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Daniel Pilz, Rede zum 1. Mai 2022 in Remscheid

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Daniel Pilz, Vertreter der Jugend im DGB-Vorstand/ 1. Mai 2022 – DGB Remscheid „GeMAInsam Zukunft gestalten“

Gemeinsam Zukunft gestalten

Mein Name ist Daniel Pilz und ich darf seit Ende letzten Jahres als Vertreter für die Jugend im DGB-Vorstand in Remscheid aktiv sein. Ich bin froh und dankbar, dass wir uns als Team im Vorstand das Thema Nachwuchs, das Gewinnen junger Menschen ganz groß auf die Fahne geschrieben haben.

Gewerkschaften bilden nach wie vor eine der wichtigsten sozialen Säulen unserer Gesellschaft, indem sie Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zur Seite stehen und über die Gemeinschaft faire Löhne und gute Arbeitsbedingungen gestalten.

Eins muss uns allen klar sein: Eine gute soziale Zukunft entsteht nicht einfach so, Fortschritt muss man sich erkämpfen und eine gute Zukunft muss man sich erstreiten. Gewerkschaften sind also keine verstaubten Zusammenschlüsse von gestern, die in die Mottenkiste der Geschichte gehören, wie man uns oft erzählen möchte.

Im Gegenteil, sie gestalten die soziale und solidarische Welt von morgen und wir alle können eben diese Zukunft mitgestalten und aktiv Teil davon sein. Genau das wollen wir jetzt den jungen Menschen in unserer Stadt näher bringen.

Wie wollen wir das also angehen? Wie kann man es überhaupt schaffen, die junge Generation mit einzubeziehen? Diese und noch viele weitere Fragen haben wir uns im Stadtverband gestellt und ein Konzept entwickelt, das genau da ansetzt, wo der Grundstein für eine solide Berufswahl bereits gesetzt wird. In den Schulen!

Insbesondere die Oberstufen wollen wir da in den Blick nehmen. Das 10. Schuljahr, da wo sich entscheidet, mache ich eine Ausbildung oder mache ich Abitur? Wir wollen unser breites Netzwerk nutzen und den Schulen anbieten vorbeizukommen und mit Schülerinnen und Schülern über Gewerkschaften zu sprechen.

 Das bereits in den Schulen zu tun halten wir für wichtig und richtig, denn das Thema Gewerkschaften, Betriebsverfassungsgesetz oder die Geschichte der Arbeiterbewegung kommen in den Schulen so gut wie nicht mehr vor. Zum Beispiel auch ich ganz persönlich habe in meiner gesamten Schullaufbahn, egal ob das Fach jetzt Politik oder Sozialwissenschaften hieß, nie überdie Entstehung und Funktionen von Gewerkschaften gesprochen. Im Austausch mit vielen Schülerinnen und Schüler von unterschiedlichsten Schulen wurde mir das auch bestätigt, sogar von Schülerinnen und Schülern von den Berufsschulen in unserer Stadt.

Es ist Zeit diese Lücke zu füllen. Wir wollen  den Schulen ab dem nächsten Schuljahr 2022/23 das Angebot unterbreiten, dass wir dort in ca.  90 Minuten etwas über Gewerkschaften, deren Geschichte, das Betriebsverfassungsgesetz, Betriebsräte, Tarifverträge, Jugendvertretungen und die damit verbunden Rechte der Beschäftigten erzählen.

Deshalb haben wir es uns jetzt zur Aufgabe gemacht ab sofort zur Verfügung zu stehen, in die Schulen zu gehen und aufzuklären, um damit mehr junge Menschen in Remscheid für gemeinschaftliche Gewerkschaftsarbeit zu begeistern.

Mit Blick auf unser Schulprojekt bleibt zu sagen, dass ich mir sehr wünsche, dass wir zumindest in Remscheid dafür sorgen können, dass auch für meine Generation wieder gewisse Grundsätze gelten.

Jede Arbeitsleistung muss sich lohnen, jeder Beruf verdient Respekt.

 Erst dann, wenn der Gedanke der Solidarität und des Respekts wieder flächendeckend bei allen Menschen in unserer Gesellschaft  angekommen ist, dürfen wir zufrieden sein!

 Respekt ist dabei ein klasse Stichwort, wenn ich das höre denke ich immer an die Gegenüberstellung vom Studium auf der einen  und Ausbildung auf der anderen Seite. Ausbildung an sich und auch die Azubis selbst gehen gesellschaftlich oft unter. Verbesserungen kommen politisch gar nicht vor und deshalb fordere ich von der Politik, dass endlich dafür gesorgt wird, dass Studium und Ausbildung endlich gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Das fängt tief in der Gesellschaft an, mit Respekt und Wertschätzung gegenüber jeder Arbeitsleistung und geht dann über ganz praktische Dinge wie vergünstigten Zugang zu ÖPNV Tickets, mehr Azubi-Wohnheime , eine Ausbildungsgarantie, oder einem kostenfreien Meister.

Alles Vorteile, die bei Studierenden schon längst erreicht wurden. Wir müssen damit beginnen umzudenken und die Ausbildung zu stärken, indem wir sie in den Mittelpunkt politischer und gesellschaftlicher Debatten schieben, dann kommt auch die dringend notwendige Wertschätzung von ganz alleine.

Mit unserer geplanten Unterrichtseinheit über die Welt der betrieblichen Mitbestimmung, der Tarifverträge usw. hoffen wir eben auch mehr junge Menschen für Ausbildungsberufe gewinnen zu können, und somit auch dem unter anderem von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel, entgegenwirken zu können. Und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung unseres Wirtschaftsstandortes zu leisten.

Uns ist klar, dass unsere Schulinitiative  nur ein erster Schritt sein kann, um jungen Menschen klar zu machen, wie wichtig Gewerkschaftsarbeit jetzt und in den kommenden Jahren sein wird. Wie wichtig Respekt und Solidarität in unserer heutigen Gesellschaft sind und das Zukunft nur mit starken Gewerkschaften zu machen ist. Trotzdem stellen wir uns jetzt dieser Herausforderung und starten gemeinsam in dieses neue Projekt. Es ist Zeit zu zeigen, dass wir gemeinsam zusammenstehen für eine bessere Zukunft, für bessere Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne. Und genau deshalb freut es mich sehr, dass wir hier nach 2 Jahren Coronapause wieder zusammenkommen und ein gemeinsames lautes Signal in die Stadtgesellschaft hinein senden. Ich freue mich auf den Tag. Glück auf Remscheid!

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