Erste faire Schokolade mit fairer Milch feiert zehn Jahre Jubiläum

Fairness kennt keine Grenzen. Neue Limited Edition-Schokoladen mit Naturland Fair-Zeichen.

Vor zehn Jahren hat Fair Trade-Pionier GEPA gemeinsam mit dem Öko-Verband Naturland und der Molkerei Berchtesgadener Land die erste faire Schokolade mit fairer Milch vorgestellt. Mit dieser Innovation wurde in einer Schokolade die aufwändige Arbeit von Kakao-, Zucker- und Bio-Milchbäuer*innen in Süd und Nord fair entlohnt und gewürdigt. Bis heute ist die GEPA nicht nur der erste, sondern auch der bedeutendste Anbieter von fairen Bio-Schokoladen mit fairer Bio-Milch.

Anlässlich der digitalen BIOFACH-Messe 2021 e-SPECIAL (www.biofach.de) stellt die GEPA drei neue weiße Limited Edition-Schokoladen mit Frucht- oder Kaffeenote vor, die neben Bio-Kakao und Bio-Zucker von westafrikanischen und lateinamerikanischen Partnerkooperativen auch fair gehandeltes Milchpulver der Molkerei Berchtesgadener Land enthalten: „Lemon Crisp“, „Joghurt-Erdbeer“ und „Mocca Sahne“.

So fördern die GEPA, Naturland und die Molkerei Berchtesgadener Land bäuerliche ökologische Landwirtschaft auch hier in Deutschland. Wie aktuell das Thema „faire Milch“ ist, zeigen die jüngsten Bauernproteste gegen Preisdumping von Discountern.

Bio, fair und nachhaltig in Süd und Nord

Zusätzlich zum GEPA-Logo tragen die Schokoladen das Naturland Fair Zeichen, mit dem die GEPA auf faire Bio-Milch aus Deutschland aufmerksam macht. Gemeinsam mit Naturland und der Molkerei Berchtesgadener Land war die GEPA schon vor zehn Jahren Vorreiter für eine faire und nachhaltige Lieferkette, die Süd und Nord gemeinsam in den Blick nimmt.

Peter Schaumberger, Geschäftsführer Marke und Vertrieb der GEPA: „Wir haben damals gemeinsam erfolgreich faire und nachhaltige Lieferketten bei einem Süd-Nord-Produkt etabliert.“ Seitdem hat die GEPA eine lange Reihe von fairen Bio-Schokoladen mit fairer Milch auf den Markt gebracht. „Wir haben durch diese spannenden Schokoladenvariationen dazu beigetragen, das Bewusstsein von Verbraucher*innen zu schärfen, denn Fairness kennt keine Grenzen. Nur, wo bleiben die Nachahmer*innen?“, fragt sich Peter Schaumberger.

Steffen Reese, Geschäftsführer Naturland e.V., betont: „Unsere Partner GEPA und Milchwerke Berchtesgadener Land gehörten zu den ersten Unternehmen, die eine Kooperation nach den strengen Naturland Fair-Richtlinien erfolgreich umgesetzt haben und damit gezeigt haben, dass öko-faire Lieferketten weltweit machbar sind“.

Bernhard Pointner, Geschäftsführer der Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG: „Die Molkerei Berchtesgadener Land bezahlt ihren Landwirten seit Jahrzehnten einen überdurchschnittlichen Milchpreis und engagiert sich für Fairness entlang der Wertschöpfungskette. Da war es nur konsequent, sich gleich zum Start der neuen Naturland Fair- Zertifizierung zu stellen. Das war auch der erfolgreiche Beginn der Zusammenarbeit mit der GEPA, und weiteren Fair Handelspartnern. Denn so wie die GEPA unsere Naturland Fair-zertifizierte Milch in ihrem Schokoladensortiment einsetzt, so verarbeiten wir seither Schritt für Schritt in unserem Bio-Milchsortiment Bio & Fair-Zutaten wie den über die GEPA bezogenen Kakao, Bananen oder z.B. Mangos aus Fairem Handel.“

Magdalena Schönberger, Naturlandbäuerin der Molkerei Berchtesgadener Land: „Als Mitglied der Molkereigenossenschaft sind wir sehr froh über die fairen Milchpreise unserer Molkerei. Als Mitglied bin ich aber auch stolz, dass unsere Molkerei sich zusätzlich für faire Erzeugerpreise für Bioprodukte weltweit engagiert, denn schließlich leben wir alle in einer Welt. Eine umweltfreundliche Bewirtschaftung kann langfristig nur gelingen, wenn die Arbeit der Bauern fair bezahlt wird und den Fortbestand der Betriebe als Lebensgrundlage sichert.“

Fair zum Menschen, fair zur Natur

Den Rohkakao für die neuen Tafelschokoladen bezieht die GEPA u.a. von ihrem langjährigen Partner COOPROAGRO (Dominikanische Republik). Mitglied Juanvis Antonio Burgos (32) betont die Bedeutung des Fairen Handels und des ökologischen Kakao-Anbaus für die Kakaobäuer*innen: „Wir müssen uns und die Umwelt auch für zukünftige Generationen schützen. Deshalb pflanzen wir Bäume, fördern die Artenvielfalt, verschmutzen keine Bäche und Flüsse.“ Die Mehrpreise der GEPA nutzt die Kooperative auch, um Straßen, Elektrizität, fließendes Wasser einzurichten und die Häuser der Familien zu verbessern. Der Bio-Kakaoproduzent sagt dazu: „Die Wertschätzung für diese Arbeit zeigen uns die GEPA und Naturland. Der höhere Preis der GEPA hilft uns auch dabei, in unsere Kooperative zu investieren und dadurch die Qualität unseres Kakaos zu steigern.“

Naturland e.V. ist ein internationaler Verband für ökologischen Landbau. Mit 70.000 Bäuerinnen und Bauern, Imkern und Fischwirten in 60 Ländern der Erde stehen wir dafür, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften weltweit im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören 4.000 Erzeuger unserer Gemeinschaft an. Naturland steht wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt. www.naturland.de

Die Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG sind eine unter dem Markennamen Berchtesgadener Land tätige Molkerei im Landkreis Berchtesgadener Land mit Sitz in Piding. Die seit 1927 bestehende Genossenschaft gehört rund 1.800 Bäuer*innen. Mehr als ein Drittel der Mitglieder sind Bio-Landwirt*innen, mit Naturland- oder Demeter-zertifizierten Betrieben. Mitspracherecht und ein respektvolles Miteinander sind ebenso selbstverständlich wie ein fairer, überdurchschnittlicher Milchpreis. Im 15-Jahresvergleich bezahlen die Milchwerke Berchtesgadener Land in Deutschland den höchsten Milchpreis. https://bergbauernmilch.de/de/milchpreis.html

Als Fair Trade-Pionier steht die GEPA seit 45 Jahren für Transparenz und Glaubwürdigkeit ihrer Arbeit. Wir handeln als größte europäische Fair Handelsorganisation mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben aus Lateinamerika, Afrika, Asien und Europa. Durch faire Preise und langfristige Handelsbeziehungen haben die Partner mehr Planungssicherheit. Hinter der GEPA stehen MISEREOR, Brot für die Welt, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“. Für ihre Verdienste um den Fairen Handel und die Nachhaltigkeit ist die GEPA vielfach ausgezeichnet worden, u. a. beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis mit TOP3 in der Kategorie „Unternehmenspartnerschaften 2020“ für die langjährige Zusammenarbeit mit dem Teepartner Tea Promoters India und mit dem „CSR-Preis der Bundesregierung 2020“ in der Kategorie „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“. Als eines von wenigen Unternehmen in Deutschland hat sich die GEPA nach dem Garantiesystem der WFTO prüfen lassen. Näheres zu Preisen und Auszeichnungen sowie zur GEPA allgemein unter www.gepa.de.

Die Woche – KW07/2021

Diese Ausgabe vom Fernsehformat „Die Woche“ mit Lokalnachrichten aus Remscheid wird präsentiert von Marcus Schmidt und Sabine Yündem. Sendetermin ist immer montags ab 18.30 Uhr.

Das sind die Themen der aktuellen Sendung:

Sendetermin und Sendeorte

„Die Woche“ ist ein Kooperation vom Remscheider Stadtfernsehen rs1.tv und Lüttringhauser. Weltweit gesendet wird jeden Montag ab 18.30 Uhr auf den Plattformen Youtube, Facebook, Twitch und den Webseiten von rs1.tv und Lüttringhauser. „Die Woche“ wird außerdem landesweit auf NRWision im digitalen Kabelfernsehen in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt. Bundesweit ist NRWision auf Magenta TV (Programmplatz 492) und Zattoo (in der Senderliste „Regional“) zu sehen. Die nächsten Sendetermine finden Sie allein auf der Webseite von NRWision unter „nächste Sendetermine“.

So schauen wir Die Woche im TV

Fünf Tote in Wohnhaus in Radevormwald – Familiendrama bestätigt sich

Staatsanwaltschaft und Polizei Köln geben bekannt:

Nach den rechtsmedizinischen Untersuchungen der fünf in einem Wohnhaus in Radevormwald-Herbeck gefundenen Leichen sowie den Ergebnissen weiterer Ermittlungen gehen Staatsanwaltschaft und Polizei von einer Tat des Familienvaters aus. Für eine Beteiligung weiterer Personen liegen keine Anhaltspunkte vor.

Vorbehaltlich weiterer Beweiserkenntnisse ist davon auszugehen, dass der Familienvater (41) kurz vor 17 Uhr seine Ehefrau (37), seine Töchter (1, 4) sowie seine Schwiegermutter (77) im Wohnhaus auf der Elberfelder Straße mit einem Messer getötet, das Haus angezündet und sich dann auf gleiche Weise umgebracht hat.

Das Motiv für die Tat dürfte in dem Scheitern der ehelichen Beziehungen zu sehen sein.

Da die Strafprozessordnung Ermittlungen gegen verstorbene Täter nicht vorsieht und sich Hinweise darauf, dass an der Tat weitere Personen beteiligt gewesen waren, nicht ergeben haben, wird das Todesermittlungsverfahren – vorbehaltlich neuer Beweiserkenntnisse – eingestellt werden. Mit Blick hierauf und die zu wahrenden, über den Tod hinaus geltenden Persönlichkeitsrechte der Verstorbenen, werden weitere Auskünfte zur Tat, Tatausführung und zu den Lebensverhältnissen der Beteiligten nicht erteilt. (mw/de)

Verlängert: Coronabedingte Fahrplanänderungen im ÖPNV

Aufgrund der Einschränkungen durch die Coronaschutzverordnung verlängern die Stadtwerke Remscheid, in enger Abstimmung mit der Stadt Remscheid, die bisherigen Fahrplananpassungen.

Der derzeit gültige Ferienfahrplan bleibt damit über den 14. Februar 2021 hinaus, mindestens bis zum 21. Februar 2021 bestehen. Das MobilCenter und auch das EWR ServiceCenter bleiben voraussichtlich bis 5. März geschlossen.

Der verkürzte NE-Verkehr gilt bis auf Weiteres vor Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Im Detail bedeutet dies, dass die letzten Fahrten um 00.16 Uhr bzw. 00.21 Uhr (Linien NE12, NE16, NE18 und NE19) und 00.12 Uhr bzw. 00.46, 00.51 Uhr (Linien NE13, NE14, NE17 und NE20) ab Remscheid Hbf./ Friedrich-Ebert-Platz starten.

Auf der Linie NE15/615 entfallen die Fahrten nach 23.51 Uhr ab Remscheid Hbf. Der AST-Verkehr Hasten/ Westen entfällt nach der Fahrt um 00.10 Uhr bzw. 00.00 Uhr und die Fahrten Lennep/ Bergisch-Born/ Wermelskirchen entfallen nach der Fahrt um 00.30 Uhr bzw. 0.52 Uhr.

Schädelfund in Herdecke: DNA gibt Auflösung

Am 17. November 2020 fanden Arbeiter bei Hangarbeiten am Harkortberg in Wetter-Herdecke einen skelettierten Schädel. Dieser wurde an einer kaum zugänglichen Stelle in etwa 15 Meter Höhe in einem Hangsicherungsnetz gefunden.

Aufgrund des widrigen Geländes wurden die Polizeikräfte unter anderem durch das Technische Hilfswerk bei der weiteren Spurensuche und Spurensicherung unterstützt. Bei der Suche wurden weitere Knochenteile gefunden, die allerdings tierischen Ursprungs waren, wie sich später herausstellte. Hinweise auf eine Gewalteinwirkung ergaben sich bis dahin nicht.

Um weitere Erkenntnisse insbesondere zur Identität des Toten zu erlangen, wurden die Knochen zum Anthropologischen Institut in Göttingen gebracht. Hier wurde unter anderem ein DNA-Identifizierungsmuster erstellt. Bei einem Abgleich des DNA Musters mit der Vermisstendatenbank des LKA NRW, konnte das Muster einer Vermisstenmeldung aus dem Jahr 1995 zugeordnet werden. Demnach handelt es sich um einen 1959 geborenen Mann aus Hamm, der sich damals in Herdecke aufhielt. Ermittlungen bei Angehörigen ergaben, dass der damals 36-Jährige ohne jegliche Hinweise auf seinen Aufenthalt verschwand.

Die Polizei hat im Rahmen der umfassenden Aufklärung keine Hinweise auf ein Fremdverschulden feststellen können und geht daher von einem tragischen Unglück aus.

Pkw stößt mit Linienbus zusammen

Gestern Morgen, 12. Februar 2021, ist es gegen 8 Uhr auf der L 409 in Halzenberg zu einem Zusammenstoß zwischen einem Pkw und einem Linienbus gekommen.

