Dr. Andreas Wallbrecht in
Dr. Andreas Wallbrecht in "seinem" Werkzeugmuseum in Remscheid-Hasten. Foto: Peter Klohs

Viele Museen in Remscheid und dem gesamten Bergischen Land planen eine Erweiterung ihres Programms.

Die Museen im Bergischen Land haben seit dem 19. Mai 2020 wieder geöffnet. In enger Zusammenarbeit mit dem Remscheider Gesundheitsamt haben die Verantwortlichen der Museen Maßnahmen umgesetzt, die unter den aktuellen Corona-Vorschriften einen Museumsbesuch so angenehm und sicher wie möglich machen.

Ein Beitrag zur kulturellen Grundversorgung

Dr. Uwe Busch, Direktor des Deutschen Röntgen-Museums in Lennep ist froh, dass sein Team einen kleinen Beitrag zur kulturellen Grundversorgung leisten kann. „Damit kehrt ein Stück weit Normalität wieder zurück in unser Leben“, sagt Dr. Busch. Nicht alle Exponate kann man zur Zeit nutzen, manche sind abgesperrt, aber ein „normaler“ Museumsrundgang ist ohne Einschränkungen möglich.

Im Lenneper Röntgenmuseum: Mitarbeiterin Barbara Hahmann, Direktor Dr. Uwe Busch, Mitarbeiterin Kerstin Zaremba (v.l.). Foto: Peter Klohs
Im Lenneper Röntgenmuseum: Mitarbeiterin Barbara Hahmann, Direktor Dr. Uwe Busch, Mitarbeiterin Kerstin Zaremba (v.l.). Foto: Peter Klohs

Die coronabedingte Schließung des Museums hat das Team effektiv genutzt und Arbeiten erledigt, die ansonsten im Mueseumsalltag nicht oder nur schwer erledigt werden können. „Wir haben angefangen, den umfangreichen Nachlass von Wilhelm Conrad Röntgen zu katalogisieren“, erklärt der Direktor. „Wir haben hier rund 2.500 Dokumente vorliegen: Briefe, Abhandlungen, wissenschaftliche Gedanken, alle vorstellbare Arten der Korrespondenz.“ Das Team des Röntgen-Museums hat auch eine Ausweitung des Programms geplant.

„Wir werden natürlich die ausgefallenen Feierlichkeiten im Frühling nachholen“, verspricht Dr. Busch und nennt als Datum dafür den November 2020, in dem auch 125 Jahre Röntgenstrahlen gefeiert werden soll. „Wir werden das Geburtshaus Röntgens für die Öffentlichkeit öffnen. Wir planen ein Jugendtheaterstück, so etwas wie: Herr Röntgen entdeckt die Strahlen. Wir werden mit unserem Röntgenmobil unterwegs sein und die Remscheider Schulen besuchen. So werden Jugendliche für die Wissenschaften interessiert. Wir haben zwei multimediale Erlebnistouren durch das Museum entwickelt, die man auf seinem eigenen Smartphone oder Tablet erleben kann. In einer neuen Augmented Reality App kann man Herrn Röntgen persönlich erleben, dank der Unterstützung des Remscheider Unternehmens Klostermann Messtechnik und des Solinger Unternehmens Excit3D. Wir planen einen Röntgen-Reiseführer. Das Röntgenmuseum wird, so alles gut geht, ein kleines bergisches Dorf.“ Dr. Busch ist guter Dinge.

Weniger Stress im Werkzeugmuseum

Auch Dr. Andreas Wallbrecht, Direktor des Deutschen Werkzeugmuseums am Hasten, ist bester Dinge. „Wir hatten vergleichbar wenig Stress, die Auflagen des Gesundheits- und Ordnungsamtes einzuhalten“, freut sich Dr. Wallbrecht. In „seinem“ Museum ist fast alles ohne Einschränkungen zu erleben. Nur sehr wenige Stücke dürfen nicht benutzt werden. „Wir könnten auch jetzt schon Führungen veranstalten“, ist sich der Museumsdirektor sicher und weiß natürlich, dass er das noch nicht darf. „Wir haben große Flächen im Museum“, weiß Dr. Wallbrecht, „da kann man schon sehr gut den gebotenen Abstand einhalten.“ In der Mannesmann-Abteilung des Museums finden sich bald zwei Info-Terminals, die mit der Touchscreen-Technik arbeiten und dazu keinen Computer benötigen. „Die Geräte bauen wir hier selbst“, kündigt der Direktor an. Der Prototyp dieser Geräte soll Ende Juni / Anfang Juli vorgestellt werden.

Im Werkzeugmuseum am Hasten: Dr. Andreas Wallbrecht, Direktor des Werkzeugmuseums, an einer Flott-Bohrmaschine. Foto: Peter Klohs
Im Werkzeugmuseum am Hasten: Dr. Andreas Wallbrecht, Direktor des Werkzeugmuseums, an einer Flott-Bohrmaschine. Foto: Peter Klohs

Die Planung ist auch für das Werkzeugmuseum nicht einfach. Aber einige Veranstaltungen werden schon bald stattfinden. „Ich freue mich auf den Spaziergang über den Hasten“, sagt Wallbrecht, „der am 28. Mai stattfinden wird. Zwar nur mit zehn Teilnehmern, aber das ist zweitrangig. Eine Weinverkostung ist angeschlossen.“ Ebenso trifft sich am 3. Juni das „Alte Eisen“ im Werkzeugmuseum, eine Seniorengruppe aus 20 älteren Menschen, die dann ein Vortrag von Markus Heip erwartet. Für die Sommerferien sind fünf, vielleicht auch sechs Workshops für Kinder und Jugendliche geplant. „Da kann man zum Beispiel ein Insektenhotel bauen“, erklärt Dr. Wallbrecht. „Oder wie man sein Fahrrad repariert.“
Die aktuelle Ausstellung über die Maschinen des Remscheider Unternehmens Flott ist bis Ende Oktober verlängert worden, teils wegen des großen Interesses, teils wegen der Schließung des Museums vor zweieinhalb Monaten. Eine weitere Sonderausstellung zum Thema „Mobilität“ ist in Arbeit.

Gute Aussichten für Menschen, die einen Museumsbesuch planen.

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