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Einladung zum Infospaziergang Knusthöhe/Garschagen

Die Stadt Remscheid plant ein Neubaugebiet im Bereich Knusthöhe/Garschagen. Welche Felder wären davon betroffen? Welche der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für die Produktion von Lebensmitteln benötigt?

Diese Fragen werden im Rahmen eines Spazierganges gestellt und diskutiert. Karl-Frieder Kottsieper, Landwirt und Vorsitzender des Remscheiders Naturschutzbeirats, wird dabei sein.

Die Remscheider Naturschutzverbände BUND, NABU, RBN beobachten die Planungen in diesem Gebiet seit Jahren mit großer Sorge und werden, soweit terminlich möglich, mitgehen.

Treffpunkt ist am 26. Juni 2022 um 11 Uhr an der Albert-Schmidt-Allee Ecke Zum Schützenfeld. Die Veranstaltung ist öffentlich und diese Einladung darf gerne weitergegeben werden.

Weltmusik und Improvisation

Konzert von „Obuntu“ in der evangelischen Kirche in Lüttringhausen

„Obuntu“ ist ein Wort aus der Zulu-Sprache und bedeutet sinngemäß: Ich bin, weil du bist. Das musikalische Duo möchte mit dieser Namenswahl darauf hindeuten, dass Alles mit Allem zusammenhängt, dass das Leben, das Sein, mehr ist als für sich zu sein und zu atmen. „Den Menschen nicht als Herr der Natur sehen, sondern als ein Teil von ihr.“ Das spiegelte sich im mit Wortbeiträgen ergänzten Konzert von Obuntu in der evangelischen Kirche zu Lüttringhausen wider. Gut dreißig Besucher zeigten Interesse. Tanja Kreiskott, Flötistin, Sängerin, Percussion-Frau, und Klaus Harms, Gitarrist, Bassist und auf etlichen Percussions-Instrumenten aktiv, spielten deutlich von der Weltmusik geprägte Töne und improvisierten teilweise nach Herzenslust.

Hallräume wie in einer Höhle

Die Musik ist von berühmten Kollegen inspiriert: Jan Garbareks nordeuropäische Hymnen scheinen zuweilen durch, ebenso die schamanischen Gesänge der Samin Mari Boine. Hin und wieder lugt Andreas Vollenweider hinter einer Gitarrenharmonie durch. Das Duo versteht es, zum Gewinn der Musik moderne Technik einzusetzen. So werden einige Licks oder Rhythmen gesampelt und live auf eine Endlosschleife geschickt, die die Musizierenden zu ihren Improvisationen nutzen. Auch werden angenehme Hallräume erzeugt, die zuweilen an den Klang in einer großen Höhle gemahnen. Spannende Klänge erzeugt Harms mit über dem beinahe einen Meter durchmessenden Gong, der mitten über der kleinen Bühne hängt, gestrichenen kleinen Schlegel. Töne wie aus einem Horrorfilm kurz vor der Geisterstunde. 

„Lass immer einen Platz in deinem Herzen für das Unvorstellbare“, liest Tanja Kreiskott, spielt dank Sample-Technik zweistimmig mit sich selbst und kreiert einen moderaten Rhythmus dazu. Harms wechselt zwischen diversen Saiteninstrumenten wie Gitarren, einer Geyerleier und dem Kontrabass und rezitiert Joseph Beuys wunderbaren Text „Lass dich fallen“, in dem so schöne Sätze wie „Stell dir vor, du wärst verzaubert“ und „Kichere mit Kindern und höre alten Leuten zu“ vorkommen. Die Musik dazu ist stets moderat im Tempo und stark im Gefühl. Selbst die freien Improvisationen zeigen einen großen musikalischen Kontext zwischen organisiertem Chaos und Schöngeist. Ein sehr spannendes Konzert.

Bühnenprobe für Nepomuk

Besuch einer Probe der Lüttringhauser Volksbühne vom Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“.

„Was machst Du denn hier?“, begrüßt mich Holger Gutacker kurz hinter dem Ludwig-Steil-Platz, als ich auf dem Weg zu einer Bühnenprobe der Lüttringhauser Volksbühne bin. Holger gehört zu den fünf neuen Mitspielenden des Ensembles. Er nimmt mich gleich mit hinter die Kulissen und führt mich direkt durch Nepomuk Knallgans‘ Gasthof auf die Außenbühne. Überall herrscht entweder geschäftiges Treiben oder herzliches Töttern. Udo Leonhardt, der Spielleiter, steht etwas abseits und spricht mit der lokalen Printpresse, Frau Naber besucht die Probe auch.

Christian Wüster, der 1. Vorsitzende, begrüßt mich fröhlich: „Möchtest Du ein Bier?“ Ich wohne ja in der unmittelbaren Nachbarschaft des Heimatspielgeländes, besuche alljährlich die Bergischen Heimatspiele und schätze Christian auch als Freund und Nachbar, also sag ich natürlich ja und mache es mir bequem.

Die Bänke sind komplett neu. Die Stadt Remscheid hat die ruhige Pandemiezeit genutzt, und das Spielgelände auf Vordermann gebracht. „Ich bin da bei unserem Kulturdezernenten Sven Wiertz tatsächlich offene Türen eingerannt“, sagt Kultur-Neulobbyist Wüster und freut sich schon wieder. Überhaupt – die gesamte Stimmung auf dem Bühnengelände ist ausgesprochen fröhlich und herzlich. „Es war schon so ein tolles Gefühl, als wir in unseren Proberäumen endlich mal wieder von Angesicht zu Angesicht proben konnten, nach dieser schier endlosen Zeit der Enthaltsamkeit.“ Und jetzt stehen nicht nur die Kulissen wieder, auch die Menschen sind auf die Heimatbühne zurückgekehrt. Leider nicht alle. Vier Vereinsmitglieder, drei noch bis zuletzt aktiv schauspielernd, sind während der zweijährigen Spielpause verstorben: Willi, Marc, Rolf und Christel. Im neuen Programmheft wird ihrer mit Fotos gedacht.

