Wenig Impfstoff, hoch ansteckende Virus-Mutationen – mühsamer Start ins neue Jahr

ANNE WILL am 10. Januar 2021 um 21:45 Uhr im Ersten.

Zu wenig, zu schleppend – der Corona-Impfstart in Deutschland steht in der Kritik. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn weist die Vorwürfe zurück und verteidigt sein Vorgehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun einen Kabinettsausschuss gebildet, um den Impfprozess zu beschleunigen. Unterdessen hat die Zahl der gemeldeten Todesfälle einen neuen Höchstwert erreicht. Zugleich wächst die Sorge vor Coronavirus-Mutationen wie jenen, die zuerst in Großbritannien oder Südafrika nachgewiesen wurden. Haben die Bundesregierung und die EU beim Impfstart versagt? Was bedeuten die Mutationen für den Pandemieverlauf und die Impfungen?

Zu Gast bei Anne Will

  • Reiner Haseloff (CDU, Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt)
  • Manuela Schwesig (SPD, Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern)
  • Frank Ulrich Montgomery (Vorstandsvorsitzender des Weltärztebundes)
  • Melanie Brinkmann (Professorin für Virologie am Institut für Genetik an der Technischen Universität in Braunschweig)
  • Martin Knobbe (Leiter des „Spiegel“-Hauptstadtbüros)

Kein Rodeln und Wintersport in Remscheid

Die Stadt Remscheid bittet dringend darum, dass niemand mehr zum Rodeln und Wintersport nach Remscheid kommt.

Auch die Remscheiderinnen und Remscheider werden aktuell gebeten, die entsprechenden Gebiete nicht aufzusuchen.

Die Parkplätze sind überfüllt, die Hänge sehr voll.

Mit Blick auf die pandemische Lage ist es unverantwortlich, wenn noch mehr Menschen dort zusammenkommen. Polizei und Ordnungsdienst sind im Einsatz.

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!

Hilfe bei eisigen Temperaturen: Die Kälte-Hotline der Stadt: 0202 563-4020

„Ein Anruf kann Leben retten“, sagt Sozialdezernent Stefan Kühn, „deshalb hat die Stadt Wuppertal auch für diesen Winter unter der Rufnummer 0202 563-4020 wieder die Kältehotline eingerichtet. Wer glaubt, ein Mensch brauche bei diesen Temperaturen Hilfe, kann rund um die Uhr die Kältehotline informieren.“

„Seit Oktober 2020 sind bereits 180 Meldungen bei der Kältehotline in Wuppertal eingegangen. Die Telefonnummer der Kältehotline läuft tagsüber beim Ordnungsamt und nachts bei der Feuerwehr auf und gehört zum Kältekonzept der Stadt Wuppertal. Die darin abgesprochene Zusammenarbeit der unterschiedlichen Institutionen, Einrichtungen und Behörden hat sich in den vergangenen Jahren bewährt“, sagt Sozialamtsleiter Michael Lehnen.

Hilfreiche Hinweise

Mit Hilfe der Hinweise durch die Anrufer nehmen die beteiligten Institutionen Kontakt zu den gemeldeten Menschen auf und bieten Hilfe an – unter anderem indem sie Überzeugungsarbeit leisten, eine Übernachtungsstelle aufzusuchen. Auch die Streetworker der Diakonie und die Fachstelle für Wohnungsnotfälle werden informiert. Diese leiten weitergehende Hilfen ein. 

Kälte gefährdet Menschen ohne Wohnung

Geschlossene Orte in der Zeit des Corona-Lockdowns tragen zu einer weiteren Gefährdung von Menschen ohne Wohnung bei. Für alle Anlaufstellen der Wohnungslosenhilfe sind umfassende Hygienekonzepte zum Schutz vor Corona entwickelt worden. Diese sind weiterhin geöffnet. Auch wurden beispielsweise zusätzliche Plätze in weiteren Unterkünften geschaffen, um ein Abstandhalten zu ermöglichen und die Infektionsgefahren zu verringern. Auch werden in den Übernachtungsstellen Schnelltests angeboten, um Infektionen frühzeitig zu erkennen. 

Die aktuellen Temperaturen, Regen und Schneefall können schnell zu einer Gefährdung für Menschen werden, die im Freien schlafen. Jeder Anruf kann daher Leben retten.

Presseschau 8. Januar 2021

Diese Themen waren am 8. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Wagenknecht: Deutschen Trump verhindern

Linken-Politikerin fordert, Menschen ihre Existenzangst zu nehmen.

Osnabrück. „Wer einen deutschen Trump verhindern will“, muss nach Auffassung der Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht Menschen ihre Existenzängste nehmen. „Dafür brauchen wir wieder ein humanes Arbeitsrecht und einen starken Sozialstaat“, sagte die Bundestagsabgeordnete der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ mit Blick auf die Ausschreitungen in Washington und die Rolle von US-Präsident Donald Trump. Sie fügte hinzu: „Wer gegen Gefahren von rechts wettert und ihnen gleichzeitig politisch den Boden bereitet, handelt unehrlich und verantwortungslos.“

Wagenknecht betonte, auch in Deutschland brauche es dringend Veränderungen, „die die soziale Spaltung verringern und die Menschen vor dem sozialen Absturz schützen“. Gerade die Corona-Krise und die fatalen Fehler der Politik im vergangenen Jahr hätten aber leider das Gegenteil bewirkt. Wieder hätten vor allem die verloren, „die schon vorher wenig hatten, während die Vermögen der Milliardäre weiter gewachsen sind“.

„Die Bilder aus Washington von der Erstürmung des Parlaments durch einen aufgehetzten Mob sind verstörend“, so Wagenknecht weiter. Doch mit moralischer Empörung und der Sperrung von Twitter-Accounts werde man Trump nicht beikommen. „Nicht nur Hass, Hetze, Lügen und Gewalt gefährden die Demokratie. Wer den Trumpismus bekämpfen will, muss etwas gegen die wachsende soziale Spaltung, gegen die Konzentration von Wirtschaftsmacht und politische Korruption, gegen De-Industrialisierung, Verarmung und damit verbundene Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit tun.“ Es sei dringend notwendig, dass US-Präsident Joe Biden jetzt seine Mehrheit nutze, um eine sozialere Politik durchzusetzen – „gegen die Interessen seiner Sponsoren“.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

DGB macht gegen Tarifflucht und „staatlich subventioniertes Lohndumping“ mobil

Vorsitzender Hoffmann: Mitgliedschaften ohne Tarifbindung unterbinden.

Osnabrück. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) appelliert an die deutschen Arbeitgeber, Tarifflucht zu beenden. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ), er begrüße das Bekenntnis des neuen Arbeitgeberpräsidenten Rainer Dulger zu Tarifverträgen. Es sei höchste Zeit, „dass dieses Bekenntnis auch von jenen Arbeitgebern und deren Verbänden beherzigt wird, die seit Jahren Tarifflucht betreiben“. Hoffmann kritisierte in diesem Zusammenhang Mitgliedschaften ohne Tarifbindung. Er forderte, die Verbände der Arbeitgeber sollten solche Mitgliedschaften „endlich aus ihren Satzungen verbannen“.

Dulger hatte zuvor betont, er sei ein großer Anhänger der Tarifpartnerschaft – „aber leider haben viele Flächentarifverträge ihre Attraktivität verloren“. Im Tarifrecht seien dringend Reformen nötig. „Wer geht denn heute noch in die Tarifbindung, wenn man sich an viel zu starre, teure Tarifwerke binden muss?“, fragte Dulger. Tarifpartner bräuchten zusätzliche Handlungsspielräume für Flexibilisierung und Modernisierung.

Hoffmann entgegnete im Gespräch mit der NOZ, von starren Tarifwerken könne keine Rede sein: „Dass die Tarifvertragsparteien Verantwortung für moderne Tarifverträge wahrnehmen, zeigen zahlreiche Tarifabschlüsse bereits seit Jahren. Gerade in Zeiten der Pandemie hat sich gezeigt, dass Tarifverträge über hohe Flexibilität verfügen und ganz wesentlich zur Beschäftigungssicherung beitragen.“ Die Gewerkschaften stehen nach den Worten des DGB-Chefs jederzeit für Verhandlungen zur Verfügung . Das lasse sich von den Arbeitgebern in einigen Branchen leider nicht behaupten.

An die Politik appellierte Hoffmann, „staatlich subventioniertes Lohndumping“ endlich zu beenden. Er forderte: „Mit Steuergeldern finanzierte öffentliche Aufträge dürfen nur an solche Unternehmen vergeben werden, die tarifgebunden sind. Millionen Beschäftigte müssten dann am Ende des Monats nicht über Sozialleistungen Aufstockungen beantragen, die ebenfalls vom Steuerzahler finanziert werden.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Welt

nd.DieWoche zum Doppelsprech von Donald Trump

Dass Politiker*innen Aussagen treffen, die mehrdeutig interpretierbar sind, ist weder ungewöhnlich noch problematisch und quasi Teil des Berufs. Unhaltbar wird es aber, wenn ihre Aussagen nicht nur mehrdeutig sind, sondern auch ihr Gegenteil einschließen.

