11.02.2021: Corona im Ennepe-Ruhr-Kreis

Im Ennepe-Ruhr-Kreis gibt es 8.307 bestätigte Corona-Fälle (Stand Mittwoch, 10. Februar), von diesen sind aktuell 620 infiziert, 7.425 gelten als genesen. Die Zahl der Infektionen ist innerhalb der letzten 24 Stunden um 50 gestiegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen 7 Tagen pro 100.000 Einwohner, liegt im Kreisgebiet bei 81,14 (Vortag 94,10).

53 Patienten stationär

In den Krankenhäusern im Kreisgebiet sind derzeit 53 Patienten mit einer Corona-Infektion in stationärer Behandlung. 7 von ihnen werden intensivmedizinisch betreut, 4 beatmet.

Die aktuell 620 Erkrankten wohnen in Breckerfeld (70), Ennepetal (55), Gevelsberg (48), Hattingen (84), Herdecke (35), Schwelm (34), Sprockhövel (15), Wetter (69) und Witten (210).

Die Gesundeten kommen aus Breckerfeld (165), Ennepetal (637), Gevelsberg (794), Hattingen (1.402), Herdecke (545), Schwelm (668), Sprockhövel (522), Wetter (463) und Witten (2.229).

1.097 Kreisbewohner in Quarantäne

Für die positiven Fälle sowie für Ansteckungsverdächtige ist häusliche Quarantäne angeordnet. Insgesamt gilt diese Vorgabe für 1.097 (Vortag 1.015) Personen im Kreis.

262 Menschen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis sind seit Pandemiebeginn mit oder an einer Corona-Infektion verstorben. Die Todesfälle verteilen sich wie folgt auf die kreisangehörigen Städte: Breckerfeld (7), Ennepetal (11), Gevelsberg (20), Hattingen (60), Herdecke (34), Schwelm (21), Sprockhövel (15), Wetter (6) und Witten (88).

Neuinfektionen im Frauenheim Wengern

Im Frauenheim Wengern in Wetter, in dem die britische Virusmutation (B1.1.7) nahezu sicher nachgewiesen wurde, haben sich weitere Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. Abstriche bei allen Beschäftigten und Bewohnerinnen am Montag haben 19 Neuinfektionen ergeben. Insgesamt haben sich damit bislang 54 Menschen in der Einrichtung infiziert.

Jeweils 5 positive Proben aus den Ausbruchsgeschehen im Frauenheim Wengern und im Philipp-Nicolai-Haus in Breckerfeld hatte das Gesundheitsamt in der vergangenen Woche auf mutierte Formen des Virus testen lassen. Bei allen zeigte sich die britische Mutation. Das Ergebnis einer sequenziellen Untersuchung, die den endgültigen Beweis bringen soll, steht allerdings noch aus.

Stichwort Einrichtungen mit positiven Fällen oder Verdachtsfällen

Pflege- und Seniorenheime

  • Herdecke: Seniorenhaus Ruhraue
  • Schwelm: ESV Feierabendhaus Schwelm
  • Witten: AWO-Seniorenzentrum Witten-Annen, Seniorenhaus Witten-Stockum, Boecker-Stiftung – Haus am Voß’schen Garten, Haus Buschey

Krankenhäuser

  • Hattingen: Evangelisches Krankenhaus
  • Herdecke: Gemeinschaftskrankenhaus
  • Witten: Evangelisches Krankenhaus

Kindertageseinrichtungen

  • Breckerfeld: Kindergarten St. Jacobus
  • Ennepetal: Städt. Kindergarten Fliednerhaus, Ev. Stiftung Loher Nocken
  • Gevelsberg: AWO Kita Körnerstraße
  • Witten: AWO Kita Crengeldanz, Rudolf-Steiner-Kindergarten Annen

Sonstige Einrichtungen

  • Breckerfeld: Philipp-Nicolai-Haus
  • Gevelsberg: AWO Wohnhaus Silschede
  • Wetter: Frauenheim Wengern, Marianne-Behrs-Haus

Quelle: Ennepe-Ruhr-Kreis – Stand: 10.02.2021

Robert Koch Institut für Ennepe-Ruhr-Kreis heute

Es gibt insgesamt 8.390 positiv getestete Menschen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 73,1. 258 Menschen sind leider verstorben.

Fälle letzte 7 Tage237
Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW73,1
Fälle gesamt8.390
Fälle gesamt/100.000 EW2.588,7
Todesfälle gesamt258
Einwohnerzahl324.106
BundeslandNordrhein-Westfalen

11.02.2021: Corona im Rheinisch-Bergischen Kreis

23 weitere bestätigte Corona-Fälle im Rheinisch-Bergischen Kreis

Im Rheinisch-Bergischen Kreis sind 23 weitere bestätigte Corona-Fälle bekannt geworden: 7 in Bergisch Gladbach, 5 in Burscheid, 3 in Leichlingen, 3 in Overath, 1 in Rösrath und 4 in Wermelskirchen. Es gelten 43 weitere Personen als genesen. 403 Personen sind aktuell infiziert. Es befinden sich 1.100 Personen in Quarantäne, das sind 52 weniger als am Vortag.

63 Personen, die an Covid-19 erkrankt sind, befinden sich aktuell in Krankenhäusern im Kreisgebiet in stationärer Behandlung, davon (6) in intensivmedizinischer Betreuung und davon (6) an Beatmungsplätzen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut Landeszentrum für Gesundheit NRW (LZG) nun bei 71,0.

Aktuelle Zahlen

Insgesamt gibt es nun 6.960 bestätigte Corona-Fälle im Rheinisch-Bergischen Kreis. Diese verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Bergisch Gladbach (2.763), Burscheid (519), Kürten (325), Leichlingen (799), Odenthal (259), Overath (834), Rösrath (606) und Wermelskirchen (855).

108 Todesfälle im Rheinisch-Bergischen Kreis stehen im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion: Bergisch Gladbach (36), Burscheid (1), Kürten (3), Leichlingen (25), Odenthal (2), Overath (16), Rösrath (5) und Wermelskirchen (20).

Von den 6.960 bestätigten Fällen gelten 6.449 Personen inzwischen als genesen. Diese verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Bergisch Gladbach (2.595), Burscheid (489), Kürten (295), Leichlingen (750), Odenthal (249), Overath (743), Rösrath (562) und Wermelskirchen (766).

403 Personen sind aktuell infiziert. Diese verteilen sich wie folgt auf die Kommunen: Bergisch Gladbach (132), Burscheid (29), Kürten (27), Leichlingen (24), Odenthal (8), Overath (75), Rösrath (39) und Wermelskirchen (69).

1.100 Personen befinden sich in Quarantäne. Bergisch Gladbach (354), Burscheid (50), Kürten (65), Leichlingen (32), Odenthal (10), Overath (192), Rösrath (183) und Wermelskirchen (214).

Quelle: Rheinisch-Bergischer-Kreis – Stand: 10.02.2021

Robert Koch Institut für den Rheinisch-Bergischen Kreis heute

Es gibt insgesamt 6.996 positiv getestete Menschen aus dem Rheinisch-Bergischen Kreis. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 77,0. 111 Menschen sind leider verstorben.

