OB appelliert an Schaeffler: Sanierungskonzept eine Chance geben

Oberbürgermeister Uwe Schneidewind appelliert in einem Schreiben an die Geschäftsleitung von Schaeffler eindringlich, dem Sanierungskonzept der IG Metall für den Standort Wuppertal eine Chance zu geben.

„Es wäre ein kraftvolles Zeichen – auch für die konstruktive Zusammenarbeit mit Betriebsrat und Gewerkschaft – wenn Schaeffler zeigt, dass das Unternehmen der Kombination aus betriebswirtschaftlicher Klugheit und gesellschaftlicher Verantwortung eine Chance gibt“, so der OB. Schneidewind betont in seinem Brief, er habe das Unternehmen Schaeffler – eines der bedeutenden in Familienhand geführten deutschen Unternehmen – als eines wahrgenommen, dass sich gesellschaftlicher Verantwortung stelle.

Schaeffler könnte ein wichtiger Nachhaltigkeits-Player werden

Im Rettungskonzept würden Alleinstellungsmerkmale des Standortes Wuppertal in einen Kontext mit Kompetenzfeldern gestellt, deren Potential genutzt werden könne. Der Oberbürgermeister hat der Geschäftsleitung in diesem Zusammenhang den Kontakt zu den Akteuren von Circular Valley vermittelt und betont: „Ich würde mir wünschen, dass man diesen Ansatz noch intensiver in den Blick nimmt. Am Ende könnten nicht nur Arbeitsplätze gerettet werden, Schaeffler könnte ein wichtiger Player beim Thema Nachhaltigkeit werden, könnte ganzheitliche Produktzyklen entwickeln und in und mit der Stadt Wuppertal die Circular Valley-Idee vorantreiben.“ Schaeffler könne damit auch ein wichtiges industriepolitisches Signal für den Standort Deutschland setzen.

Der Brief im Wortlaut

PCB: Werte im Grünkohl gestiegen

Jetzt ging es doch schneller als erwartet: Am Donnerstagnachmittag ist der Untersuchungsbericht des Grünkohls im Schwelmer Kreishaus eingetroffen, der zwischen August und November im Umfeld des Ennepetaler Unternehmens biw aufgewachsen ist.

Um die Konzentrationen von PCB 47, 51 und 68 nachzuweisen, setzt das für die Proben sowie das Aus- und Bewerten verantwortliche Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) auf dieses Gemüse. Aufgrund seiner Blattstruktur ist es hervorragend als Bioindikator geeignet.

Nachdem die Konzentrationen von PCB 47, 51 und 68 in den vorletzten Grünkohlproben – Vegetationszeitraum Mai bis August – deutlich zurückgegangen waren und an allen acht Messpunkten als unkritisch eingestuft werden konnten, meldet das LANVU jetzt für alle Messpunkte gestiegene Werte.

Werte aus 2019 unerreicht, Verzehrshinweise bleiben dennoch

Nach der "Ernte" wurden die Pflanzen von den Experten des LANUV auf PCB untersucht. Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Nach der „Ernte“ wurden die Pflanzen von den Experten des LANUV auf PCB untersucht. Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

An zwei Stellen liegen die Werte zudem wieder über dem Orientierungswert der Hintergrundbelastung für PCB in Nordrhein-Westfalen. Im Bereich Oelkinghausen (Messpunkt Pregelstraße) wird dieser Wert um das 3,5 fache überschritten, im südlichen Büttenberg (Messpunkt Ambrosius-Brand-Straße) um das 1,3 fache. Die gefundenen PCB Konzentrationen werden dabei von den Kongeneren 47, 51 und 68 dominiert.

Auch wenn die hohen Werte aus den ersten Grünkohlproben, die 2019 genommen worden waren, nicht mehr erreicht werden, sind die jetzigen Ergebnisse gleichbedeutend mit dem Aufrechterhalten von Verzehrhinweisen für Obst und Gemüse in den Bereichen Oelkinghausen und Büttenberg.

Gespräche mit dem Landesamt und dem Ministerium

Seit Januar letzten Jahres gilt ja: Im unmittelbaren Umfeld der Firma biw angebautes Blattgemüse soll nicht gegessen werden. Für das Wohngebiet Büttenberg gilt die Vorgabe, dort angebautes Blattgemüse nicht öfter als ein- oder zweimal pro Woche zu verzehren. Für alles andere Gemüse und Obst gelten bei Beachtung entsprechender Vorgaben – beispielsweise Schälen – keine Einschränkungen.

