Neue Teststrategie in Grundschulen und Kitas

Pooltests gehen weiter, Schnelltest zur weiteren Abklärung

In Solinger Grundschulen, Kindertagesstätten, bei Tagespflege-Personen sowie bei Brückenangeboten und Spielgruppen wird ab sofort per Schnelltest ermittelt, welches Kind nach einem positiven Pooltest mit dem Coronavirus infiziert ist. Da die Labore überlastet sind, werden die dort stattfindenden PCR-Testungen jetzt priorisiert: Vorrang haben vulnerable Gruppen und Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln. Dies haben zu Wochenbeginn die Ministerpräsident:innen der Länder gemeinsam mit dem Bundeskanzler entsprechend einer Entscheidung ihrer Gesundheitsminister bestätigt.

In diesem Zusammenhang passt das Land NRW kurzfristig die sogenannten „Lollitests“ an. In Solingen werden PCR-Lollitests nicht nur in den Grund- und Förderschulen, sondern auch in den Kindertagestätten, in der Tagespflege, bei Brückenangeboten und Spielgruppen eingesetzt. Die eingeschränkten PCR-Kapazitäten führen dazu, dass aktuell positive Pooltests nicht mehr innerhalb eines Tages aufgelöst werden können, da derzeit keine Einzeltests möglich sind. Dies hat zur Folge, dass eine ganze Klasse oder Kita-Gruppe unnötig lange in Quarantäne muss, bis feststeht, welches Kind infiziert ist. Daher wird das Testregime für diese Altersgruppe wie folgt angepasst:   

  • Es werden weiter PCR- Pooltests durchgeführt. Die Einzeltests entfallen.
  • Bei einem positiven Pooltest müssen die Eltern ihre betroffenen Kinder in einem Schnelltestzentrum testen lassen.
  • Ist dieser Schnelltest negativ, kann das Kind unmittelbar nach Ergebnis-Bekanntgabe wieder die Kindertagesstätte oder die Grundschulklasse besuchen.
  • Ist der Schnelltest positiv, ist eine PCR-Test-Bestätigung erforderlich. Das Kind geht zu den derzeit geltenden Regelungen (zehn Tage Isolation, Freitest-Möglichkeit nach sieben Tagen) in Isolation.

Dieses Verfahren wurde jetzt zwischen den Stadtdiensten Gesundheit, Jugend, Schule sowie den Leitungen der Solinger Kitas, Kindertagespflegeeinrichtungen und Schulen abgestimmt. Es gilt für alle Kinder, die aktuell von einer Quarantäne aufgrund eines Kontaktes in einer Betreuungseinrichtung oder der Grundschule betroffen sind. Für Kinder, die sich aufgrund eines Erkrankungsfalles im privaten Umfeld in Quarantäne befinden, gilt diese Regel nicht. Familien, deren Kinder aufgrund eines positiven Pooltests von Montag in Quarantäne sind und noch keine Information vom Labor erhalten haben, können ebenfalls die Möglichkeit des Schnelltests nutzen.

Für Kinder in Förderschulen gilt grundsätzlich weiterhin die Landesregelung, nach der positive Pooltests durch PCR-Tests bestätigt werden sollen. Wegen der PCR-Testknappheit räumt die Stadt Solingen jedoch auch hier die Möglichkeit von Schnelltests ein.

Mit den neuen Verfahren verspricht sich die Stadt, den Familien zeitnah nach einem positiven Pooltest die Sicherheit zu geben, ob das eigene Kind betroffen ist und bei negativem Schnelltest schnell wieder einen Kita- oder Grundschulbesuch zu ermöglichen. Damit entfallen auch alle anderen Quarantäne-Regeln in den Einrichtungen, weil sich nur noch die positiv getesteten Kinder in Isolation begeben müssen.

Da die Kitas jetzt vor der Herausforderung stehen, aus dem Stand ein neues System planen und umzusetzen zu müssen, werden betroffene Familien gebeten, sich mit ihrer Kita abzusprechen, ab wann ihr Kind die Einrichtung wieder besuchen kann. Denn trotz der geänderten Teststrategie kann es in Einzelfällen möglich sein, dass eine Betreuung nicht gewährleistet werden kann, wenn beispielsweise das Personal infinziert ist. Die Grundschulen haben ein vergleichbares Testsystem, dessen Umsetzung allerdings durch das Land gesteuert wird. Eine entsprechende Verordnung liegt vor.

Ronsdorf: W.i.R. hängt die Weihnachtsbeleuchtung ab

Ab Samstag, 5. Februar, ist die Weihnachtszeit in Ronsdorf endgültig vorbei. Ab 13 Uhr hängt die Interessengemeinschaft W.i.R. (Wir in Ronsdorf) die 22 Weihnachtsgirlanden in der City ab. Es kann vereinzelt zu kurzen Beeinträchtigungen des Verkehrs kommen. „Wer im Stau steht, kann uns gerne helfen! Dann sind wir schneller fertig“, bittet Vorstandsmitglied Christoph Tölle um Verständnis. Die traditionelle Weihnachtsbeleuchtung kehrt zur Instandhaltung zurück ins Lager, damit sie im November 2022 wieder eingeschaltet werden kann.

Sofia Rodriguez: „Wenn Du schüchtern bist, dann komm mit in den Jugendrat!“

Mit 14 Jahren wollte Sofia Rodriguez unbedingt in den Jugendrat gewählt werden. Zunächst fehlte eine Unterschrift und dann war die Post zu lange unterwegs. Das hielt die zielstrebige Jungpolitikerin jedoch nicht davon ab, sich dennoch für das Jugendgremium zu engagieren.

Die sechzehnjährige Sofia Rodriguez gehört beim 9. Jugendrat Remscheid zu den engagiertesten Mitgliedern. Sie wollte sich vor zwei Jahren gerne ganz regulär zur Wahl aufstellen lassen, vergaß aber die Elternunterschrift. Die Bewerbung kam zurück, die Eltern unterschrieben, doch die Post brauchte über eine Woche – die Bewerbungsfrist war überschritten. „Ich wollte da unbedingt hin, weil ich immer schon etwas verändern wollte“, sagt Sofia im Interview rückblickend. Ihr besonderes Potenzial wurde erkannt und sie auch weiterhin zu allen Veranstaltungen eingeladen, und das war auch der Grund, warum sie weitermachte, sonst hätte ihr damals vielleicht die Motivation gefehlt, dabei zu bleiben, wie sie gesteht.