Der Linienbus fuhr aus Richtung Halzenberg in Richtung Neuenhaus auf der L 409. Ein entgegenkommender Skoda geriet in einer Rechtskurve vermutlich aufgrund von Straßenglätte auf die Fahrspur des Linienbusses und stößt mit diesem zusammen.

Die Fahrzeugführerin des Pkw, eine 42-jährige Frau aus Wipperfürth, wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt. Sie wurde mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der Fahrer des Linienbusses und seine drei Fahrgäste wurden nicht verletzt.

Der Sachschaden wird insgesamt auf circa 20.000 Euro geschätzt. Der Pkw musste anschließend abgeschleppt werden.

Für die Dauer der Unfallaufnahme wurde die Straße gesperrt. (ct)

Premiere für die Feuerwehr: Delegiertentag digital

Der 39. Kreisdelegiertentag des Kreisfeuerwehrverbandes war historisch gesehen ein ganz besonderer. In diesem Jahr fand sie – bedingt durch die Corona Pandemie – erstmals virtuell und in einem Online-„Raum“ statt. Dabei waren 112 Delegierte aus neun Feuerwehren und zwei Werkfeuerwehren.

In seinem Jahresbericht ging Präsident Rolf-Erich Rehm auf die Corona Pandemie ein, die im Ennepe-Ruhr-Kreis als so genannte Großeinsatzlage geführt wird.

„Erfreulicherweise konnten durch einschränkende Vorgaben für die Feuerwehren sowie dank der Disziplin der einzelnen Feuerwehrkameraden größere Ausbruchsgeschehen in den Wehren bisher verhindert und die Einsatzbereitschaft damit sichergestellt werden. Hierfür, auch im Namen der Bürgerinnen und Bürger, die wir schützen, meinen herzlichen Dank“, so Rehm. Schmerzhaft seien natürlich der Ausfall des Übungsdienstes der Wehren und die notwendige Absage des Leistungsnachweises.

Funktionierende Zusammenarbeit

Er dankte den Anwesenden für ihr wieder großes Engagement in den letzten 12 Monaten. Beispiele: Es waren die Feuerwehren, die kreisweit Material aus einem Zentrallager an Altenheime, Krankenhäuser und Pflegedienste verteilten. Und als das Gesundheitsamt an einem Wochenende kurzfristig Hilfe bei der Corona Kontaktverfolgung benötigte, waren 77 Mitglieder aus allen EN-Feuerwehren spontan ins Kreishaus geeilt.

Ein Aufruf zu Materialspenden über die sozialen Medien erreichte eine hohe Wirkung. Um die Corona Meldungen auf möglichst vielen Kanälen zu verbreiten, unterstützt das ehrenamtliche Presseteam des Kreisfeuerwehrverbandes die Pressestelle der Kreisverwaltung.

„Die Zusammenarbeit unter den Vielen aus Feuerwehren und Verwaltungen, aus Ehrenamt und beruflich Tätigen funktioniert ganz wunderbar und liefert die Grundlage, um Corona bewältigen zu können. Wir alle hoffen aber, dass diese Pandemie bald bekämpft ist und wir in eine geordnete Normalität zurückkehren können“, betonte Rehm mit Blick auf die aktuelle, für viele leidvolle Lage mit ihren gesundheitlichen, finanziellen und familiären Folgen.

Ein Vierteljahrhundert im Amt

Bei den anstehenden Wahlen wurde Rehm einstimmig für weitere drei Jahre gewählt. Mit seinen inzwischen 25 Amtsjahren war und bleibt er in Nordrhein-Westfalen der Dienstälteste Präsident eines Kreisfeuerwehrverbandes. Entsprechend fiel der Applaus der Delegierten aus, sie sendeten zahlreiche klatschende Hände und Smileys als Icons über den Bildschirm.

Markus Neuhaus (Feuerwehr Hattingen) berichtete über die Schwierigkeiten und Herausforderungen der Kreisjugendfeuerwehr im letzten Jahr. Der Lockdown habe erwartungsgemäß Herausforderungen unter anderem rund um die Mitgliederbindung mit sich gebracht.

Digitales Treffen

Im Vorfeld war lange an diesem Online Projekt geplant und getüftelt worden, am Tag der Veranstaltung ging es problemlos über die digitale Bühne. Verdiente, ältere Kameraden der Ehrenabteilung waren der digitalen Einladung ebenso gefolgt wie einige Ehrenmitglieder unter ihnen der Landesbranddirektor aus Berlin, 

So erfolgreich der digitale Kreisdelegiertentag auch war: Alle hoffen, die Versammlung 2022 wieder persönlicher gestalten zu können. Das soziale Miteinander und das Gespräch danach gehören zu Veranstaltungen wie dieser einfach dazu.

Presseschau 11. Februar 2021

Diese Themen waren am 11. Februar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Rechtsextremismus

2020 gab es 2275 antisemitische Straftaten – so viel wie seit 2001 nicht mehr

Die Polizei hat 2020 so viele judenfeindliche Angriffe festgestellt wie nie zuvor seit 2001. Für das vergangene Jahr seien „bisher insgesamt 2275 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet“ worden, berichtet die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und ihrer Fraktion. Das Papier liegt dem Tagesspiegel vor.

Bei 55 Delikten handelte es sich um Gewalttaten. Die Polizei konnte 1367 Tatverdächtige ermitteln. Festgenommen wurden jedoch nur fünf Personen, Haftbefehle gab es keine.

Die Zahl der Straftaten wird wahrscheinlich noch steigen, da die Polizei erfahrungsgemäß noch Delikte aus dem Vorjahr nachmeldet. Aber auch jetzt schon ist deutlich, dass der Rekordstand von 2019 übertroffen wurde. Damals hatte die Polizei in ihrer endgültigen Bilanz 2032 antisemitische Straftaten gemeldet.

Im vergangenen Jahr nahm judenfeindliche Kriminalität nun um noch mindestens elf Prozent zu. Die Polizei registrierte im Durchschnitt pro Tag sechs antisemitische Delikte. Die bislang gezählten 2275 Straftaten sind die höchste Marke, seit die Polizei 2001 das Erfassungssystem „“Politisch Motivierte Kriminalität (PMK)“ einführte. Mit den Zahlen wachsen die Sorgen beim Zentralrat der Juden in Deutschland. „Angesichts der zahlreichen antisemitischen Vorfälle auf den Corona-Leugner-Demos im vergangenen Jahr und der Verschwörungsmythen im Netz war leider damit zu rechnen, dass die Zahl der antisemitischen Straftaten erneut steigt“, sagte Präsident Josef Schuster am Donnerstag dem Tagesspiegel. „Jetzt ist das traurige Gewissheit.“ Die vorläufige Statistik zeige, „dass die Radikalisierung der Gesellschaft voranschreitet und der Respekt vor Minderheiten sinkt“, warnte Schuster.

Mit Bestürzung reagierte auch der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, auf den Höchststand judenfeindlicher Delikte. Der Anstieg „muss uns eine Warnung sein“, sagte Klein dem Tagesspiegel. „Im Zuge der sogenannten Corona-Proteste wurden Grenzen des Sagbaren verschoben, die Shoah relativiert und altbekannte antisemitische Hassbilder erneuert.“ Die Zunahme der Straftaten sei „ein deutliches Zeichen, dass die Demokratie sich besonders in Krisen wie der andauernden Pandemie wehrhaft zeigen muss“. Der gesellschaftliche Zusammenhalt „misst sich gerade hier in Deutschland daran, wie fest wir gegen Judenhass zusammenstehen“, mahnte Klein.

Aus Sicht der Polizei sind die meisten antisemitischen Delikte rechten Tätern zuzuordnen. Islamistische, linke und anders motivierte Judenhasser sind in der Statistik nur eine kleine Minderheit.

Die Zunahme judenfeindlicher Angriffe verläuft parallel zu einer weiteren dramatischen Entwicklung. Anfang Februar berichtete die Bundesregierung von einem Anstieg der Kriminalität von Neonazis und anderen Rechten. Die Polizei hat 2020 nach bisherigen Erkenntnissen mehr als 23.000 einschlägige Straftaten festgestellt. Das ist der zweithöchste Stand seit 2001. Die Zahl ist Angaben der Regierung zu weiteren Anfragen von Petra Pau zu entnehmen. Vermutlich wird bei den rechten Straftaten mit den noch zu erwartenden Nachmeldungen der Polizei ebenfalls der höchste Stand seit 2001 erreicht.

Online unter: https://www.tagesspiegel.de/politik/hoechststand-antisemitischer-kriminalitaet-seit-20[…]ch-mindestens-sechs-angriffe-von-judenhassern/26905120.html

Kommentar von Sascha von Gerishem: Nazis tun, was Nazis tun. Das war schon immer so. Wer Nazis, auch in den eigenen Reihen, duldet oder toleriert, fördert das Wachstum dieser antisozialen Minderheit. Der Verfassungsschutz hat mittlerweile gelernt und keinen Rechtsextremen mehr als Präsidenten, und schon klappt auch die Beobachtung der AfD, wenn sie sich auch noch windet. Sie möchte zwar rechtsextremistisch sein, aber bitte nicht so genannt werden. Ein weiterer Gefallen, der Nazis verweigert wird, und das ist auch gut so.

Menschenrechte

Jeder zweite Asylsuchende aus der Türkei hat 2020 Schutz in Deutschland erhalten

Linke: Türkei ist weit entfernt von Rechtsstaatlichkeit

Osnabrück. Auch vier Jahre nach dem Putschversuch in der Türkei erhält noch fast jeder zweite Asylbewerber aus der Türkei Schutz in Deutschland. 2020 bekamen 47,7 Prozent aller türkischen Asylbewerber hierzulande Schutz gewährt – in Form von Asyl, Flüchtlingsschutz, vorübergehendem (subsidiärem) Schutz und Abschiebungsverboten. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Frage der Linken-Abgeordneten Sevim Dagdelen hervor. Die Antwort liegt der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ NOZ vor. Dabei geht es um die sogenannte bereinigte Schutzquote, bei der Ablehnungen aus formellen Gründen ausgeklammert bleiben, etwa weil ein anderes EU-Land zuständig ist. Zum Vergleich: 2019 lag die Quote kaum höher bei 52,7 Prozent, 2018 hatte sie 46,7 Prozent betragen.

Nach Ansicht der Linken sagen die Zahlen viel über die Verhältnisse in der Türkei aus. Dagdelen sagte der „NOZ“: „Die Türkei ist kein sicheres Herkunftsland und weit entfernt von Rechtsstaatlichkeit.“ Daraus müsse die Regierung Konsequenzen ziehen. Dagdelen, die Obfrau der Linksfraktion im Auswärtigen Ausschuss ist, sagte: „Wenn fast jeder Zweite, der vor dem Autokraten flieht, Schutz in Deutschland bekommt, ist es einfach nur skrupellos, dass die Bundesregierung das Erdogan-Regime weiter mit Waffen beliefert und mit Wirtschaftshilfen stützt.“

Die Zahl der Türken, die in Deutschland Asyl beantragen, hat sich 2020 im Vergleich zum Vorjahr fast halbiert. Dies ist nach Ansicht der Linken aber vor allem auf die Reise- und damit Fluchtbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zurückzuführen. Im vergangenen Jahr wurden nach Regierungsangaben 5782 Asylanträge gestellt. Das waren fast nur noch halb so viele wie in den beiden Vorjahren (2019: 10.833 Anträge, 2018: 10.356). Nach dem gescheiterten Putschversuch gegen den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan 2016 war die Zahl der Asylbewerber aus der Türkei schlagartig gestiegen und hatte sich von 2016 bis 2018 verdoppelt. Die türkische Regierung geht seit dem Putschversuch im Sommer 2016 massiv gegen angebliche Staatsfeinde vor.

Am heutigen Donnerstag wird in Istanbul der Prozess gegen die wegen Terrorvorwürfen angeklagte deutsche Journalistin Mesale Tolu fortgesetzt.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Gesellschaft

Pures Gift

Kommentar von Lars Hennemann zu Impfvordränglern

Wir haben gelernt, viel zu ertragen. Je länger die Pandemie andauert, desto mehr. Sogar, dass zunächst wenig Impfstoff gekauft und dass das Wenige holprig verteilt worden ist. In einer einzigartigen Situation müssen wir einander tatsächlich einzigartig verzeihen, solange glaubhaft aus Fehlern gelernt wird. Allerdings mehren sich Nachrichten, bei denen das schwerfällt. Landauf landab finden sich Landräte, Oberbürgermeister oder Funktionäre aus Verwaltung, Verbänden und sogar Kirchen, die schon geimpft worden sind. Obwohl sie noch nicht an der Reihe waren. Peine, Donauwörth, Halle, Hamburg, Augsburg, Lahn-Dill – bezeichnenderweise geben die Drängler ihr Verhalten erst zu, wenn Journalisten nachfragen. Mit verlogenen Begründungen: Man besuche Krankenhäuser oder Altenheime. Außerdem sei das verwendete Serum übrig gewesen und habe zu verfallen gedroht. Verehrte Verantwortliche: Für solche Situationen muss es kraft Verordnung Listen mit Ersatzkandidaten geben. Mit welcher Berechtigung wollen die Heuchler noch vor Lehrer oder Erzieher treten, die ihren so wichtigen Beruf – man könnte viele weitere nennen – weiter ungeschützt ausüben müssen? Ein solches – man muss das so deutlich sagen – komplett asoziales Verhalten ist in der aktuellen Situation pures Gift und Wasser auf die Mühlen derer, die die Pandemie für ihre den sozialen Frieden zersetzenden Ziele nutzen. Abhilfe schafft da nur Transparenz. Entweder durch Kontrollen oder – besser – durch freiwilliges Offenlegen des eigenen Verhaltens. Denn Politiker und Funktionsträger, die sich abrackern, regeltreu warten und deshalb Vorbilder sind, gibt es gottlob nach wie vor auch.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Das machen Vorbilder anders – zur Diskussion über Impfberechtigungen

Die Diskussion kocht, wenn es um die augenscheinlich grassierende Selbstbedienungsmentalität beim Corona-Impfstoff geht. In einigen Einrichtungen scheint dabei schlicht das Gesetz des Stärkeren zu gelten, keineswegs nur in der Lausitz. Wer Verantwortung trägt in Politik, Firmen, Vereinen oder Verbänden, der darf nicht nur das ihm zustehende Gehalt einstreichen, der muss seinen Mitarbeitern und Wählern gegenüber auch moralisch ein Vorbild sein. So erwirbt man sich Autorität. Niemand muss sich über Verdrossenheit und Frust in Internet-Foren wundern, wenn, wer Einfluss hat, öffentlich „Wasser“ predigt und heimlich den „Wein“ genießt.

