Presseschau 19. Januar 2021

Diese Themen waren am 19. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Anmerkung der Redaktion: Aufgrund der Überlänge teilen wir diesen Beitrag auf mehrere Seiten auf. Jeweils unten können Sie auf den gewünschten Teil klicken (Seitenzahlen) oder mit dem rechten Pfeil immer direkt zum nächsten Teil klicken. Ob das so praktikabel ist, werden wir in den nächsten Tagen beobachten. Rückmeldungen nehmen wir jederzeit gerne an.

Trumps giftige Hinterlassenschaft

Der scheidende US-Präsident ist weltweites Vorbild für alle, die aufs Spalten aus sind. Von Christine Schröpf.

Welch zersetzende Folgen eine miserable Debattenkultur für die Demokratie hat, zeigt das Beispiel USA. Dort wird nun mit Donald Trump ein demokratisch abgewählter Präsident aus dem Amt befördert, der das Gesprächsniveau unzählige Male ins Unterirdische abgesenkt hat. Er ist weltweit zum Vorbild für jene geworden, die auf das Abwägen von Argumenten, auf Logik oder schlichten Anstand keinen Pfifferling geben.

Ähnlich Gestrickte, die sich früher dafür wenigstens innerlich ein wenig geschämt haben, zeigen sich jetzt selbstbewusst: Das „Oberhaupt“ der westlichen Welt hat die Methode ja bis zur letzten Sekunde vorexerziert, bockig die Lüge vom vermeintlich gestohlenen Wahlsieg wiederholt.

Trumps Zeit im Weißen Haus geht zum Glück zu Ende: Sein giftiges Erbe aber wirkt nach. Es bestärkt jenen Teil der Menschen auch in Deutschland, die echte Debatten unerbittlich torpedieren, in dem sie serienmäßig produzieren, was sie anderen ankreiden: Fake News. Das „Vorbild“ Trump entlässt die Nachahmer nicht aus der Verantwortung. Schon gar nicht diejenigen, die keiner Trumpschen Kapriolen bedürfen, um von sich aus vogelwild unterwegs zu sein. Das Ziel ist immer: Spalten, Unruhe schüren, das demokratische Ringen um bestmögliche Ergebnisse blockieren. Meinungsfreiheit wird allein für sich selbst reklamiert. Das Recht der anderen gilt, solange sie die eigene Meinung teilen. Sonst ist das Gegenüber schlecht, irregeleitet, ein braver Lemming des Systems. So schlicht lebt es sich in einer Welt aus Schwarz und Weiß. Ein zu hartes Urteil über die großen und kleinen Trumps? Nein. Meinungsstreit darf deutlich in der Sache sein. Die Grenze beginnt dort, wo nicht mehr auf Basis belegbarer Fakten argumentiert und nicht anerkannt wird, dass eben diese Fakten von unterschiedlichen Menschen mit Fug und Recht unterschiedlich interpretiert werden können.

Die rote Linie ist überschritten, wenn das Gegenüber beleidigt, beschimpft, verleumdet und bedroht wird. Wohin so etwas schlussendlich führt, haben Trumps „special people“ beim Erstürmen des Kapitols demonstriert – ohne Unrechtsgefühle den „speziellen“ Moment auch noch mit dem eigenen Smartphone dokumentierend. Alles weit weg? In Deutschland sind Querdenker gegen Reichtstagstüren angerannt. AfD-Abgeordnete schleusten bei anderer Gelegenheit Protagonisten ganz offiziell ins Parlament.

Die Corona-Krise hat die Lage verschärft. Existenznot und Verzweiflung machen selbst die Mehrheit der Vernünftigen zeitweise kirre. Sie sind mit Trumpisten aller Couleur aber in keiner Weise gleichzusetzen. Das gilt für viele Branchen, denen Corona die Geschäfte lahm gelegt hat. In Regensburg demonstrierte jetzt zornig eine Berufsgruppe, die bisher wenig im Fokus stand: Friseure, die nicht mehr wissen, wovon sie ihre Miete zahlen können. Der Hilfeschrei ist legitim. Es geht um hochberechtigte Fragen, zum Beispiel zu Hilfsgeldern, die viel zu schleppend ausgezahlt werden. Um all das muss gerungen werden, sofern als Nenner gilt, dass die stärksten Argumente zählen und der jeweils andere grundsätzlich nichts Böses im Schilde führt – anders als es die Minderheit der Corona-Leugner behauptet, die selbst noch kein einziges Problem gelöst hat.

Regierung in Land und Bund arbeiten auf einer Unzahl von Corona-Baustellen an Lösungen. Sie brauchen Widerspruch, der Schwachstellen benennt. Es ist deshalb fatal, dass derzeit gerade bei den Falschen der Eindruck grassiert, man dürfe nicht alles sagen und Kritik immer öfter mit den Worten „ich bin ja kein Verschwörungstheoretiker, aber…“ eingeleitet wird. Es ist eine Zurückhaltung, die man sich nur von den Trumpisten dieser Welt erwünschen würde.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Hasserfüllt

Kommentar von Michael Klein über das Ende der Präsidentschaft Trumps.

An diesen US-Präsidenten werden wir uns noch lange erinnern. Es sind die Bilder, die im Gedächtnis bleiben: die von gewalttätigen Horden seiner Fans, die Büros von Abgeordneten verwüsten, während diese sich vor dem Mob in Sicherheit bringen. Und dazu das hasserfüllte Gesicht Donald Trumps, der am Ende seiner Präsidentschaft die Massen abermals anstachelt – wie in den vier Jahren zuvor. Trump bleibt sich bis zuletzt treu. Obwohl seine Präsidentschaft ab Mittwoch (traurige) Geschichte ist, sucht er bis zur letzten Minute den Konflikt mit seinem Nachfolger Joe Biden. Mitten in der Hochphase der Corona-Pandemie hebt er sinnvolle Reisebeschränkungen auf, begnadigt Kriminelle, die ihm stets zu Diensten waren. Er tut alles, um Biden den Start in die Präsidentschaft so schwer wie möglich zu machen. Es ist die aus verlorenen Kriegen bekannte Politik der verbrannten Erde – voller Hass und ohne Rücksicht auf Verluste. Aber Trump sollte sich nicht täuschen. Joe Biden weiß um die Macht der Bilder. Was für ein Kontrast war am Tag des Sturms auf das Kapitol das Bild des künftigen Präsidenten mit geschlossenen Augen und gefalteten Händen. Es sind (wieder) ganz andere Gesten als die der vergangenen vier Jahre, die künftig das Bild Amerikas bestimmen werden. Die radikalsten Trump-Anhänger werden sich davon nicht beirren lassen. Aber es gibt auch die Moderaten, die Trump bislang gutgläubig vertrauten. Sie werden erkennen, dass Trump nie einer der ihren war, als der er sich verkauft hat. Und dass Biden, der Versöhner, nicht der Böse ist.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Mitteldeutsche Zeitung zu USA und Biden

Ins Weiße Haus zieht ein idealistischer alter Mann ein, der sich allen Ernstes etwas ganz Altmodisches zutraut: eine moralisch begründete politische Führung. Biden hält seinen Amerikanern einen Spiegel vor, er erinnert sie an eigene Grundsätze. Waren sie nicht immer ein hilfsbereites Volk? Sind sie nicht Heimat von 40 Prozent aller Nobelpreisträger? Warum eigentlich sollte eine solche Nation nicht mit der Corona-Krise fertig werden? Zusammenhalt statt Zynismus, Patriotismus statt Nationalismus: Biden zeigt, wie das alles gehen kann.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Wittekindshof: Claudia Middendorf verurteilt mutmaßliches Fehlverhalten aufs Schärfste

Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, zeigt sich hinsichtlich des mutmaßlichen Fehlverhaltens im Heilpädagogischen Intensivbereich der Diakonischen Stiftung Wittekindshof zutiefst besorgt.

Die Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten, zeigt sich hinsichtlich des mutmaßlichen Fehlverhaltens im Heilpädagogischen Intensivbereich der Diakonischen Stiftung Wittekindshof zutiefst besorgt.

Ein Verhalten, wie es den Beschuldigten aktuell zur Last gelegt wird, ist nicht tolerabel und verurteile ich aufs Schärfste.

Claudia Middendorf, Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten in Nordrhein-Westfalen

Zu den Vorkommnissen erklärt die Landesbehinderten- und patientenbeauftragte: „Die Berichterstattung und Nachforschungen erlauben mir nun eine detaillierte Einschätzung der Sachlage. Sollten sich die Vorwürfe gegen die beschuldigten Beschäftigten bewahrheiten, müssen schnellstmöglich Konsequenzen gezogen werden. Ein Verhalten, wie es den Beschuldigten aktuell zur Last gelegt wird, ist nicht tolerabel und verurteile ich aufs Schärfste.

Die Rechte der Menschen, die in Wohn- und Betreuungsangeboten untergebracht sind, müssen zu jeder Zeit und ausnahmslos gewahrt werden. Ihre Angehörigen müssen sich darauf verlassen können, dass die geliebten Menschen, die sie den Einrichtungen anvertraut haben, gut versorgt werden und ihnen zu keiner Zeit Leid zugefügt wird. Den Vorwürfen muss daher intensiv durch die Staatsanwaltschaft nachgegangen und der Sachverhalt umfassend aufgeklärt werden. Schwerwiegende Übergriffe und nicht genehmigte freiheitsentziehende Maßnahmen sind durch nichts zu rechtfertigen.

Gerade für den Personenkreis der Menschen mit Behinderung müssen die Einrichtungen eine qualitativ hochwertige und der individuellen Lage angepasste Betreuung bieten. Es bedarf eines erfahrenen Fachpersonals, das besonnen und sensibel auf die Bewohnerinnen und Bewohner eingeht. Die Betroffenen brauchen eine Anlaufstelle, der sie vertrauen und die mehr bedeutet als eine rein psychiatrische Unterbringung.
 
