"Kaffee?" - "Immer." Die bürokratischen Engel Hieronymus (Steph Hoffmann) und Philippus (Livia Strauch). Foto: Peter Klohs

Aktualisierung: Es wird am Samstag, 25. Januar 2020 ab 15.30 Uhr, auch eine Abendkasse geben. Tickets kosten 10 Euro.

Die neue Theatergruppe von Christian Wüster, das WÜSTheatER, feiert mit Wüsters neuem Stück „Renaissance und Anachronismus“ in der Aula des Leibniz-Gymnasiums in Remscheid-Lüttringhausen Premiere.

Christian Wüster ist der 1. Vorsitzende der Lüttringhauser Volksbühne und Autor zahlreicher Stücke, die dort aufgeführt werden. Darüberhinaus schreibt der Autor auch noch andere Theaterstücke, die mit der Volksbühne nichts gemein haben. Für sein neuestes Stück, ein Drama mit dem etwas sperrigen Titel „Renaissance und Anachronismus“ hat er eine neue Theatergruppe ins Leben gerufen: WÜSTheatER, ein Ensemble, das aus acht Amateurschauspielerinnen und -schauspielern nebst zwei Technikern besteht. Die Premierenaufführung wird am Morgen des 24. Januar für Schülerinnen und Schüler des Leibniz-Gymnasiums im Rahmen einer geschlossenen Veranstaltung stattfinden. Die Öffentlichkeit hat dann einen Tag später, am Samstag, dem 25. Januar um 16 Uhr Gelegenheit, sich das Theaterstück in der Aula des Leibniz-Gymnasiums anzusehen.

Kooperation mit dem Leibniz-Gymnasium

Die ersten Proben vor Ort und in den Kulissen, die von der Kunst-AG des Leibniz-Gymnasiums unter der Leitung von Alla Grabinski entworfen und gebaut wurden, fand am 13. Januar statt.

Auf der Bühne suchen die Schauspielerinnen ihren Platz, der Autor, der gleichzeitig der Regisseur des Stückes ist, spricht mit Medienvertretern, andere Mitglieder des Ensembles sitzen im Zuschauersaal und lernen noch Text, die Techniker stehen parat und beratschlagen, was in welcher Szene zu tun ist, Die Schauspielerinnen und Schauspieler – allesamt Amateure – haben mit den Proben begonnen. Christian Wüster folgt dem Geschehen auf der Bühne hoch aufmerksam, verbessert hier eine Aussprache, verändert dort den Standort eines Schauspielers, kritisiert, lobt, denkt laut. „Nutzt die Bühne“, ruft er, „die Bühne ist groß! Geht hier- und dorthin. Bewegt euch.“ Die Menschen auf der Bühne folgen den Worten, noch zögerlich, aber das wird noch werden. Einer der im Stück handelnden Engel begehrt gegen etwas auf, und Wüster ruft ein begeistertes: „Jawohl! Das richtige Maß an Pampigkeit!“ in den Raum. Alle agieren noch mit Textheften in den Händen, was der Probe etwas selten Kantiges verleiht, nicht uninteressant, aber natürlich nicht im Fluß.

Das Stück „Renaissance und Anachronismus“ spielt im Himmel. Oder im Jenseits. Die beiden Engel Hieronymus und Phillippus (Steph Hoffmann und Livia Strauch) haben eine verantwortungsvolle Aufgabe, denn sie verwalten die Gestorbenen. Gerade klopft wieder ein neuer Sterbefall an das Himmelstor. „Ich bin tot“, sagt dieser. „Ach was!“ kontert ein Engel. „Aber keine Sorge: Jeder Neuzugang wird propper eingewiesen.“ Plötzlich erhöht sich das Arbeitsaufkommen der Engel enorm, so dass die Beiden das Arbeitspensum nicht mehr ordnungsgemäß erledigen können. Sie beschließen zu streiken.

Plötzlicher Richtungswechsel

Und hier verlässt das Stück die eher heitere Stimmung und gerät ohne Grenze hinein ins Drama. Dürfen Engel überhaupt streiken? Und wenn ja, welche Auswirkungen hat dies auf die Menschheit?

In der Folge kommt es zu moralischen und gesellschaftskritischen Äußerungen, die allesamt sehr ernst und nachdrücklich über die Bühne kommen. Mancher Monolog hinterlässt eine dunkle Stelle im Bauch, mancher Denkanstoß lässt das Atmen in die Nähe der Schnappatmung mutieren, manche Äußerungen machen sprachlos.

Eintrittskarten sichern

Mehr soll an dieser Stelle auch gar nicht verraten werden. Besuchen Sie eine der (bisher geplanten) wenigen Aufführungen des Stückes. Sie haben dazu am 25. Januar 2020 Gelegenheit (Karten online bestellen). Die nächste Gelegenheit ergibt sich am Sonntag, den 15. März (Karten online bestellen). „Renaissance und Anachronismus“ wird dann auf Einladung der Aktion Muteinander im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus im Lüttringhauser CVJM-Saal aufgeführt.

Karten im Vorverkauf gibt es online auf www.wüstheater.de, in Isa’s Dorf-Shop (Richthofenstraße 22) und beim Lüttringhauser Anzeiger (Gertenbachstraße 20). Restkarten werden jeweils an der Abendkasse verkauft.

Das letzte Wort hat Christian Wüster. „Nächste Woche ist Probe“, sagt er zu den Schauspielern, „und dann OHNE Textheft.“