Fälle letzte 7 Tage218
Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW77,0
Fälle gesamt6.996
Fälle gesamt/100.000 EW2.469,7
Todesfälle gesamt111
Einwohnerzahl283.271
BundeslandNordrhein-Westfalen

Corona: Bürgertelefon im Rheinisch-Bergischen Kreis

Das Bürgertelefon des Rheinisch-Bergischen Kreises ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie Freitag von 8 bis 15 Uhr und am Wochenende von 10 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 02202 131313 erreichbar.

11.02.2021: Corona im Oberbergischen Kreis

Derzeit sind 290 Personen aus dem Oberbergischen Kreis positiv auf SARS-CoV-2 getestet.

Oberbergischer Kreis. Seit der gestrigen Berichterstattung wurden 15 weitere Personen aus dem Oberbergischen Kreis positiv auf SARS-CoV-2 getestet (laborbestätigte Fälle). Seit Beginn der Pandemie wurden im Oberbergischen Kreis 7.933 Personen positiv auf SARS-CoV-2 getestet (laborbestätigte Fälle). Davon konnten bereits 7.502 Personen als genesen aus der Quarantäne entlassen werden. Aktuell sind 290 Personen positiv auf das Virus getestet (laborbestätigte Fälle). Es werden derzeit 77 Personen stationär in Krankenhäusern behandelt, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet worden sind. Neun der 77 stationär behandelten Personen werden derzeit beatmet. Alle positiv getesteten Personen befinden sich in angeordneter Quarantäne. Wie berichtet, sind im Oberbergischen Kreis 141 Personen verstorben, die zuvor positiv auf das Virus getestet worden sind.


Am vergangenen Samstag (06.02.2021) berichtete der Oberbergische Kreis über einen Todesfall mit Bezug zum CBT-Wohnhaus in Waldbröl. Diese Information war falsch. Der verstorbene 79-jährige Mann aus Waldbröl lebte im AWO Seniorenzentrum Am Königsbornpark Waldbröl. Der Oberbergische Kreis entschuldigt sich für die entstandenen Unannehmlichkeiten.
 

Allgemeinverfügungen zur Quarantäneanordnung

Unter www.obk.de/corona-av erhalten Sie die Auflistung der aktuell gültigen Allgemeinverfügungen zur Quarantäneanordnung für Kontaktpersonen in oberbergischen Einrichtungen. Die Auflistung wird fortlaufend ergänzt.

Lage im Oberbergischen Kreis im Kurzüberblick:

Stand der Fallzahlen: 10.02.2021, 00:00 Uhr
In Klammern: Veränderung zum Stand 09.02.2021, 00:00 Uhr

7-Tage-Inzidenz im Oberbergischen Kreis: 71,3 (-13,2)

Laborbestätigte Fälle seit Beginn der Pandemie: 7.933 Personen (+15)

Von den laborbestätigten Fällen (positives Laborergebnis) sind:

  • aktuell positiv getestet (in angeordneter Quarantäne): 290 Personen (+11)
  • bereits genesen und aus Quarantäne entlassen: 7.502 Personen (+4)
  • verstorben: 141 Personen (=)

Personen in angeordneter Quarantäne*: 816 Personen (+14)

* Umfasst aktuell positiv getestete Personen sowie Kontaktpersonen in angeordneter Quarantäne.

Anzahl der aktuell positiv getesteten Personen (laborbestätigte Fälle) in den kreisangehörigen Kommunen:

Stand der Fallzahlen: 10.02.2021, 00:00 Uhr

  • Bergneustadt: 16
  • Engelskirchen: 17
  • Gummersbach: 74
  • Hückeswagen: 4
  • Lindlar: 16
  • Marienheide: 14
  • Morsbach: 3
  • Nümbrecht: 12
  • Radevormwald: 44
  • Reichshof: 22
  • Waldbröl: 19
  • Wiehl: 28
  • Wipperfürth: 12

Durch das Gesundheitsamt erfasst und informiert, aber in der Statistik noch keiner Kommune zugeordnet: 9

Quelle: Oberbergischer Kreis – Stand: 10.02.2021

Robert Koch Institut für Oberbergischer Kreis heute

Es gibt insgesamt 8.006 positiv getestete Menschen aus dem Oberbergischen Kreis. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 74,2. 142 Menschen sind leider verstorben.

Fälle letzte 7 Tage202
Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW74,2
Fälle gesamt8.006
Fälle gesamt/100.000 EW2.942,8
Todesfälle gesamt142
Einwohnerzahl272.057
BundeslandNordrhein-Westfalen

11.02.2021: Corona in Solingen

Insgesamt wurden seit Ausbruch der Pandemie in Solingen bisher 5.849 bestätigte Fälle gemeldet.

Aktuell sind 260 Personen nachgewiesen infiziert, 34 Patient:innen werden derzeit stationär behandelt, die übrigen ambulant betreut. 5.457 Menschen sind wieder genesen. 132 mit dem Virus infizierte Menschen sind bisher verstorben.

In den letzten sieben Tagen sind insgesamt 134 Corona-Neuinfektionen festgestellt worden. Damit entfallen 84,1 neue Fälle auf je 100.000 Menschen, die in der Klingenstadt leben.

In Quarantäne befinden sich derzeit insgesamt 731 Personen. Die Quarantäne beenden konnten bisher 23.242 Personen.

Quelle: Stadt Solingen – Stand: 10.02.2021 – 16:35 Uhr

Robert Koch Institut für Solingen heute

Es gibt insgesamt 5.849 positiv getestete Solingerinnen und Solinger. Inzidenzwert Solingen: Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 96,1. 132 Menschen sind leider verstorben.

Fälle letzte 7 Tage153
Fälle letzte 7 Tage/100.000 EW96,1
Fälle gesamt5.849
Fälle gesamt/100.000 EW3.673,0
Todesfälle gesamt132
Einwohnerzahl159.245
BundeslandNordrhein-Westfalen

Corona-Hotline für Solingen

Abstand halten, Mund und Nase bedecken, Einschränkungen und Schutzmaßnahmen beachten – jede und jeder von uns kann dazu beitragen, die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Die Stadt Solingen hat eine Corona-Hotline eingerichtet: 0212 / 290-2020. Infos aus Solingen: Wir alle sind gefordert.

