FCR: Freundschaftsspiel und 40-jähriges Jubiläum „Aufstieg in die 2. Bundesliga“

Der FC Remscheid empfängt am Mittwoch, 29. Juni 2022 um 19 Uhr den Drittligisten FC Viktoria Köln 1904 und ehrt u.a. die Aufstiegsmannschaft von 1982 zum 40-jährigen Jubiläum „Aufstieg in die 2. Bundesliga“.

Das hat bis dahin noch kein Verein geschafft. Aus der Bezirksliga mit vier Aufstiegen in nur sieben Jahren bis in die 2. Liga. Ganz Remscheid und die Region sind im Juni 1982 im Fußballrausch. Der BV 08 Lüttringhausen spielt seine dritte Saison in der Oberliga Nordrhein, der damaligen höchsten Amateurspielklasse im Land. Nach Platz drei in der Aufstiegssaison und Platz vier im darauffolgenden Jahr, sollte in der Spielzeit 1981/82 der ganze große Wurf gelingen.

Der BVL 08 gewinnt die Meisterschaft am Nordrhein am Ende souverän vor den hoch eingeschätzten Vereinen Viktoria Köln, 1. FC Bocholt und Rot-Weiß Oberhausen. Am 12. Juni 1982 war es dann so weit, der BV 08 Lüttringhausen gewinn mit 3:0 in Münster gegen Arminia Hannover und steigt in die 2. Fußball-Bundesliga auf.

Dies ist nun fast genau auf den Tag 40 Jahre her. Daher freuen wir uns, dass zu diesem Jubiläum der Drittligist FC Viktoria Köln 1904 ins Lenneper Röntgen-Stadion kommt. Vor 40 Jahren war der BVL 08 noch knapp vor den Kölnern. Heute stehen die Vorzeichen ganz anders. Während die Kölner ambitioniert in der dritten Profiliga des DFB spielen, baut der FCR ein junges und hungriges Team in der Landesliga auf, um an alte Erfolge irgendwann einmal wieder anknüpfen zu können. Zum ersten Mal in dieser Saison wird das neu formierte Team von FCR-Trainer Marcel Heinemann sich vor heimisches Publikum präsentieren.

Selbstverständlich haben wir zu diesem Jubiläum auch die Aufstiegshelden von 1982 als Ehrengäste eingeladen. Wir freuen uns, dass bislang Reinhard Schröder (damaliger Co.-Trainer), André Stocki, Kurt Balewski, Frank Werner Fuchs, Frank Kremer, Klaus-Dieter Czizewski, Peter Langer, Lothar Steinhauer, Zdenko Kosanovic und der damalige Physiotherapeut Klaus Fertig ihr Kommen bereits zugesagt haben. Mit weiteren Akteuren ist der Verein noch in Kontakt.

Ein Ganz großes Lob gilt Team-Manger Mike Zintner für die Vermittlung des Gegner Viktoria Köln und die Organisation der Ehrengäste.

Selbstverständlich werden die „Aufstiegshelden von 1982“ vor dem Spiel vor der Pressetribüne
geehrt. Ebenfalls geehrt wird die C-Junioren des FC Remscheid. Die Mannschaft von Trainer Tim
Adamek wurde in der abgelaufenen Saison Meister und Pokalsieger in Ihrer Altersklasse.
Nach dem Spiel gibt es eine Pressekonferenz mit den Trainern Olaf Jansen (Viktoria Köln) und
Marcel Heinemann (FC Remscheid) im 1908-Treff. Auch die alten Weggefährten stehen mit Sicherheit für den ein oder anderen Plausch mit den Fans vor dem 1908-Treff zur Verfügung.

Der FCR freut sich wieder den Remscheider Fußballbegeisterten ein tolles Spiel mit einem tollen
Rahmenprogramm anbieten zu können und hofft daher auf gute Kulisse im Röntgen-Stadion.

Der FCR bittet um frühzeitige Anreise, Parkplatzsituation bei Spielen während der Woche ist angespannt.

