Wer will fleißige Handwerker sehen?

Volksbank-Kindertagesstätte „Sterntaler“ feierte Richtfest in der Fritz-Ruhrmann-Straße in Klausen.

Bei strahlendem Sonnenschein feierte die Volksbank im Bergischen Land gemeinsam mit vielen Gästen am 1. April Richtfest ihrer neuen Kindertagesstätte an der Fritz-Ruhrmann-Straße in Klausen. Andreas Otto, Vorstandsvorsitzender der Volksbank im Bergischen Land, ging in seiner Begrüßung auch direkt auf das Wetter ein: „Es ist ja für Remscheid auch nicht normal, dass wir so ein Wetter haben, wobei ich sagen muss, wir hatten bei jeder Eröffnung eines Kindergartens so ein Wetter hier.“

Bergisches Engagement

Otto sei es, stellvertretend für die Volksbank, immer eine große Freude, Gelder der Volksbank in die heimischen Bereiche zu investieren, insbesondere in die Kindergärten. Die neue Kita, die den Namen „Sterntaler“ tragen wird, ist bereits der dritte Kindergarten der Volksbank. „Baulöwe“ Lutz Uwe Magney präzisiert: „Warum bauen wir Kindertagesstätten? Weil wir unserer Region etwas zurückgeben wollen: Wir sind Bergische, wir leben im Bergischen Land, wir arbeiten im Bergischen Land, wir verdienen hier unser Geld. Was wichtig ist, ist eine Mehrfach-Gewinn-Situation.“ Zum einen würde die Bank wirtschaftlich natürlich profitieren, aber auch die Stadt Remscheid und die Kinder, denn die idyllische Lage direkt am Waldrand sei besonders attraktiv.

Erzieherin Sonja Gangale, Erzieherin Simone Mundorf, Lutz Uwe Magney und Andreas Otto vom Vorstand der Volksbank im Bergischen Land, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Ina Wagner und Ute Mundorf vom Vorstand der Initiative Jugendhilfe und Erzieherin Petra Olbertz (v.l.) mit Kindern der Kita Klauser Delle. | Foto: Sascha von Gerishem
Erzieherin Sonja Gangale, Erzieherin Simone Mundorf, Lutz Uwe Magney und Andreas Otto vom Vorstand der Volksbank im Bergischen Land, Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Ina Wagner und Ute Mundorf vom Vorstand der Initiative Jugendhilfe und Erzieherin Petra Olbertz (v.l.) mit Kindern der Kita Klauser Delle. | Foto: Sascha von Gerishem

Um einhundert Schokoküsse für die Kindergartenkinder wetteten Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Banker Magney, ob denn der geplante Einzugstermin im Sommer zu halten sei, und beide hoffen darauf die Wette zu gewinnen. „Ein Blick auf die Handwerker und meine Wette: Lassen Sie sich von Herrn Magney nichts einreden, wir müssen bis zum 1. August fertig sein, damit die Einrichtung pünktlich eröffnet wird“, scherzt Mast-Weisz.

Für 80 Kinder in vier Gruppen ist die von Architekt Andreas Bona gestaltete Einrichtung ausgelegt. Mit dem Träger, der Initiative Jugendhilfe, die auch die benachbarte Einrichtung in der Klauser Delle betreibt, werde eng zusammengearbeitet und nach den Wünschen und Anforderungen des Trägers eingerichtet. Zum Dank sang eine Kindergruppe aus der benachbarten Einrichtung „Wer will fleißige Handwerker sehen“.

Vor einigen Jahren gab es im Remscheider Rathaus eine Diskussion, wieviele Kindergärten noch benötigt würden, da die Geburtenzahlen zurückgingen. Die Schließung eines Standortes in Alt-Remscheid stand zur Debatte. „Ich bin froh, dass wir heute nicht fragen müssen ‚Brauchen wir den Standort noch?‘, sondern ‚Wieviele Standorte brauchen wir noch?‘“, drückt der Oberbürgermeister seine Freude über die neue Kindertagesstätte aus, denn „Wir brauchen mehr Kindergartenplätze, mehr Betreuungsplätze, weil wir in der U3-Betreuung heute einen Rechtsanspruch haben. Und deswegen freue ich mich sehr, dass wir hier heute das Richtfest feiern und ich weiß, es kommen noch einige Kindergärten hinterher, die wir auch noch benötigen, quer in allen Stadtgebieten unserer Stadt.“ Dem Team der Volksbank, dem Architekten Bona, den vielen Handwerkern und allen an der Erstellung Beteiligten dankte der OB ausdrücklich, weil das Engagement die noch vorhandene Versorgungslücke wieder ein Stück kleiner macht.

Ina Wagner, Vorsitzende der Initiative Jugendhilfe, freut sich „auf den weiteren Entstehungsprozess dieser neuen Kita. Sie entsteht in einer richtig tollen Umgebung und bald werden hier 80 Kinder einen neuen Lebensabschnitt beginnen und hoffentlich den Zauber des Neuen spüren.“

Wie fair ist unsere Kleidung?

Filmvorführung und Diskussionsrunde im Flair-Weltladen.