Udo Leonhardt begibt sich langsam zu seinem Stuhl, gleich geht es wohl los. Kurze Besprechung mit Christian Wüster, alles okay, dann grüßt der Spielleiter herzlich in die Runde und stellt Frau Naber und mich den Anwesenden kurz vor.

Es ist 1930 in einem Dorf im Bergischen Land. Die Geschäftsleute im Ort halten sich mehr schlecht als recht über Wasser. Da kommt das jährliche Hahneköppen als Ablenkung sehr recht: Es lockt ein Gewinn von 100.000 Reichsmark, die sich die gewiefte Wirtsfrau gern unter den Nagel reißen würde. Aber auch der österreichische Militär Ferdinand Poltbacher, der im Gasthof residiert, spielt sein eigenes Spiel: Er möchte die Jugend des Ortes für seine „Bewegung“ begeistern…

Dann legen sie los. Das eben noch fröhliche Gewusel an Menschen löst sich auf. Zielsicher werden Positionen auf der Bühne eingenommen, in den Kulissen oder auf den Zuschauerbänken. Sabrina Ottersbach und Sebastian Stein spielen das Ehepaar Knallgans, Wirtsleute. Die resolute Thusnelda Knallgans hat ihrem Nepomuk gegenüber eindeutig die Hosen an.

Thusnelda Knallgans zeigt ihrem Nepomuk die Haare auf den Zähnen. Foto: Sascha von Gerishem
Thusnelda Knallgans zeigt ihrem Nepomuk die Haare auf den Zähnen. Foto: Sascha von Gerishem

Brigitte Grote sitzt als Souffleuse mit auf der Bühne, doch ihre Einsätze bleiben rar. Vereinzelt sieht man zwar noch Texthefte auf der Bühne und in den Kulissen, aber immer nur, wenn die Schauspielenden gerade ohne Einsatz sind. Ablesen braucht hier schon niemand mehr.

„Spielen wir gleich durch, oder…?“, fragt Thusnelda, also Sabrina, von der Bühne. „Ja, gleich durch“, verfügt der Spielleiter nach kurzem Blick- und Nickkontakt mit Jenni Kroll, die ebenfalls für die Thusnelda Knallgans besetzt ist. „Wir haben fast alle Rollen doppelt vergeben“, klärt Christian Wüster auf, „wir wissen ja nicht wie sich das mit Corona jetzt noch entwickelt, da wollten wir einfach auf Nummer Sicher gehen.“

Guido Romlau, Manfred Penz, Brigitte Grote, Sabrina Ottersbach, Fritz Dickel und Sebastian Stein. Foto: Sascha von Gerishem
Guido Romlau, Manfred Penz, Brigitte Grote, Sabrina Ottersbach, Fritz Dickel und Sebastian Stein. Foto: Sascha von Gerishem

„Mit einem Eierlikörchen ist es da drin nicht getan, da brauch ich schon eine ganze Flasche!“

Thusnelda Knallgans, Wirtin

Die Proben laufen flüssig, auch ohne Kostüme sieht es schon aus wie Theater und fühlt sich auch so an. Wohin mit den Requisiten? „Soll ich das mitnehmen oder hier liegen lassen?“, fragt Sabrina. „Leg es doch unter die Tischdecke“, wirft Jenni ein. „Lass es einfach liegen, aber obendrauf“, weist der Spielleiter an. Schließlich muss der nächste Schauspieler die Unterlagen ja sehen können. „Halt!“, wirft Udo Leonhardt ein, „Tretet bitte in einer anderen Reihenfolge aus der Hütte, Manfred zuerst, dann sieht er die Unterlagen da direkt offen auf dem Tisch liegen, und Guido und Sebastian kommt dann einfach hinterher. Dann geht alle nochmal rein, jetzt nochmal richtig.“ Jetzt ist die Szene rund.

Die Vagabunden Paris Apostolakoudis und Jürgen Tix leimen Kunigunde Pröttelskopp. Foto: Sascha von Gerishem
Die Vagabunden Paris Apostolakoudis und Jürgen Tix leimen Kunigunde Pröttelskopp. Foto: Sascha von Gerishem

Christian Wüster spielt den Wiener Militär Ferdinand Poltbacher, einen übergriffigen, hinterfotzigen, überheblichen Zeitgenossen der Zwietracht säen will. Ein Paradebeispiel für einen Unsympathen, als die Glocken der evangelischen Kirche überraschend einsetzen, minutenlang. Die Probe wird unterbrochen.

Fritz Dickel, Brigitte Grote, Holger Gutacker und Christian Wüster in seinem Element. Foto: Sascha von Gerishem
Fritz Dickel, Brigitte Grote, Holger Gutacker und Christian Wüster in seinem Element. Foto: Sascha von Gerishem

Das fröhliche Gewusel vom Beginn ist zurück und Wüster streift seine Rolle flugs ab und setzt sich zu mir auf die Bank. „Bist Du ein fieser Schmierlappen!“, entfährt es mir. Wüster grinst, „Ja, woll?“ Wir stoßen an. Mein Bier ist leer, ich verabschiede mich, den Rest des Stücks hebe ich mir für die Premiere auf, die am Samstag, 4. Juni 2022 ab 16 Uhr auf dem Heimatspielgelände (Navi: Ludwig-Steil-Platz, 42899 Remscheid) aufgeführt wird. War ich vor der Probe neugierig, fiebere ich der weiteren Entwicklung aufgeregt entgegen. Meine Empfehlung: Hingehen und anschauen!