Ich wünsche mir nun eine zügige und lückenlose Aufklärung der Vorkommnisse und ganz besonders, dass sich derartiges Fehlverhalten, auch im Ansatz, nicht wiederholen wird.“

Drei Pkw mit Farbe besprüht

In der letzten Nacht (19.01.) gegen 02:25 Uhr ist ein Anwohner der Gierather Straße wach geworden und hat einen Unbekannten beobachtet, der sich an drei geparkten Pkw zu schaffen gemacht hat.

An einem Mazda, einem Toyota und einem Citroen hat der Unbekannte die Kennzeichen sowie die Markensymbole an Heck und Motorhaube mit gelber Farbe besprüht. Nach Angaben des Zeugen soll der Mann anschließend als Beifahrer in einen Ford Fiesta gestiegen und in Richtung Mülheimer Straße weggefahren sein. Er soll circa 25-30 Jahre alt und relativ groß gewesen sein, hätte schwarze Haare und soll eine blaue dicke Jacke getragen haben.

Der Sachschaden wird auf insgesamt circa 1.500 Euro geschätzt.

Hinweise und Zeugen

Wer kann Aussagen treffen oder sachdienliche Hinweise geben? Bitte an die Polizei RheinBerg unter der Rufnummer 02202 205-0 wenden.

Corona-Mutation: Münchner Forschungsinstitut schafft Nachweis

Autoren: Dr. Roman Wölfel, Michael Tomelzik

Wie ein Damokles-Schwert hängt die neue SARS-CoV-2 Variante B.1.1.7 über ganz Europa. Die, zuerst in Großbritannien aufgetretene Mutation konnte durch das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) in München bereits am 22. Dezember 2020 bei einem Reiserückkehrer aus Großbritannien durch die Sequenzierung des Genoms nachgewiesen werden.

„Es ist ganz natürlich, dass Corona-Viren genauso wie etwa Influenza-Viren immer wieder mutieren“, sagt Privatdozent Dr. Roman Wölfel, Leiter des Instituts in München. Corona-Viren seien in Sachen Mutation sogar eher langsam, weil sie sich darum bemühten, vergleichsweise wenig Fehler in ihr Genom einzubauen, erklärt der Oberstarzt. Bei der Variante B.1.1.7 hat sich unter anderem das für den Eintritt in die menschliche Zelle verantwortliche Spike-Protein verändert. Mutationen an dieser sensiblen Stelle des Virus können deshalb leicht Auswirkungen auf seine Infektionseigenschaften haben.

Vorreiter von Beginn an

Schon zu Beginn der Pandemie gelang es den Forscherinnen und Forschern des IMB innerhalb von nur drei Tagen eine der ersten außerhalb von China gewonnenen Gesamtgenomsequenzen des neuartigen Corona-Virus auf einer der weltweit größten Datenbank für Genome „gisaid.org“ zur Verfügung zu stellen. Auch die Sequenz der Variante B.1.1.7 wurde dort umgehend international zugänglich gemacht. Von Beginn an beobachtet das IMB die weitere Ausbreitung von SARS-CoV-2 sehr genau.

Mögliche Auswirkungen auf eine Impfung

Auch untersucht das IMB potenzielle Auswirkungen der Mutationen auf die Diagnostik und die Wirksamkeit einer Impfung. Dabei arbeiten die Münchner mit universitären Partnern zusammen. „Derzeit werden die mutierten Viren weltweit in Laboren untersucht. Dabei wird auch Blutserum von Menschen eingesetzt, die geimpft wurden oder die COVID-19 bereits überwunden haben“, erklärt Dr. Wölfel. Man schaue sich dann an, inwiefern die Antikörper im Blut dieser Menschen auch die veränderten Viren neutralisieren können, so Oberstarzt Dr. Wölfel. Nach ersten Ergebnissen scheinen die Antikörper trotz gewisser Unterschiede in der Abwehrreaktion auch vor den mutierten Varianten zu schützen.

Mehr Sequenzierung gefordert

Genomsequenzierungen werden in Deutschland genauso durchgeführt wie in Großbritannien. Unabhängig von der SARS-CoV-2-Pandemie hat sich Großbritannien aber schon länger auf Genomsequenzierungen fokussiert. Dadurch ist Großbritannien jetzt auch in der Lage sehr viele Patientinnen und Patienten auf diese Virusmutation hin zu untersuchen. „Es ist auf jeden Fall sinnvoll, die Zahl der Genomsequenzierungen auch in Deutschland zu steigern“, meint Dr. Wölfel. Es gehe dabei ja nicht nur um die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Varianten, sondern auch darum, das natürliche Mutationsverhalten von Corona-Viren weiter zu beobachten. Auch darum lassen die Expertinnen und Experten das Virus auch zukünftig nicht aus den Augen.

Weitere Informationen: https://www.bundeswehr.de/de/organisation/sanitaetsdienst

Schwertransport unter Alkoholeinfluss

Gestern Früh, 18.Januar um kurz nach 8 Uhr, haben Polizisten einen Lkw der Marke MAN mit angehangenem Turmdrehkran bemerkt, der halbseitig auf dem Gehweg der Frankenforster Straße stand.

Nach Angaben des Fahrers war er unterwegs zu einer Baustelle. Der Fahrer, ein 46-Jähriger aus Nettersheim, zeigte körperliche Auffälligkeiten, so dass ihm ein Atemalkoholvortest angeboten wurde. Dieser Test ergab über 1,1 Promille und lag somit im Bereich der absoluten Fahruntüchtigkeit.

Dem Fahrer wurde anschließend eine Blutprobe entnommen und die Weiterfahrt untersagt. Sein Führerschein wurde zudem sichergestellt. Dass der Schwertransport bei einer anschließenden Überprüfung bei einem Sachverständigen auch noch technische Mängel aufwies und überladen war, hat nun auch noch kostspielige Konsequenzen für den Halter des Lkw, eine Firma aus Bergheim. (ct)

Vorlesetelefon: Bei Anruf Geschichte

Vorlesetelefon in Solingen ist gefragt: Pat*innen beherrschen insgesamt acht Sprachen.

Vorlesen geht immer – auch am Telefon! Die Vorlesepatinnen und -paten vom Kommunalen Integrationszentrum, die von kleinen Bibliotheks-Besucher*innen bis hin zu Bewohnern in Seniorenzentren normalerweise vor größeren Gruppen vorlesen, haben ihr Angebot an die Corona-Bedingungen angepasst: Über das Vorlese-Telefon 0212 – 290-2873 kann die eigene Telefon-Nummer hinterlassen werden. Kurz darauf wird zurückgerufen, und es gibt eine Geschichte, ein Gedicht oder etwas Jahreszeitliches zu hören – und das sogar in einer von acht Sprachen. Denn neben Deutsch beherrschen die Vorlesepat:innen auch die spanische, englische, italienische, arabische, kurdische, russische oder türkische Sprache. „Unsere jüngste Vorleserin ist zehn Jahre alt und schon ein Profi“, erzählt die Koordinatorin Claudia Elsener-Overberg: Tuana Karabulut liest auf Deutsch, Türkisch und Englisch vor.

Derzeit sind die Bücher fest in Frauenhand: Vorlese-Initiatorin Ulli Wüsthof wird außer von Tuana noch unterstützt von Susan Mustafa, Nadine Diab-Heinz, Giusy Anna Kopansky, Ilaria Stocchi, Bärbel Groß, Annette Checchin, Angelika Loeb, Elisabeth Strobel, Stefanie Bitzer und Sule Ates.

Das Vorlesetelefon braucht keine besondere Technik: „Telefonieren kann jeder, und manchmal entsteht auf diese Weise eine längere Vorlesefreundschaft“, sagt Claudia Elsner-Overberg. „Wäre es nicht schön, wenn sich zum Beispiel ein Grundschulkind dreimal in der Woche eine Gutenachtgeschichte am Telefon wünschen könnte?“

NRW hebt eingeschränkten Bewegungsradius auf

Das Land Nordrhein-Westfalen hat neue Fassung der Corona-Regionalverordnung veröffentlicht.

Oberbergischer Kreis. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat eine neue Fassung der Corona-Regionalverordnung auf seiner Internetseite veröffentlicht.

Der eingeschränkte Bewegungsradius von 15 km für den Oberbergischen Kreis ist damit ab dem 19.01.2021 aufgehoben.

Quelle: Oberbergischer Kreis

Presseschau 18. Januar 2021

Diese Themen waren am 18. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Die Angst vor dem Kremlkritiker

taz-Kommentar von Barbara Oertel zur Festnahme von Alexei Nawalny.

Erbärmlich: Das ist die Vorstellung, die seit Sonntagabend in Moskau über die Bühne geht. Der Kremlkritiker Alexei Nawalny wird im Schnellverfahren zu 30 Tagen Arrest verurteilt, seine Festnahme am Flughafen Scheremetjew folgte dem Drehbuch der föderalen Behörde für Strafvollzug (FSIN): Die Bewährung wegen Verstoßes gegen Auflagen rückwirkend in eine dreieinhalb jährige Haftstrafe umzuwandeln – ein Vorhaben, das selbst nach russischen Gesetzen juristisch fragwürdig ist.

Auch das Vorspiel war aufschlussreich. Ein von Sicherheitskräften belagerter Flughafen Wnukowo, Dutzende Festnahmen und eine Umleitung der Maschine aus „technischen Gründen“. Das ist erstaunlich viel Aufhebens um einen angeblich politischen Niemand, den der Geheimdienst FSB, um mit Präsident Wladimir Putin zu sprechen, mühelos hätte ins Jenseits befördern können, so er willens gewesen wäre.

