Neue Coronaschutzverordnung : Änderungen für den Sport

Mit Inkrafttreten der neuen Coronaschutzverordnung ab dem 22. Februar sind Sport- und Freizeitaktivitäten allein, zu zweit oder ausschließlich mit Personen des eigenen Hausstandes auf Sportanlagen unter freiem Himmel einschließlich der sportlichen Ausbildung im Einzelunterricht möglich. Mannschaftssport bleibt untersagt.

Angesichts dieser Lockerung hat der Remscheider Corona-Krisenstab am 24. Februar beschlossen, die nachfolgenden Sportfreianlagen zu öffnen:

  • Stadion Reinshagen,
  • Röntgen-Stadion,
  • Sportanlage Stadtpark,
  • Sportplatz Neuenkamp,
  • Sportanlage Bergisch Born,
  • Sportanlage Jahnplatz und
  • Sportanlage Hackenberg.

Diese Sportfreianlagen können ab sofort  im Rahmen der CoronaSchVO von Montag bis Freitag in der Zeit von 8 bis 17 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr genutzt werden. Gemeinschaftsräume, Umkleiden und Duschen bleiben geschlossen.

Wer allein, zu zweit oder mit Personen des gleichen Hausstandes auf den Anlagen Sport treibt, muss zu anderen Personen mindestens fünf Meter Abstand halten.

Ordnungskräfte sind in nächster Zeit vermehrt auf den Sportfreianlagen unterwegs, um die Einhaltung der Coronaschutzbestimmungen zu kontrollieren. Ziel aller muss es sein, dass mit maximaler Vorsicht und Rücksicht auf den Anlagen wieder Sport getrieben werden kann.

Quelle: Stadt Remscheid

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!

L418: Wartungsarbeiten und Sperrungen im Burgholztunnel

Ab Montag, 1. März, werden bis Dienstag, 16. März, im Burgholztunnel Wartungsarbeiten durchgeführt, wie der zuständige Landesbetrieb Straßen.NRW mitteilt.

Bei planmäßigem Verlauf sind folgende Verkehrseinschränkungen vorgesehen:

Südliche Tunnelröhre (Fahrtrichtung Remscheid)

Am Montag, 1. März, und Dienstag, 2. März, ist von 9 bis 17 Uhr eine einspurige Verkehrsführung eingerichtet.

In der Nacht von Montag, 8. März, 20 Uhr, auf Dienstag, 9. März, 5 Uhr, muss die südliche Röhre voll gesperrt werden. Die Umleitung für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen erfolgt durch den Kiesbergtunnel nach Elberfeld und dann über die Cronenberger Straße zurück zur L418. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen werden bereits auf der A46 im Sonnborner Kreuz auf das Sonnborner Ufer geleitet. Die weitere Umleitung erfolgt über die Friedrich-Ebert-Straße nach Elberfeld und dann ebenfalls über die Cronenberger Straße zur L418. Alle Umleitungen sind mit deutlich sichtbaren roten Punkten ausgeschildert.

Am Montag, 15. März, kann die Röhre von 9 bis 17 Uhr nochmals nur einspurig befahren werden.

Nördliche Tunnelröhre (Fahrtrichtung Düsseldorf)

Von Mittwoch, 3. März, bis Freitag, 5. März, kann hier von 9 bis 17 Uhr nur einspurig gefahren werden.

In der Nacht von Mittwoch, 10. März, 20 Uhr, auf Donnerstag, 11. März, 5 Uhr, muss die nördliche Röhre voll gesperrt werden. Die Umleitung für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen erfolgt über die Cronenberger Straße nach Elberfeld und dann in Richtung Kiesbergtunnel zurück zur L418. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen werden ab Elberfeld über die Friedrich-Ebert-Straße zum Sonnborner Kreuz geführt. Auch hier sind alle Umleitungen mit deutlich sichtbaren roten Punkten ausgeschildert.

Am Dienstag, 16. März, kann die Röhre von 9 bis 17 Uhr nochmals nur einspurig befahren werden.

