Quer durch die Stadt zahlreiche Präsentationen zur Remscheider Nacht der Kultur und Kirchen.

Die Nacht der Kultur war in Remscheid in diesem Jahr wieder ein großer Publikumsmagnet. Alle denkbaren und einige undenkbare Arten von Kultur wurden quer durch die Stadt präsentiert. Am 26. Oktober 2019 gab es an mehr als 80 Orten Vorführungen, Shows oder Besinnliches zu erleben.

Wie immer: Zuviel für eine Nacht

Es waren zu viele Events, um alle an dieser Stelle gebührend zu würdigen. Aber einige sollen schon erwähnt werden: Da gab es eine Plattenbörse im Löf (Theodor-Körner-Straße), ein Irish Folk Konzert in der Lutherkirche, eine außergewöhnliche Kunstausstellung aus Fundstücken (bei Ulrike Schlösser, Viktoriastraße), die Vorführung einer Chorprobe in der Friedenskirche, die Ausstellung mit Werken von Armin Mueller-Stahl in der Galerie Wroblowski, die Freimaurerloge „Zur Stadt auf dem Berge“ führte in das Geheimnis der Freimaurerei ein, im Remscheider Bräu (Bismarckstraße) konnten sich Interessierte über das Thema Bier informieren lassen, im Atelier von Godana Karawanke wurde das Bild einer mutikulturellen Gesellschaft beeindruckend gezeigt, das Westdeutsche Tourneetheater zeigte drei Stunden lang Kurzfilme von engagierten Regisseuren und der Verein Deutsche Sprache e.V. wies eindrücklich darauf hin, dass durch englische Worte die deutsche Sprache mehr und mehr austirbt. In der Remscheider Innenstadt fand ein Großteil der kulturellen Events statt.

Ulla Wilberg, Udo Bintakies und Judith Bintakies-Schenk, ganz im Zeichen der Körperkunst. Foto: privat
Ulla Wilberg, Udo Bintakies und Judith Bintakies-Schenk, ganz im Zeichen der Körperkunst. Foto: privat

Wie auch Bodypainting und Lesung mit Mitgliedern des Kulturkreises Lüttringhausen bei „Hammes Hörsysteme“. Die Lütterkuser Judith Bintakies-Schenk und Udo Bintakies, von Juudo Fotografie, veranstalteten Körperkunst am lebendigen Modell, nackte Haut gestaltet von der Wuppertaler Künstlerin C. Crone. Ulla Wilberg, neue Leiterin des Kulturkreises, unterhielt mit thematisch passenden Lesungen.

Aber auch in Lüttringhausen, Lennep und Hasten gab es Einiges an bemerkenswerter Kultur zu besuchen.

In Lennep

In der Lenneper Klosterkirche feierte die Offene Bühne Bergisch Land ihr 10-jähriges Bestehen. Zu jeder vollen Stunde fand ein Showblock statt, und Slam Poeten, Comedians, Kabarettisten und Musiker brachten einen bunten Strauß von Kultur ins zahlreiche Publikum. Das türkisch-deutsche Kabarett-Duo „Die Trockenblumen“ begeisterte durch schwarzen Humor und zeigte mit viel Witz auf, wie Rassismus funktioniert. Beinahe blieb das Lachen so manchem Besucher im Hals stecken. Aber auch der höhere Blödsinn des Comedians Markus Schimpp konnte fesseln. Die extra aus Bonn angereiste Musikerin Cynthia Nickschas rockte die Klosterkirche mit deutsch gesungenem Indie-Rock.

Das Remscheider Duo „Paul war’s“ gab ihren Mix aus Pop und Rock mit deutschen Texten im Backhaus der Augusta-Hardt-Horizonte zum Besten. Auch dort gab es zahlreiche Besucher, die die Musik begeisterte.

In Lüttringhausen

In Lüttringhausen fanden im Flair-Weltladen (Gertenbachstraße) Gespräche und Filmvorführungen zum Thema faires und nachhaltiges Wirtschaften statt. Ruhig ging es in „deinyogaraum“ in der Feldstraße zu. Yoga-Lehrer Marcus Hinzmann spielte das indische Harmonium, sang mit den Gästen spirituelle indische Lieder (Kirtan), erzählte Interessantes zu verschiedenen Yoga-Praktiken und las kleine weise Geschichten aus Indien vor. „Hammer Blech“ spielten im CVJM-Saal.

In Hasten

„Als die Bilder laufen lernten“ hieß es im Deutschen Werkzeugmuseum in Hasten. Fünf Stunden lang konnten sich die zahlreichen Gäste nicht nur kulinarisch verwöhnen lassen, sondern sich ebenso durch die gezeigten alten 16-mm-Filme über die Gegebenheiten in der industriellen Frühzeit informieren. Die Bandwirkerei in Lüttringhausen war dabei genau so Thema wie das Erschließen eines Steinkohlevorkommens. Filmmaterial aus den 60er-Jahren sowie rund um die vorletzte Jahrhundertwende („Arbeiterleben im Kaiserreich“) kam zum Einsatz. Außerdem gab es freien Eintritt in das Museum.

Der Lüttringhauser Künstler Arne C. Held präsentierte bei „Schmuckstück Stefanie Hof“ nicht nur seine wohlbekannten Heldenfeuer, sondern seine Recyclingkunst mit Skulpturen und Metallmöbeln.

Sechs Stunden Kultur gingen um Mitternacht zu Ende. Die Planungen für die Nacht der Kultur 2020 haben sicher schon begonnen.

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