NABU: Deutschlands Wintervögel werden zum 11. Mal gezählt

Besonderes Augenmerk liegt auf der Blaumeise. Es ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und jeder kann dabei sein: vom 8. bis 10. Januar findet die „Stunde der Wintervögel“ statt, die der NABU zusammen mit seinem bayerischen Partner LBV organisiert. Bereits zum 11. Mal sind Vogelfreunde dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel von Wohnung, Haus oder Garten aus zu erfassen und zu melden, um eine detaillierte Momentaufnahme der Vogelwelt in den Städten und Dörfern zu ermöglichen.

Bei der „Stunde der Wintervögel“ im Januar 2020 hatten sich 143.000 Vogelfreunde an der Zählung beteiligt und Daten von fast 100.000 Zählpunkten übermittelt. „Es wäre nicht überraschend, wenn diese Rekordbeteiligung während des gegenwärtigen Corona-Lockdowns noch übertroffen würde“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Die Erfahrungen aus dem ersten Lockdown im vergangenen Frühjahr haben gezeigt, dass die Natur vor der Haustür von vielen Menschen wieder mehr wahrgenommen und geschätzt wird, wenn es nicht möglich ist in die Ferne zu schweifen. Je mehr Menschen an der Zählung teilnehmen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“

Die winterlichen Vogelzahlen hängen stark von der Winterung ab, das konnten die Experten des NABU anhand der bisherigen Ergebnisse nachweisen. In kalten und schneereichen Wintern kommen deutlich mehr Vögel in die Nähe der Menschen. Die lange Reihe zunehmend milder Winter führte dementsprechend zuletzt zu sinkenden Wintervogelzahlen.

Stunde der Wintervögel mit Rekordbeteiligung

Besondere Aufmerksamkeit bekommt die Blaumeise in diesem Winter geschenkt: Im vergangenen Frühjahr trat in weiten Teilen Deutschlands eine vom Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie auf, der Tausende Vögel dieser Art zum Opfer fielen. „Insbesondere dort, wo viele tote Blaumeisen registriert wurden, wurden deutlich weniger Blaumeisen gezählt“, erklärt NABU-Vogelexperte Lars Lachmann. „Es ist nun spannend herauszufinden, ob dieser Effekt auch im Winter noch spürbar ist.“

Die winterlichen Gartenvögel zählen mit zu den beliebtesten Vogelarten Deutschlands. Das zeigt auch das Vorwahlergebnis bei der ersten öffentlichen Wahl zum „Vogel des Jahres“. Mit Stadttaube, Rotkehlchen, Amsel, Blaumeise und Haussperling stehen fünf Wintervögel aus den Gärten auf den ersten zehn Rängen, die zur Teilnahme an der Hauptwahl berechtigen. Die beginnt nach der „Stunde der Wintervögel“ ab dem 18. Januar 2021.

Mitmachen bei der „Stunde der Wintervögel“ ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel am Futterplatz, vom Garten, Balkon oder Fenster aus oder im Park zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 18. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 9. und 10. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 geschaltet. Auch über die NABU-App „Vogelwelt“ (Download unter www.NABU.de/vogelwelt) kann gemeldet werden.

Die „Schulstunde der Wintervögel“ findet vom 11. bis 15. Januar statt. Die Klassen und Gruppen können an der NABU-Vogelzählung teilnehmen und ihre Zählergebnisse bis 18. Januar einsenden oder unter www.NABU.de/onlinemeldung eingeben. Unter allen Einsendungen verlost die NAJU tolle Preise. Alle Infos, Materialien und Aktionsideen: www.NAJU.de/sdw.

Infos zur Aktion unter www.stundederwintervoegel.de

Unfallflucht auf der Wupperstraße

Nach einer Unfallflucht auf der Wupperstraße bittet die Polizei um Hinweise nach dem möglichen Verursacher. Am 28. Dezember hatte der Fahrzeughalter eines grauen BMW Mini sein Fahrzeug auf dem Parkstreifen an der Wupperstraße abgestellt. Als er am Montagnachmittag (4. Januar) zu seinem Mini zurückkehrte, bemerkte er am hinteren Kotflügel der Fahrerseite in Höhe der Rückleuchten eine deutliche Beule. Der Verusacher hatte sich aus dem Staub gemacht, ohne eine Schadensregulierung einzuleiten.

Hinweise

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Wipperfürth unter der Telefonnummer 02261 81990 entgegen.

Grüne fordern Klarheit und Verlässlichkeit für Schulen und Kitas

„So kann es nicht weitergehen“, sagt Jutta Velte, schulpolitische Sprecherin der Remscheider Grünen mit Blick auf die möglichen Vorgaben des Ministeriums für die Schulen. „Kinder, Eltern und Lehrkräfte brauchen Klarheit, Planbarkeit und Verlässlichkeit. Arbeitgeber müssen informiert, die Kinderbetreuung im Lockdown sichergestellt, der Unterricht geplant und wichtige Abschlussklausuren geschrieben werden. Nach den gestrigen Gesprächen zwischen Bund und Ländern ist immer noch nicht klar wie und unter welchen Bedingungen der Unterricht nach dem 11. Januar laufen soll. Die Schulen sollen „weitestgehend“ geschlossen bleiben. Letztendlich entscheiden wird das NRW-Landeskabinett erst in einer heutigen Sondersitzung. Klar ist nur, es wird irgendeine Verlängerung geben – und das seit Langem. Es wäre jetzt endlich an der Zeit, sich nicht in realitätsfernen Überlegungen zu ergehen, sondern endlich den Schulen die Möglichkeit zu geben, angepasst zu agieren. Das gilt selbstverständlich auch für die Situation in den OGSen.“

Ratlosigkeit in Schule und Kita

„Die unübersichtliche Situation setzt sich in den Kitas fort“, ergänzt Ilka Brehmer, familienpolitische Sprecherin der Grünen. „Es gibt bisher weder klare Regeln noch Planbarkeit. Offenbar gibt es in den Ministerien keine Kenntnisse über die realen Situationen in den Familien. Homeoffice kann zur Belastung werden und es sind einmal mehr die Mütter, die jedwede Idee ausbaden müssen.“

Einig sind sich die beiden Ratsfrauen in der Einschätzung, dass unter der Situation insbesondere die Kinder und Familien leiden, die aus einkommensschwachen Familien stammen. Besonders die Kinder von Familien mit Fluchthintergrund sind stark betroffen. Durch den Lockdown fällt der wichtige Kontakt zu den deutschsprachigen Kindern weg und damit die Chance in der neuen Heimat Fuß zu fassen. Das ist tragisch. Besonders schlimm: keines der Ministerien hat diese Kinder auch nur im Blick.

Weihnachtsbaum-Abholtermine stehen fest

Im Bergischen Städtedreieck stehen die Termine für die Abholung der abgeschmückten Weihnachtsbäume fest. Welche Bedingungen in welcher Stadt gelten, haben wir in folgender Übersicht zusammengestellt.

Wuppertal: AWG holt ausrangierte Weihnachtsbäume ab

Abholung startet in der 2. KW im Westen, in der 3. KW im Osten. Bäume müssen für die Kompostierung frei von Schmuck sein.

Auch in diesem Jahr holt die AWG wieder ausrangierte Weihnachtsbäume ab:  

  • im Westen Wuppertals in der 2. Kalenderwoche (ab Montag, 11. Januar 2021)
  • im Osten Wuppertals in der 3. Kalenderwoche (ab Montag, 18. Januar 2021).

Zum entsprechenden Leerungstermin müssen die Bäume zur grauen Restmülltonne gestellt werden. Die entsprechenden Termine finden sich in Ihrem aktuellen Abfallkalender.

Grundsätzliche Vorgabe für die Abholung: Die ausrangierten Bäume müssen frei von Schmuck bzw. Lametta sein. Von Bäumen, die einen Ballen haben, sollte der Benutzer vor dem Herausstellen den Übertopf entfernen und die Erde so gut wie möglich abschlagen. Die AWG bringt die Wuppertaler Weihnachtsbäume zur Kompostierungsanlage der Gesellschaft für Kompostierung und Recycling (GKR) im benachbarten Velbert. Nur entschmückte Weihnachtsbäume können dort fachgerecht kompostiert werden.

Remscheid: Drei verschiedene Termine

Die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) erteilen auch in diesem Jahr den Weihnachtsbäumen eine Abfuhr. Für die Stadtteile Lennep, Lüttringhausen und Alt-Remscheid gelten unterschiedliche Termine.

Los geht es in Lennep am Montag, 11. Januar. Am Mittwoch, 13. Januar, wird in Lüttringhausen eingesammelt. Zuletzt werden die Weihnachtsbäume in Alt-Remscheid am Samstag, 16. Januar, abgeholt.

Die TBR bitten darum, die Weihnachtsbäume am jeweiligen Abholtag bis 7 Uhr gut sichtbar auf dem Bürgersteig – also nicht am Mülltonnenstandort – abzulegen.

Weil die Bäume verwertet werden, werden nur vollständig abgeschmückte Weihnachtsbäume mitgenommen. Weihnachtsbäume über zwei Meter Länge bitte durchsägen!

Solingen: Tannenbäume werden am Freitag abgeholt

Abgeschmückt an Sammelstellen deponieren.

Ausgediente Tannenbäume werden am Freitag, 8. Januar, abgeholt. Sie müssen bis 7 Uhr morgens vor dem Grundstück abgelegt werden. Nachbarschaftliche Sammelstellen erleichtern den Mitarbeitern der Technischen Betriebe ihre Arbeit. Es werden nur komplett abgeschmückte Bäume mitgenommen.

Wegen der Abholung der Bäume verschiebt sich die Restmüllabfuhr in der anschließenden Woche: Die für den 8. vorgesehene Abholung wird am Montag, 11. Januar, nachgeholt, danach erfolgt jede Abholung einen Tag später, bis die Freitags-Leerung am Samstag, 16. Januar, nachgeholt ist.  

Die Änderungen sind auch dem Abfallkalender der Stadt und dem Abfall-Navi zu entnehmen: www.solingen.de/tbs/inhalt/abfallnavi/

Corona-Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat gemeinsam mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder die weiteren Corona-Regeln beschlossen. Diese müssen jetzt wieder in eine Coronaschutzverordnung des Landes eingefasst werden, um in geltendes Recht umgesetzt zu werden.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder fassen folgenden Beschluss:

Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 5. Januar 2021

BESCHLUSS

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder fassen folgenden Beschluss:

Die Corona-Pandemie hat auch das Weihnachtsfest und den Jahreswechsel 2020/2021 geprägt. Viele Bürgerinnen und Bürger haben auf für sie gerade in dieser Zeit wichtige Begegnungen verzichtet, um sich und andere zu schützen. Dafür danken wir allen sehr.

Dennoch ist die Belastung im Gesundheitswesen hoch und weiter gestiegen. Dem unermüdlichen Einsatz der medizinischen und Pflegefachkräfte, Ärztinnen und Ärzte und aller anderen, die in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Gesundheitsämtern ihren Dienst tun, gilt unser Dank und unsere besondere Anerkennung.

