Die Remscheider SPD und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) fordern die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention gegen Gewalt gegen Frauen in Remscheid.

„Das Remscheider Rathaus war orange beleuchtet, um ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen zu setzen. Frauen werden leider überdurchschnittlich oft Opfer aller Arten von Gewalt. So wird jeden dritten Tag eine Frau in Deutschland von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner getötet“, so die stellvertretende Vorsitzende der Remscheider SPD, Dr. Stefanie Bluth.

„Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass 35 Prozent aller Frauen in ihrem Leben mindestens einmal körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben. Statistisch gesehen sind das in Deutschland mehr als 13 Millionen Frauen. Es wird befürchtet, dass durch die Kontaktbeschränkungen in der Corona-Pandemie häusliche Gewalt noch zugenommen hat. Frauen mit Behinderungen sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen ohne Behinderung. Und: Gewalt kommt in allen gesellschaftlichen Schichten vor“, so Sabine Krause-Janotta, stellvertretende Vorsitzende der Remscheider AsF und Sprecherin der SPD-Fraktion im Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung.

Zusätzliche Gefahr durch Lockdown

„Der Lockdown nimmt vielen betroffenen Frauen die letzten geschützten Räume und Fluchtmöglichkeiten vor den Tätern, mit denen sie oft zusammen eingesperrt sind. Es ist gut, dass es Hilfsstrukturen gibt“, gibt Dela Kirchner, Vorstandsmitglied der SPD Remscheid und stellvertretende Vorsitzende im Ortsverein Lennep, zu bedenken. „Ebenso wichtig ist es allerdings, dass wir als Gesellschaft die Augen vor häuslicher und sexueller Gewalt nicht verschließen und darüber sprechen“, so Dela Kirchner.

„Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, welcher seit 1981 von Menschenrechtsorganisationen wie „Terre des Femmes“ organisiert wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf ein Thema, welches auch in unserer Gesellschaft vielfach noch tabuisiert ist“, so die Vorsitzende der Remscheider SPD, Christine Krupp.

Die Remscheider SPD hat sich für die laufende Wahlperiode des Remscheider Rates die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention des Europarates auf die Fahne geschrieben, welche die Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt zum Ziel hat.

Ganzjährig für Frauenrechte und gegen Gewalt

„Wir haben dieses Thema bewusst ins Kommunalwahlprogramm der Remscheider SPD eingebracht. Es reicht nicht, einmal im Jahr Flagge gegen Gewalt zu zeigen – wir wollen an allen 365 Tagen im Jahr gegen Gewalt gegen Frauen kämpfen“, so die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen in Remscheid und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lüttringhausen, Dr. Gerhilt Dietrich.

In ihrem Kommunalwahlprogramm spricht sich die Remscheider SPD u.a. für eine präventive Aufklärungspolitik aus, wenn es um das Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen geht. Hierunter sind zum Beispiel die Ausweitung des Beratungsangebots an Kindergärten und Schulen, bessere Präventionsarbeit, mehr Schutzräume und Therapieplätze für Betroffene angedacht. An Schulen sollen regelmäßig Selbstbehauptungskurse für Mädchen angeboten werden und Beratungsstellen für die Opfer von Gewalt in ihrer Arbeit unterstützt werden.

Zu Beginn der Wahlperiode des neuen Rates wurde auf Anregung der SPD der Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung gebildet. „Wir möchten, dass er zum Forum für Gleichstellung, Frauenförderung und Bekämpfung von Diskriminierungen wird“, so Christine Krupp, die dem Ausschuss vorstehen wird.