In den letzten Tagen zeichnete sich der noch amtierende US-Präsident Donald Trump durch solch ein Doppelsprech aus. Die Politikwissenschaftlerin Natascha Strobl analysierte bereits am Mittwoch ein einminütiges Statement, in dem Trump vermeintlich dazu aufrief, die Gewalt zu beenden. Strobl macht klar, dass dieser Teil des Statements nur zehn Sekunden umfasste, dramaturgisch in der Mitte platziert war, aber in den emotionalen Teilen der Ansprache unterging. Der Kern der Rede unterstützte im Grunde die randalierenden Möchtegern-Umstürzler im Kapitol. Am Folgetag wiederholte Trump diese Art von Manipulation: Vordergründig zeigte er sich bereit, das Wahlergebnis nun zu akzeptieren, gab vor, die Nation solle sich wieder einen. In den letzten Sekunden seines Statements aber kam Trump auf den Punkt, den seine Unterstützer hören wollten: „An alle meine wundervollen Unterstützer, ich weiß, ihr seid enttäuscht, aber ich möchte auch, dass ihr wisst: Unsere unglaubliche Reise fängt gerade erst an.“

Trump braucht längst keine direkten Befehle mehr, um seine Unterstützer dazu zu bringen, im Sinne seines Willens zu agieren. Dieser ist längst und vielfach dokumentiert: Er will dieses Amt nicht räumen. Die von Trump getroffenen Aussagen sorgen zwar dafür, dass dem US-Kongress die Argumente dafür fehlen, ihn auf Basis des 25. Zusatzartikels der Verfassung abzusetzen. Ob die erwähnte „unglaubliche Reise“ aber etwas anderes meint als die Fortsetzung der Gewalt und einen weiteren Putschversuch, werden die restlichen Tage seiner Amtszeit zeigen.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Maas glaubt nicht an Kehrtwende von US-Präsident Trump

Auch nach der Gewalteskalation in Washington rechnet Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) nicht damit, dass US-Präsident Donald Trump seine Wahlniederlage noch eingestehen wird. Maas sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Freitag): „Der Anstand hätte es schon vor Wochen geboten, den Wahlsieg von Joe Biden klipp und klar anzuerkennen, so wie es alle Wahlverlierer in den USA zu unseren Lebzeiten getan haben. Diese Hoffnung habe ich bei Donald Trump nicht mehr.“

Maas betonte weiter, es scheine zumindest so, dass sich Trump einer friedlichen Amtsübergabe nicht mehr widersetze. Dass der Kongress die Bestätigung der Wahlergebnisse noch in der Nacht der Ausschreitungen abgeschlossen habe zeige, „dass sich die amerikanische Demokratie so leicht nicht aushebeln lässt“.

Wie groß der Schaden auf Dauer sei, hänge nun auch von denen ab, die Trump bis zuletzt die Treue gehalten hätten. „Halten Sie auch in der Opposition an Trump und seinen Methoden fest oder kehren sie wieder auf dem Boden von Verfassung und Anstand zurück?“, so der Außenminister.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Exklusiv – Ischinger: Merkel muss Joe Biden jetzt helfen

Der frühere Botschafter in den USA und heutige Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach dem Sturm auf das US-Kapitol dazu aufgerufen, möglichst rasch auf den künftigen US-Präsidenten Joe Biden zuzugehen und ihn international mit den europäischen Partnern umfassend zu unterstützen. „Wir Europäer dürfen uns nicht auf die Zuschauerbank setzen und mal warten, was der Biden hinkriegt oder nicht hinkriegt“, sagte Ischinger in einem Interview mit dem „Tagesspiegel“. „Wir sollten proaktiv mit der Biden-Administration ein Programm entwickeln, um zu zeigen, dass die transatlantische Zusammenarbeit wieder funktioniert“, sagte Ischinger.

Online unter: https://www.tagesspiegel.de/politik/chef-der-muenchner-sicherheitskonferenz-republikaner-muessen-raus-aus-dem-trump-gefaengnis/26779708.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

nd.DieWoche über das „Trostfrauen“-Urteil

Es ist ein moralischer Sieg – aber keiner, der sich in den Gelbeuteln der Klägerinnen widerspiegeln wird. Ein Gericht in Südkorea hat einer Klage von Koreanerinnen stattgegeben, die während des Zweiten Weltkrieges von der japanischen Besatzungsmacht als „Trostfrauen“ für die eigenen Soldaten zwangprostituiert wurden. Nach dem Willen des Gerichtes sollen nun fünf der mittlerweile hochbetagten Frauen jeweils 100 Millionen Won (74 500 Euro) Schadenersatz von der japanischen Regierung bekommen Sieben weitere Klägerinnen haben das Urteil nicht mehr erlebt. Doch zur Entschädigung wird es nicht kommen, denn Japan weist das Urteil zurück und droht mit schwerwiegenden diplomatischen Konsequenzen.

Das Verhalten Japans ist beschämend. Seit Jahren weigert sich Tokio, den Frauen entgegenzukommen, behauptet, jegliche Entschädigungsansprüche seien durch einen bilateralen Vertrag von 1965 abgegolten, und verweigert eine Teilnahme an den Prozessen unter Berufung auf die Staatenimmunität. Demnach darf kein Staat über einen anderen zu Gericht sitzen. Ob das Vorgehen Japans aus rein rechtlicher Sicht korrekt ist, darüber wird weiter gestritten werden. Von einem moralischen Standpunkt aus betrachtet, ist es empörend: Das Leid der 200 000 chinesischen und koreanischen Frauen kann mit Geld nicht wiedergutgemacht werden. Noch viel schlimmer ist aber die Ignoranz der japanischen Regierungsvertreter gegenüber jenen Menschen, denen ihr Land so viel angetan hat. So mag das Urteil zwar keine monetäre Entschädigung für die Frauen bringen, aber es zwingt Japan zu einer Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Europa

Italien steht am Abgrund

Die Regierungskrise in Rom spiegelt die Ambitionen zweier geschwächter Politiker wieder. Das wäre kaum der Rede wert, stünde für das Land nicht so viel auf dem Spiel.

Italien ist das EU-Land mit den bislang meisten Todesopfern der Pandemie. Mehr als 75 000 Menschen starben an Covid-19. Nun ist die Impfkampagne angelaufen, weiterhin gibt es Ausgangssperren und starke Einschränkungen. Die römische Politik ist allerdings in erster Linie mit sich selbst beschäftigt.

In diesen Tagen wird sich zeigen, ob das Land auch politisch tief in die Krise schlittert. Ein Kräftemessen zwischen zwei Männern mit starkem Geltungsbedürfnis, aber begrenztem Einfluss ist bereits in vollem Gange: Premierminister Giuseppe Conte und sein Herausforderer, Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi. Regierungskrisen sind für Italien mit seinen 67 Exekutiven in der Nachkriegszeit zwar fast schon Routine. Aber einen Bruch während eines nationalen Notstandes mit dramatischen Folgen für die Bevölkerung hat es noch nicht gegeben. Dass es in Italien zu Neuwahlen während der Pandemie kommt, ist derzeit nicht ausgeschlossen.

Der parteilose, 56 Jahre alte Regierungschef aus Apulien, regierte während der Pandemie vor allem per Dekret und sammelte mit resolutem Vorgehen zunächst Sympathien bei der Bevölkerung. Seine Methoden gerieten zum Ende des vergangenen Jahres zunehmend in Kritik. Als der Premier Anfang Dezember spät nachts einen Plan zur Verteilung der EU-Fördergelder vorlegte, den das Kabinett am folgenden Morgen absegnen sollte, begann die Krise. Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi, Chef der Splitterpartei „Italia viva“ deckte das drastische Vorgehen auf und kritisierte Contes Plan zur Verteilung der 209 Milliarden Euro, die für Italien aus dem Next Generation Fonds mit insgesamt 750 Milliarden Euro vorgesehen sind. Eine Task-Force Dutzender von drei Ministern ernannter Experten hätte laut Conte über die Verteilung der EU-Gelder bestimmen sollen. Renzi warnte vor Klientelpolitik und drohte mit dem Bruch. Seinem Alternativplan zur Verteilung der EU-Hilfsgelder gab er den provokativen Namen „Ciao“. Ein Abschiedsgruß an Conte?