Presseschau 10. Februar 2021

Diese Themen waren am 10. Februar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Corona

Bedenklich

Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz zu Corona und Pflegekräften

Die Corona-Pandemie hat schon so manche Schwachstelle im System offengelegt. Das wurde deutlich, als an die zigtausend Erntehelfer im Frühjahr aufgrund der Grenzschließungen zunächst nicht einreisen konnten. Oder als klar wurde, dass viele Menschen in der Fleischindustrie unter absolut prekären Bedingungen leben und arbeiten. Die osteuropäischen Pflegekräfte sind ein weiteres Beispiel. Als eine wichtige Säule der häuslichen Altenpflege ist die 24-Stunden-Betreuung aus der Pflegelandschaft nicht mehr wegzudenken. Doch das System hat gravierende Mängel. Die Pflegekräfte sprechen oftmals kaum Deutsch und kennen ihre Rechte nicht. Viele haben Arbeitsverträge, die eine 40-Stunden-Woche vorsehen, tatsächlich werden sie aber von den Agenturen für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Seniorenhaushalte vermittelt. Arbeitsrechtlich ist das nicht zulässig. Laut Gewerkschaften erhalten die Betreuer für ihren Einsatz dann nicht einmal den Mindestlohn. Die meisten Pflegekräfte sind nicht in Deutschland krankenversichert. Auch für die Privathaushalte, die auf eine Betreuung angewiesen sind, sind die Beschäftigungsmodelle oft intransparent. Dabei liegt ihnen in der Regel sogar sehr daran, dass die Betreuungskräfte für ihre Arbeit ordentlich entlohnt und sozial abgesichert werden. Dass viele erst seit Beginn der Pandemie an der Legalisierung des Arbeitsverhältnisses interessiert sind, ist bedenklich. Ebenso, dass es keine gesetzlichen Regelungen gibt. Wie lange will die Politik hier noch die Augen verschließen?

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Kinder- und Jugendärzte schlagen in Brandbrief an Spahn Alarm

Viele Praxen wegen Corona in „existenziellen Nöten“ – Mehr Unterstützung vom Bund gefordert

Osnabrück. Deutschlands Kinder- und Jugendärzte haben in einem Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einem Praxen-Sterben wegen der Corona-Pandemie gewarnt und fordern mehr finanzielle Unterstützung vom Bund. Spahns Gesetzentwurf sei „leider in der vorliegenden Form nicht geeignet, die existenziellen Nöte der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen ausreichend abzumildern“, heißt es in dem Brief des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vom 9. Februar, der der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. „Vielen Praxen steht das Wasser bis zum Hals“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach der NOZ.

Als Grund für die akuten Einnahmeausfälle wird ein coronabedingter Rückgang der Behandlungen „zwischen 20 und 40 Prozent“ genannt. Das liege daran, dass wegen der Schutzmaßnahmen weniger Grippepatienten kämen, aber auch viele Arztkontakte mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen sowie Vorsorgetermine aufgrund der aktuellen Pandemie-Empfehlungen nicht wahrgenommen würden.

Zwar will Spahn Umsatzausfälle der Praxen weiter kompensieren, doch der bisherige Rettungsschirm soll – so die Sorge der Kinder- und Jugendärzte – eingeklappt werden. „Wir wären Ihnen zu Dank verpflichtet, wenn Sie dieses Vorhaben nochmals in Hinblick auf seine Auswirkungen überdenken könnten“, schreibt der BVKJ an den Minister. Andernfalls seien viele Praxen gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen oder womöglich zu schließen, mit fatalen Folgen. „Wir werden unsere ohnehin knapp aufgestellten Ressourcen nach der Pandemie wieder dringend benötigen und können uns keine weiteren Praxisaufgaben leisten“, so die Warnung des Pädiater-Verbandes.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

„Das ist natürlich scheiße, das tut jedem Kölner im Herzen weh“

Sorge vor wilden Feiern. Comedian Carolin Kebekus bedauert Absage des Kölner Straßenkarnevals.

Die Kölner Comedian Carolin Kebekus hat Sorge, dass sich viele Menschen trotz des abgesagten Straßenkarnevals in Köln treffen, um zu feiern: „Ich hoffe, dass wir das sicherheitsmäßig alles gut hinbekommen“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe). „Vor dem 11.11. hat die Stadt noch richtig viel plakatiert, um zu sagen, dass wir alle zu Hause bleiben. Jetzt sehe ich davon irgendwie gar nichts. Wissen die Kölner, dass Karneval ausfällt? Ist das bei allen angekommen?“

Die Sängerin der „Beer Bitches“ und Präsidentin der alternativen Karnevals-Sitzung „Deine Sitzung“ bedauert die Folgen der Corona-Krise für die karnevalistische Hochburg Köln auch persönlich sehr: „Dass der Straßenkarneval ausfällt, ist natürlich scheiße, das tut jedem Kölner im Herzen weh.“ An Karneval trotzdem zu feiern, sei für sie aber keine Option: „Klar würde man gerne eine Pizza essen gehen oder Leute treffen. Aber jetzt zu sagen: Scheiß drauf, kommt Karneval halt zu uns, da hätte ich viel zu viel Respekt vor, weil ich zu viele Leute kenne, die Corona haben oder hatten. Ein Freund von mir hat seit Monaten keinen Geruchs- und Geschmackssinn mehr. Da fehlen dir zwei komplette Sinnesorgane und das wird noch nicht mal als schwerer Verlauf bezeichnet.“

Karnevals-Konzerte in Autokinos oder Sitzungen im Digitalformat sind für Carolin Kebekus kein Ersatz für jecke Live-Events: „Als Künstler ist es die Höchststrafe, kein Publikum zu haben. Irgendwie gewöhnt man sich zwar daran. Aber das ist kein Dauerzustand und auch finanziell nicht in Ordnung. Von Autokino-Konzerten und Streams kann keiner leben.“

Online unter: https://www.ksta.de/koeln/vier-frauen-zum-koelner-karneval–die-maenner-wollen-ihre-privilegien-nicht-aufgeben–38046604

Giffey fordert Selbsttest-Offensive für Schulöffnungen

Familienministerin: Länder müssen alles in Bewegung setzen, um Selbsttests sofort nach Zulassung massenhaft einzusetzen – „Wir dürfen keinen Tag verlieren“

Osnabrück. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor dem Corona-Gipfel eine Selbsttest-Offensive der Bundesländer gefordert, um Kitas und Schulen trotz der Virusgefahr rasch öffnen zu können. „Schnelltests sind eine riesige Chance für die Öffnungsstrategien“, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Schon seit dem 2. Februar sind Schnelltests zur Anwendung auch durch nicht medizinisches Personal mit Schulungsvideo zugelassen. In Potsdam und Bremen werden sie bereits eingesetzt, Berlin hat solche Tests bestellt, auch Österreich macht es ja vor“, sagte die Ministerin der NOZ. Und die Zulassung mehrerer einfach handhabbarer Schnelltests zur Selbstanwendung durch Laien sei in Vorbereitung und werde in den nächsten Wochen erwartet.

Sobald eine Stadt, ein Landkreis oder eine Region die Schnelltestung des Personals und weitere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen gewährleisten könnten und die Inzidenz niedrig sei, „können auch Kitas und Schulen schrittweise wieder öffnen“, sagte Giffey. „Mein Appell an die Länder ist: Der breite Einsatz dieser Schnelltests muss jetzt vorbereitet werden, damit sie sofort genutzt werden können, wenn sie zugelassen und verfügbar sind“, sagte die Ministerin. „Hier sollten die Länder wirklich alles in Bewegung setzen.“

Kitas und Schulen müssten mit den Tests ausgestattet werden. In Verbindung mit Masken, Lüften, Abstandhalten und Wechselunterricht „kann das Testen dazu beitragen, dass Bildungseinrichtungen Schritt für Schritt geöffnet werden können. Hier dürfen wir keinen Tag verlieren“, mahnte Giffey zur Eile. „Es darf nicht damit getan sein anzuerkennen, wie schwer es für Kinder und Familien ist. Es sollte jetzt auch ein Weg eingeschlagen werden, um den Kita- und Schulbetrieb sicher wieder hochzufahren.“

Die Selbsttests seien „die Brücke, über die wir rasch aus dem Dilemma zwischen Gesundheitsschutz und Lockdown-Schäden herauskommen, bis ab voraussichtlich Mai auch Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher geimpft werden können“. Dazu gehöre aber auch, dass es bei positiv getesteten Personen eine PCR-Nachtestung und eine unmittelbare Verfolgung der Infektionsketten sowie Quarantänemaßnahmen gebe.

