Geimpft oder nicht – darüber wird inzwischen auch angesichts der rasch steigenden Zahl der Neuinfektionen immer heftiger gestritten. Copyright: ZDF/Nikolai Schmidt
Geimpft oder nicht – darüber wird inzwischen auch angesichts der rasch steigenden Zahl der Neuinfektionen immer heftiger gestritten. Copyright: ZDF/Nikolai Schmidt

Geimpft oder nicht – darüber wird inzwischen, auch angesichts der rasch steigenden Zahl der Neuinfektionen, immer heftiger gestritten. Die Impf-Frage wird zur Glaubensfrage – auch in der Mitte der Gesellschaft: Was ist richtig, was ist falsch und was ist gerecht? „ZDFzoom“ trifft Menschen auf beiden Seiten der Impfdebatte und berichtet am Mittwoch, 17. November 2021, 23.00 Uhr im ZDF, über „Geimpft oder nicht? Kleine Frage, große Sprengkraft“. Der Film von Sibylle Bassler und Patricia Schäfer steht am Sendetag in der ZDFmediathek zur Verfügung.

„Freiheit hat auch ihre Grenzen, denn an dieser Grenze fängt Solidarität an.“

Dr. Christian Gottschalk, Kinderarzt in Görlitz

Die „ZDFzoom“-Autorinnen Sibylle Bassler und Patricia Schäfer beginnen ihre Spurensuche in Rosenheim. Dort wird auf der Intensivstation um das Leben vieler Ungeimpfter gekämpft. Eine Covid-Patientin, die nur mit größtem Einsatz der Pflegekräfte gerettet werden konnte, erklärt, sie würde sich auch nach dieser Erfahrung nicht impfen lassen. In Rosenheim gibt es besonders viele Ungeimpfte. Unternehmer Frank Bauer etwa hat während der Corona-Krise sein Vertrauen in die Politik verloren und fühlt sich ungerecht behandelt: „Die Geimpften gelten als die Guten – dabei können auch die das Virus verbreiten und sich anstecken. Und wir Ungeimpften werden als ‚die Bösen‘ hingestellt, werden ausgegrenzt. Da mache ich nicht mit!“

Sachsen ist das Bundesland mit der niedrigsten Impfquote. In Görlitz dominieren die Ungeimpften das Meinungsklima. Dort wurden Ärzte bei Impfaktionen beschimpft und bedroht – so erging es etwa dem Görlitzer Kinderarzt Dr. Christian Gottschalk, der sagt: „Die Menschen verwechseln Freiheit oft mit Grenzenlosigkeit und Zügellosigkeit. Aber Freiheit hat auch ihre Grenzen, denn an dieser Grenze fängt Solidarität an.“ Ganz anders die Situation in Bremen. Dort sind 81 Prozent der Menschen geimpft, die höchste Quote bundesweit. Der Stadtstaat setzt auf Kommunikation statt Konfrontation und konnte so viele Menschen zur Impfung bewegen. Wie fühlt sich ein Impfskeptiker in diesem „Musterland des Impfens“? Elektrotechniker Andreas Löffl sieht sich nur noch als Ärgernis wahrgenommen und sagt: „Dass führende Politiker mit dieser ‚Pandemie der Ungeimpften‘ und speziell der jüngeren Ungeimpften hausieren gehen, ist in meinen Augen Panikmache.“ Eine Reise durch ein Land, in dem sich Gräben auftun entlang der Frage: geimpft oder nicht?

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