In der Krise geht es auch um die sachgemäße Verteilung der Milliarden-Hilfen aus Brüssel. Renzi verlangt zudem den Rückgriff auf die 36 Milliarden Euro aus dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) für Gesundheitsausgaben, den die Fünf-Sterne-Bewegung aus ideologischen Gründen boykottiert. Sie behauptet, Italien riskiere, sich wie einst Griechenland von der „Troika“ aus Währungsfonds, Europäischer Union und Zentralbank bevormunden zu lassen. Auch eine Umverteilung der Posten im Kabinett steht zur Debatte. Renzi droht mit dem Bruch, gleichwohl ist bekannt, dass der Ex-Ministerpräsident seinen Rücktritt in Folge eines verlorenen Verfassungsreferendums 2016 immer noch nicht verwunden hat. 2019 trat er aus dem mitregierenden sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) aus und gründete die Splitterpartei „Italia viva“. Deren 18 Senatoren benötigt Conte zum Weiterregieren. Auch Renzi würden Neuwahlen eher schaden, „Italia viva“ bekäme laut Umfragen weniger als fünf Prozent. Rechtsanwalt Conte, der sich einst als Sympathisant der Linken erklärte, aber vor der Parlamentswahl 2018 als Ministerkandidat der damals prosperierenden Fünf-Sterne-Bewegung aufstellen ließ, stand erst der Populisten-Regierung aus Sternen und der rechten Lega Matteo Salvinis vor. Als Salvini 2019 den Bruch provozierte, wechselte die Regierungsmehrheit. Sterne und Sozialdemokraten taten sich gegen Salvini zusammen. Conte blieb Ministerpräsident, aber als parteiloser Führer ist er seit jeher ohne politische Hausmacht. Zwei angeschlagene Politiker messen in Rom ihre Kräfte. Das wäre kaum der Rede wert, stünde für Italien nicht so viel auf dem Spiel.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Deutschland

Umwelt

Mitteldeutsche Zeitung zu Klima-Kosten

Für den Schaden an der Umwelt sind alle gleichermaßen verantwortlich: Der Mieter durch sein Heizverhalten, der Vermieter durch die Energieeffizienz seines Eigentums, der Grundversorger durch seinen Anteil an grünen Energien. Keiner Partei sollte daher allein die Kostenlast auferlegt werden. Schließlich möchten Versorger und Mieter nicht für ein schlecht gedämmtes Haus oder eine veraltete Heizanlage zahlen, der Vermieter nicht für einen Bewohner, der bei offenem Fenster die Heizung aufdreht. Um Gerechtigkeit bei der CO2-Steuer zu schaffen, sollte der Bund also nachjustieren und die Kosten neu verteilen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

nd.DieWoche über die Schlupflöcher in Daimlers CO2-Bilanz

Von einem „enormen Hochlauf“ bei emissionsarmen Fahrzeugen spricht Daimler-Chef Ola Källenius. Sein Autokonzern werde die EU-CO2-Ziele für 2020 wohl erreicht haben – jene Vorgaben also, gegen die die hiesige Branche samt ihren politischen Gehilfen jahrelang lobbyierten.

Doch wie soll das denn gehen, da Daimler wie auch andere deutsche Hersteller nicht davon abrücken, vor allem schwere und PS-starke Fahrzeuge auf den Markt zu werfen? Das liegt vor allem daran, dass das Papier der neuen Vorgaben dank der Handschrift der Bundesregierung äußerst geduldig ist. So können die Hersteller vorerst noch nach dem alten Prüfzyklus künst- lich niedrige Emissionen ihrer Neuwagen ermitteln lassen, die wenig mit dem Straßenverkehr zu tun haben. Außerdem müssen die Konzerne, weil 2020 ein Übergangsjahr war, nur 95 Prozent ihrer Flotte auf die CO2-Bilanz anrechnen lassen – die übelsten Spritschlucker rechnet man einfach heraus. Und dann sind die Ziele für Premiumhersteller schwächer als die für Fiat oder Peugeot, die vor allem Kleinwagen verkaufen.

Gleichwohl tut sich gerade einiges bei Mercedes, Audi, BMW & Co. Dieselverkäufe sind als Folge des Abgasskandals eingebrochen, mittlerweile werden auch beim Spätzünder Deutschland dank staatlicher Förderung mehr Fahrzeuge mit Batterie verkauft als Diesel. Allerdings sind reine E-Autos weiter ein Nischenprodukt, Daimler verkauft vor allem Plug-In-Hybride. Und diese ziehen das Aus des Verbrennungsmotors unnötig in die Länge, bei ihnen kann auf dem Prüfstand noch mehr manipuliert werden, und trotzdem gibt es einen Bonus bei der Ermittlung des Flottenwerts.

Letztlich verkauft Daimler fast die gleichen Autos wie früher, auch wenn bei vielen zusätzlich Batterien eingebaut sind. Doch die Plug-In-Hybride sind das entscheidende Schlupfloch, damit Daimler auch mit völlig übermotorisierten SUVs offenbar die Emissionsziele erreichen kann.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Politik

Mitteldeutsche Zeitung zu den Grünen

Der Erfolg hat sich als maßgebliches Kriterium bei den Grünen durchgesetzt. Sie huldigen politisch dem Prinzip, das sie einst ökonomisch gegeißelt haben: dem Wachstum. Man muss das nicht beklagen. Die Grünen sind in ihrem Gebaren längst bürgerlicher als jene Parteien, die sie einst „Altparteien“ nannten. Aber umgekehrt sind auch große Teile der Gesellschaft von grünem Denken durchdrungen. Die Grünen sind jetzt 40 Jahre alt; es wäre eher problematischer, wenn sie sich nicht verändert hätten.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Eine Frage der Abwägung für das christsoziale Selbstbild

Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung zur Unions-Kanzlerkandidatur (Samstag):

Die CSU müsste in Berlin Koalitionsverhandlungen gegebenenfalls mit den Grünen führen, was in Bayern wiederum auf nicht unerhebliche Skepsis bei vielen Mitgliedern stoßen würde. Eine andere Frage wäre, was aus der CSU werden würde, zöge sie ins Kanzleramt ein? Ihr Selbstbild als Regionalpartei mit bundespolitischem Anspruch – von Strauß einst mit den Worten umschrieben, dass in Bonn die Kapelle, in München aber die Kathedrale stehe – müsste für diesen Fall neu gemalt werden. Die CSU könnte nicht mehr die Rolle des brüllenden Löwen einnehmen, sondern trüge Verantwortung für ganz Deutschland.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Kramp-Karrenbauer hält bei Kanzlerkandidatur alles für möglich

Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer will sich bei der Kanzlerkandidatur der Union nicht auf die Parteichefs von CDU und CSU festlegen. Kramp-Karrenbauer sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag): „Möglich ist alles. Es bleibt klug, sich die Situation im Frühjahr genau anzuschauen.“

Die Saarländerin ergänzte, der Wahlgewinner auf dem Parteitag in der kommenden Woche sei sicher ein potenzieller Kanzlerkandidat. „Ob der neue Parteivorsitzende in Rücksprache mit der Partei die Option dann für sich zieht oder ob er zu anderen Entscheidungen gelangt, werden wir sehen.“

Derzeit wird auch über mögliche Ambitionen von Gesundheitsminister Jens Spahn auf die Kanzlerkandidatur der Union spekuliert. Vor allem aber gelten der künftige CDU-Vorsitzende sowie CSU-Chef Markus Söder als Anwärter.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Kramp-Karrenbauer bedauert vor CDU-Parteitag ihre Fehler

Die scheidende CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich hinsichtlich ihres bevorstehenden Rückzugs von der Parteispitze sehr selbstkritisch geäußert. Kramp-Karrenbauer sagte der „Saarbrücker Zeitung“ (Samstag): „Ich wünschte mir, ich selbst hätte weniger Fehler gemacht. Insofern habe ich meinen eigenen Anteil daran, dass die Zeit als Vorsitzende nun früher endet als gedacht.“ Aus Fehlern lerne man, ergänzte die Saarländerin.

Kramp-Karrenbauer zeigte sich eine Woche vor dem CDU-Parteitag zugleich zufrieden mit ihrer Bilanz als Parteichefin. Der neue Vorsitzende könne „auf einer guten Basis aufbauen“. Die Union sei moderner geworden, die Partei könne programmatisch bei Klimaschutz und Digitalisierung sogar das Tempo bestimmen. Zudem sei es gelungen, „CDU und CSU zu versöhnen nach dem schrecklichen Streit um die Flüchtlingsfrage“. Die „Verkrampfung“ beim Thema Migration sei gelöst. Kramp-Karrenbauer nannte überdies den klaren Bundesvorstandsbeschluss zu Frauenquote und Parität. „Das ist für mich ein großer Erfolg.“

Ihrem Nachfolger riet sie, die harte Linie gegenüber einer Kooperation mit der AfD beizubehalten. „Die klare Abgrenzung nach rechts darf nicht aufgegeben werden“, so die Noch-Vorsitzende.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Spahn/Kanzlerkandidatur

Es ist spannend, wenn karg dementierte Meldungen die Runde drehen, dass sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Gedanken über eine Kanzlerkandidatur mache. Noch steht er, mit besten Umfragewerten in der Hinterhand, getreu in Armin Laschets Schatten. Was aber, wenn der NRW-Ministerpräsident gegen Norbert Röttgen und Friedrich Merz den kürzeren zöge? Wenn vor allem er im Frühjahr die Pluspunkte einsammeln könnte, falls Corona halbwegs im Griff wäre? Spätestens dann geht es für die Union – kaum konfliktfrei – ums Ganze. Nichts ist unmöglich, sagt Noch-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer. Und Spahn sitzt im Wartesaal.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Corona

Schreckstarre ist vorbei

Als am Freitag über die neue Infektionschutzmaßnahmenverordnung des Freistaats diskutiert wurde, war es schon fast wie bei jedem x-beliebigen Thema, zu denen sich die Parteien gegenseitig abwatschen. Es wurde geschimpft, kritisiert, vorgeworfen. Die politische Schreckensstarre zu Beginn der Pandemie ist endgültig vorbei.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Tagesspiegel exklusiv: Mehrheit der Deutschen befürwortet Impfnachweis bei Flugreisen

Dem Gedanken, erst wieder geimpft ins Flugzeug zu steigen, können viele Deutsche offenbar etwas abgewinnen. Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger spricht sich für einen Impfnachweis beim Fliegen aus. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Civey-Umfrage für Tagesspiegel Background. Besonders die Jüngeren und die Älteren sind dafür – bei den unter 30-Jährigen und über 50-Jährigen ist die Zustimmung am größten. Die Altersgruppen dazwischen sind mehrheitlich dagegen.