Mit Blick auf den Corona-Gipfel an diesem Mittwoch sagte Giffey: „Es wäre gut, wenn sich Bund und Länder auf einen einheitlichen Rahmen für einen Stufenplan einigen könnten mit Kriterien, ab wann eine Rückkehr aus dem Notbetrieb zum eingeschränkten bis hin zum vollständigen Regelbetrieb erfolgen sollte.“ Es müsse aber gleichzeitig möglich sein, dass Länder und Kommunen dann anhand ihrer regionalen Situation selbst entscheiden könnten, wann sie welche Stufe gingen. „Einen solchen Stufenplan hatten wir schon einmal im letzten Frühjahr, und ich finde ihn auch jetzt wieder sinnvoll.“

Mit Blick auf geschlossene Kitas und Schulen sei absolute Eile geboten, mahnte die Familienministerin. „Es sind in den vergangenen Monaten nicht nur Bildungslücken, sondern auch Bindungslücken entstanden. Und es gibt zunehmend Berichte über seelische Leiden bis hin zu depressiven Verstimmungen bei Kindern und Jugendlichen. Das ist schon alarmierend. Hier entstehen Schäden, die womöglich nicht alle wiedergutgemacht werden können. Und je länger der Lockdown dauert, desto schwieriger wird es.“

Bei den Hilfsangeboten, etwa der Nummer gegen Kummer oder dem Elterntelefon, „verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg, vor allem bei der Onlineberatung“, sagte Giffey. „Es geht da häufig um Einsamkeit, um Perspektivlosigkeit und auch um Gewalt.“ Über 60 Prozent der jüngeren Generation hätten Einsamkeitsgefühle – deutlich mehr als andere. Und es müsse berücksichtigt werden, dass die Corona-Fälle bei Kindern deutlich geringer seien. „Bei den 0- bis 5-Jährigen liegt die Inzidenz jetzt bei 38, also unter 50.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Den geringen Inzidenzwert von 0- bis 5-Jährigen als Argument für Kita- und Schulöffnungen aufzuführen ist billig, aber völlig realitätsfern. Sie können nicht alleine bleiben, fahren nicht alleine Bus und Bahn und treffen sich nicht unbeaufsichtigt mit Gleichaltrigen. Ebenso realitätsfern die Hoffnung, dass sich Bund und Länder in der Corona-Krise auf einen einheitlichen Rahmen einigen könnten und die Länder nach der Einigung auch weiterhin dazu stehen würden. Um es mit den Worten des Dramatikers Christian Wüster auszudrücken: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ – „Sie ist bereits tot!“

Frauenministerin Giffey „genervt“ von Friseur-Lockdown

Frauenministerin wünscht sich baldige Öffnung – „Bei mir ist eher der Haaransatz das Problem“

Osnabrück. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey im Friseur-Lockdown nicht die Haare machen.“ Auch mich persönlich nervt es, dass ich seit Wochen nicht zum Friseur gehen kann, und ich wünsche mir natürlich, dass die Friseurläden bald wieder öffnen dürfen“, sagte die SPD-Politikerin im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) und fügte lachend hinzu: „Immerhin habe ich nicht das Problem wie Kurzhaarträger, bei denen alles sofort aus der Form gerät. Bei mir ist eher der Haaransatz das Problem.“

Dass sich Bundeskanzlerin Merkel dem Friseur-Lockdown entzieht, um korrekt frisiert vor die Kameras zu treten, will die Ministerin nicht kommentieren. Stattdessen betont sie, die Öffnung der Friseure wäre „für sehr viele Menschen ein echter Gewinn an Lebensqualität“. Sie nennt etwa die Altersheime: „Dort gehen die Friseurinnen normalerweise jede Woche hin, machen den älteren Damen und Herren die Haare. Es ist für die Heimbewohner einfach schön, frische Haare zu haben.“

Bei einem Heim in Giffeys Berliner Nachbarschaft hänge seit Wochen nur ein Schild, dass der Friseur erst mal nicht komme, berichtete die Ministerin der NOZ. „Also: Wenn wir wieder zum Friseur gehen können, dann wäre das ein kleiner Stimmungsaufheller für ganz, ganz viele. Und natürlich auch für die Friseure selbst, von denen sich nicht wenige Sorgen um ihre Existenz machen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

WAZ: NRW-Ministerin Scharrenbach warnt Bund vor Mietsteigerungen durch Kabel-Gesetz

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) warnt vor steigenden Mietkosten, sollte die von ihrem Parteifreund Peter Altmaier geplante Novelle des Telekommunikationsgesetzes vom Bundestag beschlossen werden. „Ich hoffe, dass der Bundesrat die Kraft entwickelt, sich gegen das Ansinnen der Bundesregierung zu stellen, Mieten für Millionen schwächer gestellte Haushalte in die Höhe zu treiben“, sagte Scharrenbach der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochausgabe).

Altmaier will im Telekommunikationsgesetz das sogenannte „Umlage-Privileg“ streichen. Es ermöglicht bundesweit rund 12,5 Millionen Mietern vergünstigte Kabelfernsehen-Anschlüsse, weil große Vermieter mit den Anbietern Massenverträge zu verbilligten Konditionen abschließen. Am Freitag steht das umstrittene Thema auf der Tagesordnung des Bundesrats. Nach dem Koalitionspartner SPD gibt es für Bundeswirtschaftsminister Altmaier nun auch Gegenwind aus NRW. „Die Politik kann nicht auf der einen Seite ständig über das bezahlbare Wohnen philosophieren und auf der anderen Seite durch Gesetze Mieten in die Höhe treiben“, kritisiert Scharrenbach und fordert den Erhalt der Umlagefähigkeit.

Einzelverträge mit Kabelanbietern kosten pro Jahr bis zu 200 Euro mehr als Rahmenabkommen. Von der Abschaffung wäre Nordrhein-Westfalen mit 2,6 Millionen Haushalten am stärksten betroffen.

Gesellschaft

Politik

Staatsanwaltschaft prüft Seehofers Medienarbeit zum Hisbollah-Verbot

Vorab-Information der „Bild“ zu Razzien könnte strafbare Verletzung von Dienstgeheimnissen gewesen sein

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) droht möglicherweise ein Strafverfahren wegen seiner umstrittenen Öffentlichkeitsarbeit beim Hisbollah-Verbot. Wie berichtet, hatte Seehofer den Chefredakteur der „Bild“ sowie weitere Medienvertreter exklusiv vorab über geplante Polizeirazzien informiert. Die „Bild“ konnte daraufhin am Tag des Verbots im April 2020 frühzeitig von den Einsätzen in ihrem Videokanal berichten. Oppositionspolitiker hatten die Maßnahme kritisiert.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jetzt im Hinblick auf den Anfangsverdacht der Verletzung eines Dienstgeheimnisses „einen Prüfvorgang angelegt“, bestätigte Behördensprecher Martin Steltner dem Tagesspiegel (Donnerstagsausgabe). Ob ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werde, sei noch offen. Unklar ist unter anderem auch, ob sich die „Bild“ an die vom Ministerium vorgegebene Sperrfrist gehalten hat.