Der Verein empfiehlt die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr. Die Kasse am Haupteingang wird ab 17:30 Uhr geöffnet sein. Eintritt: Vollzahler 5.00 € / Ermäßigt 3.00 €

Goldene Ehrennadel für FCR-Schatzmeister Trögel

Der FC Remscheid freut sich mit seinem langjährigen Schatzmeister, Ralf Trögel, über die Goldene Ehrennadel des FVN. Auf dem Verbandstag des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) am 18.06.2022 in der Duisburger Mercatorhalle wurde Trögel für sein jahrelanges ehrenamtliches Engagement im Schiedsrichterwesen, in der Verbands- und Vereinslehrarbeit und im Finanzwesen des FVN durch den Präsidenten Peter Frymuth (u.a. auch DFB-Vizepräsident) und dem für das Ehrenamt zuständigen Vizepräsidenten Jürgen Kreyer, der eine sehr launige Laudatio hielt, mit die Auszeichnung verliehen.

Der FCR freut sich einen solch erfahrenen und im Verband sehr geschätzten Fachmann an seiner Seite zu wissen. Die ganze FCR-Familie gratuliert Ralf Trögel ganz herzlich zu dieser Auszeichnung und wünscht ihm für seine weitere ehrenamtliche Tätigkeit im Verband und beim FC Remscheid viel Erfolg.

Freibad Eschbachtal streicht Frühschwimmstunde

Mit großem Bedauern streicht die Stadt Remscheid ab kommendem Samstag (25.06.) die Frühschwimmerstunde von 10 bis 11 Uhr im Freibad Eschbachtal.

Der Grund hierfür ist bekannt und stellt derzeit nicht nur das Remscheider Freibad vor große Probleme. Es fehlt an nötigem Fachpersonal, gerade am Beckenrand. Deswegen haben sich die Verantwortlichen für das Freibad Eschbachtal dazu entschieden, mit dem vorhandenen Personal die allgemeine Öffnungszeit von 12 bis 18 Uhr – gerade in den anstehenden Sommerferien und an den Wochenenden – zu sichern und hierfür den Wegfall der Frühschwimmstunde in Kauf zu nehmen.

Derweil arbeitet das Freibadteam weiter mit Hochdruck, daran, neue Mitarbeitende anzuwerben. Vor allem Fachkräfte fehlen.

Wer also Interesse hat, als Badaufsicht mitzumachen, mindestens 18 Jahre alt ist und den DLRG-Silber-Schein besitzt, wendet sich bitte unbedingt an Karin Ittermann (Fachdienst Sport und Freizeit) unter der Rufnummer 16 – 31 16.

Öffnungszeiten ab Samstag, 25. Juni: Mittwoch bis Sonntag, 12 – 18 Uhr

Tarife (Eschbachtal 5, 42859 Remscheid): Erwachsene 4 Euro – Kinder- und Jugendliche 2,50 Euro und Familienkarte 10,50 Euro (10er-Karten können aus organisatorischen Gründen nicht angeboten werden.)

Antrag „Radwegverbindung“ der Fraktionen SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP

Antrag der Fraktionen von SPD, GRÜNEN und FDP zur Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Mobilität am 01.09.2022 und zur Sitzung der BV 1 am 13.09.2022

Radverbindung zwischen Bahnhof Güldenwerth – Werkzeugtrasse/Hasten und Bahnhof Güldenwerth – Remscheid Hauptbahnhof. Anbindung des Westbezirkes an Hasten und Remscheid-Zentrum

Sehr geehrter Herr Ausschussvorsitzender Schichel,
sehr geehrter Herr Bezirksbürgermeister Mähler,

die Fraktionen von SPD, Bündnis 90/ Die Grünen und FDP bitten Sie, folgenden Antrag auf die Tagesordnung der o.g. Sitzung zu nehmen.

Die Prüfung und Planung einer möglichen Radverbindung vom Bahnhof Güldenwerth bis zur Werkzeugtrasse rechtsseitig der Bahnstrecke Richtung RS-Zentrum, mit dem Ziel, den Westbezirk mit dem Remscheider Hauptbahnhof und dem Bezirk Hasten über die Werkzeugtrasse zu verbinden, wird beschlossen. Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, inwieweit die Maßnahme in die Umsetzung des bestehenden Radverkehrswegekonzept zeitnah eingefügt werden kann. Darüber sind für die oben beschriebene Maßnahme die Kosten zu ermitteln und im Hh-Plan zu etaisieren.