Online lesen: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/mit-impfpass-zum-check-in-mehrheit-der-deutschen-wuenscht-sich-impfpflicht-fuer-fluggaeste/26780456.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Zu euphorisch?

Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz zum Impfen.

Jetzt ist es amtlich: Seit gestern darf auch die sechste Spritze aus den Impfstoff-Ampullen von Biontech-Pfizer verwendet werden. Inoffiziell hatten einige ärztliche Leiter der Impfzentren schon vor Tagen entschieden, den Impfstoff nicht mehr zu verschwenden. Aus ethischen Gründen und nach sorgfältiger Prüfung.

Und in Sachen Impfstoffknappheit gibt es noch mehr gute Nachrichten: Die EU erhält weitere Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Biontech-Pfizer, sowie des neu zugelassenen Vakzins von Moderna. Für Deutschland reiche das aus, um eine Herdenimmunität zu erzielen, hieß es. Bei aller Euphorie sollte man aber nicht vergessen, dass der Impfstoff nur ein Schritt in Richtung Lösung des Corona-Problems ist. Es ist nämlich noch immer unklar, inwieweit durch die Impfung überhaupt Immunität erreicht wird und wie lange diese anhält. Experten gehen davon aus, dass sich auch Geimpfte weiterhin infizieren können, allerdings soll die Erkrankung dann viel glimpflicher verlaufen – so die Hoffnung.

Eine sogenannte sterile Immunität, bei der keinerlei Virusvermehrung mehr vorkommt, gibt es aber Wissenschaftlern zufolge bei keiner Impfung. Doch auch, wenn die Immunität noch unsicher ist, kann die Impfung dazu beitragen, dass weniger Menschen sterben. Immerhin bietet sie Schutz vor einem sehr schweren Verlauf der Erkrankung. Wir sollten aber nicht davon ausgehen, dass damit das Corona-Problem schnell gelöst sein wird. Und schon gar nicht, dass die „Herde“ bald immun ist. Zu viele wollen sich gar nicht impfen lassen, andere können gar nicht geimpft werden (Kinder). Noch ist das Virus nicht verschwunden.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Kölns Oberbürgermeisterin fordert stärkere Einbindung der städtischen Krisenstäbe in Impf-Organisation

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) fordert bei der Organisation der Corona-Impfungen eine bessere Abstimmung zwischen Landesregierung, Kassenärztlicher Vereinigung und den Kommunen. „Ich hätte mir gewünscht, dass wir als Stadt beim Impfen von vorneherein stärker eingebunden worden wären“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagausgabe). Der städtische Krisenstab aus Gesundheitsamt und Feuerwehr habe „schon beim Kontaktpersonenmanagement bewiesen, dass er effizient und hochprofessionell arbeitet.“ Es sei jetzt erst klar geworden, dass die Stadt es übernehmen solle, alle Über-80-Jährigen anzuschreiben, um Sie auf die Impfmöglichkeit hinzuweisen. „Ich kann mir vorstellen, dass wir diejenigen Senioren, die nicht mobil sind und keine Hilfe haben, mit dem Taxi zu Hause abholen lassen und ihnen dann am Impfzentrum eine Assistenz zur Verfügung stellen“, sagte Reker weiter. „Um eine gute Lösung zu entwickeln, ist es noch nicht zu spät.“

Skepsis gegenüber Schnelltests für Lehrer

Lehrerverbände aus Sachsen-Anhalt kritisieren die seit Donnerstag laufenden Corona-Schnelltests an Schulen. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Freitagsausgabe). „Ich halte das für eine Beruhigungspille und denke nicht, dass sich viele Kollegen selbst testen werden“, sagte Thomas Gaube, Vorsitzender des Philologenverbands Sachsen-Anhalt. Skeptisch äußerte sich auch Thekla Meyerhofer vom Grundschullehrerverband: „Prinzipiell sind die Tests eine gute Sache, allerdings können sie auch zu einer Scheinsicherheit führen – etwa wenn sie falsch durchgeführt werden.“

Das Land hatte über die Feiertage 47.000 Schnelltests an die Schulen verteilt. Lehrer können sie auf freiwilliger Basis nutzen. Allerdings müssen sie sich selbst testen und dabei einen Abstrich im Rachenraum durchführen. Ob diese Selbsttests von Laien mit ausreichender Sorgfalt durchgeführt werden können, ist unter Experten umstritten.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Stadt Köln lädt Biontech-Gründer Sahin zu Eintrag ins Goldene Buch ein

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat den Biontech-Gründer Ugur Sahin, der gemeinsam mit seiner Frau den ersten zugelassenen Corona-Impfstoff entwickelte, gebeten, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. „Ich habe ihn persönlich angeschrieben. Es wäre für Köln eine große Ehre, wenn er sich ins Goldene Buch einträgt. Er und seine Frau sind beeindruckende Persönlichkeiten. Es wäre doch wunderbar, wenn die Bewältigung der Corona-Pandemie später auch mit einem Forscher in Verbindung gebracht wird, der in Köln aufgewachsen ist“, sagte Reker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagausgabe). Der Biontech-Chef hat Kölner Wurzeln. Sein Vater arbeitete bei Ford, er selbst legte am Erich-Kästner-Gymnasium in Niehl sein Abitur als Jahrgangsbester ab.

Karl Lauterbach: „Wir stehen mit dem Rücken zur Wand“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach blickt mit großer Sorge auf die Virus-Mutation in Großbritannien und die möglichen Folgen für Deutschland. „Unsere Situation wird noch erschwert durch eine sehr gefährliche Mutation, die in England weiter wächst, obwohl man dort im Lockdown ist. Das muss uns zu denken geben“, sagt der in Köln lebende Politiker im Podcast „Die Wochentester“ (Folge vom 8. Januar) des „Kölner Stadt-Anzeiger“. Sollte sich die Mutation auch hierzulande ausbreiten, müssten sich die Deutschen auf noch mehr Einschränkungen einstellen: „Dann sind natürlich viel drastischere Maßnahmen notwendig, um das Gleiche zu erreichen. Wir haben alle Angst vor einer dritten Welle mit der neuen Mutation.“

Die kürzlich beschlossene Lockdown-Verlängerung hält er darum für alternativlos: „Wir müssen ehrlich sagen, dass wir mit dem Rücken zur Wand stehen. Zu früh aus dem Lockdown bedeutet eine dritte Welle.“ Lauterbach geht davon aus, dass der politisch gewünschte Inzidenzwert von 50 bis zum 31. Januar nicht erreicht werden wird – und kritisiert den angepeilten Wert: „Ich kenne eigentlich keinen einzigen Virologen oder Epidemiologen, der sagt: „50 ist sicher“. Alle sagen, es muss niedriger sein.“

Die in der Kritik stehende 15-Kilometer-Radius-Regel verteidigt Lauterbach vehement: „Wir wollen keinen Deutschland-Tourismus. Wir wollen nicht, dass die Situation so ist, dass unsere Kinder nicht in die Schule dürfen. Gleichzeitig machen andere, die es sich leisten können und glauben leisten zu müssen in dieser Zeit einfach einen Familienurlaub, also fahren Ski oder reisen durch Deutschland hin und her. Wir haben es ja am Wochenende gesehen: Wir waren im vollen Shutdown und die Skihänge, die Ausflugsziele waren überrannt. Das können wir einfach zum jetzigen Zeitpunkt nicht machen.“

Lauterbach fordert zudem, den Wahlkampf für die Bundestagswahl vorläufig auszusetzen: „Wir sind jetzt in den nächsten drei Monaten in einer wirklich ganz eklatanten Krisenlage und da kann kein Wahlkampf stattfinden.“

Der vom Kölner Medienbüro „Maass Genau“ produzierte Podcast ist ab Freitag, 8. Januar, 7 Uhr, hier oder bei allen gängigen Musik- und Podcast-Apps zu hören: www.ksta.de/wochentester

Sachsen-Anhalt: Wirtschaftsminister warnt vor Geschäftsöffnungen aus Protest gegen Lockdown

Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) warnt Unternehmer davor, trotz Lockdown eigenmächtig ihre Geschäfte zu öffnen. Anlass ist ein bundesweiter Aufruf zum Bruch der Corona-Regeln mit dem Titel „Wir machen auf“, den im Internet bereits Zehntausende Menschen unterstützen: Händler, Gastronomen und Dienstleister kündigen an, am 11. Januar die Geschäfte trotz Verbot wieder zu öffnen. „Wer sich dieser Initiative anschließt, handelt unverantwortlich und gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die Gesundheit seiner Mitmenschen“, sagte Willingmann der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Freitagsausgabe).