Sollte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet war, könnte dies den Minister in Bedrängnis bringen. So war 2014 der damalige Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zurückgetreten, nachdem ihn die Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen des Vorwurfs des Geheimnisverrats aus seiner Amtszeit als Innenminister ins Visier genommen hatte.

Online unter: www.tagesspiegel.de/politik/vorab-infos-an-medien-zu-hisbollah-verbot-staatsanwaltschaft-prueft-seehofers-razzia-verrat-an-bild/26899648.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Obergrenze für Asyl-Zuwanderung 2020 nur zu einem Drittel ausgeschöpft

Asylanträge gingen auch coronabedingt zurück – Linke spricht von „beschämender Nachricht“

Osnabrück. Die innerhalb der Großen Koalition vereinbarte Obergrenze für die Asyl-Zuwanderung wurde 2020 bei Weitem nicht erreicht und nur zu einem Drittel ausgeschöpft. Das geht aus der Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Demnach lag die Nettozuwanderung im vergangenen Jahr bei knapp 67 500 Menschen. Rechnet man hierzulande geborene Kinder unter einem Jahr etwa von Asylbewerbern mit ein, waren es rund 94 000 Menschen.

Die Zahl ist auch wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Allerdings zeigt sich schon länger ein Trend nach unten – nach Einschätzung der Linksfraktion wegen Abschottungsmaßnahmen der EU. 2018, als die Koalition den Obergrenzen-Korridor beschlossen hatte, hatte die Nettozuwanderung laut Innenministerium noch bei rund 159 000 Geflüchteten gelegen. 2019 waren es rund 95 000 Menschen – wenn man hierzulande geborene Kinder unter einem Jahr einrechnet, rund 126 400 Menschen.

CDU, CSU und SPD hatten im Frühjahr 2018 in ihrem Koalitionsvertrag einen Korridor für die Zuwanderung im Kontext der Fluchtmigration vereinbart. Demnach sollen pro Jahr nicht mehr als 180 000 bis 220 000 Menschen nach Deutschland kommen. Dabei wird die Zahl ankommender Asylerstbewerber, Flüchtlinge und im Zuge des Familiennachzugs eingereister Angehörige verrechnet mit der Zahl der Menschen, die Deutschland infolge von Abschiebungen oder freiwilligen Ausreisen verlassen haben. Die Obergrenze wurde vor allem auf Betreiben des CSU-Parteichefs Horst Seehofer, der kurz darauf Bundesinnenminister wurde, in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Weil die in Deutschland geborenen Kinder von Geflüchteten, für die ein Asylantrag gestellt wird, gar nicht zugewandert sind, erstellt die Bundesregierung seit 2019 bei der Berechnung des Zuwanderungskorridors eine Summe mit und ohne diese hier geborenen Kinder.

Betrachtet man die Details der Zahlen, so zählten die Behörden 2020 rund 76 000 grenzüberschreitende Asylanträge. Im Rahmen des Familiennachzugs kamen knapp 13 000 Angehörige von schutzberechtigten Flüchtlingen nach Deutschland, und die Bundesrepublik nahm 1685 Personen bei humanitären Aufnahmeaktionen auf (Resettlement). Dem stand gegenüber, dass 13 683 Menschen abgeschoben oder zurückgeführt wurden und mindestens 9571 Personen freiwillig in ihre Heimat ausreisten.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte das Konzept einer zahlenmäßigen Begrenzung des Asylrechts grundsätzlich. Sie sagte zudem der „NOZ“: „Seehofers selbstherrlich gesetzte Obergrenze wurde nur zu einem Drittel erreicht. Das ist eine beschämende Nachricht, denn die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist weiter angestiegen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kultur

Giordano-Bruno-Stiftung fordert, Kirchen im Lockdown wie Theater und Museen zu behandeln

Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon übt vor Bund-Länder-Runde Kritik

Osnabrück. Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, kritisiert in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Sonderregeln für Kirchen. Schmidt-Salomon forderte mit Blick auf die Bund-Länder-Runde am Mittwoch, Gottesdienste sollten den gleichen Regeln unterworfen werden wie Theatervorstellungen. „Es ist nicht einsichtig, warum weltliche Theater, Museen oder Konzerthäuser geschlossen sein sollten, wenn die Kirchen geöffnet sind“, so der Vorstandssprecher. „Zumal wir ja wissen, dass sich das Virus in der Vergangenheit insbesondere bei religiösen Versammlungen verbreiten konnte.“

Die gemeinnützige Giordano-Bruno-Stiftung setzt sich für die Werte des Humanismus‘ und der Aufklärung ein. Sie wurde vom Unternehmer Herbert Steffen gegründet und benannt nach dem Priester und Philosophen Bruno, der von der katholischen Kirche auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Umwelt

Insektenschutzgesetz: Verhärtete Fronten

Nach langem Ringen hat die Regierung endlich den Entwurf für das Dritte Gesetz zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt. Es ist besser bekannt unter der Bezeichnung Insektenschutzgesetz, doch das ist schon die einzige Vereinfachung. In der Sache, also dem Umweltschutz, macht das Gesetz vieles komplizierter.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: In der Sache, also dem Umweltschutz, macht das Gesetz vieles komplizierter für Landwirt*innen und landwirtschaftliche Industrieunternehmen, um Umweltschutz zu unterwandern. Und das ist gut so.

nd.DerTag: Besser mit Insekten

Kommentar zum Kompromiss beim Artenschutz

„Ohne Insekten kann der Mensch nicht leben.“ Mit diesen Worte hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Vorstellung des Insektenschutzgesetzes eingeleitet und verwies darauf, dass der Erhalt der Artenvielfalt im Interesse aller sei – auch der Bäuerinnen und Bauern. Das ist so einfach wie richtig, doch das wissen die Landwirt*innen auch. Dennoch haben sich einige von ihnen eingefunden, um gegen das Insektenschutzgesetz zu protestieren. Ihr Argument: Die Betriebe sollen jetzt überleben, ohne wirtschaftliche Grundlage wollen ihre Kinder die Höfe nicht übernehmen. Gleichzeitig sägen Landwirt*innen jedoch an ihren eigenen Lebensgrundlagen, oder eher noch an denen ihrer Kinder, wenn sie ein „Weiter-wie-bisher“ fordern.

