Archivfoto: ver.di Warnstreik. Foto: Foto: Dennis Wegner (CC BY 2.0)
Archivfoto: ver.di Warnstreik. Foto: Foto: Dennis Wegner (CC BY 2.0)

Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) setzt die Warnstreiks im nordrheinwestfälischen Einzelhandel fort. Am Freitag, 23. Juli legen Beschäftigte in Düssel-Rhein-Wupper ihre Arbeit nieder. Bestreikt werden: Filialen von H&M in Hilden, Düsseldorf Bilk und Remscheid, das Esprit Outlet in Ratingen, der Esprit Store Schadowstr., Primark Schadowstr, der Douglas an der Königsallee, Saturn in Flingern und auf der Königsallee.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hatte in der 4. Verhandlungsrunde einen Vorschlag zur Lösung der stockenden Tarifrunde unterbreit. Auf Wunsch der Beschäftigten sollten Teile einer möglichen Entgelterhöhung für einen bestimmten Zeitraum in Freizeit umgewandelt werden können. Dies hätte den Beschäftigten mehr Arbeitszeitsouveränität geboten und einen wesentlichen Beitrag zum Gesundheitsschutz geleistet. Zudem bot der Vorschlag von ver.di die Möglichkeit zu der von der Arbeitgeberseite geforderten Entlastung auf Seiten der Liquidität, da sie anstelle von Entgelterhöhungen den Beschäftigten zunächst nur mehr Urlaubstage hätten gewähren müssen.

Arbeitgebende: Kategorisches Nein ohne eigene Lösungsansätze

Die Antwort der Arbeitgeber zu den Vorschlägen: Nein, das machen wir nicht! Eigene Lösungsansätze? Fehlanzeige! Sie bleiben stur bei ihrem „freiwilligen Orientierungsrahmen“, den sie für tarifgebundene Mitgliedsunternehmen empfehlen. Die Entgelte können nach zwei Nullmonaten um 2 Prozent zum 1. Juli 2021 erhöht werden. Weiterhin besteht die Option, den Beschäftigten eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro zu gewähren. Die Folge: Freiwillige, jederzeit widerrufbare Zahlungen ohne Rechtsanspruch für die Beschäftigten und als „besonderes Geschenk“ der Reallohnverlust.

„Das Verhalten der Arbeitgeber gegenüber den Beschäftigten ist respektlos und nicht hinnehmbar. Die Antwort der Kolleginnen und Kollegen auf diese Ignoranz und starre Haltung kommt heute aus den Betrieben hier in der Region. Sie streiken und setzen ein Zeichen. Sie lassen sich nicht unterbuttern und kämpfen weiter für ihre Forderung. Weil sie es verdient haben!“ sagt Robert Puleski, Gewerkschaftssekretär für den Handel im Bezirk Düssel-Rhein-Wupper.

ver.di fordert für die rund 502.000 sozialversicherungspflichtig- und 197.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel, 4,5 Prozent und 45 Euro mehr Lohn, Gehalt und Ausbildungsvergütung bei einer Laufzeit von 12 Monaten, ein Mindestentgelt von 12,50 Euro pro Stunde sowie die gemeinsame Beantragung der Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge. Die Verhandlungen werden am 1. September fortgesetzt

- Anzeige -