Erwischt: Reh am Waldrand.
Erwischt: Reh am Waldrand.

Pressemitteilung des Naturschutzbeirates: Landeserlass zur vorzeitigen Beendigung der Schonzeit für Rehe und der Bericht des Treffens der Landschaftswächter im Februar.

Wie in der letzten Woche von den Medien berichtet, hat das Land beschlossen die Schonzeit von Rehwild vorzeitig zum 1. April zu beenden.

Im Naturschutzbeirat der Stadt beraten Vertreter des Naturschutzes, der Bauernschaft, des Forstes, der Jäger, der Fischer, der Imker, des Sportes, Fehlentwicklungen in der Landschaft entgegen zu wirken. Zudem geht es um aktiven Klimaschutz durch Erhalt der Lebensräume, um dem Artenschwund zu reduzieren.

Jagd, um Lebensraum zu erhalten

Der Lebensraum der im Wald lebenden Tiere, wurde durch das Absterben großer Fichtenbestände durch den Borkenkäfer deutlich dezimiert. Es wird Jahre brauchen bis das Grün dieser Flächen wieder als Futterquelle und Rückzugsort dienen kann. Das derzeit reduzierte Nahrungsangebot ist sicher auch ein Grund für den Erlass des Landes, Rehwild zu dezimieren um so auch deren Verbiss an jungem Baumpflänzchen einzudämmen.

Im jährlichen Treffen der Landschaftswächter, der von der Vorsitzenden des Naturschutzbeirates einberufen wurde, war der Remscheider Erholungswald Thema, der auch weiterem Druck ausgesetzt ist. Erörtert wurde dies am 12.2.2020 in entspannter Atmosphäre. Unter den Mitgliedern der Landschaftswächter sind auch Förster und Jäger.

Im Treffen der Landschaftswächter wurde ein breites Spektrum von Themen rund um das Thema Wald erörtert. Es wurde von einer wachsenden Anzahl von Hunden und deren Besitzer, bei deren Spaziergängen im Wald beobachtet, zudem gibt es einen Trend zum Zweithund. Oft sind die Besitzer mit derer Führung überfordert, was zu Konflikten führt. Die Entsorgung des Hundekots in der Stadt ist Pflicht; das Verbleiben von Hundekot in Beuteln im Wald wird nicht geahndet und führt zu Plastik-Vermüllung.

Die Wildschweinbestände haben sehr zugenommen. Sie sind sehr schwer zu bejagen. Es gibt Berichte von Spaziergängern, die den Kontakt mit den Tieren in freier Wildbahn bedrohlich empfunden haben.

Auch Bikerfahrer abseits von Wegen stören die Wildtiere und richten massiven Schaden an.

Viele Arten wie Kuckuck und Bluthänfling sind in unserer Region verschwunden.
Andere, zum Teil invasive Arten, wie der Marderhund, der Waschbär, die Nil- und Kanadagans sind hinzu gekommen. Der Biber wird seinen Lebensraum hier wieder einnehmen, wohingegen der Wolf die Gebiete durchstreifen wird, ohne sich nieder zu lassen.

Der Naturschutzbeirat setzt sich für die Stärkung des Naturlebensraum ein. Das kann nur erfolgreich im gegenseitigen Respekt und Achtung der verschiedenen Interessensvertreter in den Gremien vor einander sein, um dieses gemeinsame Ziel zu verwirklichen.

Gabriele Lipka
Vorsitzende des Naturschutzbeirates
Remscheid, 25.2.2020