Begründung

Der Radweg Reinshagen – Lennep ist Teil der Vernetzung der vorhandenen Radwege der Bergischen Region zu einem attraktiven Gesamtkonzept für Berufspendler, Alltags- und Freizeitverkehr.

Unseres Erachtens sollte die Teilstrecke Reinshagen, Vieringhausen bis zum Bahnhof Remscheid planerisch vorbereitet werden.

Mit dieser Linienführung würden Ballungs- und Gewerbegebiete, Bahnhöfe, Schulen sowie touristische Attraktionen der bergischen Region für den Radverkehr verbunden und die Stadtteile Reinshagen, Hasten, Süd und Innenstadt zusammengefügt.

Durch eine Streckenführung dieses Teilstücks unmittelbar entlang bzw. unterhalb des Bahndamms würde sich die zu überwindende Steigung in Grenzen halten und wäre auch für ungeübte oder eingeschränkte Personen attraktiv und gut zu befahren.

Um den Radverkehr insgesamt zu stärken, ist es nötig, vorhandene Strukturen abseits des Kfz-Verkehrs zu nutzen, um so dem berechtigten Sicherheitsbedürfnis der Radfahrenden gerecht zu werden.

Die vorhandene B229 kann nicht für den Radverkehr von der Stadt Remscheid verkehrstechnisch erschlossen werden, da es sich hier um eine Bundesstraße handelt.

gez.

Sven Wolf
Fraktionsvorsitzender

David Schichel
Fraktionsvorsitzender

Sven Chudzinski
Fraktionsvorsitzender

Einladung zum Infospaziergang Knusthöhe/Garschagen

Die Stadt Remscheid plant ein Neubaugebiet im Bereich Knusthöhe/Garschagen. Welche Felder wären davon betroffen? Welche der landwirtschaftlich genutzten Flächen werden für die Produktion von Lebensmitteln benötigt?

Diese Fragen werden im Rahmen eines Spazierganges gestellt und diskutiert. Karl-Frieder Kottsieper, Landwirt und Vorsitzender des Remscheiders Naturschutzbeirats, wird dabei sein.

Die Remscheider Naturschutzverbände BUND, NABU, RBN beobachten die Planungen in diesem Gebiet seit Jahren mit großer Sorge und werden, soweit terminlich möglich, mitgehen.

Treffpunkt ist am 26. Juni 2022 um 11 Uhr an der Albert-Schmidt-Allee Ecke Zum Schützenfeld. Die Veranstaltung ist öffentlich und diese Einladung darf gerne weitergegeben werden.

WTT: Kino und Präsentation Theaterlabor

Das WTT Schauspiel Remscheid zeigt kommende Woche die nächste Präsentation des Theaterworkshops. Diesmal ist das Theaterlabor mit „Die zertanzten Schuhe“ auf der Bühne zu sehen. Im Seniorenkino wird der Film „Atomkraft Forever“ gezeigt.

Der Dokumentarfilm „Atomkraft Forever“ (Deutschland 2020) wird am 17. Juni ab 15 Uhr im Seniorenkino des WTT gezeigt. Der Eintritt kostet 3 Euro.

Atomkraft Forever Trailer

Die zertanzten Schuhe

Von Katharina Mosa – nach den Brüdern Grimm, eine Präsentation des Theaterlabors: Schauspielworkshop für Kinder von 8 bis 14 Jahren

Die Königin tobt. Jeden Morgen dasselbe Theater: Sie will ihre Töchter wecken, und was muss sie entdecken? Sie schlafen tief und fest und vor ihren Gemächern ein Berg zertanzter Schuhe! Die Töchter sind auch noch so störrisch, dass sie ihrer Mutter nicht verraten, wo sie die Nächte verbringen. Da nützt es auch nichts, dass die Königin nach dem Gutenachtkuss ihre Türen verschließt. Am Morgen liegen wieder zertanzte Schuhe da! Doch die Königin sieht auch nicht ein, tagtäglich neue Schuhe zu kaufen und so engagiert sie Schuster, der nicht nur so heißt, sondern seinem Namen alle Ehre macht.