Bewerbung für den 10. Jugendrat

Jetzt hat sich Sofia erneut beworben, um offizielles gewähltes Mitglied des 10. Remscheider Jugendrates zu werden. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 31. Januar. Bei ihr an der Sophie-Scholl Gesamtschule bewerben sich auch noch weitere Schüler*innen. Denen kann sie dann erzählen, dass es gar nicht so ist, wie sie es sich vor zwei Jahren vorgestellt hat: „Ich dachte das sei alles ein bisschen spießiger und nicht, dass das so cool eigentlich ist!“ Nach außen würden ja eher die formellen und offiziellen Sachen dringen, aber dieses lockere Zusammensein und Spaßhaben, diese Kameradschaft, das hat sie sehr positiv überrascht.

Verändert hat Sie während der Zeit beim Jugendrat aber nicht nur Dinge und Ansätze in Remscheid, sondern auch bei sich selbst. Durch das Planen, Machen und Organisieren hat sie sich selbst nämlich auch weiterentwickelt. War sie am Anfang eher schüchtern, ist es für sie heute ganz normal auch vor großem Publikum zu reden oder Interviews zu geben, zum Beispiel auch im Fernsehen.

Das Klima als Fluchtgrund – Beitrag vom 17.10.2021 auf rs1.tv

Den Vorstand des Jugendrates hat sie immer als Rückhalt und Bereicherung erlebt. Konnte jemand nicht so, wie vielleicht eingeplant, rückten die anderen näher zusammen und füllten die Lücke. „Ich finde, die letzten zwei Jahre haben sehr gut geklappt mit dem Vorstand, ich kann mir aber vorstellen, mich auch für den Vorstand zu bewerben“, verkündet die Naturschützerin mit einem Lächeln.

Öffentlichkeitsarbeit und Vielfalt

Gerne würde sie die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit weiter ausbauen, da braucht es ihrer Meinung nach noch viel, viel mehr, „und wenn ich die Chance hab, da noch weiter was zu machen, dann will ich das auf jeden Fall auch nutzen!“ Doch auch die Themen Öffentlichkeitsarbeit und Solidarität und Vielfalt gehören zu ihren Lieblingsthemen. Der Bereich Öffentlichkeitsarbeit richtet sich vor allem direkt an die Remscheider Jugend. Das klappt besonders gut und interaktiv über die Instagram-Seite vom Jugendrat. Die Kommunikation dort ist keine Einbahnstraße. Besonders gut kamen dort übrigens die Instaviews an, bei denen Jugendrät*innen die Kandidat*innen der demokratischen Parteien interviewten. Es sind aber auch lustige Momente zu sehen, etwa von Seminaren, wo man sich freut, umarmt und gemeinsam Spaß hat. Das Gefühl von Normalität spricht auch die Jugend schon sehr emotional an.

Beim Thema Vielfalt sieht Sofia für Remscheid noch Nachholbedarf. Zwar leben hier 120 Nationen friedlich zusammen, aber das Wissen über andere Kulturen und Religionen hinkt oftmals hinterher, „und das find ich so schade, wir sind doch alle Menschen, egal woher wir kommen und welche Religion wir haben“, mahnt Sofia eindrücklich.

Zitronen zu Limonade

Die gesamte Amtszeit des Jugendrates stand unter dem Fluch „Corona“. Sofias Wunsch war ursprünglich, möglichst viel zu erleben und sich miteinander zu treffen. Zunächst blieb ihr der Wunsch weitgehend verwehrt, es änderte sich im Verlauf der Pandemie aber noch. „Eigentlich nehm ich mit, dass Zusammenhalt zwischen einer Gruppe auch in so einer Zeit gar nicht so schwierig war“, blickt sie zurück und erinnert sich schmunzelnd an das allererste Seminar zurück, das in Präsenz stattfand: „Da haben wir uns alle erst mal kennengelernt, das war so komisch, am Ende aber noch so lustig.“ Seit dem richtigen Kennenlernen fiel es dann auch leichter sich etwa online nach den Zoom-Sitzungen noch zu verbreden. Eine ganze Weile lang traf man sich dann online zum Among Us-Spielen, das sei sehr lustig gewesen und habe richtig viel Spaß gemacht.

„Es wird sehr oft nur das Negative dargestellt, aber es gab auch sehr viele Chancen. Wir konnten uns auch viel öfter nur für ein, zwei Stunden treffen, online per Zoom, weil niemand irgendwo hinfahren musste, und auch wenn man krank war, konnte man trotzdem noch so ein bisschen daran teilnehmen, das hat viele Chancen ermöglicht. Wir haben es auf jeden Fall gut gemeistert“, erinnert Sofia begeistert, und man muss ihr da zustimmen.

Jugendrätinnen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez im Foyer der Zentralbibliothek Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem
Jugendrätinnen Belinda Tillmanns und Sofia Rodriguez im Foyer der Zentralbibliothek Remscheid. Foto: Sascha von Gerishem

Warum sollte man sich für den Jugendrat bewerben?

Wenn man Menschen erzählt, dass man im Jugendrat aktiv ist und welche Projekte man dort so begleitet oder angestoßen hat, freuen sich diese Menschen, weil sie sich über eine engagierte und aktive Jugend freuen. Schlauheit würden viele Menschen mitbringen, aber im Jugendrat lerne man vor allem auch Sozialkompetenz, also wie man im Team und gegenüber anderen Menschen und Gruppierungen seine Ideen vorstellt und diese vorantreiben kann. „Man lernt auch total selbstbewusst zu sein, und deswegen würde ich sagen: Wenn Du schüchtern bist, dann komm mit in den Jugendrat, wir beißen alle nicht und sind total lieb und helfen einander“, richtet sich Sofia direkt an interessierte Jugendliche, „deswegen bewirb dich, versuch es, nutz diese Chance, denn irgendwann hast du sie nicht mehr!“

Der Jugendrat ist ein offizielles politisches Gremium in Remscheid, das heißt man müsse natürlich gewisse Regeln und Normen einhalten, das habe man mit der Zeit schon manchmal gemerkt, aber es sei eben ein Jugendgremium, und das Lernen stünde dabei ganz klar auch im Vordergrund. „Erwachsene machen auch nicht immer alles richtig, und das müssen wir auch nicht.“ Unterstützung erhalten die Jugendrät*innen auch jederzeit von Marie Münstermann, der Geschäftsführerin des Jugendrates, die alle Mitglieder begleitet, „deswegen hab ich mir da auch nie Sorgen drüber gemacht“, lacht Sofia, „immer wenn wir wollen, können wir sagen: Marie, komm bitte mit, hilf uns“, und diese aktive und positive Unterstützung gibt jederzeit Rückenwind.