Es wäre legitim, wenn sich ein Vorgesetzter impfen lässt, wo es im Umfeld diffuse Angst vor der wichtigen Immunisierung aus der Kanüle gibt. Doch dann macht er das nicht heimlich bei Nacht und Nebel, sondern lädt sich formvollendet einen Rundschau-Fotografen ein, um sich als „besonders mutiges Vorbild“ öffentlich ablichten zu lassen.

Ich bin gespannt, wann ich endlich die Geschichte schreiben kann, in der ein einflussreicher Kommunalpolitiker, Geschäftsführer, Krankenhaus- oder Pflegeheimchef mit seinem personengebundenen Dienstwagen noch am Abend losgefahren ist – nicht, um seiner Frau, Freundin oder seinem Spezi, sondern einer Nachtschwester, einer alleinstehenden Hochbetagten aus seiner Nachbarschaft oder seiner zuverlässigsten Pflegeaushilfe noch die letzte übriggebliebene Impfung des Tages zu verschaffen.

Quelle: Lausitzer Rundschau – www.lr-online.de

Corona

Klare Regeln für Schulen

Wann öffnen Schulen weiter, für welche Jahrgangsstufen, in welchem Rhythmus wechseln Präsenz- und Distanzunterricht? Zwischen Kiel und München, Düsseldorf und Dresden gibt es auf diese Fragen vielerlei Antworten. Ob das föderale Nebeneinander schadet, hängt von der Qualität jener Antworten ab. Entscheidend ist, dass möglichst viel wieder in Klassenräumen unterrichtet werden kann und Ansteckungen nahezu ausgeschlossen bleiben. Die Länder sollten ihren Schulen und Schulträgern klare Regeln vorgeben. Wann was möglich ist, muss an nachvollziehbaren Kriterien ausgerichtet sein. Die jeweilige Inzidenz ist nur eine Größe. Andere sind die Auslastung des Gesundheitswesens und die Frage, ob hohe Infektionszahlen einem Cluster geschuldet sind oder Corona-Ausbrüche diffus den lokalen Raum füllen. Eine bundeseinheitliche Lösung hätte nicht geschadet. Zwingend für eine gute Politik ist sie nicht.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Lehrerverband fordert wöchentliche Tests für Lehrer und Schüler

Präsident Meidinger warnt: Nicht genug Selbsttests für Schulen

Osnabrück. Der Deutsche Lehrerverband bezweifelt, dass parallel zu einer stufenweisen Rückkehr in den schulischen Präsenzbetrieb genügend Selbsttests für Lehrer und Schüler verfügbar sein werden. Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) erklärte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger: „Flächendeckende regelmäßige Selbsttests sind ein wesentlicher Beitrag dazu, Schulen zu sichereren Orten zu machen und eine belastbare Öffnungsstrategie zu fahren.“ Voraussetzung sei die Zulassung entsprechender Tests, die ohne medizinisches Fachpersonal durchgeführt werden können und eine geringe Fehlerquote haben. Meidinger forderte, die Selbsttests wöchentlich durchzuführen. Sein Verband sei auch für eine Regelung nach österreichischem Vorbild offen, wo der Schulbesuch von negativen Selbsttests abhängig ist.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Corona-Krise: Herbeigequälter Konsens

Kommentar von Thomas Fricker

Zu herbeigequält wirkt der Konsens, dem Gemeinwesen noch einmal drei Wochen des Durchhaltens zuzumuten. Der Hinweis, bei einer stabilen Inzidenz unter 35 würden weitere Lockerungen möglich, bleibt für Handel und Gastronomie zu vage. Auch Kulturschaffende hätten verbindlichere Perspektiven gebraucht. Bei den Schulöffnungen zeichnet sich heilloses Durcheinander ab. Nichts gegen regionale Unterschiede im Umgang mit Corona. Aber diese sollten sich an Infektionslagen orientieren und nicht an föderalem Wildwuchs, der in diesem Fall Verwirrung und Frust produziert. Offenbar stoßen auch die politisch Verantwortlichen zunehmend an ihre Grenzen. Kurzatmigkeit ist kein gutes Zeichen für eine Republik unter Stress. http://www.mehr.bz/khs42i

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

ndDerTag: Kommentar zur wiederbelebten 35er-Inzidenz

Dank der Bund-Länder-Beschlüsse gibt es eine Wiederbegegnung mit einer fast schon vergessenen Bekannten. Die Sieben-Tage-Inzidenz 35 wurde unter dem Vorwand der Virusmutationen reanimiert: Erst wenn stabil nicht mehr als 35 Neuansteckungen je 100 000 Einwohnern in einer Woche gemeldet werden, können Lockerungsmaßnahmen kommen. Der Wert soll Maß dafür sein, ob Gesundheitsämter die Kontakte von Infizierten noch nachverfolgen können. Über 50, hieß es zuvor lange, wäre das nicht mehr zu schaffen. Mit der 35 könnte der öffentliche Gesundheitsdienst dem Ansteckungsgeschehen noch auf der Spur bleiben und Quarantänemaßnahmen verhängen.

Aber Pandemie ist nicht erst seit gestern. Die Gesundheitsämter scheinen wenig mehr belastbar als am ersten Tag, personelle Hilfe der Bundeswehr und anderer Verwaltungen hin oder her. Die vorgesehene und empfohlene Software sei erst in 30 Prozent der Ämter im Einsatz, hieß es im Januar. Die wollten nichts an ihren (analogen) Abläufen ändern, wenn die erst einmal eingespielt sind, so eine Erklärung. Die Unbeweglichkeit der Ämter, ihre Scheu vor der Digitalisierung, soll also am Ende mit darüber entscheiden, ob es überhaupt absehbar Lockerungen gibt? Es ist bezeichnend, dass sich Bund und Länder mit ihrer Aufwertung der 35 ebenfalls darauf zurückziehen.

Monat um Monat ist verstrichen, ohne dass sich der öffentliche Gesundheitsdienst – trotz verschiedener, auch finanzieller Unterstützung – erneuert hätte. Schon gibt es Politiker, die für eine 10er- oder 25er-Inzidenz votieren. Scheinbar will die Bundesregierung nur eines vermeiden: beim Öffnen scheitern und das auch noch direkt vor der Bundestagswahl. Deshalb Lockdown bis Anfang September. Grenzwerte sind ja flexibel einsetzbar.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Corona/Öffnungsdebatte

Die Rufe nach Öffnung haben eine Stimmung erzeugt, die die Politik nun durch die Öffnung der Friseurläden dämpfen will – reine Symbolpolitik. Gibt es eigentlich Versuche, die wirkungslose App zur zielgenauen Verfolgung des Virus nutzbar zu machen? Oder nimmt die Politik lieber ein Lockdown-Dauerabo in Kauf als Ärger mit dem Datenschutz? Die Versäumnisse sind groß, lassen sich aber nicht durch Nachgiebigkeit gegenüber wohlfeilen Lockerungsforderungen beheben. Denn manche Wirtschaftsfunktionäre schielen vor allem auf Beifall ihrer Mitglieder.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Die neuen Corona-Beschlüsse

Schadensbegrenzung, mehr nicht. Von Ingo Kalischek.

Es ist wahrlich nicht der große, visionäre Wurf und kein Befreiungsschlag, den uns die Politiker mit den neuen Corona-Beschlüssen verkaufen, sondern eher das Prinzip Schadensbegrenzung. Mal wieder. Das schmerzt, wenn wir uns vor Augen führen, dass es vor genau einem Jahr in Deutschland schon erste offizielle Corona-Fälle gab.

Wie oft wurde bereits vom Licht am Ende des Tunnels gesprochen? Doch der Tunnel wird länger und länger. Wir treten auf der Stelle. Eine Öffnungsstrategie haben uns die Politiker erneut nicht serviert, aber zumindest eine kleine Perspektive aufgezeigt, die nicht nur auf ein Datum blickt, sondern sich auch auf Inzidenzen bezieht. Der neue Wert von 35 kommt aber aus dem Nichts und erscheint willkürlich. Dass die Politik aktuell besonders vorsichtig agiert, ist in Ansätzen verständlich. Sie wird heute scharf dafür kritisiert, Ende Oktober beim Lockdown light zu lasch und zu spät agiert zu haben. Damals sahen das nur wenige so; heute wissen wir alle es besser. Der wichtigste Grund für das Zögern und Zaudern ist aber, dass wir einfach noch viel zu wenig über die Mutationen wissen. Umso wichtiger ist es, so schnell wie möglich mehr Daten zu bekommen. Die könnten immerhin für etwas mehr Verständnis in der frustrierten Bevölkerung sorgen. Solange diese Daten fehlen, wird es sehr schwer werden, die Bürger von weiteren Eingriffen zu überzeugen, während die Infektionszahlen und schweren Covid-Fälle in den Krankenhäusern seit Wochen weniger werden. Immer neue Warnungen vor einer dritten Welle ohne hinreichende Infos und Erklärungen wollen die Menschen auf Dauer nicht mehr hören. Und dass Friseure nun zum 1. März öffnen, dürfte eine Neid-Debatte ins Rollen bringen. Warum sie – und andere nicht?

Eine gute Nachricht ist immerhin, dass die Grundschulen und Förderschulen schrittweise wieder öffnen dürfen. Je jünger die Schüler, desto größer ihr Betreuungsbedarf. Familien werden etwas entlastet. Die jetzt angekündigten Wechselmodelle haben Opposition und Schulen in NRW seit Monaten erfolglos gefordert. Das muss sich Schulministerin Yvonne Gebauer eingestehen.

Wenn die Schulen nun wieder voller werden und dort verstärkt getestet wird, wächst das Risiko, dass auch die Infektionszahlen wieder steigen werden. Und dann? Den Lockdown seit November das sechste Mal verlängern? Der Wunsch nach einer konkreten Öffnungsperspektive ist allzu verständlich, doch der Ärger wäre noch größer, wenn Termine und Lockerungen nach wenigen Tagen wieder zurückgenommen werden müssten. Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Passend zum Wetter könnte man sagen: Die Politik hat sich festgefahren.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) – www.nw.de

MZ zu Corona und Schulen

Wahr ist: Jeder Tag der Schulschließung bringt neue Bildungsungerechtigkeit – und das würde auch dann gelten, wenn der Digitalunterricht deutlich besser wäre, als er in den meisten Fällen ist. Wer zu Hause nicht so gut gefördert werden kann, wer keinen ruhigen Platz zum Lernen hat, ist der Verlierer in dieser Situation. Das Problem ist nur: Die Pandemie interessiert es nicht, ob sich die ohnehin viel zu große Bildungsungerechtigkeit in unserem Land noch vergrößert. Vieles wird sich nur im Nachhinein durch gezielte Förderprogramme für schwächere Schülerinnen und Schüler abmildern lassen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

ndDerTag: Medizinethiker Ernst Luther will keine Sonderrechte für Geimpfte

Der renommierte Medizinethiker Ernst Luther aus Halle (Saale) begrüßt die Ende vergangener Woche gegebenen Empfehlungen des Deutschen Ethikrates, der von Sonderrechten für bereits gegen Corona geimpfte Menschen abriet. „Der Grundgedanke der Ethik sollte sein: Das Leben des Menschen ist unverfügbar und im Gleichklang zum Grundgesetz. Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“, betonte der Wissenschaftler, der die erste deutsche Professur für Ethik in der Medizin innehatte, in einem Interview mit der überregionalen Tageszeitung „nd.DerTag“ (Freitagausgabe) .

Der bis 1992 an der Martin-Luther-Universität lehrende Forscher nennt zudem die von der Vorsitzenden des Ethikrates, Alena Buyx, geäußerte Einschränkung hinsichtlich freier Wahl des Impfstoffes „ein Zeichen von Verantwortung. So lange noch ein viel beklagter Mangel an Impfstoff existiert, geht es um Hilfe für alle. In weiterer Zukunft kann es eine andere Sicht geben.“

Luther, der Anfang der 2000er Jahre der Ethik-Kommission des Deutschen Bundestages angehörte, beklagt unerbittliche Konkurrenz im Kampf um die Verteilung von Impfstoffen zwischen Nord und Süd, sieht jedoch keine essentielle Gefahr, dass solidarisches Verhalten in die Brüche ginge. Eine Prognose, wie lange die Pandemie noch die Menschheit im Würgegriff halten werde, will der Wissenschaftlicher nicht abgeben: „Alle Fachleute halten sich zurück, weil die Daten zur Epidemiologie nicht für eine Prognose ausreichen. Ich mahne zu Geduld, weniger Lautstärke und mehr Empathie für die Betroffenen.“

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

So kann es nicht weitergehen

Stufenpläne können den Menschen eine längerfristige Perspektive für ein Leben mit dem Virus bieten. Von Markus Decker.