Christian Wüster, Sabrina Ottersbach, Sebastian Stein und Fritz Dickel mit vollem Körpereinsatz. Foto: Sascha von Gerishem
Christian Wüster, Sabrina Ottersbach, Sebastian Stein und Fritz Dickel mit vollem Körpereinsatz. Foto: Sascha von Gerishem

Spieltermine

  • 4. und 5. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 11 und 12. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • Fronleichnam, 16. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 18. und 19. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • Zugabe: 11. September 2022 im Teo Otto Theater

Karten für die Freilichtbühne sind ausschließlich am Spieltag vor Ort (Ludwig-Steil-Platz, 42899 Remscheid) an der Kasse des Heimatbühnengeländes erhältlich.

Bürgerfest: Einweihung der neuen Rathausumgebung

Heimatbund, Stadt Remscheid und BV Lüttringhausen feiern feierliche Eröffnung vom Rathauspark Lüttringhausen.

Was lange währt, wird endlich gut. Oder auch: Gut Ding will Weile haben. Beide Sprichwörter treffen auf die neu gestaltete Umgebung um das Lüttringhauser Rathaus zu. Hinter dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude ist ein lichter, begrünter und angenehmer Platz entstanden, der im Rahmen eines siebenstündigen Bürgerfestes am Samstag der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wurde. Bis es allerdings zu diesem positiven Abschluss kommen konnte, war es ein gutes Stück Weg zu gehen.

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Heimatbund-Ehrenvorsitzender Peter Maar und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser. Foto: Sascha von Gerishem
Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Heimatbund-Ehrenvorsitzender Peter Maar und Lüttringhausens Bezirksbürgermeister Jürgen Heuser. Foto: Sascha von Gerishem

Die Geschichte gliedert sich in drei Abschnitte. Initiator war der Lüttringhauser Heimatbund, der mit Unterstützung der Bezirksvertretung angeregt hatte, die Flächen rund um das Rathaus zu modernisieren und somit aufzuwerten. Zunächst wurde die kleine Grünanlage zwischen Rathaus und der Gertenbachstraße neu gestaltet. Anschließend erfuhr der Raum vor dem Lüttringhauser Rathaus eine Modernisierung. Der dritte Abschnitt umfasste die Neugestaltung der Anlagen hinter dem Rathaus. Das alles war ein Prozess, der sich über mehrere Jahre hinzog. Der finanzielle Aufwand war enorm. Für den Heimatbund Lüttringhausen agierten der 2. Vorsitzende Dirk Bosselmann und der Ehrenvorsitzende Peter Maar, der die abwesende Vorsitzende auch bei der Begrüßung vertrat und allen Beteiligten dankte.

Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz im Gespräch mit einer Bürgerin. Foto: Peter Klohs
Sozialdezernent Thomas Neuhaus und Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz im Gespräch mit einer Bürgerin. Foto: Peter Klohs

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gab in seinem Grußwort zum Bürgerfest die Zahlen für die Finanzierung bekannt: Das Land NRW hatte 32.000 Euro zur Fertigstellung des Areals bewilligt, die Stadt Remscheid steuerte 22.800 Euro bei und der Lüttringhauser Heimatbund war mit 17.200 Euro beteiligt. „Hartnäckigkeit“, schloß der OB, „hat einen Namen, und der lautet Lüttringhausen.“ Ausdrücklich bedankte sich Mast-Weisz bei Dirk Buchwald, Bereichsleiter bei den TBR, für sein hohes Engagement, ohne das diese Umgestaltung nicht in der jetzt vorliegenden Form oder erst sehr viel später realisiert hätte werden können. „Ja, ein toller Kollege“, ergänzte Sozialdezernent Thomas Neuhaus, „eine Säule.“

Kinder genossen das Wasserspiel sichtlich. Foto: Peter Klohs
Kinder genossen das Wasserspiel sichtlich. Foto: Peter Klohs

Es oblag im Anschluss dem Lüttringhauser Bezirksbürgermeister, Jürgen Heuser, die neugestaltete Fläche der Öffentlichkeit zu übergeben. Am Rande des Außengeländes steht auf einem Sockel das altehrwürdige Kinderpaar aus Stein, das in früheren Zeiten den Eingang der Lüttringhauser Badeanstalt zierte. Außerdem ist ein Wasserspiel integriert, das alleine schon zum Hinsetzen und Verweilen einlädt.

Die Musik- und Kunstschule der Stadt Remscheid sorgte für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung. Foto: Peter Klohs
Die Musik- und Kunstschule der Stadt Remscheid sorgte für abwechslungsreiche musikalische Unterhaltung. Foto: Peter Klohs

Somit waren die offiziellen Tagespunkte abgehakt, und dem Bürgerfest stand nichts mehr entgegen. Ein reicher und vielfältiger musikalischer Tag lag vor den Besuchern des Festes. Der Lüttringhauser Posaunenchor machte den Anfang, die Musik- und Kunstschule in Lüttringhausen folgte ihm mit Pop- und Rocksongs, die Bigband der Schule spielte Jazz. Am Abend war weiterer Jazz in Gestalt der Beale-Street-Jazz Band vorgesehen. Der Lüttringhauser Männerchor bot an seinem Stand Grillwürstchen an und zeigte sich bereits am späten Nachmittag hoch zufrieden mit dem Gästeaufkommen und dem Fest im Allgemeinen.

