Fackelwanderung von der Natur-Schule Grund zu den Feuersalamandern in Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem
Fackelwanderung von der Natur-Schule Grund zu den Feuersalamandern in Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem

Spannende Fackelwanderung für Familien mit der Natur-Schule Grund.

Über der Lüttringhauser Natur-Schule Grund ging die Sonne schon unter, als es im Schulgebäude nochmals lebendig zuging. Jörg Liesendahl, Diplom Biologe der Natur-Schule und Manfred Bau vom SGV begrüßten Familien mit Kindern zur spannenden Nachtwanderung durch das Naturschutzgebiet in Grund. Barbara Hampe von den Lütteraten gruselte die Groß und Klein mit unheimlichen Geschichten.

Spannende Geschichten

Fackelwanderung von der Natur-Schule Grund zu den Feuersalamandern in Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem
Fackelwanderung von der Natur-Schule Grund zu den Feuersalamandern in Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem

Mit brennenden Fackeln in den Händen liefen die fast dreißig Expeditionsteilnehmer aufgeregt in Richtung Grunder Naturschutzgebiet. Im Fackelschein wurde allerlei Getier entdeckt und von Liesendahl kind- und familiengerecht beleuchtet: „Es gibt eine bestimmte Schneckenart, die wandert bei Regen immer die Bäume rauf, da kann sie Wasser tanken: der Baumschnegel. Das ist eine Schnecke, die kennt kein Mensch, die ist ja im Dunkeln unterwegs“, erklärte er. Auch Wald- und Tigerschnegel wurden noch entdeckt.

„Wenn man sich anschaut was es jetzt noch in der Natur gibt, dann sieht man jetzt schon weniger als noch vor ein paar Wochen“, erklärte Liesendahl den neugierigen Familien. Schließlich sei es kühler und nasser geworden. Buchenrinde sei an vielen Stellen nun von feuchtem Moos überzogen, und sogar Algen, die für verschiedene Asseln und Tausendfüßer als Nahrung dienen, die wiederum vom Weberknecht gefressen werden. Drüsiges Springkraut, auch indisches Springkraut genannt, zwischenzeitlich für heitere Stimmung. Zumeist einfach als „Rührmichnichtan“ bekannt, flogen die Samen, die nussig schmecken, explosionsartig durch die Nacht.

„Geht bitte in der Mitte des Weges, nicht am Rand, dort verstecken sich gerne die Feuersalamander“, warnte Liesendahl die Nachtwanderer. Sehr gut getarnt waren die Amphibien in der Dunkelheit auf dem nassen Herbstlaub kaum zu entdecken. Die aufmerksamen und sehr begeisterten Naturforscher konnten dennoch insgesamt 42 Exemplare der Schwanzlurche aufgespürt werden. Bei den etwa einjährigen Jungtieren war die Begeisterung besonders hoch. Den Namen erhielten die giftigen Tiere durch den mittelalterlichen Aberglauben, sie könnten durchs Feuer gehen. Heute stehen sie unter Artenschutz und sind stark durch die eingeschleppte Salamanderpest bedroht. Salamander sollten nicht mehr berührt werden. Wanderern und Waldarbeitern, die in verschiedenen Wäldern unterwegs sind, ist empfohlen Stiefel und Hände zu desinfizieren, um den tödlichen Pilz nicht weiter zu verbreiten.

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Zwischendurch zogen Barbara Hampe und Manfred Rau besonders die Kinder im Nachtwald im Schein der Fackeln mit gruseligen Geschichten in ihren Bann. Ein Waldkauz griff die gruselige Atmosphäre auf und beschwerte sich lautstark über die nächtlichen Besucher in seinem Wohnzimmer. Der Schreck fuhr allen in die Glieder.

Die Natur-Schule Grund bietet das ganze Jahr über Gelegenheiten, um die lebendige Natur zu erleben und besser zu verstehen.

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