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Neue Investoren: Doch ein Outlet für Lennep?

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Investorenfamilie aus Montabaur meldet Interesse für ein Shoppingcenter mit Outlet-Charakter für Remscheid-Lennep an. Auch McArthurGlen wieder an Verhandlungen interessiert.

Die Unternehmerfamilie Dommermuth, der das Outlet-Center in Montabaur gehört, hat sich an die Verwaltungsspitze der Stadt Remscheid gewandt und detaillierte Pläne für ein Shoppingcenter mit Outlet-Charakter vorgestellt. Realisiert werden soll das Projekt in Lennep.

Nachhaltige Gesichtspunkte bei Planung berücksichtigt

Die Pläne zeigen eine Parkanlage, in die ein Shoppingcenter integriert ist. Investor Philipp Dommermuth plant zukunftsweisende Nachhaltigkeitsstandards bei der Verwendung von Holz, recyceltem Beton und der Gebäudetechnik. Er möchte so proaktiv auf viele Einwände der Bevölkerung reagieren, die bei der Planung des ursprünglich in Lennep geplanten Designer Outlet Centers (DOC) aufkamen. Parkflächen sollen ebenerdig und in einer Tiefgarage im Bereich des ehemaligen Kirmesplatzes geschaffen werden. Die Dachfläche des Shoppingcenters selbst soll begehbar sein und eine Parkanlage mit Freizeitmöglichkeiten bilden.

Neues Outlet Remscheid - Vogelperspektive. Bildnachweis: Graf Architektur GmbH
Neues Outlet Remscheid – Vogelperspektive. Bildnachweis: Graf Architektur GmbH

Nach den aktuellen Plänen bliebe die denkmalgeschützte Feuerwache erhalten und könnte genutzt werden. Das altehrwürdige Röntgenstadion hingegen, Heimat des FC Remscheid, würde abgerissen werden, das hochklassigste Fußballteam der Stadt müsste entsprechend doch auf den Reinshagener Acker umziehen.

Investor stellt Pläne auf Lennep-Konferenz vor

Im Rahmen der Lennep-Konferenz am Donnerstag, 2. März 2023 ab 17 Uhr im Lenneper Röntgen-Gymnasium, wird der neue Investor seine Vision vorstellen. „Das Outlet soll ein Ort werden, von dem viele Menschen einen Mehrwert haben – allen voran die Einwohner Lenneps und ganz Remscheids. Gelingen kann das nur mit einem intensiven und offenen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Diesen Dialog wollen wir nutzen, um deren Wünsche und Bedürfnisse aufzunehmen und in die weitere Planung einfließen zu lassen. Wir sehen großes Potenzial im Standort Remscheid und möchten gemeinsam mir den Bürgern und deren Ideen das Projekt im Sinne der Stadt Remscheid bestmöglich entwickeln“, heißt es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt noch von Philipp Dommermuth.

Neues Outlet Remscheid - Augperspektive. Bildnachweis: Graf Architektur GmbH
Neues Outlet Remscheid – Augperspektive. Bildnachweis: Graf Architektur GmbH

Wie vertraglich vereinbart wurde McArthurGlen, Investor des gescheiterten DOC-Projektes, von der Stadt über das neue Investitionsinteresse informiert. Auch McArthurGlen wäre gerne wieder als Investor an Bord. Das DOC in Lennep ist gescheitert, weil die Stadt Remscheid auf einen fehlerhaften Bebauungsplan gesetzt hatte, der am 25. Januar 2022 vom Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) als unwirksam zurückgewiesen wurde. Nun stehen also Verhandlungen mit zwei Investoren an, ein neuer Bebauungsplan muss her. Vielleicht schafft es die Stadt Remscheid, im dritten Anlauf einen Bebauungsplan zu erstellen, der nicht wieder aufgrund grober handwerklicher Verwaltungsfehler von Gerichten kassiert wird. Die Kosten dafür haben jedenfalls die Investoren zu tragen.

„Fakt ist: Outlet-Center sind nach wie vor große Frequenzbringer. Die Menschen wollen ein Einkaufserlebnis, einen Ort, an dem sie einen ganzen Tag verbringen können. Mit Geschäften, guter Gastronomie und touristischen Möglichkeiten. Dies entspricht dem heutigen Freizeitverhalten“, tönt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Das Allee-Center im Hinterkopf fragt man sich schon, ob es wirklich Fakt oder doch eher Meinung oder gar Hoffnung oder Verzweiflung ist.

„Selbstverständlich sollen die bereits gewonnenen Ideen aus den bisherigen Lennep-Konferenzen nicht verloren gehen“, predigt Baudezernent Peter Heinze, „die Herausforderung bestehe darin, Anregungen aus den Lennep-Konferenzen auszunehmen und so weit wie möglich in die Planungen zu integrieren.“ Eine ähnlich klare Aussage hat Heinze vor vier Jahren auf dem Kottenbutteressen des Heimatbundes zum kurzfristigen Baubeginn des Kreisverkehrs Eisernstein auch getätigt – bis heute ist kein Baubeginn erfolgt. Die Verwaltungsspitze wird sich also an vollbrachten Taten messen lassen müssen, nicht an ihren blumigen Phrasen.

Sascha von Gerishem
Sascha von Gerishemhttps://www.luettringhauser.de
Geboren 1977 in Duisburg, aufgewachsen in Wuppertal, Duisburg und am Niederrhein, Alumnus des Collegium Augustinianum Gaesdonck, Studiengang Absatzwirtschaft an der Fontys Hogescholen Venlo, selbstständig seit 1998, u.a. als freier Dozent an diversen Berufsakademien.
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