Die Demonstration der Stärke lässt tief blicken. Im Kreml geht offensichtlich die Angst um, aus gutem Grund. Selbst wenn Nawalny auf Jahre hinter Gittern verschwinden sollte, wäre das „Problem“ für Russlands Regierung, auch im Hinblick auf die Duma-Wahlen im September, nicht aus der Welt geschafft. Im Gegenteil: Angesichts eines wachsenden Unmuts in der Bevölkerung auch aufgrund einer angespannten Wirtschaftslage könnte das harte Vorgehen gegen Nawalny dessen Mit­strei­te­r*in­nen sogar Auftrieb geben.

Die Reaktionen vieler westlicher Poli­ti­ke­r*in­nen sind so ritualisiert wie hilflos: die Forderung nach sofortiger Freilassung sowie Einhaltung rechtsstaatlicher Prinzipien. Den Vogel schießt Bundesaußenminister Heiko Maas mit seiner Äußerung ab, die Festnahme Nawalnys sei völlig unverständlich.

Die baltischen Staaten Lettland, Litauen und Estland haben die EU zu einer deutlichen Reaktion an die Adresse Moskaus aufgefordert. Gerade diese Stimmen sollten in Brüssel ernst genommen werden. Alles andere bedeutete einen weiteren Verlust an Glaubwürdigkeit und wäre um keinen Deut besser als das, was in Moskau geschieht.

Quelle: taz – die tageszeitung – www.taz.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zum Fall Nawalny

Deutschland, die EU, die USA – alle verurteilen sie das Vorgehen im Fall Nawalny, wahlweise aufs Schärfste und mit Nachdruck. Tief beeindrucken muss das die Herrschenden im Kreml nicht. Das russische Vorgehen ist nur ein weiterer Schritt auf dem langen Pfad der Rechtlosigkeit. Doch wenn es ums Handeln geht, dann bleiben die Empörten doch ziemlich zahm. Wie geht es mit Russland und Nawalny nun weiter? Es ist in der Geschichte der Revolution vorgekommen, dass es Menschen aus dem Gefängnis heraus an die Spitze eines Staates katapultiert hat. Deutlich häufiger sind die Fälle, in denen es vom Gefängnis aus auf den Friedhof ging. Diese Gefahr besteht nach wie vor. Und eine große Unklarheit bleibt ohnehin: Ob der Nationalist Alexander Nawalny tatsächlich gut für Russland wäre, das ist keinesfalls ausgemacht.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Nawalny

Mit der Verhaftung Nawalnys haben die russischen Behörden nicht nur gegen die internationale Menschenrechtskonvention verstoßen. Sie haben auch erneut unter Beweis gestellt, dass sie Widerspruch im eigenen Land nicht dulden. Das ist das Gegenteil von Rechtsstaatlichkeit. Das ist Willkür. Der Kreml hat kein Interesse daran, den Giftanschlag auf Nawalny aufzuklären. Er will nur vertuschen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Deutschland

Politik

Sebastian Hartmann kündigt Rückzug von SPD-Landesspitze an

NRW-Landeschef zieht Konsequenz aus Zerwürfnis mit Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty.

Der Landesvorsitzende der nordrhein-westfälischen SPD, Sebastian Hartmann, hat am Montag angekündigt, beim Landesparteitag Anfang März nicht wieder für den Vorsitz des bundesweit mitgliederstärksten Landesverbandes der SPD zu kandidieren. Der 43-jährige Bornheimer Bundestagsabgeordnete zog damit die Konsequenz aus dem andauernden Zerwürfnis mit Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty. In einem Schreiben, das dem Bonner General-Anzeiger vorliegt, erklärte Hartmann den Mitgliedern der NRW-SPD seine Beweggründe: „Die Berichterstattung der letzten Tage zeigte mir, dass die Phase der Bewerbung um ein Amt auf dem Landesparteitag nicht zu einem Fest des Wettbewerbs und der Demokratie, sondern zur weiteren Belastung für die Sozialdemokratie in NRW, für meine Mitarbeiter*innen, meine Familie und mich würde.“

In der vorigen Woche war Hartmanns Jahresauftakt-Pressekonferenz in Düsseldorf abgesagt worden. Gründe dafür waren nicht genannt worden. Daraufhin erschienen Berichte, in denen dem Landesvorsitzenden unter anderem nachgesagt worden war, er sei abgetaucht, die Kommunikation mit ihm sei schwierig und Mitarbeiter würden sich von ihm absetzen. In seinem Schreiben an die Mitglieder schrieb Hartmann nun von „medialen Zerrbildern unserer Arbeit und der eigenen Person“. Er kritisierte seine parteiinternen Gegner mit den Worten: „Wenn die Wahrnehmung selbstverständlicher Aufgaben eines Landesvorsitzenden bereits mediale Sprengkraft entfaltet, entfällt der nötige Raum, einerseits Ämter auszufüllen und andererseits Kandidaturen zum Erfolg zu führen.“ Diese Muster kenne er seit der Übernahme des Landesvorsitzes 2018. „Daraus folgten Verlust von zunächst Autorität und dann Unterstützung.“

Hartmann war im Juni 2018 mit 81 Prozent der Delegiertenstimmen an die Spitze der NRW-SPD gewählt worden. Eine Findungskommission hatte sich zuvor überraschend für den jungen Bundestagsabgeordneten entschieden. Unter seiner Führung habe die Partei entlang der Idee „Rot pur“ Weichen für eine selbstbewusste, moderne Sozialdemokratie gestellt, zog Hartmann in seinem Schreiben Bilanz. „Starke wie mutige Konzepte“ für bezahlbares Wohnen, mehr Investitionen und ein besseres Bildungssystem seien beschlossen worden – „Themen, die heute in Umfragen weit oben stehen“, so Hartmann. Für Kutschaty, den Hartmann in seinem Schreiben namentlich nicht erwähnte, dürfte nun der Weg frei sein, neben dem Fraktionsvorsitz auch den Landesvorsitz zu übernehmen und Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im Frühjahr 2022 zu werden. Hartmanns Abschiedsgruß in dem Schreiben an die Mitglieder enthält denn auch eine unverkennbare Spitze in Richtung Kutschaty: „Seien wir zukünftig solidarischer“, schrieb der scheidende Landesvorsitzende.

Quelle: General-Anzeiger – www.ga-bonn.de

Ebnet Söder Laschet den Weg?

Markus Söder könnte triumphieren. Die CDU hat einen neuen Parteivorsitzenden, und in Umfragen gilt der Bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef als aussichtsreichster Kanzlerkandidat der Unionsparteien. Söder reagiert aber zurückhaltend. Umfragewerte seien volatil und daher nicht das wesentliche Kriterium für die Kanzlerkandidatur, sagt er. Und auch von einer anderen Last befreit er den neuen CDU-Vorsitzenden: Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz im März, die für die CDU nicht unbedingt positiv ausgehen dürften, werde für die K-Frage nicht ausschlaggebend sein. Bei einem neuen Trainer könne nicht das erste Spiel der Maßstab sein. Es sieht also so aus, als würde Söder Laschet den Weg ebnen. Er hat immer betont, sein Platz sei in Bayern. Vielleicht hat er das ernst gemeint, vielleicht ist er ein Stratege: Die Union muss damit rechnen, dass ohne Angela Merkel die Wählerzustimmung einbricht. Da sind die nächsten Wahlen in Bayern eine erfolgversprechendere Sache.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Söder und Kanzler

Söder hat immer betont, sein Platz sei in Bayern. Vielleicht meint er das ernst, vielleicht ist er aber ein kühler Rechner: Die Union muss fürchten, dass ohne Angela Merkel an der Spitze die Wählerzustimmung einbricht. Da sind die nächsten Landtagswahlen in Bayern eine deutlich erfolgversprechendere Sache.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Neuer CDU-Chef Laschet

Moderat, aber machtbewusst. Kommentar von Dietmar Ostermann.

Würden sich Parteitage an Meinungsumfragen orientieren, dann hätte der dort zeitweise auf den letzten Platz im Bewerberfeld abgerutschte Laschet nie CDU-Chef werden können. Doch die Partei hatte offenbar andere Bedürfnisse. Der zackige Friedrich Merz, der nach seiner Niederlage mit dem vergifteten Ansinnen, sofort Wirtschaftsminister zu werden, gleich wieder für Unfrieden sorgte, bedient den Wunsch nach Geschlossenheit nicht. Dann lieber Laschet, der sich zum moderierenden Politikstil Angela Merkels bekennt. Die CDU soll mit ihm die Partei der Mitte bleiben (…). Seine erste wichtige Amtshandlung dürfte kaum darin bestehen, Söder einfach so den Vortritt zu lassen. Denn machtbewusst ist Laschet eben auch, das sollten nun alle verstanden haben, die ihn zuweilen unterschätzen. http://www.mehr.bz/khs18

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

nd.DerTag: Kommentar zu den Folgen der Wahl Armin Laschets zum Bundesvorsitzenden der CDU

Die Wahl von Armin Laschet zum Vorsitzenden der CDU ist eine Fortsetzung der Politik von Angela Merkel – und damit ein Problem für die Linke. Merkel hat nämlich einiges in ihrer Amtszeit richtig gemacht: Sie hat beispielsweise rechte Hardliner wie Roland Koch kaltgestellt, in der „Flüchtlingskrise“ einen verhältnismäßig moderaten Kurs verfolgt, den Kohle- und Atomausstieg eingeleitet und in der Corona-Pandemie auf die Wissenschaft gehört. Im Klartext: Merkel hat ihre Partei ein kleines Stück nach links verschoben. An diesem Kurs dürfte Laschet – nach allem, was auf dem CDU-Parteitag am Wochenende zu hören war – grundsätzlich festhalten.

