Woche der älteren Generation: Abschlussveranstaltung am 9. Oktober

Die diesjährige Woche der älteren Generation neigt sich dem Ende zu. Mit einer Abschlussveranstaltung am kommenden Samstag, 9. Oktober, von 10 bis 14 Uhr in den neben dem Seniorenbüro gelegenen Räumen Markt 13 verabschieden sich die Macherinnen und Macher der beliebten Aktionswoche bis ins nächste Jahr.

Den geselligen Abschluss der Aktionswoche, zu welcher der Remscheider Seniorenbeirat seit vielen Jahrzehnten einlädt, bildet ein geselliges Zusammensein mit kleinem Imbiss und Musik aus den 50er und 60er Jahren, die von Bianca Klever präsentiert wird. Zu sehen ist außerdem eine Ausstellung über gelungene Geschichten von Migrantinnen und Migranten.

Teilnahmevoraussetzung

Es gilt die 3G-Regel (geimpft, genesen, getestet). Entsprechende Nachweise sind mitzubringen und vorzulegen. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Link-Tipp

Verkehrsunfall mit zwei Leichtverletzten

Am 05.10.2021 ereignete sich gegen 18.40 Uhr in der Hohenfuhrstraße ein Verkehrsunfall mit zwei leicht verletzen Personen.

Eine 22-jährige Fahrzeugführerin fuhr auf der Hohenfuhrstraße in Richtung Kaiserstraße. Zeitgleich wollte eine 27-jährige Aufofahrerin von der Kottenstraße auf die Hohenfuhrstraße abbiegen. Im Einmündungsbereich kollidierten die beiden Autos auf der regennassen Fahrbahn, wobei sich beide Unfallbeteiligte leichte Verletzungen zuzogen. Beide Unfallbeteiligten wurden mittels Rettungswagen ins Krankenhaus nach Radevormwald verbracht.

Ein Organist, dem man die Freude ansieht

Jens-Peter Enk spielte ein Konzert in Lüttringhausen.

Der Wuppertaler Organist und Kirchenmusikdirektor Jens-Peter Enk ist und bleibt ein gerne gesehener Gast auch in Remscheid. Der Musiker ist immer voll Begeisterung und großer Lust dabei, wenn es gilt Musik zu machen, und das kann man ihm jederzeit ansehen. Er versprüht Lebens- und Musizierlust, erfreut sich an gelungenen Kompositionen, wobei ihm das Genre egal ist, er mag Bach, aber auch moderne Töne. Seine Konzerte bestechen immerzu durch eine geschmackvolle Auswahl der Musik.

Es geht um die Musik und den Willen des Komponisten

So auch am Nachmittag des 3. Oktober, als der Kantor aus Wuppertal-Unterbarmen in der evangelischen Kirche in Lüttringhausen ein Konzert spielte, dessen Erlös für den Erhalt der Orgel gedacht war. Ja, auch Johann Sebastian Bach stand auf dem Programm, sogar zweimal. „Nun danket alle Gott“ aus der Kantate BWV 79 kam vergleichsweise kurz und unspektakulär daher, während die Fantasie C-Dur (BWV 571) alleine durch die Dreiteilung Allegro / Adagio / Allegro über eine gewisse Länge verfügt. Eine Komposition des Bach-Zeitgenossen Johann Gottfried Walther schloss sich an.

Neben dem Tryptichon zu „Lobet den Herren“ der beiden spätromantischen Komponisten Uso Seifert und Max Drischner erklang auch die Musik noch lebender Komponisten. So die Toccata des Amerikaners Matthew H. Corl (geb. 1965), und eine Prelude von David Blackwell, der 1961 geboren wurde. Eine weitere Toccata des usbekischen Komponisten Georgi Mushel (1909 – 1989) rundete das knapp einstündige Programm ab.

Jens-Peter Enk ist nicht daran gelegen, seine zweifelsfrei vorhandene Virtuosität zur Schau zu stellen. Ihm geht es ausschließlich um die Musik und die musikalische Darstellung des vom Komponisten Gewollten. Dabei liegt er immer richtig, hat ein untrügliches Gefühl für geschmackvolle Kompositionen und nimmt sich und seine Fähigkeiten oft zurück. Er ist und bleibt hoffentlich noch lange eine Ausnahmeerscheinung im weltweiten Orgelland.