Kennenlernparty in der Kraftstation online: Sofia Rodriguez interviewt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Screenshot: Jugendrat Remscheid
Kennenlernparty in der Kraftstation online: Sofia Rodriguez interviewt Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz. Screenshot: Jugendrat Remscheid

So verwundert es nicht, dass Sofia auch zum Abschluss des Gespräches nochmal deutlich unterstreicht: „Bewirb Dich als Jugendlicher einfach! Man hat nur Chancen daraus und es macht so viel Spaß, auch wenn man das vielleicht am Anfang gar nicht denkt, nutz die Chance, verspiel’s dir nicht. Ganz einfach: Bewirb Dich!“

Die Jugendratswahlen

Bewerben können sich alle Einwohnenden Remscheids, die am 14. März 2022 mindestens 14 und höchstens 17 Jahre alt sind. Den Bewerbungsbogen kann man noch bis zum 31. Januar 2022 um 14 Uhr in der Geschäftsstelle des Jugendrates beim Fachdienst Jugend der Stadt Remscheid in der Haddenbacher Straße 38-42 in 42855 Remscheid abgeben.

Die Wahlen finden in der Woche vom 14. März bis zum 18. März 2022 an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Remscheid statt.

Gericht kassiert Bebauungsplan: Das Aus fürs DOC

Seit mehr als zehn Jahren planen Remscheid und McArthurGlen ein Outlet-Center in Remscheid. 2017 wurde die Baugenehmigung erteilt. Doch Klagen von Anwohnenden und handwerkliche Fehler der Stadt bremsten das Projekt immer wieder aus. Heute ging es erneut vor Gericht.

Der Bebauungsplan für das Gelände des geplanten DOC in Lennep wurde 2020 in erster Instanz vom Oberverwaltungsgericht in Münster für ungültig erklärt, da der Bebauungsplan allein auf einen einzigen Investor, nämlich McArthurGlen, zugeschnitten wurde.

Nach mehr als einstündiger Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde in der Berufungsverhandlung das Erstinstanzurteil bestätigt. Damit gibt es kaum noch realistische Chancen auf ein Outlet-Center in Lennep.

Hier die Pressemitteilung vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig im Originallaut:

Bebauungsplan für Designer Outlet Center in Remscheid unwirksam

Der Bebauungsplan für ein Designer Outlet Center im Remscheider Stadtteil Lennep ist unwirksam. Dies hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.

Der angegriffene Bebauungsplan Nr. 657 („Gebiet: Röntgen-Stadion, Jahnplatz und Kirmesplatz in Remscheid-Lennep“) überplant ein 11,5 ha großes Gebiet und soll die Voraussetzungen für ein Einkaufszentrum im sog. Village-Stil schaffen. Auf einer etwa 5 ha großen Teilfläche („SO1“) sollen auf mindestens 12 000 qm und maximal 20 000 qm Verkaufsfläche heruntergesetzte Markenartikel – also etwa Produkte 2. Wahl, Auslaufmodelle, Restposten, Überproduktion – verkauft werden. Auf einer zweiten Teilfläche („SO2“) ist ein Parkhaus vorgesehen.

Auf den Antrag eines Plannachbarn hat das Oberverwaltungsgericht Münster den Bebauungsplan für unwirksam erklärt (OVG Münster, Urteil vom 28. Oktober 2020 – 10 D 43/17.NE). Die dagegen gerichteten Revisionen der Gemeinde und der Vorhabenträgerin hat das Bundesverwaltungsgericht zurückgewiesen. Denn die Bestimmungen des Plans zur Verkaufsfläche waren rechtsfehlerhaft. Solche Festsetzungen lässt die Baunutzungsverordnung (BauNVO) nur als Bestimmungen zur Art der baulichen Nutzung zu. Die Gemeinde ist befugt, die Verkaufsfläche für einzelne Vorhaben festzusetzen. Einen solchen Vorhabenbezug hatte der Plan aber nicht wirksam hergestellt; aus Umständen außerhalb des Plans, etwa städtebaulichen Verträgen oder den Eigentumsverhältnissen, kann sich der Vorhabenbezug nicht ergeben. Die Gemeinde hatte die Verkaufsfläche auch nicht für ein einziges Buchgrundstück bestimmt, sondern nur für das im Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses aus mehreren Grundstücken bestehende ­Sondergebiet SO1. Dieser Fehler führte zur Gesamtunwirksamkeit des Plans, weil es ein zentrales Anliegen der Antragsgegnerin war, die Verkaufsfläche zu begrenzen.

BVerwG 4 CN 5.20 – Urteil vom 25. Januar 2022

Vorinstanz: OVG Münster, 10 D 43/17.NE – Urteil vom 28. Oktober 2020 –

Stolpersteine: Remscheid gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Der 27. Januar ist ein internationaler Gedenktag, der den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist. Das Datum erinnert dabei an den Tag der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee am 27. Januar 1945.

Auch an diesem 27. Januar, ein Donnerstag, wird in Remscheid der Millionen Menschen gedacht, deren Leben von Faschist*innen des nationalsozialistischen Regimes geraubt wurde. Gemeinsam mit der Citykirche Remscheid, MyViertel, Muteinander und einigen demokratischen Parteien lädt Remscheid Tolerant dazu ein, ein positives Zeichen für ein gesundes Miteinander zu setzen und die Remscheider Stolpersteine zu reinigen und der Menschen dahinter mit einer Kerze und vielleicht einer Blume zu gedenken.

