Das Cover der neuen CD der aus Remscheid stammenden Profimusikschaffenden Jan Donner und Maren Donner. Foto: Peter Klohs
Das Cover der neuen CD der aus Remscheid stammenden Profimusikschaffenden Jan Donner und Maren Donner. Foto: Peter Klohs

Erste gemeinsame CD-Aufnahme von Maren und Jan Donner.

Gemeinsam musiziert haben die aus Remscheid stammenden Geschwister Maren und Jan Donner schon oft. Aber gemeinsam eine CD aufgenommen noch nie. Obwohl der Plan dazu schon länger existiert. Aber die Zeit, die beide Profi-Musiker in ihren Berufen zubringen, verhinderte bisher eine Aufnahme. Ausgerechnet dieser uns nervende Virus hat dafür gesorgt, dass es doch noch möglich wurde und Maren, die an der Musikschule in Monheim am Rhein tätig ist, und Jan, der Posaunist an der Deutschen Oper in Berlin ist, im Juli 2020 in einem Kölner Studio 17 Stücke für Posaune und Piano aufnehmen konnten. Das musikalische Paar hat nach wie vor enge Beziehungen zu Remscheid, und besonders nach Lüttringhausen. Wenn sich beide im Bergischen aufhalten, spielen sie auch gerne wieder mit dem Lüttringhauser Posaunenchor.

„Es ist wirklich so“, berichtet Jan Donner, „dass uns Corona die Zeit gegeben hat, dieses Projekt zu verwirklichen. Wir leben halt sehr weit auseinander, ich in Berlin, Maren in Düsseldorf. Aber jetzt ist die CD da!“ 

„Meanwhile“, soeben erschienen, beschäftigt sich mit dem Phänomen der Zeit, mit diesem Punkt zwischen zwei Ereignissen, mit dem Reisen zwischen zwei Orten, mit dem Eindruck, endlos Zeit zu haben, oder dem, dass die Zeit davonläuft. Insbesondere in Rhythmik und Timing ist der Musik auf dieser CD besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Und selbstverständlich ist die zu hörende Musik zeitlos.

„Es ist wirklich so, dass uns Corona die Zeit gegeben hat, dieses Projekt zu verwirklichen.“

Jan Donner, aus Remscheid, Posaunist an der Deutschen Oper Berlin

Richard Strauss hat seine acht Lieder op. 10 für Singstimme und Klavier vertont. Nun kann die Posaune keinen Text wiedergeben. Wie es Jan Donner trotzdem schafft, den Inhalt der Lieder zu transportieren, ist bemerkenswert und bei jedem neuen Hören eine Offenbarung. Sein Ansatz zum Spiel des zumeist als behäbig beschriebenen Instruments ist ein weicher, ein runder, ein umarmender. Jan selbst dazu: „Ich mag es nicht, wenn das Instrument so klingt, wie das, was es eigentlich ist: Ein Blechblasinstrument. Das darf nicht scheppern.“ Der Ton von Jan Donners Posaune ist weit vom Scheppern entfernt. Eher gemahnt er an Weite der Landschaft und an Nähe von Schönem. Maren Donner, die Musikbegleitung studiert hat, spielt nicht die Partie der „Ich-begleite-den-Solisten“-Pianistin. Ihr Pianospiel, was sie wie ihr Bruder bei Petra Rützenhoff-Berg erlernt hat, ist schwer zu beschreiben. Sensibilität ist ein Wort, was dem nahe kommt, was man hört, ohne es zu treffen. Spontan könnte man vielleicht von Musik-Empathie sprechen. Marens Spiel veredelt die Musik, erhöht sie. Und mehr kann man von Pianistinnen nicht erwarten.

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Timeless von Peter Dörpinghaus aus Hückeswagen

Zwei Werke auf der knapp einstündigen CD sind extra für das musikalische Duo geschrieben worden. Beide haben sehr unterschiedliche Ansätze, aber Jan ist sich sicher, „dass man vielschichtig sein muss. Und das sind wir.“ Die dreisätzige Suite „Timeless“ des aus Hückeswagen stammenden Musikers Peter Dörpinghaus (heute Solo-Trompeter am Berliner Konzerthaus) ist romantisch gehalten und lässt auch Einflüsse aus Jazz und Filmmusik erkennen. Ebenfalls dreisätzig ist „Time“ von Tobias Schütte. Diese Suite verfügt über eine modernere Tonsprache, die deutlich mit Einflüssen aus der neuen klassischen Musik flirtet. Spieltechnisch bewegt sich das Duo Donner auch hier auf sehr hohem Niveau.

Die Fotos für das CD-Cover von "meanwhile" stammen von Natalia Jansen. Foto: Peter Klohs
Die Fotos für das CD-Cover von „meanwhile“ stammen von Natalia Jansen. Foto: Peter Klohs

Drei ausgesuchte Lieder von Robert Schumann runden das Gesamtwerk ab. Das Booklet der CD ist mit exquisit aufgenommenen Fotos (Natalia Jansen) ausgestattet, wobei besonders die Booklet-Rückseite fasziniert. Ein Hinhörer und ein Hingucker. Bekommt man nicht so oft.

Die CD ist in Kürze beim großen Online-Kaufhaus mit dem noch größerem A bestellbar. Wenn man dies nicht kann oder will, können die Interessierten eine Mail an meanwhilecd@gmx.de senden und die CD bei den Geschwistern direkt bestellen. 57 Minuten feinster Kammermusik kosten 12 Euro.

„Und sobald es wieder möglich ist, möchten wir diese Musik natürlich auch live spielen“, verrät Jan Donner. „Und dann ganz sicher auch in Lüttringhausen.“