Remscheid hat Platz: Mahnwache nach Großbrand im Camp Moria

Es gab einen verheerenden Brand im Geflüchtetencamp Moria auf Lesbos. Dazu veranstalteten Remscheid Tolerant, Aktion Muteinander, die Seebrücke Remscheid, die Grünen, die Linke und die SPD am Mittwoch, 9. September 2020 eine Mahnwache vor dem Remscheider Rathaus.

Zwischen Erteilung der Genehmigung zur Mahnwache und deren Beginn lagen nur knapp drei Stunden, dennoch kamen mehr als 60 Menschen zum Rathaus, um gegen eine EU-Politik zu demonstrieren, die es zulässt, dass unter ihren Augen Menschenrecht, EU-Recht und das Asylrecht gebrochen werden.

Es sprachen Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD), Bürgermeister David Schichel (B90/DIE GRÜNEN), Fraktionsvorsitzender Fritz Beinersdorf (DIE LINKE) und Sascha von Gerishem (2. Vorsitzender Remscheid tolerant e.V. und Sprecher der Aktion Muteinander).

GRÜNE wollen mehr Anliegerbeteiligung bei Straßenbaumaßnahmen

Zu dem in den Ratsgremien zum Beschluss vorliegenden Straßen- und Wegekonzept der Stadt Remscheid (Drs. 15/7627) erklärt David Schichel, stellvertretender Fraktionssprecher:

„Wir können die im Rahmen des Verkehrs- und Wegekonzeptes vorgesehenen Ausnahmen von der nach dem neuen Kommunalabgabengesetz festgeschriebenen Anliegerbeteiligung in der vorgelegten Form nicht mittragen. Aus unserer Sicht werden die Regelungen zum sogenannten „Alternativen Verfahren“ die Ausnahme zur Regel machen. Im Ergebnis wird dann auch zukünftig in zu vielen Fällen statt einer Anliegerversammlung, weiterhin nur eine schriftliche Information der Anlieger erfolgen.

Auch wenn sich die Landesregierung bei der Novelle des Kommunalabgabengesetzes (KAG) nicht zu der geforderten Abschaffung der Anliegerbeiträge durchringen konnte, so wollte sie mit dem neuen Gesetz doch immerhin die Beteiligung der betroffenen Anlieger an Planungsentscheidungen stärken. Denn die Menschen sind die Expert*innen vor Ort, da wo sie leben. Das gilt selbstverständlich auch für Straßenbaumaßnahmen. Darum erwarten wir, dass die Verwaltung die Regelungen zum Alternativen Verfahren überarbeitet und neu vorlegt.“

Neues Ausstellungsbild für Gedenkstätte Pferdestall

Der Remscheider Oberbürgermeisterkandidat Fritz Beinersdorf (DIE LINKE) überreichte am Mittwoch dem geschäftsführenden Vorstand des Vereins der Gedenk- und Bildungsstätte (GuB) Pferdestall Remscheid e.V. das Gemälde „Cassandra“ des Remscheider Malers und Bildhauers Gustav Kramer (*23.06.1911, +28.06.1972).

„Der Vorstand ist äußerst erfreut über diese Geste und bedankt sich bei Herrn Beinersdorf. Es ist schön zu sehen, dass uns Herr Beinersdorf mit dieser historischen Spende unterstützt“, meint Hans Heinz Schumacher, Vorsitzender des Vereins. „Wir werden das Gemälde sicherlich in einer zukünftigen Ausstellung gut integrieren können“, sind sich Andrea Blesius und Klaus Blumberg einig, die beide als Historiker in Remscheid und Umgebung tätig sind.