„Uns ist es wichtig, wie gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern zugesagt, erste Informationen über die Grünkohluntersuchungen auf diesem Weg sehr zeitnah in die Öffentlichkeit zu bringen. Bevor wir den gesamten Bericht veröffentlichen, werden wir seine Details sowie die genauen Folgen für die Verzehrhinweise Mitte nächster Woche aber zunächst noch einmal mit den Experten des LANUV diskutieren“, so Landrat Olaf Schade.

Zudem kündigt er Gespräche mit dem Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz an. Auch in dieser Runde gelte es, die aktuell vorliegenden Ergebnisse der Außenluftmessungen und Grünkohlproben zu bewerten.

WanderBus und FahrradBus sollen auch 2021 durch das Bergische rollen

Rückblick und Ausblick im Ausschuss für Verkehr und Bauen des Rheinisch-BErgischen-Kreises.

Auch in diesem Jahr sollen der Bergische WanderBus und der FahrradBus wieder durch die Region an Eifgen und Dhünn rollen. Vor dem Hintergrund der aktuellen pandemiebedingten Einschränkungen steht ein genauer Starttermin derzeit aber noch nicht fest. „Die Resonanz im vergangenen Jahr war gut und konstant, deshalb möchten wir die Angebote fortsetzen. Momentan tauschen wir uns mit allen Projektpartnern aus, wie die Rahmenbedingungen für den Betrieb aussehen könnten und wann ein Start im Frühjahr realistisch wäre“, berichtete Dezernentin Elke Reichert im Ausschuss für Verkehr und Bauen.

Bergischer WanderBus – Angebot wurde gut angenommen

Der Bus für Wander-Fans startete im vergangenen Jahr routinemäßig am 14. März und pausierte dann eine Woche später Corona-bedingt bis zum 26. Mai. An Pfingstsamstag konnte er wieder starten und war dann an allen Wochenenden und Feiertagen bis zum 1. November unterwegs.

Die neue Wanderlust und das Bedürfnis nach Naherholung haben sich im vergangenen Jahr an den Fahrgastzahlen der Linie 267 bemerkbar gemacht. 2020 wurden 2.665 Fahrgäste gezählt, 2019 waren es 3.536. Hochgerechnet – ohne die Zwangspause durch Corona – wären es 2020 sogar 3.800 Fahrgäste gewesen, also rund 270 Gäste mehr. Die beliebteste Haltestelle war Wermelskirchen-Eifgen mit 973 Aus- und 463 Einstiegen.

Bergischer FahrradBus – auch Wanderer fuhren mit

Wie der WanderBus startete auch der Bergische FahrradBus planmäßig am 14. März 2020, legte dann eine Pause ein und fuhr ab Pfingstsamstag bis zum Saisonende am 1. November. Im Vergleich zu 75 Betriebstagen 2019 fuhr der Bus unter Corona-Bedingungen 2020 an nur 50 Tagen. In dieser Zeit wurden insgesamt 2.253 Nutzerinnen und Nutzer gezählt. Hochgerechnet waren es 2020 etwa 1.200 Fahrgäste weniger als im Vorjahr.

Bei der Fahrgastzählung wurde zwischen Radfahrenden und Wandernden unterschieden, da sich das Angebot des Bergischen FahrradBusses nicht ausschließlich an Menschen richtet, die mit dem Rad unterwegs sind. 2020 waren rund 55 Prozent als Radfahrerinnen und -fahrer im FahrradBus unterwegs. Im Vorjahr betrug der Anteil noch rund 84 Prozent an der Gesamtnutzeranzahl des FahrradBusses (2.450 Fahrgäste).

Bei der Tour zwischen Opladen und Marienheide war die beliebtesten Haltestellen für den Einstieg Opladen Busbahnhof mit 1.106 Einsteigenden. Ausgestiegen sind die Gäste am häufigsten am Busbahnhof Marienheide (827).

Quelle: Rheinisch-Bergischer-Kreis

Wechsel zur weiterführenden Schule

Anmeldeergebnisse für Solingen liegen vor.

1.366 Kinder verlassen im kommenden Sommer ihre Grundschule und wechseln zu weiterführenden Schulen in Solingen. Davon gehen 313 Schülerinnen und Schüler zur Realschule, 439 zum Gymnasium und 614 zu einer Schule des längeren gemeinsamen Lernens (Sekundarschule und Gesamtschule).