Im Lüttringhauser Flair-Weltladen an der Gertenbachstraße wurde zur Filmvorführung „Mode schlägt Moral – Wie fair ist unsere Kleidung?“ geladen. Der SPD-Ortsverein Lüttringhausen in Kooperation mit der AG Migration und Vielfalt und der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen veranstaltete den von Ulla Wilberg organisierten Abend im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.

Erschütternde Zustände

Rund fünfzig Gäste verfolgten die WDR-Dokumentation, die sich um Katastrophen in Textilfabriken dreht und aufzeigt, wie unter teilweise menschenunwürdigen und lebensgefährlichen Bedingungen Textilien produziert werden. Dabei wurde auch deutlich, dass neben hier billigst verkauften Textilien auch hochpreisige Markenware in den selben Fabriken produziert wird. Die Mitarbeitenden verdienen für die Produktion der Markenkleidung jedoch nicht mehr, der hohe Preis erhöht lediglich den Gewinn der Premiumhersteller. „Dass sich gerade beim Kleidungskauf im Rahmen der Globalisierung ein Mechanismus eingerichtet hat, dass wir nicht nur sehr günstige, zu günstige, Kleidung beziehen, sondern dass wir auch auf Kosten anderer dabei leben, das ist vielen Menschen gar nicht so im Bewusstsein“, stimmte Johannes Haun, Vorsitzender der Ökumenischen Initiative als Betreiber des Weltladens, die vielen Besucher, unter denen einige Schüler der Fairtrade AG des Röntgen-Gymnasiums waren, nachdenklich.

Im Anschluss an die Filmvorführung gab es unter Moderation von Josef Neumann (SPD, MdL) einen Gedankenaustausch mit geladenen Gesprächsgästen: Anne Marie Faßbender, ehemalige Vorsitzende des Jugendrates und aktuelle Vorsitzende von Remscheid Tolerant, Thordis Kotthaus, Inhaberin von Berufsbekleidung Kotthaus an der Gertenbachstraße, Burhan Türken von den Jusos und Dr. Gerhilt Dietrich für die SPD-Frauen.

Um zumindest für den öffentlichen Sektor Verantwortung zu übernehmen, wurde mal die „faire Beschaffung“ eingeführt, dass also Polizisten, Feuerwehrleute, Busfahrer, etc. unter fairen Bedingungen hergestellte Dienstkleidung mit klaren Lieferketten erhalten. Mit dem ersten Entfesselungsgesetz hat die aktuelle Landesregierung die Nachweispflicht zur Einhaltung internationaler Arbeitsrechte und Umweltstandards aus dem Tariftreue- und Vergabegesetz (TVgG) NRW jedoch wieder gestrichen.

Wer jung ist, hat nicht so viel Geld, möchte aber dennoch konsumieren, meinte Anne Marie Fassbender. Daher müsse man besonders der Jugend bewusster machen, wieviel sie selber, durch ihren Konsum, für die Arbeitenden der Textilindustrie, etwa in Bangladesch, beitragen können. Thordis Kotthaus entschied sich bewusst dafür auch Textilien wie T-Shirts oder Polohemden ins Sortiment aufzunehmen, die unter fairen Bedingungen produziert wurden: „Bei uns war auch die Nachfrage da, wir haben das Label ‚Neutral‘, das in Indien hergestellt wird. Aber es ist nicht nur das Konsumverhalten der Jugendlichen, wir alle müssen unser Verhalten zu dieser Thematik ändern. Dieser Überfluss in unseren Kleiderschränken muss nicht sein“, propagierte sie. Große Zustimmung im Raum. Burhan Türken war sich sicher, dass die Jugend bereit dafür sei sich aktiv einzusetzen, wie etwa zu den Freitagsdemonstrationen. „Ich glaube, dass die Demonstrationen bedeuten: Politiker redet nicht – macht! Und wenn man sagt, das ist eine politische Stadtteilentwicklungsfrage, erwartet man von Politikern, dass sie genau an der Stelle die Anliegen der jungen Menschen weiterbringen“, meinte Volker Beckmann von der Steuerungsgruppe Fairtrade Town-Remscheid.

Altenberger Erklärung unterzeichnet

Kooperation der Bergischen Städte und Kreise besiegelt.

Drei Kreise und vier Städte unterzeichneten gestern im Haus Altenberg in Odenthal eine Kooperationsvereinbarung, in der es um die Zukunft des Bergischen Landes geht. Es geht darum, sich gemeinsam im Rahmen der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft Bergisch Land (KAG) den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Kooperation für Projekte, die nicht an Stadt- und Kreisgrenzen Halt machen können – wie zum Beispiel im Bereich Verkehr oder Infrastruktur – und das sich gleichermaßen Sichtbar-Machen, das sind die Ziele der Altenberger Erklärung.

„Wir müssen ein Ausrufezeichen in NRW setzen“, so Solingens Oberbürgermeister Tim O. Kurzbach und stellvertretender Vorsitzender der KAG. „Als Städtedreieck sind Remscheid, Solingen und Wuppertal ein starker Industriestandort, aber selbst die KAG als Förderkulisse ist noch zu klein. Wir Bergischen brauchen eine starke Vernetzung“, warb er für überregionale Bündnisse.