Quelle: Stadt Wuppertal

Natur-Schule Grund: Über die Schonzeit für Gehölze

Jedes Jahr am 1. März beginnt die Schonzeit für Hecken und Gehölze. In der Natur-Schule Grund sprach Sascha von Gerishem für rs1.tv mit dem Diplom-Biologen Jörg Liesendahl und der FÖJlerin Miriam Lamers wozu diese Schonzeit gut und wichtig ist, was das für fleißige Gärtnerinnen und Gärtner bedeutet und worauf man auch im heimischen Garten achten kann.

Ungleiche Teilhabe: Rom*nja und Sinti*ze weiter in Bildungschancen benachteiligt

RomnoKher und Stiftung EVZ legen Studie zur Bildungsteilhabe der Minderheit vor.

Die RomnoKher gGmbH hat mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) eine neue Studie zur Lage der Sinti*ze und Rom*nja (Romani people) in Deutschland vorgelegt. Die „RomnoKher-Studie 2021. Ungleiche Teilhabe. Zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland“ untersucht die Erfahrungen und Qualifikationen von Sinti*ze und Rom*nja im deutschen Bildungssystem von der Kita bis zur Berufsausbildung.

Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Bildungssituation von Rom*nja und Sinti*ze im schulischen Bereich deutlich, aber im Ausbildungsbereich nur leicht verbessert hat. Für die Schulbesuchsquote in der Primarstufe und der Sekundarstufe 1 sind keine wesentlichen Unterschiede zwischen den befragten jungen Sinti*ze und Rom*nja und dem bundesweiten Durchschnitt zu erkennen. Im Vergleich zur RomnoKher-Studie aus dem Jahr 2011 hat sich der Anteil an Abiturient*innen von 2 Prozent (+51 Jahre) auf 17 Prozent (18-25 Jahre), von Haupt- & Realschulabsolvent*innen von 30 auf 65 Prozent erhöht. Demgegenüber fiel der Anteil der Sinti*ze und Rom*nja ohne Schulabschluss von 55 Prozent auf unter 15 Prozent. Jedoch ist der Unterschied zur Gesamtbevölkerung signifikant: Der Anteil von Erwachsenen aller Altersstufen ohne Schulabschluss liegt in der Bundesrepublik heute bei 5 Prozent. Immer noch 40 Prozent der 18- bis 50-jährigen Befragten haben keinen beruflichen Abschluss, in der Bevölkerungsmehrheit haben hingegen 10 Prozent keine Ausbildung.

„Das Menschenrecht auf Bildung spielt eine Schlüsselrolle für die gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft.“

Dr. Petra Follmar-Otto, Vorständin der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

Zudem haben 60 Prozent der befragten Rom*nja und Sinti*ze in der Schule Diskriminierung und Rassismus erlebt.

Die Studie macht gleichzeitig die gestiegenen Erwartungen und Potenziale der Minderheit deutlich. So gaben 85 Prozent der Befragten an, dass es zu ihrem kulturellen Selbstverständnis gehört, Romanes, die Sprache der Rom*nja und Sinti*ze, zu sprechen und zu pflegen. Knapp ein Viertel der Befragten spricht mindestens drei Sprachen.

Dr. Petra Follmar-Otto, Vorständin, Stiftung EVZ: „Das Menschenrecht auf Bildung spielt eine Schlüsselrolle für die gleichberechtigte Teilhabe in der Gesellschaft. Dass sich die Chancen in einigen Abschnitten der Bildungsbiographien von Sinti*ze und Rom*nja verbessert haben, kann uns ermutigen, aber nicht zufrieden stellen. Für eine vollständige Bildungsteilhabe braucht es drei Schritte: erstens gezielte Maßnahmen zur Förderung bildungsbenachteiligter Sinti*ze und Rom*nja, zweitens eine antiziganismus- und diskriminierungssensible Entwicklung des Bildungssystems und drittens die Aufnahme des Themas in die Bildungsforschung.“

Die Befragungsergebnisse zeigen auch die Langzeitwirkungen der nationalsozialistischen Verfolgung auf. Ausgrenzung und Schulverbot, Deportation und Vernichtung der Rom*nja und Sinti*ze durch die Nationalsozialisten wirken sich bis heute aus. So entstanden Bildungsdefizite in den Elterngenerationen, die Einfluss auf die Bildungschancen der Nachkommen bis hin zu heutigen jungen Sinti*ze und Rom*nja haben.