Mit der Mobilisierung aller Kräfte von Wissenschaft und Forschung ist es in Rekordzeit gelungen, Impfstoffe mit guter Verträglichkeit und hoher Wirksamkeit zu entwickeln, zu testen und zum Einsatz zu bringen. Dafür gebührt allen Beteiligten Dank und Anerkennung. Bund und Länder haben seit Beginn der Pandemie darauf gesetzt, diese durch die zügige Entwicklung von Impfstoffen zu bewältigen. Mit den nunmehr verfügbaren Impfstoffen gibt es eine Perspektive für eine Normalisierung unseres Alltags und die Rückkehr zu einem Leben ohne pandemiebedingte Einschränkungen.

Bund und Länder begrüßen ausdrücklich die gemeinsame Impfstoffbestellung der Europäischen Union und das Ziel, den Impfstoff gemeinsam für alle 27 Länder der EU zu sichern. In Zeiten der weltweiten Pandemie verhindern nationale Alleingänge wirkungsvollen Gesundheitsschutz.

Die vor uns liegenden Monate Januar, Februar und März werden jedoch noch erhebliche Geduld und Disziplin aller erfordern. Die Wintermonate begünstigen durch die saisonalen Bedingungen die Ausbreitung des Virus und die Impfungen werden sich erst dann auf die Infektionsdynamik dämpfend auswirken, wenn auch ein größerer Teil der jüngeren Bevölkerung geimpft ist.

Mit Besorgnis betrachten Bund und Länder die Entwicklung von Mutationen des SARSCov2-Virus. Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern ist es, den Eintrag und die Verbreitung von Virusvarianten mit eventuell ungünstigeren Eigenschaften möglichst weitgehend zu begrenzen.

Eine präzise Einschätzung der Entwicklung des Infektionsgeschehens ist am Beginn des neuen Jahres außerordentlich schwierig. Aufgrund der zahlreichen Feiertage kann es zu Test- und Meldeverzögerungen gekommen sein. Darüber hinaus zeigen sich die Auswirkungen des besonderen Besuchs- und Reiseverhaltens während der Feiertage erst später im Infektionsgeschehen. Es ist davon auszugehen, dass die derzeitigen Meldezahlen das tatsächliche Infektionsgeschehen tendenziell zu gering abbilden. Sicher kann jedoch gesagt werden, dass das Infektionsgeschehen deutschlandweit noch auf viel zu hohem Niveau ist.

In gut drei Viertel der 410 Landkreise und Stadtkreise liegt die 7-Tage-Inzidenz bei über 100 (292 Landkreise/Stadtkreise). Dort hat es also in den letzten sieben Tagen mehr als 100 neue Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern gegeben. Über 70 Land- bzw. Stadtkreise weisen eine Inzidenz von über 200 auf. Deshalb ist es unter Abwägung aller gesundheitlichen, wirtschaftlichen und sozialen Faktoren erforderlich, über den 10. Januar hinaus die weitgehenden Beschränkungen aufrecht zu erhalten. Gemäß der Hotspotstrategie werden in allen Regionen, die ein besonders hohes Infektionsgeschehen aufweisen, weitere beschränkende Maßnahmen umgesetzt.

Ziel von Bund und Ländern bleibt es, die 7-Tage-Inzidenz auf unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner zu senken, um die Gesundheitsämter – unterstützt von Bund und Ländern – wieder in die Lage zu versetzen, die Infektionsketten nachzuvollziehen und Quarantäne für Kontaktpersonen 1 anzuordnen. Zur Beurteilung aller Aspekte der Pandemie werden weitere Indikatoren ebenfalls intensiv betrachtet, wie die Belastung des Gesundheitssystems oder der Impffortschritt, sowie insbesondere solche Indikatoren, die zusätzliche Aussagen zur Infektionsdynamik ermöglichen, wie der r-Wert oder die Verdopplungszeit.

Vor diesem Hintergrund vereinbaren die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder:

  1. Die bestehenden Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bleiben weiterhin gültig. Alle bis zum 10. Januar 2021 befristeten Maßnahmen, die auf gemeinsamen Beschlüssen beruhen, werden die Länder in den entsprechenden Landesverordnungen bis zum 31. Januar 2021 verlängern. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bitten alle Bürgerinnen und Bürger dringend, auch in den nächsten drei Wochen alle Kontakte auf das absolut notwendige Minimum zu beschränken und soweit möglich zu Hause zu bleiben.
     
  2. In Erweiterung der bisherigen Beschlüsse werden private Zusammenkünfte im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit maximal einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person gestattet.
     
  3. Betriebskantinen werden geschlossen wo immer die Arbeitsabläufe es zulassen. Zulässig bleibt die Abgabe von mitnahmefähigen Speisen und Getränken. Ein Verzehr vor Ort ist untersagt.
     
  4. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber werden dringend gebeten großzügige Home- Office-Möglichkeiten zu schaffen, um bundesweit den Grundsatz „Wir bleiben zuhause“ umsetzen zu können.
     
  5. In Landkreisen mit einer 7-Tages-Inzidenz von über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern werden die Länder weitere lokale Maßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz ergreifen, insbesondere zur Einschränkung des Bewegungsradius auf 15 km um den Wohnort, sofern kein triftiger Grund vorliegt. Tagestouristische Ausflüge stellen explizit keinen triftigen Grund dar.
     
  6. Für Alten- und Pflegeheime sind besondere Schutzmaßnahmen zu treffen. Hohe Inzidenzen in der älteren Bevölkerung und zahlreiche Ausbrüche in solchen Einrichtungen in den letzten Wochen trotz aller bereits getroffenen Maßnahmen wie der Umsetzung von Hygienekonzepten und der Bereitstellung von Schutzausrüstung haben dies noch einmal verdeutlicht. Mindestens bis die Impfungen mit beiden Impfdosen in den Einrichtungen abgeschlossen sind und die Personen eine entsprechende Immunität aufgebaut haben, kommt den Schnelltests beim Betreten der Einrichtungen eine besondere Bedeutung zu. Deshalb haben die Länder auf Grundlage des gemeinsamen Beschlusses vom 13. Dezember 2020 eine verpflichtende Testung mehrmals pro Woche für das Personal in den Alten und Pflegeeinrichtungen sowie für Besucherinnen und Besucher in Regionen mit erhöhter Inzidenz angeordnet. Vielfach fehlen in den Einrichtungen die personellen Kapazitäten, solche Schnelltests vor Ort durchzuführen, obwohl die Abrechnung sowohl der Anschaffung als auch der Testdurchführung über die Testverordnung des Bundes sichergestellt ist. Die Einrichtungen sind in der Verantwortung, eine umfassende Umsetzung der Testanordnung sicherzustellen. Unterstützend werden Bund und Länder aufbauend auf bestehenden Maßnahmen der Länder eine gemeinsame Initiative starten, um Freiwillige vorübergehend zur Durchführung von umfangreichen Schnelltests in die Einrichtungen zu bringen. Die Hilfsorganisationen in Deutschland haben bereits zugesagt, die entsprechenden Schulungen zu übernehmen. Die kommunalen Spitzenverbände werden dabei koordinieren, um den regionalen Bedarf zu klären und die Bundesagentur für Arbeit wird die Vermittlung unterstützen. Diese Initiative soll auch Einrichtungen der Eingliederungshilfe unterstützen.
     
  7. Das Robert-Koch-Institut prüft sorgfältig die Berichte über neue Mutationen mit veränderten Eigenschaften des Virus, etwa in Hinblick auf eine erhöhte Ansteckungsgefahr oder Schwere des Verlaufs in verschiedenen Altersgruppen. Gemeinsames Ziel von Bund und Ländern ist es, den Eintrag von Mutationen mit möglichen pandemieverschärfenden Eigenschaften aus dem Ausland möglichst stark einzudämmen, solche Mutationen in Deutschland durch verstärkte Sequenzierung zu entdecken und deren Ausbreitung durch priorisierte Nachverfolgung und Quarantäne möglichst weitgehend zu begrenzen. Das Bundesministerium der Gesundheit wird auf Basis des 3. Bevölkerungsschutzgesetzes zur verstärkten Sequenzierung eine Verordnung erlassen. Bei nicht vermeidbaren Einreisen aus Gebieten, in denen solche mutierten Virusvarianten vorkommen, wird die Bundespolizei die Einhaltung der besonderen Einreisebestimmungen verstärkt kontrollieren. Die Länder stellen sicher, dass die Kontrolle der Quarantäne in solchen Fällen ebenfalls verstärkt mit besonderer Priorität wahrgenommen wird, ebenso die Nachverfolgung von Fällen beim Auftreten solcher Virusvarianten in Deutschland.
     
  8. In den bisherigen Beschlüssen der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder wurde von einem Impfbeginn in 2021 ausgegangen. Nunmehr war es aufgrund einer frühen Zulassung des Impfstoffes von BioNTech / Pfizer und Bereitstellung der Infrastruktur durch die Länder möglich, bereits am 27. Dezember 2020 in allen Ländern mit dem Impfen zu beginnen. 1,3 Millionen Dosen des Impfstoffes wurden bis Jahresende an die Länder ausgeliefert, knapp 2,7 Millionen weitere Dosen folgen bis zum 1. Februar 2021, so dass bis zu diesem Datum ca. vier Millionen Impfdosen ausgeliefert werden können. Der Bund wird den Ländern auf Grundlage der Herstellermeldungen verlässliche Lieferzeiten übermitteln, um ein abgesichertes Terminmanagement vor Ort zu ermöglichen.

    Bis spätestens Mitte Februar wird allen Bewohnerinnen und Bewohnern von stationären Pflegeeinrichtungen ein Impfangebot gemacht werden können. Dies ist nicht zuletzt wegen der hohen Fallzahlen und der schweren Verläufe im Bereich dieser Einrichtungen ein wichtiges erstes Zwischenziel der Impfkampagne.

    Ziel ist es, die anfangs eingeschränkten Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhöhen. Dazu unterstützen der Bund und das Land Hessen BioNTech nach Kräften dabei, dass noch im Februar in einem neu eingerichteten Werk in Marburg die Produktion genehmigt und begonnen werden kann. Der Bund wird auch darüber hinaus mit den Herstellern darüber sprechen, wie schnellstmöglich weitere Produktionskapazitäten für Impfstoffe aufgebaut werden können.

    Im 1. Quartal 2021 ist mit der Zulassung weiterer Impfstoffe und in der Folge mit der Auslieferung weiterer Impfdosen zu rechnen.
     
  9. Der Betrieb von Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen hat höchste Bedeutung für den die Bildung der Kinder und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Eltern. Geschlossene Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen, ausgesetzte Präsenzpflicht bzw. Distanzunterricht in Schulen über einen längeren Zeitraum bleibt nicht ohne negative Folgen für die Bildungsbiographien und die soziale Teilhabe der Kinder und Jugendlichen. Dennoch müssen die von den Ländern ergriffenen Maßnahmen auch in diesem Bereich entsprechend des Beschlusses vom 13. Dezember 2020 bis Ende Januar verlängert werden.
     