Dazu erläutert Beinersdorf den historischen Kontext: „Der Maler und Bildhauer Gustav Kramer geriet schon bald nach dem Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft ins Fadenkreuz der Gestapo, weil er im Juli 1933 die Matrize für ein Flugblatt der kommunistischen Jugendorganisation zeichnete. Er kam für fünf Monate in so genannte Schutzhaft in das KZ Kemna, wurde kurz danach wieder verhaftet, schwer misshandelt und für 16 Monate wegen Hochverrats in ein KZ im Börgermoor gesteckt. Nach der Haftentlassung besuchte er 1937 die Meisterschule des deutschen Handwerks, wurde denunziert und musste sie verlassen.“

Würdigung eines Widerstandskämpfers

Nach dem Zweiten Weltkrieg, von dem er als „wehruntüchtig“ verschont wurde, arbeitete er in Remscheid als freier Künstler unter prekären Bedingungen. Fritz Beinersdorf erzählt, wie das Atelier des Künstlers in den 60er und 70er Jahren für politisch interessierte junge Menschen zu einer regelrechten Bildungsstätte für Nonkonformisten wurde. „Hier, nicht in der Schule, lernten sie Brecht und Sartre, Camus und Marx kennen. Er war „ein aufrechter Widerständiger, ein Revolutionär des Alltagslebens“. Ich freue mich, dass ich dieses Bild aus meinem Besitz an die Gedenk- und Bildungsstätte Pferdestall abgeben kann. Ich verbinde hiermit auch die Hoffnung, dass in naher Zukunft eine Ausstellung die Widerstandskämpfer meiner Heimatstadt würdigt.“

Kramers Kunst wurde stetig durch das Erlebte geprägt. Sehr viele seiner Werke sind heute noch in der Öffentlichkeit in Remscheid zu sehen. Zum Beispiel ist am Gebäude Schützenstraße/Ecke Zur Böckerswiese das Kunstwerk „Die Familie“ zu sehen. Auch die beiden jüngeren Vorstandsmitglieder Nick Schmeißer (20) und Francesco Lo Pinto (19) (beide stellv. Vorsitzende) sind dankbar über die Spende und das historische Gemälde.

„Wer hätte 2016 gedacht, dass wir nicht nur Informationen, sondern auch historische Kunstwerke im Pferdestall ausstellen dürfen“, blickt Lo Pinto zurück. „Wir werden dem Bild einen prominenten Platz schaffen“, schließt Schmeißer ab.

 


Artikel geschrieben von Fritz Beinersdorf, Andrea Blesius und Francesco Lo Pinto, Korrektur Hans Heinz Schumacher

Mahnwache für Moria: 9.9. – 19 Uhr vor dem Rathaus Remscheid

Das Geflüchtetenlager Moria brennt. Diese Katastrophe erfüllt uns mit Trauer und Wut. Sie ist die Folge politischen Versagens. Europa muss endlich handeln, Deutschland muss endlich handeln. Wir fordern die sofortige Evakuierung des Lagers, damit die Menschen dieser Hölle entkommen. Wir haben schon lange ein Aufnahmeprogramm gefordert und wir sagen euch heute: Remscheid hat Platz.

Daher laden gemeinsam zur Mahnwache am heutigen Mittwoch, 09.09.2020, 19 Uhr, vor dem Remscheider Rathaus, Theodor-Heuss-Platz, ein:

  • Remscheid Tolerant
  • Seebrücke Remscheid
  • Aktion Muteinander
  • GRÜNE Remscheid
  • Die Linke.Remscheid

Sascha von Gerishem
Chefredakteur Lüttringhauser.de

Facebook-Veranstaltung

Die Mahnwache ist bei Facebook als Veranstaltung hinterlegt. Über diesen Link: https://www.facebook.com/events/650057159239659/ gelangt man direkt dort hin. Bitte teilen Sie diesen Link, auch wenn Sie selbst nicht zur Mahnwache erscheinen können.

Wolf: Der Skywalk über die Müngstener Brücke ist machbar!

Um die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke vorzustellen, lud Sven Wolf am vergangenen Freitag auf Initiative von Gerd Münnekehoff Bürgerinnen und Bürger zur Besichtigung und Begehung der Plattform unter den Zugschienen ein.