Epochales Propagandamaterial in den Briefkästen

In Lüttringhausen werden Ausgaben einer Propaganda-Zeitung verteilt: Die Epoch Times. Diese Schmähschrift, die besonders durch ausländerfeindliche Ressentiments auffällt und nun ihren Hang zum Antiwissenschaftlichen auslebt, indem Querdenkenden und deren haltlosen Falschaussagen, etwa zum Thema Impfung, Platz eingeräumt wird.

Wer mit beiden Beinen in unserer demokratischen Grundordnung und einem empirischen Weltbild lebt, sollte dieses gedruckte Pamphlet schnellstmöglich und ungelesen dem Papiermüll zuführen. Auch die dazugehörige Webseite sollte nicht aufgesucht werden.

Verfassungsfeindliche und wissenschaftsfeindliche Pamphlete gehören in den Papiermüll.
Verfassungsfeindliche und wissenschaftsfeindliche Pamphlete gehören in den Papiermüll.

Medien wie diese sind gefährlich, da sie auf den ersten Blick seriös ausschauen. Wem es an Medienkompetenz mangelt, könnte den Eindruck bekommen, dass die dort wiedergegebenen Inhalte stimmen. Jedoch handelt es sich um verfassungsfeindliche Propaganda und Fakenews oder um tendenziöse oder xenophobe Berichterstattung. Verfassungsfeindliche Vereinigungen, wie etwa die AfD oder Die Basis, bedienen sich gerne solcher Pamphlete, um gezielt Desinformation zu verbreiten um ihre Wählenden bei antiwissenschaftlicher Laune zu halten.

Bergische IHK: Aufschwung gewinnt an Breite und erfasst auch den Dienstleistungssektor

Die konjunkturelle Lage der bergischen Wirtschaft hat sich im Herbst 2021 weiter verbessert. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage, die IHK-Präsident Henner Pasch und IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Wenge heute (6. Oktober) vorstellten.

An der Umfrage hatten sich 513 Unternehmen mit 24.900 Beschäftigten beteiligt. Mittlerweile beurteilen 36 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 48 Prozent als befriedigend und nur noch 16 Prozent als schlecht. Der Geschäftslageindex, der die Differenz der positiven und negativen Lageeinschätzungen wiedergibt, verbessert sich deshalb um 12 auf plus 20 Punkte. „Die Stimmung ist damit besser als unmittelbar vor der Corona-Krise. Besonders erfreulich ist, dass nach dem Lockern der Corona-Schutzmaßnahmen der Aufschwung auch weite Teile des Dienstleistungssektors erreicht hat“, so Pasch und Wenge wörtlich.

Noch besser sei die Lage derzeit bei vielen Industriebetrieben, insbesondere den Herstellern von Metallerzeugnissen. Zunehmend problematisch seien aber die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe und andere Vorprodukte sowie die häufig auftretenden Lieferengpässe. Unternehmensnahe Dienstleister wie die Speditionen profitieren vom industriellen Aufschwung. Dagegen dämpfen die genannten Lieferschwierigkeiten den Aufschwung im Großhandel. Die Anbieter von kontaktintensiven Dienstleistungen können dank der Öffnungsschritte etwas aufatmen. Sie sind aber noch relativ weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt. „Aber nur noch fünf Prozent der Dienstleistungs­unternehmen fürchten ihre Insolvenz – im Frühjahr waren es noch doppelt so viele“, so die IHK-Vertreter.

Wirtschaftliche Lage in Remscheid am besten

Im Vergleich der drei bergischen Großstädte ist die wirtschaftliche Lage in Remscheid derzeit am besten. Das liege nicht zuletzt daran, dass in Remscheid 42 Prozent der Wertschöpfung auf das Produzierende Gewerbe entfallen – wesentlich mehr als in den beiden Nachbarstädten.