Das Artensterben wie auch die Klimakrise erfordern ein radikales Umdenken, auch in der Landwirtschaft. Deswegen ist den Landwirt*innen nicht geholfen, wenn zu zahlreichen Regelungen jetzt ein paar neue Maßnahmen hinzukommen. Sicher – jeder Quadratmeter ohne Pestizide ist ein Fortschritt. Aber mehr noch braucht es eine klare sozial-ökologische Agrarwende und eine neu ausgerichtete Europäische Agrarpolitik, die Umweltleistungen in den Vordergrund stellt. Da müssen Landwirt*innen nicht mitmachen, aber sie hätten die Chance, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Wirtschaft

Saarbrücker Zeitung: DIW-Chef Fratzscher sieht längere konjunkturelle Durststrecke in Deutschland

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat vor negativen Folgen einer länger andauernden Pandemie für die deutsche Konjunkturentwicklung gewarnt. „Wenn Europa nicht wieder auf einen grünen Zweig kommt, wird Deutschland auch kein spürbares Wachstum haben“, sagte Fratzscher der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe).

Der europäische Kontinent sei von der Pandemie „wirtschaftlich und gesundheitlich weltweit am stärksten betroffen“, erläuterte Fratzscher. Aber 60 Prozent der deutschen Exporte gingen nach Europa. „Und wir sollten nicht glauben, dass wir uns mit Ausfuhren nach China, wo es gut läuft, aus dieser Krise quasi herausexportieren könnten“, sagte Fratzscher.

Nach seiner Einschätzung ist deshalb auch die aktuelle Wachstumsprognose der Bundesregierung von 3,0 Prozent in diesem Jahr kaum noch zu halten. „Dieser Erwartung liegt ja zugrunde, dass die zweite Corona-Welle schnell gestoppt werden kann, dass keine dritte Welle kommt, und dass es einen Impfstoff gibt, der sehr schnell ausgerollt wird“, sagte der Ökonom. Aber diese Annahmen würden immer unwahrscheinlicher, so Fratzscher.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Handelsverband warnt vor regionalem Regelchaos bei Geschäftsöffnungen

Genth: Es muss transparente, bundeseinheitliche Regeln geben

Osnabrück. Mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel an diesem Mittwoch warnt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, vor einem regionalen Regelchaos bei Geschäftsöffnungen. Der Neuen Osnabrücker Zeitung („NOZ“) sagte er: „Es muss dringend transparente, bundeseinheitliche Regelungen geben, die klarmachen, unter welchen Bedingungen welche Lockerungen möglich sind.“ Dieser zentrale Plan könne dann vorgeben, bei welcher Corona-Inzidenz in den einzelnen Regionen die Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Ein regionales Regelchaos muss unbedingt vermieden werden, das ist auch für die Akzeptanz der Maßnahmen wichtig.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Europa

Hätte sie früher geredet

Diese Rede hätte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schon vor Wochen halten müssen. Ihr wäre viel Ärger erspart geblieben. Es war schon lange klar, dass die EU in ihrer Impfstrategie Fehler gemacht hat. Es hat zu lange gedauert, bis die Impfstoffe zugelassen wurden. Die EU war zu optimistisch, dass die Massenproduktion klappen werde. Und die EU war sich zu sicher, dass die bestellten Mengen pünktlich geliefert werden. Das hat von der Leyen eingeräumt und damit das Mindeste gemacht, was die Europäerinnen und Europäer von der Chefin der EU-Kommission verlangen können. Mehr war es aber auch nicht. Es bleibt ein Rätsel, warum sich Legionen von Juristinnen und Juristen der EU von einem Konzern wie Astrazeneca über den Tisch ziehen haben lassen. Ihr Bedauern war richtig, hilft aber letztlich auch nicht weiter. Die Kommissionspräsidentin hätte viel deutlicher machen müssen, dass die Kommission Lehren aus dem Debakel gezogen hat, vor allem aber, wie sie es besser machen will.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Ursula von der Leyen: Ernüchternde Perspektiven

Von der Leyen hat sich offenbar von dem Anspruch verabschiedet, mit einer vorbildlichen Impfstrategie so etwas wie ein Meisterstück ihrer Amtszeit liefern zu können. Ihre jetzt ergriffenen Maßnahmen wie eine Task Force, mehr offene Kooperation mit dem EU-Parlament sowie mehr Engagement in die Produktion der Vakzine werden nicht zu einer wundersamen Impfstoffvermehrung führen. Aber es sind die Stellschrauben, an denen die EU-Behörde jetzt nachbessern kann und muss.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

nd.DerTag: Spielchen zum Impfdebakel

Kommentar zur Folgenlosigkeit der versemmelten EU-Impfstoff-Bestellung

Es ist die erste ernste Krise der sonst so strahlenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre eigenen Projekte gerne mit der Mondlandung gleichsetzt. Doch die versemmelte Bestellung der Corona-Impfstoffe hat Versagen beim Krisenmanagement allzu deutlich gemacht, auch wenn sich mittlerweile einiges zum Besseren wendet.

Für die CDU-Frau spricht, dass sie politikeruntypisch die volle Verantwortung auf sich nimmt. Dabei waren nationale Regierungschefs, allen voran Angela Merkel, genauso involviert, auch wenn diese nicht in der Kritik stehen. Und Brüssel musste auch mit viel zu wenig Geld hantieren. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum von der Leyens Auftritt im Europaparlament keinem Spießrutenlaufen glich. Die deutschen Grünen möchten ihre schwarz-grünen Regierungsfantasien nicht gefährden, die Europa-SPD nicht mit den tumben Anti-EU-Parolen der Rechtsaußen vermengt werden, auch wenn Spitzenpolitiker in Deutschland laut gegen Brüssel poltern.

Offenbar gibt die Kommission wie so oft den Buhmann, die nationalen Regierungen schieben die Verantwortung ab, und es bleibt alles beim Alten. Doch für Politspielchen ist das Thema viel zu wichtig – das Impfdebakel muss genau analysiert werden, damit es sich nicht irgendwann wiederholt.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Europa und Impfstoff

Rasche Lösungen sind schwer bis unmöglich. Brüssel müsste politische Hindernisse wie beispielsweise den Export-Bann der USA aus der Welt schaffen. Die EU-Kommission müsste in die Produktion der Vakzine rasch und viel investieren – wohl wissend, dass so etwas normalerweise länger als ein Jahr dauert. Mindestens. So widerstand von der Leyen dem Versuch, sich auf neue unhaltbare Versprechungen einzulassen. Es bleibt dabei: Die Gemeinschaft wird frühestens im zweiten Quartal 2021 genügend Vakzine haben. Von der Leyens ergriffene Maßnahmen wie eine Task Force, mehr offene Kooperation mit dem Europäischen Parlament sowie mehr Engagement in die Produktion der Vakzine werden nicht zu einer wundersamen Impfstoff-Vermehrung führen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Kochen mit Kärst: Erster LIVE-Onlinekochkurs bei rs1.tv

Für Markus Kärst vom Hotel Restaurant Kromberg in Lüttringhausen scheint Corona ein Reaktionsbeschleuniger für seine unzähligen Ideen zu sein: „Frisch verpackt“ mit Tobi Riemann, der Schnitzelflitzer, coronakonformer Miniweihnachtsmarkt, Krombergs Gerichte zum Mitnehmen und jetzt ein Livekochkurs auf rs1.tv.