Dort stellt sich der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat einen Skywalk vor, der von Fußgängern, Radfahrern und Touristen überquert werden könnte. Diese für manche vielleicht vage Idee wurde nun im Rahmen der Begehung konkret erlebbar. Denn für Sven Wolf ist klar: „Der Skywalk ist machbar, und das mit wenig Kosten und Aufwand. Wirklich benötigt werden insbesondere noch Sicherheitsnetze und Zubringerwege zwischen den Wanderwegen und der Brücke. Einzig ein Betreiber müsste noch gefunden werden.“

Sven Wolf hält die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke für machbar. Foto: Thomas Wunsch
Sven Wolf hält die Idee eines Skywalks unter der Müngstener Brücke für machbar. Foto: Thomas Wunsch

Gemeinsamer Antrag im Bergischen Rat

Diese ganzen Fragen bezüglich Betreiber, Finanzierung und Absturzsicherung sollten nun im Rahmen einer Machbarkeitsstudie geklärt werden. Dazu hat die Bergische SPD einen gemeinsamen Antrag in den Bergischen Rat eingebracht.

„Der Brückenpark, der 2006 im Rahmen der Regionale eröffnet wurde, soll weiterentwickelt werden.“ so Wolf. „Im ersten Konzept gab es schonmal die Idee eines Fußwegs, die damals aber leider nicht machbar war. Jetzt besteht dazu eine echte Chance“, ist sich Wolf sicher.

Gespräche mit Brüger*innen in luftiger Höhe: Sven Wolf engagiert sich für den Skywalk. Foto: Thomas Wunsch
Gespräche mit Brüger*innen in luftiger Höhe: Sven Wolf engagiert sich für den Skywalk. Foto: Thomas Wunsch

Einig waren sich die Besucherinnen und Besucher der Brückenbesichtigung jedenfalls darüber, dass das Projekt für das Bergische Land vor allem in kultureller Hinsicht sehr wünschenswert wäre. Allein die einzigartige Aussicht, die man auf der Brücke genießen kann, sei ein Stück Bergischer Kultur und sollte für jeden zugänglich sein. „Jeder, der schon einmal morgens über die Müngstener Brücke gefahren ist, weiß, wie märchenhaft der Blick ins nebelige Tal während des Sonnenaufgangs ist. Leider überquert der Zug die Brücke in wenigen Sekunden, sodass keine Zeit zum Genießen bleibt. Genau das soll der Skywalk aber seinen Gästen ermöglichen.“, beschrieb Wolf seine Eindrücke von der Aussicht.

Mittwochs in Lüttringhausen erst FREITAG: Thema Bildung und Irish Folk mit Fragile Matt

UPDATE: Termin wurde wegen der Wettervorhersage von Mittwoch, 9. September auf Freitag, 11. September 2020 verschoben.

Mittwochs in Lüttringhausen diesmal erst am Freitag: III. Lüttringhauser Heimatgespräch zum Thema Bildung – Irish-Folk-Band „Fragile Matt“ wird für musikalische Unterhaltung sorgen.

„Welche Voraussetzungen müssen für optimalen individuellen Bildungserfolg erfüllt sein?“ – diese Frage wird im Rahmen der III. Lüttringhauser „Heimat-Gespräche“ im Mittelpunkt stehen, welches am Freitag, 11. September 2020 ab 19 Uhr (Einlass: 18.30 Uhr) auf der Lüttringhauser Heimatbühne am Ludwig-Steil-Platz stattfinden wird.

Politik und Kultur

Bei den Lüttringhauser „Heimat-Gesprächen“ handelt es sich um eine Kombination von Politik und Kultur. Der Abend beginnt mit einer halbstündigen Diskussion, bei der ein kommunalpolitisch relevantes Thema im Mittelpunkt steht. Im Anschluss tritt eine Künstlerin, ein Künstler oder eine ganze Gruppe auf.

Nachdem beim ersten Abend der Musiker Jochen Wingsch aka Papa Jo’s One Man Acoustic Jam und beim zweiten Abend die Bochumer Slam-Poetin Jule Weber auf der Heimatspielbühne aufgetreten sind, wird am kommenden Mittwoch die Irish Folk – Band „Fragile Matt“ die Besucher*innen auf eine imaginäre Reise auf die „grüne Insel“ entführen.