Befeuert wird der neue Lockdown-Widerstand durch Unterstützer der „Querdenken“-Bewegung, die in Teilen vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Unterstützung kommt auch von der AfD. Der bundesweite Protestaufruf geht auf einen Kosmetikstudio-Betreiber in Nordrhein-Westfalen zurück. Im Messengerdienst Telegram schlossen sich binnen Tagen mehr als 56.000 Interessierte der Gruppe „Wir machen auf – Kein Lockdown mehr“ an. Zur Vernetzung des Widerstands wurde eine eigene Website geschaltet. Der Burgenlandkreis kündigte gegenüber dem Blatt verstärkte Kontrollen der Geschäftsschließungen an. Die Polizei sei aufgrund des Aufrufs bereits um Unterstützung gebeten worden, sagte ein Sprecher.

Wirtschaftsminister Willingmann zeigte sich indes überzeugt, „dass die ganz überwiegende Mehrzahl der Unternehmer in Sachsen-Anhalt wie in der Vergangenheit auch die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie mittragen und sich derartigen Initiativen nicht anschließen“. Zugleich müssten Bund und Länder allerdings auch Sorge tragen, dass die Hilfsmaßnahmen des Staates für Unternehmen kurzfristig ausgezahlt werden, so der Wirtschaftsminister. Dazu müssten noch „bestehende Hemmnisse bei der Gewährung von Unterstützung“ abgebaut werden.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Menschen

„nd.DieWoche“: Historiker Wolfgang Wippermann gestorben

Der Historiker Wolfgang Wippermann ist tot. Wie die Zeitung „nd.DieWoche“ aus dem Fritz-Meineck-Institut der Freien Universität Berlin erfuhr, starb er bereits am 3. Januar nach schwerer Erkrankung im Alter von 75 Jahren. Wippermann, der an dem Institut Professor für Neuere Geschichte war, gehörte zu den renommierten Faschismus-und Antisemitismusforschern. Er wandte sich strikt gegen die Gleichsetzung von Faschismus und Kommunismus sowie die damit verbundene Totalitarismus-Theorie. Ebenso kritisierte er die Instrumentalisierung von Dokumenten aus der Stasiunterlagen-Behörde in der politischen Auseinandersetzung. Zu seinen Veröffentlichungen gehört das 2009 im Rotbuch-Verlag erschienene Buch „Dämonisierung durch Vergleich. DDR und Drittes Reich“.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Venöse Thrombose in Kopf und Hals – „Akute Gefahr ist vorbei“

Kölner Oberbürgermeisterin äußert sich zu ihrer Erkrankung.

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat sich nach der Wiederaufnahme ihrer Amtsgeschäfte erstmals zu ihrer Erkrankung geäußert. Am zweiten Weihnachtstag hatte sich Reker wegen einer akuten Diagnose in die Uniklinik Köln zur Behandlung begeben. „Es wurde eine venöse Thrombose festgestellt, nicht im Bein, sondern im Kopf und Hals, was viel seltener vorkommt“, sagte Reker dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagausgabe). „Es sitzt ein Blutgerinnsel in einer Vene, die Blut vom Kopf abführt. Dieser Thrombus ist noch nicht komplett aufgelöst, aber die akute Gefahr ist vorbei“, so die parteilose Politikerin weiter. Sie müsse jetzt noch einige Wochen blutverdünnende Mittel nehmen und werde „vielleicht in den nächsten Monaten noch ein bisschen vorsichtiger sein. Einmal in der Woche kontrollieren die Ärzte in der Uniklinik die Fortschritte der Behandlung. Ich bin – bis auf den Thrombus – völlig gesund.“

Bei ihrem mehrtägigen Aufenthalt auf der Intensivstation der Kölner Uniklinik habe sie miterlebt, wie angespannt die Situation durch Corona sei: „Es ist bemerkenswert, was dort geleistet wird. Ich möchte mich bei allen Ärztinnen und Ärzten und dem Pflegepersonal auf der neurologischen Intensivstation bedanken. Alle, die dort arbeiten, haben meine Hochachtung. Sie sind so zugewandt und optimistisch, dass tut allen Patientinnen und Patienten gut.“

Howard Carpendale: Auf meinem Grabstein soll nur noch „Danke“ stehen

Sänger macht sich vor seinem 75. Geburtstag Corona- und Zukunftssorgen – „Die Art und Weise, wie man mit der Unterhaltungsbranche umgeht, ist eine Oberschweinerei“

Osnabrück. Sänger und Entertainer Howard Carpendale macht sich wenige Tage vor seinem 75. Geburtstag in Corona-Zeiten Sorgen um die berufliche Zukunft: „Ich vermisse die Bühne. Mir kommen durchaus zwischendurch Gedanken, ob ich jemals wieder auf einer Bühne stehen kann“, sagte er im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Dabei richtet er den Blick auf die gesamte Branche – und spart nicht mit Kritik: „Ich leide darunter, weil mir meine Leidenschaft weggenommen wurde. Ich leide aber nicht finanziell. Andere Menschen haben ihre Leidenschaft verloren und kein Einkommen. Die Art und Weise, wie man mit der Unterhaltungsbranche umgeht, ist eine Oberschweinerei. Und das liegt zu einem großen Teil daran, dass die Politiker überhaupt kein Verständnis und Wissen darüber haben, was und wer alles zu dieser Branche gehört.“

Bei der Diskussion sollte man nach Carpendales Ansicht auch die momentan profitierenden Branchen ins Visier nehmen: „Wie wäre es denn, wenn diese Online-Unternehmen eine große Spendenaktion starten und von jedem dort gekauften Musikteil drei Euro an die Veranstaltungsbranche zurückgeben?“

Seinen 75. Geburtstag am 14. Januar wolle er im Kreise der Familie feiern, sagte Carpendale weiter. Eine große Party sei ohnehin nicht geplant gewesen: „Das bin ich nicht.“ Er wolle jedem Familienmitglied die kürzlich veröffentlichte Box „Das Werk meines Lebens“ überreichen, „denn damit halten sie mein Leben in der Hand“.

Rückblickend sei er jedem aus der Familie dankbar, „wie sie oder er mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben“. Seit seinem 70. Geburtstag wolle er eigentlich auch mit jedem ein ausführliches persönliches Gespräch führen. „Bisher haben sie das aber immer abgelehnt, weil sie es nicht wahrhaben wollten, dass ich irgendwann verschwinde. Aber es ist nun mal wahr. Wenn ich gehe, möchte ich nicht das Gefühl haben, dass irgendwer etwas zu bereuen hat.“ Er freue sich persönlich über das Riesenglück, das seine Karriere begleitet habe: „Deswegen soll auf meinem Grabstein nur noch ,Danke‘ stehen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Extraschichten mit der Maus: WDR reagiert auf Schulschließungen

Mit Spaß lernen – trotz Schulschließungen!? Aufgaben verstehen – auch ohne Präsenzunterricht? Mit einem speziellen Angebot für Familien im „Homeschooling“ reagiert der WDR auf den verlängerten Lockdown der Schulen.

„Mit einem breiten Spektrum an Sendungen für Kinder und Familien liefert der WDR schon immer verlässliche Bildungsangebote. Diese erweitern wir jetzt erneut mit attraktiven Programmen und digitalen Formaten, was sich bereits während des ersten Lockdowns u.a. mit Blick auf die „Maus“ bewährt hat. Wir wollen damit allen, die von den Einschränkungen in Schulen und Kitas betroffen sind, die Möglichkeit geben, besonders die Zeit am Vormittag besser gestalten zu können.“

WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn

Interaktive Sprechstunde auf WDR 2, im WDR Fernsehen und im Live-Stream auf kinder.wdr.de

Los geht es am 11.01.2021 ab 9.15 Uhr mit einer interaktiven „Schulsprechstunde – der etwas André Unterricht“ für Kinder in der Primarstufe und deren Eltern. Die Idee dahinter: Moderator André Gatzke von der Maus und die Grundschullehrerin Pam Fobbe sammeln und beantworten am Vormittag auf WDR 2 die Fragen der Zuhörer*innen – und geben wertvolle Tipps für den Alltag. Dabei kann es um Lerninhalte gehen, aber auch um die Frage, wie man nach zehn Arbeitsblättern immer noch Spaß am Lernen haben kann.

Im Anschluss stehen André und Pam ab 11.55 Uhr im Studio und beantworten im WDR Fernsehen und im Live-Stream die Fragen der Grundschüler*innen ganz praktisch: Welchen Kniff brauche ich, um eine Aufgabe zu lösen? Wissens- und Erklär-Filme und natürlich Aktionen von André sorgen dafür, dass hier der Spaß nicht zu kurz kommt.