Mit Merkel und Laschet aber fehlt den Linken das politische Feindbild, das ein rechtsliberaler Wirtschaftslobbyist wie Friedrich Merz gewesen wäre. An ihm als CDU-Chef und möglichem Kanzlerkandidaten hätten sich die Linken in den Parlamenten (und nicht nur dort) abarbeiten – und sich damit als echte Alternative zur Merz-CDU darstellen können. Vor allem in der Pandemie sind die Linken mit ihrem Politikansatz weitgehend unsichtbar. Das schlägt sich in den Umfragen nieder: Die Linke dümpelt seit geraumer Zeit bei sieben oder acht Prozent. Zu wenig für eine Partei, die wichtige Vorschläge in dieser tiefgreifenden Krise macht.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Corona

Was hilft?

Kommentar von Lars Hennemann zur Pandemiebekämpfung.

Was hilft jetzt, wo der Lockdown wieder nicht ausreichend hilft? Nur scheinbar gewagte These: Wir müssen uns eingestehen, dass wir immer noch viel zu wenig wissen. Und deshalb immer öfter nur noch blind um uns schlagen. Ja, wenn es akut nicht anders geht, werden die Verbote noch härter werden müssen. Aber mit solchen Tätigkeitsnachweisen der Politik ist der Kampf gegen Covid-19 frühestens dann gewonnen, wenn die Impfquote hoch genug ist.

Was aber hilft bis dahin? Eine Strategie, die Löcher im Kampf gegen das Virus stopft und unsere Wissensbasis verbreitert. Stichwort Löcher: Es gab und gibt immer noch zu wenig Masken, nicht zuletzt für sozial Schwache. Es gab und gibt zu wenig Tests. Auch deshalb gelang und gelingt es nicht, die Alten zu schützen. Unsere Daten sind nicht (mehr) gut genug. Kein Wunder, wenn man Ämter und Tester in den Ferienmodus entlässt und gleichzeitig den Datenschutz als Dauerausrede gegen elektronische Helfer benutzt.

Noch was? Richtig, Viren mutieren. Eine Erkenntnis, die älter ist als Corona und der man mit Genomsequenzierungen begegnen kann. Wenn man sequenziert. Bausteine einer Strategie gäbe es also. Ihre Anwendung würde gegen das Gefühl helfen, dass man zunehmend konzeptlos eingesperrt wird und lediglich die Impfprozedur als Hoffnung hat. Eine Prozedur, die grundsätzlich – ihrer wirtschaftlichen und statistischen Logik gemäß – flach anlaufen muss. Aber Menschen im Wissen darum trotzdem auf technisch wackliger Basis in ein nervenzerfetzendes Rennen um Termine hinein jagen, das man bislang eher von Fußballtickets oder Konzertkarten kannte – auch das hilft nicht.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Lars Hennemann spricht von „sozial Schwachen“ wo er wirtschaftlich Schwache meint, also arme Menschen, Menschen mit zu geringem Einkommen etwa, oder Menschen mit Grundsicherung. Sozial schwach hingegen sind diejenigen, die zuließen und weiterhin zulassen, dass Menschen trotz Arbeit zu wenig Geld verdienen, oder dass es eine so geringe Grundsicherung überhaupt gibt. Sozial schwach ist, wer meint dass sein Geld arbeiten könne. „Geld arbeiten lassen“ ist ein Euphemismus für kapitalistische Ausbeutung. Und diese Ausbeutung findet nicht anonym und unerkannt irgendwo draußen in der Welt statt – das passiert jeden Tag – überall in Deutschland. Stichwort: Mindestlohn.

Niedersachsens Ministerpräsident gegen generelle Ausgangssperren

Stephan Weil: Halte aktuell landesweite nächtliche Ausgangssperren nicht für gerechtfertigt – Aber: Pflicht zum Homeoffice sinnvoll.

Hannover. Im Vorgriff auf den nächsten Corona-Gipfel zwischen den Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Dienstag hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil klar gegen ein generelles Ausgehverbot in den Abend- und Nachtstunden ausgesprochen. „In ganz Niedersachsen liegen wir jetzt bei einer Inzidenz von knapp unter 100. Deshalb halte ich aktuell landesweite nächtliche Ausgangssperren nicht für gerechtfertigt“, erklärte der SPD-Politiker in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Lediglich in Städten und Landkreisen mit einer Inzidenz von mehr als 200 pro 100.000 Einwohnern und Woche sei eine solche Maßnahme sinnvoll und werde von den Menschen auch akzeptiert.

Unterdessen sprach sich der Regierungschef aber dafür aus, die Arbeit im Homeoffice verpflichtend zu regeln. „Eine seitens des Bundes zu regelnde Pflicht zum Homeoffice hielte ich für sinnvoll“, sagte Weil. Arbeitgeber müssten dann darlegen, warum welche Bereiche definitiv nicht ins Homeoffice gehen können. Gleichzeitig sollten die Betriebe durch eine Flexibilisierung der täglichen Anfangszeiten ihre Beschäftigten auffordern, den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Stoßzeiten zu entlasten, schlägt der Ministerpräsident vor. Wichtig sei aber, dass auch bei einem weiteren Rückgang der Fahrgastzahlen durch mehr Homeoffice und geringerem Schulbesuch die Zahl der eingesetzten Busse oder Bahnen nicht reduziert, sondern eher noch weiter ausgeweitet werde. „Das würde dann zu mehr Abstand und mehr Sicherheit im ÖPNV führen“, ist Weil überzeugt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

IW-Chef Hüther: „Erneute Lockdown-Verschärfung ist nur schwer nachzuvollziehen“

Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln, Michael Hüther, hat sich gegen eine Verlängerung und Ausweitung des Lockdowns ausgesprochen. „Es wird immer nur mit Bedrohungsszenarien gearbeitet“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Dienstagsausgabe). „Auch jetzt ist eine erneute Verschärfung nur schwer nachvollziehen, da die Inzidenzen sowohl bei uns als auch in den Ländern, in denen die Mutation sich ausgebreitet hat, tendenziell zurückgehen.“ Im Moment werde die Politik nicht erklärt und nicht begründet, so der Ökonom weiter: „Das finde ich nicht nur als Ökonom, sondern auch als Bürger ziemlich empörend.“

Hüther warf der Bundesregierung zudem vor, nicht für ausreichend empirische Daten gesorgt zu haben, um gezieltere Maßnahmen zu beschließen. „Eine Datengrundlage für andere gezielte Maßnahmen als ein allgemeines Herunterfahren wurde gar nicht erst geschaffen“, meint er. Dieser geringe Kenntnisstand sei im März vertretbar gewesen, aber jetzt nicht mehr. „Der Preis dafür ist, dass jetzt das ganze Land im Lockdown ist.“

Zu dem Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder forderte Hüther, dass die Schulen nicht über den 1. Februar hinaus geschlossen bleiben dürften. Zudem forderte er einen Ausblick auf ein Ende des Lockdowns: „Geschäften, die schlüssige Hygienekonzepte vorlegen, muss zudem eine Perspektive zur Öffnung gegeben werden„, sagte Hüther dem „Tagesspiegel“: „Es muss nach vorne gedacht werden, wie wir aus dem Lockdown herauskommen.“

Online unter: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/iw-chef-michael-huether-im-interview-eine-erneute-verschaerfung-jetzt-ist-nur-schwer-nachvollziehen/26827974.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Dass ein arbeitgebernaher Lobbyist wie Michael Hüther die Pandemiemaßnahmen der Bundesregierung kritisiert, überrascht nicht. Schließlich stehen nur Menschenleben im Mittelpunkt des Lockdown, weniger die Wirtschaftsinteressen, die annähernd 50.000 Toten allein aus Deutschland können sogenannte „Top-Ökonomen“ da schon mal zu ner schwarzen Null abrunden. Aus demselben faktenbefreiten Populismushorn tönt er nach Schulöffnung, als sei er neben Profitmaximierung in weiteren Bereichen Experte. Er gibt die Parole aus, dass nach vorne gedacht werden muss, während er das Gegenteil in Reinform praktiziert. Empfehlung: Lächeln, nicken und einfach ignorieren.

Gesundheit

Planbare Operationen werden wie im Frühjahr verschoben

Halle. Um genügend Betten und Personal für die Behandlung von Covid-19-Patienten bereitstellen zu können, sind die Krankenhäuser Sachsen-Anhalts gezwungen, planbare Eingriffe so wie im Frühjahr zu verschieben. Das ergab eine Umfrage der der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Montag-Ausgabe). Vor allem betrifft das Hüft- und Knieoperationen, „die nicht unmittelbar zu einer Gesundheitsverschlechterung führen“, wie Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums Halle, der Zeitung sagte. Ähnliches ist aus den Helios-Kliniken in Sangerhausen, Hettstedt und Eisleben (Mansfeld-Südharz) zu hören. Die Asklepios-Klinik in Weißenfels (Burgenlandkreis) beobachtet zudem, dass Patienten vermehrt von sich aus um die Verschiebung derartiger Eingriffe bitten.