Bei zwei Gesamtschulen (Alexander-Coppel-Gesamtschule und Friedrich-Albert-Lange-Schule) gab es mehr Anmeldungen als Plätze. Deshalb war Koordinierung notwendig. 81 Kindern konnten Angebote entsprechend dem Zweitwunsch an einer Gesamtschule und der Sekundarschule gemacht werden. Eltern von 83 Kindern wurden wunschgemäß die Unterlagen für eine Anmeldung im Rahmen des dritten Anmeldetages an einer Realschule, einem Gymnasium oder der Sekundarschule zurückgesandt.

Am Gymnasium Schwertstraße sowie am Humboldtgymnasium wurden bereits im ersten Anmeldezeitraum mehr Kinder angemeldet, als Plätze zur Verfügung standen. Aus diesem Grund wurden insgesamt 41 Familien eine Koordinierung an ein anderes Gymnasium angeboten. 26 Familien haben dieses angenommen. Den Eltern von 15 Kindern wurden die Unterlagen für eine Anmeldung im Rahmen des dritten Anmeldetages zurückgesandt.

„Es freut mich, dass der Großteil der Kinder die jeweils gewünschte Schule besuchen können wird. Darüber hinaus ist es gut, dass im Rahmen der Koordinierung in fast allen Fällen eine Aufnahme in der gewünschten Schulform möglich ist“, stellt Schuldezernentin Dagmar Becker fest.

„Der dritte Anmeldetag macht es möglich, die Kinder entspannt anzumelden, die nicht an der Schule ihrer ersten Wahl angenommen werden konnten“, resümiert Oliver Vogt, Leiter der Schulverwaltung. Coronabedingt wurden erstmals vorab feste Anmeldetermine mit den Erziehungsberechtigten vereinbart. „Dazu gab es von den Schulen ein sehr positives Feedback. Voraussichtlich werden wir das auch bei zukünftigen Anmeldeverfahren so beibehalten“, kündigt Vogt an.

Die Ergebnisse im Detail

Realschulen

  • Albert-Schweitzer-Schule: 115 Anmeldung (78 in der ersten, 37 in der zweiten Anmeldephase)
  • Realschule Vogelsang: 90 Anmeldungen (65 in der ersten, 25 in der zweiten Anmeldephase)
  • Theodor-Heuss-Schule: 108 (96 in der ersten, 12 in der zweiten Anmeldephase)

Gymnasien

  • August-Dicke-Schule: 107 Anmeldungen (76 in der ersten Anmeldephase, 19 nach Koordinierung, 12 in der zweiten Anmeldephase)
  • Gymnasium Schwertstraße: 120 Anmeldungen (152 nach der ersten Anmeldephase, 32 mehr als vorhandene Plätze, deshalb Koordinierung)
  • Gymnasium Vogelsang: 92 Anmeldungen (76 in der ersten Anmeldephase, 7 nach Koordinierung, 9 in der zweiten Anmeldephase)
  • Humboldtgymnasium: 120 Anmeldungen (129 nach der ersten Anmeldephase, 9 mehr als vorhandene Plätze, deshalb Koordinierung)

Schulen der längeren gemeinsamen Lernens

  • Sekundarschule Central: 55 Anmeldungen (37 in der ersten Anmeldephase, 16 nach Koordinierung, 2 in der zweiten Anmeldephase)
  • Alexander-Coppel-Gesamtschule: 162 Anmeldungen (209 in der ersten Anmeldephase, 47 mehr als vorhandene Plätze, deshalb Koordinierung)
  • Friedrich-Albert-Lange-Gesamtschule: 166 Anmeldungen (283 in der ersten Anmeldephase, 117  mehr als vorhandene Plätze, deshalb Koordinierung)
  • Gesamtschule Höhscheid: 104 Anmeldungen (86 in der ersten Anmeldephase, 18 nach Koordinierung)
  • Geschwister-Scholl-Gesamtschule: 127 Anmeldungen (80 in der ersten Anmeldephase, 47 nach Koordinierung)

Quelle: Stadt Solingen

Sperrfrist „Gehölzschnitt“ beginnt am 1. März

Am 1. März beginnt wieder die sogenannte „Sperrfrist“ für Gehölzschnitte. Grund ist der Schutz von Brut und Nistplätzen in den Gehölzen.

Nach dem Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 Abs. 5 Ziffer 2, BNatSchG) ist es verboten „Bäume, die außerhalb des Waldes (…) oder gärtnerisch genutzten Grundflächen stehen, Hecken, lebende Zäune, Gebüsch und andere Gehölze in der Zeit vom 1. März bis 30. September abzuschneiden, auf den Stock zu setzen oder zu beseitigen (…)“ insbesondere, um brütende Vögel zu schützen und deren Lebensraum und Nahrungsgrundlage zu sichern.