Rund 80 politische Vertreter der KAG-Städte Leverkusen, Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie des Rheinisch-Bergischen, des Oberbergischen Kreises und des Kreises Mettmann waren vertreten, als der Präsident der Bergischen IHK Wuppertal-Solingen-Remscheid, Thomas Meyer, die Stärken des Bergischen Landes resümierte: ein starker, innovativer Industriestandort, mit einer hohen Exportquote und geprägt von vitalen, kleinen und mittleren Unternehmen. „Wir müssen die bergische DNA wieder entfesseln“, forderte er. Um die Region stärker ins Blickfeld der Landesregierung zu rücken, sei es wichtig, die Stimme zu erheben, eine Delegation aus dem Bergischen sollte daher das direkte Gespräch mit dem NRW-Wirtschaftsminister und dem Ministerpräsidenten suchen.

Die Altenberger Erklärung ist ein Instrument dazu: „Als KAG stehen wir dafür ein, unsere Identität als Bergisches Land nicht zu verlieren und gleichwohl die Zukunft neu zu gestalten. (…) Wir werden die Mobilität zwischen dem Bergischen Land und der Rheinschiene vernetzt denken und dafür sorgen, dass neue Bürger im Bergischen Land ihr Zuhause finden können. Wir werden den digitalen Strukturwandel der regionalen Wirtschaft unterstützen und damit neue Lebens- und Arbeitswelten für alle ermöglichen. (…) Wir werden unser Bergisches Land als Freizeit- und Kulturraum profilieren und seine Vielfalt für Touristen, aber auch für Unternehmen und Fachkräfte sichtbar machen. Dafür werden wir gemeinsam regionale und interkommunale Projekte entwickeln und uns in der Tradition der KAG gemeinsam um die erforderliche Unterstützung von Land, Bund und EU einsetzen.“ So ein Ausschnitt aus der Erklärung.

„In Zeiten der Globalisierung wollen wir gemeinschaftlich nach vorne gehen, um diesen starken Wirtschafts- und Lebensraum zu entwickeln. Die Altenberger Erklärung ist ein überparteiliches Bündnis mit hoher Vertrauenskultur“, so Uwe Richrath, Oberbürgermeister von Leverkusen und Vorsitzender der KAG. Er appellierte an die politischen Vertreter, Inhalt und Idee der Altenberger Erklärung mitzunehmen und im politischen Alltag mitzudenken.

Vereinsvorsitzende fragen – der Kulturdezernent antwortet

Annäherung der Stadtteilbibliothek an den „Dritten Ort“ wird zum Thema.

Wie in der vorigen Ausgabe berichtet, nahm sich der Kulturausschuss in seiner Sitzung am 12. März 2019 der Stadtteilbibliothek Lüttringhausen an und zwar unter der Überschrift „Überlegungen zum Standort“.

Im Publikum: Hans-Ulrich Hochfeld, Vorsitzender der Lütteraten, die seit 2016 anmahnen, dass der derzeitige Standort in der Gertenbachstraße beträchtliche bauliche und hygienische Mängel aufweist; die Stadtteilbibliothek Lennep zeige im Kontrast dazu, wie eine zeitgemäße Raumgestaltung zur zeitgemäßen Erfüllung des Weiterbildungsauftrages einer öffentlichen Bücherei beitrage. Ebenfalls im Publikum: Ulrich Banck, Vorsitzender des Vereins „Wohnraum 55+“, der sehr daran interessiert ist, auf dem ehemaligen Schulgelände Eisernstein ein Mehrgenerationen-Wohnen zu realisieren; in dem zu errichtenden Neubau könnten doch die Büchereiräume den aktuellen Standards entsprechend untergebracht werden.

Was Banck und Hochfeld hörten, waren die Ausführungen des Kulturdezernenten Sven Wiertz (SPD): Die Prüfung der Situation in der Gertenbachstraße durch die Verwaltung habe ergeben, dass sich eine Kundentoilette dort einrichten ließe, aber nur im oberen Bereich, was ihre barrierefreie Erreichbarkeit vereitele. Die Art und Weise, in der sich die Bücherei über drei Ebenen verteile, so Wiertz weiter, erlaube hier definitiv keine barrierefreie Erschließung! Deshalb habe die Verwaltung im Januar 2019 zu untersuchen begonnen, ob die leerstehende Wache der Freiwilligen Feuerwehr zum neuen Domizil der Bibliothek umgebaut werden könnte, wobei dann, wie Wiertz betonte, „die Erfordernisse einer Bibliothek als dritter Ort“ Berücksichtigung fänden. Weil die Verwandlung einer Löschfahrzeughalle in einen außerhäusigen und außerbetrieblichen Treffpunkt mit kulturellem Akzent kein Kinderspiel und außerdem der Denkmalschutz zu beachten sei, erweise sich die Prüfung als anspruchsvoll. Sobald die Arbeitsgruppe, der Entsandte des Kommunalen Bildungszentrums, des Gebäudemanagements, der Bauordnung, der Unteren Denkmalbehörde, der Liegenschaftsverwaltung und der GEWAG angehören, zu einem Ergebnis gekommen sei, würden die politischen Gremien unterrichtet.

Da nach dem Empfinden der Lüttringhauser Vereinsvertreter in den Darlegungen des Kulturdezernenten wichtige Punkte unberührt geblieben waren, legten sie ihm diese am 18. März per E-Mail vor und erhielten seine Stellungnahme noch am selben Tag.