„Die Sendung mit der Maus“ läuft weiter (fast) täglich

Gute Nachrichten gibt es auch für große und kleine Maus-Fans: Vom 11. bis 29. Januar läuft „Planet Wissen“ montags bis freitags bereits um 10.25 Uhr. Direkt im Anschluss um 11.25 Uhr kommt dann weiterhin werktäglich eine „Sendung mit der Maus“. Die Extraschichten der Maus gab es auch schon im Dezember 2020, als die Präsenzpflicht an Schulen kurzfristig aufgehoben wurde.

Jetzt hat der WDR außerdem das TV-Programm von „Planet Schule“ – immer Montag bis Freitag ab 7.20 Uhr – kurzfristig angepasst: So gibt es in der Woche ab dem 11. Januar spezielle Filme für Grundschüler*innen. Der kleinste Philosoph der Welt etwa – die Trickfilmfigur Knietzsche – macht sich Gedanken über die Solidarität in Corona-Zeiten. Elli Online gibt Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Internet, und eine Familie probiert aus, wie man in der Steinzeit (über-)lebt hat.

Online-Angebote für alle Altersstufen

Die Woche ab dem 18. Januar setzt auf Geschichtsthemen, und ab 25. Januar zeigt der WDR Filme in englischer Sprache, darunter etwa über die kanadischen Nationalparks oder Teens in den USA.

Das TV-Programm wird online ergänzt durch Lernspiele, Apps und Simulationen. Zu finden unter www.wdrmaus.de und www.schuledigital.wdr.de. Unter www.wissen-macht-ah.de gibt es ein umfangreiches individuelles Wissensangebot.

NRW: Weiterer deutlicher Rückgang der Stickstoffdioxidbelastung

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz teilt mit: Zum ersten Mal wurde in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr an allen kontinuierlich messenden Probenahmestellen der Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) eingehalten. Demnach lag 2020 der Jahresmittelwert an allen 55 Standorten mit einem automatischen Messverfahren (Messcontainer) unter 40 µg/m³, dem zum Schutz der menschlichen Gesundheit gültigen Grenzwert.

Im Vorjahr wurden an sieben kontinuierlich messenden Probenahmestellen Grenzwertüberschreitungen ermittelt, im Jahr 2018 lagen die durchschnittlichen Jahreswerte noch an elf Messstellen über 40 µg/m³. Im Jahr 2020 wurde damit nun erstmals auch an den Probenahmestellen Düsseldorf Corneliusstraße, Dortmund Brackeler Straße, Gelsenkirchen Kurt-Schumacher-Straße, Hagen Graf-von-Galen-Ring, Köln Clevischer Ring, Oberhausen Mülheimer Straße und Wuppertal Gathe der Grenzwert eingehalten.

COVID-19-Pandemie hatten einen Effekt

Umweltministerin Heinen-Esser: „Diese erste Auswertung zeigt, dass sich die Anstrengungen der Kommunen und des Landes gelohnt haben. Die jüngst gemeinsam fortgeschriebenen Luftreinhaltepläne greifen. Wir sind auf dem richtigen Weg, überall die Grenzwerte einzuhalten.“ Auch die COVID-19-Pandemie und die Maßnahmen zu deren Eindämmung hatten einen Effekt auf das Verkehrsaufkommen. Wie stark sich dieser Effekt auf die Jahresmittelwerte tatsächlich ausgewirkt hat, wird noch ausgewertet.

Insgesamt betrug die Abnahme der Stickstoffdioxid-Belastung im Vergleich zum Vorjahr an einzelnen Stationen bis zu zehn Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft (µg/m³). Der landesweit höchste NO2-Jahresmittelwert bei kontinuierlich messenden Probenahmestellen lag 2020 bei 39 µg/m³, 2019 lag er bei 45 µg/m³.

Die Ergebnisse sind noch nicht endgültig validiert und daher als vorläufig zu betrachten. Zuständig für die Überwachung der Luftqualität In Nordrhein-Westfalen ist das Landesamt für Umwelt, Natur und Verbraucherschutz (LANUV).

Neben automatisierten Messcontainern werden Passivsammler zur Ermittlung der NO2-Belastungen eingesetzt. Deren Messergebnisse liegen erst zu einem späteren Zeitpunkt vor, weil sie in einem aufwändigen Verfahren zunächst im Labor analysiert und anschließend ausgewertet werden müssen. Dies betrifft insgesamt etwa zwei Drittel der Stickstoffdioxid Messstandorte. Eine abschließende Bewertung der Luftqualitätswerte für das Jahr 2020 ist erst nach Vorliegen aller validierten Messergebnisse möglich.

Mehr Informationen dazu und die aktuellen Werte finden Sie hier.

Verlängerung des Ferienfahrplans

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Schutzverordnung führen die Stadtwerke Remscheid zur kommenden Woche Fahrplananpassungen durch. Der aktuelle Ferienfahrplan wird über den 08.01.2021 hinaus, bis zum 31.01.2021 verlängert.

Der verkürzte NE-Verkehr gilt bis auf Weiteres an Freitagen und Samstagen. Im Detail bedeutet dies, dass die letzten Fahrten um 00.16 Uhr bzw. 00.21 Uhr (Linien NE12, NE16, NE18 und NE19) und 00.12 Uhr bzw. 00.46, 00.51 Uhr (Linien NE13, NE14, NE17 und NE20) ab Remscheid Hbf./ Friedrich-Ebert-Platz starten. Auf der Linie NE15/615 entfallen die Fahrten nach 23.51 Uhr ab Rem-scheid Hbf.

Der AST-Verkehr Hasten/ Westen entfällt nach der Fahrt um 00.10 Uhr bzw. 00.00 Uhr und die Fahrten Lennep/ Bergisch-Born/ Wermelskirchen entfallen nach der Fahrt um 00.30 Uhr bzw. 0.52 Uhr.

Meldung aktualisiert: 08.01.2021 – 18.50 Uhr

Poller umgefahren und geflüchtet

Im Kreisverkehr Montanusstraße / Peterstraße ist am Donnerstagabend (7. Januar) ein bislang unbekannter Fahrzeugführer von der Fahrbahn abgekommen und hat einen Metallpoller umgefahren; die Polizei sucht den flüchtigen Verursacher.

Den Schaden hatte gegen 19.30 Uhr ein Passant gemeldet – zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Verursacher bereits entfernt. Vermutlich war er im Kreisverkehr auf der winterglatten Fahrbahn zu schnell unterwegs, so dass er auf den Gehweg geriet und den dortigen Metallpoller traf. Der Poller wurde dabei aus der Verankerung gerissen und eine stabile Eisenkette, die ihn mit einem weiteren Poller verband, riss entzwei.

Hinweise

Hinweise nimmt das Kriminalkommissariat Wipperfürth unter der Telefonnummer 02261 81990 entgegen.

Unbedingt Coronaregeln beim Rodeln beachten! Jede Ansteckungsgefahr vermeiden!

Angesichts der winterlichen Wetterlage appelliert der Remscheider Krisenstab an alle Remscheiderinnen und Remscheider, auch auf Rodelwiesen auf die Einhaltung der Coronaschutzverordung zu achten und jedes Corona-Ansteckungsrisiko zu vermeiden. Damit chaotische Zustände wie beispielsweise im Sauerland vermieden werden, werden Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) die Remscheider Hänge verstärkt bestreifen und Verstöße gegen Abstandsregeln und Maskenpflicht konsequent ahnden.

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!

Sven Wolf hält an Forderung nach Geschwindigkeitsbegrenzungen fest

Angesichts der beiden jüngsten schweren Unfälle auf der A1 bei Remscheid (am 07.09.2020, am 15.10.2020 und am 23.11.2020) hat der Landtagsabgeordnete für Remscheid und Radevormwald, Sven Wolf (SPD), am 09.12.2020 erneut eine Kleine Anfrage im nordrhein-westfälischen Landtag gestellt. Zu der nun vorliegenden Antwort des Ministers erklärt Sven Wolf:

„Obwohl es im Corona-Jahr 2020 zu einem geringeren Verkehrsaufgebot auf den Autobahnen in unserem Land kam, ereigneten sich in jüngster Zeit gleich drei schwere Unfälle auf der A1 bei Remscheid. Trotzdem bleibt die Landesregierung bei Ihrer Meinung, dass derzeit kein Anlass bestehe, für diesen Streckenabschnitt über weitere Verkehrssicherungsmaßnahmen oder Maßnahmen zur Änderung der Verkehrssituation zu beraten.

Auch wenn diese Antwort eindeutig ist, ändert dies nichts an meiner Meinung. Es sollte dringend ein Tempolimit eingerichtet werden, um die Sicherheit der vielen Pendlerinnen und Pendler, die jeden Tag auf der A1 bei Remscheid unterwegs sind, zu gewährleisten.

Ich werde bei dem Thema deshalb nicht lockerlassen und ein genaues Auge auf das Unfallgeschehen auf der A1 bei Remscheid werfen.“

Fragen und Ministerantwort

Frage 1: Welche Erkenntnisse liegen der Landesregierung über den Unfallhergang bzw. die Unfallursache der beiden Unfälle vom 15.10.2020 sowie 23.11.2020 vor? (bitte aufgelistet nach Unfall vom 15.10.2020 und Unfall vom 23.11.2020)

Der erste Verkehrsunfall ereignete sich am 15.10.2020 zwischen der Tank- und Rastanlage (TuR-Anlage) Remscheid und der Anschlussstelle Wermelskirchen.