Am Mittwoch traten die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten der Länder – zum wievielten Mal eigentlich? – zusammen, um über den weiteren Umgang mit der Corona-Krise zu sprechen. Dabei kam heraus, was zu erwarten war: Der Lockdown wird verlängert. Zwar sind Abstufungen geplant – allen voran für Schulen und Kindergärten, für die die Länder ohnehin Verantwortung tragen, sowie für Friseure. Der Rest der Republik aber soll so eingefroren bleiben, wie das Wetter jetzt Seen und Flüsse einfrieren lässt.

Das ist einerseits richtig und eine Lehre aus dem Herbst, als viele Ministerpräsidenten noch weniger wollten, was Angela Merkel wollte: dichtmachen. Dabei lehrt der Blick nach England oder nach Portugal, wie schlimm es unverändert werden kann. Jede vorzeitige Lockerung kann im Lichte gefährlicher Mutanten zu einer medizinischen Katastrophe führen.

Was am Mittwoch vereinbart wurde, ist ein vernünftiger Kompromiss – vorausgesetzt, die Länder verhalten sich in der Schulpolitik nun genauso vernünftig. Andererseits hat die jüngste Ministerpräsidentenkonferenz gezeigt, was bereits die vorherigen Ministerpräsidentenkonferenzen zeigten: So, wie es ist, kann es nicht bleiben.

Bis zuletzt sind alle davon ausgegangen, dass wir die Seuche in Bälde hinter uns haben. Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Experten sagen, dass sich hinter der abflauenden zweiten Welle bereits die dritte Welle aufbaut – mit infektiöseren und offenbar auch tödlicheren Mutanten. Das bedeutet, dass sich der aktuelle Lockdown nach ersten Lockerungen schnell als nutzlos herausstellen könnte.

Dies ist auch der Grund, warum die Inzidenz-Zielmarke von 50 auf 35 abgesenkt wurde. Zugleich erweist sich der Impfstoff von Astrazeneca bei der Bekämpfung von Mutanten als nicht ausreichend effektiv. Niemand kann ausschließen, dass andere Vakzine irgendwann ebenfalls in die Knie gehen.

Man kann versuchen, dem mit einem No-Covid-Kurs zu begegnen. Die Zielmarke 35 ist näher an der 0 als die Zielmarke 50. Doch ob der No-Covid-Kurs in einer globalisierten Welt komplexer Industriegesellschaften auf Dauer durchhaltbar ist, muss bezweifelt werden. Was sich Virologen wünschen, ist für vom Lockdown existenziell Betroffene ein Albtraum. Und für Politiker erst recht.

So führt womöglich kein Weg daran vorbei, dauerhaft – also bis 2022 oder länger – mit dem Virus zu leben. Dafür bieten sich die jetzt diskutierten Stufenpläne an – vorausgesetzt, sie sind streng genug. Solche Pläne böten allen Beteiligten eine längerfristige Perspektive. Ein erstrebenswertes Ziel, nämlich niedrige Infektionszahlen, würde gekoppelt an die Motivation der Bürger, dieses Ziel auch zu erreichen. Verheißungen wie der Besuch eines Friseurs, eines Restaurants oder eines Konzerts könnten durch Disziplin im Alltag errungen werden.

Es wäre falsch, weiter im Rhythmus von Ministerpräsidentenkonferenzen zu lockern oder zu schließen. Das macht die Republik kirre. Überdies ist das Gremium im Grundgesetz gar nicht vorgesehen und damit demokratisch nur bedingt legitimiert. Es agiert auch viel zu kurzatmig. Und schließlich werden dort gefasste Beschlüsse im Anschluss von einzelnen Ländern wieder aufgeweicht. Ein gemeinsamer Krisenstab von Bund und Ländern, der ein ruhigeres Agieren erleichtern würde, existiert skandalöserweise bis heute nicht. Bei der Bevölkerung entsteht so der Eindruck von Chaos und Willkür. Angesichts der Tatsache, dass viele Eltern, Gewerbetreibende und Kulturschaffende am Ende ihrer psychischen Kräfte und ihrer finanziellen Möglichkeiten sind, sollten sich die Verantwortlichen diesen Eindruck nicht leisten.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Söders Bremsen muss anspornen

Das Entschärfen der Hotspots an der Grenze braucht oberste Priorität. Hubert Aiwanger bleibt beim Lockern nur ein Teilsieg, der aber viele Menschen betrifft.

Vorsicht bleibt für Bayerns Regierungschef Markus Söder in der Corona-Pandemie das beherrschende Motiv. Das nun zarte Versprechen, Beschränkungen bei weiter sinkenden Sieben-Tages-Inzidenzen im abgestuften Verfahren zu beenden, war deshalb mit einem kräftigen Aber verknüpft. Virus-Mutanten, die in den Grenzlandkreisen Tirschenreuth, Wunsiedel und Hof für eine wachsende Zahl an Neuinfektionen verantwortlich sind, setzen ein riesiges Fragezeichen hinter alle Lockerungsszenarien. Ein Hoffnungsdämpfer, der bei Bürgern aber auf keinen Fall zu Resignation führen darf. Im Gegenteil.

Gerade jetzt müssen alle Hebel gezogen werden, um die Inzidenzen im Landesschnitt auf die Zielmarke 35 zu drücken. Im Fokus stehen dabei die bayerischen Hotspots, die fast alle an das Hochinzidenzgebiet Tschechien grenzen. Es ist klar: 35 wird nur dann zu erreichen sein, wenn der Grenzverkehr nicht das zentrale Corona-Problem bleibt.

Die gute Botschaft ist: Das Problem ist auf allen Ebenen erkannt: Söder drängt exakt aus diesem Grund auf intensive Grenzkontrollen. Sie würden einen großen Schwachpunkt beseitigen: Denn es mangelt nicht an ausgefeilten Sicherheitsvorschriften – Quarantäneverordnungen, Testpflichten und andere Einreiseregeln lassen kaum noch Lücken. Sinnvolle Maßnahmen müssen allerdings parallel überwacht werden, damit sie wirklich greifen. Das gilt auch für die neue „Pendlerquarantäne“, mit der die Grenzlandkreise Cham und Tirschenreuth soeben angeordnet haben, dass Grenzgängern nur mehr der direkte Weg zum Arbeits- oder Studienplatz gestattet ist.

Es geht in dieser kritischen Phase darum, dem Virus wenig Freiräume zu lassen, damit sich nicht schleichend eine dritte Corona-Welle aufbauen kann. Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger, der bis zuletzt gegenüber Koalitionspartner Söder auf frühere und weitreichendere Lockerungen drängte, hat für den Moment beigedreht und übt sich nochmals in Geduld – bekanntermaßen nicht seine stärkste Disziplin. Wenigstens einen Teilsieg kann er für sich verbuchen: Die Ausgangsbeschränkung ab 21 Uhr fällt in weiten Teilen des Freistaats weg – überall dort, wo die Sieben-Tages-Inzidenz unter 100 gefallen ist.

Söder zieht damit allerdings auch in letzter Minute die Notbremse: Gerichte hätten die landesweite Regelung sicher bald gekippt. Wie ließe sich etwa rechtfertigen, dass Regensburger Bürger bei einer Inzidenz von knapp 25 quasi zum abendlichen Hausarrest verdonnert sind.

Der Kampf gegen das Virus bleibt mühsam. Nächtliche Ausgangsbeschränkungen wiegen dabei fast nichts im Vergleich zu dem, was Einzelhändler, Kulturschaffende oder Gastwirte ertragen müssen, die weiter darüber im Unklaren sind, wann ihr Leben in normalere Bahnen zurückfindet. Der Preis ist für viele immens. Nichtsdestotrotz: Der zweite Lockdown wirkt. Auf der Corona-Karte des Landesamtes für Gesundheit waren am Donnerstag schon elf bayerische Städte und Landkreise in jenes helle Grün getaucht, das für Inzidenzen unter 35 steht. 27 weitere Kommunen waren gelb gefärbt, haben also eine Inzidenz unter 50.

Für diesen Erfolg steht auch Söder, der immer auf Vorsicht beharrt hat. Er ist damit allerdings inzwischen bei corona-müden Bürger zur Reizfigur mutiert. In sozialen Netzwerken wird der CSU-Chef mit üblen Verwünschungen überzogen. Ein scharfer Kontrast zum Frühjahr und Sommer 2020, als er wegen seiner klaren Linie plötzlich parteiübergreifend als Lichtfigur galt und man kaum aus dem Staunen herauskam, wer ihn plötzlich alles klasse fand. Wirklich fair ist das nicht. Obwohl es damals zu viel des Lobs war: Nun ist es zu wenig.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Umwelt

ndDerTag: Hauptstadtflughafen BER ist eine Todesfalle für Vögel

Die Glasfassade des im Herbst 2020 eröffneten Berliner Flughafens BER ist eine tödliche Gefahr für Vögel. „Bei einer Begehung am 18. Januar haben wir mindestens 100 Anprallspuren von Vögeln gezählt“, sagte Claudia Wegworth vom Umweltverband BUND Berlin der in Berlin erscheinenden Tageszeitung „nd.Der Tag“ (Freitagsausgabe). „Wenn Glasflächen Blicke auf die Umgebung zulassen oder diese spiegeln, fehlt Vögeln jeder Hinweis darauf, dass es sich um ein Hindernis handeln könnte“, erläutert die Vogelschutzexpertin. „Federfunde und Fotos belegen, dass unter den verunglückten Tieren auch weitere geschützte Arten wie Waldkauz, Singdrossel, Rotkehlchen und Blaumeise sind“, berichtet Wegworth. Besonders gravierend sei das Problem der Massenanflüge von Zugvögeln, bei denen bereits 2012 nachweislich zahlreiche Rotkehlchen und Singdrosseln am Terminalgebäude zu Tode gekommen seien, so die Expertin.

„Das Problem mit den Vögeln ist uns bekannt, es tritt an vielen Gebäuden mit großen Glasfassaden auf“, so die Sprecherin der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB), Sabine Deckwerth, auf nd-Anfrage. Die FBB nehme das Problem ernst und bedauere die Vogelkollisionen. Man habe mit den Flughafenexperten bereits Maßnahmen ergriffen und Flächen mit speziellen Folien beklebt. „Sollte sich dieses Verfahren bewähren, werden weitere Flächen beklebt“, so Deckwerth. „Was auch immer passiert oder notwendig ist: Es wird horrende Kosten nach sich ziehen. Man hätte den Vogelschutz bei der Planung berücksichtigen müssen“, kritisiert Claudia Wegworth.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Insektenschutz: Umweltministerin Schulze will bei EU-Agrarmilliarden umschichten

100 Millionen Euro mehr für Insektenschutz – Union will im Bundestag bei Insektenpaket nachverhandeln

Osnabrück. Bundesumweltministerin Svenja Schulze will durch Umschichtung bei den milliardenschweren EU-Agrarsubventionen zusätzliche Mittel für Insektenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft freischlagen. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf eine Protokollnotiz der Ministerin zum Mittwoch beschlossenen Insektenschutz-Paket der Bundesregierung. Bislang werden sechs Prozent der Gelder entsprechend von der ersten Säule, aus der Direktzahlungen pro Hektar geleistet werden, in die zweite Säule umgeleitet. Schulze fordert, die Umschichtung für das Jahr 2022 auf mindestens acht Prozent zu erhöhen. Das entspräche fast 100 Millionen Euro, die für zusätzliche Umweltmaßnahmen zur Verfügung stünden. Rechtlich möglich wäre eine Umschichtung von maximal 15 Prozent. In der Protokollnotiz betont Schulze: „Diese zusätzlichen Mittel sollen zweckgebunden für den Insektenschutz und für Ausgleichszahlungen in Fauna-Flora-Habitat-Gebieten genutzt werden.“ Ökologische Leistungen der Landwirte müssten entsprechend honoriert werden, fordert Schulze.

Noch ist indes unklar, ob das umstrittene Paket auch so in Kraft tritt wie vom Kabinett am Mittwoch beschlossen. Die Unionsfraktion im Bundestag will nach dem Bericht der „NOZ“ an einigen Stellen nachverhandeln. Das geht aus einem Brief der Agrarpolitiker Gitta Connemann und Albert Stegemann an ihre Fraktion hervor, auf den sich das Blatt beruft. Es gebe im Entwurf zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes „zentrale Punkte, die wir so nicht mittragen können.“ So will die Union beispielsweise erreichen, dass Landwirte einen gesetzlichen Anspruch auf Entschädigung erhalten, wenn die Vorgaben zum Insektenschutz zu stark in ihre Arbeit eingreifen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Unionspolitiker*innen grätschen den Verhandlungen zum Insektenschutz erneut von hinten in die Beine und und wollen die „Arbeit von Landwirt*innen“ über den Insektenschutz stellen, bzw. sie finanziell für den Mehraufwand zum Schutz der Insekten entschädigen. Kein Witz. Also keine Strafe für Missachtung, sondern Geldmittel, wenn „die Vorgaben zum Insektenschutz zu stark in die Arbeit eingreifen.“ So schwammig, so gut – also für die Industrie. „Arbeit von Landwirt*innen“ setze ich mal in Anführungszeichen, denn Landwirt*innen ist bewusst, dass Insektenschutz wichtig ist, denn noch bestäuben und befruchten sie ihre Pflanzen nicht selbst, das machen noch immer Insekten. Wenn Insektenschutz aufgeweicht wird, dann nicht für Landwirt*innen, sondern für die Agrarindustrie, also für diejenigen, die maßgeblich für das Insektensterben verantwortlich sind. Nachtigall, ick hör dir trapsen. Also noch, denn durch das massive Insektensterben gibt es auch ein Vogelsterben.