„Alle lebenswichtigen und medizinisch dringend erforderlichen Operationen und Behandlungen finden weiterhin statt“, sagte Moesta der MZ. Das gelte, so betonen alle Kliniken, auch für Krebsoperationen. Die Krebsgesellschaft Sachsen-Anhalts spürt indes gerade bei Krebspatienten eine große Unsicherheit. Nach Ansicht von Geschäftsführer Sven Weise ist die Versorgung von Krebspatienten derzeit stark beeinträchtigt. Er hört täglich von verschobenen oder ganz abgesagten Operationen. „Diagnostische Untersuchungen und die Nachsorge sind stark zurückgefahren“, schließt er aus Berichten von Patienten, die sich in ihrer Not an die Krebsgesellschaft wenden. Er schließt daraus: „Die Sterblichkeit durch Krebs könnte steigen.“

„Ob eine Krebsoperation stattfindet, hängt immer von der individuellen Diagnose, dem Status des Tumors und dem Verlauf der Erkrankung ab“, sagt Uniklinik-Chef Moesta. Dringend notwendige Krebsoperationen und die entsprechenden Behandlungen würden in unveränderter Art und Anzahl stattfinden. „Nur in manchen Abteilungen hat sich die Wartezeit verlängert“, fügt er hinzu. Moesta verweist außerdem darauf, dass die Universitätsmedizin Halle darüber hinaus andere Krankenhäuser in Halle und auch im südlichen Sachsen-Anhalt unterstützt und Krebspatienten zusätzlich übernommen hat, wenn die Häuser wegen Corona ihren Normalbetrieb einstellen mussten oder überlastet waren.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Gesellschaft

Niedersachsens Kultusminister beklagt in Corona-Krise Zunahme von persönlichen Angriffen

Tonne: Es gibt Rückmeldungen, die unter aller Kanone und außerordentlich niveaulos sind – Anerkennung für Beitrag junger Generation.

Hannover. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sieht sich in der Corona-Krise einer wachsenden Zahl von persönlichen Anfeindungen ausgesetzt. „In erster Linie melden sich natürlich diejenigen, die sauer und enttäuscht sind. Und da geht es teilweise schon ganz schön zur Sache und auch unter die Gürtellinie. Es gibt Rückmeldungen, die wirklich unter aller Kanone und außerordentlich niveaulos sind. Das ist tendenziell in den sozialen Netzwerken deutlich ausgeprägter, und ich kann auch nicht sagen, dass mich das kalt lässt“, räumte der SPD-Politiker im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) ein.

Die Beschimpfungen und Beleidigungen hätten in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich zugenommen und reichten zum Teil sogar so weit, dass er für schwere individuelle Schicksale persönlich verantwortlich gemacht werde. Er habe „wirklich größtes Verständnis für die Sorgen und Nöte vieler Eltern“, beteuert der 44-Jährige, sagt aber auch: „Ich würde mir wünschen, dass manche über den ein oder anderen Satz, den sie an mein Haus oder an meine Person richten, vor dem Absenden etwas länger nachdenken.“

An eine baldige Wiedereröffnung der Schulen glaubt der Minister unterdessen nicht. „Keiner geht davon aus, dass wir im Februar schon wieder halbwegs normal in den Schulalltag starten“, sagte Tonne. Er hoffe aber, dass die Infektionszahlen so weit zurückgehen, dass zumindest eine schrittweise Öffnung der Schulen zu verantworten ist. Die Einschränkungen, unter denen besonders Kinder und Jugendliche aktuell zu leiden hätten, seien ein „immenser Beitrag“, den die junge Generation zur Bewältigung der Corona-Krise leiste. „Wir nehmen den Kindern gerade alles weg, was ihr Leben ausmacht: Hobbys, Freunde treffen, Veranstaltungen besuchen, ins Kino gehen, zusammen feiern. Und nun mussten wir auch noch den Schulbesuch – die letzte verbliebene Möglichkeit, Kontakt zu Gleichaltrigen zu haben – massiv einschränken und nahezu auf null herunterfahren. Das ist eine Situation, die wir so nicht beliebig lange fortführen können“, ist der vierfache Vater überzeugt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

WAZ: Georg Haub zieht Antrag auf Todeserklärung für Bruder Karl-Erivan Haub zurück

Tengelmann-Miteigentümer Georg Haub hat überraschend seinen Antrag auf Todeserklärung seines verschollenen Bruders Karl-Erivan Haub zurückgezogen. Das bestätigte das Amtsgericht Köln der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Montagsausgabe). Das Verfahren zur Todeserklärung geht dem Sprecher zufolge aber dennoch weiter. „Die Anträge von Christian Haub und der Unternehmensgruppe Tengelmann werden aufrechterhalten“, sagte Amtsrichter Maurits Steinebach. Zu den Gründen für den Rückzieher von Georg Haub wollte sich der Sprecher nicht äußern.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub gilt seit dem 7. April 2018 als verschollen, nachdem er von einer Bergtour nicht zurückgekehrt war. Gegen den Willen seiner Familie hatten die Brüder und der Mülheimer Handelskonzern im Oktober 2020 Anträge auf Todeserklärung gestellt. Die Staatsanwaltschaft Köln, die von sich aus die Todeserklärung ins Rollen bringen könnte, will sich den Anträgen nicht anschließen. „Die Staatsanwaltschaft hat von ihrem Antragsrecht nach Paragraph 16 Verschollenheitsgesetz keinen Gebrauch gemacht und beabsichtigt auch nicht, dies zu tun“, sagte Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer der WAZ.

Die Staatsanwaltschaft kann von sich aus tätig werden, wenn die Todeserklärung eines Verschollenen im öffentlichen Interesse steht. Sollte Karl-Erivan Haub für tot erklärt werden, erben seine Kinder Viktoria und Erivan dessen Anteile an der Tengelmann-Gruppe. Dabei könnten dem deutschen Staat bis zu 450 Millionen Euro Erbschaftssteuer zufließen. Sollte Haub noch leben, wofür es keine Beweise gibt, könnte ihm Betrug insbesondere zu Lasten seiner eigenen Firma vorgeworfen werden.

Welt

„nd.DerTag“: EU-Handelsexperte Scholz: Das alte, traditionelle Verhältnis zwischen EU und USA ist überholt

Der Handelspolitische Sprecher der Linksfraktion im Europäischen Parlament, Helmut Scholz, hält die Rückkehr zum „alten, traditionellen Verhältnis“ zwischen EU und USA unter US-Präsident Joe Biden für nicht erstrebenswert. Dieses Bündnis sei „einfach nicht mehr zeitgemäß, es ist überholt“.

„Die Europäische Union muss sich sehr klar auf ihre eigenen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Aufgabenstellungen konzentrieren, die sich jetzt mit der Pandemie noch deutlicher zeigen“, sagte er gegenüber „nd.DerTag“ (Dienstagausgabe). „Wir müssen uns auf der europäischen Ebene doch viel stärker auf schnelle Veränderung in der Wirtschaftspolitik und auf wirtschaftliche Strategien im digitalen Zeitalter orientieren, um den Klimawandel zu stoppen, um die Artenvielfalt zu erhalten, um die Armut global zu überwinden und und und …Das müssen wir auch im Dialog mit den Vereinigten Staaten, wie mit anderen Staaten, in den Mittelpunkt stellen.“

Scholz, der auch Mitglied des Transatlantischen Gesetzgeberdialogs ist, forderte die EU auf, „strikt auf eine regelbasierte multilaterale und faire Welthandelspolitik“ zu setzen. „Das wird sich nur im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO und durch die Veränderung der WTO selbst, ihres Funktionieren und ihrer Struktur erreichen lassen.“ Gerade in dieser Hinsicht habe die Trump-Administration unglaublich gebremst.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Die Woche – KW03/2021

Diese Ausgabe vom Fernsehformat „Die Woche“ mit Lokalnachrichten aus Remscheid wird präsentiert von Marcus Schmidt und Sabine Yündem. Sendetermin ist immer montags ab 18.30 Uhr.

Das sind die Themen der aktuellen Sendung:

  • Im Zentrum des Interesses: FFP2-Masken
  • Wir sind Remscheid – Solidaritätsaktion geht weiter
  • So wird der Impfstoff vor dem Impfen aufbereitet.

Sendetermin und Sendeorte

„Die Woche“ ist ein Kooperation vom Remscheider Stadtfernsehen rs1.tv und Lüttringhauser. Weltweit gesendet wird jeden Montag ab 18.30 Uhr auf den Plattformen Youtube, Facebook, Twitch und den Webseiten von rs1.tv und Lüttringhauser. „Die Woche“ wird außerdem landesweit auf NRWision im digitalen Kabelfernsehen in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt. Bundesweit ist NRWision auf Magenta TV (Programmplatz 492) und Zattoo (in der Senderliste „Regional“) zu sehen. Die nächsten Sendetermine finden Sie allein auf der Webseite von NRWision unter „nächste Sendetermine“.

So schauen wir Die Woche im TV

Kurzarbeit: Achtung vor Steuernachzahlung

Wer Kurzarbeitergeld erhält, muss erstens eine Steuererklärung abgeben und hat zweitens mit Steuernachzahlungen zu rechnen. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) gibt Tipps, wie sich mögliche Steuernachzahlungen abmildern lassen.

Kurzarbeitergeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt

Im Frühjahr 2020 hat die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie die Regelungen für das Kurzarbeitergeld verbessert. Seither bekommen Arbeitnehmer schneller, leichter und auch etwas mehr Kurzarbeitergeld, und zwar zunächst befristet bis 31. Dezember 2021. Doch Vorsicht: Das Kurzarbeitergeld gehört zu den sogenannten Lohnersatzleistungen, die zwar grundsätzlich steuerfrei sind. Aber für Kurzarbeitergeld gilt nach wie vor Folgendes:

  • Wer in einem Jahr Kurzarbeitergeld von mehr als 410 Euro erhält, der ist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet.
  • Der Bezug von Kurzarbeitergeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Erhält ein Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, wird dieses Geld am Ende des Jahres zur Ermittlung des Steuersatzes auf sein Einkommen hinzugerechnet. Das ursprünglich steuerfreie Kurzarbeitergeld erhöht also den persönlichen Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert wird. Obwohl das Kurzarbeitergeld steuerfrei ist, werden doch mehr Steuern fällig.

