RVK-Geschäftsführer Marcel Frank, Landrat Stephan Santelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der RVK, und Gregor Mauel als örtlicher Gebietsleiter nehmen den ersten Solaris Bus für die RVK in Betrieb. Foto: Regionalverkehr Köln GmbH
RVK-Geschäftsführer Marcel Frank, Landrat Stephan Santelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der RVK, und Gregor Mauel als örtlicher Gebietsleiter nehmen den ersten Solaris Bus für die RVK in Betrieb. Foto: Regionalverkehr Köln GmbH

Im März 2020 wurde die Bestellung für 15 wasserstoff­betriebene Brennstoffzellen-Hybridbusse bei der Firma Solaris Bus & Coach S.A. ausgelöst. Ein erster Solaris Urbino 12 hydrogen wurde jetzt geliefert. Er wird nun zunächst am Standort der RVK-Niederlassung in Wermelskirchen im Rheinisch-Bergischen Kreis getestet.

Im Rahmen der in 2020 erfolgten Ausschreibung ging der Zuschlag der Busbestellung an die Firma Solaris Bus & Coach. Somit ergänzt erstmals ein neuer Hersteller den inzwischen 37 Busse umfassenden Fuhrpark wasserstoffbetriebener Brennstoffzellenfahrzeuge der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK).

„Wir nähern uns in diesem Jahr weiter dem standortübergreifenden Umbau der Busflotte mit dann final 52 Bussen. Das ist in dieser Dimension derzeit einzigartig und baut auf den verschiedenen Projektschritten auf, die seit 2011 umgesetzt wurden“, so RVK-Geschäftsführer Marcel Frank.

„Klimaschutz bleibt ein elementar wichtiges Ziel. […] Die RVK ist in dieser Hinsicht eine Vorreiterin […].“

Stephan Santelmann, Landrat Rheinisch-Bergischer-Kreis

Nach diesem ersten Bus werden die weiteren 14 Busse sukzessive zwischen Juli und Dezember 2021 ausgeliefert. Verteilt werden sie auf drei Standorte der RVK. Fünf Busse werden für den Linienbetrieb im Rheinisch-Bergischen Kreis, fünf für den Verkehr im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und fünf für den Stadtverkehr Hürth geliefert. Der RVK-Standort in Wermelskirchen verfügt seit Sommer 2020 über 10 Wasserstoffbusse.

Als Aufsichtsratsvorsitzender der RVK ist Stephan Santelmann, Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises (RBK), in zweifacher Hinsicht voller Erwartung: „Klimaschutz bleibt ein elementar wichtiges Ziel. Dabei wird der ÖPNV insbesondere mit Blick auf die Strategien von Bund, Ländern und EU eine große Rolle spielen. Die RVK ist in dieser Hinsicht eine Vorreiterin, wovon auch der Rheinisch-Bergische Kreis als einer der Gesellschafter profitiert.“

Auf den neuen Bustyp Solaris Urbino 12 hydrogen wird nun das Fahrpersonal am Standort geschult. Zusammen mit einem Mitarbeiter der Firma Solaris erfolgt eine Einweisung in die Tankvorgänge und in die Besonderheiten der Bustechnik bzw. des Antriebs mit Wasserstoff. Die erforderliche Infrastruktur ist Teil des wachsenden Projektpaketes der RVK und wurde 2020 mit dem Bau von zwei eigenen Wasserstofftankstellen (in Wermelskirchen im RBK und in Meckenheim im Rhein-Sieg-Kreis) umgesetzt.

Die 15 Solaris-Busse wurden im Zuge des EU Projekts JIVE 2 angeschafft und durch das „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU), das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über das NIP2 Programm sowie über das Verkehrsministerium des Landes NRW gefördert.

Hintergrund-Information: Warum Wasserstoff?

Die RVK ist gegenüber allen alternativen Antrieben technologieoffen eingestellt. So setzt die RVK im Kreis Euskirchen – auch wegen der regionalen Wertschöpfung – seit September 2017 auf Bio-Erdgasbusse.

Im weiteren Verkehrsgebiet der RVK eignet sich jedoch in besonderer Weise Wasserstoff als Antriebstechnologie, denn es müssen neben den städtischen, stark verdichteten Räumen insbesondere auch ländliche und entsprechend weiträumige Regionen bedient werden. Für dieses heterogene Einsatzgebiet ist der Einsatz von reinen Elektrofahrzeugen weniger geeignet. Weder die Reichweiten, noch die Betankungszeiten und -möglichkeiten wären wirtschaftlich und angemessen.

Brennstoffzellen-Busse fahren dabei rein elektrisch: In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O) unter der Abgabe von elektrischer Energie zu Wasser (H2O). Der so generierte Strom kann in einer Hochvolt-Batterie gespeichert werden oder direkt die Elektromotoren antreiben. Einzige „Emission“ dieser Fahrzeuge ist reines Wasser, bzw. Wasserdampf. Zudem sind die Busse absolut geräuscharm.

Quelle: Regionalverkehr Köln GmbH