Bis zu 5000 Euro Bußgeld

Die Erfahrungen des Ressorts Umweltschutz in den letzten Jahren haben gezeigt, dass im Februar der Wunsch auf Verlängerung des Fäll- und Schnittzeitraums besteht. Eine allgemeine Aussetzung der Sperrzeiten ist vom Gesetz nicht vorgesehen. Aufgrund der Witterung in der Zeit vom 1. Oktober letzten Jahres bis zum 1. März dieses Jahres stand ein ausreichender Zeitraum für die erforderlichen Schnittarbeiten zur Verfügung. 

Bitte beachten Sie: Wer gegen die gesetzliche Regelung verstößt und angezeigt wird, kann je nach Schwere des angerichteten Schadens mit einem Bußgeld zwischen 50 und 5.000 Euro bestraft werden.

Baumschutzsatzung schützt besondere Bäume

Ganzjährig sind Arbeiten an Naturdenkmalen, an Bäumen in denkmalgeschützten Bereichen, an festgesetzten Bäumen in vielen Bebauungsplänen sowie an Gehölzen in besonders geschützten Teilen von Natur und Landschaft nur mit behördlicher Genehmigung zulässig. 

Quelle: Stadt Wuppertal

Solidarität mit Hanau

Erklärung von Oberbürgermeister und Bündnis für Toleranz und Zivilcourage

Der Anschlag von Hanau jährt sich zum ersten Mal. Aus diesem Anlass hat Oberbürgermeister Tim Kurzbach heute seinem Hanauer Amtskollegen Claus Kaminsky geschrieben: „Wir Solingerinnen und Solinger können das Entsetzen und den Schmerz nachempfinden, den ein solches Verbrechen in einer Stadtgesellschaft auslöst. Die Trauer um die Opfer und das Mitgefühl mit den Hinterbliebenen werden Hanau lange begleiten, so wie die Trauer und das Mitgefühl um fünf ermordete junge Solingerinnen unsere Stadt seit 1993 nicht verlassen haben“. Darin gründe der nicht nach lassende Einsatz Solingens für eine friedliche und demokratische Gesellschaft, die in der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen und ihrer Lebensentwürfe ihre Stärke erkennt, betont Kurzbach.  

Als Zeichen der Solidarität mit den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Hanau übermittelte er eine Erklärung des Oberbürgermeisters und des Solinger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage. Sie mahnt zur  Wachsamkeit gegenüber Gedankengut, dass die Gesellschaft spaltet und ruft auf zu respektvollem, solidarischem Miteinander.

Die gemeinsam Erklärung im Wortlaut

Am 19. Februar vergangenen Jahres ermordete ein Täter aus rassistischen und verschwörungsideologischen Motiven neun Menschen, bevor er sich und seiner Mutter das Leben nahm. Heute, genau ein Jahr nach der Tat, halten wir einen Augenblick inne und gedenken

Ferhat Unvar
Hamza Kurtović
Said Nesar Hashemi
Vili Viorel Păun
Mercedes Kierpacz
Kaloyan Velkov
Fatih Saraçoğlu
Sedat Gürbüz
und Gökhan Gültekin.

Unsere Gedanken sind bei Ihren Nächsten und Angehörigen.

Gleichzeitig rufen wir dazu auf, auch hier in Solingen immer wieder wachsam zu sein. Rassismus, Rechtsextremismus und Verschwörungserzählungen sind, vermittelt über unzählige Wege, schon wieder viel zu tief in die Mitte unserer Gesellschaft vorgedrungen. Dort wirken sie und machen aus dem Nächsten einen Feind. Diese Logik spaltet nicht nur unsere Gesellschaft, sie ebnet den Weg zu Taten wie in Hanau am 19. Februar vergangenen Jahres. Wir mahnen auch zu Wachsamkeit gegenüber all denjenigen, die das Produzieren von Feindbildern zu ihrem politischen, redaktionellen oder wirtschaftlichen Geschäft gemacht haben. In Zeiten, in denen die Verbreitung von Hass, vermittelt über Klicks, sich für Einzelne auszuzahlen scheint, sind wir besonders gefragt.

