Gemeinsam gegen Rassismus. Das Planungsteam der Wochen gegen Rassismus. Foto: Remscheid Tolerant
Gemeinsam gegen Rassismus. Das Planungsteam der Wochen gegen Rassismus. Foto: Remscheid Tolerant

Remscheid Tolerant stellte gemeinsam mit den Aktionspartnern das Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus vor.

Es ist ein buntes Programm geworden, das die Remscheider*innen in diesem Jahr für die Internationalen Wochen gegen Rassismus (IWgR) auf die Beine gestellt haben. „Darin findet jeder Mensch wenigstens eine Veranstaltung, die ihn interessiert“, strahlte Anne Marie Faßbender, die Vorsitzende von Remscheid Tolerant, „und mit Gleichgesinnten zusammenzukommen, um in einem Rahmen, den man ohnehin gut findet, gegen Rassismus einzustehen, ist doch eine klassische Win-Win-Situation.“ Vorgestellt wurde es in den Räumen der SPD Remscheid, die dem Planungsteam in den Monaten der Vorbereitung immer kostenfrei zur Verfügung gestellt wurden.

Deutlich gegen Rassismus

Die Anwesenden stellten jedoch nicht nur das Programm vor, sondern nutzten den Rahmen, um die noch immer vorhandene Notwendigkeit der Wochen gegen Rassismus hervorzuheben. Hans Lothar Schiffer, Vorstandsmitglied von Remscheid Tolerant, machte deutlich, wie wichtig es sei sich entschieden gegen Rassismus zu stellen. „Rassismus kommt zunächst aus dem Mund und irgendwann geht er in Taten über. Diese Kette muss man sich bewusst machen, da haben wir viel zu tun, um an die eigentlichen Wurzeln heranzugehen“, so Schiffer energisch, „der Grundgedanke der Wochen ist das Bewusstmachen des alltäglichen Rassismus!“

„Es ist gerade nach solchen Taten wie in Hanau deutlich geworden, dass es leider noch immer nicht selbstverständlich ist gegen Rassismus zu sein. Um so wichtiger ist es nun als Gesellschaft zu zeigen, dass wir diese Ideologie ablehnen und uns gemeinsam gegen diesen Hass stellen“, hob Anne Marie Faßbender hervor. Die rund 700 Besucher der Mahnwache am Remscheider Rathaus hätten aber deutlich gemacht, dass Remscheid eine Stadt sei, die sich durch rechten Terror betroffen fühlt. Denn viele würde Rassismus selbst treffen, oder Freunde, Verwandte und Kollegen. „So furchtbar diese Ereignisse waren, hab ich die Hoffnung, dass sie dazu führen, dass den Menschen bewusst wird, dass es nicht genügt nur leise im Kopf dagegen zu sein, sondern das auch ganz klar zu zeigen!“

Hier geht es direkt zum kompletten Programm der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2020 in Remscheid.

Zeigen, dass man gegen Rassismus einsteht, könne man etwa durch Teilnahme an den Veranstaltungen der IWgR. Es gibt mehrere Veranstaltungen in denen es um Kommunikation geht, um den direkten Austausch, auch interkulturell und interreligiös. Zum Auftakt gibt es am 13. März ab 15 Uhr eine Veranstaltung in Kooperation mit der Citykirche im Vaßbendersaal, eine Art Ideenmesse zum Thema „Zukunft (mit-) gestalten“ mit rund 20 Ausstellenden aus vielen positivistischen Bereichen. Neben Kommunikation und Vernetzung stehen auch Unterhaltung und ein gemütliches Miteinander im Zentrum. „Es wird keine klassische, steife Messe sein, es gibt Livemusik mit Horst Wegener und Jochen Wingsch aka Papa Jo’s One Man Acoustic Jam, ein paar wenige Redebeiträge, das Programm für die Wochen wird vorgestellt und es gibt ein faires Catering in Kooperation mit dem Lüttringhauser Flair-Weltladen und der Aktion Muteinander„, warf Sascha von Gerishem, stellvertretender Vorsitzender, begeistert ein.

Das Plakat zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Remscheid.
Das Plakat zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus in Remscheid.

Programmüberblick

Das Programm umfasst neben der Ideenmesse die Ausstellung „Verfolgt – verurteilt – fast vergessen“ in der Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall, eine Theateraufführung des Antikriegsstücks „Renaissance und Anachronismus“ vom WÜSTheatER im CVJM Lüttringhausen, den Vortrag „Die AFD und die soziale Frage“ veranstaltet von Die Linke, eine Lesung mit Jana Grossmann „Schonzeit vorbei.

Über das Leben mit dem täglichen Antisemitismus“ von der Integrationsagentur des Caritasverbandes Remscheid in Kooperation mit der Citykirche, myViertel, dem Bundesverband spanischer sozialer und kultureller Vereine und der Deutsch-Italienischen Gesellschaft (DIG) Remscheid.

„Christen und Muslime am Runden Tisch von Remscheid Tolerant“ heißt ein neues Format in Kooperation mit dem Bürgerhaus-Süd. Kino woanders gibt es in der EMA zum Thema „Alltagsrassismus“ und in der GHS Hackenberg zu „Almanya – Willkommen in Deutschland“, veranstaltet vom Kommunalen Integrationszentrum Remscheid und der Kraftstation. In der EMA gibt es auch die Filmvorführung „Mein Vater, der Nazi-Täter“.

Poetry Slam: Ist Remscheid tolerant?

Die Grünen Remscheid veranstalten mit dem Evangelischen Kirchenkreis Lennep einen Poetry Slam „Remscheid tolerant?“ im Löf, moderiert von Slam-Poet Michael Heide und musikalischer Untermalung von Henning Hantelmann.

„Geschmack und Humor kennen keine Grenzen“ ist ein Filmabend mit internationalem Drei-Gänge-Menü in Kooperation von der Alevitischen Gemeinde, DIG, AWO und SPD. Jüdisches Puppentheater von „bubales“ aus Berlin präsentiert die Integrationsagentur vom Caritasverband, Titel des Stücks: „Die Koscher-Maschine“.

Die Ökumenische Initiative Lüttringhausen lädt zum Literaturcafé mit Johannes Haun zu „Dunkles Gold“ von Mirjam Pressler in den Flair-Weltladen. Der Integrationsrat der Stadt Remscheid lädt ein zu „Ali Baba und die 40 Räuber“ vom Durchsholzer Marionetten- und Puppentheater mit Markus Heip, Kinder aller Nationen können aktiv mitwirken.

Den Abschluss bildet des „Hallenfußballturnier gegen Rechts!“ von SPD, AWO und Caritasverband. Das vollständige Programm liegt an vielen Stellen in Remscheid aus und steht auf der Webseite von Remscheid Tolerant unter www.remscheid-tolerant.de zum Download bereit.