Vorlesetelefon in Solingen: Lesen erweitert nicht nur den Horizont, es trainiert auch die Fantasie. Foto: Gundula Vogel
Vorlesetelefon in Solingen: Lesen erweitert nicht nur den Horizont, es trainiert auch die Fantasie. Foto: Gundula Vogel

Vorlesetelefon in Solingen ist gefragt: Pat*innen beherrschen insgesamt acht Sprachen.

Vorlesen geht immer – auch am Telefon! Die Vorlesepatinnen und -paten vom Kommunalen Integrationszentrum, die von kleinen Bibliotheks-Besucher*innen bis hin zu Bewohnern in Seniorenzentren normalerweise vor größeren Gruppen vorlesen, haben ihr Angebot an die Corona-Bedingungen angepasst: Über das Vorlese-Telefon 0212 – 290-2873 kann die eigene Telefon-Nummer hinterlassen werden. Kurz darauf wird zurückgerufen, und es gibt eine Geschichte, ein Gedicht oder etwas Jahreszeitliches zu hören – und das sogar in einer von acht Sprachen. Denn neben Deutsch beherrschen die Vorlesepat:innen auch die spanische, englische, italienische, arabische, kurdische, russische oder türkische Sprache. „Unsere jüngste Vorleserin ist zehn Jahre alt und schon ein Profi“, erzählt die Koordinatorin Claudia Elsener-Overberg: Tuana Karabulut liest auf Deutsch, Türkisch und Englisch vor.

Derzeit sind die Bücher fest in Frauenhand: Vorlese-Initiatorin Ulli Wüsthof wird außer von Tuana noch unterstützt von Susan Mustafa, Nadine Diab-Heinz, Giusy Anna Kopansky, Ilaria Stocchi, Bärbel Groß, Annette Checchin, Angelika Loeb, Elisabeth Strobel, Stefanie Bitzer und Sule Ates.

Das Vorlesetelefon braucht keine besondere Technik: „Telefonieren kann jeder, und manchmal entsteht auf diese Weise eine längere Vorlesefreundschaft“, sagt Claudia Elsner-Overberg. „Wäre es nicht schön, wenn sich zum Beispiel ein Grundschulkind dreimal in der Woche eine Gutenachtgeschichte am Telefon wünschen könnte?“

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