Wir rufen daher zu Respekt und Anerkennung, Dialog und Austausch, Solidarität und Herzlichkeit auf. Dies sind unsere Mittel für ein friedliches, von gegenseitiger Achtung geprägtes Miteinander aller hier in Solingen lebenden Menschen.

Benefiz-Song für Hanau: Bist Du wach?

Alle Einnahmen des Songs werden an die Amadeu Antonio Stiftung gespendet, die sich für die Hinterbliebenen und Überlebenden des Anschlags von Hanau einsetzt.

Hanau, und jetzt?

Es ist jetzt ein Jahr her, dass bei einem rechtsterroristischen Anschlag in Hanau neun Menschen getötet wurden, bevor der Täter seine Mutter und dann sich selbst tötete. Es sind die Todesopfer 207 bis 216 rechtsextremer Gewalt in der wiedervereinigten Bundesrepublik. Remscheid Tolerant möchte dieser Opfer gedenken.

Die neun Menschen, denen der rechtsextremistische Täter die Leben nahm, hießen Gökhan Gültekin (37), Sedat Gürbüz (30), Said Nesar Hashemi (21), Mercedes Kierpacz (35), Hamza Kurtović (22), Vili Viorel Păun (23), Fatih Saraçoğlu (34), Ferhat Unvar (22) und Kaloyan Velkov (33). Junge Menschen, in der Blüte ihres Lebens, mit Hoffnungen, Träumen und Wünschen, die ihnen aus rassistischer Niedertracht genommen wurden. Der Täter war ein Einzelgänger, ein von rechtsextremistischem Gedankengut erfüllter Rassist, der diese jungen Menschen ermordete, weil sie in seinen Augen ausländisch aussahen.

23. Februar 2020: Die Remscheider Mahnwache für die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau. Foto: Sascha von Gerishem
23. Februar 2020: Die Remscheider Mahnwache für die Opfer des rechtsterroristischen Anschlags in Hanau. Foto: Sascha von Gerishem

Es gingen ein Ruck und ein Raunen durch die demokratische Gesellschaft, Mahnwachen wurden veranstaltet, Solidaritätsbekundungen abgehalten, Rassismus offen angeprangert. In Remscheid kamen rund 700 Menschen auf dem Rathausplatz zusammen. Eine Welle antifaschistischen Gemeinschaftsgefühls schwappte durch die Bundesrepublik, überall distanzierte man sich von Rassismus. Statt dieses menschlich-demokratischen Gemeinschaftsgefühls verbreitete sich dann leider Corona viral, und mit dem wiederaufkeimenden Egoismus kehrten Hass, Wut und öffentliche Gemeinschaftsveranstaltungen mit Rechtsextremist*innen zurück. Auch in Remscheid.

Remscheid Tolerant und seine Bündnispartner*innen rufen auf, eine Kerze zum Gedenken an die Todesopfer von Hanau und stellvertretend für alle Opfer und Todesopfer rechtsextremistischer Gewalt zu entzünden. Nennen Sie diese neun Menschen bei ihren Namen. Und zeigen Sie Rassismus und Rechtsextremismus immer und überall die rote Karte.

Nie wieder.

Anne Marie Faßbender und Sascha von Gerishem
Remscheid Tolerant e.V.
www.remscheid-tolerant.de

Veranstaltungshinweis

Ein breites Bündnis von Wuppertaler Gruppierungen gegen Rechts rufen für 19. Februar 2020 ab 17 Uhr zu einer Demonstration unter dem Titel „Ein Jahr Hanau: Rassismus tötet weiter!“ auf dem Geschwister-Scholl-Platz in Wuppertal-Barmen auf. Medizinische oder FFP2-Masken sind zu tragen und die Abstandsregeln sind zwingend einzuhalten.

Benefiz-Song für Hanau: Bist Du wach?

Alle Einnahmen des Songs werden an die Amadeu Antonio Stiftung gespendet, die sich für die Hinterbliebenen und Überlebenden des Anschlags von Hanau einsetzt.

Seebrücke Remscheid: Gedenken an die Opfer von Hanau

Pressemitteilung der Seebrücke Remscheid zum einjährigen Gedenken an die Opfer des Attentats in Hanau.

„SAY THEIR NAME“:  Wir trauern um Gökhan Gültekin, Ferhat Unvar, Hamza Kurtovic, Sedat Gürbüz, Mercedes Kierpacz, Kaloyan Verlkov, Vili Viorel Paun, Said Nesar Hashemi und Fatih Saracoglu.