Die Unternehmen blicken überwiegend optimistisch in die Zukunft. Zugleich machen sich viele Betriebe Sorgen, dass die Preise für Vorleistungen weiter steigen und die Versorgungsengpässe zunehmen könnten. „In der Industrie sehen vier von fünf Unternehmen die stark steigenden Rohstoffpreise als ein gravierendes Risiko für ihre Geschäftsentwicklung an. Auch befürchten viele, dass in der neuen Legislaturperiode die Steuern erhöht werden“, machten Pasch und Wenge deutlich. Trotz der Risiken wollen drei von zehn Unternehmen mehr investieren. Auch der Arbeitsmarkt kommt in Bewegung. Über 20 Prozent der Unternehmen möchten Mitarbeiter einstellen, was aber aufgrund des sich verschärfenden Fachkräftemangels immer schwieriger wird. Besonders davon betroffen sind die Gastronomie, das Verkehrsgewerbe und die Industrie. Mehr als jedes fünfte Unternehmen möchte deshalb die Zahl der Ausbildungsplätze erhöhen.

LTG: Fahrt zum Bochumer Weihnachtsmarkt

Die Lenneper Turngemeinde veranstaltet eine Fahrt zum Weihnachtsmarkt in Bochum. Mitfahren dürfen auch Nichtmitglieder.

Für die LTG gehört ein Weihnachtsmarkt einfach zur Weihnachtszeit dazu. Sie freuen sich nicht nur auf Handwerksstände, Glühwein und gebrannte Mandeln, sondern auch auf liebevoll geschmückte Stände und einen Mittelalterlichen Markt. Doch auch Falko Traber, der fliegende Bochumer Weihnachtsmann, ist längst eine eigene Attraktion.

Termin und Anmeldung

Der Ausflug findet am Samstag, 27. November 2021 statt. Abfahrt ist um 13 Uhr am Lenneper Bahnhof, von dort geht es mit dem Bus nach Bochum. Die Rückfahrt ist für 21 Uhr angesetzt, so dass die Tagesreisenden gegen 22 Uhr in Lennep zurückerwartet werden.

Die Kosten für die Fahrt liegen bei 15 Euro pro Person, eine vorherige Anmeldung in der Geschäftsstelle der LTG in der Moll’schen Fabrik, Neugasse 4 in 42897 Remscheid-Lennep, ist unbedingt erforderlich. Die Kosten sind vorab zu begleichen, entweder per Überweisung oder in bar gleich bei der Anmeldung.

Im Bus gilt die 3G-Regel, ein entsprechender Nachweis ist vor Fahrtantritt zu erbringen. Treten vor Beginn der Busfahrt augenscheinliche Symptome einer Atemwegserkrankung auf, wird die entsprechende Person zum Schutz der anderen Reisenden von der Beförderung ausgeschlossen.

Welthungerhilfe: Die Lage der Menschen in Afghanistan spitzt sich dramatisch zu

Hunger und Armut sind in Afghanistan auf dem Vormarsch.

Die humanitäre Lage in Afghanistan ist nach 20 Jahren Militäreinsatz des Westens katastrophal. Die Welthungerhilfe warnt vor einer dramatischen Zuspitzung der humanitären Krise im kommenden Winter und einer weiteren Zunahme von Hunger und Armut. Mehr als die Hälfte der Menschen ist bereits heute auf Überlebenshilfe angewiesen, also auf Nahrung, Trinkwasser, medizinische Versorgung und Unterkünfte. 14 Mio. Menschen haben nicht ausreichend zu essen, d.h. jeder Dritte Einwohner des Landes hungert. Verschärft wird die Lage durch einen Anstieg der Vertriebenen und Rückkehrer: Seit Beginn 2021 sind rund 630.000 Menschen wegen der Kämpfe im Land aus ihren Dörfern geflohen. Hinzu kommen knapp 1 Million Rückkehrer aus den Nachbarländern wie Iran, von denen ebenfalls viele ohne Hilfe und Perspektive in Kabul landen. Die Vereinten Nationen befürchten, dass die Armutsrate im nächsten Jahr auf 97 Prozent steigt, wenn sich die Versorgungslage nicht verbessert.

