw. die dem männlichen und weiblichen Geschlecht nicht eindeutig zuzuordnen sind.

Selbstbestimmung gesetzlich gestärkt

„Der medizinischen Umgang damit ist heute ein anderer. Früher wurde den Eltern direkt nach der Geburt empfohlen, ihr Kind in die eine oder andere Richtung operieren zu lassen, wenn es verschiedene Geschlechtsmerkmale aufwies. Heute lässt man den Menschen, die intergeschlechtlich geboren werden, mehr Zeit, selbst zu entscheiden“, erläutert Barbara Servos. Dazu wurde mit dem „Gesetz zum Schutz von Kindern mit Varianten der Geschlechtsentwicklung“ gleichermaßen der rechtliche Rahmen geschaffen. Dementsprechend sei festzustellen, dass auch die Jugendlichen vermehrt und auch offener Fragen dazu stellen. Was der Beratungsstelle bislang gefehlt hatte, waren entsprechende Modelle, um das Thema Intergeschlechtlichkeit anschaulich zu machen. Dabei ginge es keinesfalls um einen voyeuristischen Blick, sondern nur darum, Unterschiede der äußeren Geschlechtsmerkmale darzustellen, betont die Beraterin. Dies könne man anhand der so genannten Paomi-Modelle, die in Auftragsarbeit handgefertigt werden, einfach viel besser erklären. „Wir haben lange recherchiert, welches Material sich für unsere Sexualpädagogik am besten eignet. Die Modelle mussten auf jeden Fall abstrakt genug sein, damit man sich innerlich von ihnen distanzieren kann. Unser Etat hat die Anschaffung bislang nicht zugelassen. Umso mehr freuen wir uns über die Unterstützung der Stadtsparkasse“, sagt Barbara Servos. Durch eine Spende der Stadtsparkasse Remscheid in Höhe von 1.000 Euro konnten die Modelle nun gekauft und können nun bei den Besuchen der Schulklassen genutzt werden.

Sandra Rossiter, Sprecherin der Stadtsparkasse Remscheid, ließ sich in der Beratungsstelle über den sexualpädagogischen Ansatz ausführlich informieren: „Intergeschlechtlichkeit ist ein Thema, das lange öffentlich eher verschämt betrachtet wurde. Dieser Umgang belastete vor allem die betroffenen Menschen, aber auch ihre Familien. Umso mehr haben wir als Stadtsparkasse pro familia sehr gerne dabei unterstützt, durch innovatives Anschauungsmaterial die jungen Menschen in unserer Stadt besser und sachgerecht aufzuklären.“

Weitere Info zum Thema unter https://inter-nrw.de

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