Der Flair-Weltladen machte auf seine Arbeit aufmerksam und hatte pikante Curry-Nudeln, selbstverständlich bis in die kleinsten Zutaten aus fair gehandelten Waren zubereitet, im Angebot, die Lütteraten hatten Kinderbücher, aber auch Romane für Erwachsene zum Verkauf ausgestellt. Die beiden Visagistinnen am Stand der Lütteraten hatten buchstäblich alle Hände voll zu tun, um den Andrang beim Kinderschminken in gewissen Grenzen zu halten. Außerdem waren die Nachbarn des Rathauses, die Fleischerei Nolzen sowie die Bäckerei Beckmann, in das Bürgerfest integriert. Von den Menschen hinter den Ständen konnte man einhellige Begeisterung hören. „Der Besuch ist gut“, kam es von den Lütteraten, „das Wetter spielt mit, was will man mehr?“

Und auch die Gäste des Festes äußerten sich positiv. „Wichtig ist“, sagte Martina Gernt-Hoppe, „dass überhaupt wieder Etwas stattfinden kann. Die Menschen sind einfach nur froh, sich wieder einigermaßen unbeschwert draußen treffen und feiern zu können. Und dieses Bürgerfest kommt den Lüttringhausern gerade recht.“

Großes Fest hinter dem Rathaus

Bürgerfest am Rathaus Lüttringhausen zur Einweihung der neuen
Grün- und Platzanlage am Samstag, 21. Mai 2022. Umfassende Neugestaltung der Rathausumgebung abgeschlossen.

Als vor einigen Jahren der Bebauungsplan „Neue Mitte Lüttringhausen“ im Bereich zwischen Rathaus Lüttringhausen und Kreuzung Eisernstein nicht realisiert werden konnte,ergriff der Heimatbund Lüttringhausen die Initiative. Damit dennoch eine städtebauliche Aufwertung im Zentrum von Lüttringhausen erfolgen könnte, schlug der Heimatbund vor, zumindest die Flächen am Rathaus aufzuwerten. Die Bezirksvertretung Lüttringhausen unterstützte diese Überlegungen und so konnten in den letzten Jahren mit hohem finanziellen Aufwand zunächst die Grünanlage an der Gertenbachstraße und im zweiten Schritt die Flächen vor dem Rathaus neu gestaltet werden. Jetzt wurde der dritte Schritt vollzogen: Die umfassende Neugestaltung der Flächen hinter dem Rathaus.

So verwildert sah es hinter dem Rathaus Lüttringhausen früher aus. Foto: Maar
So verwildert sah es hinter dem Rathaus Lüttringhausen früher aus. Foto: Maar

Dort, wo noch bis vor wenigen Monaten eine total verwilderte frühere Gartenanlage, eine große Betongarage und ein Flickwerk aus Asphaltbelag das Bild im unmittelbaren Bereich des unter Denkmalschutz stehenden Rathauses prägte, ist eine attraktive Grün- und Platzanlage entstanden. Den Mittelpunkt dieser neuen Parkanlage stellt die auf einem Sockel aufgestellte Skulptur „Kinderpärchen“ dar, die früher über dem Eingang des abgerissenen Lüttringhauser Hallenbades die Fassade verschönerte. Ergänzt wird diese „Erinnerungsskulptur“ durch ein Wasserspiel und zahlreiche Sitzgelegenheiten.

Großes Bürgerfest am Rathaus zur Einweihung

So schaut der Rathauspark Lüttringhausen jetzt aus. Foto: Maar
So schaut der Rathauspark Lüttringhausen jetzt aus. Foto: Maar

Am Samstag, 21. Mai 2022, in der Zeit von 15 bis 22 Uhr, wird die Neugestaltung des Rathaushofes und des Rathausgartens mit einem vom Heimatbund Lüttringhausen organisierten großen Bürgerfest eröffnet. Die Übergabe an die Bürgerschaft hat Oberbürgermeister Mast-Weisz übernommen. Ergänzt wird das Bürgerfest um den „Tag der offenen Tür“ der Nebenstelle Lüttringhausen der Städt. Musik- und Kunstschule, die im Untergeschoss des Rathauses untergebracht ist.

Die Mitwirkenden

Die Besucher erwartet ein umfangreiches Musikprogramm und natürlich ein reichhaltiges Angebot an Speisen und Getränken. Für Musik, Speisen und Getränke werden sorgen:

  • Der Posaunenchor der Ev. Kirchengemeinde Lüttringhausen (15.00 – 15.45 Uhr)
  • Die Städt. Musik- und Kunstschule (16.00 – 17.30 Uhr)
  • Die Beale-Street-Jazzband (18.00 – 22.00 Uhr)
  • Der Heimatbund Lüttringhausen mit Bierwagen und Biergarten
  • Der Lüttringhauser Männerchor mit Grillwurst und Wein
  • Der Flair-Weltladen Lüttringhausen mit veganem Nudelgericht aus fairen Zutaten und Informationen
  • Die Lütteraten mit Kinderschminken, Präsentation und Informationen
  • Die Fleischerei Nolzen als Nachbarin mit Stand und Spezialitäten
  • Die Bäckerei Beckmann als Nachbarin mit Spielplatz und Gartenterasse
  • Das THW Remscheid mit Bereitstellung der Bühne
  • Für die Stromversorgung ist die Firma Elektro Breest zuständig
  • Für ausreichend Bier, Limonade, Wasser auf dem Bierwagen der Engelsburger
    Getränkevertrieb mit Unterstützung der Warsteiner Brauerei
  • Für Sauberkeit der Toilettenanlage im Rathaus sorgt das Ehepaar Jacobs

Presseinformation vom Heimatbund Lüttringhausen

Film: Donbass im Rathaus war schwere Kost

Vorführung des preisgekrönten Films „Donbass“ durch die SPD-Lüttringhausen im Lütterkuser Rathaus.

Knapp 20 Zuschauende folgten der Einladung von Gerhilt Dietrich und Ulla Wilberg ins Rathaus Lüttringhausen, um den Film des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa zu schauen. Dietrich machte bei der Begrüßung deutlich, dass der Film in Remscheid bisher noch nie öffentlich gezeigt wurde. Anlass waren der Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkrieges und der Krieg in der Ukraine.