Regie: Kim Preyer

Termin: Samstag 18. Juni 2022, um 16 Uhr, der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort

Westdeutsches Tourneetheater / Schauspiel Remscheid, Bismarckstraße 138 in 42859 Remscheid

Kartenreservierung

Kartenvorbestellung entweder per E-Mail: info@schauspiel-remscheid.de, per Telefon 02191 – 3 22 85 oder online auf remscheid-live.de

Weitere Informationen

Auf der neuen Website vom Westdeutschen Tourneetheater sind weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen zu finden: www.schauspiel-remscheid.de

Judoteam gegen Hannover gefordert

Zwei Wochen nach dem erfolgreichen Heimdebut in der ersten Bundesliga gegen Potsdam (9:5), geht es für das RTV JUDOTEAM am kommendem Samstag um 16 Uhr wieder um Punkte in der „stärksten Liga der Welt“. Zu Gast in der Sporthalle Neuenkamp ist das Judo-Team Hannover.

Die Saisonbilanz der Remscheider ist bislang ausgeglichen. Ein Sieg und eine Niederlage bedeuten aktuell Platz Fünf in der Tabelle. Wohin die Reise in dieser noch jungen Saison geht, weiß so recht noch niemand. Klarheit könnte der Kampf gegen die Niedersachsen bringen.

Auch auf Christos Pintsis (blau) wird es gegen Hannover ankommen. Foto: Jürgen Steinfeld
Auch auf Christos Pintsis (blau) wird es gegen Hannover ankommen. Foto: Jürgen Steinfeld

Manager Cedric Pick: „Um die Schwere der Aufgabe wissen wir. Hannover ist ein etablierter Bundesligist, welcher Jahr für Jahr mit den Toptalenten Niedersachsens an den Start geht,  die am dortigen Olympiastützpunkt trainieren. Wenn wir die schlagen wollen, muss bei uns alles passen.“

Der bislang einzige Kampf der  Hannoveraner in dieser Saison gab noch nicht allzu viele Hinweise auf die tatsächliche Leistungsstärke der Gäste. Mit 6:8 verloren die Norddeutschen knapp in Bottrop und wollen im Bergischen unbedingt ihren ersten Sieg erkämpfen.

Jesper Smink überragte zuletzt gegen Potsdam und schlug den Olympiadritten Toth. Foto: Jürgen Steinfeld
Jesper Smink überragte zuletzt gegen Potsdam und schlug den Olympiadritten Toth. Foto: Jürgen Steinfeld

Wie die personelle Situation des RTV aussieht, möchte Trainer Peter Degen noch nicht verraten: „Ich habe ein gutes Team beisammen und Jeder der auf die Matte geht,  wird sich für das Team zerreißen. Soviel kann ich sagen.“

Geschäftsführer René Endres setzt vor allem auf die Unterstützung der Zuschauer: „Die Stimmung in der Sporthalle Neuenkamp war schon gegen Potsdam überragend und hat uns getragen. Jeder der kommt, darf sich auch diesmal wieder auf hochspannende Kämpfe freuen. Und auch Judolaien werden schnell mitfiebern können. Die Judoregeln werden digital für alle schnell verständlich sichtbar gemacht.“

Tickets gibt es ab 14.30 Uhr an der Tageskasse.

Weltmusik und Improvisation

Konzert von „Obuntu“ in der evangelischen Kirche in Lüttringhausen

„Obuntu“ ist ein Wort aus der Zulu-Sprache und bedeutet sinngemäß: Ich bin, weil du bist. Das musikalische Duo möchte mit dieser Namenswahl darauf hindeuten, dass Alles mit Allem zusammenhängt, dass das Leben, das Sein, mehr ist als für sich zu sein und zu atmen. „Den Menschen nicht als Herr der Natur sehen, sondern als ein Teil von ihr.“ Das spiegelte sich im mit Wortbeiträgen ergänzten Konzert von Obuntu in der evangelischen Kirche zu Lüttringhausen wider. Gut dreißig Besucher zeigten Interesse. Tanja Kreiskott, Flötistin, Sängerin, Percussion-Frau, und Klaus Harms, Gitarrist, Bassist und auf etlichen Percussions-Instrumenten aktiv, spielten deutlich von der Weltmusik geprägte Töne und improvisierten teilweise nach Herzenslust.