180 Stolpersteine sind in Remscheid verlegt. Das sind diese kleinen Gedenktafeln aus Messing, die an das Schicksal der Menschen erinnern, die während der Nazidiktatur verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Da Messing dunkel anläuft, ruft das Bündnis zum schonenden Reinigen mit Metall-Putzmittel auf, Drahtbürsten etc. sind ungeeignet. „Für uns von MyViertel ist es schon längst Tradition, die Stolpersteine in unserem Quartier zu reinigen und der Menschen zu gedenken“, so Marvin Schneider.

Gegen das Vergessen

„Wichtig ist, dass der Gedenktag nicht von antifaktischen Initiativen und Rechtsextremist*innen missbraucht wird“, mahnt Remscheid Tolerant in Richtung Polizei an, die für die Genehmigung von Versammlungen zuständig ist.

City-Pfarrer Martin Rogalla ist begeistert, wenn am Donnerstagabend wieder viele kleine Reinigungsteams durch die Straßen ziehen diesen wichtigen Gedenktag zelebrieren: „Ich freue mich sehr, dass wir so gemeinsam in Aktion treten!“ In der evangelischen Stadtkirche wird der Opfer bereits ab 18.30 Uhr gedacht. Gemeinsam mit Superintendentin Antje Menn erzählt Rogalla Stolpersteingeschichten, nachdem die fortdauernde Aktualität des Tages und die zugrundeliegende Geschichte erläutert wird. Die Gedenkstunde wird live im Internet übertragen (https://youtu.be/aFmfVbsYjPI).

Reinigungsteams sollten sich per Mail an kontakt@remscheidtolerant.de oder telefonisch unter 01575 7555550 anmelden, damit möglichst viele Stolpersteine berücksichtigt werden. Eine Anleitung zum schonenden Säubern der Steine gibt es auf www.remscheid-tolerant.de.

Social-Media Tipp

Unter dem Hashtag #LichterGegenDunkelheit veröffentlichen am 27. Januar über 100 Gedenk- und Bildungsstätten Fotos und Videos von beleuchteten Stätten der Erinnerung in den sozialen Medien.

WTT: Nathan der Weise als Bühnenkollage

Bühnenkollage nach dem dramatischen Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing im Westdeutschen Tourneetheater (WTT) in der Bismarckstraße 138 in Remscheid.

„Alter schützt vor Weisheit nicht“ – so abgewandelt möchte man den Sinnspruch auf die Aufführung des Westdeutschen Tourneetheater vom 22.01.2022 anwenden! Denn die Schauspielerin und die Schauspieler samt Geigen-Virtuosen Stefan Steinröhder verstanden es auf hervorragende Art und Weise Lessings Stoff in die Moderne zu überführen und Sie zeitgemäß zu inszenieren.

Die Inszenierung, klug durch machbare Doppelrollen und ein bewegliches Bühnenbild in den Fokus gesetzt, verstanden es die Protagonisten dem Stück und Ihren Rollen Charakter und Unterscheidbarkeit einzuhauchen.

Zur Geschichte

Nathan der Weise spielt zur Zeit des Dritten Kreuzzuges (1189–1192) während eines Waffenstillstands in Jerusalem. Protagonist ist der jüdische Kaufmann Nathan, der für Humanität, Toleranz und Religionsfreiheit steht. Damit entspricht er dem Menschenbild der Aufklärung. Im Stück gelingt ihm die Versöhnung der drei monotheistischen Weltreligionen.

Nathan (Björn Lukas), ein reicher jüdischer Kaufmann, kommt von einer langen Geschäftsreise zurück. Er erfährt, dass es in seiner Abwesenheit zu einem Brand in seinem Haus gekommen sei. Ein christlicher Tempelherr (Björn Lenz) habe seine Tochter Recha (Katrin Mattila) gerettet. Nathan hört außerdem, dass jener Ordensritter sein Leben dem Sultan (Aydin Isik) verdanke. Der habe ihn als einzigen von zwanzig gefangenen Tempelherren begnadigt, weil er dem verschollenen Bruder des Sultans, Assad, ähnlichsehe.

Nathan möchte sich bei dem Tempelritter für die Rettung seiner Tochter bedanken. Er schickt Rechas Erzieherin, die Christin Daja (hervorragend mit Charme und Witz ebenfalls Aydin Isik!), mit einer Einladung zu ihm. Der Tempelherr lehnt ab, da er mit Juden nicht verkehren will. Doch Nathan gibt nicht auf und fängt den Ordensritter auf der Straße ab. Dieser verhält sich Nathan gegenüber zunächst sehr abweisend, lässt sich dann aber zunehmend von seiner toleranten Art einnehmen.

Unterdessen denkt Sultan Saladin darüber nach, wie er Frieden zwischen den Christen und Muslimen schaffen könne. Er weiß, dass seine Kassen leer sind und er seinen Gegnern nicht viel anzubieten hat, damit diese in den Frieden einwilligen. Auf der Suche nach einem Kreditgeber lässt er Nathan rufen. Dieser ist erstaunt, als der Sultan ihm plötzlich die Frage stellt, welche Religion er für die „wahre“ halte. Nathan wittert eine Falle; er weiß, dass eine falsche Antwort ihn seinen Kopf kosten könnte. Deshalb greift er auf eine alte Geschichte, die Ringparabel, zurück.

Die Ringparabel

In dieser Geschichte geht es um eine Familie, in deren Tradition ein besonderer Ring vom Vater an den jeweils liebsten Sohn vererbt wird. Der Träger des Rings – eine demütige Haltung vorausgesetzt – ist beliebt bei Gott und den Menschen. Ein Vater jedoch, der drei Söhne hat und alle gleichermaßen liebt, kann sich nicht entscheiden, an welchen der Söhne er den Ring vererbt. Deshalb beschließt er, von dem Ring Duplikate anzufertigen. Dann verteilt er die identischen Ringe an die Söhne. Nach dem Tod des Vaters kommt es zu einem Streit zwischen den Brüdern, welcher der echte Ring sei. Der angerufene Richter weigert sich ein Urteil zu sprechen. Er sagt vielmehr, jeder solle seinen Ring als den »wahren« ansehen, denn alle spiegeln die Liebe des Vaters wider. So sei es auch mit den Religionen.