Im Film wird in 13 teilweise verstörenden Szenen der Alltag im Kriegsgebiet im Südosten der Ukraine nachgestellt und wirkt dabei wie eine Dokumentation. Korruption und Propaganda werden beleuchtet und der wachsende Hass auf beiden Frontseiten ungeschönt dargestellt. Ein deutlicher Blick wird auf die teilweise unmenschliche Gewalt an der Front gelenkt. Beim Filmfestival in Cannes gewann der Film den Jurypreis für die beste Regie.

Schwer zu ertragen sind die Szenen, wenn die Besatzer, die „Neue Macht“, die Bürger*innen schikaniert und drangsaliert. Enteignungen und Drohungen werden zur Ausweitung der Macht benutzt, die Bevölkerung systematisch eingeschüchtert. Schon damals, der Film ist von 2018, wird eine vermeintliche Befreiung vom Faschismus kommuniziert, der nicht da ist. Eine der vielen Parallelen zum heutigen Krieg, unterstützt durch Putins Lügenpropaganda. Nicht verwunderlich, dass der Film in Russland unerwünscht war und nicht gezeigt werden durfte.

Der Film ist frei ab 12 Jahren, doch ist die Sprache im Krieg sehr derb. Ein Politiker wird mit flüssigem Kot übergossen, Waffen und Korruption sind allgegenwärtig, die dargestellte Gewalt ist drastisch und deutlich. Die Szenen sind furchtbar realistisch und gehen schwer an die psychische Substanz.

Nach Ende der Vorführung herrschte betretenes Schweigen. Die Menschen verließen den Ratssaal in Stille.

Am Samstag ist internationaler Weltladentag

Auch der Flair-Weltladen in Lüttringhausen macht mit.

In jedem Jahr wird am zweiten Maisamstag der Weltladentag begangen. Wie 900 andere Weltläden, die bundesweit tätig sind, wird sich auch der Flair-Weltladen in der Gertenbachstraße in Lüttringhausen daran beteiligen. Die beiden Vorsitzenden der Ökumenischen Initiative, die den 1999 eröffneten Weltladen in Lüttringhausen betreibt, Johannes Haun und Manfred Brauers, erläutern, was in diesem Jahr das bestimmende Thema sein wird.

„Der Weltladentag wird unter dem Motto ‚Mächtig unfair‘ stehen“, sagt Manfred Brauers, „und die unfaire Preisgestaltung im Handel thematisieren. Es ist doch absurd, wenn einzelne Unternehmen immense Gewinne machen, während produzierende Menschen am Anfang der Lieferkette um ihre Existenz kämpfen. Oft sind die Preise, die sie für ihr Produkt erhalten, niedriger als die Produktionskosten. Wir glauben, dass das wirklich mächtig unfair ist.“

„Es ist doch absurd, wenn einzelne Unternehmen immense Gewinne machen, während produzierende Menschen am Anfang der Lieferkette um ihre Existenz kämpfen.“

Manfred Brauers

„Solche ausbeutenden Dumping-Preise müssen verboten werden“, ergänzt Johannes Haun. „Stattdessen braucht es endlich eine gerechte Verteilung der Gewinne entlang der Lieferkette. Und vor Allem existenzsichernde Einkommen weltweit.“

„Es braucht endlich eine gerechte Verteilung der Gewinne entlang der Lieferkette.“

Johannes Haun

Zwei Erfolge können die Weltläden für das Jahr 2021 bereits vorweisen: Das Lieferkettengesetz wurde initiiert und unfaire Handelspraktiken wurden per Gesetz verboten. „Die beiden Gesetze sind ein wichtiger Anfang“, sagt Manfred Brauers, „sind aber aus Sicht der Fair-Handels-Bewegung noch nicht weitgehend genug.“ Die Gesetze, da ist sich Johannes Haun sicher, werden bald nachgeschärft. „Das ist schon in der Planung“, weiß er. „Wichtig ist, dass zukünftig keine Preise unterhalb der Produktionskosten gezahlt werden, dass die Löhne und Einkommen existenzsicher sind und die Menschenrechte eingehalten werden. Und das alles weltweit.“

Aktion vor dem Lüttringhauser Rathaus

Am Freitag, dem 13.Mai, wird der Flair-Weltladen vor dem Lüttringhauser Rathaus eine Aktions-Ausstellung zum Thema durchführen. Von zehn bis dreizehn Uhr werden die Auswirkungen unfairen Handels gezeigt und auf die Wichtigkeit des fairen Handelns hingewiesen. Am folgenden Samstag werden vor dem Lüttringhauser Weltladen in der Gertenbachstraße zahlreiche Aktivitäten stattfinden.

Fairtrade: Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten

Am 15. Mai wird in Nordrhein-Westfalen ein neuer Landtag gewählt und damit Politiker*innen, die in dieser Zeit von globalen Krisen unsere Zukunft gestalten können. Das Bergische Forum für globale Verantwortung und Eine Welt wollte deswegen von den Kandidat*innen erfahren, wie sie ihrer Verantwortung nachkommen werden.

Das in Solingen beheimatete „Forum Globale Verantwortung und Eine Welt“ hatte für den Abend des 6. Mai zu einer Podiumsdiskussion mit Landtagskandidaten des Wahlkreises Wuppertal II zum Thema Nachhaltigkeit und fairer Handel eingeladen. Im CVJM-Haus an der Lüttringhauser Gertenbachstraße fanden sich Josef Neumann (SPD) sowie die Grüne Eva Miriam Fuchs und der Kandidat der Linken Kai Merkel ein. Die CDU sah sich außer Stande, diesen Termin wahrzunehmen, und auch die FDP-Kandidatin Alexandra Trachte hatte sehr kurzfristig abgesagt. Dazu Josef Neumann: „Es kann nicht sein, dass sich zwei demokratische Parteien der Diskussion über Nachhaltigkeit und fairen Handel immer wieder entziehen.“ 25 Interessierte verfolgten die zweistündige Diskussion und beteiligten sich mit Zwischenfragen an der Runde.