Zurücklehnen und die Füße hochlegen scheinen nicht zu den Lieblingsbeschäftigungen von Markus Kärst zu gehören. Während viele seit Monaten auf der Couch liegen und als Helden der Gesellschaft gefeiert werden, nutzt er die Zeit, um seine Ideen umzusetzen. Gemeinsam mit Tobi Riemann bietet er auf dem Remscheider Wochenmarkt frischgekochte Gerichte an, die vakuumiert wurden und zuhause ganz leicht ohne Kochkenntnisse im Wasserbad aufzuwärmen sind: Frisch verpackt.

Dann ist da der Schnitzelflitzer, der klassische und ausgefallene Schnitzelkreationen in Lüttringhausen und Ronsdorf liefert. Da wären etwa das Schnitzel „Heimatliebe“ zu nennen, eine Schnitzelkreation mit Kottenbutter-Topping und Bratkartoffeln, oder die Winter-Kreationen Trüffelschnitzel, Raclette-Schnitzel oder Hirschschnitzel: www.schnitzelflitzer-rs.de

Gemeinsam online kochen

Markus Kärst und Arunava Chaudhuri machen im rs1.tv-Clip Lust auf Kochen.

Nun präsentiert Markus Kärst gemeinsam mit Arunava Chaudhuri einen Live-Kochkurs auf rs1.tv. Man mag bei dieser Idee schon fast von einer Geling-Garantie sprechen. Während man üblicherweise beim heimischen Nachkochen von Internetrezepten unweigerlich an den Punkt kommt, wo gewisse Zutaten fehlen, bietet Kärst das Komplettprogramm: Fertig vorbereitete Kochboxen mit den notwendigen Zutaten.

Mit der Box kann man für zwei Personen ein Drei-Gänge-Menü anrichten: Es beginnt mit einem Süppchen von Curry und Zitronengras, geht weiter mit mediterranen Rouladen vom Westfälischen Hähnchen mit Grillgemüse und mediterranem Kartoffelpüree als Hauptgang und endet mit einem lauwarmem Schokoladenkuchen mit Beerenragout. Dazu gibt es noch eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser. Die Boxen sind zum Preis von 59 Euro telefonisch im Hotel Restaurant Kromberg unter der 02191 590031 bestellbar.

Gemeinsam kochen: Der Termin

Der gemeinsame Onlinekochkurs findet am 26. Februar 2021 von 19 bis 21 Uhr auf rs1.tv und den angeschlossenen Social-Media-Kanälen statt.

Anmeldungen an weiterführenden Schulen in Hückeswagen

Schulkinder aus den vierten Klassen werden nun an den weiterführenden Schulen angemeldet. Anmeldezeitraum: 15. bis 19. Februar 2021

Montanusschule Hückeswagen

Bei der Montanusschule in der Weststraße 41 in Hückeswagen ist die Schulanmeldung in der Zeit vom 15. bis 19. Februar 2021 jeweils von 8 bis 12 Uhr möglich, am Donnerstag, 18. Februar, auch zusätzlich von 14 bis 17 Uhr. Folgende Unterlagen sind zur Schulanmeldung mitzubringen:

  • Stammbuch
  • Zeugnis im Original einschließlich Schulformempfehlung
  • Anmeldeschein
  • Impfpass
  • ggfs. schriftliche Belege für Sorgerechtsregelungen

Es müssen im Vorfeld keine Termine vereinbart werden, bei Fragen ist die Schule unter 02192 2133 zu erreichen. Allgemeine Informationen zur Schule sind auf der Homepage www.montanusschule.de ersichtlich.

Schulanmeldung Städtische Realschule

In der städtischen Realschule mit Sitz in der Kölner Straße 57 in Hückeswagen finden die persönlichen Anmeldegespräche ebenfalls im Zeitraum 15. bis 19. Februar 2021 statt. Unter Corona-Schutz-Bestimmungen trifft man sich in Präsenz in der Schule. Zur Vorbereitung dieser Gespräche wird dieses Jahr schon vorab eine digitale Anmeldung mit Terminabsprache angeboten. Nähere Informationen sind der Homepage www.realschule-hueckeswagen.de zu entnehmen, auf der alle zu beachtenden und wichtigen Informationen für die Eltern ersichtlich sind. Telefonische Rückfragen sind unter 02192 2304 möglich.

Stadt erhält weitere 3,85 Mio Euro aus dem DigitalPakt

Schulen bekommen Fördermittel für die IT-Ausstattung der Klassenräume

Ein erneuter Zuwendungsbescheid zur Digitalisierung der Schulen hat jetzt die Stadt Solingen erreicht: Der Antrag der Schulverwaltung auf Fördermittel in Höhe von 3.853.569 Euro wurde von der Bezirksregierung Düsseldorf bewilligt. Für Schuldezernentin Dagmar Becker ist dies „ein Beleg, dass wir die Mittel aus dem DigitalPakt konsequent und zügig abrufen“. Nachdem alle 40 Solinger Schulen an insgesamt 56 Standorten ans Breitbandnetz angebunden und verkabelt worden sind, werden sie nun mit Endgeräten und Präsentationstechnik ausgestattet.

Bereits Anfang September hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer der Klingenstadt als einer der ersten DigitalPakt-Kommunen einen Förderbescheid in Höhe von rund 3,15 Mio Euro für schnelles Internet und moderne Computernetzwerke überreicht. Für die 3500 i-Pads für bedürftige Schüler:innen gab es für Solingen 1,3 Mio Euro zusätzliche Soforthilfen aus dem DigitalPakt. Für insgesamt 2,4 Mio hat die Stadt diese iPads bereits vor den Sommerferien bestellt, um die Schulen zum Schuljahresbeginn zu versorgen. Die Endgeräte für Lehrkräfte konnten anschließend bestellt werden, nachdem das Land 885.000 Euro dafür bereitgestellt hat. Dank eines intensiv erarbeiteten Antrags mit überzeugender Planung erhält die Stadt nun weitere Fördermittel in Millionenhöhe.

„Die Investition in Bildung hat für uns in Solingen höchste Priorität.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen

Mit den Mitteln aus dem DigitalPakt investiert die Stadt in die IT-Infrastruktur aller Grund- und weiterführenden Schulen. Dazu zählen die flächendeckende Vernetzung, digitale Präsentationtechnik wie Beamer und Whiteboards sowie schulgebundene mobile Endgeräte wie Laptops oder Tablets. Solingen finanziert mit den zugeteilten Fördermitteln aus dem DigitalPakt zudem den weiteren Aufbau der Inhouse-Verkabelung und mit 2000 Routern die Verbesserung der digitalen Vernetzung durch flächendeckendes WLAN in den Schulgebäuden und auf dem Schulgelände.

„Die Investition in Bildung hat für uns in Solingen höchste Priorität“, stellte Oberbürgermeister Tim Kurzbach einmal mehr klar. Der bis 2029 fortgeschriebene Schulentwicklungsplan sehe insgesamt eine Investition von 290 Millionen Euro vor, um der wachsenden Anzahl von Schülerinnen und Schülern gerecht zu werden, den erheblichen Sanierungsstau abzuarbeiten und die Schulen zukunftsfähig zu machen. Denn die rund 20.000 Solinger Schülerinnen und Schüler brauchen gut ausgestattete Klassenräume mit Zugang zu digitalem Unterricht.