Hallräume wie in einer Höhle

Die Musik ist von berühmten Kollegen inspiriert: Jan Garbareks nordeuropäische Hymnen scheinen zuweilen durch, ebenso die schamanischen Gesänge der Samin Mari Boine. Hin und wieder lugt Andreas Vollenweider hinter einer Gitarrenharmonie durch. Das Duo versteht es, zum Gewinn der Musik moderne Technik einzusetzen. So werden einige Licks oder Rhythmen gesampelt und live auf eine Endlosschleife geschickt, die die Musizierenden zu ihren Improvisationen nutzen. Auch werden angenehme Hallräume erzeugt, die zuweilen an den Klang in einer großen Höhle gemahnen. Spannende Klänge erzeugt Harms mit über dem beinahe einen Meter durchmessenden Gong, der mitten über der kleinen Bühne hängt, gestrichenen kleinen Schlegel. Töne wie aus einem Horrorfilm kurz vor der Geisterstunde. 

„Lass immer einen Platz in deinem Herzen für das Unvorstellbare“, liest Tanja Kreiskott, spielt dank Sample-Technik zweistimmig mit sich selbst und kreiert einen moderaten Rhythmus dazu. Harms wechselt zwischen diversen Saiteninstrumenten wie Gitarren, einer Geyerleier und dem Kontrabass und rezitiert Joseph Beuys wunderbaren Text „Lass dich fallen“, in dem so schöne Sätze wie „Stell dir vor, du wärst verzaubert“ und „Kichere mit Kindern und höre alten Leuten zu“ vorkommen. Die Musik dazu ist stets moderat im Tempo und stark im Gefühl. Selbst die freien Improvisationen zeigen einen großen musikalischen Kontext zwischen organisiertem Chaos und Schöngeist. Ein sehr spannendes Konzert.

Bühnenprobe für Nepomuk

Besuch einer Probe der Lüttringhauser Volksbühne vom Stück „Sechs Richtige für Nepomuk“.

„Was machst Du denn hier?“, begrüßt mich Holger Gutacker kurz hinter dem Ludwig-Steil-Platz, als ich auf dem Weg zu einer Bühnenprobe der Lüttringhauser Volksbühne bin. Holger gehört zu den fünf neuen Mitspielenden des Ensembles. Er nimmt mich gleich mit hinter die Kulissen und führt mich direkt durch Nepomuk Knallgans‘ Gasthof auf die Außenbühne. Überall herrscht entweder geschäftiges Treiben oder herzliches Töttern. Udo Leonhardt, der Spielleiter, steht etwas abseits und spricht mit der lokalen Printpresse, Frau Naber besucht die Probe auch.

Christian Wüster, der 1. Vorsitzende, begrüßt mich fröhlich: „Möchtest Du ein Bier?“ Ich wohne ja in der unmittelbaren Nachbarschaft des Heimatspielgeländes, besuche alljährlich die Bergischen Heimatspiele und schätze Christian auch als Freund und Nachbar, also sag ich natürlich ja und mache es mir bequem.

Die Bänke sind komplett neu. Die Stadt Remscheid hat die ruhige Pandemiezeit genutzt, und das Spielgelände auf Vordermann gebracht. „Ich bin da bei unserem Kulturdezernenten Sven Wiertz tatsächlich offene Türen eingerannt“, sagt Kultur-Neulobbyist Wüster und freut sich schon wieder. Überhaupt – die gesamte Stimmung auf dem Bühnengelände ist ausgesprochen fröhlich und herzlich. „Es war schon so ein tolles Gefühl, als wir in unseren Proberäumen endlich mal wieder von Angesicht zu Angesicht proben konnten, nach dieser schier endlosen Zeit der Enthaltsamkeit.“ Und jetzt stehen nicht nur die Kulissen wieder, auch die Menschen sind auf die Heimatbühne zurückgekehrt. Leider nicht alle. Vier Vereinsmitglieder, drei noch bis zuletzt aktiv schauspielernd, sind während der zweijährigen Spielpause verstorben: Willi, Marc, Rolf und Christel. Im neuen Programmheft wird ihrer mit Fotos gedacht.

Udo Leonhardt begibt sich langsam zu seinem Stuhl, gleich geht es wohl los. Kurze Besprechung mit Christian Wüster, alles okay, dann grüßt der Spielleiter herzlich in die Runde und stellt Frau Naber und mich den Anwesenden kurz vor.