  10. Angesichts der SARS-CoV2-Pandemie kann der bestehende Anspruch in manchen Fällen nicht ausreichen. Deshalb wird der Bund gesetzlich regeln, dass das Kinderkrankengeld im Jahr 2021 für 10 zusätzliche Tage pro Elternteil (20 zusätzliche Tage für Alleinerziehende) gewährt wird. Der Anspruch soll auch für die Fälle gelten, in denen eine Betreuung des Kindes zu Hause erforderlich wird, weil die Schule oder der Kindergarten bzw. die Klasse oder Gruppe pandemiebedingt geschlossen ist oder die Präsenzpflicht im Unterricht ausgesetzt bzw. der Zugang zum Kinderbetreuungsangebot eingeschränkt wurde.
     
  11. Die Beschränkungsmaßnahmen wurden in allen Bereichen durch umfangreiche finanzielle Hilfsprogramme des Bundes und der Länder begleitet. Durch Abschlagszahlungen wurden bisher über eine Milliarde Euro an Novemberhilfe durch den Bund an Betroffene ausgezahlt. Die vollständige Auszahlung der beantragten Novemberhilfe über die Länder erfolgt spätestens ab dem 10. Januar 2021. Anträge für die Dezemberhilfe können seit Mitte Dezember 2020 gestellt werden, die ersten Abschlagszahlungen erfolgen seit Anfang Januar. Nunmehr kommt insbesondere der Überbrückungshilfe III des Bundes besondere Bedeutung zu. Dabei wird je nach Umsatzrückgang und Betroffenheit ein bestimmter Prozentsatz der fixen Kosten bis zu einer Höhe von maximal 500.000 Euro pro Monat erstattet. Es werden Abschlagszahlungen möglich gemacht. Erste reguläre Auszahlungen im Rahmen der bis Ende Juni 2021 laufenden Überbrückungshilfe III werden durch die Länder im ersten Quartal 2021 erfolgen. Nachdem der Bund die Voraussetzungen geschaffen hat, werden Bund und Länder die Auszahlungen so schnell wie möglich realisieren.
     
  12. Für Einreisen aus Risikogebieten nach Deutschland soll zukünftig grundsätzlich neben der bestehenden zehntägigen Quarantänepflicht, die vorzeitig beendet werden kann, sobald ein negatives Testergebnis eines frühestens am fünften Tag der Quarantäne erhobenen Coronatests vorliegt, zusätzlich eine Testpflicht bei Einreise eingeführt werden (Zwei-Test-Strategie). Der Testpflicht bei Einreise kann durch eine Testung binnen 48 Stunden vor Anreise oder durch eine Testung unmittelbar nach Einreise nachgekommen werden. Die Musterquarantäneverordnung wird entsprechend angepasst und von den Ländern in ihren entsprechenden Verordnungen zum 11. Januar 2021 umgesetzt1. Der Bund wird über die seit August 2020 bestehende Testpflicht hinaus auf der Grundlage des 3. Bevölkerungsschutzgesetzes gesonderte Regeln insbesondere zur Testpflicht vor Einreise für besondere Risikogebiete erlassen, von denen aufgrund von der Verbreitung von Mutationen des Virus oder besonders hoher Inzidenzen ein besonderes Eintragsrisiko besteht. Bund und Länder weisen noch einmal eindrücklich darauf hin, dass Reisen in Risikogebiete ohne triftigen Grund unbedingt zu vermeiden sind und dass neben der Test- und Quarantänepflicht eine Verpflichtung zur digitalen Einreiseanmeldung bei Einreisen aus Risikogebieten besteht.
     
  13. Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder werden im Lichte der weiteren Infektionsentwicklung am 25. Januar 2021 erneut beraten und über die Maßnahmen ab 1. Februar 2021 beschließen.

1 Auf den Beschluss des Oberwaltungsgerichts für das Land NRW (Az 13 B 1770/20 NE) wird hingewiesen, mit dem die Quarantäneverpflichtung mit Freitestmöglichkeiten erst nach 5 Tagen für Personen, die aus vom RKI ausgewiesenen Risikogebieten einreisen, für NRW außer Vollzug gesetzt wurde.

Presseschau 5. Januar 2021

Diese Themen waren am 5. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Die Politik in der Pflicht

Es ist keine Frage, dass die Politik zur Linderung der schlimmsten ökonomischen Pandemiefolgen bereits einiges auf die Beine gestellt hat. Aber spätestens jetzt wäre etwas ganz anderes gefragt: Wir brauchen so etwas wie ein Vertragsangebot des Staates an die Gesellschaft. Dieses müsste endlich hinausgehen über das Versprechen, dass alles irgendwann wieder so werden wird, wie es war. Es ginge um nichts weniger als eine Perspektive. Um den Anstoß zum Wettbewerb der Ideen, wie wir der Krise einen Sinn geben können, indem wir aus ihr lernen. Wir können von Woche zu Woche warten, bis alles so wird wie zuvor. Oder wir nutzen die Zeit, um uns eine Vorstellung zu machen von einem besseren, sichereren, womöglich gerechteren Leben danach.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Saar-Ministerpräsident Hans wirft SPD Beschädigung der Impfbereitschaft vor

Im Koalitionsstreit um die Corona-Impfungen hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) der SPD vorgeworfen, die Impfbereitschaft der Deutschen zu unterwandern. Hans sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch), er habe für die Vorwürfe aus den Reihen der Sozialdemokraten kein Verständnis. „Dieses Verhalten ist für eine Regierungspartei wie der SPD unwürdig.“

Dass es anfangs zu Engpässen beim Impfstoff kommen könne, darauf habe Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) von Anfang an klar hingewiesen und bei der Impfung entsprechende Prioritäten gesetzt. Das Vorgehen sei von der SPD im Corona-Kabinett der Bundesregierung sowie von allen Ländern in der Ministerpräsidentenkonferenz mitgetragen worden. „Es ist daher unfair, jetzt einseitig dem Bundesgesundheitsminister den Schwarzen Peter zuzuschieben. Dieses Herumkritisieren dient einzig und allein der politischen Stimmungsmache gegen einen beliebten Politiker und ist geeignet, die Impfbereitschaft der Deutschen zu beschädigen“, so Hans.

Gefragt sei stattdessen „Geschlossenheit aller politisch Verantwortlichen statt vorzeitig in den Wahlkampf-Modus zu schalten“, betonte der Ministerpräsident. Bund und Länder müssten sich jetzt darauf konzentrieren, „die begonnenen Impfaktionen erfolgreich und reibungsloser als bisher fortzuführen“.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Unnötig – Kommentar von Christian Matz zum Koalitionskrach ums Impfen

Unabhängig davon, ob man die Kritik am Impfstoffmangel in Deutschland für richtig oder für überzogen hält: Der Fragenkatalog des SPD-Ministers Scholz an seinen CDU-Kollegen Spahn ist ein Hammer. Und er lässt nichts Gutes erwarten für das Superwahljahr 2021, in dem sich viele Ministerpräsidenten und einige Kanzlerkandidaten, ob sie schon gekürt sind oder noch nicht, profilieren müssen. Die Fragen, die Scholz aufwirft, sind zwar völlig berechtigt. Der Stil aber erinnert wahlweise an einen Untersuchungsausschuss oder eine Große Anfrage im Parlament – klassisches Instrument der Opposition.

Die SPD ist aber nicht Opposition. Olaf Scholz ist vielmehr Finanzminister und Vizekanzler einer Koalition, in der es genau jetzt auf geschlossenes und entschlossenes Handeln ankäme. Wenn Scholz nach möglichen Versäumnissen fragt, dann muss er auch an seine eigene Partei Briefe schreiben. Die Umsetzung der Impfstrategie obliegt den Ländern; hakt Scholz also auch bei den SPD-Ministerpräsidenten nach, wenn/wo es hakt? Richtet er sich angesichts des Dauerkonfliktherdes Schule demnächst mit einem Fragenkatalog etwa auch an seine Frau Britta Ernst, SPD-Bildungsministerin in Brandenburg und derzeit Vorsitzende der Kultusministerkonferenz? Die Herausforderungen für eine Regierung in der Corona-Pandemie sind gewaltig. In einer Koalition ist Streit grundsätzlich programmiert. Streit kann grundsätzlich Probleme offenlegen und die Dinge voranbringen. Aber ein solch durchsichtiges Manöver und einen solchen Koalitionskrach – das braucht jetzt kein Mensch.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Welt

Trumps Erpressungsversuch: Verhalten gibt Rätsel auf – Kommentar von Frank Herrmann

Das Muster ist bekannt. Donald Trump verhält sich nicht zum ersten Mal wie einer jener von ihm so bewunderten Diktatoren, die sich ungeniert ihrer Macht bedienen, um anderen ihren Willen aufzuzwingen. Diesmal sollte ein Parteifreund in Georgia nachträglich das Ergebnis einer Wahl korrigieren, die mit dem Sieg Bidens geendet hatte. (..) Vielleicht verbringt er die letzten Wochen seiner Präsidentschaft tatsächlich in einer mentalen Festung, zu der nur noch Zugang hat, wer ihn in seinen Ansichten bekräftigt. Bleibt abzuwarten, wie viele Republikaner ihm die Stange halten, wenn der US-Kongress am Mittwoch das Wahlergebnis zu bestätigen hat. http://www.mehr.bz/khs5i

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

Deutschland

Middelberg fordert Studie zu Linksextremismus

Mehr Anhänger, mehr körperliche Gewalt: Innenpolitischer Sprecher der Union will „beunruhigende Entwicklungen“ auf den Grund gehen

Osnabrück. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), fordert die Bundesregierung auf, eine Studie über Linksextremismus in Deutschland auf den Weg zu bringen. Es gebe „neue, beunruhigende Entwicklungen, die einer näheren Untersuchung bedürfen“, sagte Middelberg der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Derzeit gingen zwar die größten Gefahren von Rechtsextremisten und Islamisten aus. Aber auch die Zahl der Linksextremisten steige seit Jahren (auf 33.500 im Jahr 2019). Der Verfassungsschutz zählt damit mehr Links- als Rechtsextremisten (32.100 im Jahr 2019). Zwar sei die Anzahl der linksextremistisch motivierten Gewalttaten zuletzt rückläufig gewesen. Art und Intensität der Taten hätten sich allerdings geändert. „Kam es früher vor allem im Zuge von Demonstrationen zu Ausschreitungen, greifen Linksextremisten heute immer häufiger gezielt Repräsentanten des Staates oder ,politische Gegner‘ an“, erklärte Middelberg. Der früher im linksextremen Lager beschworene Konsens, Gewalt dürfe nur gegen Sachen, nicht aber gegen Personen verübt werden, gelte offenbar nicht mehr. Als Beispiel nennt Middelberg den gewalttätigen Überfall auf eine Immobilienmaklerin in Leipzig im Herbst 2019. Nach zwei versuchten Tötungsdelikten 2019 habe es in diesem Jahr bereits sechs solcher Delikte gegeben.