Es jährt sich das rechtsextremistische Attentat in Hanau, in dem neun Menschen aufgrund rassistischer Ideologien ermordet wurden. Die Wut und Trauer über diese schreckliche Tat vergeht auch nicht nach einem Jahr.  Wir haben die Verantwortung, die Namen der Opfer nicht zu vergessen, damit das was in Hanau geschah für immer ein Mahnmal für unsere Gesellschaft ist und sich nie mehr wiederholen kann.

Wir, die Seebrücke Remscheid, gedenken den Opfern und ihren hinterbliebenen Familien.

Wir trauern und erinnern uns.

Wir fragen uns: Wie konnte rassistischer Terror junge Deutsche so aus dem Leben reißen?

Ein Jahr nach dem Anschlag spricht die Öffentlichkeit immer noch von Einzeltätern und entpolitisiert die Morde. Doch Rassismus ist ein politisches Problem, tötet Leben.

Unsere Aufgabe in der Gesellschaft ist es daher Rassismus, rechte Gewalt und Menschenfeindlichkeit zu bekämpfen, damit Hanau das Ende von rassistischen Attentaten wird in diesem Land wird. Kein Vergeben. Kein Vergessen.

Seebrücke Remscheid

MONITOR studioM zum Thema Rassismus gegen Sinti und Roma

Aus aktuellem Anlass diskutiert Georg Restle in der neuen Ausgabe MONITOR studioM mit Betroffenen und einem Experten über Rassismus gegen Sinti und Roma in unserer Gesellschaft und in den Medien.

Nach der Kritik an „Die letzte Instanz“ hatte der WDR bereits für März einen Themenschwerpunkt im WDR Fernsehen zum Thema Rassismus angekündigt. Das YouTube-Format MONITOR studioM beschäftigt sich schon jetzt mit der Frage, woher die Klischees über Sinti und Roma kommen und warum so getan wird, als seien sie Fremde von irgendwoher. Die Gesprächsrunde ist bereits online und am Mittwoch, 17.2.2021 um 23 Uhr auch im WDR Fernsehen zu sehen.

Georg Restle spricht mit dem Roma-Aktivisten Gianni Jovanovic, mit der Sängerin und Feministin Tayo Awosusi-Onutor und mit Dr. Markus End, Politologe von der Technischen Universität Berlin über folgende Fragen: Ist Rassismus gegen Sinti und Roma ein strukturelles Problem? Gibt es rassistische Klischees, die die Berichterstattung in den Medien prägen? Wie ist die Situation im Bildungsbereich oder bei der Polizei? Warum wird die Geschichte der Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma im Nationalsozialismus regelmäßig ausgeblendet? Und warum führen wir solche Debatten immer wieder, ohne dass sich daran etwas ändert?

Mediathek

studioM – Rassismus in letzter Instanz? 01:08:33 Std. Verfügbar bis 30.12.2099: https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-studiom—rassismus-in-letzter-instanz-100.html

Zu den Gästen

Gianni Jovanovic

Gianni Jovanovic ist Comedian, Autor und Unternehmer und engagiert sich seit Jahren für die Rechte von Roma und Sinti. Mit diversen Projekten und Initiativen macht er sich auch für Menschen der LGBTIQ-Community stark. Seine Themen: Persönlichkeitsentwicklung und Empowerment, Diversity und Intersektionale Diskriminierung. Der gebürtige Rüsselsheimer wurde mit vierzehn Jahren verheiratet. Mit sechzehn wurde er Vater eines Sohnes, ein Jahr später folgte seine Tochter. Mit Anfang 20 outete sich Gianni Jovanovic als homosexuell und trennte sich von seiner Ehefrau. Inzwischen ist er zweifacher Großvater und seit 15 Jahren mit seinem Ehemann verheiratet. Zu seinen Kindern hat er einen engen Kontakt.

Tayo Awosusi-Onutor

Tayo Awosusi-Onutor ist deutsche R’n’B und Soulsängerin, die auf Englisch und Romani singt. Gebürtig aus Karlsruhe, bezeichnet sich Tayo Awosusi-Onutor selbst als Afro-Sintezza. Sie hat Germanistik und Multimedia studiert und ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied des Vereins RomaniPhen. Der Verein, zu Deutsch „Romani-Schwester“, arbeitet feministisch, rassismuskritisch und will die Sichtbarkeit von Sintezza und Romnja in Kunst, Bildung und Wissenschaft fördern. 2017 veröffentlichte sie die Dokumentation „Phral mende – Wir über uns. Perspektiven von Sinti und Roma in Deutschland. „Ihre Mutter ist die deutsche Sintezza und Bürgerrechtlerin Anita Awosusi. Ihre Großeltern mütterlicherseits waren Holocaust-Überlebende.