Freier Eintritt

Einlader ist der SPD-Ortsverein Remscheid-Lüttringhausen. Der Eintritt ist frei. Besucher*innen sind gehalten, Mund- und Nasebedeckungen mitzuführen.

Lokalnachrichten aus Remscheid: Die Woche – KW37/2020

Die Lokalnachrichten aus Remscheid in Kooperation von rs1.tv und Lüttringhauser. Jeden Montag um 18.30 Uhr. Heute unter anderem mit diesen Themen:

  • Der Bergische Kulturfonds fördert internationale Tanzworkshops in Lüttringhausen. Wir sprachen mit Initiatorin Joy Kammin.
  • NoWaBo bei Infoveranstaltung zur Kommunalwahl im Remscheider Stadtpark.
  • Der Bundesarbeitsminister Hubertus Heil war bei einer Diskussionsrunde in der Klosterkirche.
  • Der Bundesvorsitzende der FDP, Christian Lindner, war zu Gast in Remscheid.

Kurznachrichten

Termine

  • Mittwochs in Lüttringhausen am 9.9. ab 19 Uhr mit Fragile Matt und dem Thema Bildung
  • Welt der Werkzeuge am 11.9. ab 19 Uhr im Werkzeugmuseum
  • Comedy im Rotationstheater am 11.9. ab 20 Uhr
  • Handwerkliche Tipps für die erste eigene Wohnung am 12.9. ab 15 Uhr im Werkzeugmuseum
  • Am 13.9. ist Kommunalwahl. Gehen Sie wählen!

Sparkasse Remscheid stiftet Hochbeet für Kita Fuchsweg

Ein Hochbeet samt Bepflanzung und Gartenwerkzeug übergaben jetzt Sabine Winter, Abteilungsleiterin Firmenkunden der Stadtsparkasse Remscheid, und Sparkassen-Sprecherin Ann-Kristin Soppa an die Integrative Kindertagestätte Fuchsweg in Lüttringhausen. Dort war die Freude über die Spende der Remscheider Sparkasse groß.

Gärtnern ist im Trend – auch bei den Jüngsten. Dementsprechend begeistert sind die Jungs und Mädchen sowie das pädagogische Team der Integrativen Kita Fuchsweg über das neue Highlight im Außengelände der Lüttringhauser Einrichtung. Das Hochbeet ist in kindgerecht bunten Farben gestaltet und in einer Größe, die es auch kleinen Gartenfans erlaubt, dort bequem säen, pflanzen und ernten zu können. Auch das passende Equipment brachten Sabine Winter, Abteilungsleiterin Firmenkunden der Stadtsparkasse Remscheid, und Unternehmenssprecherin Ann-Kristin Soppa mit. Da das Beet samt Erstbepflanzung übergeben wurde, können drei Kindersets mit Harke, Schaufel und Hacke sofort zum Einsatz kommen. Und Saatgut fürs nächste Jahr gab`s gleich mit dazu.

„Es ist toll, wenn Kinder sich auf diese Weise frühzeitig aktiv mit der Natur auseinandersetzen können. Dazu bietet das Außengelände der Kita Fuchsweg die besten Voraussetzungen. Dass wir dazu einen Beitrag leisten können, freut uns sehr“, sagte Sabine Winter bei der Spendenübergabe. So soll das neue Hochbeet einmal mehr dazu beitragen, gemeinsam zu werkeln und zu beobachten, wie Pflanzen, Gemüse und Salat sich entfalten.

Diskussionsrunde mit SPD-Bundesminister Hubertus Heil in Lennep

Die SPD Remscheid hatte in der Klosterkirche in Lennep Betriebs- und Personalräte zu einer geschlossenen Diskussionsrunde mit dem Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, geladen. Thematisch ging es um Wege aus der Krise und welche Möglichkeiten das Konjunkturpaket der Bundesregierung für Remscheid bereithält. Wie man die Krise als Chance für eine wirtschaftliche Neu-Aufstellung nutzen kann, darüber sprach ich für rs1.tv mit Minister Heil im Anschluss an die Diskussionrunde.