Middelberg hält deshalb eine „tiefer gehende Analyse“ für notwendig. Die Studie müsste aufklären, warum sich immer mehr Menschen dem Linksextremismus zuwenden und wie die gewandelte Militanz zu erklären ist. Außerdem müssten Ansätze erarbeitet werden, die Entwicklung zu stoppen. „Wir haben es mit einem länderübergreifenden Phänomen zu tun – Linksextremismus-Hotspots finden sich in Hamburg, Berlin und Leipzig. Die Szene ist zudem europäisch und international vernetzt. Daher sollte der Bund vorangehen und eine Studie in Auftrag geben, die Antworten auf diese Fragen gibt“, sagte Middelberg.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Hintergrund zu Matthias Middelberg (CDU): Middelberg warnte als innenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in der Debatte um den Entwurf eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes vor „Missbrauchsmöglichkeiten und möglichen Fehlanreizen“. Er sah die Zuwanderungsmöglichkeit für Menschen aus Nicht-EU-Staaten, die keine Qualifikation und Ausbildungsstelle vorweisen können, kritisch. Der Gesetzentwurf wurde daraufhin mehrfach abgeändert. Was Middelberg als „sehr guten und ausgewogenen Kompromiss“ bezeichnete, diskriminiert Menschen nun aufgrund ihrer Herkunft. Auch bei der Abschiebung von Asylbewerbern sorgte Middelberg für Verschärfungen. Er spricht sich dafür aus, die Maghreb-Staaten Algerien, Marokko und Tunesien zu sicheren Herkunftsstaaten zu erklären. Dies sorgte bei Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und in der Opposition bei den Grünen und den Linken für Kritik, da es in Algerien und Marokko weiterhin zu Menschenrechtsverletzungen komme. Bei aus Seenot geretteten Migranten spricht er sich für eine Reduzierung der Migration aus, indem die Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Transitländern intensiviert wird, sowie Ausschiffungsplattformen an den Mittelmeerküsten. Kommentar von Sascha von Gerishem: Unchristliche, menschenverachtende Ansätze zum Schaden der Schwächsten, während er Klientelpolitik für den rechten Rand betreibt und hufeisenkonform nach links zeigt.

„nd.DerTag“: Primat der Arbeit – Kommentar zu den Lockdown-Maßnahmen vor allem im privaten Bereich

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, heißt ein bekanntes deutsches Sprichwort. Doch in der Pandemie fällt der zweite Teil weitgehend aus. Private Treffen sind nur mit einem weiteren Haushalt möglich, Kultur- und Sportstätten sowie Gastronomie bleiben vorerst geschlossen. Glücklich die, deren liebstes Hobby schon immer Fernsehen, Lesen oder Spazierengehen war. Am Dienstag berieten die Regierungschef*innen nun darüber, den Bewegungsradius der Menschen geografisch zu begrenzen.

Doch während es epidemiologisch kaum interessieren dürfte, ob ich 15 oder 500 Kilometer von Zuhause entfernt allein spazieren gehe, bleibt die Arbeitswelt unangetastet. Nach wie vor dürfen hier unbegrenzt viele Haushalte aufeinandertreffen. Reguliert wird das allein nach Gutdünken der Unternehmen. Nur 14 Prozent der Beschäftigten arbeiteten im „Lockdown“-Monat November überwiegend oder ausschließlich im Homeoffice. Trotzdem werden Infektionszahlen am Arbeitsplatz – außer in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern, Pflegeheimen oder Kitas – laut einer Sprecherin des Robert-Koch-Instituts „nicht erfasst“. Auch das Arbeitsministerium und der Spitzenverband Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung können darüber keine Aussage treffen.

Parallel wird darüber debattiert, Schulen zu öffnen, damit Eltern arbeiten können. Und bis dahin wird von ihnen erwartet, gleichzeitig zu Hause zu arbeiten und auf die Kinder „aufzupassen“ (ergo, sie zu bespaßen und zu unterrichten). Dass uns Daten darüber fehlen, in welchen Branchen ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht, verhindert auch, dass verstärkte Schutzmaßnahmen ergriffen werden – oder ein wirksamer dezentraler Lockdown in bestimmten Branchen verhängt wird.

Stattdessen bleibt uns der Lockdown des Privaten und die Behauptung, dort liege das höchste Infektionsrisiko. Richtig ist: Wir wissen es nicht.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Wirtschaft und Finanzen

Post-Pandemie-Preisschock, Kommentar zu den Inflationserwartungen von Stefan Reccius

Unpräzise, teuer, kontraproduktiv: Die Kritik an der Bundesregierung für die vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer reißt nicht ab – zu Recht. Trotz hoher Kosten ist der Effekt verpufft wie bei einem Feuerwerk: viel Spektakel, kaum Substanz. Sicher, der Handel hat die gerade ausgelaufene Steuersenkung überwiegend an die Kunden weitergereicht und für etwas Ersparnis gesorgt. Auch lockten Kfz-Händler manchen Kunden mit Extrarabatten ins Autohaus. Unter dem Strich fällt die Bilanz der Mehrwertsteuersenkung aber ernüchternd aus. Mehr noch: In Kombination mit anderen Faktoren dürfte der Schuss nach hinten losgehen, weil er einer Rückkehr der Inflation Vorschub leistet.

Am Montag veröffentlichte Analysen von Ifo-Institut und DZ Bank zu Konsum- und Sparverhalten im Krisenjahr zeigen: Steuerausfällen von 20 Mrd. Euro, verursacht durch die Mehrwertsteuersenkung, steht ein Konsumplus von 6,3 Mrd. Euro gegenüber, 0,6 Prozent höheren Privatausgaben eine um fast die Hälfte emporgeschossene Sparquote von 16 Prozent – nicht gerade die Definition von Konsumfreude. Wie auch, wenn Restaurants, Hotels und Läden schließen müssen, Airports zu Flugzeugparkplätzen werden und jene um Jobs und Gehalt bangen, die ohnehin jeden Euro zweimal umdrehen müssen?

Nicht nur die Mehrwertsteuersenkung hat ihr Verfallsdatum erreicht, auch die konjunkturellen Vorzeichen haben sich fundamental geändert. Mit jeder Impfung rückt Normalität näher, wird Angstsparen zurückgehen, bricht sich aufgestauter Konsum Bahn. Massenarbeitslosigkeit ist dank Kurzarbeit kein Thema. Der Solidaritätszuschlag fällt für 90 Prozent der Steuerzahler weg, was zusätzliche Milliarden freisetzt. Unternehmen werden nach und nach vom Schuldenabbau- in den Investitionsmodus schalten.

Und die Preise erfahren nicht nur auf der Nachfrageseite einen Schub. Die enthemmte Globalisierung ist vorbei, Lieferketten werden lokaler – und Produktionskosten steigen. Der ausgeweitete CO2-Preis wird sich nicht nur umgehend auf den Konten von Verbrauchern und Firmen niederschlagen, sondern auch in einer steigenden Inflationsrate. Gleiches gilt für das Ende der Mehrwertsteuergroßzügigkeit, die zuletzt noch maßgeblich Deflationssorgen geschürt hat.

In den siebziger Jahren wähnten sich viele schon einmal in dem Irrglauben, die Inflation wäre überwunden. Dann kam der Ölpreisschock samt ruckartig steigender Inflation und Zinsen. Die Euro-Hüter müssen wachsam sein, damit der Post-Corona-Boom nicht in einem Post-Pandemie-Preisschock verglüht.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Atempause, Kommentar zum Touristikkonzern Tui von Carsten Steevens

In keiner Tui-Hauptversammlung seit 2013 hat man den Optimisten Friedrich Joussen angestrengter und abgekämpfter erlebt als beim ersten virtuellen Aktionärstreffen des Touristikkonzerns. Nahezu emotionslos und weitgehend wortgetreu verlies der Vorstandsvorsitzende den vorgefertigten Redetext und auch die Antworten auf rund 50 vorab eingereichte Fragen von Aktionären und Aktionärsvertretern. Die Folgen der Corona-Pandemie und ihre Bewältigung haben Substanz gekostet. Für die Tui ging und geht es um die Existenz.

Für den Tourismus war 2020 ein Horrorjahr. Reisebeschränkungen haben der Branche zugesetzt und aus der Tui über Nacht ein Unternehmen ohne Produkt und nennenswerten Umsatz werden lassen. Der weltgrößte Touristikkonzern, der, wie Joussen in den vergangenen Monaten immer wieder betonte, vor der Pandemie ein kerngesundes Unternehmen war, das in das Geschäft investierte, Schulden aus der Vergangenheit reduzierte und attraktive Dividenden zahlte, geriet zum Stützungsfall.

Für die Bundesregierung „too big to fail“, erhielt die Tui staatliche Hilfen, um den gravierenden Mittelabflüssen zu begegnen und die Liquidität zu sichern. Das Anfang Dezember vereinbarte dritte Finanzierungspaket über insgesamt 1,8 Mrd. Euro hat dem Unternehmen erneut Luft verschafft. Um eine Insolvenz der Tui und einen möglichen Totalverlust ihres Engagements zu vermeiden, hatten die Aktionäre in der außerordentlichen Hauptversammlung am Dienstag keine andere Wahl, als zuzustimmen. Wäre schon einer der Beschlussvorschläge nicht gefasst worden, hätte etwa die geplante Kapitalerhöhung um rund 500 Mill. Euro, an der sich auch der russische Großaktionär Mordaschow beteiligen will, nicht umgesetzt werden können. Damit wiederum wäre die Rückzahlung einer im Oktober fälligen 300-Mill.-Euro-Anleihe akut gefährdet gewesen.

Die Tui und ihre Geldgeber setzen darauf, dass Impfstoffe gegen das Coronavirus vom kommenden Sommer an zu einer Wiederbelebung des internationalen Reisegeschäfts und zu einer kurzfristigen Rückkehr des Unternehmens zu profitablem Betrieb führen werden. Doch die Annahmen sind mit großen Unsicherheiten behaftet. Wann die Tui an das Vorkrisengeschäft anknüpfen kann, ist offen. Die im Verlauf der Krise deutlich gestiegene Verschuldung belastet das Unternehmen, die Refinanzierungsrisiken sind weiterhin beträchtlich. Das Geschäftsmodell mag intakt sein, eine Investition in die Tui bleibt 2021 aber mit hohen Risiken verbunden.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Presseschau 4. Januar 2021

Diese Themen waren am 4. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

SPD-Fraktionsvize Wiese rechnet mit weiteren Sperrungen im Sauerland

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Dirk Wiese, rechnet am kommenden Wochenende erneut mit einem Ansturm auf die Skigebiete in seinem sauerländischen Wahlkreis. Wiese sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Dienstag): „Es wird ein Kraftakt, dass man dies gemeinsam in den Griff bekommt. Wenn Appelle nicht reichen, dann wird es ohne weitere Sperrungen nicht gehen.“

Scharf ging Wiese mit einigen Ausflüglern ins Gericht: „Manche haben scheinbar für ein Foto mit dem Hashtag Winterberg auf Instagram jedweden Anstand verloren.“ Zwar freue man sich grundsätzlich über jeden Besuch im Sauerland. „Aufgrund der aktuellen Corona-Lage wären aber gerade viele Einheimische froh, wenn das im Moment nicht passiert.“

Zugleich betonte der Briloner, Polizei und Ordnungskräfte leisteten Schwerstarbeit, um das tägliche Chaos in den Griff zu bekommen. „Dennoch brauchen wir vor Ort aber auch weiterhin tatkräftige Unterstützung aus ganz Nordrhein-Westfalen. Alleine ist dies nicht zu schaffen“, so Wiese.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Welt

Julian Assange muss sofort freigelassen werden.

