Friedrich Merz auf dem 28. Politischen Aschermittwoch der CDU Thüringen am 26. Februar 2020 in Apolda. Foto: Olaf Kosinsky (kosinsky.eu) Licence: CC BY-SA 3.0-de - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/
Friedrich Merz auf dem 28. Politischen Aschermittwoch der CDU Thüringen am 26. Februar 2020 in Apolda. Foto: Olaf Kosinsky (kosinsky.eu) Licence: CC BY-SA 3.0-de - https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

Kommentar von Michael Klein zur Lage der Union vor der Wahl.

Wenn kein Wunder geschieht, dann wird die Union am kommenden Sonntag ein Wahldesaster erleben. Die Union! CDU und CSU, für die zu regieren, blickt man auf die Geschichte der Bundesrepublik zurück, normalerweise keine Option, sondern alternativlos ist. Wie konnte es so weit kommen? Leicht hat man alles auf Laschet geschoben – und klar: Er hat wirklich keinen guten Lauf. Was dabei oft übersehen wird: Wählerinnen und Wähler schauen viel weiter.

Was bekommen sie noch, wenn sie die Partei des Spitzenkandidaten wählen? Mit Laschet bekämen sie vor allem Merz, Merkels einstigen Widersacher. Der steht gerade nicht für eine Union der Mitte, für die Merkel stand, was der Union eine 16-jährige Regierungszeit beschert hat. Merz kritisiert unverhohlen vor einem Millionenpublikum Merkels Atomausstieg und redet damit einer brandgefährlichen Dinosaurier-Technologie das Wort, deren Hinterlassenschaften wir vielen Generationen nach uns vor die Füße kippen. Nur ein Beispiel.

Laschet wiederum findet keine klaren Worte zum Rechtsausleger Maaßen, auch das ein Signal. Andere stellen Merkels Flüchtlingspolitik in Frage, mit der Deutschland sein Ansehen in der Welt wie selten zuvor gestärkt hat – Friedenssicherung für die Zukunft. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Union ihre eigene Mitte verloren hat und damit die Wähler der Mitte. Ohne sie sind in Deutschland aber keine Wahlen zu gewinnen.

Bei Scholz wissen die Wähler auch nicht, was sie noch alles bekommen. Kippt das Ehegattensplitting, das einem Ehepartner die Freiheit gibt, keine Berufskarriere machen zu müssen? Nur ein Beispiel. Aber: Scholz hat gekonnt die Mitte besetzt. Die Strategie könnte aufgehen.

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Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de