Kurzarbeitergeld erhöht den Progressionsvorbehalt – ein Rechenbeispiel

Ein Arbeitnehmer ist kinderlos und verdient netto normalerweise 1.332 Euro. Sein Arbeitgeber beantragt für einen Monat Kurzarbeit und streicht die Hälfte der Arbeitszeit auf 20 Stunden pro Woche. Der Nettolohn des Arbeitnehmers sinkt damit auf beispielsweise 777 Euro, also 555 Euro weniger. Die Bundesagentur übernimmt 60 Prozent des entgangenen Nettolohns, also 333 Euro. Zusammen kommt der Arbeitnehmer auf 1.110 Euro. Somit verdient er 222 Euro weniger. Ohne Kurzarbeitergeld würde er 555 Euro weniger verdienen.

Die 333 Euro Kurzarbeitergeld aus dem Rechenbeispiel sind für den Arbeitnehmer steuerfrei. Aber der persönliche Steuersatz, mit dem das restliche Einkommen versteuert werden muss, erhöht sich. Das bedeutet: Bekommt ein Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld, wird dieses auf sein zu versteuerndes Einkommen zur Ermittlung des (höheren) Steuersatzes hinzugerechnet. Am Ende zahlt er dann mehr Steuern, obwohl das Kurzarbeitergeld selbst steuerfrei ist.

Tipp der Vereinigten Lohnsteuerhilfe

Abmildern kann diese Auswirkung nur, wer Kosten wie beispielsweise Dienst- und Handwerkerleistungen, Vorsorgeaufwendungen oder Spenden hatte – und diese Kosten in seiner Steuererklärung angibt. Ebenfalls zur Abmilderung beitragen können hohe Werbungskosten, dazu gehören zum Beispiel die Fahrtkosten und andere Ausgaben rund um den Beruf.

Für Ehepaare und eingetragene Lebenspartner kann es in einigen Fällen sinnvoll sein, von der steuerlichen Zusammenveranlagung zur getrennten Veranlagung zu wechseln. Ob sich das lohnt, sollte ein Einkommensteuerexperte wie zum Beispiel ein Beratungsstellenleiter der VLH im Einzelfall durchrechnen.

Übrigens: Seit 1. Januar 2021 gelten deutlich höhere Behindertenpauschbeträge. Doch Menschen, denen aufgrund ihrer Behinderung ein Behindertenpauschbetrag zusteht und die Kurzarbeitergeld beziehen gilt: Der Pauschbetrag wird durch den höheren Steuersatz schnell aufgezehrt.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Die VLH ist mit einer Million Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet 1972, stellt die VLH außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater: Von drei zertifizierten Beratern aller Lohnsteuerhilfevereine sind zwei von der VLH.

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) erstellt für seine Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt Freibeträge, ermittelt und beantragt Förderungen und Zulagen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Wolf: „Landesregierung drückt Remscheid 5 Millionen Euro Schulden aufs Auge“

Einbrechende Steuereinnahmen bei Bund und Land durch die Corona-Pandemie wirken sich auch auf die Finanzmittel für die 396 Städte und Gemeinden in NRW aus.

Um Einbrüche an Finanzmitteln bei Städten und Gemeinden auszugleichen, hat der Landtag beschlossen, die fehlende Summe aufzustocken. Allerdings hat die CDU/FDP-Landesregierung das sogenannte Gemeindefinanzierungsgesetz 2021 lediglich um ein Kreditvolumen in Höhe von rund 943 Millionen Euro erhöht. Diese Summe haben die Städte und Gemeinden somit zukünftig dem Land zurückzuzahlen. „Leider haben sich CDU und FDP dafür entschieden, den Kommunen ein vergiftetes Geschenk zu machen“, beschreibt der SPD-Landtagsabgeordnete Sven Wolf die Entscheidung des Landtags. „Anstatt den Kommunen die Steuerausfälle aus dem NRW-Rettungsschirm auszugleichen, bekommen sie lediglich neue Schulden aufgebürdet“, so Wolf weiter.

„Konkret drücken CDU und FDP Remscheid insgesamt 5,05 Millionen Euro neue zusätzliche Schulden aufs Auge. Als SPD-Fraktion haben wir uns für echte Finanzhilfen und nicht für weitere Schulden ausgesprochen. Der Rettungsschirm des Landes bietet dafür die rechtliche Grundlage und Möglichkeit. Die Landesregierung und die CDU/FDP-Mehrheit betätigen sich hingegen lieber als Schuldentreiber unserer Kommunen“, kommentiert Wolf das Vorgehen.

Hintergrund

Die Kommunen in NRW (Städte, Gemeinden, Kreise und die beiden Landschaftsverbände) werden zu 23 Prozent an den Einnahmen aus den sogenannten Verbundsteuern beteiligt. Die Verteilung dieses 23-prozentigen Anteils auf die 396 Städte und Gemeinden und 31 Kreise wird über das sogenannte Gemeindefinanzierungsgesetz jedes Jahr geregelt. Corona-bedingt sinken die Einnahmen aus den Verbundsteuern. Somit sinkt auch der 23-prozentige Anteil der Kommunen. Diesen Ausfall stockt die Landesregierung mit einem Kredit in Höhe von insgesamt gut 942 Millionen Euro auf.

Tätlicher Angriff auf Polizisten am Berliner Platz

Gestern (17.01.2021), gegen 14:20 Uhr, kam es in Wuppertal zu einem Angriff auf zwei Polizeibeamte.

Eine Polizistin und ein Polizist kontrollierten am Berliner Platz einen Fahrzeugführer. Unvermittelt griff sie ein an der Kontrolle Unbeteiligter 27-Jähriger von hinten an. In der Folge schlug und trat er auf die Beamten ein. Mit Hilfe weiterer Kräfte konnte er letztlich dem Gewahrsam zugeführt werden. Ihn erwarten eine Strafanzeige und die Ermittlungen der Kriminalpolizei, um die Gründe für sein Verhalten zu klären.

Die angegriffenen Polizisten mussten zur ambulanten Behandlung ein Krankenhaus aufsuchen. (sw)

Presseschau 17. Januar 2021

Diese Themen waren am 17. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

nd.DerTag über den von Brasiliens Präsidenten Bolsonaro erfundenen Wahlbetrug

Angesichts des von seiner Regierung angerichteten gesundheitspolitischen Desasters sollte Brasiliens Staatschef eigentlich genug andere Sorgen haben. Doch was Bolsonaro beschäftigt, ist ein angeblicher Betrug bei den Wahlen, die ihn 2018 ins Amt brachten. Ohne diesen Betrug, behauptet der Rechtsextreme, hätte er bereits in der ersten Runde gewonnen, ohne in die Stichwahl gegen Fernando Haddad, den Präsidentschaftskandidaten der Arbeiterpartei, zu müssen. Während der Auszählung, so geht Bolsonaros Geschichte, habe etwa 120 Mal gewechselt, wer von beiden vorn lag.

Tatsächlich hatte Bolsonaro am Beginn der Auszählung einmal hinter Haddad gelegen, dann immer vorn, zweimal zeitweise sogar über der 50-Prozent-Marke. Nichts deutet auf Wahlbetrug. Dass diese Wahl nicht sauber ablief, hatte nichts mit Brasiliens elektronischem Wahlsystem zu tun. Be- trug, das war der Ausschluss des linken Favoriten Lula mit Hilfe eines von hohen Militärs unterstützten Justizkomplotts. Das ebnete Bolsonaro den Weg. Betrug waren die schwarzen Kassen und das Fake-News-Netzwerk der Bolonaristas. Jetzt streuen sie mit Blick auf die Wahl 2022 dasselbe Gift wie ihr Vorbild Trump. Das Thema ist auch ein Ablenkungsmanöver angesichts der Proteste wegen des Horrors in den Krankenhäusern in Manaus.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Deutschland

Corona

NRW stützt Maas-Vorstoß für Geimpfte

Rechtsstaat greift in Grundrechte nur ausnahmsweise und begrenzt ein

Die nordrhein-westfälische SPD hat sich hinter die Forderung von Außenminister Heiko Maas (SPD) gestellt, Menschen mit Corona-Impfung früher den Besuch von Restaurants und Kinos zu erlauben. „Bundesaußenminister Heiko Maas hat recht: Es geht nicht um Privilegien für Geimpfte, sondern um die Ausübung von Grundrechten“, sagte der Vorsitzende der NRW-SPD, Sebastian Hartmann, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Montag-Ausgabe). Der Rechtsstaat gewähre Freiheits- und Grundrechte „nicht als Privilegien, sondern schützt diese und greift nur ausnahmsweise sowie begrenzt in diese ein“. Bei Geimpften entfalle ein wichtiger Grund für die Einschränkung, nämlich die Verhinderung der Überlastung des Gesundheitswesens. Dies gelte dann „erst recht“, wenn klar sei, dass „Geimpfte niemanden mehr infizieren können“.

Pressestimme Frankfurter Rundschau zu Privilegien für Geimpfte

Die Frankfurter Rundschau schreibt zur Debatte über Privilegien für Geimpfte.

Noch keine drei Wochen ist es her, dass die Sozialdemokraten laut über ein mögliches Verbot solcher Ungleichbehandlungen nachdachten. Jetzt fordert Heiko Maas (SPD), dass Geimpfte „wieder ihre Grundrechte“ wie Kino- und Restaurantbesuche ausüben dürfen.