„Assange muss sofort freigelassen werden. Und die Kriminalisierung von Enthüllungsjournalismus muss ein Ende haben. Eine wirklich gute Nachricht wäre es, wenn der künftige US-Präsident Joe Biden den Auslieferungsantrag zurückziehen würde. Die Verteidigung westlicher Werte verträgt keinen Aufschub. Nie.“

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Julian Assange – Bedrohte Pressefreiheit

Zusammen mit Assange saß die Pressefreiheit auf der Anklagebank. Denn die Veröffentlichung von Dokumenten, auch wenn sie geheim sind, gehört nun einmal zum investigativem Journalismus. Ein ganz perfides Argument des US-Justizministerium war: Für den Australier gelte nicht der erste, die Pressefreiheit garantierende Zusatz zur amerikanischen Verfassung, weil er kein amerikanischer Staatsbürger sei. Damit eröffnete sich in der Causa Assange die erschreckende Möglichkeit einer globalen Zensur durch US-Behörden. Sollte Assange ausgeliefert werden, würde das einen Präzedenzfall schaffen, nach dem weltweit andere Journalisten angeklagt werden könnten, sollten sie Berichte veröffentlichen, die der amerikanischen Regierung nicht gefallen. Diesen Punkt hat der Londoner Urteilsspruch am Montag leider nicht ausgeräumt.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

MZ zu Assange

Dass der Australier seit Jahren in Hausarrest und Haft dahinvegetiert, ist bereits jetzt eine vollkommen unangemessene Strafe. Und dass die Richterin eine Auslieferung mit dem Hinweis ablehnt, die könne Assange das Leben kosten, spricht Bände. Freilich hat die Richterin Assange nicht unter den Schutz der Pressefreiheit gestellt oder ihn gar zu einem Journalisten erklärt, wie manche hofften. So dürfte sich an seinem Schicksal wenig ändern. Assange wird auf unabsehbare Zeit in Haft bleiben – mit einer ungewissen Zukunft.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

„nd.DerTag“: Koalition der Unwilligen – Kommentar zur Ablehnung der Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange an die USA

Hinter Wikileaks-Gründer Julian Assange liegt ein langer Leidensweg. Bereits seit einem Jahrzehnt wird an dem Australier ein Exempel statuiert. Im Nacken sitzt dem Enthüllungsjournalisten der mächtigste Staat der Welt, der ihn mit allen Methoden zu brechen versucht. Die vorläufige Ablehnung seiner Auslieferung an die US-Justiz durch ein Londoner Gericht ist nur ein erster Lichtblick in einem für die westlichen Demokratien dunklen Kapitel. Die Begründung der Entscheidung mit drohenden unmenschlichen Haftbedingungen weicht der politischen Dimension des Verfahrens aus. Zugleich ist sie ein vernichtendes Urteil für den US-Strafvollzug. Und Großbritannien, das Assange seit fast zwei Jahren ohne Not in einem Hochsicherheitstrakt gefangen hält und ihn damit seelisch und körperlich weiter misshandelt, klagt sich selbst mit an.

Der einzige wirkliche Grund, warum Washingtons Behörden und Dienste Assanges Kopf wollen, ist die Entlarvung von US-Verbrechen während Kriegen, die auf Lügen gebaut waren, Hunderttausende Leben kosteten und eine ganze Weltregion in ein bis heute fortwährendes blutiges Chaos gestürzt haben. Es ist eine Warnung an jeden, der sich mit dem selbst ernannten Weltpolizisten anlegt, seine kriminellen Geheimnisse ans Licht bringt oder dabei als Quelle dient. Nicht nur militärisch hat Washington willige Helfer auf der anderen Seite des Nordatlantiks. Die EU, die sich so gern als Hüter der Werte von Demokratie und Freiheit verkauft, lässt Julian Assange seit Jahren genauso im Stich, wie sie es im Fall des NSA-Whistleblowers Edward Snowden tut, der auf Moskauer Asyl angewiesen ist. Beide haben wohl aus westlicher Sicht die falsche Macht blamiert. Auch Berlin bleibt untätig, verhält sich wie eine Geisel der US-Politik. Das ist ein rechtlicher, moralischer und humanitärer Offenbarungseid.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Watergate II – Kommentar von Friedrich Roeingh zu Trump und den USA

Die Umstände, unter denen Donald Trump das Weiße Haus verlässt, beziehungsweise unter denen er aus dem Amt entfernt werden muss, stehen der Bedeutung seiner Abwahl in nichts nach. Sein Vorstoß, mit allen Mitteln das Wahlergebnis in Georgia fälschen zu lassen, ist schlicht der missglückte Versuch eines Staatsstreichs. Noch hat dieser justiziable Teil seines endlosen Skandalregisters keinen Namen – Watergate II. wäre ohne Zweifel angemessen.

In diesen Tagen entscheidet sich, ob sich die republikanische Partei darauf besinnen wird, die amerikanische Verfassung zu schützen. Oder ob sie die Droge des Trumpismus schon so stark inhaliert hat, dass sie von ihr nicht mehr loskommt. Schon die Ankündigung von elf republikanischen Senatoren und über 100 Mitgliedern des Repräsentantenhauses, Joe Bidens Wahl zum US-Präsidenten nicht anerkennen zu wollen, war ein Menetekel. In der aktuellen Zuspitzung, die sogar zu einer Spaltung der Republikaner führen kann, liegt allerdings auch eine Chance. Sie könnte den Demokraten doch noch zu einer Mehrheit im Senat verhelfen, wenn die Stichwahlen um die beiden noch ausstehenden Sitze – ausgerechnet in Georgia – nun zu ihren Gunsten ausgehen.

Und vielleicht ist gerade die Dramatik der vergangenen Tage dazu geeignet, nun doch noch die überwiegende Mehrheit der Republikaner auf den Pfad der Rechts- und Verfassungstreue zurückzuführen. Am Ende könnte so Donald Trump selbst zum Totengräber des Trumpismus werden. Es geht in diesen Tagen um nicht weniger als um die Zukunft der Demokratie in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Europa

„nd.DerTag“: FKP-Chef Fabien Roussel über die 100-jährige Geschichte seiner Partei: Verlorenes Terrain zurückgewinnen

In einem Interview für die Dienstagausgabe der überregionalen Tageszeitung „nd.DerTag“ erinnert der Vorsitzende der Französischen Kommunistischen Partei, Fabien Roussel, an die 100-jährige Geschichte seiner Partei: „Die Kämpfe gegen Kolonialismus und Apartheid und für die Unabhängigkeit der Völker, die Volksfront 1936 mit bezahltem Urlaub und Betriebsräten, der Widerstand gegen die deutsche Okkupation unter Kommunisten wie Henri Rol-Tanguy oder ‚Oberst Fabien‘, dem 1943 von den Nazis hingerichteten Jean Moulin, der Wiederaufbau Frankreichs 1945, die Schaffung des Sozialversicherungssystem und vieles mehr sind ohne die FKP undenkbar.“ Seine Partei sei auch heute noch ein bedeutender Faktor in den innenpolitischen Auseinandersetzungen in Frankreich, betont Roussel, der seit November 2018 die Führung der FKP innehat und für eine Neuorientierung bei gleichzeitiger Rückbesinnung auf die Wurzeln der zum Jahreswechsel 1920/21 in Tours gegründeten französischen kommunistischen Partei steht.

Der 51-jährige Journalist und Politiker äußert im „nd“-Interview zudem das Ziel, bei den im Frühjahr stattfindenden Regionalwahlen das in den vergangenen Jahren verlorenen gegangene Terrain, Städte und Kommunen, für die FKP zurückzugewinnen, um wieder erfolgreich linke Politik führen zu können, „von der Bekämpfung von Armut bis hin zur Dämpfung des Klimawandels“. Zudem erklärt Roussel, dass seine Partei für die Präsidentschaftswahl 2022 einen eigenen Kandidaten aufstellen will.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Deutschland

Schulen als Verlierer der Pandemie

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Schule wird unweigerlich zu den Verlierern der Corona-Pandemie gehören. Selbst wenn Technik und digitale Lernangebote mustergültig funktionieren sollten (was sicher nicht der Fall ist), wird sich die Schere zwischen Bildungsprivilegierten und -benachteiligten weiter öffnen. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, dass die Bedingungen für Homeschooling äußerst unterschiedlich sind. Im schlechtesten Fall werden die Kinder aus bildungsfernen Haushalten schlichtweg abtauchen, kostenfreie Laptops hin oder her.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur Schule im Lockdown

Für die Pandemie gelten andere Zeitrechnungen. Damit bekommt auch der Satz „Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir“ neue, existenzielle Bedeutung. Er steht nun für die ungeheure Anstrengung, unter Pandemiebedingungen realisierbare und überprüfbare Strategien der Wissensaneignung und Wissensvermittlung zu entwickeln. Viel zu häufig und viel zu leichtfertig wird noch immer von einer Unterbrechung der uns über viele Jahrzehnte bekannten Lebensabläufe gesprochen. Es geht aber nicht um eine Unterbrechung. Es geht um einen erst noch zu formulierenden Neubeginn – und also auch um einen Neubeginn in der Bildung und in der für die Arbeitsfähigkeit und die Chancengleichheit aller grundlegenden Frage der Kinderbetreuung.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

MZ zum Lockdown

Es mag sich profan anhören, aber man muss es sich einfach einmal vergegenwärtigen: Wir haben Wasser, wir haben Strom, wir haben Essen. Wir bekommen Überbrückungshilfen, soweit der Staat sich verschulden kann. Alles Werte, an denen es vielen Menschen auf der Welt mangelt. Was uns oft fehlt, ist Mitgefühl, Nachsicht, Geduld, Bescheidenheit. Wir sind darin weniger geübt, als darin, Forderungen zu stellen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Durchmogeln reicht nicht/Präsenzunterricht wird es so schnell nicht geben. Doch das Homeschooling-Chaos vom Frühjahr darf sich nicht wiederholen. Leitartikel Von Dagmar Unrecht

Eine Verlängerung des Lockdowns, der am heutigen Dienstag wohl bei den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Krise beschlossen wird, hat gravierende Auswirkungen auf den Schulbetrieb. Die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zum Präsenzunterricht ist dahin. Eltern und Schülern droht eine Neuauflage des Homeschooling-Albtraums vom vergangenen Frühjahr. Es ist Aufgabe des Kultusministeriums, dafür zu sorgen, dass sich das Chaos nicht wiederholt: Nötig sind verlässliche und tragfähige Konzepte im Wechsel- und Distanzunterricht, um für die kommenden Monate Klarheit zu schaffen – besonders für die Abschlussklassen. Bayerns oberster Bildungshüter Michael Piazolo muss endlich liefern.

