Detlef Franzen, ehemals Persönlicher Referent von Remscheids Oberbürgermeister Willi Hartkopf, im Jahr 2020. Foto: SPD Remscheid
Detlef Franzen, ehemals Persönlicher Referent von Remscheids Oberbürgermeister Willi Hartkopf, im Jahr 2020. Foto: SPD Remscheid

Am 3. November 2020 konnte aufgrund der Pandemie nur ein kleiner Personenkreis der Remscheider SPD an der Kranzniederlegung zum 100. Geburtstag vom ehemaligen Oberbürgermeister Willi Hartkopf teilnehmen. Eine Feierstunde und der Austausch von Erinnerungen mit Wegbegleitenden des damaligen SPD-Vorsitzenden und Ehrenbürgers der Stadt Remscheid wäre den Genossen lieber gewesen.

Zu den Personen, die Willi Hartkopf besonders nahestanden, gehört Detlef Franzen. Der Kieler wurde 1936 in einen sozialdemokratischen Haushalt hineingeboren, seine Eltern engagierten sich sofort nach dem Krieg wieder in der SPD. Vor einigen Wochen besuchte Ulla Wilberg, stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Stadtmitte-Hasten, den langjährigen Weggefährten von Remscheids Alt-Oberbürgermeister und Ehrenbürgers Willi Hartkopf.

Vier Jahrzehnte Hindenburgstraße

Mit obligatorischem Corona-Abstand sitzt Wilberg Detlef Franzen in seinem gemütlichen Wohnzimmer gegenüber und folgt seinen Erzählungen. Bekannt sind sie aus gemeinsamen Zeiten in der Alt-Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport & Verkehr (ÖTV). Nun lebt der Pensionär und Witwer seit über 40 Jahren in einer großen Altbauwohnung in der Hindenburgstraße. An den Wänden hängen signierte Fotos, Zeitungsausschnitte und andere Erinnerungen aus seiner aktiven Zeit als persönlicher Referent von Willi Hartkopf.

Nach der Schule absolvierte Detlef Franzen eine Ausbildung bei der Post und trat schon früh in die Deutsche Postgewerkschaft ein. Viele Jahre besuchte er gewerkschafts- und bildungspolitische Seminare, wodurch er neben dem Beruf eine umfassende Bildung erlangte und auf vielen Themengebieten geschult wurde. Hier lernte er Rhetorik und das politische Handwerk von der Pike auf.

Detlef Franzen traf Willi Hartkopf auf einem der vielen gemeinsamen Gewerkschaftslehrgänge. Als Hartkopf Oberbürgermeister der Stadt Remscheid wurde, holte er Detlef Franzen als persönlichen Referenten in sein Büro, dort war er dann zehn Jahre lang, von 1970 bis 1980, als Organisator und Ghostwriter tätig. Nach der damaligen Gemeindeverfassung war der Oberstadtdirektor Chef der Verwaltung und das Amt des Oberbürgermeisters ehrenamtlich. Hauptberuflich war Willi Hartkopf Kreis-Geschäftsführer der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV heute ver.di).

Zwei Leidenschaften: Die Musik und das Bergwandern

Lange spielte er die Es-Klarinette im Hilgener Orchesterverein, aber auch in diversen anderen Musikvereinen, wie in der Remscheider Schützenkapelle. Heute widmet er sich seiner 1000 Schallplatten umfassenden Sammlung, vor allem dem Jazz.

Als Mann an der Seite des Oberbürgermeisters durfte Detlef Franzen viele Prominente kennenlernen. Darunter 1979 auch Helmut Schmidt. Nach der aufregenden Zeit im OB Büro arbeitete Detlef Franzen bis zu seiner Pensionierung bei der Stadtverwaltung, zum Schluss als Leiter des Amtes für Wohnungswesen.

Das SPD-Parteibuch von Detlef Franzen mit Autogrammen von Willy Brandt, Egon Bahr, Johannes Rau, Björn Engholm, Klaus Matthiesen, Walter Momper, Peer Steinbrück und Hannelore Kraft. Foto: SPD Remscheid
Das SPD-Parteibuch von Detlef Franzen mit Autogrammen von Willy Brandt, Egon Bahr, Johannes Rau, Björn Engholm, Klaus Matthiesen, Walter Momper, Peer Steinbrück und Hannelore Kraft. Foto: SPD Remscheid

Zum Schluss zeigte der über 80-jährige Genosse Franzen sein SPD-Parteibuch. Darin haben sich bekannte Politiker verewigt: Willy Brandt, Egon Bahr, Johannes Rau, Björn Engholm, Klaus Matthiesen, Walter Momper, Peer Steinbrück, Hannelore Kraft. Ein schönes Andenken an eine spannende Zeit!