Am heutigen Tag stellt das Remscheider Gesundheitsamt seine bisherige Praxis bei der Entscheidung von Quarantänemaßnahmen in Schulen um. Das hat der Remscheider Corona-Krisenstab auf Empfehlung des Fachdienstes Gesundheit heute entschieden. Das Gesundheitsamt folgt aktueller RKI-Empfehlung zur Kontaktpersonennachverfolgung

Tritt in einer Klasse oder einem Kurs eine Neuinfektion auf, werden künftig entgegen der bisherigen Praxis nicht mehr automatisch alle Schülerinnen und Schüler des betroffenen Klassen- oder Kursverbandes in Quarantäne geschickt. Stattdessen erfolgt eine individuelle Risikoermittlung auf der Grundlage der sogenannten AHA-L-Regeln, die möglicherweise nur für einzelne Mitschülerinnen und Mitschüler häusliche Isolation zur Folge hat. Das Remscheider Gesundheitsamt folgt damit den jüngsten „Empfehlungen des RKI zur Kontaktpersonennachverfolgung bei Infektionen mit SARS-CoV-2“ vom 19. Oktober 2020.

Künftiges Vorgehen in Remscheider Schulen

Analog der Vorgehensweise bei der regulären Kontaktpersonennachverfolgung wird das Remscheider Gesundheitsamt auch bei COVID-Fällen in Schulen die engen Kontakte individuell ermitteln. Dabei werden die konkreten Umstände in der jeweiligen Klasse berücksichtigt. Wurde ein Sicherheitsabstand zueinander gewahrt? Falls nicht – wurde ein Mund-Nasenschutz getragen? Wurde die Klasse gut gelüftet, auch während des Unterricht? Das heißt, es muss kein erhöhtes Ansteckungsrisiko über das Einatmen von Aerosolen angenommen werden? Und nicht zuletzt: Gab es ausreichend Gelegenheit, sich die Hände zu waschen?

Von einer umfassenden Situationsanalyse wird abhängig gemacht, ob nur die Sitznachbarn des erkrankten Schülers beziehungsweise der erkrankten Schülerin in Quarantäne geschickt werden oder die gesamte Klasse häuslich isoliert wird. Bei den Lehrkräften wird die Risikoermittlung bereits jetzt so gehandhabt. Vermehrt positive Fälle bei dieser Personengruppe sind hieraus nicht resultiert.

Die vorgenommenen Reihen-Testungen der Quarantäne-Schülerinnen und Schülern in Remscheid belegen außerdem, dass die in den Schulen durchgeführten Maßnahmen hinreichenden Schutz vor Ansteckung bieten. Die meisten Infektionen erfolgen nach Beobachtung des örtlichen Gesundheitsamtes außerhalb der Schule. Über das veränderte Procedere werden die Schulen aktuell mit einem gesonderten Anschreiben von Schulverwaltung und Gesundheitsamt detailliert informiert.

Diese RKI-Richtlinien kamen bislang zur Anwendung

Bislang lautete die RKI-Empfehlung, dass im Fall von positiv getesteten Schülerinnen und Schülern, die infiziert am Unterricht teilgenommen haben, die gesamte Klasse in Quarantäne geschickt werden. Bei den Lehrkräften, die in diesen Klassen unterrichtet haben, empfahl das Robert-Koch-Institut hingegen eine individuelle Risikobewertung.

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