NRW bleibt Stauland Nummer eins

Das System ist weiter überlastet. Von Matthias Bungeroth.

Das Corona-Jahr hat dafür gesorgt, dass die Staus auf den Autobahnen in Deutschland 2020 kräftig zurückgegangen sind. Es gab laut ADAC 28 Prozent weniger Stauereignisse, die Staulänge sank um 52 Prozent. Das bedeutet immer noch die Zahl von rund 680.000 Kilometern. Deshalb können diese Daten auch kein Anlass sein, für den Verkehrssektor Entwarnung zu geben. Gerade Nordrhein-Westfalen bleibt das Stauland Nummer eins in Deutschland. Rund ein Drittel aller Stauereignisse und der Staukilometer entfielen auf das Autobahnnetz im bevölkerungsreichsten Bundesland. Das zeigt: Das System ist weiter überlastet, vor allem wenn man bedenkt, wie viel an der Instandhaltung in den kommenden Jahren noch zu tun ist. Der ADAC nennt den Zustand der Autobahnbrücken in NRW „katastrophal“.

Während diese Arbeiten unter Regie der neuen Autobahn GmbH des Bundes mit Hochdruck weitergehen müssen, ist es notwendig, die Verkehrswende voranzutreiben.

Dazu gehören gut ausgebaute und günstige Angebote des ÖPNV, ein stark zu verbesserndes Radwegenetz, die Vermeidung unnötiger Fahrten, etwa durch mehr Homeoffice, oder das Reduzieren von Touren zu Stoßzeiten.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) – www.nw.de

Wirtschaft

Erleichterung

Ein Kommentar von Annette Becker zu Thyssenkrupp

Endlich! Ein tiefer Seufzer der Erleichterung ob der guten Entwicklung im Auftaktquartal war nicht nur aus der Essener Thyssenkrupp-Zentrale zu vernehmen, sondern auch von der Börse. Mit einem Kurssprung um in der Spitze 9 Prozent katapultierten die Investoren die Aktie des angeschlagenen Traditionskonzerns an die Spitze im MDax. Gefeiert wurde, dass Thyssenkrupp dank der breiten wirtschaftlichen Erholung – allen voran in der Autoindustrie – zumindest operativ wieder schwarze Zahlen schreibt.

Und zwar nicht nur in einem einzelnen (Ausnahme-)Quartal. Nein, diesmal meint es Thyssenkrupp ernst und fasst nun sogar für das gesamte Geschäftsjahr „ein nahezu ausgeglichenes“ operatives Ergebnis ins Auge. Darin nicht berücksichtigt sind freilich Restrukturierungsaufwendungen, die abermals mit einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen und damit unter dem Strich erneut einen hohen dreistelligen Millionenverlust bescheren. Bemerkenswert ist jedoch, dass mit Ausnahme der Abwicklungseinheit Multi Tracks in allen übrigen Sparten die Rückkehr in die Gewinnzone gelingen soll. Selbst für das größte Sorgenkind, die Stahlsparte, wird ein ausgeglichenes Ergebnis in Aussicht gestellt. Natürlich ist Thyssenkrupp dafür auf konjunkturellen Rückenwind und das Ausbleiben pandemiebedingter Rückschläge angewiesen. Doch zeigt der Quartalsbericht eben auch, dass in den zurückliegenden anderthalb Jahren echte Fortschritte auf der Kostenseite gemacht wurden.

Ist Thyssenkrupp also über den Berg? Bei weitem nicht, wie sich unter anderem an der äußerst dürftigen operativen Marge von 1 Prozent ablesen lässt. An dieser Stelle gibt sich der Vorstand aber glücklicherweise auch keinen Tagträumereien hin. Oberste Priorität bleibt, die Wettbewerbsfähigkeit der Ge­schäfte, die dauerhaft unter dem Dach von Thyssenkrupp verbleiben sollen, wiederherzustellen. Damit dies gelingt, sind neben Kostenschnitten allerdings auch umfangreiche Investitionen, wie sie jetzt beispielsweise für die Stahlsparte freigegeben wurden, erforderlich.

Genau an diesem Punkt liegt die eigentliche Herausforderung für Thyssenkrupp. Denn für Investitionen und Restrukturierung sind nur die Mittel vorhanden, die der Verkauf der Aufzugssparte einbrachte. Das derzeit noch üppig bestückte Liquiditätspolster schmilzt absehbar dahin. Sind die Mittel aufgebraucht, bevor die Geschäfte wieder auf Vordermann gebracht sind, gehen nicht nur bei Multi Tracks die Lichter aus.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Finanzen

Späte Kopie

Kommentar zur Commerzbank von Bernd Neubacher

Wenn Banken auf dem Deckblatt ihrer Präsentation zum Jahresergebnis nichts anderes herauszustreichen wissen als die Stärke ihrer Kapitaldecke, wie am Donnerstag die Commerzbank, dann tun Anleger in der Regel gut daran, die Beine in die Hand zu nehmen: Um 6% ist denn auch der Kurs auf Xetra abgeschmiert. Der Hinweis auf eine Eigenkapitalrendite von minus 40% hätte dies wohl auch nicht verhindert. Allerdings geht der bereits angekündigte Konzernverlust von 2,9 Mrd. Euro, der erste seit 2012, vor allem auf Restrukturierungskosten im Zuge des anstehenden Umbaus der Bank und Goodwill-Abschreibungen zurück. Überhaupt hat das neue Management die Chance zum Kehraus genutzt, im Massengeschäft 340.000 Karteileichen aussortiert sowie darauf hingewiesen, dass nochmals eine halbe Million von nun noch knapp 11,5 Millionen Konten bei Commerzbank und Comdirect parallel unterhält, was den Erfolg der Akquise unter dem alten Management nochmals relativiert.

Mehr noch als die Reaktion auf das Jahresergebnis spiegelt der Kursverlust Enttäuschung darüber wider, dass weder morgens im Analysten-Call und der Bilanzpressekonferenz noch nachmittags in der Investorenkonferenz hinreichend konkret geworden ist, wie die Commerzbank bis 2024 etwa ihren Zinsüberschuss um 8% und den Provisionsertrag um 15% hochziehen will, während sie zugleich ein Fünftel ihrer Kosten kürzt.

Die Einsparungen, die vor allem die Eigenkapitalrendite in diesen vier Jahren auf 7% hieven sollen, sind Manfred Knof auch in dieser Drastik wohl zuzutrauen. Die dazu nötige Humorlosigkeit besitzt er augenscheinlich, ebenso Aufsichtsratschef Hans-Jörg Vetter, dem nachgesagt wird, er hätte schon als Chef der Landesbank Baden-Württemberg am liebsten den Aufwand auf null gedrückt. Die Ertragsplanung ist im Dauerzinstief die höhere Hürde, zumal die Bank das eigene Research zu Aktien sowie deren Handel kappt und stattdessen Kooperationen anstrebt.

Aus Sicht des Managements mag es keinen anderen Weg als diesen Kostenkurs geben, und nach elf Jahren Wachstumsstrategie unter Knofs Vorgängern Zielke und Blessing ist es auch an der Zeit, die Ansprüche der Realität anzupassen. Durch die Brille des Anlegers betrachtet aber ahmt die Commerzbank, vom Kostenfokus bis zur Reduktion des Aktiengeschäfts, den selben Umbau nach, den die Deutsche Bank schon 2019 begonnen hat – diese allerdings mit einer Investmentbank, die den blauen Konzern derzeit durch die Krise trägt.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Politik

Giffey: SPD-Spitze muss sich Scholz voll unterordnen

Familienministerin fordert absolutes „Prä“ für den Kanzlerkandidaten – „Nur so kann der Wahlkampf gelingen“ – „Ideologien helfen nicht weiter“

Osnabrück. Berlins SPD-Landeschefin Franziska Giffey hat die Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans aufgerufen, sich im Wahlkampf dem Kandidaten Olaf Scholz ganz unterzuordnen. „Wir haben einen Kanzlerkandidaten, und der hat für alles das Prä. Dieser eine Kandidat steht ganz vorne. Was Olaf Scholz vertritt, ist maßgeblich für die SPD-Politik. Nur so kann der Wahlkampf gelingen“, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ).

Versuche von Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans, linke Akzente zu setzen, hält Giffey für wenig zielführend. „Die Menschen wünschen sich eine pragmatische, bürgernahe Politik. Es geht darum, Lösungen für die Krise aufzeigen und wie es danach weitergeht“, sagte Giffey, die selbst als SPD-Spitzenkandidatin bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin antritt. „Ideologien helfen nicht weiter, das ist meine feste Überzeugung, und das gilt für die Bundespolitik und auch für meinen Wahlkampf in Berlin.“

Auf Nachfrage zu Versuchen ihrer Partei, die Union wegen der Impfstoff-Knappheit unter Druck zu setzen, sagte Giffey: „Meine Überzeugung: Man kommt nur weiter, wenn man sagt, wofür man selber steht. Wir sollten als SPD viel deutlicher machen, was es alles nicht gäbe, wenn wir nicht mitregieren würden.“ Sie nannte etwa den Kinderbonus, Erleichterungen beim Kinderzuschlag, die Verbesserungen fürs Elterngeld und das Kurzarbeitergeld für Millionen Menschen als „sozialdemokratische Errungenschaften“ der Corona-Politik und fügte hinzu: „Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, dass meine Partei in Umfragen trotzdem nicht vom Fleck kommt. Vielleicht würde manches erst sichtbar werden, wenn es nicht mehr da wäre.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Die Familienministerin Franziska Giffey wirft den Parteivorsitzenden der SPD, also der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, die früher mal „Arbeiterpartei“ genannt wurde und mittlerweile im Umfragetief dümpelt, seit der Gazprom-Mitarbeiter Gerhard Schröder vor Jahren der deutschen Sozialdemokratie den Todesstoß versetzte, sie würden linke Akzente setzen. Dabei sind es genau solche Fehldeutungen von Mandatstragenden wie Giffey, die zur Abkehr der Basis führen. Wer die Basis ignoriert, wird von der Basis ignoriert.

Giffey wirft Hessen und Baden-Württemberg Blockade von Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung vor

Familienministerin: Länder haben sich quergestellt – Corona-Pandemie zeigt Bedeutung von Betreuungsangebot

Osnabrück. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat den schwarz-grün und grün-schwarz regierten Ländern eine Blockade des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung von Schulkindern vorgeworfen. Der Gesetzentwurf sei so gut wie fertig, der Bund übernehme viele Kosten und ermögliche eine schrittweise Einführung, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Trotzdem haben sich zuletzt vor allem Hessen und Baden-Württemberg quergestellt. Dabei gibt es auch in den westdeutschen Flächenländern unzählige Familien, die dringend eine Ganztagsbetreuung wollen und brauchen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen.“

Die Einführung der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder haben SPD und Union im Koalitionsvertrag vereinbart. „Es fehlt die Einigung mit den Ländern. Das Recht auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter wird von einigen ausgebremst“, kritisierte Giffey. Dabei zeige Corona die Dringlichkeit. „Es ist doch gerade auch in der Pandemie deutlich geworden, wie wichtig eine funktionierende und gute Betreuungsinfrastruktur ist“, sagte die SPD-Politikerin. Auch die Wirtschaft erwarte Verbesserungen.

„Knackpunkt bleibt der politische Wille, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu einer Priorität zu machen und auch Geld dafür bereitzustellen“, so Giffey. Ein Streitpunkt sei, dass die Länder eine noch höhere Kostenbeteiligung vom Bund einfordern, besonders für das Personal. „Aber Personal ist nun mal ganz klar Aufgabe der Länder, und der Bund kann nicht alles übernehmen“, sagte die Ministerin.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Welt

USA

MZ zu Trump und Impeachment

Donald Trump hat den Boden für Hass und Terror bereitet. Er hat das Phantasma eines Wahlbetrugs in die Köpfe gehämmert und die aufgehetzten Massen zum Kapitol geschickt. Selbst als die Polizei verzweifelt Hilferufe funkte, unternahm er nichts. Ganz gleich, wie am Ende über das Impeachment entschieden wird – das Urteil der Geschichte steht fest: In die wird der 45. Präsident der USA als Demokratiefeind eingehen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Erdrückende Beweise

Wer das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump mit offenem Geist verfolgt hat, kommt an einem Schuldspruch kaum mehr vorbei.

Wer das Impeachment-Verfahren gegen Donald Trump mit offenem Geist verfolgt hat, kommt an einem Schuldspruch kaum mehr vorbei. Zu erdrückend sind die Beweise, die die Hausmanager mit großer Präzision ausgebreitet haben. Brillant verknüpften sie den gescheiterten Mob-Coup am 6. Januar mit der Agitation des Präsidenten, der seine fanatisierten Anhänger über Wochen zur Gewalt angestachelt hat.

Untermauert mit neuem Videomaterial von den Sicherheitskameras ließen die Ankläger keinen Zweifel, wie knapp Vizepräsent Mike Pence, Speakerin Nancy Pelosi und andere Trumps Lynch-Mob entkommen waren. Wäre dies ein Strafprozess, versuchte die Verteidigung nach dem Verlauf des Verfahrens zu diesem Zeitpunkt mildernde Umstände für ihren Mandanten auszuhandeln. Leider folgt ein Impeachment-Verfahren einer anderen Logik. Die Senatoren sind keine unabhängigen Juroren, sondern Politiker, die in erster Linie an ihre eigene Zukunft denken.