Der Sultan ist beeindruckt von der Parabel und bietet Nathan seine Freundschaft an. Zur selben Zeit besucht der Tempelherr Nathans Haus, wo er nur Recha und Daja antrifft. Als dem jungen Mann bewusst wird, dass er sich in Recha verliebt, zieht er sich zunächst zurück.

Schließlich kann der Tempelherr seine Liebe nicht länger unterdrücken. Ungeachtet ihres unterschiedlichen Glaubens hält er um Rechas Hand an. Nathan erkundigt sich daraufhin bei einem Klosterbruder nach der Herkunft des Tempelherrn. Heimlich trifft sich in der Zwischenzeit Daja mit dem Ordensritter. Sie verrät ihm, dass Recha nicht die leibliche Tochter Nathans sei, sondern dessen Pflegetochter und zudem christlicher Herkunft.

Im Palast des Sultans kommt es zu einer Begegnung zwischen dem Tempelherrn und Nathan. Dabei stellt sich heraus, dass der Ordensritter und Recha Bruder und Schwester sind. Sultan Saladin findet dies in einem Abstammungsbuch bestätigt, das Nathan von einem Klosterbruder erhalten hat. Erstaunt stellt Saladin fest, dass es sich bei dem leiblichen Vater von Recha und dem Tempelherrn um seinen verschollenen Bruder Assad handelt.

Der christliche Ordensritter und die Pflegetochter eines jüdischen Kaufmanns sind also Neffe und Nichte eines muslimischen Sultans. Somit gehören alle drei Weltreligionen ein und derselben Familie an.

Unter der Regie von Claudia Sowa wurde den Zuschauerinnen und Zuschauern ein kurzweiliger Abend beschert, ohne moralischen Fingerzeig, jedoch mit viel Raffinesse, was zum Nachdenken und Vergleichen mit dem Jetzt beflügelte. Anachronistische Einschübe taten dem Stück gewollt gut und auch das Einweben von komischen Momenten lockerte den ernsten Stoff auf.

Daher: Prädikat besonders wertvoll!

Wer Lust und Laune bekommen hat, sollte auf der Seite des WTT (www.schauspiel-remscheid.de) nach weiteren Aufführterminen Ausschau halten, wie etwa am Freitag, 18. Februar 2022 um 19.30 Uhr!

Femizid: Mordversuch in Wuppertal

Nachdem am vergangenen Wochenende eine Frau durch Messerstiche schwer verletzt worden ist, ermitteln Staatsanwaltschaft und Polizei zu einem versuchten Tötungsdelikt.

Nach bisherigen Erkenntnissen kam es am 22.01.2022, gegen 08:15 Uhr zu einer ehelichen Auseinandersetzung zwischen einem 46-Jährigen und seiner 40-jährigen Frau in der Augustastraße in Wuppertal. In deren Verlauf soll der Mann mit einem Messer mehrfach auf seine Frau eingestochen haben.

Die Frau trug schwere Verletzungen am Kopf und einem Arm davon. Sie rettete sich in der Folge zu einem Nachbarn. Die Verletzte wurde einem Krankenhaus zur stationären Behandlung zugeführt. Es besteht keine Lebensgefahr. Der Tatverdächtige konnte kurze Zeit später noch in Tatortnähe von der Polizei widerstandslos festgenommen werden. Die gemeinsamen Kinder im Alter von 10 Monaten, 2, 6 und 8 Jahren wurden der Obhut des Jugendamtes übergeben.

Der 46-Jährige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der gegen ihn Untersuchungshaft anordnete. Die Ermittlungen zu den Hintergründen der Tat dauern an.

Remscheid: Neue Kinderimpftermine in der 5. KW

In der städtischen Impfstelle im Zentrum Süd (Rosenhügeler Straße 2-8) sind die nächsten Erstimpftermine für Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren buchbar. Von Montag, 31. Januar, bis Freitag, 4. Februar, hat die Impfstelle von 16 bis 18 Uhr nur für sie geöffnet. Erstimpftermine sind ab sofort im städtischen Buchungssystem zu haben: https://remscheid-kinder.impf-buchung.de/. Zweittermine im Abstand von drei Wochen werden jeweils automatisch mitgebucht. 

Die städtische Impfstelle bittet interessierte Eltern dringend darum, sich im Vorab zur Impfung bei der eigenen Kinderärztin oder dem eigenen Kinderarzt ausführlich zur Kinderschutzimpfung gegen Corona zu informieren. Umfassende Beratungsgespräche können in der Impfstelle nicht durchgeführt werden.

Die passenden Aufklärungsbögen und Anamnese- beziehungsweise Einwilligungsbögen sind auf dieser Seite zu finden. Sie sollten zur Impfung ausgefüllt mitgebracht werden. Ausreichend ist, wenn im Einwilligungsbogen ein Elternteil mit seiner Unterschrift die Zustimmung für beide Elternteile bestätigt. Zur Impfung muss nur ein Elternteil mitkommen.

Mehr Informationen zur Kinderimpfung finden Interessierte hier.

Mehr BioNTech im Angebot

Nach einer neuen Impfstofflieferung konnte die städtische Impfstelle ihre BioNTech-Termine für Erst-, Zweit- und Auffrischungsimpfungen aufstocken. Rund 300 Dosen stehen jeweils in den nächsten Tagen zur Verfügung. Die passenden Impftermine gibt es hier: https://remscheid.impf-buchung.de/.