Mitte Dezember hatten Ministerpräsidenten und Kanzlerin als Ziel eine Inzidenz von 50 Neuinfizierten pro 100 000 Einwohnern binnen einer Woche angesetzt, bevor an Lockerungen zu denken sei. Davon sind wir derzeit weit entfernt. Zugleich gibt es immer mehr Stimmen, die eine Inzidenz von maximal 25 fordern. Werte, die im Moment utopisch erscheinen. Auch bei einer Fortsetzung der Laden- und Schulschließungen bis Ende Januar ist das nicht zu schaffen. Damit ist für Schüler und Eltern klar: Es braucht langfristige Lösungen, denn die coronabedingten Einschränkungen werden uns noch monatelang begleiten. Mit einem Durchwursteln an den Schulen bis Ende Januar ist es also nicht getan.

Bayerns Kultusminister Piazolo musste bereits vor den Weihnachtsferien heftige Kritik einstecken, weil er mit unklaren Botschaften mehr Verwirrung als Klarheit stiftete. Dazu kommt die Dauerbaustelle Mebis. Die digitale Lernplattform geht regelmäßig in die Knie – sogar, wenn nur ein Bruchteil der bayerischen Schüler auf sie zugreift. Nachts klappt es noch am besten, ein Treppenwitz. Die Probleme sind seit dem Frühjahr bekannt, behoben wurden sie trotz vollmundiger Versprechen nicht. Vor Weihnachten rüffelte Markus Söder seinen Minister öffentlich und fordert ein reibungsloses Funktionieren des digitalen Lernens bis Januar. Aber daran glaubt niemand, der bisher mit Mebis zu tun hatte.

Doch die technischen Schwierigkeiten sind nur ein Teil des Problems. Es fehlen vor allem nachvollziehbare Lern- und Prüfungspläne für den Unterricht daheim. Vor Weihnachten wurden beispielsweise Schulaufgaben im Wechselunterricht generell abgesagt. Das kann keine Dauerlösung sein. Wissen einzufordern, ist ein elementarer Bestandteil des Lernens. Schriftliche und mündliche Prüfungen sollten auch unter Corona-Bedingungen möglich sein. Ohne sie wären keine Examen denkbar. Abitur, Mittlere Reife und Mittelschulabschlüsse müssen aber auch in diesem Schuljahr fair und machbar sein. Vernünftige Inhalte für den Distanz- und Wechselunterricht festlegen, Schülern Struktur und Sicherheit geben, die technischen Voraussetzungen für die Vermittlung des Lernstoffs schaffen – das sind grundlegende Aufgaben, die das Kultusministerium endlich erfüllen muss. Auch eine klare und zeitnahe Kommunikation gehört dazu. Der Unmut bei Eltern, Schülern, Lehrern und auch Schulleitern war zuletzt groß.

Für Minister Piazolo werden die kommenden Wochen daher zum Stresstest. Leider nicht nur für ihn. Im vergangenen Frühjahr mussten Mütter und Väter Ersatzlehrer spielen und im Homeoffice ihre kleinen Kinder betreuen. Viele Familien waren hoffnungslos überfordert. Gerade Kinder und Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen leiden besonders unter geschlossenen Schulen und Kitas. Jetzt stehen wir vor einer Neuauflage dieses Szenarios und noch immer fehlt ein Gesamtkonzept für einen gesicherten Betrieb von Schulen und Kitas unter Pandemie-Bedingungen. Die Verantwortlichen haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

1,223 Millionen Menschen ab 75 Jahren waren 2019 von Armut bedroht

Doppelt so viele wie vor zehn Jahren – Zahl gegenüber Vorjahr aber leicht rückläufig – Linke: Rentenniveau muss angehoben werden

Osnabrück. In Deutschland waren im Jahr 2019 1,223 Millionen Menschen im Alter ab 75 Jahren von Armut bedroht. Das waren zwar 95.000 weniger als im Jahr zuvor, aber noch immer mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2009, als „nur“ 541.000 75-Jährige und älter betroffen waren. Das geht aus neuen Zahlen der EU-Statistikbehörde Eurostat hervor, die die Linksfraktion ausgewertet hat und die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegen.

Als armutsgefährdet gelten Personen, die über weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens verfügen. 2019 lag die Schwelle bei 14.109 Euro Jahreseinkommen.

Auch der Anteil der armutsbedrohten ab 75-Jährigen war zuletzt leicht rückläufig. 2019 waren 14,6 Prozent der Menschen in dieser Altersgruppe betroffen, das war ein Prozentpunkt weniger als 2018. Allerdings liegt die Quote noch immer 2,3 Prozentpunkte höher als 2010.

Noch immer seien zu viele ältere Menschen von Armut bedroht, sagte Sabine Zimmermann, Sozialexpertin der Linken-Fraktion, im Gespräch mit der NOZ, und sie warnte: „Durch die Corona-Pandemie verschärft sich die Situation weiter.“ Die gesetzliche Rente müsse deswegen „dringend gestärkt und armutsfest gemacht werden, unter anderem durch Anhebung des Rentenniveaus auf mindestens 53 Prozent und die Einführung einer solidarischen Mindestrente, die ein Leben in Würde im Alter ermöglicht“, forderte die Bundestagsabgeordnete.

Weil überdies niedrige Löhne immer niedrige Renten nach sich zögen, müsse die prekäre Beschäftigung „endlich beseitigt werden“, sagte Zimmermann weiter.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Biathlon, Vierschanzentournee und Handball live im ZDF

Mit einem starken Programm startet das ZDF ins Sportjahr 2021: Zu den Höhepunkten von „ZDF SPORTextra“ zählen in der Woche von Dienstag, 5., bis Sonntag, 10. Januar 2021, der Biathlon-Weltcup in Oberhof, das Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen sowie das EM-Qualifikationsspiel der DHB-Auswahl gegen Österreich. Dazu kommen die Ski-alpin-Wettbewerbe von Zagreb, Adelboden und St. Anton, die Tour de Ski in Toblach und Val di Fiemme sowie der Weltcup der Rodlerinnen und Rodler in Sigulda und die Bob- und Skeleton-Europameisterschaften in Winterberg.

In der Handball-EM-Qualifikation trifft Deutschland am Mittwoch, 6. Januar 2021, 13.30 Uhr, in Graz auf Österreich. Das Spiel kommentiert Gari Paubandt zusammen mit Markus Baur. Für Moderation und Analyse stehen Yorck Polus und ZDF-Experte Sören Christophersen bereit. Die DHB-Auswahl spielt in der EM-Gruppe 2 gegen Bosnien-Herzegowina, Estland und Österreich. Die Qualifikation ist nicht nur im Hinblick auf die Teilnahme an der EM 2022 in Ungarn und der Slowakei von Bedeutung. Wenige Tage vor der Handball-WM in Ägypten (live im ZDF) stellt die Begegnung auch einen wichtigen Formtest für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason dar.

Die ZDF-Sportwoche in der Übersicht

Dienstag, 5. Januar 2021

16.00 bis 17.45 Uhr: Tour de Ski Toblach/Italien; Qualifikation Vierschanzentournee Bischofshofen

Mittwoch, 6. Januar 2021

13.30 Uhr bis 18.55 Uhr: Handball-EM-Qualifikation Österreich-Deutschland, Graz; Langlauf Tour de Ski, Toblach/Italien; Ski alpin Slalom Männer, Zagreb/Kroatien; Skispringen Finale Vierschanzentournee Bischofshofen/Österreich

Freitag, 8. Januar 2021

11.20 Uhr bis 17.00 Uhr: Biathlon-Weltcup Oberhof: Sprint Frauen und Männer, Ski alpin Riesenslalom Männer, Adelboden/Schweiz; Tour de Ski Massenstart Frauen und Männer, Val die Fiemme/Italien; Skeleton Weltcup und EM, Winterberg
ZDF-Livestream: 10.15 Uhr Riesenslalom Männer, Adelboden / 16.15 Uhr Skispringen Weltcup Titisee-Neustadt

Samstag, 9. Januar 2021

10.05 Uhr bis 18.05 Uhr: Biathlon-Weltcup Oberhof: Verfolgung Frauen und Männer, Ski alpin, Adelboden/Schweiz und St. Anton/Österreich; Tour de Ski Frauen und Männer, Val die Fiemme/Italien; Rodel-Weltcup Sigulda/Lettland; Skispringen Weltcup Titisee-Neustadt, Bob Weltcup und EM, Winterberg

Sonntag, 10. Januar 2021

10.15 Uhr bis 18.25 Uhr: Biathlon-Weltcup Oberhof: Mixed- und Single-Mixed-Staffel, Ski alpin, Adelboden/Schweiz und St. Anton/Österreich; Tour de Ski Final Climb Frauen und Männer, Val die Fiemme/Italien; Bob Weltcup und EM, Winterberg;  Rodel-Weltcup Sigulda/Lettland; Skispringen Weltcup Titisee-Neustadt

Urteilsverkündung im Fall Julian Assange – Ein Urteil für die Pressefreiheit

0

Heute wurde in London das Urteil zu dem Auslieferungsverfahren von Julian Assange in die USA verkündet. Das britische Gericht hat den US-Auslieferungsantrag zunächst abgelehnt. Im Falle einer Auslieferung drohten dem Wikileaks-Gründer nach einem unfairen Prozess bis zu 175 Jahre Haft in den USA unter voraussichtlich menschenunwürdigen Haftbedingungen, die ein Leben kaum mehr lebenswert erscheinen lassen. Berufung gegen das Urteil ist bereits angekündigt.

„Ich bin erleichtert, dass die Auslieferung von Julian Assange an die USA zunächst abgewandt wurde. Die USA wollen jedoch nach wie vor verhindern, dass weitere Veröffentlichungen, die beispielsweise Kriegsunrecht aufdecken, unterbunden werden. Dafür wollen sie an Julian Assange ein Exempel statuieren. Gerade die Veröffentlichung solcher Informationen unterliegt in besonderem Maße der Pressefreiheit. Es muss in unser aller Interesse sein, sie zu schützen. Das politische Kalkül der USA, das die demokratischen Grundwerte gefährdet oder gar einschränkt, darf niemals aufgehen“, so Sebastian Alscher, Bundesvorsitzender der Piratenpartei Deutschland.

Sofortige Freilassung von Julian Assange gefordert!

Dr. Patrick Breyer, Europaabgeordneter der Piratenpartei, ergänzt: „Eine Auslieferung von Julian Assange an die USA hätte weitreichende Folgen für Journalisten, die Missstände und selbst Kriegsverbrechen von Staaten aufdecken wollen. Vertreter des US-Justizministeriums erklärten mir vergangenes Jahr offen, Journalisten würden ebenso belangt werden wie Assange. Pressevertreter und Blogger verdienen unseren besonderen Schutz statt wie Kriminelle verfolgt zu werden. Die Öffentlichkeit muss Staatsverbrechen der Machthaber kennen, um sie unterbinden zu können.“

Die sich nun durch das Rechtsmittel abzeichnende Verfahrensverlängerung bedeutet, dass Assange möglicherweise weiterhin schweren Formen grausamer und unmenschlicher Behandlung ausgesetzt ist, wie zuletzt der UN-Sonderbeauftragte für Folter, Nils Melzer, über die Haftzustände im Vereinigten Königreich berichtete. Seit bekannt war, dass im Januar 2021 das Urteil fällt, haben mehr als 160 amtierende und ehemalige politische Anführer und Diplomaten aus dem internationalen Umfeld die Freilassung von Assange gefordert. Diesem Ersuchen haben sich auch mehr als 1.500 Journalisten angeschlossen.