Trauma hin oder her, die Angst ist bei vielen Republikanern größer vor der Rache von Trumps Basis als der Mut, das Richtige zu tun. Wenn sie den Anführer des Mob-Coups angesichts dieser Beweislage ungeschoren davonkommen lassen, setzen sie sich selber auf die Anklagebank.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Britische Corona-Mutation: Jetzt sechs bestätigte Fälle

Dem örtlichen Gesundheitsamt wurden heute (11.02.) drei weitere PCR-bestätigte infizierte Remscheider Personen mit der britischen Coronavariante 1.1.7 gemeldet. Zwischen den Personen besteht kein Zusammenhang. Bei welcher Gelegenheit sie sich angesteckt haben und ob sie die Genmutation möglicherweise weitergetragen haben, wird untersucht.

Die sogenannten Differenzierungsergebnisse sind Zufallsbefunde. Ein aus einem Mönchengladbacher Labor stammender Befund ist Ergebnis der 5-prozentigen Genanalyse von Proben, die die Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV) vorsieht. Die beiden anderen bestätigten Mutanten-Fälle wurden in einem Leverkusener Labor entdeckt, das aktuell jede PCR-bestätigte Probe auf eine Genmutation hin überprüft.

Bei drei weiteren Personen aus Remscheid war die britische Mutante bereits nachgewiesen worden.

Quelle: Stadt Remscheid

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!

Greenpeace Remscheid: Onlinevortrag „Klimawandel“

Wie bereits berichtet, gibt es mittlerweile einen Remscheider Greenpeace-Zweig. Die Ortsgruppe lädt zu einem Onlinevortrag in Zoom ein. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.

Klimawandel ist das Thema des Vortrages vom Wuppertaler Physiker Dr. Ralf Weyer, den er für Greenpeace Remscheid online halten wird. Die Veranstaltung findet auf Zoom-Basis statt. Wer dem Vortrag am 16. Februar 2021 ab 18 Uhr beiwohnen möchte, meldet sich vorab per Mail unter gp-remscheid@web.de an, um rechtzeitig die Zugangsdaten zum Vortragsraum zu erhalten.

LINKE zufrieden über Ergebnis

Sehr zufrieden über das im Gespräch zwischen Sportbund Remscheid, SG Hackenberg, BV 1910 Remscheid, dem Remscheider SV, dem FC Remscheid und der Verwaltung am 08.02.2021 erzielte Ergebnis, zeigte sich der Sportpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Remscheider Rat, Peter Lange: „Hier wurde inhaltlich nahezu eins zu eins unser Antrag für den Sportausschuss und den Rat vorab zwischen den beteiligten Parteien vereinbart.“ Deshalb sei es letztlich nicht mehr notwendig gewesen, so Lange, den Antrag noch zur Abstimmung zu stellen, der Sport in Remscheid werde mit dieser Einigung wieder auf eine solide Grundlage gestellt.

Lange kündigte in diesem Zusammenhang an, dass DIE LINKE die inhaltliche Umsetzung des Kompromisses aufmerksam beobachten und natürlich unterstützen werde. Vor dem Hintergrund eines stark ins Wanken geratenen DOC Projektes, sieht DIE LINKE auch die weitere Nutzung des Röntgenstadions als eine realistische und wünschenswerte Option, einen Zwang die für das DOC eingeplanten Grundstücke einer gewerblichen Nutzung zuzuführen gibt es entgegen anders lautender Aussagen nachweislich nicht.

Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht geheim gehaltenes Regierungsdokument

Beleg für Milliardenangebot an US-Regierung für Nord Stream 2 bringt Vizekanzler Scholz und Bundesregierung in Bedrängnis.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) veröffentlicht heute ein bislang geheim gehaltenes Schreiben aus dem August 2020 von Bundesfinanzminister und Vizekanzler Olaf Scholz an seinen damaligen US-amerikanischen Amtskollegen Steven Mnuchin. Darin bietet er an, den Import US-amerikanischen Flüssigerdgases (liquified natural gas, LNG) mit einer Milliarde Euro aus deutschen Steuermitteln zu fördern. Im Gegenzug sollten die USA auf Sanktionen gegen die Fertigstellung der Nord Stream 2-Pipeline verzichten. Über einige Inhalte des Schreibens war schon vergangenes Jahr in der „Zeit“ berichtet worden. Trotz öffentlichen Drucks, einer Anfrage aus dem Bundestag und Anträgen auf Herausgabe durch die DUH hat die Bundesregierung das Dokument und seinen Inhalt bislang aber nicht bestätigt und weiter geheim gehalten. Um den angebotenen Geheimdeal endlich eindeutig belegen zu können, hat sich die DUH zur Veröffentlichung des ihr inzwischen vorliegenden Originaldokuments entschieden. Nur so kann die Öffentlichkeit über das Vorgehen und die wahren Motive der Bundesregierung bezüglich Klimaschutz, Nord Stream 2 und LNG-Terminals aufgeklärt werden. Die Verbraucher- und Umweltschutzorganisation verlangt von Vizekanzler Scholz und der Bundesregierung eine Erklärung für ihr Verhalten sowie Aufklärung, ob das Angebot auch gegenüber der neuen US-Regierung unter Joe Biden aufrechterhalten wird.

„Dass der Import von schmutzigem Fracking-Gas aus den USA mit einer Milliarde Euro unterstützt werden soll, ist ein Skandal.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe

„Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat der Regierung von Donald Trump noch vor wenigen Monaten einen schmutzigen Deal auf Kosten Dritter vorgeschlagen. Die Leidtragenden sind das Klima und der Steuerzahler. Dass der Import von schmutzigem Fracking-Gas aus den USA mit einer Milliarde Euro unterstützt werden soll, ist ein Skandal. Scholz versucht hier ganz offensichtlich, den USA den Verzicht auf Sanktionen gegen die Mega-Pipeline Nord Stream 2 gegen Cash abzukaufen. Die Mär vom privatwirtschaftlichen Gasgeschäft, die die Bundesregierung uns seit Jahren aufzutischen versucht, ist damit endgültig entlarvt. Klimaschutz ist für den Vizekanzler offenbar nur ein Lippenbekenntnis, das diesem Doppel-Deal zugunsten der Gaslobby willfährig geopfert wird. Wir wollen wissen, ob der schmutzige Deal zwischen Scholz und der Trump-Regierung weiter gilt und wie der Bundesfinanzminister der deutschen Bevölkerungen die Verwendung von Steuergeld für dieses durchsichtige Kompensationsgeschäft erklären möchte“, sagt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH.

„Die Bundesregierung opfert den Klimaschutz den fossilen Gasprojekten.“

Constantin Zerger, Leiter Energie und Umweltschutz Deutsche Umwelthilfe

Dem persönlich gehaltenen Schreiben des Bundesfinanzministers ist ein sogenanntes Non-Paper beigefügt. In diesem wird schon in der Überschrift der unmittelbare Zusammenhang zwischen der Nord Stream 2 Pipeline und zwei geplanten Flüssigerdgas-Terminals an der norddeutschen Küste dargestellt. Der Bundesfinanzminister bietet der US-Administration eine Paketlösung aus finanziellen und politischen Maßnahmen zur Unterstützung des Importes von amerikanischem Flüssigerdgas an, das mit der umwelt- und klimaschädlichen Fracking-Methode gewonnen wird. Außerdem offeriert er eine Reihe von Kompensationsmaßnahmen für die vom Bau der Nord Stream 2-Pipeline wirtschaftlich betroffenen Gastransitländer Ukraine und Polen. Im Gegenzug soll die US-Regierung den Weiterbau und Betrieb der Nord Stream 2-Pipeline zulassen und auf den Einsatz bestehender oder zukünftiger Sanktionsmöglichkeiten verzichten. Die klimapolitischen Auswirkungen der genannten fossilen Mega-Projekte werden im Angebot des Bundesfinanzministers ausgeblendet. Alle genannten Gasprojekte werden von der DUH abgelehnt, weil mit ihrem Bau die deutschen Klimaziele nicht mehr erreicht werden können.

„Die Bundesregierung opfert den Klimaschutz den fossilen Gasprojekten. Sie versucht ein extrem umwelt- und klimaschädliches Projekt abzusichern, in dem sie Geld der Steuerzahler verschwendet und damit noch mehr umwelt- und klimaschädliche Erdgas-Infrastruktur baut. Dieser schmutzige Deal hat einen Gegenwert von jährlich rund 130 Millionen Tonnen CO2. Das aberwitzigste dabei ist, dass alle diese Projekte überhaupt nicht benötigt werden, um den Erdgasbedarf Deutschlands zu decken. Der Gasverbrauch ist selbst nach eigenen Prognosen der Bundesregierung rückläufig, Nord Stream 2 und LNG-Terminals damit vollkommen unnötig. Wir verlangen deshalb eine Erklärung der Bundesregierung zu diesem dreisten, unnötigen und verhängnisvollen Bruch der eigenen Klimaverpflichtungen“, sagt Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der DUH.

Hintergrund

Die DUH wehrt sich sowohl gegen den Bau der geplanten LNG-Terminals als auch gegen die Fertigstellung von Nord Stream 2. Zu den geplanten LNG-Standorten Brunsbüttel, Wilhelmshaven und Stade hat die DUH jeweils Rechtsgutachten vorgelegt, in denen die Genehmigungsfähigkeit der Anlagen u.a. aus Klimaschutzgründen widerlegt wird. Alle LNG-Terminals kämpfen mit planerischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die Pläne für Wilhelmshaven wurden inzwischen auf Eis gelegt. Auch gegen den Weiterbau von Nord Stream 2 geht die DUH mit rechtlichen Mitteln vor. Nach Widersprüchen von DUH und NABU wurden die Arbeiten in deutschen Gewässern im Januar gestoppt.

Links

Bund und Länder verlängern Corona-Maßnahmen bis zum 7. März

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden grundsätzlich bis zum 7. März verlängert. Die bisherigen Beschlüsse gelten fort. Das ist das Ergebnis der Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder am Mittwoch.

Mit Blick auf die kommenden Wochen und Monate haben die Kanzlerin und die Regierungschefinnen und -chefs unter anderem dieses weitere Vorgehen festgelegt:

  • Schule und Kitas: Öffnungen in diesem Bereich haben Priorität. Hier soll als erstes schrittweise wieder geöffnet werden. Der Beschluss legt fest: Die einzelnen Bundesländer entscheiden über die schrittweise Rückkehr zum Präsenzunterricht und die Ausweitung desKita-Angebots. „Masken, Lüften und Hygienemaßnahmen werden dabei weiterhin nötig sein“, heißt es im Beschluss. Vermehrt sollen auch Schnelltests den sicheren Unterricht und die Betreuung in Kitas ermöglichen und Infektionsrisiken minimieren.
  • Öffnung von Friseuren ab 1. März: Unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts mit Reservierungen sowie unter Nutzung medizinischer Masken können Friseure ab dem 1. März wieder öffnen.
  • Weitere Öffnungen: Der nächste Öffnungsschritt kann durch die Länder bei einer stabilen Inzidenz von maximal 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner erfolgen. Dieser soll die Öffnung des Einzelhandels mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 20 qm umfassen, darüber hinaus Museen und Galerien sowie die noch geschlossenen körpernahen Dienstleistungsbetriebe.
  • Regionale Regeln bei zu hohen Fallzahlen: In Ländern bzw. Landkreisen, die aufgrund ihrer hohen 7-Tages-Inzidenz weiterhin die Inzidenz von 50 nicht unterschreiten, werden die Länder bzw. Landkreise umfangreiche lokale oder regionale Maßnahmen beibehalten oder ausweiten.

Die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder haben vereinbart, am 3. März 2021 erneut zu beraten.

Der Bund-Länder-Beschluss zum Nachlesen: Zum Nachlesen: Alle Verordnungen rund um Corona

Presseschau 10. Februar 2021

Diese Themen waren am 10. Februar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Corona

Bedenklich

Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz zu Corona und Pflegekräften

Die Corona-Pandemie hat schon so manche Schwachstelle im System offengelegt. Das wurde deutlich, als an die zigtausend Erntehelfer im Frühjahr aufgrund der Grenzschließungen zunächst nicht einreisen konnten. Oder als klar wurde, dass viele Menschen in der Fleischindustrie unter absolut prekären Bedingungen leben und arbeiten. Die osteuropäischen Pflegekräfte sind ein weiteres Beispiel. Als eine wichtige Säule der häuslichen Altenpflege ist die 24-Stunden-Betreuung aus der Pflegelandschaft nicht mehr wegzudenken. Doch das System hat gravierende Mängel. Die Pflegekräfte sprechen oftmals kaum Deutsch und kennen ihre Rechte nicht. Viele haben Arbeitsverträge, die eine 40-Stunden-Woche vorsehen, tatsächlich werden sie aber von den Agenturen für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung in Seniorenhaushalte vermittelt. Arbeitsrechtlich ist das nicht zulässig. Laut Gewerkschaften erhalten die Betreuer für ihren Einsatz dann nicht einmal den Mindestlohn. Die meisten Pflegekräfte sind nicht in Deutschland krankenversichert. Auch für die Privathaushalte, die auf eine Betreuung angewiesen sind, sind die Beschäftigungsmodelle oft intransparent. Dabei liegt ihnen in der Regel sogar sehr daran, dass die Betreuungskräfte für ihre Arbeit ordentlich entlohnt und sozial abgesichert werden. Dass viele erst seit Beginn der Pandemie an der Legalisierung des Arbeitsverhältnisses interessiert sind, ist bedenklich. Ebenso, dass es keine gesetzlichen Regelungen gibt. Wie lange will die Politik hier noch die Augen verschließen?