005: Die Oboe klang wie ein Dudelsack

Remscheids Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz war zu Gast in Steph Hoffmanns Podcast „Kultur untereinander“.

Auf der Zielgeraden im Kommunalwahlkampf trafen sich Steph Hoffmann und Burkhard Mast-Weisz auf der Lüttringhauser Heimatbühne, um über Kultur und Privates zu töttern. Zuhörende der neuesten Ausgabe vom Remscheider Kultur-Podcast „Kultur untereinander“ lernen den OB von seiner privaten Seite kennen. In Bielefeld gab es damals ja nix, nach dem Rollschuhlaufen klingt eine Oboe manchmal wie ein Dudelsack und mit der C-Flöte ist es schwierig Mitglied einer Rockband zu werden.

Schlager-Barde Phil Collins

Wer sich schon immer gefragt hat, wieso Burkhard Mast-Weisz mit Kettcar und Roller in die Autowerkstatt fuhr, stundenlang heimlich auf der Mülltonne saß oder von der eigenen Familie vom Lego-Bauen ausgeschlossen wurde, erhält endlich Antwort. Steph Hoffmann entlockt dem Stadtoberhaupt, warum er Ostersonntag mit der Gang unterwegs war, während andere beim Osterfrühstück saßen, wie er den Sound der Stadt fühlt und wie Mockelzahn der Pirat ganze Kinderscharen begeisterte.

Diese unterhaltsame Dreiviertelstunde gibt einen privaten Blick auf den Stadtvati und den Neu-Opa Burkhard Mast-Weisz. Und wer nicht zuhören mag, leiht sich von Kolumbien aus Bücher von der Remscheider Stadtbücherei aus, woll?

Der Podcast: Kultur untereinander

Deezer-Podcast: Kultur untereinander
Podcast.de: Kultur untereinander
Spotify: Kultur untereinander
Apple-Podcast: Kultur untereinander
Google-Podcasts: Kultur untereinander

Lüttringhausen: Unfall mit Personenschaden

Heute Morgen, 3. September 2020, kam es in Lüttringhausen zu einem Verkehrsunfall im Kreuzungsbereich der Barmer Straße/Linde/Tannenbaumer Weg in Remscheid, bei dem sich ein 34-jähriger Fordfahrer schwer verletzte.

Eine 63-Jährige fuhr mit ihrem Mercedes vom Tannenbaumer Weg kommend in den Kreuzungsbereich Linde/Barmer Straße ein und übersah den Remscheider, der mit seinem Auto in Richtung Wuppertal unterwegs war. Beim Zusammenstoß der beiden Fahrzeuge, verletzte sich der 34-Jährige schwer und musste durch Rettungskräfte zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Wuppertalerin verletzte sich leicht.

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Es entstand ein Sachschaden von circa 15.000 Euro. Für die Dauer der Unfallaufnahme sperrten die eingesetzten Polizeibeamten den Kreuzungsbereich. (hm)

Hannelore Kohl-Stiftung unterstützt 365° Pflegezentrum Marianne Weiß

Hilfe in der Not: ZNS – Hannelore Kohl Stiftung verwaltet zwei Fonds für Menschen mit Schädelhirnverletzungen.

Die Versorgung von Menschen mit Schädelhirnverletzung ist eine immense Herausforderung für alle Beteiligten. Vor allem die Angehörigen geraten schnell an ihre Grenzen, körperlich und seelisch, natürlich aber auch finanziell – denn längst nicht alle Therapieformen, die in solchen Situationen helfen könnten, werden von den Krankenkassen getragen. Andererseits sind viele Betroffene nicht in der Lage, die oft beträchtlichen Kosten für derartige Behandlungen zu stemmen, schon gar nicht in Zeiten von Corona, in denen viele Bürger mit Einkommenseinbußen zu kämpfen haben. Unterstützung bietet da unter anderem die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung, die sich in allen Belangen für Menschen mit Schäden des Zentralen Nervensystems einsetzt und die für besondere Fälle einen eigenen Hilfsfonds unterhält sowie den Roland Weiß Fonds verwaltet, um zumindest einzelne Maßnahmen bezuschussen zu können.