SPD Landtagsabgeordneter Josef Neumann und RGA-Redakteur Sven Schlickowey. Foto: Peter Klohs
SPD Landtagsabgeordneter Josef Neumann und RGA-Redakteur Sven Schlickowey. Foto: Peter Klohs

Wenig überraschend waren sich die drei Diskussionsteilnehmer im Großen und Ganzen in den beiden Gesprächsblöcken zu den Themen „Internationale Zusammenarbeit“ und „Fairer Handel“ einig. Dass es keine langweilige Veranstaltung wurde lag auch an der lebhaften und engagierten Moderation von RGA-Redakteur Sven Schlickowey.

„Zeigt die aktuelle Krise nicht, dass wir ein viel radikaleres Lieferkettengesetz bräuchten?“

Frage aus dem Publikum

Unterschiedliche Positionen wurden zum Lieferkettengesetz deutlich. Neumann sowie Fuchs betonten, sie seinen froh, dass es überhaupt ein solches gebe, während Merkel die Meinung vertrat, das Lieferkettengesetz verdiene diesen Namen nicht. „Das ist ein zahnloses Gebilde.“ Eva Miriam Fuchs zitierte dazu Robert Habeck: „Wir müssen und wir werden besser werden.“ Dazu ergab sich eine interessante Frage aus dem Publikum: „Zeigt die aktuelle Krise nicht, dass wir ein viel radikaleres Lieferkettengesetz bräuchten?“ Josef Neumann drückte seine Sorge aus, dass die Globalität angesichts der weltweiten Krisen zumindest kurzfristig verloren gehen könne. „Wobei“, fügte er hinzu, „der faire Handel unbestritten eine globale Angelegenheit ist.“ „Immer billiger produzieren ist auf jeden Fall nicht die Lösung“, fand Kai Merkel, der hinzufügte, dass die Lieferketten in Teilen auch noch nicht nachhaltig seien.

Kai Merkel, Landtagskandidat für Die Linke. Foto: Peter Klohs
Kai Merkel, Landtagskandidat für Die Linke. Foto: Peter Klohs

Etwas ausführlicher wurde über die aktuellen Probleme in der Weltwirtschaft gesprochen. „Die Probleme stammen nicht alleine von der Coronakrise oder des Krieges in der Ukraine. Die Preiserhöhungen sind von China gewollt. Da werden auch mal zwei Millionen Chips einfach mal eine Woche irgendwo stehen gelassen“, war Neumann überzeugt. Eva Miriam Fuchs brachte es auf den Punkt: „Die Welt wird – wenn überhaupt – von Menschen gerettet werden, die sich einen fairen Einkauf leisten können.“ Das sah Kai Merkel etwas differenzierter: „Ich finde die Frage unangemessen, ob wir es uns leisten können, auf fairen Handel zu achten.“

„Ich finde die Frage unangemessen, ob wir es uns leisten können, auf fairen Handel zu achten.“

Kai Merkel, Landtagskandidat Die Linke.NRW

Ein weiteres Thema war die Bildungspolitik. „Es ist ein neues Schulfach ‚Wirtschaft‘ eingeführt worden, wusste Moderator Schlickowey und erfragte die Meinung der Diskutanten hierzu. „Ein Fach ‚politische Bildung‘ hätte mir besser gefallen“, äußerte der Vertreter der Linken. „Und da kann man auch direkt über internationale Zusammenhänge lehren.“ „Vielleicht“, ergänzte ergänzte Eva Miriam Fuchs, „brauchen wir gar kein neues Schulfach, sondern neue Inhalte.“ Dazu ergäbe sich die spannende Frage, wie man eine Schule für Neues öffnen könne, fügte Neumann hinzu.

Landtagskandidatin für die Grünen: Eva Miriam Fuchs. Foto: Peter Klohs
Landtagskandidatin für die Grünen: Eva Miriam Fuchs. Foto: Peter Klohs

Zusammenfassend erklärte der SPD-Vertreter, dass es zu all diesen Themen keine einfachen Lösungen gebe. „Und wenn jemand sagt, er habe eine gefunden: Glaubt ihm Nicht.“ Kai Merkel beendete den diskussionsreichen Abend mit der Feststellung: „Man sieht auch immer häufiger fair gehandelten Kaffee bei den Discountern. Wir sind auf einem guten Weg.“

Volksbühne: Ein Dorf entsteht

Coronabedingt konnte die Lüttringhauser Volksbühne zwei Spielzeiten lang nicht auftreten. Nun stehen die Kulissen wieder auf der Heimatbühne in Lüttringhausen.

Richtig still wurde es um die Lüttringhauser Volksbühne nie, auch nicht während der Pandemie, die den Remscheider Verein für mundartliches Theater in den vergangenen beiden Jahren ausgebremst hatte. Dafür gesorgt hatte Christian Wüster, der Vereinsvorsitzende. Statt die Hände oder die Schreibfeder in den Schoß zu legen, bemühte sich Wüster um Fördermittel, um die in die Jahre gekommenen Bänke des Freispielgeländes renovieren zu lassen. Beim Remscheider Kulturdezernenten Sven Wiertz rannte Wüster offene Türen ein. Rechtzeitig zur neuen Saison erstrahlen neue Bänke in sattem bergischem Grün.

Alle Bänke auf dem Freispielgelände Lüttringhausen sind ganz neu. Foto: Sascha von Gerishem
Alle Bänke auf dem Freispielgelände Lüttringhausen sind ganz neu. Foto: Sascha von Gerishem

Mit Jusos und Arbeit Remscheid

Traditionell Anfang Mai verwandelt sich die Heimatbühne Lüttringhausen von einem Parkplatz in ein Freilufttheater. Vierzehn Menschen und zwei Lastwagen sind dafür notwendig. In den Vorjahren wurde die Volksbühne dabei von Freigängern der JVA Lüttringhausen unterstützt, in diesem Jahr war das coronabedingt nicht möglich. „Die JVA Remscheid-Lüttringhausen sorgt sich, dass die Leute, die hier helfen würden, sich mit Corona infizieren und das Virus mit ins Gefängnis tragen“, klärt Christian Wüster auf.