„Das Land steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Besonders in den ländlichen Regionen ist die Not groß.“

Thomas tenBoer, Landesdirektor der Welthungerhilfe

„Das Land steht vor dem wirtschaftlichen Kollaps. Besonders in den ländlichen Regionen ist die Not groß. Unsere Erkundungsmissionen in Dörfern im Norden und Osten des Landes haben große Zerstörungen und ein riesiges Ausmaß an Armut, Hunger und Verzweiflung gezeigt. Die Menschen befinden sich in einem Teufelskreis. Das Bankensystem funktioniert nicht, es fehlt Bargeld, die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen und vor allem alleinstehende Frauen wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Sie haben keinerlei Einkommen mehr und können ihr Haus nicht ohne männliche Begleitung verlassen. Im Winter wird sich die ausweglose Lage noch einmal dramatisch verschärfen. Viele Häuser sind durch die Kämpfe zerstört worden und bieten kaum Schutz vor den Temperaturen weit unter Null,“ beschreibt Thomas tenBoer, Landesdirektor der Welthungerhilfe, die dramatische humanitäre Lage im Land.

Schon vor der Rückkehr der Taliban war das afghanische Leben karg. Foto: Amber Clay
Schon vor der Rückkehr der Taliban war das afghanische Leben karg. Foto: Amber Clay

Die Welthungerhilfe wird in den kommenden Wochen knapp 60.000 Menschen zusätzlich in verschiedenen Provinzen, vor allem im Norden Afghanistans, mit Überlebenshilfe unterstützen. Die Familien erhalten warme Kleidung und Decken für den Winter. Außerdem werden Nahrungsmittel wie Mehl, Reis, Öl und Linsen sowie Pakete mit Hygieneartikeln wie Seifen verteilt. Die Welthungerhilfe plant, die Nothilfe im Winter weiter auszuweiten. Seit fast 30 Jahren leistet die Welthungerhilfe humanitäre und langfristige Entwicklungshilfe in Afghanistan und hat bislang auch mit Unterstützung der Bundesregierung 160 Projekte im Wert von 130 Millionen Euro durchgeführt.

„… die Preise für Nahrungsmittel sind gestiegen und vor allem alleinstehende Frauen wissen nicht, wie sie ihre Kinder ernähren sollen. Sie haben keinerlei Einkommen mehr und können ihr Haus nicht ohne männliche Begleitung verlassen. Im Winter wird sich die ausweglose Lage noch einmal dramatisch verschärfen.“

Thomas tenBoer, Landesdirektor der Welthungerhilfe

Hintergrund

Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland; politisch und konfessionell unabhängig. Sie kämpft für „Zero Hunger bis 2030“. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 10.369 Auslandsprojekte in 70 Ländern mit 4,2 Milliarden Euro gefördert. Die Welthungerhilfe arbeitet nach dem Grundprinzip der Hilfe zur Selbsthilfe: von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnerorganisationen.

Schulweg: Mit knapp 2 Promille im Auto unterwegs

Am Dienstagmorgen, gegen 10:00 Uhr, beobachteten Anwohner der Bergstraße, wie der Fahrer eines Pkw beim Einparken in eine Parklücke eine Mülltonne touchierte. Beim Aussteigen schwankte der Fahrer stark, sie verständigten daraufhin die Polizei.

Die Beamten konnten den 56-jährigen Halter in seiner Wohnung antreffen. Der Mann gab an, seinen Sohn gerade zur Schule gefahren zu haben. Da der 56-Jährige einen deutlich alkoholisierten Eindruck machte, wurde ein Alkoholtest durchgeführt, der positiv ausfiel. Er wurde zur Polizeiwache gebracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Der Führerschein des Mannes wurde sichergestellt.

Fünf Gründe, warum der Laubbläser endgültig in die Schuppenecke gehört

Deutsche Wildtier Stiftung fordert: Weg mit Laubbläsern – zurück zu Harke und Besen.

Der Herbst ist da: Leise fallen die Blätter und bedecken Straßen und Bürgersteige, Rasen und Beete in Parks und Gärten. Das ruft diejenigen auf den Plan, die der Meinung sind, öffentliche Anlagen und private Vorgärten müssten penibel von der Blätterlast befreit werden. Müssen sie wirklich? „Nur, wenn es darum geht, dass auf öffentlichen Wegen kein Mensch gefährdet wird“, sagt Jenifer Calvi, Pressereferentin der Deutschen Wildtier Stiftung. Nasse Blätterschichten sind eine rutschige Angelegenheit; Städte und Kommunen haben die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Bürger sicher auf öffentlichen Wegen unterwegs sind.