Bei dem Verkehrsunfall mit drei beteiligten Fahrzeugen wurden zwei Personen im Pkw des Unfallverursachers leichtverletzt. Unfallursächlich war ein Fahrfehler des Verursachers, der beim Schulterblick nach links seinen Pkw versehentlich nach rechts lenkte. In der Folge kollidierte sein Fahrzeug mit der Flinterachse einer auf dem dortigen Fahrstreifen in gleicher Höhe fahrenden Zugmaschine. Nach dem Zusammenprall kam der Pkw auf dem 2. Fahrstreifen zum Stillstand. Das Fahrzeug war noch nicht abgesichert, als ein nachfolgender Klein-Lkw auf diesen auffuhr. Für dessen Fahrzeugführer war der Pkw als stehendes Hindernis nicht früh genug erkennbar. Erkenntnisse zu einem möglichen Geschwindigkeitsverstoß liegen mir nicht vor.

Am 23.11.2020 befuhr die Unfallverursacherin, die sich allein im Fahrzeug befand, mit ihrem Pkw die Bundesautobahn (BAB) 1 in Fahrtrichtung Saarbrücken.

Kurz vor der Anschlussstelle Remscheid-Lennep kam die Fahrzeugführerin nach Zeugenaussagen im Bereich einer langgezogenen Rechtskurve ohne Fremdeinwirkung aus unbekannten Gründen nach rechts von der Fahrbahn ab, überschlug sich mit ihrem Pkw und kam mit der Fahrzeugfront in dem rechts neben der BAB verlaufenden Grünstreifen zum Stehen.

Frage 2: Welche Erkenntnisse liegen inzwischen darüber vor, ob bei dem Unfallhergang für den Unfall am 07.09.2020 eine überhöhte Geschwindigkeit ursächlich gewesen ist?

Ein zunächst im Raum stehender Verdacht auf einen technischen Defekt am Fahrzeug des tödlich Verunglückten wurde durch das Gutachten eines Sachverständigen ausgeräumt.

Übereinstimmend gaben Zeugen an, dass der Fahrzeugführer zum Unfallzeitpunkt mit massiv überhöhter Geschwindigkeit gefahren sei. Das Fahrzeug war durch den Unfall so zerstört, dass technische Daten durch bei dem Unfallhergang für den Unfall am das Verkehrsunfallaufnahmeteam nicht mehr ausgelesen werden konnten. Eine nachträgliche Auslesung des Steuergerätes durch einen Gutachter war aufgrund des Gerätealters nicht möglich.

Frage 3: Wie stellt sich die Entwicklung der Unfallzahlen in den betreffenden Abschnitten im Zeitraum der letzten 5 Jahre im Vergleich zu anderen Abschnitten der Autobahn A 1 dar? (bitte ergänzt um die in der Antwort des Ministers fehlenden Monate September bis Januar)

Die Streckenabschnitte divergieren in Bezug auf die jeweiligen Ausbauzustände, -Verläufe und Topografien, beziehungsweise weisen Unterschiede in der Verkehrsbelastung und -Zusammensetzung auf. Ein direkter Vergleich der Abschnitte kann daher nur bedingt erfolgen. In der Gesamtbetrachtung zeigt sich das Verkehrsunfallgeschehen in den betreffenden Streckenabschnitten jedoch unauffällig.

Die Darstellung der Verkehrsunfalllage in vier Teilabschnitten der BAB 1 für die Jahre 2016 bis 2020, jeweils vergleichbar für die Monate September bis Dezember sowie die Monate Januar bis Dezember sind der Anlage 1 zu entnehmen.

Die Daten für Dezember 2020 umfassen die bis zum 15.12.2020 (Abfragedatum der Daten) polizeilich erfassten Verkehrsunfälle. Bei den Daten der Monate Oktober, November und (bis 15.) Dezember handelt es sich um nicht festgeschriebene Daten, die noch Änderungen unterliegen können. Die Festschreibung erfolgt im dritten Monat nach Monatsende.

Frage 4: Besteht für die Landesregierung angesichts der jüngsten Unfälle auf der BAB 1 in Remscheid Anlass, über weitere Maßnahmen zur Verhütung schwerer Unfälle zu beraten?

Frage 5: Hält die Landesregierung die bisher erfolgten technischen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen für ausreichend, um schwere Unfälle in Remscheid-Lennep, Remscheid sowie an der Tank&Rast-Anlage Remscheid vorzubeugen?

Die Fragen 4 und 5 werden wegen des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet: Wie bereits in der Antwort auf die Kleine Anfrage 4325 (Drs. 17/11502) beschrieben, liegt im angesprochenen Abschnitt der A 1 gemäß einer polizeilichen Auswertung keine Unfallhäufungsstelle oder Unfallhäufungslinie vor. Dies hat sich auch durch den Unfall am 23.11.2020 nicht geändert. Für die Unfallkommission besteht derzeit kein Anlass, für diesen Streckenabschnitt über weitere Verkehrssicherungsmaßnahmen oder Maßnahmen zur Änderung der Verkehrssituation zu beraten.

Feuer in Kfz-Werkstatt

Die ganze Nacht über hat eine brennende Autowerkstatt die Velberter Feuerwehr beschäftigt. Die Einsatzkräfte waren am gestrigen Donnerstag, dem 7. Januar, um 22.46 Uhr zunächst wegen unklarer Rauchentwicklung und starkem Brandgeruch alarmiert worden, Feuerschein war jedoch noch nicht zu erkennen. Vor Ort stellte sich heraus, dass eine etwa 400 Quadratmeter große Werkstatthalle in einem Hinterhofbereich bereits in voller Ausdehnung brannte, so dass um kurz nach 23 Uhr Sirenenalarm für Velbert-Mitte ausgelöst wurde.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte der neben der Werkstatt wohnende Inhaber bereits eigene, allerdings erfolglose Löschversuche mit einem Pulverlöscher unternommen. Außerdem war es ihm noch gelungen, mehrere Gasflaschen aus der Halle ins Freie zu schaffen. Erste Maßnahme der Feuerwehr war, eine Riegelstellung zu den angrenzenden Gebäuden aufzubauen, um ein Übergreifen der Flammen auf die Nachbarhäuser zu verhindern. Insbesondere eine Remise und ein Wohnhaus waren akut gefährdet, konnten aber erfolgreich geschützt werden. Zwischenzeitlich setzten die Einsatzkräfte vier C-Rohre zur Brandbekämpfung und zum Schutz der Nachbargebäude ein.

Antennen behinderten Zugang durch Drehleiter

Damit konnten die Flammen zwar unter Kontrolle gebracht werden, ein durchschlagender Löscherfolg blieb jedoch aus. Die Halle wurde daraufhin mit Löschschaum geflutet. Dazu wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet: Während ein Teil der Löschmannschaften über die Hofzufahrt von der Langenberger Straße vorging, wurden auf der Rückseite des Geländes über die Steeger Straße zwei Drehleitern in Stellung gebracht. Dazu mussten erst ein Anhänger aus dem Weg geräumt und mehrere Antennen der im angrenzenden ehemaligen Velberter Wasserturm untergebrachten Funkamateure demontiert werden, da sie den Zugang der Drehleiter behinderten.

Die Werkstatt im hinteren Bereich des Hofes brannte in voller Ausdehnung. Foto: Feuerwehr Velbert
Die Werkstatt im hinteren Bereich des Hofes brannte in voller Ausdehnung. Foto: Feuerwehr Velbert

Anschließend wurde die Halle, in der sich bei Ausbruch des Brandes zwei Pkw befanden, von der Frontseite und über eine der Drehleitern mittels Schaumrohren geflutet. Ein Betreten des Gebäudes war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Der Schaumeinsatz zeigte nach kurzer Zeit den gewünschten Erfolg, im hinteren Hallenbereich flammte das Feuer jedoch immer wieder auf, weil einige Ecken nicht mit dem Löschschaum erreicht werden konnten. Daher wurde das Dach über diesem Bereich geöffnet, was sich als nicht ganz einfach herausstellte. Die Trupps mussten mit Absturzsicherungen vom Nachbardach bzw. über die Drehleiter vorgehen, um die Dachbalken von oben mit Motorkettensägen zu durchtrennen. Danach gelang es insbesondere mit dem Schaumrohr über die Drehleiter, die letzten Brandnester endgültig mit Löschschaum unter Kontrolle zu bringen.

Brand im Fachwerk hinter einer Blendmauer

Erhöhte Aufmerksamkeit erforderte auch eine Wand des betroffenen Gebäudes. Das ebenfalls in Brand geratene Fachwerk konnte erst gelöscht werden, nachdem die Einsatzkräfte eine Mauer, die vor diese Fachwerkwand gezogen worden war, großteilig öffneten, um sich einen Zugang zu verschaffen. Um 2.39 Uhr wurde der Löschzug Tönisheide nachalarmiert, der nach den Nachlöscharbeiten auch bis zum frühen Morgen die Brandwache stellte. Der Einsatz der Feuerwehr, die mit hauptamtlicher Wache und drei freiwilligen Löschzügen vor Ort war, endete nach exakt acht Stunden um 6.46 Uhr.