Die Europäische Kommission hat mit dem Europäischen Rahmen für Gleichbehandlung und Inklusion von Sinti und Roma bis 2030 den Kampf gegen Antiziganismus und für mehr Teilhabe europaweit aufgenommen. In Deutschland wird der im Koalitionsvertrag vereinbarte Bericht der unabhängigen Kommission Antiziganismus für Frühjahr 2021 erwartet.

Arbeit der Stiftung EVZ zur Bildungsteilhabe von Rom*nja und Sinti*ze

Die Stiftung EVZ förderte im Jahr 2011 die erste „Studie zur aktuellen Bildungssituation deutscher Sinti und Roma“. Sie nahm deren alarmierende Befunde zum Anlass, sich seitdem verstärkt für eine gleichberechtigte Bildungsteilhabe von Rom*nja und Sinti*ze einzusetzen. So richtete die Stiftung EVZ einen bundesweiten Arbeitskreis ein, der in Zusammenarbeit mit Vertretungen von Bund, Länder, Kommunen, Wissenschaft, Stiftungen sowie Sinti*ze und Rom*nja-Selbstorganisationen Empfehlungen formulierte.

Das Förderprogramm „Stärkung der Bildungsteilhabe und der Selbstorganisationen von Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland“ in Kooperation mit der Freudenberg Stiftung trägt zur Umsetzung dieser Empfehlungen bei. Die aktuelle Ausschreibung läuft bis 15. März 2021. Gesucht werden Projektideen, welche die Bildungssituation von Sinti*ze und Rom*nja verbessern und Selbstorganisationen stärken.

Über die „RomnoKher-Studie 2021. Ungleiche Teilhabe. Zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland“

Eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft der RomnoKher gGmbH organisierte die Befragung für die Studie. RomnoKher wertete 614 Interviews mit einheimischen und zugewanderten Rom*nja und Sinti*ze aus allen Bundesländern aus über 700 durchgeführten internetgestützten Befragungen von September bis Dezember 2020 aus. Die Studie füllt eine Lücke in der Bildungsforschung, denn bisher liegen kaum substanzielle Forschungen zur Bildungsteilhabe von Sinti*ze und Rom*nja in Deutschland vor. Die letzte umfangreichere bundesweite Studie wurde vor zehn Jahren durchgeführt.

Über die Stiftung EVZ

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) bezeugt die politische und moralische Verantwortung von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft für das nationalsozialistische Unrecht. Auseinandersetzung mit der Geschichte, Handeln für Menschenrechte und Engagement für Opfer des Nationalsozialismus sind die Handlungsfelder, in denen die öffentlich-rechtliche Stiftung heute tätig ist. Jährlich werden rund 300 Projekte in 20 Ländern von der Stiftung EVZ gefördert.

Gründungsziel im Jahr 2000 war, Zahlungen an ehemalige NS-Zwangsarbeiter*innen zu leisten. Die Auszahlungsprogramme dauerten von 2001 bis 2007. An 1,66 Millionen ehemalige Zwangsarbeiter*innen und Rechtsnachfolger wurden 4,4 Milliarden Euro ausgezahlt. Das Vermögen der Stiftung wurde hälftig von der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft und vom Bund eingebracht. Ein Teil des Vermögens war von Beginn an als Kapitalstiftung für die Projektförderung bestimmt.

Zeugen gesucht: Raub in Ladengeschäft

Am Dienstagnachmittag (23.02.) entriss ein unbekannter Täter während eines vermeintlichen Verkaufsgespräches dem Angestellten eines Mobilfunkgeschäftes ein iPhone 12 und flüchtete. Bei der Flucht schlug der Täter dem Mitarbeiter, der die Verfolgung aufnahm, seine Faust entgegen, sodass er ungehindert entkommen konnte.

