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Bergische IHK warnt vor Branchen-Lockdown

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Im heutigen „Corona-Gipfel“ zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder werden drastische Verschärfungen der Corona-Maßnahmen erwartet. Wie aus einer Beschlussvorlage hervorgeht, steht – zunächst befristet für den Monat November – eine komplette Schließung von Gastronomiebetrieben (ausgenommen Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen) und Freizeitstätten (wie etwa Theatern, Kinos, Freizeitparks und Sportanlagen) im Raum.

IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge warnt entschieden vor diesen Regelungen: „Eine komplette Schließung im Gastronomie- und Freizeitsektor kommt einem selektiven Lockdown für diese Branchen gleich und ist aus unserer Sicht unverhältnismäßig. Gleiches gilt für das Verbot privater Übernachtungen in Hotels. Erfreulich ist, dass Schulen und Kindertagesstätten laut der Beschlussvorlage zumindest weiterhin geöffnet bleiben sollen.“

„Schließung von Gastronomiebetrieben und Freizeitstätten ist unverhältnismäßig.“

Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer Bergische IHK

Damit stimmt die Bergische IHK in die Kritik von IHK NRW ein: „Seit Monaten kämpfen die Betriebe, um sich von den Auswirkungen des ersten Lockdowns zu erholen. Die Wirtschaft in Nordrhein-Westfalen darf nicht erneut zum Stillstand kommen. Die Reserven sind aufgebraucht“, mahnt Guido Zakrzewski, Fachpolitischer Sprecher Tourismus der IHK NRW. Bei aller Sorge aufgrund des zunehmenden Infektionsgeschehens sollte weiter an den Ursachen angesetzt werden. Denn es hat sich gezeigt, dass nicht einzelne Branchen wie die Hotellerie oder Gastronomie als Verursacher ausgemacht werden können. Die Wirtschaft habe flächendeckend sehr verantwortungsvoll reagiert. „Nicht nur hat das Gastgewerbe Erfahrungen im Umgang mit dem Infektionsschutz sammeln können“, betont Michael Wenge, „sondern auch in Außengastronomie und weitere Schutzmaßnahmen investiert.“

„Statt das Fehlverhalten Einzelner auf eine gesamte Branche abzuwälzen, müssen gezielte Maßnahmen getroffen werden“, so Wenge weiter. „Es drohen sonst zahlreiche Insolvenzen.“

Nun sollte anstelle pauschaler Einschränkungen weiter auf an die Gefährdungslage angepasste Vorgaben gesetzt werden. Wenge hofft, dass angesichts der geringen Infektionszahlen aus den Bereichen Hotel und Gastronomie der Gesetzgeber notfalls Hilfestellung leistet und eine weitere Öffnung ermöglicht.

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