Sven Wiertz SPD), Remscheids Kulturdezernent. | Foto: offiziell
Sven Wiertz SPD), Remscheids Kulturdezernent. | Foto: offiziell

Auf die Frage, wann die Verwaltung den Mietvertrag für die Räume in der Gertenbachstraße zu kündigen gedenke, um eine automatische fünfjährige Vertragsverlängerung zu vermeiden, antwortete Wiertz: „Über den Zeitpunkt und die Modalitäten einer Kündigung kann erst nach Abschluss der Prüfung entschieden werden.“

Auf die Frage, welche Raumgrößen und welche Ausstattungen die Prüfgruppe in der Verwaltung für erforderlich hält, damit eine attraktive Bibliothek entstehe, antwortete Wiertz: „Die Raumgrößen und die Ausstattung sind Gegenstand der Prüfung und beruhen auf den Vorstellungen des Kommunalen Bildungszentrums (vgl. den Vortrag von Frau Grüdl-Jakobs zur Bibliothek als „Dritter Ort“).“

Auf die Frage nach der Raumgröße, die die alte Feuerwache der Bibliothek bieten könnte, antwortete Wiertz: „Die in Erwägung gezogenen Flächen stellen in allen bisherigen Modellen eine Vergrößerung gegenüber dem bisherigen Standort dar.“

Auf die Frage, inwieweit bei der Einrichtung einer Bibliothek in der denkmalgeschützten Feuerwache auf Landesmittel zurückgegriffen werden könnte, antwortete Wiertz: „Für den Neu- bzw. Umbau von Bibliotheken stehen keine Förderprogramme zur Verfügung. Die Bezirksregierung Düsseldorf hat jedoch avisiert, dass die Ausstattung im Rahmen eines modernen Bibliothekskonzeptes gefördert werden könne. Inwieweit Mittel der Denkmalförderung beansprucht werden können, wird noch zu erörtern sein.“

Auf die Frage, ob die Verwaltung weitere Pläne verfolge, falls die Fahrzeughalle der alten Feuerwache sich als ungeeignet erweisen sollte, antwortete Wiertz: „Die Verwaltung konzentriert sich auf die gegenwärtige Prüfung.“

Auf die Frage, ob ihm, dem Kulturdezernenten, das Baukonzept des Heimatbundes, der Lütteraten und des Vereins Wohnraum 55+ für das Gelände der abgebrannten Schule Eisernstein bekannt sei, antwortete Wiertz: „Ja, da es im Rahmen des Neujahrsempfangs des Heimatbundes vorgestellt wurde, an dem ich teilgenommen habe.“

Kreispokal-Halbfinale am Dienstagabend

SG Hackenberg – FC Remscheid

Der Fußballkreis 14 Remscheid sucht in der kommenden Woche seine Finalisten im Kreispokal. In den beiden Halbfinalen trifft zum einen die TG 04 Hilgen auf den Bezirksliga Tabellenführer SV 09/35 Wermelskirchen. Im zweiten Halbfinale muss der Landesligist FC Remscheid zum Kreisligisten SG Hackenberg reisen. Auf dem Papier sicherlich eine klare Angelegenheit. Jedoch muss der FCR auf der Sportanlage Hackenberg auf der ungeliebten Asche antreten. Ein Geläuf an das die Landesliga-Kicker nicht gewöhnt sind. Trotzdem ist man sich im Lager der Remscheider sicher das Spiel für sich zu entscheiden: „Wenn die Einstellung stimmt, werden wir das Spiel gewinnen,“ heißt es aus dem Umfeld der Remscheider. Der Pokal hat seine eigenen Gesetze. Anstoß ist am Dienstagabend um 19:30 Uhr auf der Sportanlage Hackenberg.

Volles Haus bei der Immobilienbörse

Stadtsparkasse Remscheid bot breites Programm rund um das Zuhause.

Alljährlich veranstaltet die Stadtsparkasse Remscheid in der Hauptgeschäftsstelle in der Alleestraße eine große Immobilienbörse im Stil einer Hausmesse. Insgesamt 31 Anbieter präsentierten ein großes Angebot rund um das eigene Zuhause. Jeder Themenbereich wurde behandelt: Vom Erwerb einer Immobilie über die Renovierungen von Fassade und Fenstern, über den Innenausbau bis zur Kanalsanierung.

Nachhaltig für die Umwelt

Für die Schreinerei Jens Sablotny gilt der Sparkassentermin alljährlich als gesetzt. „Am meisten werden Haustüren, Einbruchschutzmaßnahmen und Fenster nachgefragt, aber es geht auch um Innenausbau- oder individuelle Möbelstücke“, berichtet Karin Sablotny. Viele Kunden ließen sich auch von der Präsentation oder einer umfassenden Beratung inspirieren und meldeten sich erst deutlich später nach ausführlichem Studium des Informationsmaterials zurück. Das Schreinerhandwerk ist beim Thema Umweltschutz zukunftsweisend: „Wir sind ja, sogar traditionell gesehen, genau auf dieser Linie. Wir produzieren Dinge, die eine lange Haltbarkeit haben, bei uns wird ja kein Wegwerfprodukt hergestellt“, erklärt Frau Sablotny den großen Vorteil von Individualanfertigungen auf Kundenwunsch. Es werde nur produziert, was auch bestellt sei und benötigt werde.