Dr. Markus End

Dr. Markus End forscht und arbeitet am Zentrum für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen unter anderem auch „Antiziganismus in den Medien“ sowie „Polizei und Antiziganismus“. Er ist seit 2016 Vorsitzender der Gesellschaft für Antiziganismusforschung e.V. und Mitglied der Unabhängigen Kommission Antiziganismus am Bundesministerium des Innern. Er arbeitet mit an einer Erhebung zu Alltagsrassismus gegen Roma und Sinti.

studioM ist das YouTube-Format mit MONITOR-Redaktionsleiter Georg Restle. MONITOR ist eine Produktion des WDR für die ARD. Die 14. Ausgabe von studioM ist bereits jetzt online unter monitor.de. Die Interviews für studioM wurden am 11. Februar 2021 geführt.

Kurt Bass: Solidarität war sein Maßstab

Nachruf der SPD Remscheid auf Kurt Bass, ehemaliges Ratsmitglied.

Kurt Bass

07.03.1944 – 09.02.2021

Wir erhielten die traurige Nachricht, dass unser ehemaliges Ratsmitglied, Mitglied der Bezirksvertretung Lüttringhausen und Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lüttringhausen, Kurt Bass, am 09.02.2021 nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Der 1944 geborene Kurt Bass gehörte von Mai 1975 bis Oktober 1989 dem Rat der Stadt Remscheid und von 1984 bis 1989 zusätzlich der Bezirksvertretung Lüttringhausen an.

Sein kommunalpolitisches Steckenpferd war ohne Zweifel der Stadtteil Klausen, für dessen Belange er sich als Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Lüttringhausen mit aller Kraft einsetzte.

Seine langjährige Mitgliedschaften im Jugendhilfeausschuss, dem er während seiner gesamten Amtszeit als Ratsmitglied angehörte, sowie im Krankenhausausschuss spiegeln exakt die politische Schwerpunktsetzung des Gewerkschaftssekretärs des Deutschen Gewerkschaftsbundes wider: Solidarität.

In den 1980er Jahren gehörte Kurt Bass zu den Organisatoren mehrerer Solidaritätsaktionen für die streikenden Bergarbeiter im damaligen nordenglischen Partner-Distrikt von Remscheid, Wansbeck, zu dem unsere heutigen Partnerstädte Ashington und Newbiggin by the Sea gehörten.

Der Wunsch, konkret zu helfen, war für den überzeugten Gewerkschafter ein Herzensanliegen. Zahlreiche Zeitungsartikel in englischen Zeitungen, die von Hilfslieferungen, der Übergabe von Lebensmittelschecks oder der Organisation von Jugendaustauschen von englischen Kindern und Jugendlichen nach Remscheid berichteten, legen hierüber eindrucksvoll Zeugnis ab.

Als 2010 nach langjähriger Unterbrechung erstmals wieder Gäste aus Ashington in Remscheid zu Besuch waren, um die Partnerschaft zwischen dem Rechtsnachfolger des Wansbeck-Distrikts mit Remscheid wieder zu beleben, lautete eine der ersten Fragen unserer englischen Gästen: „Wo ist Kurt?“. Seine Hilfsbereitschaft war in Ashington auch nach über ein Vierteljahrhundert nicht vergessen worden.

1987 wurde Kurt Bass mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Für sein kommunalpolitisches Engagement hat ihm der Rat der Stadt Remscheid im Dezember 1987 die Bürgermedaille verliehen.

Wir sagen „Danke!“, lieber Kurt!

Motorrollerfahrerin bei Unfall schwer verletzt

Bei einem Verkehrsunfall im Nümbrechter Ortszentrum hat sich die 62-jährige Fahrerin eines Motorrollers am Morgen (16. Februar) schwere Verletzungen zugezogen.

Die Frau aus Nümbrecht war gegen 10.15 Uhr mit ihrem Motorroller auf der Otto-Kaufmann-Straße aus Richtung der Gouvieuxtraße kommend unterwegs. Ein 58-Jähriger Autofahrer wollte zur gleichen Zeit von der Marktstraße aus in Richtung der Gouviexstraße abbiegen und übersah den herannahenden Motorroller. Es kam zu einem Zusammenstoß der Fahrzeuge; die 62-Jährige stürzte zu Boden und blieb mit schweren Verletzungen auf der Fahrbahn liegen.