Das ging bis Ende der 90er-Jahre mit dem guten alten Besen, dem Rechen oder einer Harke. Seitdem scheint der Laubbläser des Deutschen liebstes Kind, wenn es um die Beseitigung des Herbstlaubes geht. Beliebt ist auch der Laubsauger, der die Blätter gleich im Inneren zerhäckselt. „Beide Varianten sind aus Sicht des Umwelt- und Artenschutzes unvertretbar“, sagt Jenifer Calvi. Denn Laubbläser pusten mit einer Luftgeschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern – und nebenbei: Das ist schon Orkanstärke – nicht nur Äste und Blätter von Rasen und Wegen. Mit dem Laub werden Spinnen, Insekten und sogar Kleinsäuger wie Jung-Igel oder Mäuse 70 Meter pro Sekunde durch die Luft geschossen. Auch die Lautstärke von über 100 Dezibel – das entspricht dem Lärm eines Presslufthammers – ist nicht nur für menschliche Ohren eine Zumutung, sondern für Wildtiere eine Belastung. Und in Laubsaugern werden mit den pflanzlichen Teilen die eingesogenen Tiere gleich mit zerstückelt: „Auf diese Weise werden viele, darunter auch seltene Insektenarten, Jahr für Jahr zerschreddert.“

Zudem fehlt mit den früher üblichen Laubteppichen auf Wiesen und Laubhaufen in den Gärten wertvoller Lebensraum für Wildtiere, die jetzt auf der Suche nach ihrem Winterschlafplatz oder lebenswichtiger Nahrung sind. Damit Igel, Spitzmaus, Erdkröte, Schmetterling, Marienkäfer, Ringelnatter oder Molch im Winter ein Zuhause beziehen können und Nahrung finden, fordert die Deutsche Wildtier Stiftung daher, auf diese Geräte zu verzichten. Calvi: „Laub gehört zum Nährstoffkreislauf und fördert die Biodiversität.“

Fünf Gründe, den Laubbläser im Schuppen zu lassen – oder bestenfalls gar nicht erst anzuschaffen

  1. Wer Harke und Besen nutzt, um das Laub zusammenzukehren, tötet keine Spinnen und Insekten oder zerstört die Rückzugsorte von Mäusen, Igeln und Insekten.
  2. Laub auf Beeten und unter Hecken und Sträuchern schützt den Boden vor dem Austrocknen.
  3. Aus Laub im Komposthaufen machen Regenwürmer, Milben und Bakterien Komposterde, die im nächsten Jahr wertvolle Nährstoffe für Blühpflanzen und den eigenen Gemüseanbau liefert.
  4. Es kommt zu weniger CO2-Ausstoß und weniger Feinstaubbelastung.
  5. Wer den Laubbläser auslässt, kann frische Herbstluft atmen und die bunten Herbstblätter leise und sachte zu Boden fallen hören.

DUH: Kurswechsel bei der EU-Klimapolitik gefordert

Anlässlich des heutigen Treffens der EU-Umweltminister zum „Fit for 55“-Klimapaket veröffentlicht die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ihre Positionen für eine ambitionierte europäische Klimaschutzpolitik. Aus Sicht der DUH müssen die Instrumente des im Juli von der EU-Kommission vorgestellten Pakets deutlich nachgeschärft werden. Die Stärkung des EU-Klimapakets muss eine zentrale Stellung im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung einnehmen. In einem neuen Positionspapier setzt sich die DUH mit dem umfassenden Paket der EU-Kommission detailliert auseinander.

Dazu Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Der klimapolitische Erfolg der neuen Bundesregierung wird entscheidend daran gemessen werden, wie sich Deutschland in die europäische Klimapolitik einbringt. Insbesondere während der französischen Ratspräsidentschaft Anfang 2022 kann die neue Bundesregierung viel beim Klimaschutz auf EU-Ebene bewegen. Um das 1,5-Grad-Limit aus Paris einzuhalten, ist laut Wissenschaft eine Treibhausgasreduktion von 65 Prozent bis 2030 notwendig. Das europäische Reduktionsziel von mindestens 55 Prozent muss also übererfüllt werden. Der vorgelegte Entwurf für das Klimapaket enthält zwar einige vielversprechende Ansätze, reicht aber nicht aus, damit die EU als drittgrößter Treibhausgasemittent der Welt einen fairen Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels leistet.“