Es ist 1930 in einem Dorf im Bergischen Land. Die Geschäftsleute im Ort halten sich mehr schlecht als recht über Wasser. Da kommt das jährliche Hahneköppen als Ablenkung sehr recht: Es lockt ein Gewinn von 100.000 Reichsmark, die sich die gewiefte Wirtsfrau gern unter den Nagel reißen würde. Aber auch der österreichische Militär Ferdinand Poltbacher, der im Gasthof residiert, spielt sein eigenes Spiel: Er möchte die Jugend des Ortes für seine „Bewegung“ begeistern…

Dann legen sie los. Das eben noch fröhliche Gewusel an Menschen löst sich auf. Zielsicher werden Positionen auf der Bühne eingenommen, in den Kulissen oder auf den Zuschauerbänken. Sabrina Ottersbach und Sebastian Stein spielen das Ehepaar Knallgans, Wirtsleute. Die resolute Thusnelda Knallgans hat ihrem Nepomuk gegenüber eindeutig die Hosen an.

Thusnelda Knallgans zeigt ihrem Nepomuk die Haare auf den Zähnen. Foto: Sascha von Gerishem
Thusnelda Knallgans zeigt ihrem Nepomuk die Haare auf den Zähnen. Foto: Sascha von Gerishem

Brigitte Grote sitzt als Souffleuse mit auf der Bühne, doch ihre Einsätze bleiben rar. Vereinzelt sieht man zwar noch Texthefte auf der Bühne und in den Kulissen, aber immer nur, wenn die Schauspielenden gerade ohne Einsatz sind. Ablesen braucht hier schon niemand mehr.

„Spielen wir gleich durch, oder…?“, fragt Thusnelda, also Sabrina, von der Bühne. „Ja, gleich durch“, verfügt der Spielleiter nach kurzem Blick- und Nickkontakt mit Jenni Kroll, die ebenfalls für die Thusnelda Knallgans besetzt ist. „Wir haben fast alle Rollen doppelt vergeben“, klärt Christian Wüster auf, „wir wissen ja nicht wie sich das mit Corona jetzt noch entwickelt, da wollten wir einfach auf Nummer Sicher gehen.“

Guido Romlau, Manfred Penz, Brigitte Grote, Sabrina Ottersbach, Fritz Dickel und Sebastian Stein. Foto: Sascha von Gerishem
Guido Romlau, Manfred Penz, Brigitte Grote, Sabrina Ottersbach, Fritz Dickel und Sebastian Stein. Foto: Sascha von Gerishem

„Mit einem Eierlikörchen ist es da drin nicht getan, da brauch ich schon eine ganze Flasche!“

Thusnelda Knallgans, Wirtin

Die Proben laufen flüssig, auch ohne Kostüme sieht es schon aus wie Theater und fühlt sich auch so an. Wohin mit den Requisiten? „Soll ich das mitnehmen oder hier liegen lassen?“, fragt Sabrina. „Leg es doch unter die Tischdecke“, wirft Jenni ein. „Lass es einfach liegen, aber obendrauf“, weist der Spielleiter an. Schließlich muss der nächste Schauspieler die Unterlagen ja sehen können. „Halt!“, wirft Udo Leonhardt ein, „Tretet bitte in einer anderen Reihenfolge aus der Hütte, Manfred zuerst, dann sieht er die Unterlagen da direkt offen auf dem Tisch liegen, und Guido und Sebastian kommt dann einfach hinterher. Dann geht alle nochmal rein, jetzt nochmal richtig.“ Jetzt ist die Szene rund.

Die Vagabunden Paris Apostolakoudis und Jürgen Tix leimen Kunigunde Pröttelskopp. Foto: Sascha von Gerishem
Die Vagabunden Paris Apostolakoudis und Jürgen Tix leimen Kunigunde Pröttelskopp. Foto: Sascha von Gerishem

Christian Wüster spielt den Wiener Militär Ferdinand Poltbacher, einen übergriffigen, hinterfotzigen, überheblichen Zeitgenossen der Zwietracht säen will. Ein Paradebeispiel für einen Unsympathen, als die Glocken der evangelischen Kirche überraschend einsetzen, minutenlang. Die Probe wird unterbrochen.