Neues Gifttiergesetz in NRW

Seit dem 1. Januar 2021 gilt in NRW das neue Gifttiergesetz NRW (GiftTierG NRW). Jetzt ist es verboten, sehr giftige Tiere neu anzuschaffen und zu halten. Darauf macht das Umweltressort der Stadt Wuppertal aufmerksam.

Tiere die vor dem 1. Januar 2021 erworben wurden, dürfen abweichend vom Verbot nur dann weiterhin gehalten werden, wenn innerhalb von sechs Monaten die Volljährigkeit und Zuverlässigkeit sowie eine ausreichend abdeckende Haftpflichtversicherung des Halters nachgewiesen werden können.

Zuständig ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) als Sonderordnungsbehörde.

Die Vorschriften des Artenschutzes werden durch das neue Gifttiergesetz NRW nicht tangiert. Es tritt jedoch eine weitere Meldepflicht hinzu!

Nähere Informationen unter:

Zustimmung zur Mobilitätswende steigt mit der Betroffenheit durch den Verkehr

Zwei Drittel der deutschen Haushalte befürworten Strategien zur Verkehrsvermeidung - Konkrete Instrumente wie die City-Maut oder höhere Parkgebühren finden hingegen deutlich weniger Akzeptanz - In Großstädten erreicht Einführung einer City-Maut bis zu 48,5 % Zustimmung.

Das Ziel der Klimaneutralität erfordert auch im Verkehrssektor ein Umdenken. Neben der Elektrifizierung des Verkehrs kann die Vermeidung und Verlagerung von Fahrten zur Erreichung der Klimaziele beitragen. Der Weg zu einem Nachhaltigen Verkehr ist ebenso notwendig wie schwierig zu gestalten. Eine Sonderauswertung des KfW-Energiewendebarometer zeigt das hierbei entstehende Spannungsfeld: Während sich eine deutliche Mehrheit der deutschen Haushalte (66,4 %) allgemein für eine stärkere Ausrichtung auf Verkehrsvermeidung ausspricht, finden konkrete Instrumente wie eine City-Maut oder höhere Parkgebühren deutlich weniger Zustimmung. Nur 22,9 % (City Maut) bzw. 26,4 % (Parkgebühren) der deutschen Haushalte würden die Einführung dieser beiden Instrumente befürworten.

Allerdings zeigt sich in den Ergebnissen auch, dass die Zustimmung zu konkreten Maßnahmen mit der empfundenen Belastung durch den Verkehr spürbar ansteigt. So ist die Zustimmung zur City-Maut in Haushalten, die sich durch Schadstoffe stark betroffen fühlen mit 42,4% fast dreimal so hoch wie in Haushalten, die sich nicht betroffen fühlen (14,9 %). In dieses Muster passt auch, dass die Zustimmung zu den Maßnahmen in Städten, die im Mittel stärker durch Verkehr belastet sind, höher als auf dem Land ausfällt. Bei Haushalten, die von Schadstoffemissionen betroffen sind und in einer Großstadt wohnen, spricht sich sogar fast jeder zweite Haushalt für die Einführung einer City Maut aus (48,5 %). Auch bei anderen verkehrspolitischen Instrumenten wie höheren Parkgebühren (34,6 % betroffen; 17,1 % nicht betroffen) und einer Ausweitung von Tempo 30-Zonen (64,9 % betroffen; 47,9 % nicht betroffen) liegt die Zustimmung bei von Schadstoffen betroffenen Haushalten deutlich über dem Durchschnitt.

Gesamtgesellschaft bremst noch immer

„Die Ergebnisse des KfW-Energiewendebarometers zeigen, dass viele Einzelmaßnahmen der Verkehrspolitik zwar durch die von der Verkehrsbelastung betroffenen Haushalte befürwortet werden, für diese aber die gesamtgesellschaftliche Unterstützung noch fehlt. Der Schlüssel zu einer im Hinblick auf Klimaschutz erfolgreichen Verkehrspolitik liegt deshalb im Ausgleich zwischen den Interessen aller Verkehrsteilnehmer und den durch Verkehr besonders betroffenen Gruppen“, sagt Dr. Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der KfW Bankengruppe.

Die Befunde offenbaren somit ein zentrales Dilemma der Verkehrspolitik. Die Belastungen, die von den Nebeneffekten des Verkehrs ausgehen, werden nicht von den Verursachern, sondern von den Anwohnern getragen. Die politischen Möglichkeiten zur Einführung von mildernden Maßnahmen sind zudem beschränkt. Selbst auf kommunaler Ebene konzentrieren sich die resultierenden Belastungen auf einen Teil der Bevölkerung, während die Instrumente und Maßnahmen der Legitimation einer demokratischen Mehrheit innerhalb der Kommune bzw. Gesellschaft bedürfen. Aus volkswirtschaftlicher Sicht führt dies führt dazu, dass das Schadensniveau ineffizient hoch ist.

„Um die geeigneten Maßnahmen gesellschaftlich konsensfähig zu machen, müssen die Vorteile der Maßnahmen für alle deutlicher hervorgehoben werden. Gleichzeitig müssen vor allem bei den Preisinstrumenten wie Gebühren oder Maut bestehende Vorbehalte durch eine hohe Transparenz bei der Preisgestaltung und Mittelverwendung proaktiv adressiert werden. Eine Umverteilung der eingenommenen Mittel, die möglichst vielen gesellschaftlichen Gruppen zugutekommt, kann die Akzeptanz in der Bevölkerung noch weiter erhöhen und letztlich auch zu einem klimaneutralen Verkehrssektor beitragen“, so Köhler-Geib.

Die aktuelle Analyse von KfW Research zum Thema Mobilitätswende ist abrufbar unter www.kfw.de/fokus

Zum KfW-Energiewendebarometer

Für das KfW-Energiewendebarometer werden jährlich etwa 4.000 Haushalten in Deutschland zum Thema Energiewende befragt. Die Studie gibt Aufschluss über die Einstellung der Haushalte zum Thema Energiewende, aber auch über ihre Ausstattung, geplante Anschaffungen von sowie über die Motivation der Nutzung und Hemmnisse bei der Anschaffung von Energiewendetechnologien. Die Umfrage wird durch infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH im Auftrag von KfW Research durchgeführt.

Details gibt es unter www.kfw.de/energiewendebarometer

U20 WM in Kanada als Free TV-Angebot bei MagentaSport

Halbfinals Kanada gegen Russland und USA gegen Finnland ab Dienstagnacht – 7:2 – Kölner Haie fertigen Krefeld ab: „Wir müssen das hier nutzen!“

Die Kölner Haie setzen sich nach einem 7:2 in Krefeld auf Platz 2 in der Nord-Gruppe fest. Dagegen warten die Pinguine weiter auf den ersten Erfolg in der PENNY DEL. „Fakt ist: wir müssen jedes Spiel alles geben und nicht einmal das tun wir“, kritisierte Martin Schymainski und mahnte: „Wir müssen das hier nutzen.“ Im Keller-Duell der Süd-Gruppe schafft Nürnberg in Augsburg den ersten Erfolg. Die Panther sind wie Krefeld noch ohne Punkt.

Kanada gegen Russland (ab 00.00 Uhr) und USA gegen Finnland (ab 03.30 Uhr): MagentaSport zeigt die Halbfinals der U20 WM in der Nacht zum Dienstag live und frei zugänglich. Nachfolgend die Stimmen der DEL-Sonntagsspiele.

Krefeld Pinguine – Kölner Haie 2:7 – „Wir müssen das hier nutzen“

Krefelds Martin Schymainski kritisierte das gesamte Team: „Fakt ist: wir müssen jedes Spiel alles geben und nicht einmal das tun wir! So Kleinigkeiten – aufs Tor schießen, Chancenverwertung. Ja, wir haben eine sehr unerfahrene Truppe. Ja, ok. Aber trotzdem: jeder Spieler hat bei uns eine Chance in der DEL zu spielen. So viel Eiszeit wie in Krefeld kriegst du in anderen DEL-Vereinen nicht. Wir müssen das hier nutzen.“

Kölns Lucas Dumont: „Wir hatten ein konstant gutes Spiel. Teilweise ein paar Konter zu viel zugelassen. Aber – im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein.“

Düsseldorfer EG – Grizzlys Wolfsburg 4:5 OT – „Ein drunter und drüber“

0:2, 2:2, 3:4 – Ausgleich 22 Sekunden vor Schluss: Das Duell zwischen der Düsseldorfer EG und den Grizzlys Wolfsburg war spannend. Nach nur 32 Sekunden in der Overtime fiel der Siegtreffer durch Garrett Festerling – zufrieden war er dennoch nicht: „Wir haben zu einfache Gegentore bekommen. Es ist noch früh in der Saison, aber jeder Punkt ist wichtig.“

Düsseldorfs Alexander Karachun war nach dem Spiel bedient: „Es war ein drunter und drüber. Wolfsburg ist gut gestartet und wir haben Stärke gezeigt, als wir zurückgekommen sind und bis zum Ende des Spiels durchgehalten haben… Es ist sch****, so zu verlieren, aber den Punkt nehmen wir mit.“

Augsburger Panther – Nürnberg Ice Tigers 1:4 – „Wichtige 3 Punkte“

Die Augsburger Panther spielten ein starkes erstes Drittel, kamen allerdings nicht zum Torerfolg. Nach der ersten Drittelpause wurde Nürnberg spielbestimmend und fuhr einen verdienten Auswärtssieg ein. Augsburgs Steffen Tölzer nach der Niederlage: „Wir haben ganz gut gespielt im ersten Drittel, aber unsere Chancen nicht genutzt. Wir haben uns dann das ganze Spiel schwergetan, ein Tor zu schießen. Wenn wir im ersten Drittel die Dinger gemacht hätten, wäre das Spiel ganz anders verlaufen. Momentan hakt es irgendwie bei uns am Tore schießen. Daran müssen wir arbeiten.“

Nürnbergs Luke Adam nach dem ersten Saisonsieg: „Ich bin sehr glücklich, dass wir gewonnen haben. Es war nicht der Start, den wir als Team wollten. Wir hatten kein gutes erste Drittel heute. Dafür waren das zweite und dritte Drittel umso besser. Das sind wichtige drei Punkte… Der erste Sieg ist immer der Schwerste.“

Eishockey live bei MagentaSport

Montag, 05.01.2021

DEL

  • Ab 18.15 Uhr: Schwenninger Wild Wings – Straubing Tigers
  • Ab 20.15 Uhr: ERC Ingolstadt – Adler Mannheim

Dienstag, 05.01.2021

U20 WM

  • Ab 00.00 Uhr: Kanada – Russland
  • Ab 03.30 Uhr: USA – Finnland
  • Ab 19.15 Uhr: Iserlohn Roosters – Eisbären Berlin

Mittwoch, 06.01.2021

  • Ab 18.15 Uhr: Fischtown Pinguins Bremerhaven – Grizzlys Wolfsburg
  • Ab 20.15 Uhr: Straubing Tigers – Augsburger Panther

Donnerstag, 07.01.2021

  • Ab 18.15 Uhr: Adler Mannheim – Schwenninger Wild Wings
  • Ab 20.15 Uhr: Iserlohn Roosters – Düsseldorfer EG

Freitag, 08.01.2021

  • Ab 18.15 Uhr: EHC Red Bull München – ERC Ingolstadt
  • Ab 20.15 Uhr: Eisbären Berlin – Kölner Haie

Quelle: Magenta Sport. Erhältlich in MagentaZuhause L mit MagentaTV Smart

DRF Luftrettung bald im Einsatz mit fünfblättrigem Hubschrauber

Es ist ein Meilenstein in der Geschichte der Luftrettung sowohl im deutschsprachigen Raum als auch EU-weit: Die DRF Luftrettung erweitert ihre Flotte um einen Hubschrauber des Typs H145 von Airbus mit fünf Hauptrotorblättern. Heute beginnen die Techniker der DRF Luftrettung, den ersten von fünf dieser Hubschrauber in diesem Jahr für den Einsatz an einer der Luftrettungsstationen auszurüsten. Die technischen Arbeiten in der Werft der DRF Luftrettung am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden dauern rund einen Monat, gefolgt von Checkflügen und dem Einlernen der Besatzung, bevor die Maschine voraussichtlich im April auf ihre Mission zur Rettung von Menschenleben aufbricht.