Die Tat ereignete sich gegen 15 Uhr in einem Lokal auf der Hauptstraße; der Täter flüchtete fußläufig in den Parkweg und lief dann in die Glockengießerstraße in Richtung Ferrenberg.

Der Täter ist von schmaler Statur. Er soll circa 175cm groß und circa 25 Jahre alt sein. Er trägt schwarze, lockige Haare und war zum Tatzeitpunkt mit einer dunklen Hose, schwarzen Handschuhen, einer schwarzen Steppjacke und einer schwarzen Kappe mit auffällig weißem Schriftzug bekleidet.

Hinweise und Zeugen

Wer kann Aussagen treffen oder sachdienliche Hinweise geben? Bitte an die Polizei RheinBerg unter der Rufnummer 02202 205-0 wenden.

Corona-Krise: Remscheider Rat soll bessere Finanzierung der Kommunen fordern

Die Stadt Remscheid soll die NRW-Landesregierung und den Deutschen Bundestag offiziell auffordern, die Städte und Gemeinden in der Corona-Krise besser zu unterstützen. Eine entsprechende Resolution bringt die Fraktion DIE LINKE in die Ratssitzung am 25. Februar ein.

„Die Lage ist ernst“, sagt Brigitte Neff-Wetzel, Fraktionsvorsitzende der Remscheider LINKEN im Rat. „Wenn es bei den geplanten Regelungen bleibt, wird unserer Stadt das Geld fehlen, um halbwegs unbeschadet aus der Krise zu kommen. Am meisten werden darunter diejenigen leiden, die auf eine funktionierende soziale Infrastruktur angewiesen sind. Wir laden daher die anderen Ratsfraktionen herzlich ein, mit uns gemeinsam mehr Druck auf die Regierenden in Berlin und Düsseldorf zu machen.“

Konkret fordern die Fraktion, dass die Städte und Gemeinden zum Ausgleich der Corona-Verluste einen größeren Anteil der Umsatzsteuer zugewiesen bekommen. Außerdem soll das Land den geplanten Finanzausgleich als Zuschuss und nicht nur als Kredit vergeben. Die Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer sollen zumindest zur Hälfte vom Land NRW ausgeglichen werden. Außerdem wird die Gründung einer NRW-Kasse zur Entschuldung der Kommunen gefordert.

Dieb schlägt Seitenscheibe am Pkw ein

Gestern Nachmittag (23.02.) hat ein bislang unbekannter Dieb die zehnminütige Abwesenheit einer Autobesitzerin genutzt, um die Seitenscheibe an ihrem Seat einzuschlagen.

Die Besitzerin stellte ihren Pkw gegen 16:38 Uhr am Fahrbahnrand der Straße Sandbüchel in Alt-Refrath ab und ging mit ihren Hunden im Wald spazieren. Als sie wenig später zurückkam, war die Seitenscheibe eingeschlagen und von der Rückbank fehlte eine Handtasche mit Handy und Schlüsselbund. Auf dem Boden vor der eingeschlagenen Scheibe lag ihre Geldbörse, die vom Täter zurückgelassen wurde.

Die Fahndung nach dem Täter verlief bislang negativ.

Hinweise und Zeugen

Wer kann Aussagen treffen oder sachdienliche Hinweise geben? Bitte an die Polizei RheinBerg unter der Rufnummer 02202 205-0 wenden.

Schwerer Verkehrsunfall auf der Hüttenstraße

Am Dienstag wurde ein 43-jähriger Motorradfahrer bei einem Verkehrsunfall auf der Hüttenstraße schwer verletzt.

Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr der Hattinger mit seiner Ducati auf der Hüttenstraße aus Richtung Kosterbrücke auf die Kreuzung zur Marxstraße zu. Er fuhr bei Rotlicht in den Kreuzungsbereich und stieß gegen den VW Golf eines 49-Jährigen, der auf der Marxstraße fuhr und bei Grünlicht nach links in die Hüttenstraße abbiegen wollte.

m Einmündungsbereich kollidierten beide Fahrzeuge, woraufhin der Motorradfahrer die Kontrolle über sein Krad verlor und ca. 100 Meter später zum Liegen kam. Er verletzte sich dabei lebensgefährlich und musste mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Kreuzungsbereich wurde für die Zeit der Unfallaufnahme, komplett gesperrt. Auch ein Rettungshubschrauber wurde eingesetzt, auf einen Transport des Verletzten wurde jedoch verzichtet.

„Von Ohligs nach Auschwitz“: Ausstellung im ehemaligen Geschäftshaus der Familie Davids

Bis Ende März wird an Ohligser Händler erinnert, die emigrieren mussten oder deportiert wurden.

„Von Ohligs nach Auschwitz“ ist eine Ausstellung überschrieben, die seit dem Wochenende in den Schaufenstern des ehemaligen Wohn- und Geschäftshauses der Familie Davids an der Düsseldorfer Straße 40 zu sehen ist. Am Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus hatten der Verein Max-Leven-Zentrum Solingen e.V. und das Stadtarchiv Solingen bereits an den NS-Terror gegen jüdische Kaufleute an der Düsseldorfer Straße erinnert. Aufgrund der vielen Nachfragen entwickelten die Designerin Daniela Tobias und der Historiker Armin Schulte aus dem Vortrag die thematischen Banner, die jetzt an historischem Ort inistalliert wurden. Die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Solingen-Ohligs vermittelte für die Ausstellung das zur Zeit leer stehende Ladenlokal, das 1907 von dem jüdischen Ehepaar Georg und Jenny Davids an der Ecke Düsseldorfer / Forststraße erbaut wurde. Gloria Göllmann, Geschäftsführerin der ISG, sieht im Erinnern eine Verantwortung und eine Geste der Menschlichkeit: „Die Händler damals setzten sich genauso leidenschaftlich für die Entwicklung ihres Stadtteils ein wie wir heute. Dieses Quartier im 21. Jahrhundert menschlich, sozial und nachhaltig zu gestalten, setzt auch das nötige Geschichtsbewusstsein voraus.“

„Unvorstellbar, dass diese Menschen aus unserer Mitte vertrieben und ermordet wurden.“

Tim Kurzbach, Oberbürgermeister der Stadt Solingen

„Familien wie die Davids, Steegs und Steinbergers kamen um die letzte Jahrhundertwende nach Ohligs und wurden zu erfolgreichen Geschäftsleuten“, erinnert Oberbürgermeister Tim Kurzbach – und betont: „Sie engagierten sich nicht nur in ihrer Synagogengemeinde, sondern übernahmen auch im Gewerbeverein, in der IHK oder in Parteien Verantwortung.“ Es sei „unvorstellbar, dass diese Menschen aus unserer Mitte vertrieben und ermordet wurden“. Auch deshalb sei die Ausstellung ein wichtiger Beitrag zum aktuellen Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland„: „Wir sehen in Ohligs, wie schleichend eine gut funktionierende Nachbarschaft vergiftet wird, wenn dem Antisemitismus nicht frühzeitig und mit allem Nachdruck Einhalt geboten wird.“

„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts waren die jüdischen Kaufleute an der Düsseldorfer Straße fester Bestandteil des aufstrebenden Ohligser Zentrums“, bestätigten die Ausstellungsmacher Daniela Tobias und Armin Schulte. Manufakturwaren, Weißwaren, Spielwaren, Herren- und Damenmode sowie Stahlwaren gehörten zu ihrem Sortiment. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden sie am 1. April 1933 mit dem Boykott jüdischer Geschäfte sehr schnell zum Ziel der antisemitischen NS-Propaganda. Einige trafen rechtzeitig Vorkehrungen, Deutschland zu verlassen, andere flohen nach der Pogromnacht 1938 mit ihrer letzten Habe. Für manche aber war es schließlich zu spät: „Sie wurden in den Osten deportiert und ermordet – wie Jenny und Georg Davids.“ An das Ehepaar erinnern zwei Stolpersteine vor dem Gebäude.