„Der klimapolitische Erfolg der neuen Bundesregierung wird entscheidend daran gemessen werden, wie sich Deutschland in die europäische Klimapolitik einbringt.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer DUH

Auf EU-Ebene werden in den kommenden Monaten weitreichende Entscheidungen über die Klimapolitik in ganz Europa getroffen. Real besteht aber die Gefahr, dass die vorliegenden Gesetzesvorschläge von weniger ambitionierten EU-Mitgliedstaaten und durch Lobbying der Industrie sogar noch abgeschwächt werden. Ein Schwerpunkt liegt bei der Verkehrspolitik. Die DUH kritisiert, dass der Verwendung von Wasserstoff und Biokraftstoffen Tür und Tor geöffnet werden, während der Schienenverkehr komplett vernachlässigt wird.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: „Die EU-Kommission fasst die Autoindustrie weiterhin mit Samthandschuhen an. CO2-Grenzwerte für Autos sollen sich vor 2030 überhaupt nicht ändern. Auch das Aus für neue Verbrenner kommt 2035 viel zu spät. Wir brauchen ab sofort eine klare CO2-Obergrenze für alle neuen Autos von 120 g/km auf der Straße und einen EU-weiten Abschied vom Verbrennungsmotor bis spätestens 2030. Wenn Europa weiterhin vor allem auf den Straßenverkehr setzt, ist die Klimakrise nicht zu bewältigen. Dass konkrete Maßnahmen für die Förderung des Schienenverkehrs im Klimapaket der EU fehlen, ist im Europäischen Jahr der Schiene besonders eklatant.“

„Die EU-Kommission fasst die Autoindustrie weiterhin mit Samthandschuhen an. […] Wenn Europa weiterhin vor allem auf den Straßenverkehr setzt, ist die Klimakrise nicht zu bewältigen.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH

Die DUH fordert zudem, das Emissionshandelssystem zu stärken, um einen europaweiten Kohleausstieg bis 2030 sicherzustellen. Schlupflöcher bei der Anrechnung von Treibhausgasreduktionen durch Landnutzung und CO2-Senken müssen geschlossen werden. Ein neues Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr ist aus Sicht der DUH dagegen ein klimapolitischer Irrweg, von dem die neue Bundesregierung Abstand nehmen sollte. Ein solches Instrument würde beim Klimaschutz viel zu langsam wirken. Zudem wären die sozialen Auswirkungen insbesondere für ärmere Mitgliedstaaten nur schwer zu verkraften.

Im Bereich der Wärmewende kritisiert die DUH Anreize für die Verwendung von Biomasse wie Holz und fossiler Kraft-Wärme-Kopplung. Die Nutzung fossiler Brennstoffe darf keinesfalls mehr gefördert werden. Biomasse ist wegen der starken Umweltauswirkungen und der im Vergleich zu anderen Energien hohen CO2-Emissionen nur noch für spezielle Anwendungsfälle wie die Abdeckung von Spitzenlast zu empfehlen.

Hintergrund

Während in Deutschland noch über die Regierungsbildung verhandelt wird, werden auf europäischer Ebene bereits weitreichende Entscheidungen über die Klimapolitik in ganz Europa getroffen. Auf dem heutigen Ratstreffen werden mit dem Emissionshandel, der Klimaschutzverordnung, der Verordnung über Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft, den CO2-Flottengrenzwerten und dem Klima-Sozialfonds zentrale Teile des EU-Klimapakets erstmal nach der Sommerpause besprochen. Am 14. Dezember 2021 werden weitere Gesetzesvorschläge der Kommission erwartet, die unter anderem Revisionen der EU-Gebäuderichtlinie, der Ökodesignrichtlinie und der Gasmarktregulierung umfassen sollen.

  • Neues DUH-Positionspapier skizziert Maßstäbe für ambitionierte EU-Klimapolitik für Verkehr, Emissionshandel und Wärmewende
  • Das Positionspapier finden Sie hier: http://l.duh.de/p211006
  • Europäisches Klimapaket „Fit for 55“ muss auf 1,5-Grad-Limit ausgerichtet werden
  • Neue Bundesregierung muss im Koalitionsvertrag ambitionierte EU-Klimapolitik vereinbaren