25.4 C
Remscheid

Film: Donbass im Rathaus war schwere Kost

Veröffentlicht:

Beitrag Teilen:

Vorführung des preisgekrönten Films „Donbass“ durch die SPD-Lüttringhausen im Lütterkuser Rathaus.

Knapp 20 Zuschauende folgten der Einladung von Gerhilt Dietrich und Ulla Wilberg ins Rathaus Lüttringhausen, um den Film des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa zu schauen. Dietrich machte bei der Begrüßung deutlich, dass der Film in Remscheid bisher noch nie öffentlich gezeigt wurde. Anlass waren der Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der Krieg in der Ukraine.

Im Film wird in 13 teilweise verstörenden Szenen der Alltag im Kriegsgebiet im Südosten der Ukraine nachgestellt und wirkt dabei wie eine Dokumentation. Korruption und Propaganda werden beleuchtet und der wachsende Hass auf beiden Frontseiten ungeschönt dargestellt. Ein deutlicher Blick wird auf die teilweise unmenschliche Gewalt an der Front gelenkt. Beim Filmfestival in Cannes gewann der Film den Jurypreis für die beste Regie.

Schwer zu ertragen sind die Szenen, wenn die Besatzer, die „Neue Macht“, die Bürger*innen schikaniert und drangsaliert. Enteignungen und Drohungen werden zur Ausweitung der Macht benutzt, die Bevölkerung systematisch eingeschüchtert. Schon damals, der Film ist von 2018, wird eine vermeintliche Befreiung vom Faschismus kommuniziert, der nicht da ist. Eine der vielen Parallelen zum heutigen Krieg, unterstützt durch Putins Lügenpropaganda. Nicht verwunderlich, dass der Film in Russland unerwünscht war und nicht gezeigt werden durfte.

Der Film ist frei ab 12 Jahren, doch ist die Sprache im Krieg sehr derb. Ein Politiker wird mit flüssigem Kot übergossen, Waffen und Korruption sind allgegenwärtig, die dargestellte Gewalt ist drastisch und deutlich. Die Szenen sind furchtbar realistisch und gehen schwer an die psychische Substanz.

Nach Ende der Vorführung herrschte betretenes Schweigen. Die Menschen verließen den Ratssaal in Stille.

Sascha von Gerishem
Sascha von Gerishemhttps://www.luettringhauser.de
Geboren 1977 in Duisburg, aufgewachsen in Wuppertal, Duisburg und am Niederrhein, Alumnus des Collegium Augustinianum Gaesdonck, Studiengang Absatzwirtschaft an der Fontys Hogescholen Venlo, selbstständig seit 1998, u.a. als freier Dozent an diversen Berufsakademien.
- Anzeige -Das Teo Otto Theater befindet sich in der Konrad-Adenauer-Straße 31-33 in 42853 Remscheid.

━ ähnliche artikel

Wochenmarktverlegung am 27. August

Der Remscheider Wochenmarkt auf dem Theodor-Heuss-Platz macht der Open Air-Veranstaltung Mallorca Festival XXL Platz und zieht am Samstag, 27. August, auf die obere Alleestraße...

Volksbank: Elf Azubis starten ins Berufsleben

Die Volksbank-Familie ist seit Montag um elf Mitglieder reicher: „Sie gehören jetzt dazu“, begrüßte Vorstand Christian T. Fried die neuen Auszubildenden mit einem Lächeln....

Kinder backen eigenes Brot

Das Ende der Sommerferien naht und damit auch der Abschluss des Ferienprogramms "Natur" in der Natur-Schule Grund. Für die beiden letzten Tage hat sich das...

Alleestraße: Modernisierung der Beleuchtung startet

Auf der Alten Bismarckstraße wurde die neue Straßenbeleuchtung bereits umgesetzt, jetzt folgen weite Teile der Alleestraße: Mit Beginn der Kalenderwoche 32 – also ab...

Wirbelsäulengymnastik: Gesundheitsförderung bei den Schlawinern

Ab Dienstag, den 16. August 2022 bieten „Die Schlawiner“ erneut Kurse für Wirbelsäulengymnastik mit Dipl. Sportlehrerin Katharina Tomaszek an. Schwerpunkte der Kurse sind Schulungen zu...
- Anzeige -