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Kinder- und Jugendärzte schlagen in Brandbrief an Spahn Alarm

Viele Praxen wegen Corona in „existenziellen Nöten“ – Mehr Unterstützung vom Bund gefordert

Osnabrück. Deutschlands Kinder- und Jugendärzte haben in einem Brandbrief an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor einem Praxen-Sterben wegen der Corona-Pandemie gewarnt und fordern mehr finanzielle Unterstützung vom Bund. Spahns Gesetzentwurf sei „leider in der vorliegenden Form nicht geeignet, die existenziellen Nöte der niedergelassenen Kinder- und Jugendärzte und -ärztinnen ausreichend abzumildern“, heißt es in dem Brief des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) vom 9. Februar, der der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. „Vielen Praxen steht das Wasser bis zum Hals“, sagte BVKJ-Präsident Thomas Fischbach der NOZ.

Als Grund für die akuten Einnahmeausfälle wird ein coronabedingter Rückgang der Behandlungen „zwischen 20 und 40 Prozent“ genannt. Das liege daran, dass wegen der Schutzmaßnahmen weniger Grippepatienten kämen, aber auch viele Arztkontakte mit chronisch kranken Kindern und Jugendlichen sowie Vorsorgetermine aufgrund der aktuellen Pandemie-Empfehlungen nicht wahrgenommen würden.

Zwar will Spahn Umsatzausfälle der Praxen weiter kompensieren, doch der bisherige Rettungsschirm soll – so die Sorge der Kinder- und Jugendärzte – eingeklappt werden. „Wir wären Ihnen zu Dank verpflichtet, wenn Sie dieses Vorhaben nochmals in Hinblick auf seine Auswirkungen überdenken könnten“, schreibt der BVKJ an den Minister. Andernfalls seien viele Praxen gezwungen, Mitarbeiter zu entlassen oder womöglich zu schließen, mit fatalen Folgen. „Wir werden unsere ohnehin knapp aufgestellten Ressourcen nach der Pandemie wieder dringend benötigen und können uns keine weiteren Praxisaufgaben leisten“, so die Warnung des Pädiater-Verbandes.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

„Das ist natürlich scheiße, das tut jedem Kölner im Herzen weh“

Sorge vor wilden Feiern. Comedian Carolin Kebekus bedauert Absage des Kölner Straßenkarnevals.

Die Kölner Comedian Carolin Kebekus hat Sorge, dass sich viele Menschen trotz des abgesagten Straßenkarnevals in Köln treffen, um zu feiern: „Ich hoffe, dass wir das sicherheitsmäßig alles gut hinbekommen“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe). „Vor dem 11.11. hat die Stadt noch richtig viel plakatiert, um zu sagen, dass wir alle zu Hause bleiben. Jetzt sehe ich davon irgendwie gar nichts. Wissen die Kölner, dass Karneval ausfällt? Ist das bei allen angekommen?“

Die Sängerin der „Beer Bitches“ und Präsidentin der alternativen Karnevals-Sitzung „Deine Sitzung“ bedauert die Folgen der Corona-Krise für die karnevalistische Hochburg Köln auch persönlich sehr: „Dass der Straßenkarneval ausfällt, ist natürlich scheiße, das tut jedem Kölner im Herzen weh.“ An Karneval trotzdem zu feiern, sei für sie aber keine Option: „Klar würde man gerne eine Pizza essen gehen oder Leute treffen. Aber jetzt zu sagen: Scheiß drauf, kommt Karneval halt zu uns, da hätte ich viel zu viel Respekt vor, weil ich zu viele Leute kenne, die Corona haben oder hatten. Ein Freund von mir hat seit Monaten keinen Geruchs- und Geschmackssinn mehr. Da fehlen dir zwei komplette Sinnesorgane und das wird noch nicht mal als schwerer Verlauf bezeichnet.“

Karnevals-Konzerte in Autokinos oder Sitzungen im Digitalformat sind für Carolin Kebekus kein Ersatz für jecke Live-Events: „Als Künstler ist es die Höchststrafe, kein Publikum zu haben. Irgendwie gewöhnt man sich zwar daran. Aber das ist kein Dauerzustand und auch finanziell nicht in Ordnung. Von Autokino-Konzerten und Streams kann keiner leben.“

Online unter: https://www.ksta.de/koeln/vier-frauen-zum-koelner-karneval–die-maenner-wollen-ihre-privilegien-nicht-aufgeben–38046604

Giffey fordert Selbsttest-Offensive für Schulöffnungen

Familienministerin: Länder müssen alles in Bewegung setzen, um Selbsttests sofort nach Zulassung massenhaft einzusetzen – „Wir dürfen keinen Tag verlieren“

Osnabrück. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat vor dem Corona-Gipfel eine Selbsttest-Offensive der Bundesländer gefordert, um Kitas und Schulen trotz der Virusgefahr rasch öffnen zu können. „Schnelltests sind eine riesige Chance für die Öffnungsstrategien“, sagte Giffey im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Schon seit dem 2. Februar sind Schnelltests zur Anwendung auch durch nicht medizinisches Personal mit Schulungsvideo zugelassen. In Potsdam und Bremen werden sie bereits eingesetzt, Berlin hat solche Tests bestellt, auch Österreich macht es ja vor“, sagte die Ministerin der NOZ. Und die Zulassung mehrerer einfach handhabbarer Schnelltests zur Selbstanwendung durch Laien sei in Vorbereitung und werde in den nächsten Wochen erwartet.

Sobald eine Stadt, ein Landkreis oder eine Region die Schnelltestung des Personals und weitere Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen gewährleisten könnten und die Inzidenz niedrig sei, „können auch Kitas und Schulen schrittweise wieder öffnen“, sagte Giffey. „Mein Appell an die Länder ist: Der breite Einsatz dieser Schnelltests muss jetzt vorbereitet werden, damit sie sofort genutzt werden können, wenn sie zugelassen und verfügbar sind“, sagte die Ministerin. „Hier sollten die Länder wirklich alles in Bewegung setzen.“

Kitas und Schulen müssten mit den Tests ausgestattet werden. In Verbindung mit Masken, Lüften, Abstandhalten und Wechselunterricht „kann das Testen dazu beitragen, dass Bildungseinrichtungen Schritt für Schritt geöffnet werden können. Hier dürfen wir keinen Tag verlieren“, mahnte Giffey zur Eile. „Es darf nicht damit getan sein anzuerkennen, wie schwer es für Kinder und Familien ist. Es sollte jetzt auch ein Weg eingeschlagen werden, um den Kita- und Schulbetrieb sicher wieder hochzufahren.“

Die Selbsttests seien „die Brücke, über die wir rasch aus dem Dilemma zwischen Gesundheitsschutz und Lockdown-Schäden herauskommen, bis ab voraussichtlich Mai auch Lehrerinnen und Lehrer und Erzieherinnen und Erzieher geimpft werden können“. Dazu gehöre aber auch, dass es bei positiv getesteten Personen eine PCR-Nachtestung und eine unmittelbare Verfolgung der Infektionsketten sowie Quarantänemaßnahmen gebe.

Mit Blick auf den Corona-Gipfel an diesem Mittwoch sagte Giffey: „Es wäre gut, wenn sich Bund und Länder auf einen einheitlichen Rahmen für einen Stufenplan einigen könnten mit Kriterien, ab wann eine Rückkehr aus dem Notbetrieb zum eingeschränkten bis hin zum vollständigen Regelbetrieb erfolgen sollte.“ Es müsse aber gleichzeitig möglich sein, dass Länder und Kommunen dann anhand ihrer regionalen Situation selbst entscheiden könnten, wann sie welche Stufe gingen. „Einen solchen Stufenplan hatten wir schon einmal im letzten Frühjahr, und ich finde ihn auch jetzt wieder sinnvoll.“

Mit Blick auf geschlossene Kitas und Schulen sei absolute Eile geboten, mahnte die Familienministerin. „Es sind in den vergangenen Monaten nicht nur Bildungslücken, sondern auch Bindungslücken entstanden. Und es gibt zunehmend Berichte über seelische Leiden bis hin zu depressiven Verstimmungen bei Kindern und Jugendlichen. Das ist schon alarmierend. Hier entstehen Schäden, die womöglich nicht alle wiedergutgemacht werden können. Und je länger der Lockdown dauert, desto schwieriger wird es.“

Bei den Hilfsangeboten, etwa der Nummer gegen Kummer oder dem Elterntelefon, „verzeichnen wir einen deutlichen Anstieg, vor allem bei der Onlineberatung“, sagte Giffey. „Es geht da häufig um Einsamkeit, um Perspektivlosigkeit und auch um Gewalt.“ Über 60 Prozent der jüngeren Generation hätten Einsamkeitsgefühle – deutlich mehr als andere. Und es müsse berücksichtigt werden, dass die Corona-Fälle bei Kindern deutlich geringer seien. „Bei den 0- bis 5-Jährigen liegt die Inzidenz jetzt bei 38, also unter 50.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Den geringen Inzidenzwert von 0- bis 5-Jährigen als Argument für Kita- und Schulöffnungen aufzuführen ist billig, aber völlig realitätsfern. Sie können nicht alleine bleiben, fahren nicht alleine Bus und Bahn und treffen sich nicht unbeaufsichtigt mit Gleichaltrigen. Ebenso realitätsfern die Hoffnung, dass sich Bund und Länder in der Corona-Krise auf einen einheitlichen Rahmen einigen könnten und die Länder nach der Einigung auch weiterhin dazu stehen würden. Um es mit den Worten des Dramatikers Christian Wüster auszudrücken: „Die Hoffnung stirbt zuletzt!“ – „Sie ist bereits tot!“

Frauenministerin Giffey „genervt“ von Friseur-Lockdown

Frauenministerin wünscht sich baldige Öffnung – „Bei mir ist eher der Haaransatz das Problem“

Osnabrück. Anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel lässt sich Familien- und Frauenministerin Franziska Giffey im Friseur-Lockdown nicht die Haare machen.“ Auch mich persönlich nervt es, dass ich seit Wochen nicht zum Friseur gehen kann, und ich wünsche mir natürlich, dass die Friseurläden bald wieder öffnen dürfen“, sagte die SPD-Politikerin im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) und fügte lachend hinzu: „Immerhin habe ich nicht das Problem wie Kurzhaarträger, bei denen alles sofort aus der Form gerät. Bei mir ist eher der Haaransatz das Problem.“

Dass sich Bundeskanzlerin Merkel dem Friseur-Lockdown entzieht, um korrekt frisiert vor die Kameras zu treten, will die Ministerin nicht kommentieren. Stattdessen betont sie, die Öffnung der Friseure wäre „für sehr viele Menschen ein echter Gewinn an Lebensqualität“. Sie nennt etwa die Altersheime: „Dort gehen die Friseurinnen normalerweise jede Woche hin, machen den älteren Damen und Herren die Haare. Es ist für die Heimbewohner einfach schön, frische Haare zu haben.“

Bei einem Heim in Giffeys Berliner Nachbarschaft hänge seit Wochen nur ein Schild, dass der Friseur erst mal nicht komme, berichtete die Ministerin der NOZ. „Also: Wenn wir wieder zum Friseur gehen können, dann wäre das ein kleiner Stimmungsaufheller für ganz, ganz viele. Und natürlich auch für die Friseure selbst, von denen sich nicht wenige Sorgen um ihre Existenz machen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

WAZ: NRW-Ministerin Scharrenbach warnt Bund vor Mietsteigerungen durch Kabel-Gesetz

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) warnt vor steigenden Mietkosten, sollte die von ihrem Parteifreund Peter Altmaier geplante Novelle des Telekommunikationsgesetzes vom Bundestag beschlossen werden. „Ich hoffe, dass der Bundesrat die Kraft entwickelt, sich gegen das Ansinnen der Bundesregierung zu stellen, Mieten für Millionen schwächer gestellte Haushalte in die Höhe zu treiben“, sagte Scharrenbach der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochausgabe).

Altmaier will im Telekommunikationsgesetz das sogenannte „Umlage-Privileg“ streichen. Es ermöglicht bundesweit rund 12,5 Millionen Mietern vergünstigte Kabelfernsehen-Anschlüsse, weil große Vermieter mit den Anbietern Massenverträge zu verbilligten Konditionen abschließen. Am Freitag steht das umstrittene Thema auf der Tagesordnung des Bundesrats. Nach dem Koalitionspartner SPD gibt es für Bundeswirtschaftsminister Altmaier nun auch Gegenwind aus NRW. „Die Politik kann nicht auf der einen Seite ständig über das bezahlbare Wohnen philosophieren und auf der anderen Seite durch Gesetze Mieten in die Höhe treiben“, kritisiert Scharrenbach und fordert den Erhalt der Umlagefähigkeit.

Einzelverträge mit Kabelanbietern kosten pro Jahr bis zu 200 Euro mehr als Rahmenabkommen. Von der Abschaffung wäre Nordrhein-Westfalen mit 2,6 Millionen Haushalten am stärksten betroffen.

Gesellschaft

Politik

Staatsanwaltschaft prüft Seehofers Medienarbeit zum Hisbollah-Verbot

Vorab-Information der „Bild“ zu Razzien könnte strafbare Verletzung von Dienstgeheimnissen gewesen sein

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) droht möglicherweise ein Strafverfahren wegen seiner umstrittenen Öffentlichkeitsarbeit beim Hisbollah-Verbot. Wie berichtet, hatte Seehofer den Chefredakteur der „Bild“ sowie weitere Medienvertreter exklusiv vorab über geplante Polizeirazzien informiert. Die „Bild“ konnte daraufhin am Tag des Verbots im April 2020 frühzeitig von den Einsätzen in ihrem Videokanal berichten. Oppositionspolitiker hatten die Maßnahme kritisiert.

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jetzt im Hinblick auf den Anfangsverdacht der Verletzung eines Dienstgeheimnisses „einen Prüfvorgang angelegt“, bestätigte Behördensprecher Martin Steltner dem Tagesspiegel (Donnerstagsausgabe). Ob ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet werde, sei noch offen. Unklar ist unter anderem auch, ob sich die „Bild“ an die vom Ministerium vorgegebene Sperrfrist gehalten hat.

