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Remscheid

Potenzial für modernen Wohnraum identifizieren und nutzen

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Antrag zur Sitzung des Rates am 3. März 2022

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Mast-Weisz,
die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der o. g. Sitzung zu nehmen:

  1. Die Verwaltung wird beauftragt ein Bausubstanz- und Wohnraumentwicklungskataster zu erstellen. Im Einzelnen sollen bestehende Potenziale für Nachverdichtungen, energetische und klimaresiliente Sanierungen, Neubauten oder aber auch notwendige Abrisse in bestehenden Stadtquartieren identifiziert werden. Dazu wird im ersten Schritt eine Analyse der Bausubstanz vorgenommen.
  2. Das Kataster wird mit externer Unterstützung, zum Beispiel in Form eines Forschungsprojektes oder eines Auftrags-Gutachtens, erstellt und ausgearbeitet. Die notwendigen Finanzmittel werden im Rahmen des Haushalts 2021/2022 zur Verfügung gestellt. Die Verwaltung bemüht sich darüber hinaus um Fördermittel.
  3. Auf dieser Grundlage wird im nächsten Schritt eine Wohnraumentwicklungsplanung erarbeitet mit dem Ziel bis 2032 neue, moderne und energieeffiziente Wohneinheiten in den verschiedenen Kategorien (Einfamilienhäuser, Mehrfamilienhäuser, Eigentum, sozialer Mietwohnraum) zu schaffen.
  4. Die Verwaltung aktualisiert in einem Schritt das Baulandkataster und nennt Ansprechpersonen für die Flächenentwicklung.

Begründung

Noch 2017 führte Remscheid laut einer Studie des Forschungsinstitutes Empirica die Städte und Landkreise des Rheinlandes in Sachen Leerstandsquote an, ein Titel, aus dem ein klarer Arbeitsauftrag für die Kommune hervorgehen musste. Dieser Leerstand soll nun katalogisiert werden, um anhand dessen bedarfsgerechte Wohnbaupotenziale zu ermitteln. Viele der ca. 4.000 leerstehenden Wohnungen in Remscheid sind für die einzelnen Zielgruppen (Familien, Senioren) unattraktiv und müssten dementsprechend saniert werden.

Warum die Sanierung bzw. Modernisierung bereits bestehenden Wohnraumes für Kommunen eine wichtige Sache ist, zeigt der sog. „Donut-Effekt“. Vom „Donut-Effekt“ spricht man, wenn aufgrund fortschreitenden Flächenverbrauchs in den Außenbereichen einer Stadt, die gewachsenen Innenbereiche (Stadtteilzentren, Innenstädte) veröden und zerfallen. Das ohnehin durch den Rückgang des Einzelhandels geschwächte „Herz Remscheids“, nämlich die Innenstadt, kann es sich nicht erlauben, Wohnungspotenziale zu ignorieren und somit verkümmern zu lassen. Hier muss dringend nachgebessert und die Innenentwicklung der Außenentwicklung vorgezogen werden. Wir möchten Remscheid zur nachhaltigen europäischen Stadt entwickeln. Das funktioniert nur, wenn wir unseren aktuellen Bestand den Bedürfnissen und Anforderungen von Familien, Senioren, etc. anpassen und weiter entwickeln.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Sven Wolf
Fraktionsvorsitzender

gez. David Schichel
Fraktionsvorsitzender

gez. Sven Chudzinski
Fraktionsvorsitzender

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