Beeindruckend: Stadtwerke Remscheid schicken fünf neue Mild-Hybrid-Busse ins Rennen. Foto: Michael Mandt
Beeindruckend: Stadtwerke Remscheid schicken fünf neue Mild-Hybrid-Busse ins Rennen. Foto: Michael Mandt

Auf dem Betriebshof der Stadtwerke Remscheid in der Neuenkamper Straße 81-87 wurden die neuen Mild-Hybrid-Busse vorgestellt.

„Der Remscheider Verkehrsbetrieb schickt in diesem Jahr wieder fünf neue Mild-Hybrid-Busse ins Remscheider Liniennetz. Zum Ende des Jahres ist unser Fuhrpark dann mit insgesamt zehn dieser innovativen Busse bestückt“, so Prof. Dr. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer der Stadtwerke Remscheid GmbH. „Diese Busse sind auch mit besonderen Ausstattungsmerkmalen versehen. Mit dem Abbiege- und dem Notbremsassistenten sind zwei Fahrassistenzsysteme neu hinzugekommen“, ergänzt Peter Anton Seitz, Bereichsleiter „Werkstatt & innovative Fahrzeugtechnik“ der Verkehrsbetriebe.

Der Abbiegeassistent

Gerade im dichten Stadtverkehr sind Gefahren manchmal nicht vorhersehbar. Der Abbiegeassistent erhöht die Sicherheit ungeschützter Verkehrsteilnehmer erheblich, da er das Fahrpersonal dabei unterstützt, kritische Situationen beim Abbiegen rechtzeitig zu erkennen. Das System arbeitet mehrstufig: In einer ersten Stufe informiert es die Fahrer*in, in einer zweiten Stufe gibt es zusätzlich eine Warnung aus. Befindet sich ein bewegliches Objekt in der seitlichen Überwachungszone, leuchtet in der A-Säule auf der Beifahrerseite eine LED-Leuchte in Dreiecksform gelb auf. Sie lenkt die Aufmerksamkeit intuitiv auf die Situation neben dem Fahrzeug. Zusätzlich erscheint ein Warnhinweis im Zentraldisplay. Falls das Fahrpersonal eine Aktion einleitet oder fortsetzt, die zu einer Kollision führen kann, erfolgt eine zusätzliche Warnung: Die LED-Leuchte blinkt rot mit hoher Leuchtkraft und danach permanent. Hinzu kommt eine Vibrationswarnung am Fahrersitz. Darüber hinaus warnt der Assistent vor stationären Hindernissen in der Abbiegekurve des Busses und kann zusätzlich die Aufgabe eines Spurwechselassistenten übernehmen. Dabei arbeitet er mit den gleichen Warnstufen. Durch die Warnung mit optischen und akustischen Warnsignalen unterstützt das System, kritische Situation zu vermeiden oder Unfallfolgen zu reduzieren.

Der Notbremsassistent

Dieser Assistent reagiert nicht nur auf vorausfahrende und stehende Hindernisse automatisch mit einer Bremsung des Fahrzeugs, sondern warnt das Fahrpersonal auch zusätzlich vor einer Kollision mit sich bewegenden Fußgängern sowie mit stehenden oder fahrenden Objekten und leitet gleichzeitig automatisch eine Teilbremsung ein.

Von außen "normaler" Bus. Die Raffinessen befinden sich an Bord und "unter der Haube". Foto: Michael Mandt
Von außen „normaler“ Bus. Die Raffinessen befinden sich an Bord und „unter der Haube“. Foto: Michael Mandt

Alle anderen Ausstattungsmerkmale sind mit den fünf Bussen, die Ende letzten Jahres dazukamen, identisch.

Es kommt ein kompakter Motor mit 7,7 Liter Hubraum zum Einsatz. Beim Beschleunigen wird dieser durch einen Elektromotor (Mild Hybrid, 14 KW / 220 Nm), der zwischen dem Getriebe und dem Motor verbaut ist, unterstützt. Beim Bremsen oder im Schubbetrieb arbeitet der Elektromotor als Generator und speichert den so gewonnen Strom kurzzeitig in Kondensatoren, den so genannten Mild Hybrid Storages (MHS). Diese gespeicherte Energie wird beim Beschleunigen wiederverwendet. Dadurch werden zwischen 6 und 8 Prozent Sprit eingespart. Ebenfalls für Spriteinsparungen sorgt die intelligente Eco-Lenkung, welche nur bei Bedarf aktiviert wird und eine neu entwickelte reibungsoptimierte Hinterachse. Mild-Hybrid reduziert u.a. auch CO2 und NOx.

Eine zusätzliche Sondernutzungsfläche bietet mobilitätseingeschränkten Fahrgästen mit Rollstuhl, Rollator und Kinderwagen genügend Platz. Diese Fläche befindet sich rechts neben der Mitteltür. Dank der Schwenkschiebetür in diesem Bereich, die nach außen entlang des Fahrzeugs öffnet, können bei Nichtnutzung der Sondernutzungsfläche Fahrgäste bequem auf vorhandenen Klappsitzen Platz nehmen.

Sichtbare Markierung der Einstiegskante

Alle drei Türen an den neuen Bussen haben im unteren Bereich eine Einstiegskantenmarkierung in Form einer LED-Leiste mit grünen und roten LEDs. Bei geöffneter Tür leuchtet die Leiste grün und wenn sie schließt, leuchtet sie rot. Diese optische Illumination zeigt den Fahrgästen, ob ein sicherer Ein- und Ausstieg möglich ist. Darüber hinaus werden Fahrgäste ca. zwei Sekunden vor der Türschließung durch einen Piepton aufmerksam gemacht.

Ladesteckdosen und WLAN

USB-Doppel-Ladesteckdosen an den Haltestangen und kostenloses WLAN an Bord bieten den Fahrgästen zusätzlichen Komfort. Insgesamt sind dann 16 Busse aus dem Fuhrpark, der 86 Busse umfasst, mit WLAN ausgestattet.

Mit Ladesteckdosen und kostenlosem WLAN: Die Stadtwerke Remscheid investieren sehr umfangreich in die Zukunft. Foto: Michael Mandt
Mit Ladesteckdosen und kostenlosem WLAN: Die Stadtwerke Remscheid investieren sehr umfangreich in die Zukunft. Foto: Michael Mandt

Bei der Matrixanzeige, die im Außenbereich für die Darstellung der Liniennummer und des Fahrziels zuständig ist, kommt reine LED-Technik zum Einsatz, die auch bei eingeschränktem Sehvermögen dank der amberfarbigen Anzeige dafür sorgt, dass Ziffern und Schriftzüge gut erkennbar sind.

„Der Einsatz der Mild-Hybrid-Busse ist ein nachhaltiger Beitrag zur Reduktion des Abgasausstoßes. Der Fokus bei unserer Busbeschaffung liegt aber nicht nur auf weniger Verbrauch und Energieeinsparung, sondern wir achten auch auf die Bedürfnisse unserer Fahrgäste und bieten u.a. mit dem WLAN einen kostenlosen Service, der für mehr Komfort in unseren Bussen sorgt“, so Prof. Dr. Hoffmann.

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