Sollte ein Ermittlungsverfahren eingeleitet war, könnte dies den Minister in Bedrängnis bringen. So war 2014 der damalige Landwirtschaftsminister Hans-Peter Friedrich (CSU) zurückgetreten, nachdem ihn die Staatsanwaltschaft ebenfalls wegen des Vorwurfs des Geheimnisverrats aus seiner Amtszeit als Innenminister ins Visier genommen hatte.

Online unter: www.tagesspiegel.de/politik/vorab-infos-an-medien-zu-hisbollah-verbot-staatsanwaltschaft-prueft-seehofers-razzia-verrat-an-bild/26899648.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Obergrenze für Asyl-Zuwanderung 2020 nur zu einem Drittel ausgeschöpft

Asylanträge gingen auch coronabedingt zurück – Linke spricht von „beschämender Nachricht“

Osnabrück. Die innerhalb der Großen Koalition vereinbarte Obergrenze für die Asyl-Zuwanderung wurde 2020 bei Weitem nicht erreicht und nur zu einem Drittel ausgeschöpft. Das geht aus der Auskunft des Bundesinnenministeriums an die Linksfraktion hervor, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt. Demnach lag die Nettozuwanderung im vergangenen Jahr bei knapp 67 500 Menschen. Rechnet man hierzulande geborene Kinder unter einem Jahr etwa von Asylbewerbern mit ein, waren es rund 94 000 Menschen.

Die Zahl ist auch wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen. Allerdings zeigt sich schon länger ein Trend nach unten – nach Einschätzung der Linksfraktion wegen Abschottungsmaßnahmen der EU. 2018, als die Koalition den Obergrenzen-Korridor beschlossen hatte, hatte die Nettozuwanderung laut Innenministerium noch bei rund 159 000 Geflüchteten gelegen. 2019 waren es rund 95 000 Menschen – wenn man hierzulande geborene Kinder unter einem Jahr einrechnet, rund 126 400 Menschen.

CDU, CSU und SPD hatten im Frühjahr 2018 in ihrem Koalitionsvertrag einen Korridor für die Zuwanderung im Kontext der Fluchtmigration vereinbart. Demnach sollen pro Jahr nicht mehr als 180 000 bis 220 000 Menschen nach Deutschland kommen. Dabei wird die Zahl ankommender Asylerstbewerber, Flüchtlinge und im Zuge des Familiennachzugs eingereister Angehörige verrechnet mit der Zahl der Menschen, die Deutschland infolge von Abschiebungen oder freiwilligen Ausreisen verlassen haben. Die Obergrenze wurde vor allem auf Betreiben des CSU-Parteichefs Horst Seehofer, der kurz darauf Bundesinnenminister wurde, in den Koalitionsvertrag aufgenommen.

Weil die in Deutschland geborenen Kinder von Geflüchteten, für die ein Asylantrag gestellt wird, gar nicht zugewandert sind, erstellt die Bundesregierung seit 2019 bei der Berechnung des Zuwanderungskorridors eine Summe mit und ohne diese hier geborenen Kinder.

Betrachtet man die Details der Zahlen, so zählten die Behörden 2020 rund 76 000 grenzüberschreitende Asylanträge. Im Rahmen des Familiennachzugs kamen knapp 13 000 Angehörige von schutzberechtigten Flüchtlingen nach Deutschland, und die Bundesrepublik nahm 1685 Personen bei humanitären Aufnahmeaktionen auf (Resettlement). Dem stand gegenüber, dass 13 683 Menschen abgeschoben oder zurückgeführt wurden und mindestens 9571 Personen freiwillig in ihre Heimat ausreisten.

Die innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, kritisierte das Konzept einer zahlenmäßigen Begrenzung des Asylrechts grundsätzlich. Sie sagte zudem der „NOZ“: „Seehofers selbstherrlich gesetzte Obergrenze wurde nur zu einem Drittel erreicht. Das ist eine beschämende Nachricht, denn die Zahl der Flüchtlinge weltweit ist weiter angestiegen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kultur

Giordano-Bruno-Stiftung fordert, Kirchen im Lockdown wie Theater und Museen zu behandeln

Vorstandssprecher Michael Schmidt-Salomon übt vor Bund-Länder-Runde Kritik

Osnabrück. Der Vorstandssprecher der Giordano-Bruno-Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, kritisiert in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ Sonderregeln für Kirchen. Schmidt-Salomon forderte mit Blick auf die Bund-Länder-Runde am Mittwoch, Gottesdienste sollten den gleichen Regeln unterworfen werden wie Theatervorstellungen. „Es ist nicht einsichtig, warum weltliche Theater, Museen oder Konzerthäuser geschlossen sein sollten, wenn die Kirchen geöffnet sind“, so der Vorstandssprecher. „Zumal wir ja wissen, dass sich das Virus in der Vergangenheit insbesondere bei religiösen Versammlungen verbreiten konnte.“

Die gemeinnützige Giordano-Bruno-Stiftung setzt sich für die Werte des Humanismus‘ und der Aufklärung ein. Sie wurde vom Unternehmer Herbert Steffen gegründet und benannt nach dem Priester und Philosophen Bruno, der von der katholischen Kirche auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden war.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Umwelt

Insektenschutzgesetz: Verhärtete Fronten

Nach langem Ringen hat die Regierung endlich den Entwurf für das Dritte Gesetz zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes vorgelegt. Es ist besser bekannt unter der Bezeichnung Insektenschutzgesetz, doch das ist schon die einzige Vereinfachung. In der Sache, also dem Umweltschutz, macht das Gesetz vieles komplizierter.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: In der Sache, also dem Umweltschutz, macht das Gesetz vieles komplizierter für Landwirt*innen und landwirtschaftliche Industrieunternehmen, um Umweltschutz zu unterwandern. Und das ist gut so.

nd.DerTag: Besser mit Insekten

Kommentar zum Kompromiss beim Artenschutz

„Ohne Insekten kann der Mensch nicht leben.“ Mit diesen Worte hat Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Vorstellung des Insektenschutzgesetzes eingeleitet und verwies darauf, dass der Erhalt der Artenvielfalt im Interesse aller sei – auch der Bäuerinnen und Bauern. Das ist so einfach wie richtig, doch das wissen die Landwirt*innen auch. Dennoch haben sich einige von ihnen eingefunden, um gegen das Insektenschutzgesetz zu protestieren. Ihr Argument: Die Betriebe sollen jetzt überleben, ohne wirtschaftliche Grundlage wollen ihre Kinder die Höfe nicht übernehmen. Gleichzeitig sägen Landwirt*innen jedoch an ihren eigenen Lebensgrundlagen, oder eher noch an denen ihrer Kinder, wenn sie ein „Weiter-wie-bisher“ fordern.

Das Artensterben wie auch die Klimakrise erfordern ein radikales Umdenken, auch in der Landwirtschaft. Deswegen ist den Landwirt*innen nicht geholfen, wenn zu zahlreichen Regelungen jetzt ein paar neue Maßnahmen hinzukommen. Sicher – jeder Quadratmeter ohne Pestizide ist ein Fortschritt. Aber mehr noch braucht es eine klare sozial-ökologische Agrarwende und eine neu ausgerichtete Europäische Agrarpolitik, die Umweltleistungen in den Vordergrund stellt. Da müssen Landwirt*innen nicht mitmachen, aber sie hätten die Chance, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Wirtschaft

Saarbrücker Zeitung: DIW-Chef Fratzscher sieht längere konjunkturelle Durststrecke in Deutschland

Der Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat vor negativen Folgen einer länger andauernden Pandemie für die deutsche Konjunkturentwicklung gewarnt. „Wenn Europa nicht wieder auf einen grünen Zweig kommt, wird Deutschland auch kein spürbares Wachstum haben“, sagte Fratzscher der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe).

Der europäische Kontinent sei von der Pandemie „wirtschaftlich und gesundheitlich weltweit am stärksten betroffen“, erläuterte Fratzscher. Aber 60 Prozent der deutschen Exporte gingen nach Europa. „Und wir sollten nicht glauben, dass wir uns mit Ausfuhren nach China, wo es gut läuft, aus dieser Krise quasi herausexportieren könnten“, sagte Fratzscher.

Nach seiner Einschätzung ist deshalb auch die aktuelle Wachstumsprognose der Bundesregierung von 3,0 Prozent in diesem Jahr kaum noch zu halten. „Dieser Erwartung liegt ja zugrunde, dass die zweite Corona-Welle schnell gestoppt werden kann, dass keine dritte Welle kommt, und dass es einen Impfstoff gibt, der sehr schnell ausgerollt wird“, sagte der Ökonom. Aber diese Annahmen würden immer unwahrscheinlicher, so Fratzscher.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Handelsverband warnt vor regionalem Regelchaos bei Geschäftsöffnungen

Genth: Es muss transparente, bundeseinheitliche Regeln geben

Osnabrück. Mit Blick auf den Bund-Länder-Gipfel an diesem Mittwoch warnt der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, vor einem regionalen Regelchaos bei Geschäftsöffnungen. Der Neuen Osnabrücker Zeitung („NOZ“) sagte er: „Es muss dringend transparente, bundeseinheitliche Regelungen geben, die klarmachen, unter welchen Bedingungen welche Lockerungen möglich sind.“ Dieser zentrale Plan könne dann vorgeben, bei welcher Corona-Inzidenz in den einzelnen Regionen die Geschäfte wieder öffnen dürfen. „Ein regionales Regelchaos muss unbedingt vermieden werden, das ist auch für die Akzeptanz der Maßnahmen wichtig.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Europa

Hätte sie früher geredet

Diese Rede hätte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schon vor Wochen halten müssen. Ihr wäre viel Ärger erspart geblieben. Es war schon lange klar, dass die EU in ihrer Impfstrategie Fehler gemacht hat. Es hat zu lange gedauert, bis die Impfstoffe zugelassen wurden. Die EU war zu optimistisch, dass die Massenproduktion klappen werde. Und die EU war sich zu sicher, dass die bestellten Mengen pünktlich geliefert werden. Das hat von der Leyen eingeräumt und damit das Mindeste gemacht, was die Europäerinnen und Europäer von der Chefin der EU-Kommission verlangen können. Mehr war es aber auch nicht. Es bleibt ein Rätsel, warum sich Legionen von Juristinnen und Juristen der EU von einem Konzern wie Astrazeneca über den Tisch ziehen haben lassen. Ihr Bedauern war richtig, hilft aber letztlich auch nicht weiter. Die Kommissionspräsidentin hätte viel deutlicher machen müssen, dass die Kommission Lehren aus dem Debakel gezogen hat, vor allem aber, wie sie es besser machen will.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Ursula von der Leyen: Ernüchternde Perspektiven

Von der Leyen hat sich offenbar von dem Anspruch verabschiedet, mit einer vorbildlichen Impfstrategie so etwas wie ein Meisterstück ihrer Amtszeit liefern zu können. Ihre jetzt ergriffenen Maßnahmen wie eine Task Force, mehr offene Kooperation mit dem EU-Parlament sowie mehr Engagement in die Produktion der Vakzine werden nicht zu einer wundersamen Impfstoffvermehrung führen. Aber es sind die Stellschrauben, an denen die EU-Behörde jetzt nachbessern kann und muss.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

nd.DerTag: Spielchen zum Impfdebakel

Kommentar zur Folgenlosigkeit der versemmelten EU-Impfstoff-Bestellung

Es ist die erste ernste Krise der sonst so strahlenden EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die ihre eigenen Projekte gerne mit der Mondlandung gleichsetzt. Doch die versemmelte Bestellung der Corona-Impfstoffe hat Versagen beim Krisenmanagement allzu deutlich gemacht, auch wenn sich mittlerweile einiges zum Besseren wendet.

Für die CDU-Frau spricht, dass sie politikeruntypisch die volle Verantwortung auf sich nimmt. Dabei waren nationale Regierungschefs, allen voran Angela Merkel, genauso involviert, auch wenn diese nicht in der Kritik stehen. Und Brüssel musste auch mit viel zu wenig Geld hantieren. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum von der Leyens Auftritt im Europaparlament keinem Spießrutenlaufen glich. Die deutschen Grünen möchten ihre schwarz-grünen Regierungsfantasien nicht gefährden, die Europa-SPD nicht mit den tumben Anti-EU-Parolen der Rechtsaußen vermengt werden, auch wenn Spitzenpolitiker in Deutschland laut gegen Brüssel poltern.

Offenbar gibt die Kommission wie so oft den Buhmann, die nationalen Regierungen schieben die Verantwortung ab, und es bleibt alles beim Alten. Doch für Politspielchen ist das Thema viel zu wichtig – das Impfdebakel muss genau analysiert werden, damit es sich nicht irgendwann wiederholt.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Europa und Impfstoff

Rasche Lösungen sind schwer bis unmöglich. Brüssel müsste politische Hindernisse wie beispielsweise den Export-Bann der USA aus der Welt schaffen. Die EU-Kommission müsste in die Produktion der Vakzine rasch und viel investieren – wohl wissend, dass so etwas normalerweise länger als ein Jahr dauert. Mindestens. So widerstand von der Leyen dem Versuch, sich auf neue unhaltbare Versprechungen einzulassen. Es bleibt dabei: Die Gemeinschaft wird frühestens im zweiten Quartal 2021 genügend Vakzine haben. Von der Leyens ergriffene Maßnahmen wie eine Task Force, mehr offene Kooperation mit dem Europäischen Parlament sowie mehr Engagement in die Produktion der Vakzine werden nicht zu einer wundersamen Impfstoff-Vermehrung führen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de