Kurt-Peter Friese, Geschäftsführer vom Maler-Direkt-Service MDS, im Kundengespräch. | Foto: Sascha von Gerishem
Kurt-Peter Friese, Geschäftsführer vom Maler-Direkt-Service MDS, im Kundengespräch. | Foto: Sascha von Gerishem

Ähnlich schaut es auch beim Maler-Direkt-Service MDS aus, die zum zweiten Mal in Folge an der Börse teilnahmen: „Auch bei uns wird das Thema Umweltschutz immer größer geschrieben. Die Materialien ändern sich, in erster Linie bei der Wärmedämmung. Früher wurde mit Polystyrol gearbeitet, heute sind wir fast gänzlich auf mineralische Produkte umgestiegen, wie Steinwolle oder Mineralwolle als Wärmedämmträger, da wird dann auch mit Naturputzen die Oberfläche bearbeitet. Da gibt es mineralische Putze oder mineralische Farben, auch im Innenbereich“, weiß Geschäftsführer Kurt-Peter Friese zu berichten.

Thomas Stennmanns und Michael Haybach beraten Familie Ulrich, die auf der Suche nach einem Zweifamilienhaus sind. | Foto: Sascha von Gerishem
Thomas Stennmanns und Michael Haybach beraten Familie Ulrich, die auf der Suche nach einem Zweifamilienhaus sind. | Foto: Sascha von Gerishem

Vornehmlich im Bereich Wohnimmobilien im kleinstädtischen Umfeld ist das kleine Maklerbüro Stennmanns Immobilien aktiv. „Wir haben Auftraggeber, die uns auf der Messe besuchen kommen, um zu hinterfragen, wie es mit dem Verkauf läuft oder ob Interessenten dagewesen seien. Es kommen aber auch neue Interessierte vorbei, die sich gerne allgemein informieren wollen. Unterm Strich hat unser Publikum schon ganz genaue Vorstellungen“, sagt Firmeninhaber Thomas Stennmanns. Energetik sei beim Thema Neubau ein wichtiger Punkt, nach welchen Gesichtspunkten der Baukörper erstellt werde oder die Energieeffizienz, bei Bestandsimmobilien werde das aber weniger nachgefragt, „es sei denn, es ist ein Kapitalanleger oder Investor, da sieht das anders aus.“

Fabian Günther, Leiter des ImmobilienCenters der Stadtsparkasse Remscheid, präsentiert die Erdelen-Terrassen. | Foto: Sascha von Gerishem
Fabian Günther, Leiter des ImmobilienCenters der Stadtsparkasse Remscheid, präsentiert die Erdelen-Terrassen. | Foto: Sascha von Gerishem

Eine durchweg positive Bilanz zieht Fabian Günther, Leiter des ImmobilienCenters der Stadtsparkasse Remscheid: „Schon seit zehn Uhr ist hier viel zu tun, ein Gespräch reiht sich ans nächste, die Resonanz ist super. Unsere Neubauprojekte, wie die Erdelen-Terrassen und die Königstraße, kommen sehr gut an, wir sind sehr zufrieden.“ Bei Quadratmeterpreisen in Remscheid, die teilweise deutlich unter den Preisen der Nachbarn aus Wuppertal und Solingen liegen, verwundert der anhaltende Boom kaum. Mit der 10. Immobilienbörse wird die Erfolgsgeschichte im nächsten Jahr dann sicher weitergeschrieben.

Die neue Plogging-Saison startet

Sportbund, Sportjugend, TBR und Lüttringhauser.de laden an die Eschbachtalsperre.

Der Frühling hält endlich auch mit zum Datum passendem Wetter Einzug ins Bergische Land. Die Spaziergänge werden wieder länger, die Anzahl der Menschen, die in Wald und Flur ohne Hund unterwegs sind, nimmt wieder zu.

Mach mit, bleib fit!

Plogging ist der Sport für alle, die sich gerne zu Fuß in der Natur bewegen und dabei -ganz nebenbei- etwas Gutes für die Umwelt tun wollen, denn man befreit die Umwelt von Müll. Plogging ist eine Trendsportart aus Skandinavien. Es handelt sich um ein Kunstwort, das aus den Teilen „plocka“, schwedisch für „aufsammeln“ und „Jogging“ zusammengesetzt ist. Man muss aber kein Dauerläufer sein, um mit den #PLOGGERS unterwegs zu sein. Es werden auch Plogging-Varianten vorgestellt, die besonders für Kinder oder Senioren geeignet sind, bei denen etwa der Spaß oder gelenkschonende Sportübungen im Vordergrund stehen.

Beim Ploggen steht man zu seiner Verantwortung für sich und seine Gesundheit und Umwelt. Es ist eine Möglichkeit, um sich gemeinsam mit anderen, oder allein, in der Natur aufzuhalten, Spaß zu haben und ein kleines Stück weit die Welt zu retten. Treff: 30. März um 10 Uhr am Parkplatz Eschbachtalsperre.

www.ploggers.de

LTV feiert 150. Geburtstag

Zu seinem stattlichen Vereinsjubiläum feiert der Lüttringhauser Turnverein am 13. und 14. Juli ein großes Bürgerfest auf der Heimatspielbühne.

