Daniel Pilz. Foto: Thomas E. Wunsch
Daniel Pilz. Foto: Thomas E. Wunsch

Remscheider Jusos wählten neuen Vorstand: Daniel Pilz löst Burhan Türken ab, Rekordbeteiligung bei Wahlen

Das hatte es schon lange nicht mehr gegeben: 22 stimmberechtigte Mitglieder der Jugendorganisation der Remscheider SPD fanden am Samstagnachmittag den Weg ins Soziokulturelle Zentrum „Die Welle“ am Rande der Lenneper Altstadt, um einen neuen Vorstand zu wählen.

Zum neuen Vorsitzenden wurde der 19-jährige Student Daniel Pilz gewählt. Daniel Pilz kam über die „Fridays for Future“ – Bewegung in die Politik, kandidierte im Herbst vergangenen Jahres als jüngstes Mitglied auf der Liste der Remscheider SPD zur Kommunalwahl. Er folgt auf Burhan Türken, der nach zwei Jahren an der Spitze des SPD-Nachwuchses auf eine erneute Kandidatur verzichtet hatte.

„Eine Partei ohne Jugend ist eine Partei ohne Zukunft!“, so Burhan Türken. „Es war keine einfache Aufgabe junge Menschen für sozialdemokratische Politik zu begeistern. Doch mit Hartnäckigkeit und kreativen Ansätzen haben wir das Fundament für die jugendpolitische Arbeit bei den Jusos Remscheid festigen können. Wir befinden uns in der heißen Phase des Wahlkampfs. Wir haben junge und engagierte Köpfe, die für die Inhalte der SPD brennen und diese aktiv sichtbar machen wollen.“

Der ehemalige Juso-Vorsitzende begleitet den neuen Vorstand als Beisitzer und möchte als Mentor den neuen Vorstand unterstützen. Er wird weiterhin die Themen wie E-Sport in der Remscheider Jugendszene bestärken.

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Brücke zwischen Jugend und Politik

Daniel Pilz machte in seiner Vorstellungsrede deutlich, dass er ein sichtbares Signal des Aufbruchs in die junge Generation unserer Stadt setzen möchte: „Die jungen Menschen haben viele frische Ideen und Wünsche, das weiß ich aus meiner Zeit im Jugendrat und als Schülersprecher des Röntgen-Gymnasiums. Oft fehlt Ihnen aber der direkte Ansprechpartner auf Augenhöhe. Deshalb müssen wir Jusos wieder die Brücke sein zwischen den jungen Menschen und der Politik.“

Gemeinsam mit den Gewerkschaften wolle man sich mit den drei großen Zukunftsfragen für Remscheid beschäftigen: „Erstens: Wie sieht die gute Arbeit der Zukunft aus? Zweitens: Wie und in welchen Bereichen genau machen wir Remscheid zukunftsfähig? Und drittens: Was brauchen junge Menschen neben einem guten Job, um hier zu bleiben und sich eine Existenz aufzubauen?“

Pilz machte in seiner Vorstellungsrede deutlich, dass er für den Klimaschutz brenne, dieser aber nicht isoliert von sozialen Fragen betrachtet werden darf: „Klimaschutz ist eines meiner Herzensthemen. Bei den anstehenden Klimaschutzmaßnahmen darf keiner zurückgelassen und niemand vergessen werden. Wir Jusos haben dafür zu sorgen, dass man jungen Menschen in Arbeit oder in der Ausbildung, die sich gerade eine Existenz aufbauen, abgefedert werden. Man darf Ihnen nicht den Boden unter den Füßen wegziehen!“

Als weiteren Schwerpunkte nannte Pilz das Thema Kampf gegen Rechtsextremismus. „Unsere Aufgabe in Remscheid muss es sein, die Menschen in Remscheid immer wieder daran zu erinnern, was 120 Nationen gemeinsam leisten können und schon geleistet haben. Wir geben Rassismus, Hass und Hetze keinen Platz in unserer Stadt.“

Die Jusos machten deutlich, dass sie künftig in der Remscheider Stadtgesellschaft eine größere Rolle spielen und mit zahlreichen Akteuren vernetzen wollen. So wurden u.a. Mitglieder des Remscheider Jugendrates sowie der Kreisvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Peter Lange, zur Jahreshauptversammlung der Jusos eingeladen.

Dass man von den Jusos noch einiges hören werde, machte Daniel Pilz am Ende seiner Vorstellungsrede deutlich: „Wir wollen uns daran messen lassen, dass wir unseren Worten auch Taten folgen lassen – und wollen in einem Jahr auf vielen Feldern einen Schritt weiter sein!“

Der neue Vorstand: Insgesamt sieben Personen bilden den neuen Vorstand: Neben Daniel Pilz wurden Rosana Düring (19 Jahre alt, Studentin) und Tobias Niebergall (24 Jahre alt, Student) zu stv. Vorsitzenden gewählt. Zu Beisitzer*innen wurden gewählt: Burhan Türken (29, Mitarbeiter bei der Stadtverwaltung Solingen), Benedikt Matthes (16 Jahre alt, Schüler), Phillip Schulze (15 Jahre alt, Schüler) und Turgut Sahin (19 Jahre, Student).