Alexa Bell sitzt im Sitzungssaal der CDU, Jens Nettekoven ist rechts daneben. Foto: Sascha von Gerishem
Alexa Bell sitzt im Sitzungssaal der CDU, Jens Nettekoven ist rechts daneben. Foto: Sascha von Gerishem

Nachfolgend veröffentlichen wir die persönliche Erklärung von Alexa Bell im Wortlaut:

„Ich werde das Ratsmandat, das mir über die Reserveliste zufallen würde, nicht annehmen.

Ich bin für eine Veränderung in dieser Stadt angetreten. Die Remscheider haben in der gestrigen Wahl sehr deutlich dokumentiert, dass eine Veränderung nicht gewünscht ist. Das werde ich akzeptieren. Die Kremenholler haben außerdem entschieden, dass ich nicht über ein Direktmandat in den Stadtrat einziehen werde. Auch das ist eine demokratische Entscheidung, die ich zu akzeptieren habe. Der CDU stehen 17 Ratsmandate zu. Durch meinen Verzicht wird der nächste Kandidat von der Reserveliste nachrücken, sodass die CDU dem Wählerwillen entsprechend mit 17 Ratsmitgliedern vertreten sein wird.

Ich werde ausdrücklich nicht die alleinige Verantwortung für das gestrige Wahlergebnis übernehmen. Ich habe nicht alleine in den vergangenen Monaten die CDU nach außen repräsentiert. Wir sind als Team angetreten und haben als Team dieses Wahlergebnis zu verantworten. Da ich an vielen Stellen in der Partei ein Mitglied im Team bin, werde ich mich nicht aus der Verantwortung ziehen und meinen Pflichten bis zum Ende der jeweiligen Wahlperioden der einzelnen Parteiämter nachkommen. Ich werde allerdings für kein Amt der nächsten Vorstandsperiode mehr zur Verfügung stehen. Das gilt für alle Positionen in der CDU und in ihren Vereinigungen. Dieser Schritt fällt mir nicht leicht, da ich die Parteiarbeit auf allen Ebenen immer sehr gerne und mit großem Engagement gemacht habe. Über viele Jahre ist mir dafür insbesondere in den Vereinigungen eine große Wertschätzung entgegengebracht worden, die sich in immer sehr guten Wahlergebnissen und zum Schluss in meiner Kandidatur für das Oberbürgermeisteramt niedergeschlagen hat. Die CDU Remscheid braucht ebenso dringend eine Veränderung, wie ich sie mir für unsere Stadt gewünscht habe. Ich wünsche mir für meine Partei, dass dies gelingt und werde mich, so lange ich im Amt bin, für diese Erneuerung einsetzen.

Ich habe diesen Schritt bereits im Vorfeld meiner Kandidatur gut überlegt, da ich sehr genau wusste was auf mich zukommen könnte – sowohl extern als auch intern. Ausschlaggebend für meine Entscheidung ist nicht das Wahlergebnis. Wer in der Politik nicht verlieren kann, hat dort nichts zu suchen. Demokratische Entscheidungen sind ohne Ausnahme zu akzeptieren. Ausschlaggebend für diese Entscheidung sind für mich zum einen die Zusammensetzung der künftigen Fraktion und zum anderen der Verlauf des gestrigen Abends.

Ich werde mich nun auf die Beendigung meines Studiums konzentrieren und meinen eigenen Weg gehen. Der Wahlkampf hat mir sehr viel Freude bereitet, mich als Persönlichkeit noch einmal gestärkt und mir deutlich gezeigt, welche Prioritäten ich in meinem Leben zukünftig setzen möchte. Wer mir in den letzten Wochen gut zugehört hat, weiß, dass ich dafür stehe, Entscheidungen zu treffen und diese in die Tat umzusetzen. Genau das werde ich nun tun.

Alexa Bell
Remscheid, den 14.09.2020″