An das Ehepaar erinnern zwei Stolpersteine vor dem Gebäude

Ralf Rogge, Leiter des Stadtarchivs Solingen und der entstehenden Bildungs- und Gedenkstätte Max-Leven-Zentrum, freut sich, dass die Ohligser Ausstellung das Gedenken an die jüdischen Geschäftsleute und Industriellen in der Stadtgesellschaft wachhalten möchte: „Mit der Präsentation im öffentlichen Raum schaffen wir ein weiteres Angebot neben der Internetseite des Max-Leven-Zentrums, das auch in Corona-Zeiten einen einfachen Zugang zur lokalen Geschichte ermöglicht.“ Die Schicksale der Familien werden durch historische Postkarten und Annoncen, die über die Jahre im Ohligser Anzeiger erschienen, illustriert. Ergänzend zu den chronologischen Portraits der Familien vermittelt ein Banner mit Zeugenaussagen zur Pogromnacht in Ohligs den endgültigen Wendepunkt für die jüdischen Geschäftsleute. Nach dem brutalen Überfall auf ihre Läden und Wohnungen wurden auch die letzten Inhaber gezwungen, ihre Geschäfte aufzugeben.

Info: Die Ausstellung wird voraussichtlich bis Ende März im Geschäftshaus an der Ecke Düsseldorfer / Ecke Forststraße zu sehen sein.

Randalierer am Kletterwald

In der Zeit von Samstag, 16:30 Uhr bis Sonntag, 13:00 Uhr, randalierten unbekannte Personen auf dem Gelände des Kletterparks am Harkortberg in Wetter. Sie beschädigten Abgrenzungen und rissen Pfähle aus den Verankerungen. Der entstandene Sachschaden wird auf 200,- bis 300,- Euro geschätzt.

Pkw-Fahrer drängt Motorrad ab

Am 21.02. um 16:20 Uhr befuhr ein 26-jähriger Hattinger mit seinem Motorrad die Felderbachstraße. Als er einen vorausfahrenden 24-jährigen Hattinger in seinem Pkw überholen wollte, scherte dieser mehrfach nach links aus und drängte den 26-Jährigen schließlich über die Gegenfahrbahn nach links von der Fahrbahn ab.

Der 26-jährige Motorradfahrer stürzte, als er mit seinem Fahrzeug in den Grünstreifen geriet und verletzte sich dabei leicht. Der Unfallverursacher verließ zunächst die Örtlichkeit, kehrte nach Ansprache durch einen Zeugen jedoch zur Unfallstelle zurück. Bei der Unfallaufnahme stellten die eingesetzten Polizeibeamten auf richterliche Anordnung hin den Führerschein des Pkw-Fahrers sicher. Das beschädigte Motorrad wurde abgeschleppt.

Aufarbeitung des kolonialen Erbes: Deutscher Museumsbund publiziert Leitfaden

Der Deutsche Museumsbund publiziert den Leitfaden „Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten“ in der finalen Fassung. Die praktische Arbeitshilfe unterstützt Museen dabei, sich mit ihrem kolonialen Erbe auseinandersetzen und darüber in einen transparenten und konstruktiven Dialog zu treten – sowohl national als auch international. Die Publikation ist in deutscher, englischer und französischer Sprache verfügbar.

In einem vierjährigen Arbeitsprozess wurde der Leitfaden von einer interdisziplinären Arbeitsgruppe, unter der Leitung von Prof. Dr. Wiebke Ahrndt, Direktorin des Übersee-Museums Bremen, erarbeitet und erscheint nun in der dritten und finalen Fassung.

Bereichert um Beiträge von Fachkolleg*innen aus Alaska, Australien, Neuseeland und Tansania greift der Leitfaden auch internationale Perspektiven auf.