Warten auf ein Stück vom G-Haus. Foto: Sascha von Gerishem
Warten auf ein Stück vom G-Haus. Foto: Sascha von Gerishem

Es mussten neue Unterstützende gefunden werden, die tatkräftig mit anfassen. „Ich hatte gedacht Arbeit Remscheid hat immer fleißige Leute, und davon sind auch drei Stück gekommen die haben sogar noch ne Pritsche mitgebracht, zum Transportieren. Und ich habe die Jusos angesprochen, weil ich da die Erfahrung tatsächlich gemacht hab, dass sie sehr hilfsbereit sind und auch mit anpacken, wenn es nötig ist. Und wie man sieht, hat es sehr gut funktioniert“, strahlt Theatermann Wüster.

Riesige Mengen Material müssen nicht nur bewegt, sondern auch sortiert und anschließend zusammengebaut werden. Foto: Sascha von Gerishem
Riesige Mengen Material müssen nicht nur bewegt, sondern auch sortiert und anschließend zusammengebaut werden. Foto: Sascha von Gerishem

Direkte Kontakte zwischen der Volksbühne und den Jusos gab es vorher nicht. Wüster wandte sich einfach direkt an Daniel Pilz: „Wir kannten uns von verschiedenen Kulturveranstaltungen vom Sehen und haben auch ein paar Mal miteinander gesprochen, aber so aktionsmäßig bisher noch nicht.“ Insgesamt fünf Jusos haben das Team so gleich tatkräftig unterstützt. Lange überlegen mussten die Jusos jedenfalls nicht, wie Daniel Pilz versichert: „Genau dafür sind die Jusos natürlich auch da, um in der Stadt bei solchen ehrenamtlichen Projekten mit zu unterstützen.“ So dachte wohl auch Jugendrätin und Juso-Mitglied Lara Heibeck, die das Ensemble der Volksbühne seit diesem Jahr auch schauspielerisch, zunächst mit einer kleinen Rolle, unterstützt.

Schauspielende müssen leidensfähig sein: Lara Heibeck schleppt Brett um Brett. Foto: Sascha von Gerishem
Schauspielende müssen leidensfähig sein: Lara Heibeck schleppt Brett um Brett. Foto: Sascha von Gerishem

Auf dem Heimatspielgelände werden derweil unzählige Bretter, Wände, Böden und Kisten geschleppt, frei nach dem Motto „Viele Hände – schnelles Ende“. Aufgebaut werden müssen sechs Häuser, die das Bühnenbild für das neue von Christian Wüster verfasste Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“ darstellen. Außerdem benötigt die Technik eine eigene Hütte und drei weitere Hütten dienen der Versorgung des Theaterteams und dem späteren Publikum. Es entsteht ein Dorf im Dorf.

Dennie Leonhardt dirigiert den Reigen, Christian Wüster schleppt. Foto: Sascha von Gerishem
Dennie Leonhardt dirigiert den Reigen, Christian Wüster schleppt. Foto: Sascha von Gerishem

Gut acht bis neun Stunden werden für den groben Aufbau benötigt, den der technische Leiter, Dennie Leonhardt, mit Argusaugen überwacht: „Das ist für das G-Haus, leg das bitte da hinten in die Mitte!“ Begonnen wurde morgens schon um 8 Uhr, darum werden die fleißigen Mitarbeitenden auch ordentlich und warm verpflegt. Trotz der harten Arbeit ist die Stimmung ausgelassen und gut. Tags drauf folgen noch ein paar Restarbeiten. Und nach zwei Jahren Pause ist es nun nur noch weniger als ein Monat hin, bis die Heimatspiele endlich wieder Premiere feiern.

Nicht zuletzt Christian Wüster (Doppel-Daumen-Mann) sorgt aktiv für beste Stimmung beim Aufbau. Foto: Sascha von Gerishem
Nicht zuletzt Christian Wüster (Doppel-Daumen-Mann) sorgt aktiv für beste Stimmung beim Aufbau. Foto: Sascha von Gerishem

Spieltermine

  • 4. und 5. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 11 und 12. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • Fronleichnam, 16. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 18. und 19. Juni 2022 ab 16 Uhr

Karten für die Freilichtbühne sind ausschließlich am Spieltag vor Ort (Ludwig-Steil-Platz, 42899 Remscheid) an der Kasse des Heimatbühnengeländes erhältlich.

Spielleiter Udo Leonhardt in einer stillen Minute erwischt. Foto: Sascha von Gerishem
Spielleiter Udo Leonhardt in einer stillen Minute erwischt. Foto: Sascha von Gerishem

Gartenvögel: Ihre Teilnahme ist gefragt

Zwei Begleitaktionen der Natur-Schule Grund zur „Stunde der Gartenvögel“.

Wollten Sie immer schon mal wissen, welche Vögel es in den Gärten des Bergischen Landes gibt? Und welche bei Ihnen im eigenen Garten?

Da bietet sich die kommende Woche an, denn dann ist von Freitag bis Sonntag (13. – 15. Mai) wieder die „Stunde der Gartenvögel“ angesagt.

Am Freitag, 13.05., um 17:30 Uhr, sowie am Samstag, 14.05.2022, um 08:00 Uhr bietet die Natur-Schule Grund jeweils zweistündige Aktionen an, bei denen die Erkennungsmerkmale und vor allem die Stimmen der Vögel beschrieben werden. Die Leitung der Veranstaltungen haben die Biologen Andrea Stratmann-Poguntke und Jörg Liesendahl. Die Teilnahme ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Bitte melden Sie sich online unter info@natur-schule-grund.de an.

Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe und Pädagogischer Leiter der Natur-Schule: „Der Vorteil ist, dass Vogelbeobachtung während der hellen Tagesstunden jederzeit und an jedem Standort möglich ist, also sowohl zu Hause beim Blick aus der eigenen Wohnstube in den Garten oder auch im Wald. Jetzt in der Brutzeit gibt es besonders viel zu sehen und zu hören.“ Leider, so der Biologe, könnten heute viele Menschen die Vogelarten in ihrem Umfeld gar nicht mehr richtig benennen.

Warum also nicht „mal gucken“, den Vögeln beim Singen zuhören und gemeinsam mit Spaß lernen?

Anleitungen für die Zählung zur „Stunde der Gartenvögel“ gibt es beim Naturschutzbund im Internet unter https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-gartenvoegel/index.html; die Methode kann natürlich auch außerhalb der viertägigen Aktion genutzt werden.

Die Expert:innen weisen darauf hin, dass das Naturerlebnis nicht viel braucht. Ein gutes Fernglas hilft, die Tiere näher zu beobachten, die häufig relativ scheu auf den Menschen reagieren. Da wäre es für den Anfang möglicherweise gut, sich bei geschlossenem Fenster in einem Raum aufzuhalten, damit die Vögel den sie beobachtenden Menschen nicht so leicht erkennen; das Raumlicht sollte dabei aus sein.

Besonders ertragreich sind die ersten Stunden nach Tagesanbruch und die Zeit vor der Abenddämmerung, da dann die Vögel intensiv auf Nahrungssuche sein werden.

Für weniger erfahrene Beobachtende ist sicher eine Bestimmungshilfe sinnvoll, entweder als Buch, über einschlägige Internetseiten oder aber mit einer App für das Smartphone (z.B. vom Naturschutzbund NABU, https://www.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben/spiele-apps-klingeltoene/vogelwelt.html#).
Vielfältige Hinweise zu den Grundlagen der Vogelbestimmung bietet ebenfalls der NABU im Internet.

Dabei geht es vor allem darum, die wahre Zahl der Vögel zu erkennen und nicht darauf reinzufallen, wenn ein- und dieselbe Meise innerhalb einer Stunde dreißigmal hin- und hergeflogen ist. Dann ist es nämlich immer noch nur eine Meise. Die Zahlen für alle Vogelarten sollten an den NABU gemeldet werden. Wie das geht, dazu gibt es zahlreiche Informationen auf den genannten Internet-Seiten.

Filmvorführung „Donbass“ – ein Land im Krieg

Aus dem aktuellen Anlass des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine und 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt der SPD-Ortsverein Lüttringhausen den preisgekrönten Film „Donbass“ des ukrainischen Regisseurs Sergei Loznitsa.

Der Krieg in der Ukraine hat nicht erst im Februar 2022 begonnen – seit dem Jahr 2014 kämpfen im ostukrainischen Donbass prorussische Separatisten mit ukrainischen Regierungstruppen.

In 13 kaleidoskopartigen Episoden zeigt der 2018 gedrehte Film eine Gesellschaft im Kriegszustand. Der Film zeigt ein Land, das zwischen informellen Machtstrukturen, Korruption und Fake News zerrieben wird. Eine Gruppe Schauspieler inszeniert einen TV-Beitrag über einen fingierten feindlichen Anschlag; aus Rache für einen vermeintlichen Rufmord kippt eine Politikerin Fäkalien über den Kopf eines Chefredakteurs; ein Mann führt durch eine weitverzweigte Bunkeranlage, in dem dutzende Menschen Zuflucht vor Feuerbeschuss suchen. Beschlagnahmungen, Kontrollschikanen und Prügelstrafen sind an der Tagesordnung. Der kalte Horror von Angst, Gewalt und Hysterie erfasst mehr und mehr Bereiche des Lebens und nimmt immer groteskere Züge an …

„Donbass“ wurde 2018 in Cannes von der internationalen Presse als Meisterwerk gefeiert. Sergei Loznitsa erhielt für seine medienkritische und hochpolitische Farce den Sektions-Preis für die beste Regie.

Der Film, als Warnung gedacht, wurde in Deutschland bisher nur wenig gezeigt. Der Film „Donbass“ gibt uns jetzt den Anstoß zu überdenken, was in der Außen- und Sicherheitspolitik der vergangenen Jahre versäumt wurde. Wir müssen nicht nur den betroffenen Menschen helfen, sondern uns auch den aktuellen und künftigen politischen Herausforderungen stellen.

Der Film ist in deutscher Sprache synchronisiert und dauert 120 Minuten. Im Anschluss an den Film gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Mittwoch, 11. Mai um 19 Uhr im Rathaus Lüttringhausen, Kreuzbergstr. 15, 42899 Remscheid

Der Eintritt ist frei.

Die SPD Ortsvereinsvorsitzende Gerhilt Dietrich bittet um freiwillige Spenden für die queere Nothilfe Ukraine. LSBTIQ-Menschen in der Ukraine brauchen dringend Unterstützung. Anmeldungen werden erbeten unter: ursula.wilberg@spd.de

Kirchenkonzert: Barockmusik im Tannenhof

Das „Ensemble Amabile“ spielt am 8. Mai ab 16 Uhr das Konzert „Blockflötenmusik des Barock“ in der Kirche der Evangelischen Stiftung Tannenhof. Der Eintritt ist frei, eine Kollekte ist erbeten.

Nach zwei Jahren Coronapause findet wieder ein Konzert in der Kirche vom Tannenhof statt. Das „Ensemble Amabile“ bilden Martin Storbeck (Blockflöten), Ulrich Merkens (Kontrabass) und Angelika Kozonowski-Werler (Spinett). Pfarrerin Barbara Schröder-Möring trägt Texte vor, die die einzelnen Stücke verbinden.