Fritz Dickel, Brigitte Grote, Holger Gutacker und Christian Wüster in seinem Element. Foto: Sascha von Gerishem
Fritz Dickel, Brigitte Grote, Holger Gutacker und Christian Wüster in seinem Element. Foto: Sascha von Gerishem

Das fröhliche Gewusel vom Beginn ist zurück und Wüster streift seine Rolle flugs ab und setzt sich zu mir auf die Bank. „Bist Du ein fieser Schmierlappen!“, entfährt es mir. Wüster grinst, „Ja, woll?“ Wir stoßen an. Mein Bier ist leer, ich verabschiede mich, den Rest des Stücks hebe ich mir für die Premiere auf, die am Samstag, 4. Juni 2022 ab 16 Uhr auf dem Heimatspielgelände (Navi: Ludwig-Steil-Platz, 42899 Remscheid) aufgeführt wird. War ich vor der Probe neugierig, fiebere ich der weiteren Entwicklung aufgeregt entgegen. Meine Empfehlung: Hingehen und anschauen!

Christian Wüster, Sabrina Ottersbach, Sebastian Stein und Fritz Dickel mit vollem Körpereinsatz. Foto: Sascha von Gerishem
Christian Wüster, Sabrina Ottersbach, Sebastian Stein und Fritz Dickel mit vollem Körpereinsatz. Foto: Sascha von Gerishem

Spieltermine

  • 4. und 5. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 11 und 12. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • Fronleichnam, 16. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • 18. und 19. Juni 2022 ab 16 Uhr
  • Zugabe: 11. September 2022 im Teo Otto Theater

Karten für die Freilichtbühne sind ausschließlich am Spieltag vor Ort (Ludwig-Steil-Platz, 42899 Remscheid) an der Kasse des Heimatbühnengeländes erhältlich.

Stadtsparkasse Remscheid tauscht ukrainisches Geld in Euro um

Wichtiger Service für Geflüchtete aus der Ukraine.

Zu den leidvollen Erfahrungen durch Krieg und Flucht aus ihrem Heimatland kommen bei vielen Menschen aus der Ukraine noch die täglichen Sorgen um ihren Lebensunterhalt hinzu. Das von vielen Ukrainerinnen und Ukrainern nach Deutschland mitgeführte Bargeld konnte bislang nicht umgetauscht werden, weil es für die ukrainische Währung Hrywnja (UAH) kaum einen Markt gab. Nun haben das Bundesfinanzministerium und die Deutsche Bundesbank mit der ukrainischen Nationalbank ein Umtauschvolumen von zunächst 1,5 Milliarden Hrywnja vereinbart.

Demnach können jetzt Volljährige, die aus der Ukraine geflüchtet sind, bis zum 19. August bis zu 10.000 UAH umtauschen. Der Gegenwert in Euro wird dann dem persönlichen Konto gutgeschrieben. Maßgeblich für den Umtauschwert ist jeweils der von der Bundesbank wöchentlich bekanntgegebene Wechselkurs.

Die Stadtsparkasse Remscheid bietet den kostenlosen Umtauschservice in allen Geschäftsstellen an. Dazu muss ein Girokonto bei der Sparkasse Remscheid geführt und ein Legitimationsdokument (Ausweis, Reisepass) vorgelegt werden. Akzeptiert werden nach den Vorgaben der Bundesbank Banknoten zu 100, 200, 500 und 1000 Hrywnja der derzeit gültigen Banknotenserien der Nationalbank der Ukraine. Scheine mit niedrigerem Wert und Münzen können derzeit nicht umgetauscht werden. In der Sparkassen Hauptstelle, Alleestraße 76 – 88, stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit russischen Sprachkenntnissen zur Verfügung, viele Kolleginnen und Kollegen sprechen zudem englisch. Da die meisten Menschen aus der Ukraine russisch sprechen und viele sich auch in englischer Sprache gut verständigen können, sind Sprachbarrieren somit kein Hindernis. Zudem ist die Sparkassen-App für Android und iOS nunmehr auch auf Ukrainisch verfügbar. Ebenso liegen Informationsflyer in deutscher, englischer und ukrainischer Sprache vor.

Pressemitteilung der Stadtsparkasse Remscheid