Es sollte endlich ein Grundrecht auf Verlässlichkeit politischer Aussagen geben. Niemand kann bislang sagen, ob Geimpfte das Virus weitergeben können. Niemand kann sagen, ob die verfügbaren Impfungen auch die Virusmutationen definitiv mit abdecken und ob Privilegien für Geimpfte nicht zu einer fatalen Spaltung der Gesellschaft führen würden. Zum Grundrecht auf Verlässlichkeit würde also gehören: Im Zweifelsfall die Klappe halten.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

nd.DerTag zum Vorschlag von Außenminister Maas Lockerungen für Geimpfte einzuführen

Eigentlich war nach den letzten Pandemiemonaten klar, dass eine Diskussion um Lockerungen nicht zu früh geführt werden sollte. Die Regierung fährt auf Sicht, zieht ihre Termine für Lockdown-Debatten vor und muss mit einer stetig wechselnden Faktenlage klar kommen. Die Auswirkungen der bislang zwei nachgewiesenen Mutanten ist ebenso unklar wie der Verlauf der Impfwellen. Außenminister Heiko Maas (SPD) begann dennoch die Debatte um Lockerung für Geimpfte. Er möchte diese Privilegien aber gar nicht als solche verstanden wissen. Maas meint, dass eine Einschränkung von Grundrechten für Geimpfte problematisch sei, wenn diese potenziell keines der knappen Beatmungsgeräte mehr blockieren würden. Sein Schluss: Restaurants und Kinobesuche frei für alle Geimpften!

Kurzsichtiger geht es kaum. Es ist unklar, ob und wie lange Geimpfte immun bleiben, und auch, ob sie nicht weiter Übertragende der Krankheit sein können. Noch dazu geht es nur um die Konsumierenden, statt zu fordern, Kellner*innen, Servicekräfte und Supermarktpersonal priorisiert zu impfen, die das Ansteckungsrisiko aushalten. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit, das täglich an Kassen und bei Servicekräften gefährdet ist, sollte über dem Recht auf Konsum und Freizeit der Geimpften stehen.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

MZ zum Thema: Maas schlägt Erleichterungen für Geimpfte vor

Der Vorstoß wirkt deplatziert, doch mit einem hat Maas trotz allem recht: Bei allen Befürchtungen vor einem Kollaps des Gesundheitssystems müssen Bund und Länder versuchen, eine Perspektive zu geben. Ein bisschen Licht braucht es im Dunkeln.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

MZ zum Thema: Möglicher Industrie-Lockdown

Dass die Bundesregierung mit den Länderchefs am Dienstag über eine Verschärfung der Corona-Regeln berät, darf daher keinen verwundern. Doch auch in der Pandemie muss im Rechtsstaat die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen gewahrt bleiben. Die Schließung von Industrie-Betrieben ist das nicht. Aus drei wichtigen Gründen: Erstens ist es kaum möglich, nur lebensnotwendige Betriebe offen zu halten, wie Wirtschaftsforscher erläutern. Die Wurstfabrik benötigt auch den Verpackungshersteller, der Folien zuliefert oder die Maschinenbaufirma, die Anlagen wartet. Zweitens finden aufgrund der Hygienemaßnahmen vergleichsweise wenige Ansteckungen in den Fabriken statt. Das ist belegt. Drittens ist die Industrie – anders als Gastronomie oder Freizeitwirtschaft – für ein Viertel der deutschen Wirtschaftsleistung verantwortlich.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Wahl des CDU-Vorsitzenden

Frankfurter Rundschau: Pressestimme zu CDU/Laschet

Die Frankfurter Rundschau schaut auf die CDU unter dem Vorsitz von Armin Laschet.

An zentralen Punkten hat es im parteiinternen Wahlkampf zwar Nuancen gegeben, aber keine grundlegenden Unterschiede. Die CDU steht ziemlich geschlossen für die von Angela Merkel geprägte Politik: Notwendigen Modernisierungen wie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder dem grundsätzlichen Bekenntnis zur Energiewende verschließt sie sich zwar nicht. Aber was die Führungsrolle des Marktes und der Gewinnorientierung schwächen könnte, steht von vornherein unter Verdacht.

Es ist natürlich legitim, dass es eine Partei dieser ideologischen Grundausrichtung gibt. Aber ebenso legitim ist es zu bestreiten, dass die großen Veränderungen der näheren Zukunft mit solchen Antworten von gestern bewältigt werden können. „Richtungsentscheidungen“ fallen nicht in der CDU, sondern in der Auseinandersetzung mit ihr.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu CDU-Parteitag

Der CDU-Landesverband, der als nächster liefern muss, weil der Landtag neu gewählt wird, ist der baden-württembergische. Also ausgerechnet jener, der sich so sehr nach einem Bundesvorsitzenden Merz gesehnt hat. Er ist gut beraten, das zügig zu vergessen und schnell die Stärken Laschets für sich nutzbar zu machen. Nicht zuletzt dessen – völlig richtige – Überzeugung, dass Wahlen in Deutschland nach wie vor in der politischen Mitte und selten mit polarisierenden Parolen gewonnen werden.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

nd.DerTag zur Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden

Alles bleibt anders – so könnte man die Wahl von Armin Laschet zum CDU-Vorsitzenden auf den Punkt bringen. Am Ende war es der erwartete Zweikampf mit Friedrich Merz; der Außenpolitiker Norbert Röttgen blieb der Außenseiter, der er von Anfang an war. Mit Laschets Sieg hat sich der Merkel-Block durchgesetzt, von der Kanzlerin subtil unterstützt. Eine konservative Politik, die der Wirtschaft und dem großen Geld nicht zu nahe tritt und flexibel genug ist, den allerdringlichsten Zeichen der Zeit zu entsprechen. Und der es zum Zwecke des Machterhalts weitgehend egal ist, ob sie die Interessen ihrer Klientel mit einer wirtschaftsliberalen FDP, deren grün gefärbter Wiedergeburt oder einer geduckten SPD bedient.

Dennoch: Fast die Hälfte der CDU-Delegierten wählte Friedrich Merz, wie schon einmal vor gut zwei Jahren. Das spiegelt die Sehnsucht in erheblichen Teilen der Union nach der guten alten Zeit, nach einer harten Hand in sozialen und Asylfragen und nach einer Führung, die sich mit Umwelt-, Gender- und sonstigem Klimbim nicht groß abgibt. Merz verkörpert das kalte Herz des Bürgertums, und für diesen Mann hat die kindergreisenhafte Junge Union als Lobbygruppe laut getrommelt.

Ob Laschet – anders als seine Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die vor allem ihren Abgang verwaltete – mehr als eine Übergangslösung wird, darüber entscheidet in erster Linie dieses Wahljahr. Noch wirkt der Merkel-Bonus ein wenig, der der Union Sympathien weit über einen konservativen Kern hinaus einbrachte. Aber bald wird er aufgebraucht sein, und dann muss sich zeigen, was die politische Substanz des Armin Laschet ist oder ob er nur das nette Gesicht der Partei darstellt. Da darf man die Äußerung von Merz, gemeinsam mit Laschet noch viel erreichen zu wollen, durchaus als Drohung verstehen.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Laschet neuer CDU-Vorsitzender

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet hat sich beim digitalen Parteitag der CDU gegen seine Mitbewerber durchgesetzt. Kommentar von Sascha von Gerishem.

Es brauchte tatsächlich eine Stichwahl zwischen Armin Laschet und Friedrich Merz, um den Nachfolger von Annegret Kramp-Karrenbauer für den CDU-Vorsitz zu bestimmen. Von 991 abgegebenen Stimmen in der Stichwahl zählten nur 521 für Laschet, 466 Stimmen erhielt Friedrich Merz. Der Friedrich Merz, der sich mit zwei Privatflugzeugen zur Mittelschicht zählt, der 1997 gegen Strafbarkeit von Vergewaltigung, wenn sie in der Ehe stattfindet, stimmte, 2000 Rente ab 70 forderte, 2004 Kündigungsschutz vollständig abschaffen wollte und 2006 gegen die Veröffentlichung von Nebeneinkünften von Abgeordneten klagte. Der kürzlich den Bundestagsabgeordneten Fabio de Masi (Die Linke) verklagte, weil dieser die antisozialen Werte von Merz öffentlich anprangerte.

Dieser Merz kam in die Stichwahl um den CDU-Vorsitz. Was viele nicht zu wissen scheinen: Das „C“ in CDU steht für „christlich“. Dabei sind die Werte, für die Merz eintritt, menschenverachtend und unchristlich. Er hofiert Rechtsextreme und verurteilt Menschen als Extremisten, die sich gegen Rechtsextreme engagieren. Das ist alles öffentlich bekannt. Aber dennoch wird er hofiert und nicht davongejagt.

Wird der Rechtsruck der CDU mit Laschet an der Spitze endlich gestoppt? Kehren christliche Werte wie Nächstenliebe mit Laschet in die Politik und in die Gesellschaft zurück, oder wird der Keil, werden die Gräben zwischen Arm und Reich vertieft? In NRW trat Laschet bisher als jemand auf, der auch weit entfernte Positionen unter einen Hut bekommen möchte, also eher ohne eigenes politisches Profil. Ob das auf Bundesebene taugt, bleibt abzuwarten. Was für ihn spricht? Laschet ist nicht Merz. Es bleibt also noch Hoffnung.

Quelle: Lüttringhauser – www.luettringhauser.de

Kein Risiko

Kommentar von Alexandra Eisen zur CDU.

So sieht das Ergebnis aus, wenn Wähler auf Nummer sicher gehen. Verlässlich, erfahren, verbindend, bodenständig – dafür steht der neue CDU-Vorsitzende Armin Laschet. Darauf kann man sich einigen, wenn der Mut zu Aufbruch und Neuanfang fehlt, auch wenn der Sieg über Friedrich Merz mit 53 Prozent der Stimmen durchaus knapp war.