Kulturstaatsministern Prof. Monika Grütters erklärt dazu: „Für die aufrichtige Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit ist der verantwortungsvolle Umgang mit Kulturgütern aus den Herkunftsländern von großer Bedeutung. Es ist gut, und ich danke den Verantwortlichen des Deutschen Museumsbundes sehr dafür, dass die deutschen Museen jetzt mit dem neuen Leitfaden über eine praxisorientierte Arbeitshilfe zum Umgang mit ihren Sammlungsbeständen verfügen. Entscheidend sind hierbei sowohl eine offene Haltung gegenüber möglichen Rückführungen als auch eine zukunftsgewandte, respektvolle Verständigung mit den Herkunftsgesellschaften.“

„Für die aufrichtige Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialvergangenheit ist der verantwortungsvolle Umgang mit Kulturgütern aus den Herkunftsländern von großer Bedeutung.“

Prof. Monika Grütters, Kulturstaatsministerin

Prof. Dr. Wiebke Ahrndt erläutert: „Der Arbeitsprozess am Leitfaden war von Beginn an transparent und ergebnisoffen ausgelegt. Der Leitfaden wurde mit Expert*innen aus 11 Herkunftsgesellschaften grundlegend diskutiert, um deren Blickwinkel entsprechend Raum geben zu können. Internationalen Fachkolleg*innen hatten Gelegenheit, sich durch Beiträge, Rezensionen oder Stellungnahmen aktiv an der Überarbeitung der Texte zu beteiligen.“

Der von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) geförderte Leitfaden bietet eine praktische Arbeitshilfe für den Umgang mit Objekten aus kolonialen Kontexten und bei der Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften. Die Publikation richtet sich an alle deutschen Museen, denn Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten findet sich nicht nur in ethnologischen Museen, sondern in fast allen Museumssparten. Der Leitfaden ist zudem eine Informationsgrundlage zum Thema „Kolonialismus und Museen“ – für Museumsmacher*innen, aber auch für internationale Fachkolleg*innen, politische Entscheidungsträger*innen sowie Interessenvertreter*innen postkolonialer Initiativen und diasporischer Gemeinschaften.

Mit dem nun publizierten Leitfaden fordert der Deutsche Museumsbund Träger und Kulturpolitiker dazu auf, Museen darin zu unterstützen, Maßnahmen zur Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit weiter umzusetzen. „Die Aufarbeitung des kolonialen Erbes ist eine notwendige Aufgabe der Museen. Dies kann nur gelingen, wenn die Museen durch die Träger mit entsprechenden Mitteln ausgestattet werden, um ihren grundlegenden Aufgaben nachzukommen, zu denen Provenienzforschung und Digitalisierung als zentrale Bausteine gehören“, betont Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes.

Begleitet wird der Leitfaden zum Umgang mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten von einem E-Reader. Die Onlinepublikation ergänzt und vertieft den Leitfaden: Anhand von Praxisbeispielen, Richtlinien und gesetzlichen Regelungen gibt er Mitarbeiter*innen in den Museen einen umfassenden Einblick in die Arbeit mit Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, in Deutschland und international.

Leitfaden und E-Reader sind in Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich. Bestellung und Download unter: www.museumsbund.de/kolonialismus

Pilotprojekt Ronsdorf: Baulücken aktivieren

Ronsdorf wird wegweisend: Erstmals soll in Ronsdorf ein neues Konzept zur Aktivierung von Baulücken erprobt werden. Läuft der Versuch in Ronsdorf gut, wird das Konzept auch in anderen Stadtteilen zum Einsatz kommen.

Aktuell werden in Ronsdorf Grundstücke gesucht, die sich für eine Bebauung eignen. So soll neuer Wohnraum geschaffen werden, ohne dass dafür freie Flächen verbraucht werden. Dabei geht es um Baulücken zwischen 400 und 2.000 Quadratmetern im Innenbereich, auf denen bereits Baurecht besteht. Nach der Bestandsaufnahme werden die Grundstückseigentümer angeschrieben, um zu ermitteln, ob sich die Eigner eine Bebauung vorstellen könne. Stadt und Wirtschaftsförderung wollen dann bei Bedarf die Eigentümer zu einer möglichen Bebauung beraten. Bis zum Ende des Jahres will die Verwaltung die Ergebnisse auswerten und Anfang kommenden Jahres der Politik vorstellen.