Als der Lüttringhauser Turnverein 1869 gegründet wurde, war die Eisenbahnlinie Rittershausen Ronsdorf-Lüttringhausen-Lennep-Remscheid erst gerade eröffnet, das Rathaus an der Rathausstraße, der heutigen Gertenbachstraße, noch nicht erbaut, Lüttringhausen noch eigenständig und bis zur Gründung des Heimatbundes sollten noch mehr als fünfzig Jahre vergehen.

Im Herzen der Altstadt

Das 150. Jubiläum soll entsprechend groß und fröhlich gefeiert werden. Und wenn ein Verein von sich selbst sagt: „Wir sind doch nur ein Dorfverein!“, dann ist es nur konsequent, wenn auch mitten im Dorf gefeiert wird, zwei Tage lang auf der Heimatspielbühne im Herzen der Lütterkuser Altstadt. Am Samstag, 13. Juli geht es abends ab 17 Uhr los. Oliver Hanf and Friends sind eingeladen, um die eigentliche Geburtstagsparty zu rocken. Am Sonntagmorgen, 14. Juli, geht es bei einer Feierstunde mit Gästen, wie dem Oberbürgermeister oder der Vorsitzenden des Heimatbundes, gemütlicher zu: „Wir wollen samstags Party machen für alle die möchten, aber bei 150 Jahren Turnverein muss man ja doch auch hier und da mal jemanden einladen, aber dann nicht mit Krawatte, sondern locker – Sportverein halt“, grinst Frank Hackländer, Leiter der Handballabteilung.

Eine große Bühne wird auf dem Gelände der Heimatspielbühne aufgebaut, Markus Kärst und sein eventerfahrenes Team vom Hotel Restaurant Kromberg übernehmen das komplette Catering. Für das Fest soll trotz der Band kein Eintritt erhoben werden. Darum hat sich der Verein überlegt, einen Spendenaufruf zu starten, und setzt zusätzlich auch auf Synergieeffekte durch eine Kooperation mit dem Kulturkreis im Heimatbund, „dass der sich mit seinem Latino-Festival im Anschluss an unser Jubiläum dranhängt hat den Vorteil, dass wir gemeinsam werben können und wir für Sonntag noch einen Punkt haben, wo die Leute vielleicht sagen ‚ach, guck mal, da können wir ja noch länger bleiben‘, und natürlich können die Kosten für die Bühne geteilt werden“, freut sich Vorsitzender Jörg Michael Adams. Schließlich liegt der Termin für das Jubiläum in den Sommerferien: „Eigentlich wollten wir schon eine Woche früher feiern, aber das haben wir verworfen, weil da schon der Bergische 24-Stunden-Lauf ist, und da will man sich als Sportler ja nicht in die Quere kommen. Es ist zwar ein nicht ganz so glückliches Datum, wegen der Sommerferien, aber auf der anderen Seite, nur maximal die Hälfte von Lüttringhausen kann im Urlaub sein“, lacht der Vorsitzende.

Das Jubiläum unterstützen

Wer das Jubiläum mit einer Spende unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen einen Betrag nach Wahl zu überweisen, die Volksbank im Bergischen Land legt in ihrem eigenen Jubiläumsjahr zu jeder Spende noch etwas dazu. Viele schaffen mehr.

LTV: Lüttringhauser Turnverein
Volksbank im Bergischen Land
DE16 3406 0094 0104 6100 73

Von der Liebe in 22 Episoden

Maren Donner und Friedolin Obersteiner gaben beeindruckendes Konzert in der Goldenberger Kirche.

Wer noch nie einen Countertenor hat singen hören, mag – wenn es denn einmal soweit ist – zunächst einmal überrascht sein, möglicherweise irritiert: Können Männer derart hoch singen? mag man sich fragen. Sie können, wenn es auch nicht leicht ist. Durch Brustresonanz und ausgeklügelte Kopfstimmentechnik können die Countertenöre in den Altbereich vorstoßen, manche gar wagen sich in Sopranhöhen.

Lieder über die Liebe

„Liebe“ war am vergangenen Samstag das Thema in der Goldenberger Kirche. Der Zusatz zum Titel lautete: „Rufe später zurück!“ Und das nicht ohne Sinn: Friedolin Obersteiner und Maren Donner nahmen sich den Verlauf eines Chats (Online-Unterhaltung) vor, um Lieder über die Liebe zu spielen und zu singen, teils aus der Romantik, teils aus der Klassik, aber auch die Moderne wurde effektvoll bedacht. Die Texte wurden allesamt im Original vorgetragen: Zu deutsch gesellte sich Englisch und Französisch.

Obersteiner ist ein Phänomen. Nicht nur, dass er die Technik eines Countertenors perfekt beherrscht, kann er auch die Texte der vorgetragenen Lieder gestalten, mit Modulation, mit sparsamen, jedoch ungemein effektvollen Gesten, mit Volumen. Leicht füllt seine Stimme auch ohne Mikrophon die Kirche. Zunächst mag man die Romantik als seine Stärke ansehen (oder besser: anhören), denn seine Versionen von Schumanns „Widmung“ oder Schuberts „Rastlose Liebe“ sind schon famos. Bei diesem Duo versteht man auch wieder, welch schönes und unspektakuläres Meisterwerk „Der Lindenbaum“ von Franz Schubert ist.