Klar, Sicherheit und Verlässlichkeit klingen weniger sexy als Mut zum Risiko. Wenn das aber wie bei Friedrich „Super-Ego“ Merz unkalkulierbar ist, setzen sich nach 16 Jahren Regierungsverantwortung, die verlängert werden soll, doch nicht die Zocker durch. Mit seinem direkt nach der Niederlage formulierten „Angebot“, mal eben den Wirtschaftsminister aus dem Amt zu kicken, bestätigt Merz, dass er weder ein Teamplayer noch ein guter Verlierer ist. Für das konservativ-wirtschaftsliberale Lager der CDU ist es bitter, dass sich ihr Hoffnungsträger so deutlich selbst im Weg steht. Die CDU kann versuchen, den unberechenbaren Merz einzuhegen und einzubinden, um dieses Lager nicht zu frustrieren. Am Ende wäre es aber für alle Beteiligten einfacher, wenn sich der zum zweiten Mal gescheiterte und schnell beleidigte Polarisierer einfach zurückziehen würde.

Norbert Röttgen hingegen muss als neugewähltes Präsidiumsmitglied die Zukunft nach der Ära Merkel mitgestalten. Im Rennen der drei Alphamänner galt er als Außenseiter. Der 55-Jährige hat mit den Unterstützern der coolen „Röttgang“ aber eine beachtliche Aufholjagd hingelegt. Am Ende hat es für den Mann des Aufbruchs nicht gereicht. Für einen Modernisierer, der die Partei jünger, weiblicher und digitaler machen will, sind große Teile der CDU noch nicht bereit.

Armin Laschet muss es nun gelingen, eine gespaltene Partei zu einen, vor allem im gemeinsamen Wahlkampf. Den will er am liebsten auch als Kanzlerkandidat bestreiten, wenn nicht doch noch die Umfrage-Lieblinge Jens Spahn oder Markus Söder zum Zuge kommen. Spahn hat sich auf dem Parteitag mit seiner plumpen Werbung für Laschet und sich selbst vielleicht aus dem Rennen gekickt. Und Söders genüsslich und selbstgefällig zelebrierte Nichtfestlegung vor weiß-blauen Fahnen ist mittlerweile vor allem eines: nervig. So spricht vieles dafür, dass auch der CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet heißen wird. Für Grüne und SPD wäre der Mann der Mitte, mit dem sich viele Koalitionen denken lassen, im Wahlkampf ein schwerer Brocken. An einem wie Friedrich Merz oder Markus Söder könnten sie sich leichter abarbeiten.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

MZ zum Thema: Laschet wird zum neuen CDU-Vorsitzenden gewählt

Wackelkandidat Laschet hat die Rede seines Lebens gehalten und sich an die Parteispitze katapultiert. Ob er auch auf die Kanzlerkandidatur zugreifen kann, hängt von seinen eigenen Umfragewerten, der Geschlossenheit der CDU und dem Ausgang der Landtagswahlen ab. Der wichtigste Faktor ist die Geschlossenheit der Partei. Wenn es Laschet gelingt, das Merz-Lager hinter sich zu bringen, kann ihm niemand die Kanzlerkandidatur streitig machen. Bleibt die Unruhe in der Partei, dann wird die Kanzlerkandidatur auf CSU-Chef Markus Söder hinauslaufen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Gesellschaft

Zahl steigt bundesweit: Mehr als 705.000 Kleine Waffenscheine in Deutschland

Nachfrage flacht sich aber ab – Polizei sieht Trend mit Sorge

Osnabrück. Die Zahl der Menschen mit Kleinem Waffenschein ist in Deutschland auch im vergangenen Jahr weiter gestiegen – das gilt auch insgesamt für Schusswaffen. Ende Dezember 2020 waren im Nationalen Waffenregister 705.506 solcher Berechtigungen für Schreckschusswaffen vermerkt – das waren sechs Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf das Bundesinnenministerium.

Seit der sogenannte Kleine Waffenschein, der den Kauf und Besitz von Gas- oder Schreckschusswaffen erlaubt, 2003 eingeführt wurde, steigt jedes Jahr die Zahl der Menschen, die ihn beantragen. Von 2015 bis 2018 hatte sich die Zahl innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt. Besonders deutlich war sie 2016 – vor allem nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht – nach oben geschnellt (plus 64 Prozent). Als weitere Gründe für die Zunahme gelten Angst vor Einbrüchen oder Überfällen, aber auch Imponiergehabe.

Wer eine Gas- oder Schreckschusswaffe bei sich tragen will, benötigt einen Kleinen Waffenschein. Beantragen kann diese Waffenerlaubnis jeder Bürger, der 18 Jahre alt und zuverlässig ist, also etwa keine Vorstrafen hat. Aber auch wer einen solchen Waffenschein hat, darf mit diesen Waffen in der Öffentlichkeit nur in Notwehr schießen.

Die Polizei warnt vor dieser Art von Selbstschutz. Unter Stress sei die Gefahr groß, nicht die erhoffte Wirkung zu erzielen oder sich selbst zu gefährden. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek sagte der „NOZ“: „Es handelt sich nur um eine scheinbare Sicherheit. Wir halten solche sogenannten Anscheinswaffen eher für gefährlich.“ Die größte Gefahr dabei sei, dass Schreckschusswaffen äußerlich meist baugleich mit scharfen Schusswaffen seien, was die Arbeit der Polizei enorm erschwere. Zudem könnten auch Gas-, Schreckschuss- oder Signalwaffen schwere Verletzungen hervorrufen, wenn sie aus nächster Nähe auf einen Menschen gerichtet würden.

Auch die Zahl der Schusswaffen, die in Deutschland in privater Hand sind, hat sich im vergangenen Jahr nach Daten aus dem Waffenregister weiter erhöht. Ende August 2020 – dies ist die jüngste verfügbare Zahl des Bundesinnenministeriums – waren 5,57 Millionen Waffen beziehungsweise Waffenteile im Nationalen Waffenregister registriert – 127.534 mehr als zum Jahresende 2019. Da eine Änderung des Waffenrechts die Erfassung in der Statistik verändert, erhebt das Ministerium diese Daten seit dem vergangenen Jahr mit dem Stichtag 31. August.

Die meisten davon (3,76 Millionen) waren sogenannte Langwaffen, also etwa Jagdgewehre, Büchsen und Flinten für die Jagd. Der Rest waren Kurzwaffen, also Pistolen und Revolver, die etwa von Sportschützen genutzt werden. Amtlich vernichtet wurden zum Stichtag 31. Dezember 225.799 Waffen und Waffenteile aus privatem Besitz, die Gründe dafür wurden nicht in der Statistik erfasst.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Weiter so – das geht nicht

Kommentar von Alexander Dinger zur Rigaer Straße.

Ein „Weiter so“ wird es an der Rigaer Straße nicht geben. Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist der Bezirk in Zugzwang in Sachen Brandschutz und zum anderen steht die Wahl zum Abgeordnetenhaus an. Will die SPD ihr innenpolitisches Profil schärfen, muss sie sich von ihren grünen und linken Koalitionspartnern absetzen, die offen mit den Hausbesetzern an der Rigaer Straße sympathisieren. Gegen die Räumung der Liebigstraße 34 Anfang Oktober des vergangenen Jahres gab es innerhalb der rot-rot-grünen Regierungskoalition erhebliche Widerstände. Der Polizeieinsatz wurde als überzogen kritisiert und vor einer Eskalation der Gewalt gewarnt. Polizeiinterne Unterlagen zeigen nun, dass sich im Friedrichshainer Nordkiez in den ersten drei Monaten nach der Räumung die Lage entspannt hat, die Sicherheitsbehörden weniger Straftaten verzeichnet haben. Die befürchtete Eskalation blieb aus. Ein Erfolg für die von der SPD geführte Innenverwaltung.

Richtig ist aber auch, dass es zu früh ist, um daraus irgendwelche Schlüsse ziehen zu können. Dafür ist der Betrachtungszeitraum von drei Monaten zu kurz. Und der coronabedingte Lockdown hat auch Auswirkungen auf die linke Szene in Friedrichshain und deren Potenzial zur Mobilisierung.

Allerdings rückt jetzt wieder die Rigaer Straße in den Fokus der Öffentlichkeit. Wenn der Bezirk den Brandschutz in dem teilbesetzten Haus, so wie von der Innenverwaltung verlangt, dokumentieren muss, steht der nächste große Polizeieinsatz ins Haus. Werden obendrein die Besitzverhältnisse juristisch einwandfrei geklärt, bekommt das schnell eine eigene und neue Dynamik. Dann müssen die Koalitionspartner noch vor der Wahl Farbe bekennen, wie sie mit der Rigaer Straße umgehen wollen.

Quelle: Berliner Morgenpost – www.morgenpost.de

Remscheid: Erneut wilder Schneetourismus

Allen Warnungen zum Trotz fanden sich auch am verschneiten Sonntag wieder viele Schnee- und Wintersporttourist*innen am Hohenhagen in Remscheid ein.

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz sprach schon beim letzten Schnee deutliche Worte und bat Menschen aus dem Umland bei Schnee nicht nach Remscheid zu kommen. Schon in der letzten Woche verhallte die dringende Bitte. Auch an diesem Wochenende frönten hunderte Egoist*innen ihrem Eigensinn und pendelten doch nach Remscheid. Die Polizei und der Kommunale Ordnungsdienst mussten drastisch eingreifen. Alle Zufahrten zum Hohenhagen wurden gesperrt, der KOD patroullierte auf der Piste.

Arunava Chaudhuri wagte sich für rs1.tv zum Hohenhagen und fand deutliche Worte für das verantwortlungslose Handeln während der Pandemie.

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!