#zukunftsflächen

„Wir haben uns vorgenommen, unter der Überschrift #Zukunftsflächen die knappen Flächen im Stadtgebiet intelligent zu managen, den besonderen Charakter der Stadt zu erhalten und neuen Wohnraum, aber auch Platz für die Ansiedlung von Unternehmen zu schaffen“, erläutert Oberbürgermeister Uwe Schneidewind die Gesamtstrategie, zu der auch das Ronsdorfer Pilotprojekt ein Beitrag ist.

„Ronsdorf eignet sich für ein solches Pilotprojekt besonders gut, weil es ein vergleichsweise überschaubarer Bezirk ist, der zu den nachgefragten Wohnstandorten gehört und in dem durch die erste Änderung des Regionalplans Düsseldorf keine zusätzlichen ASB-Flächen (Allgemeine Siedlungsbereiche) ausgewiesen wurden“, so Dezernent Arno Minas.

Ist das Pilotprojekt erfolgreich, und sollten die Kapazitäten für eine Ausweitung auf andere Stadtteile vorhanden sein, wird in folgender Reihenfolge vorgegangen, mit Priorität auf den Stadtteilen mit geringem Wohnungsleerstand und Nachfragedruck: Uellendahl-Katernberg, Vohwinkel, Cronenberg, Elberfeld-West, Barmen, Heckinghausen, Elberfeld, Oberbarmen und Langerfeld-Beyenburg.

Helmut Ruppert: Ein sympathischer wie überzeugender Mensch

Nachruf der SPD Remscheid auf Helmut Ruppert

Helmut Ruppert

21.12.1942 – 03.02.2021

Eigentlich können und wollen wir es nicht glauben oder wahrhaben. Die Nachricht vom Tode unseres Mitglieds Helmut Ruppert hat uns überrascht und sprachlos gemacht. Bei unseren Zusammentreffen haben wir Helmut Ruppert stets als fröhlichen Menschen erlebt, der freundlich wie energisch für seine Themen stritt: den Radverkehr, umweltbewusste Mobilität und Klimaschutz.

Als Vorsitzender der Remscheider Ortsgruppe des Verkehrsclubs Deutschland war er ein sachkundiger wie angenehmer Mitstreiter, wenn es darum ging Remscheid für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer attraktiver zu machen. Wenn er gerufen wurde, um seine Expertise und Leidenschaft für nachhaltige Mobilität oder Verkehrspolitik einzubringen, ließ er sich nicht zweimal bitten.

Helmut Ruppert kämpfte schon für grüne Themen, als diese in seiner roten Heimat, der SPD, noch ein Nischendasein fristeten. Er warb schon zu Zeiten für ein Tempolimit, als im Kanzleramt Bundeskanzler Gerhard Schröder amtierte, der ein bekennender Anwalt der Automobilindustrie war. Diskussionen über das Für und Wider ging er mit Gelassenheit und Bestimmtheit an. Er glaubte an die Kraft des besseres Arguments, weswegen er jede Diskussion stets mit seinem fast schon ansteckenden, freundlichen Lächeln beendete. Spät, vielleicht zu spät, haben wir Helmut Ruppert in unseren Reihen wiederentdeckt. Als wir im Rahmen unserer Klimaschutzwochen im Herbst 2019 nach fachkundigen Referenten suchten, hat er mehrere unserer Veranstaltungen mit seiner Sachkunde aufgewertet. In guter Erinnerung bleibt uns eine sehr erfolgreiche Podiumsdiskussion im Bahnhof Lüttringhausen über die Perspektiven des Bahnverkehrs in unserer Region. „Mit seiner sympathischen Art hatte er schon gewonnen, bevor er zu Wort kam!“, erinnert sich die Organisatorin der Klimaschutzwochen, das heutige Ratsmitglied Ursula Wilberg.