Kompromiss zwischen Stadt, Sportbund und Vereinen

Vergangenen Montag wurde zwischen Stadtverwaltung Remscheid, SG Hackenberg, BV 1910 Remscheid, RSV, Sportbund Remscheid und dem FC Remscheid ein Kompromiss erarbeitet, der die kurzfristige Errichtung eines Kunstrasenplatzes am Hackenberg vorsieht.

Der erarbeitete Kompromiss wurde von der Leiterin des Sportbundes, Emel Dutkun, im Sportausschuss Remscheid vorgestellt. Ein Kunstrasenplatz am Sportzentrum Hackenberg statt eines Stadionneubaus ist als eine zentrale Übereinkunft zu sehen. Emel Dutkun weckte gar die Hoffnung, dass die SG Hackenberg ihr traditionelles Pfingstturnier 2022 bereits auf Kunstrasen statt auf Asche durchführen könne. Weiter spannend bleibt es noch für BV 1910 Remscheid, die Vergabe der Dreiviertelmillion Euro an Fördermitteln aus dem „Investitionspakt Sport“ für die Spielstätte Neuenkamp wird jedoch noch diesen Monat erwartet.

„Im Hinblick auf die derzeitige Situation des DOC und der Problematik einiger anderer Sportvereine, haben wir uns seitens des FCR entschlossen uns solidarisch auf den Kompromiss der Stadt, des Sportbundes und der Vereine einzulassen. Unsere primäre Wunschvorstellung ist der Verbleib im Röntgen-Stadion sowie der Heimat-Sportstätte am Lüttringhauser Jahnplatz“, kommentierte Ralf Niemeyer, Vorsitzender des Landesligisten FC Remscheid den erzielten Kompromiss. Gleichwohl erwartet der FCR Sicherungsarbeiten am Röntgen-Stadion, so lange ein Abriss aufgrund der beständigen Verzögerungen beim DOC noch nicht terminiert ist.

Bilanz 2020: Führerscheinstelle bearbeitete 15.500 Anträge

Die Beschäftigten der Führerscheinstelle des Ennepe-Ruhr-Kreises haben – coronabedingt – in 2020 rund 1.500 weniger Anträge als im Vorjahr bearbeitet. Insgesamt gingen rund 15.500 Wünsche auf das erstmalige Ausstellen einer Fahrerlaubnis oder den Umtausch älterer Führerscheinmodelle in den EU-Kartenführerschein, auf Verlängerungen für die Berechtigung, Lastkraftwagen lenken zu dürfen, oder Wünsche nach einem internationalen Führerschein über ihre Schreibtische.

„Erfreulicherweise sind viele Bürger unserem Aufruf gefolgt und haben möglicherweise geplante aber noch nicht notwendige Umtäusche von Führerscheinen verschoben. Zudem haben wir deutlich weniger internationale Führerscheine ausgestellt“, nennt Christian Götte, Leiter der Führerscheinstelle, Gründe für den Rückgang.

Mit der Lizenz zum Fahren in der Tasche fielen in den vergangenen zwölf Monaten 621 (Vorjahr 634) Bürger als zu wenig verantwortungsbewusst auf. Sie mussten nach Verstößen den Verlust der Fahrerlaubnis verkraften und wurden durch Gerichte oder die Führerscheinstelle zum Laufen „verurteilt“.

Alkohol am Steuer wird vielen zum Verhängnis

Klarer Spitzenreiter bei den Gründen für diese Entscheidung: Alkohol am Steuer. In sechs von zehn Fällen hatten die Fahrer mehr oder weniger zu tief ins Glas geschaut. Auf den Plätzen folgen Drogen (30 Prozent) sowie Unfallflucht oder Nötigung (10 Prozent). „Allerdings“, weist Götte, auf einen altersspezifischen Unterschied hin, „bei Fahrern bis 25 Jahren ist das Verhältnis von Drogen und Alkohol genau umgekehrt.“

Gedanken über ihre Fahrerlaubnis mussten und müssen sich auch hartnäckige Verkehrssünder machen. Rund 2.170 Personen erhielten 2020 von der Führerscheinstelle den wenig erfreulichen Hinweis: „Vorsicht mit den Punkten in Flensburg.“ Noch unerfreulicher waren die Nachrichten für 101 (97) Kreisbürger, sie überzogen ihr Konto beim Kraftfahrtbundesamt und mussten ihre Fahrerlaubnis abgeben.

In der Spalte „Fahranfänger“ weist die Statistik 529 Neulinge (541) aus, die innerhalb der Probezeit einmal oder sogar mehrfach auffielen. 35 (37) überstanden ihre Probezeit nicht. Völlig unauffällig bewegten sich hingegen die rund 1.500 Jugendlichen, die sich für das begleitete Fahren ab 17 Jahren entschieden hatten. In keinem Fall musste die Fahrerlaubnis widerrufen werden.

Zwei neue Regelungen stechen heraus

Immer wieder erhält die Führerscheinstelle auch Hinweise auf Senioren, bei denen Zweifel an der Fahrtüchtigkeit bestehen. „Rund 250 Meldungen bedeuten in diesem Bereich im Vergleich zu 2019 Konstanz“, zieht Götte auch hier eine Jahresbilanz.

Zwei Änderungen, die 2020 Einzug in das Führerscheinrecht hielten, hebt er besonders hervor: Zum einen hatte der Bund beschlossen, erfahrenen Autofahrern das Führen von Motorrädern bis 125 ccm auf vergleichsweise einfache Art zu ermöglichen. Zum anderen kann der Führerschein der Klasse AM in Nordrhein-Westfalen jetzt bereits von 15-jährigen gemacht werden.

„Das Angebot, mit wenigen Stunden Theorie und Praxis aber ohne Prüfung auch auf ein Zweirad mit maximal 125 Kubik steigen zu dürfen, wird gut angenommen. Demgegenüber zeigen die 15-jährigen nur wenig Interesse am Führerschein der Klasse AM (u. a. 50er Roller). Hiervon haben wir im letzten Jahr insgesamt und altersübergreifend nur 120 ausgegeben“, so Götte.

Kein Behördengang ohne Termin

Hinter den Beschäftigten der Führerscheinstelle liege ein bewegtes Jahr mit zahlreichen Corona- Sonderregeln vor allem für Berufskraftfahrer und Ausnahmesituationen für die Fahrschulen inklusive Nebenwirkungen für die Behörde.

Und auch für die kommenden Wochen und wohl auch Monate sei man vom eigentlich gewohnten Standard – einfach vorbeikommen und Angelegenheit in wenigen Minuten erledigen – noch weit entfernt. „Bis auf weiteres geht ohne vorherige Terminvereinbarung leider nichts. Mit diesem Verfahren können wir die Zahl der Besuche steuern und Mitarbeiter und Bürger schützen.

Hohe Arbeitsqualität

Beleg für die gute Arbeit der Mitarbeiter der Führerscheinstelle sind auch die Ausgänge der Gerichtsverfahren. Vor Verwaltungsgericht und Oberverwaltungsgericht wurden 2020 44 (47) Verfahren abgeschlossen. Die Versuche der Betroffenen, die mit den Entscheidungen des Ennepe-Ruhr-Kreises nicht einverstanden waren, blieben dabei fast ausnahmslos erfolglos.