Offener Brief an Bauministerin: Nachhaltige Bauwende für Klimaschutz gefordert

Geplante Wohnbauoffensive mit jährlich 400.000 neuen Wohnungen muss klimagerecht, ressourcenschonend und kreislaufgerecht umgesetzt werden, denn nationale Klimaschutzziele sind nur erreichbar, wenn alle Klimaschutz- und Ressourcenschutzpotenziale des Bausektors genutzt werden, dazu muss die Öffentliche Hand endlich Vorreiterrolle im umweltgerechten Bauen einnehmen und nachhaltiges Bauen zum Standard machen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und Architects For Future, gemeinsam mit zahlreichen weiteren Akteuren aus Wissenschaft und Zivilgesellschaft, sind vom mangelnden Klimaschutz in der geplanten Wohnbauoffensive der Bundesregierung alarmiert. Der Gebäude- und Bausektor ist mit fast 40 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes der größte Verursacher von Treibhausgasemissionen in Deutschland. Über die Hälfte des Abfallaufkommens hierzulande fällt wegen Bau und Nutzung von Gebäuden an. Der größte Teil dieses Abfalls wird bislang lediglich deponiert, verfüllt oder verbrannt. Die Verbände und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler appellieren deshalb in einem offenen Brief an die neue Bundesbauministerin Klara Geywitz, nicht nur kurzfristig verfügbaren und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sondern den Bau der angekündigten jährlich 400.000 neuen Wohnungen von Beginn an klimagerecht, ressourcenschonend und kreislaufgerecht umzusetzen. Dabei müssen Sanierungen und Umbau vom Gebäudebestand im Fokus stehen, um eine pauschale Abriss- und Neubau-Politik zu verhindern.

„Strategien und Know-how für ein Bauen in den Grenzen der Weltkapazität sind vorhanden und sogar schon gesetzlich verankert. Frau Ministerin, bitte setzen Sie es um! Wir stehen mit unserem unabhängigen Wissen zur Verfügung die Bauwende schön, klimagerecht, ressourcenschonend und kreislauffähig zu gestalten.“

Univ.-Prof. Annette Hillebrandt, Baukonstruktion|Entwurf|Materialkunde, Kreislaufpotenziale im Hochbau, Bergische Universität Wuppertal

Barbara Metz, Stellvertretende Bundesgeschäftsführerin der DUH: „Die neue Bundesregierung hat mit der Schaffung des eigenständigen Bauministeriums gezeigt, dass sie weiß, wie essentiell der Gebäudesektor für den Klimaschutz ist. Leider reicht die Schaffung eines Ministeriums alleine nicht aus. Bauministerin Geywitz muss dafür sorgen, dass ab sofort nur noch klimazielkompatibel saniert und neu gebaut wird. Das Gebäude-Energie-Gesetz muss so schnell wie möglich und mindestens in diesem Jahr überarbeitet werden. Dabei muss neben dem Energieverbrauch während der Nutzung auch der Lebenszyklus von Gebäuden in den Blick genommen werden. Wir brauchen rückbaubare Gebäude aus nachhaltigen Materialien, Wiederverwendung von Bauteilen, recyclingfähige Baustoffe und den Einsatz von Rezyklaten. Nachhaltiges Bauen muss durch Förderung angeregt werden.“

„Erst ein ambitioniertes Programm zur Weiterentwicklung und Transformation des Gebäudebestandes bringt die wirkliche Wende hin zu weniger Klimagasemissionen und weniger Ressourcenverbrauch. Wir müssen nicht mehr, sondern weniger neu bauen!“

Prof. Dr.-Ing. Karsten Voss, Bauphysik und technische Gebäudeausrüstung, Bergische Universität Wuppertal

Elisabeth Broermann, Öffentlichkeitsarbeit und Politik Architects for Future Deutschland: „Eine sozial gut gemeinte Wohnungsbauoffensive darf nicht zum Zeichen eines „Weiter so“ werden und Klimaschutzklagen herausfordern! Zeitgemäße Sozialpolitik kann nur gemeinsam mit einer zukunftsfähigen Klimapolitik generationengerecht umgesetzt werden. Was wir jetzt bauen, muss in den nächsten 50 Jahren die notwendigen Umwelt- und Klimaschutzanforderungen erfüllen. Nachhaltiges Bauen muss das neue Normal werden. Die Lösung der drängendsten Fragen des Bausektors, gleich ob Wohnungsbau oder anderer Vorhaben, ist vor allem im Bestand zu finden. Umbau muss dabei den Vorrang vor Neubau erhalten und die tatsächlichen Bedarfsmengen unter sozialen sowie klimatechnischen Aspekten neu bewertet werden.“

„Jeder Neubau muss sich heute an den Klimaschutzvorgaben für das Jahr 2045 messen lassen und jetzt seinen Beitrag zu Klimaschutz und Ressourceneffizienz dafür leisten.“

Prof. Dr.-Ing. Annette Hafner, Ressourceneffizientes Bauen, Ruhr-Universität Bochum

Das Bündnis unterstreicht, dass insbesondere die öffentliche Hand eine Vorreiterrolle im umweltgerechten Sanieren und Bauen einnehmen muss. Dabei ist auch die neu im Koalitionsvertrag angekündigte Funktion der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben als bundesweite Stelle für die öffentliche Beschaffung im Baubereich gefragt. Sie muss Länder und Kommunen bei der Erarbeitung von Vergabekriterien und bei der klimazielkonformen Bewertung von Bauvorhaben und Materialien unterstützen.

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Recht auf gesunde Umwelt soll in die EU-Grundrechtecharta aufgenommen werden

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) unterstützt den Vorschlag des französischen Präsidenten Macron gestern vor dem Europaparlament, das Recht auf eine gesunde Umwelt in die EU-Grundrechtecharta aufzunehmen. Dazu die DUH-Bundesgeschäftsführung:

„Das Recht auf eine gesunde Umwelt muss in die EU-Grundrechtecharta aufgenommen werden. Wir fordern, dass die Bundesregierung sich der Initiative des französischen Präsidenten anschließt. Nicht dazu passt allerdings der Wunsch des französischen Präsidenten, Atomkraft als förderwürdige nachhaltige Technologie in die EU-Taxonomie aufzunehmen.

Die Bundesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten, die derzeit laufende Konferenz zur Zukunft Europas für Reformen zu nutzen, einschließlich einer Änderung der Grundrechtecharta. Die Konferenz soll „in einen verfassungsgebenden Konvent“ münden und zur Weiterentwicklung der EU führen. Die Bundesregierung muss deshalb die Initiative des französischen Präsidenten aktiv unterstützen und selbst übernehmen.