„Mit dieser Weiterentwicklung verfolgen wir konsequent unser zentrales Ziel: morgen auch die Menschenleben zu retten, denen wir heute noch nicht helfen können“, freut sich Dr. Krystian Pracz, Vorstandsvorsitzender der DRF Luftrettung. Die gemeinnützig tätige DRF Luftrettung beginnt, den ersten Hubschrauber mit Fünfblattrotor im deutschsprachigen Raum und in der gesamten Europäischen Union für den Einsatz an der Station auszustatten. „Wir sind stolz darauf, hier die Ersten zu sein. Ganz bewusst haben wir uns dafür entschieden, das Fünfblatt-Rotorsystem – sobald es am Markt ist – einzusetzen. Denn mit dieser Investition erweitern wir unsere Möglichkeiten, noch mehr Menschen in Not schnelle und hochprofessionelle Hilfe zu bringen. Dies entspricht unserem Selbstverständnis als Innovator, die Luftrettung auf höchstem fliegerischen, medizinischen und technischen Niveau in Deutschland und weltweit voranzutreiben“, sagt Dr. Krystian Pracz. Ergänzend fügt Dr. Wolfgang Schoder, CEO Airbus Helicopters Deutschland, hinzu: „Wir haben intensiv an der Weiterentwicklung gearbeitet und danken der DRF Luftrettung für das Vertrauen in unsere Technologie. Wir teilen die Mission unseres Partners, die Geschichte der Luftrettung fortzuschreiben.“

Es ist der erste von insgesamt fünf Hubschraubern des Typs H145 mit Fünfblattrotor, den die Techniker der DRF Luftrettung im Laufe des Jahres in Rheinmünster einrüsten werden. Den Grundstein dafür legt ein im Sommer 2019 getroffener Vertrag beider Parteien. Nach der Abnahme dieses ersten Hubschraubers durch die DRF Luftrettung in Donauwörth, dem Hauptstandort der Hubschrauberproduktion von Airbus in Deutschland, wurde er bei seinem ersten Flug am 23. Dezember 2020 in die Werft im Operation Center der DRF Luftrettung am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden überführt. „Mit diesem Hubschrauber haben wir ein neues, hochmodern weiterentwickeltes Mitglied in unserer Flotte – das war sozusagen ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk“, so Dr. Krystian Pracz.

Das fünfte Rotorblatt – ein Plus für die Luftrettung

Die DRF Luftrettung baut mit dieser Investition ihre Flotte weiter aus, weil sie auch in Zukunft zu einer der besten Luftrettungsorganisationen der Welt zählen möchte. „Das Fünfblatt-Rotorsystem bedeutet, dass wir Patientinnen und Patienten in Not noch besser helfen können“, erläutert Dr. Krystian Pracz diese Entscheidung. Die H145 ist dank des neuen Systems leichter und bietet noch mehr Leistung. Somit können die Crews bis zu 150 Kilogramm mehr Last an Bord aufnehmen. Das ermöglicht auf spontane Anforderungen am Einsatzort, wie zum Beispiel die Aufnahme von zusätzlichem medizinischen Personal, besser reagieren zu können. Bei Bedarf können die Luftretter*innen auch mehr Treibstoff tanken und damit noch längere Strecken fliegen. Insgesamt erweitert das Plus an Leistung die fliegerischen Möglichkeiten und führt so zu mehr Sicherheit bei den Einsätzen. „Ein Hubschrauber kämpft beständig gegen die Schwerkraft. Jedes Kilo weniger ist dabei ein Gewinn – hin zu einem leichteren und damit noch sichereren Flug“, verdeutlicht Dr. Krystian Pracz. Zudem liegt der Hubschrauber durch die fünf Rotorblätter noch besser in der Luft, wodurch sich der Flugkomfort sowohl für die Besatzung als auch für ihre Patient*innen weiter erhöht. „Dieser technische Fortschritt und die nun startende Flottenmodernisierung tragen nachhaltig dazu bei, unserer Aufgabe gerecht zu werden.“ Als technische Neuerung bringt die H145 mit Fünfblattrotor neben dem neuen Rotor auch ein ins Cockpit integrierte WiFi mit, durch das die Pilot*innen wichtige Daten direkt vom Tablet auf den Bordcomputer übertragen können.

Von der Werft bis zum Einsatz in der Luftrettung

Anflug des ersten H145 mit Fünfblattrotor am Operation Center der DRF Luftrettung. Foto: DRF Luftrettung
Anflug des ersten H145 mit Fünfblattrotor am Operation Center der DRF Luftrettung. Foto: DRF Luftrettung

Bevor der neue Hubschrauber voraussichtlich im April seinen Dienst an einer der bundesweiten Stationen aufnehmen kann, wird der Innenraum in der Werft der DRF Luftrettung mit der notwendigen Ausstattung versehen. So werden beispielsweise die Patiententrage, Halterungen für Spritzenpumpen und die Sitze für das medizinische Personal angebracht. Zudem zertifiziert der Entwicklungsbetrieb der DRF Luftrettung den Wetterradar und es werden Checkflüge durchgeführt. Abschließend wird die erste Besatzung einer Luftrettungsstation in den Einsatz mit dem Muster eingelernt. Welche Station das sein wird, gibt die DRF Luftrettung noch bekannt.

Umrüstung auf das neue System in der eigenen Werft

Im ersten Quartal des neuen Jahres wird die DRF Luftrettung zudem erstmalig mit Airbus zusammen die Umrüstung einer bestehenden Einsatzmaschine auf das Fünfrotorblatt-System vornehmen – als weltweit erster Kunde von Airbus. Die Umrüstung muss zunächst mit Airbus im Detail erarbeitet und erforderliche Freigaben und Genehmigungen müssen eingeholt werden. „Dabei erleben wir einmal mehr eine sehr gute und zuverlässige Zusammenarbeit mit Airbus und sind stolz darauf, nach der Einführung der H145 im Jahr 2015 erneut Erstkunde von Airbus zu sein“, so Dr. Krystian Pracz.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre plant die DRF Luftrettung, alle ihre vorhandenen Hubschrauber des Typs H145 von vier auf fünf Rotorblätter umzurüsten. Diese Umrüstung kann die DRF Luftrettung bei freien Kapazitäten künftig auch externen Kunden anbieten.

Kontinuierlich neue Informationen rund um die Einrüstung der H145 mit Fünfblattrotor finden Sie unter: www.drf-luftrettung.de/h145-fuenfblattrotor

Über die DRF Luftrettung

Die DRF-Gruppe mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Insgesamt leistete die Gruppe 40.738 Einsätze im Jahr 2019. An 14 der 35 Stationen in Deutschland, Österreich und Liechtenstein sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an acht Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz.

Zur DRF-Gruppe gehört seit 2001 die österreichische ARA Flugrettung mit zwei Stationen sowie seit 2019 die Northern HeliCopter GmbH (NHC), die an drei Stationen Einsätze in der Luft- und Wasserrettung leistet. Außerdem ist die DRF Luftrettung im Netzwerk der AP³ Luftrettung an einer Station in Balzers/Liechtenstein beteiligt. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patienten aus dem Ausland zurück.

Für den kontinuierlichen Ausbau ihrer lebensrettenden Aufgabe ist die gemeinnützige Luftrettungsorganisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Weit über 400.000 Förderer weiß der DRF e.V. bereits an seiner Seite.

Mehr Informationen unter www.drf-luftrettung.de

Drei Fragen an den scheidenden Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland Manfred Rekowski

Herr Rekowski, bei Krisen wie Corona steht immer das Gottvertrauen auf dem Spiel. Kennen Sie solche Belastungsproben auch?

Manfred Rekowski: Als ich vor zwei Jahren von jetzt auf gleich erfuhr, dass ich an einer chronischen Form der Leukämie erkrankt bin, war das ein Moment, in dem ich gemerkt habe, dass ich mich auf ziemlich dünnem Eis bewege. Dabei habe ich erfahren, dass ich getragen und gehalten bin, und war selbst überrascht über meine Zuversicht. Die schwierigsten Momente waren eigentlich die, in denen ich vertrauten Menschen von meiner Erkrankung erzählt habe. Ich kenne also dieses Fragezeichen – warum jetzt, warum ich, warum diese Krankheit? -, aber auch die Zuversicht, dass ich auf diesem Weg nicht allein unterwegs bin.

„Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es, Dinge auszuhalten, die man eigentlich nicht aushalten kann.“

Manfred Rekowski

Wie haben Sie den kirchlichen Vertrauensverlust in Ihrer Amtszeit erlebt?

Rekowski: Kirche ist nicht als Institution identitätsstiftend, sondern erst, wenn Menschen ihre existenzielle Relevanz erleben. Ich denke zum Beispiel an den Anruf einer Kinderklinik mit Bitte um eine Taufe. Es war klar, dass danach die Geräte abgestellt werden. Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es dann, Dinge auszuhalten, die man eigentlich nicht aushalten kann. Dass wir die großen kirchlichen Strukturen an die kleiner werdenden Zahlen anpassen müssen, ist ja richtig, aber das müssen wir unaufgeregt erledigen. Wichtiger ist es, Wege zu finden, von unserer Relevanz zu erzählen.

Was ist Ihre Antwort auf die alte Streitfrage, wie politisch Kirche sein darf oder muss?

Rekowski: Wir sind nicht deswegen für Klimaschutz, weil wir ein Ableger von Rot-Grün wären, sondern weil wir uns zu Gott, dem Schöpfer, bekennen und Verantwortung für seine Schöpfung haben. Das ist der Unterschied. Weil ich selbst immer politisch interessiert war, bin ich 1982 auch Mitglied der SPD geworden. Gerade mit diesem Schritt wollte ich aber bewusst mein parteipolitisches Engagement von meinem Pfarramt trennen. Etwa zehn Jahre später habe ich die Partei wieder verlassen.