Aber auch die Moderne beherrscht der Sänger: Moritz Eggerts Liebeserklärung, mit rhythmisch sehr komplizierten Abschnitten in abenteuerlichen Taktarten, muss man sich erstmal zu singen trauen. Auch die anderen Beispiele für moderne Liedkomposition (Rihm / Poulenc) gelangen dem österreichischen Countertenor famos. Nicht zu vergessen die beschwingte Komposition von Gustav Mahler.

Stimmungen wechselten effektvoll

Über Maren Donner haben wir an dieser Stelle schon ausführliche Widmungen geschrieben. Allenfalls könnte man noch fragen, ob sie als Solokünstlerin mehr überzeugt oder als Liedbegleiterin. Gerne erinnert man sich an ihre fulminante Stunde vor einigen Wochen in der Kirche Hl. Kreuz. Aber ihr Spiel als Begleitung für eine Sängerin oder einen Sänger hat unbestritten auch was, und Friedolin Obersteiner badete gleichsam im sicheren Grund von Maren Donners Spiel, das für jeden Vokalisten ein Traum sein muss.

Das einstündige Programm, aufgeteilt in zweiundzwanzig Lieder, die teilweise nicht länger als eine dreiviertel Minute dauerten, war ausgewogen und reif in Dynamik und Dramatik. Die Stimmungen wechselten effektvoll. Wie sagte eine Besucherin des Konzertes im Anschluss: „So etwas hört man nicht oft.“ Das ist wohl wahr, und wenn dann noch die Musik derart beseelt daherkommt, dann darf man sich darüber freuen, dabei gewesen zu sein.

Nicht nur der Kulturkreis im Heimatbund Lüttringhausen, der das Duo eingeladen hatte, darf sich in diesem Jahr über ein weiteres Konzert unter Beteiligung von Maren Donner freuen. Natürlich werden wir berichten.

Schiebedach bei voller Fahrt gesplittert

Gestern Nachmittag (26.03.2019, 15:10 Uhr), kam es auf der A1 zu einem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr. Ein Ehepaar aus Remscheid fuhr in Richtung Köln, als in Höhe der Fußgängerüberführung Gustav-Kottsieper-Steg (im Bereich des Garschager Waldes), ein noch unbekannter Gegenstand auf das Dach des Daimlers krachte.

Da in Sichtweite kaum andere Fahrzeuge zu sehen waren, ist davon auszugehen, dass Unbekannte einen Gegenstand von der Brücke auf das darunter fahrende Auto warfen. Durch das splitternde Glasschiebedach erlitt der 60-jährige Fahrer leichte Verletzungen. Am Fahrzeug entstand ein Sachschaden von circa 8000 Euro.

Hinweise an die Polizei

Wer hat verdächtige Personen gesehen oder sonstige auffällige Beobachtungen auf der Brücke machen können? Die Polizei bittet Zeugen sich unter der Rufnummer 0202/284-0 zu melden.

www.blaulicht-remscheid.de | www.blaulicht-wuppertal.de

Big Point: FCR holt wichtigen Dreier im Abstiegskampf!

Buscemi mit „Tor des Tages“ | „Stano“ kommt zurück | Sonntag nach Jüchen-Garzweiler

FC Remscheid – VfR Fischeln-Krefeld 2:1 (1:1) – Der FCR setzt erneut einen Big Point im Abstiegskampf. Gegen den Tabellenachten VfR Fischeln erkämpften sich die Bergischen einen wichtigen 2:1-Heimerfolg. Touré Moussa kurz vor dem Pausentee und Michele Buscemi (71.) trafen für die Röntgenstädter und sicherten einen wichtigen Dreier im Abstiegskampf.

Tauschel rettet den Sieg mit dem Schlusspfiff

Nach dem Schlusspfiff sprach keiner mehr über die desolaten ersten 40 Minuten, die in der 39. Minute auch das 0:1 für die Gäste aus Krefeld zur Folge hatte. im Gegenteil, die Leistungssteigerung nach dem Gegentreffer wurde wohlwollend diskutiert. FCR-Trainer Acar Sar war nach dem Spiel dennoch zufrieden: „Sicherlich keine Glanzleistung von uns heute. Aber nach dem Wechsel haben wir uns den Sieg hochverdient. Das war kämpferisch und spielerisch absolut in Ordnung,“ so der FCR-Coach. Fast wäre der Sieg in der Schlussminute noch hergegeben worden. Der Krefelder Gianni Wittenberg kam aus drei Metern vor dem Tor frei zum Schuss – scheiterte jedoch am FCR-Keeper Nico Tauschel.

Am Sonntag geht es für den FCR zum VfL Jüchen Garzweiler. Mittlerweile auf dem Papier eine klare Angelegenheit. Während die Gäste auf dem Vorletzten Tabellenplatz stehen, kletterte der FCR in den letzten Wochen auf Platz neun der Tabelle. Doch Vorsicht sei geboten, allen Remscheidern ist immer noch die 2:1-Niederlage beim Tabellenletzten Holzheimer SG in Erinnerung. Anpfiff ist am Sonntag um 15 Uhr auf der der Sportanlage Stadionstraße in Jüchen.