Ein Grundrecht auf eine gesunde Umwelt für alle europäischen Bürgerinnen und Bürger führt zu einem Anspruch auf den Schutz des weltweiten Klimas und der Artenvielfalt. Beide sind Grundlage dafür, dass auch zukünftige Generationen gesund und sicher auf diesem Planeten leben und sich wirtschaftlich und persönlich entfalten können. Die Aufnahme eines für alle Bürgerinnen und Bürger Europas einklagbaren Grundrechtsschutzes auf eine gesunde Umwelt würde die historische Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes vom März 2021, die ein Grundrecht auf Klimaschutz im Grundgesetz festgestellt hat, auf eine europäische Ebene heben.“

„Weg damit“: GRÜNE Frauen unterstützen die Abschaffung des Paragrafen 219a

Die Bundesregierung will das Werbeverbot für Abtreibung, den Paragrafen 219a, abschaffen. Das wird höchste Zeit, findet der Arbeitskreis Frauen von Bündnis 90/Die Grünen Remscheid und unterstützt die Pläne der Ampel-Koalition auf Bundesebene.

Beatrice Schlieper, fachpolitische Sprecherin im Ausschuss für Gleichstellung, Vielfalt und Antidiskriminierung (GVA): „Wie kann es sein, dass vor allem in den digitalen Medien, sich jeder zum Thema Abtreibung äußern darf, aber die Expert*innen, nämlich kompetente Ärzt*innen, keine Beratung geben dürfen? Das ist für mich ein Unding und obendrein gefährlich!“

„Informationen sind keine Werbung, sie sind ein wichtiger Teil der Aufklärung zu einer schwierigen Entscheidung für Schwangere“, stellt Sabine Yündem, Sprecherin im AK Frauen der Grünen und sachkundige Einwohnerin im GVA, klar. „Ärzt*innen, die ungewollt Schwangere vor sich sitzen haben, könnten bei Abschaffung des Paragrafen 219a einfach nur ein medizinisches Aufklärungsgespräch führen. Das war bisher nicht möglich, wenn die Ärzt*innen einen solchen Eingriff selbst vorgenommen haben. Sie durften bisher auch nicht auf ihrer Homepage über Schwangerschaftsabbrüche informieren. Das ist unverantwortlich und eine Entmündigung der Frauen.“ Dieser Paragraf hat seinen Ursprung im Nationalsozialismus. Dass 2022 noch immer über seine Abschaffung diskutiert wird, passt nicht in unsere Gesellschaft. Mehr Selbstbestimmung in dieser Frage erhalten Frauen jedoch erst, wenn auch der Paragraf 2018 abgeschafft wird, machen beide Politikerinnen deutlich.

Remscheids Antwort auf Roald Dahl

Und er hat es wieder getan, oder auch nicht, denn diesmal meldet sich nicht Markus Krüger mit neuen Geschichten aus dem unteren Reich zu Wort, sondern Hagen Thiele selbst, der von Krüger selbst ermächtigt wurde, die neusten Geschichten aus dem unteren Reich in die Welt zu tragen und die Schatten werden mit jedem Satz, den der geneigte Lesende aufnimmt und sacken lässt, länger.

Fünf meisterlich geschriebene Kurzgeschichten, die einen mit aufgewühlten Gefühlen zurücklassen. Gott sei Dank hat einen nicht das gleiche Schicksal der Protagonist*innen ereilt, Geister gibt es nicht, oder? Und dann wohne ich ja auch zum Glück nicht in Remscheid…

Ja, einige Geschichten haben wieder lokalen Bezug zu Remscheid, der Heimatstadt des Autors, was es für mich als Bürgerin aus ebenda nicht leichter macht. Thiele beschreibt Orte, die sich in meinem unmittelbaren Umfeld befinden, ich vermeide im Moment Spaziergänge nach Einbruch der Dunkelheit.

Keine abendlichen Spaziergänge

Hagen Thiele versteht es so großartig, seine Geschichten harmlos und unverbindlich anfangen zu lassen und zieht dann den Lesenden spätestens nach dem fünften Satz mit in die unheimlichen Abgründe der menschlichen Seelen.

Es ist der subtile Horror, der aus alltäglichen Situationen und Schicksalen entsteht. Was widerfährt der Mitarbeiterin des Callcenters, hätte sie einen Anruf besser nicht tätigen sollen? Ist jede Therapeutin, jeder Therapeut darauf bedacht, dich zu heilen? Und sollte man besser die Müngstener Brücke doch lieber nur von Profis geführt besteigen? Lesen Sie selbst und vielleicht finden Sie die Antwort? Auch wenn selbige nicht klar auf der Hand liegt, hallen die letzten Worte jeder Geschichte noch lange nach.

Hagen Thiele kann nicht nur brillante Kurzgeschichten, sondern auch großartige Romane schreiben. Sein neustes Projekt „Zwischen Licht und Dunkelheit“ ist ein Buchprojekt über die Missstände der Massentierhaltung und zur Unterstützung des Vereins „Schweinefreunde“. (Die erste Hürde zur Finanzierung wurde bereits genommen, aber das Crowdfunding geht in die zweite Runde, um evtl. auch ein Hörbuch zu ermöglichen. Hier geht es direkt zur zweiten Runde vom Crowdfunding von „Zwischen Licht und Dunkelheit“ auf Startnext. Die Crowdfunding Kampagne läuft bis zum 31. März.

Ein Gewinnspiel

Und wer bis hier gelesen hat, den erwartet auch noch zu guter Letzt ein Gewinnspiel:

Wir verlosen ein Exemplar GESCHICHTEN AUS DEM UNTEREN REICH Bd. 6 mit persönlicher Widmung des Autors, wenn Sie folgende Frage beantworten:

Unter welchem Autorennamen sind die Bände 1-5 GESCHICHTEN AUS DEM UNTEREN REICH erschienen?