Ein Rettungswagen brachte die Verunglückte in das Waldbröler Krankenhaus. Während der Unfallaufnahme war die Otto-Kaufmann-Straße für etwa eine Stunde gesperrt.

Durch herabfallende Eisplatte schwer verletzt

Am Montagmorgen war ein 57-jähriger Lkw-Fahrer auf der Bredenscheider Straße in Richtung Sprockhövel unterwegs.

Kurz vor der Einmündung Sünsbruch kam ihm ein Lkw entgegen. Plötzlich löste sich von der Plane des entgegenkommenden LKW eine etwa 8cm dicke Eisplatte und stieß gegen die Windschutzscheibe des Güterslohers. Die Platte durchstieß die Scheibe und traf den Fahrer an Hand und Gesicht. Er verletzte sich schwer und wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht. Der andere LKW-Fahrer bemerkte offensichtlich nichts von dem Unfall und fuhr weiter.

Der 55-Jährige Wittener wurde an der nächsten Kreuzung durch einen 60-jährigen Hattinger auf den Unfall aufmerksam gemacht, daraufhin begab er sich zurück zur Unfallstelle.

Laterne umgefahren und geflüchtet

Eine Straßenlaterne hat von Freitag auf Samstag (12./13. Februar) ein Unbekannter in Radevormwald-Herkingrade umgefahren; anschließend flüchtete er von der Unfallstelle.

Gegen 8.45 Uhr am Samstagmorgen bemerkten Anwohner die durch den Unfall stark auf ein angrenzendes Grundstück geneigte Laterne; der Verursacher hat sich bislang nicht gemeldet. Wer Angaben zu dem Unfall machen kann, der sich in der Zeit ab 20 Uhr am Freitagabend ereignet hat, wird gebeten beim Verkehrskommissariat Wipperfürth unter der Telefonnummer 02261 81990 zu melden.

E-Auto hält Minusgraden auch in stundenlangen Staus Stand

ADAC untersucht Batterieleistung bei Extrembedingungen.

Elektroautos können auch bei Minusgraden mehrere Stunden im Stau durchhalten, ohne dass die Batterie schlapp macht. Auch zusätzliche Verbraucher wie Heizung, Sitzheizung und Radio können weitgehend bedenkenlos genutzt werden. Die Sorge, Elektroautos könnten ähnlich wie das Handy oder die Kamera den winterlichen Verhältnissen nicht standhalten, ist also unbegründet.

Batteriesorgen unbegründet

Der ADAC hatte zwei Fahrzeuge einem Härtetest unterzogen: Ein Renault ZOE Z.E. 50 und ein VW e-up! wurden in der Nacht zum Freitag bei strengem Frost von -9 bis -14 °C für 12 Stunden auf ihre Widerstandsfähigkeit geprüft. Dabei wurden der Innenraum auf 22 Grad Celsius beheizt, die Sitzheizung aktiviert und das Standlicht eingeschaltet.

E-Auto im Frost-Härtetest: ADAC untersucht Batterieleistung bei Extrembedingungen. Foto: ADAC/Test und Technik
E-Auto im Frost-Härtetest: ADAC untersucht Batterieleistung bei Extrembedingungen. Foto: ADAC/Test und Technik

Das Ergebnis am frühen Morgen: Nach 12 Stunden waren beim Renault Zoe etwa 70 Prozent und beim VW e-up! etwa 80 Prozent des Akkus verbraucht. Selbst unter extremen Bedingungen kann man also mit der 52 Kilowattstunden großen Batterie des Zoe rund 17 Stunden und mit den 32,3 Kilowattstunden des e-up! 15 Stunden in einem Stau ausharren, sofern die Batterie zu Beginn des Staus noch ziemlich voll ist. Entsprechend kürzer ist die Zeitspanne bei teilentleertem Akku. Bei kritischen Verhältnissen empfiehlt es sich, vor der Auffahrt auf eine Autobahn frühzeitig das Elektroauto nachzuladen.

Sollten Unsicherheiten bleiben, lässt sich Strom sparen, indem unnötige Verbraucher wie Front-/Heckscheibenheizung, Scheibenwischer und Abblendlicht ausgeschaltet werden. Die Standbeleuchtung sollte aus Sicherheitsgründen angeschaltet bleiben. Außerdem kann die Innenraumtemperatur reduziert und auf Umluftbetrieb geschaltet werden. Eine Sitzheizung ist sparsamer und benötigt weniger Energie.