Auch Yamaura und Buscemi verlängern

Eine erfreuliche Nachricht gab der FCR noch in der vergangenen Woche bekannt. Nach nur einem Jahr kommt Stürmer Aleksander Stanojevic zurück zum FC Remscheid. Stanojevic wechselte in dieser Saison zum TVD Velbert. Stanojevic erzielte in der Saison 17/18 20 Tore für den FCR und war maßgeblich am Klassenerhalt der Bergischen beteiligt. In dieser Saison kam “Stano” wie er liebevoll genannt wird beim TVD auf 3 Treffer bei 22 Einsätzen. Yura Yamaura und Michele Buscemi verlängerten Ihre Verträge ebenfalls um ein Jahr.

Remscheid brummt in den Köpfen

Logo und Video: Wettbewerb für kreative Remscheider Schüler*innen.

„Naturschutz in einer Stadt ist eine ‚Neverending Story‘“, zeigt sich Jörg Liesendahl, Diplom-Biologe an der Natur-Schule Grund, überzeugt. Man darf nicht stehenbleiben und sich auf dem bisher erreichten ausruhen, es muss immer weiter gehen. Es sei wichtig mit Kindern die Umwelt schon früh zu erleben und sie davon zu überzeugen, wie unverzichtbar die Insekten dazugehören, auch diejenigen, die kaum wahrnehmbar sind, oder die nicht so niedlich sind.

Kinder aktiv einbeziehen

Besonders erfolgversprechend kann das aktive Einbinden der Kinder in Naturbelange sein. Als erfolgreiches Vorbild dient die Grundschule Hasten, die gemeinsam mit der Offenen Ganztagsgrundschule ein Gartengrundstück gepachtet hat, um dort diverse Aussaat- und Anpflanzungsversuche mit den Kindern zu starten. Für Kinder ist es ungleich spannender, wenn sie einen Insekten-Nistblock haben und beobachten können, dass dort etwa eine Biene hineinfliegt und die Öffnung später mit einem Lehmdeckel verschließt. „Dann wissen die Kinder, dass dort Eier drin liegen, das ist eine super Ausbildung“, weiß der Diplom-Biologe. Dazu sei es aber notwendig, darauf zu achten, dass ein üppiges Futterangebot bereitsteht.

Im Insektenhotel sind mit Lehmdeckel verschlossene Öffnungen, dort sind Eier abgelegt worden. Inmitten des Naturgartens finden die Insekten reichlich Nahrung. | Foto: Sascha von Gerishem
Im Insektenhotel sind mit Lehmdeckel verschlossene Öffnungen, dort sind Eier abgelegt worden. Inmitten des Naturgartens finden die Insekten reichlich Nahrung. | Foto: Sascha von Gerishem

„Kein Hotel ohne Restaurant“
Jörg Liesendahl

„Wenn man überlegt, man fängt mit Kindern in der Kita an und geht dann in der Grundschule und den weiterführenden Schulen regelmäßig damit um, in allen möglichen Ebenen, dann werden wir erleben, dass die Kinder anders aufwachsen mit Insekten“, ist sich Liesendahl sicher. Kinder können so verstehen lernen, dass ein Schmetterling eben auch eine Raupenfutterpflanze benötigt, die er dann auch fressen darf, also nicht gleich mit der Giftspritze hantiert wird. Oftmals würde der heimische Garten mittlerweile als Fortsetzung des Wohnzimmers verstanden, mit eingefriedeter Rasenfläche und ein paar Ziergehölzen, die für Insekten oft nicht genießbar sind, statt eines für Tiere attraktiven naturnahen Gartens. „Wenn wir das hinbekommen würden, dass die Kinder nach Hause kommen und fragen: ‚Wo sind denn bei uns die Schmetterlinge?‘ die dann da in einem solchen Garten nichts zu essen finden, dann können wir vielleicht auch Änderungen erzielen.“

Die Idee der aktiven Einbeziehung greift jetzt auch ein Wettbewerb auf, der alle Grundschüler*innen auffordert ein Logo für „Remscheid brummt“ zu entwerfen, das in Zukunft das Markenzeichen der Aktion sein soll. Für die weiterführenden Schulen wird, getrennt nach Sekundarstufen, jeweils ein Kurzfilmwettbewerb ausgeschrieben, in dem die Bedeutung von Insekten, teils mit wissenschaftlichem Schwerpunkt, mit deutlichem Bezug auf Remscheid Thema sein sollen. Die Gewinner werden von einer Jury gekürt, die aus städtischen Mitarbeitern und Mitgliedern des Jugendrates bestehen soll. Alle Preisträger werden am 15. Juni im Remscheider Kino geehrt. Durch Spenden und Sponsoren gibt es attraktive Geldpreise zu gewinnen. Alle Teilnehmenden erhalten darüber hinaus Sachpreise als Anerkennung für ihren Einsatz, etwa Insektenhotels, Becherlupen oder Sachbücher.

Mehr: www.remscheid-brummt.de