Gewinnspielfrage

Einsendungen bis 27. Februar 2022 an redaktion@luettringhauser.de. Bei mehreren richtigen Einsendungen entscheidet das Los

Erfolgreiche Ausbildung: Neun neue Bankkaufleute bei der Volksbank im Bergischen Land

Vom Azubi zum festangestellten Bankmitarbeiter – diesen Wechsel haben neun Mitglieder des Volksbank-Ausbildungsjahrgangs 2019 jetzt gewissermaßen über Nacht vollzogen. Nach den erfolgreich bestandenen mündlichen Prüfungen begann für Agnieszka Borkowski, Ahmet Demirelli, Döne Er, Greta Hinz, Nida Kasim, Anton Krafczyk, Madeleine Losse, Joshua Raab und Lucas Sambill der Arbeitsalltag gleich am nächsten Morgen. Die Volksbankvorstände gratulierten ihren jungen Kolleginnen und Kollegen. „Schön, dass Sie bei uns bleiben“, sagte Vorstandsvorsitzender Andreas Otto und betonte: „Das Wichtigste in unserem Haus sind Sie: die Menschen, die für andere Menschen, unsere Kunden, da sind.“

„Es macht Spaß, sein gesamtes Berufsleben bei der Volksbank im Bergischen Land zu verbringen“, befand ein Kollege Lutz Uwe Magney, der nach 50 Jahren als Volksbanker Ende des Monats in den Ruhestand geht. „Sie können hier viel erreichen“, ergänzte Christian Fried mit einem Lächeln – er gehört 27 Jahre nach seiner eigenen Lossprechung als Azubi nun zum Vorstand der Bank.

Auch Ramona Fresen, die diesen Ausbildungsjahrgang begleitete, ist stolz auf ihre Schützlinge, schließlich war bei ihnen ein Großteil der Ausbildungszeit von den Einschränkungen der Corona-Pandemie geprägt. Dass eine Auszubildende, mit einem sehr guten Abschlusszeugnis abgeschlossen hat, freut die Ausbildungsleiterin besonders.

Im nächsten Ausbildungsjahrgang der Volksbank im Bergischen Land, der im August startet, sind noch Plätze frei. Interessenten wenden sich unter 02191 699-1602 oder ramona.fresen@voba-ibl.de an Ramona Fresen.

Ein Baum für jedes Baby – Jugendorganisationen der Ampel ziehen an einem Strang

Vor zwei Wochen forderten die Jusos Remscheid, dass Ihre Stadt es anderen Städten gleichtun und jedem Baby zur Geburt einen Baum schenken solle. Jetzt schließen sich die Grüne Jugend und die Jungen Liberalen diesem Vorstoß an. Das Projekt bietet die Grundlage für eine neuartige Zusammenarbeit und zeigt gleichzeitig, dass auch die Jugend der Ampelkoalition in Remscheid
Schlagkraft besitzt.

Auf kommunaler Ebene ist das Ganze in Remscheid ein absolutes Novum. Die drei Jugendorganisationen der Ampelmehrheit im Stadtrat machen sich gemeinsam für das Projekt „Ein Baum für jedes Baby“ stark.

Die Jusos haben dazu bereits einen Antrag in die eigene Fraktion eingebracht, der bald auch den Partnern der Ampel vorliegen wird. Der Prozess ist bereits in vollem Gange.

Alle drei Jugendorganisationen sind sich darüber einig, dass das Projekt keinen Raum für unnötiges Schachern zwischen Parteien lässt. Für eine schnelle und gute Umsetzung müssen jetzt alle an einem Strang ziehen. „Es wurde genug geredet, die Remscheiderinnen und Remscheider wollen Ergebnisse sehen. Natürlich sind wir auch bereit mit anzupacken, daran soll es nicht scheitern. Für uns ist das Projekt ein Herzensprojekt, weil es neben den ökologischen auch einige soziale Effekte mit sich bringt und das richtige Signal für ein zukunftsfähiges Remscheid ist“, fasst der Vorsitzende der Jusos, Daniel Pilz, die Stimmung der drei Jugendorganisationen zusammen.

Jusos, Grüne Jugend und JuLis gemeinsam

Auch die Grüne Jugend Remscheid steht hinter dem Projekt. Man freute sich, als die Jusos auf sie zukamen und um Unterstützung gebeten haben: „Wir halten es für eine ganz fantastische Idee und wollen schnellstmöglich loslegen“, so der Geschäftsführer der Grünen Jugend, Marvin Schneider. Dabei ginge es auch nicht darum, wem wann der Einfall gekommen sei, Bäume zu pflanzen. „Es wäre doch eine sehr harmonische Sache, wenn so viele demokratische Parteien wie möglich solidarisch ins neue Jahr 2022 starten. Reden können die meisten, auf das Umsetzen kommt es an. Wir sind definitiv Befürworter des umgehenden Transfers von Wort zu Tat. Die Grüne Jugend freut sich auf den zukünftigen Austausch und kann es kaum erwarten, aktiv zu werden!“

Die Jungen Liberalen (JuLis) sehen in diesem Projekt außerdem die Chance für mehr Aufenthaltsqualität für alle Remscheiderinnen und Remscheider: „Wir JuLis unterstützen die Idee eines Generationenwaldes in unserer Stadt. Das geplante Projekt ist eine gute Möglichkeit, Nachhaltigkeit durch Neupflanzungen zur Tradition in unserer Stadt werden zu lassen und dabei gleichzeitig einen Ort für alle Remscheider zu schaffen. Nun gilt es, diese Idee in die Tat umzusetzen, indem man die Finanzierung sichert und geeignete Flächen findet“, bekräftigt der Kreisvorsitzende der Jungen Liberalen, Philipp Leuchten.

„Wir arbeiten gemeinsam mit anderen Organisationen daran, dass schon dieses Jahr für jedes Neugeborene zur Geburt ein Baum gepflanzt wird. Ich bin den JuLis und der Grünen Jugend sehr dankbar für Ihre Unterstützung. Genau so funktioniert konstruktive, projektbezogene Kommunalpolitik für ein zukunftsfähiges Remscheid: Weniger reden, mehr umsetzen. Vom Reden bewegt sich in Remscheid nichts. Deshalb kann ich nur jede demokratische Partei dazu auffordern, unseren Vorstoß zu unterstützen“, appelliert der Juso-Vorsitzende Daniel Pilz abschließend.

Die Ampeljugend wird sich noch diese Woche zu einem ersten ausführlichen Austausch per Zoom zusammensetzen. Dabei soll der Grundstein für eine intensivere Zusammenarbeit gelegt werden, um in Zukunft auch andere Projekte gemeinsam anzugehen.