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Beschlussvorlage zur Perspektive des Alten Bahnhofs

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Stadt Solingen leitet Ausschreibung ein. Auflage: Der Charakter als öffentlicher Veranstaltungsort ist zu erhalten.

Zum dauerhaften Erhalt des Alten Hauptbahnhofs im Südpark vollzieht die Stadt Solingen den nächsten Schritt. Um die Immobilie für die Bürgerinnen und Bürger als bedeutsamen Ort für öffentliche Veranstaltungen zu sichern und weiterzuentwickeln, wird jetzt die Vermarktung eingeleitet. Es geht um den Komplex mit den Gebäuden Bahnhofstraße 15, 17 und 19.

„Wesentlicher Bestandteil eines Konzeptes muss ein professionelles Veranstaltungsmanagement sein, das eine entsprechende Frequenz an publikumswirksamen Events gewährleistet.“

Matthias Knospe, Leiter Gebäudemanagement Stadt Solingen

Nachdem Ende 2021 die Gastronomie Steinhaus den Betrieb eingestellt hatte, begannen beim Gebäudemanagement strategische Überlegungen, wie eine zukunftsfähige Ausrichtung für das Objekt aussehen kann. Letztlich gelangten die Fachleute zu dem Schluss, dass mit Blick auf die notwendigen Sanierungsinvestitionen in Millionenhöhe sowie auch mit Blick auf die angespannte Haushaltslage der Stadt eine Veräußerung die vernünftigste und perspektivisch klügste Lösung ist.

Eine positive wirtschaftliche Nutzung ist bisher nicht erreicht worden. Unter den gegebenen Bedingungen erscheint eine solche erfolgreiche Bewirtschaftung durch städtische Dienste auch künftig nicht realisierbar. „Denn wesentlicher Bestandteil eines Konzeptes muss ein professionelles Veranstaltungsmanagement sein, das eine entsprechende Frequenz an publikumswirksamen Events gewährleistet“, sagt Matthias Knospe, Leiter des städtischen Gebäudemanagements. „Das aber gehört nicht zu den Kernaufgaben und auch nicht zu den Kernkompetenzen einer Stadtverwaltung.“ Daher setzt das Rathaus große Hoffnungen in einen privaten Träger.

Zugleich zwingt die aktuelle finanzielle Situation die Stadt dazu, bei ihren Investitionen Prioritäten zu setzen und sich auf Schwerpunkte zu konzentrieren: „Diese liegen bei uns in Solingen ganz klar in den Bereichen Bildung, Schule und Kindertagesstätten“, erklärt Stadtkämmerer Daniel Wieneke. Von einem Investor verspricht er sich nun ein überzeugendes Konzept für eine zukunftsgerechte Entwicklung der Immobilie. Denn der Komplex mit dem Alten Hauptbahnhof soll weiterhin eine Schlüsselstellung im Südpark einnehmen und als wichtiger Ort der Begegnung im städtischen Leben neue Strahlkraft erhalten. Schon für den kommenden Sommer soll geprüft werden, ob bereits wieder erste Veranstaltungen auf dem Areal stattfinden können. Das wird maßgeblich von den anfallenden Kosten, den zu erfüllenden Bestimmungen sowie vom Interesse potentieller Veranstalter abhängen.

Mit der Vermarktung sind konkrete Auflagen für Investoren verbunden. Die entscheidenden Punkte sind in einer Beschlussvorlage für die Politik verbindlich formuliert. Im Ausschuss für Städtebau, Stadtentwicklung und Digitale Infrastruktur sowie im Finanzausschusses erhalten die Fraktionen in den kommenden Sitzungen die Möglichkeit, das Thema zu beraten. Sofern der erwartete Beschluss erfolgt, wird sich dann die Ausschreibung anschließen. Das Anforderungsprofil soll sicherstellen, dass sowohl die Ziele der Stadt Solingen als auch die einstigen Förderziele verpflichtend an den Erwerber weitergebeben werden, die seinerzeit mit den Investitionen in den Alten Bahnhof festgehalten worden sind. Der Alte Hauptbahnhof war Gegenstand des Städtebauprogramms Regionale 2006. Mit den Förderzuschüssen, die Solingen damals erhielt, war eine Zweckbindungsfrist bis 2026 verbunden.

Die Vermarktung erfolgt federführend durch den Stadtdienst Gebäudemanagement und wird durch den Stadtdienst Stadtentwicklungsplanung unterstützt. Das Auswahlverfahren wird ein fachlich und rechtlich erfahrener externer Dienstleister intensiv begleiten.

Das Anforderungsprofil an einen privaten Träger umfasst unter anderem folgende Punkte:

  • Erhalt des Gebäudekomplexes als wesentlicher Bestandteil des Südparks
  • Teile des Komplexes sollen dauerhaft der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen
  • Fortführung bzw. Weiterentwicklung zum funktionalen, wirtschaftlichen und gestalterisch prägenden Präsentationsraum
  • Übernahme und langfristige Fortsetzung des Mietvertrages mit der Bergischen Universität (Forum Produktdesign)
  • Vorstellung eines neuen Gastronomiekonzeptes (Innen- und Außengastronomie)
  • Vorstellung eines kulturellen Konzeptes in Ergänzung zu den Güterhallen
  • Einbringung des Objektes in eine gemeinnützige Gesellschaft oder ein Stiftungskapital wird begrüßt

„Wir werden verlangen, dass ein potenzieller Käufer diesen Bedingungen verbindlich zustimmt“, versichern Daniel Wieneke und Matthias Knospe.

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