Personen kamen durch das Feuer nicht zu Schaden. Drei Menschen wurden vorsorglich vom Rettungsdienst wegen des Verdachts einer Rauchgasvergiftung untersucht, eine weitergehende Behandlung oder ein Transport ins Krankenhaus waren jedoch nicht erforderlich. Außerdem war der Bewohner eines Nachbarhauses aufgrund der starken Rauchentwicklung prophylaktisch aus dem Gebäude geführt worden.

Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest, auch zur Brandursache gibt es noch keine Angaben. Die Polizei hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen und nach Ende der Löscharbeiten die Einsatzstelle beschlagnahmt. Wann die Brandexperten der Kriminalpolizei mit den Untersuchungen vor Ort beginnen können, ist aufgrund des aktuellen Zustandes der Räumlichkeiten noch offen.

Während des Einsatzes war die Langenberger Straße zwischen Steeger Straße und Güterstraße zeitweilig komplett gesperrt.

Die Langenberger Straße war während des Einsatzes zeitweilig komplett gesperrt. Foto: Feuerwehr Velbert
Die Langenberger Straße war während des Einsatzes zeitweilig komplett gesperrt. Foto: Feuerwehr Velbert

Gestürzte Hattingerin aus Wald gerettet

Für eine nicht alltägliche Rettungsaktion wurden am gestrigen Donnerstag, dem 7. Januar, um 13.23 Uhr der Rettungsdienst und die hauptamtliche Wache zum Gutsweg in Langenberg alarmiert.

Bei einer Waldwanderung war eine junge Frau aus Hattingen mit dem Fuß umgeknickt und hatte sich dabei derart verletzt, dass sie medizinischer Hilfe bedurfte. Der Begleiter der 25-Jährigen, selber Berufsfeuerwehrmann, setzte telefonisch einen Notruf ab und wies die kurze Zeit später eintreffenden Einsatzkräfte ein.

Gerätewagen Rettung: Spezialfahrzeug auf Geländewagenbasis

Die mussten, da der Weg in den Wald nicht ohne weiteres befahrbar war, zunächst einen rund tausend Meter langen Fußmarsch zurücklegen. Anschließend war eine steile Anhöhe zu erklimmen, da die Patientin dort etwa 50 Meter oberhalb des Weges lag. Nach Erstversorgung durch den Rettungsdienst wurde die junge Frau mittels Schleifkorbtrage und Absturzsicherung den Hang hinunter zum Weg abgelassen.

Dort wurde sie vom Gerätewagen Rettung der Feuerwehr Ratingen in Empfang genommen, den die hauptamtlichen Kollegen bereits vorsorglich auf der Anfahrt nachgefordert hatten. Das Ratinger Spezialfahrzeug auf Basis eines Geländewagens ist nicht nur umfangreich mit Geräten zur Rettung in unwegsamem Gelände ausgerüstet, es war auch in der Lage, über den schmalen Waldweg nahe an die Einsatzstelle heranzufahren.

Der Gerätewagen Rettung brachte die Patientin zum befestigten Teil des Gutsweges, wo der um einiges größere Rettungswagen hatte zurückbleiben müssen. Dieser transportierte die junge Frau zur weiteren Behandlung ins Klinikum Niederberg. Die Feuerwehr konnte ihren Einsatz nach rund zwei Stunden beenden.

Wintereinbruch – über 20 Glätteunfälle

Nach den am Donnerstagabend (7. Januar) einsetzenden Schneefällen hat die Polizei bislang 24 Glätteunfälle im Oberbergischen aufgenommen.

Die Unfälle waren nahezu über den ganzen Kreis verteilt, wobei Radevormwald mit fünf Unfällen an der Spitze rangiert. Dort war auch der einzige Unfall mit einer verletzten Person zu beklagen, bei der ein 61-jähriger Autofahrer aus Halver leichte Verletzungen erlitt.

Er war gegen 22.25 Uhr auf der Bundesstraße 229 von Halver in Richtung Radevormwald gefahren, als in Höhe der Ortslage Wintershaus eine entgegenkommende Autofahrerin ins Schleudern geriet und frontal mit dem Auto des 61-Jährigen zusammenstieß. Die 49-jährige Autofahrerin aus Wuppertal hatte auf der mit Eis und einer Schneedecke überzogenen Fahrbahn in einer Kurve die Kontrolle verloren und war auf die Gegenfahrbahn geraten. Beide Autos waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden.

Ministerin Gebauer: Wir unterstützen den Distanzunterricht

Die Sofortausstattungsprogramme des Landes für Schülerinnen und Schüler sowie für Lehrerinnen und Lehrer werden weiter stark nachgefragt. Die Schulträger in Nordrhein-Westfalen haben bis Ende des Jahres 2020 bereits rund 83 Prozent der zur Verfügung stehenden Fördersumme beantragt und ein großer Teil davon ist bereits bewilligt. Und die Tendenz ist weiter steigend.

Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer zeigt sich erfreut über die positive Entwicklung des Fördergeschehens und erklärte: „Es war die richtige Entscheidung, dass die Landesregierung bereits im vergangenen Sommer vorausschauend gehandelt und eine große Ausstattungsoffensive gestartet hat. Bundesweit haben wir damit eine Vorreiterrolle eingenommen. Gemeinsam mit den Kommunen bringen wir das Lernen mit digitalen Medien schnell voran.“

Sofortausstattungsprogramm für Schülerinnen und Schüler: 143 Millionen Euro beantragt

Mit Stand 31. Dezember 2020 haben die Schulträger in Nordrhein-Westfalen Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 143 Millionen Euro gestellt. Das entspricht rund 81 Prozent der Gesamtfördersumme von 178 Millionen Euro. Rund 134 Millionen Euro sind bereits bewilligt.

Bund und Länder hatten sich auf eine Zusatzvereinbarung zum DigitalPakt Schule in Höhe von 500 Millionen Euro verständigt, um Schülerinnen und Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten. Auf das Land Nordrhein-Westfalen entfallen davon rund 105 Millionen Euro. Die Landesregierung hat zusätzlich 55 Millionen Euro bereitgestellt, sodass insgesamt von Land und Bund 160 Millionen Euro bereitstehen. Die Kommunen erbringen einen Eigenanteil von 17,8 Millionen Euro, sodass insgesamt rund 178 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Eine individuelle Bedürftigkeitsprüfung ist hierbei nicht vorgesehen. Die schulgebundenen mobilen Endgeräte werden den bedürftigen Schülerinnen und Schülern in Form einer Leihe unentgeltlich von der Schule zur Verfügung gestellt. Das Land hat durch eine Änderung der Förderrichtlinie für die Schulträger die Möglichkeit geschaffen, die Mittel noch bis zum 31. Juli 2021 verausgaben zu können.

Dienstliche Endgeräte für Lehrerinnen und Lehrer: 89 Millionen Euro beantragt

Mit Stand 31. Dezember 2020 haben die Schulträger in Nordrhein-Westfalen Anträge mit einem Gesamtvolumen von rund 89 Millionen Euro gestellt. Das entspricht rund 87 Prozent der Gesamtfördersumme von 103 Millionen Euro. Rund 85 Millionen Euro sind bereits bewilligt. Das Land unterstützt die Schulträger im Rahmen des Konjunkturprogramms 2020 bei der Ausstattung der Lehrkräfte mit dienstlichen Endgeräten und stellt dafür 103 Millionen Euro bereit. Auch bei diesem Programm hat die Landesregierung für die Schulträger die Möglichkeit geschaffen, die Mittel noch bis zum 31. Juli 2021 verausgaben zu können. 

Darüber hinaus gibt es auch beim DigitalPakt Schule eine weiterhin positive Entwicklung der Abrufzahlen. Insgesamt lagen mit Stand vom 31. Dezember 2020 in Nordrhein-Westfalen Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von rund 231 Millionen Euro aus dem DigitalPakt Schule vor. Bereits bewilligt sind rund 163 Millionen Euro. Mit dem DigitalPakt Schule wird der Ausbau der IT-Infrastruktur an Schulen gefördert. Förderbar sind die Bereiche IT-Grundstruktur, digitale Arbeitsgeräte, schulgebundene mobile Endgeräte sowie regionale Maßnahmen, soweit diese von den Schulen unmittelbar genutzt werden können. Von den rund fünf Milliarden Euro Gesamtvolumen stehen den NRW-Schulen etwa eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Abschließend erklärte Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer: „Die Pandemie hat gezeigt, dass es richtig war und ist, die Digitalisierung mit Nachdruck vorantreiben. Das Geld ist da. Jetzt geht es darum, dass die digitalen Endgeräte auch schnell an den Schulen ankommen. Wir wissen zwar, dass es zu Lieferengpässen kommen kann. Aber ich bin davon überzeugt, dass die Kommunen auch weiterhin mit Hochdruck daran arbeiten, dass das Geld in Geräte umgesetzt wird, die in den Schulen zum Einsatz kommen.“