Pekuniäre Unterstützung

Während beim ZNS Hilfsfonds alle Unfallopfer mit Schädelhirnverletzung antragsberechtigt sind und bei nachgewiesener Bedürftigkeit bis zu 500 Euro, etwa als Zuschuss für barrierefreie Umbauten in den eigenen vier Wänden, zur Verhinderung drohender Wohnungslosigkeit oder zur Finanzierung von Fahrtkosten in die Rehaklinik erhalten können, richtet sich der Roland Weiß Fonds explizit an Menschen im sogenannten Wachkoma. Hier werden therapeutische Maßnahmen oder Hilfsmittel mit bis zu 2000 Euro bezuschusst, die nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu zählen etwa die hyperbare Sauerstofftherapie, die craniosacrale Therapie oder die Anschaffung eines Stehrollstuhls, aber auch die beliebte Musiktherapie. „Für mich war eigentlich klar, dass jede Therapieform, die zur Förderung und Verbesserung des Gesundheitszustandes einer Versicherten beitragen kann, auch im Sinne der Krankenkasse sein sollte. Dass dies tatsächlich nicht der Fall war, hat mich schon sehr enttäuscht“, erzählt Andreas Breitkopf, dessen Mutter seit 2012 im Wachkoma liegt und der sich aus diesem Grund an die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung wandte. Mit Erfolg: „Sowohl die Musiktherapie als auch die Anschaffung einer Schallwellenmassage-Matratze haben meiner Mutter sehr geholfen. Ihre Aufnahmefähigkeit und das Interesse am Umfeld haben sich verbessert, außerdem ist sie entspannter. Das wäre ohne die Förderung des Roland Weiß Fonds keinesfalls möglich gewesen.“

Musiktherapie in Remscheid

Auch das 365° Pflegezentrum Marianne Weiß in Remscheid hatte sich 2015 an die ZNS – Hannelore Kohl Stiftung gewandt, um über den Roland Weiß Fonds eine Musiktherapie für insgesamt neun Heimbewohner durchführen zu können. „Wir haben einen großen Gemeinschaftsraum, in dem wir die Sitzungen stattfinden lassen konnten“, erinnert sich Mitarbeiterin Daniela Brandt. „Die Reaktionen der Patienten waren ganz unterschiedlich, je nach Stadium des Wachkomas, aber bei allen konnte man sehen, dass sie präsenter waren. Diese Erfahrung hätten sie ohne die Förderung durch den Roland Weiß Fonds nicht machen können. Grundsätzlich hätten wir die Therapie auch gerne fortgeführt, aber das wäre nur durch weitere Anträge möglich gewesen, und wir wollten auch anderen Betroffenen die Gelegenheit geben, Unterstützung zu erlangen.“

Der Bedarf ist auf jeden Fall vorhanden. „Über die Jahre sind bei uns rund 1500 Anträge eingegangen“, erklärt Heidi-Maria Jülich vom Beratungsdienst der ZNS – Hannelore Kohl Stiftung. „Auch wenn wir aufgrund unseres Stiftungszwecks nicht alle Anträge genehmigen können, haben wir für alle Anfragenden ein offenes Ohr und helfen ihnen, den für ihr Anliegen richtigen Ansprechpartner, wie beispielsweise die Schlaganfallhilfe oder Deutsche Krebshilfe, zu finden.“ Die Bilanz der ZNS-Fonds spricht für sich: Bis 2019 konnte die Hilfsorganisation in 200 Fällen Therapien und Anschaffungen für Menschen mit unfallbedingter Schädelhirnverletzung über den ZNS Hilfsfonds fördern, weitere 50 Patienten im Wachkoma über den Roland Weiß Fonds.