Wohnungsbrand in Vohwinkel – 56-jährige Frau schwer verletzt

In der Rembrandtstraße in Vohwinkel kam es heute (25.11.2021), gegen 13:35 Uhr, zu einem Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus.

Ausgelöste Rauchmelder machten Bewohner des Hauses auf den Brand aufmerksam, die die Feuerwehr alarmierten, welche das Feuer löschte. Die Einsatzkräfte retteten die 56-Jährige – bereits bewusstlose – Bewohnerin der Wohnung aus dem Haus und brachten sie mittels Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik.

Nach jetzigem Erkenntnisstand besteht Lebensgefahr. Das zuständige Kriminalkommissariat hat die Ermittlungen zu Brandursache und Schadenshöhe aufgenommen. Die übrigen Wohnungen des Mehrfamilienhauses sind weiterhin bewohnbar. (hm)

Corona: Stadt Remscheid bereitet sich auf das Impfen von Kindern ab 5 Jahren vor

Die Stadt Remscheid bereitet Impfungen für Kinder ab 5 Jahren vor. Am 25. November hat die europäische Arzneimittelbehörde Ema die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für diese Altersgruppe erteilt. Die Stadt Remscheid bestellt jetzt Impfstoffe und bereitet mit Hochdruck die Impfungen vor. Die Auslieferung der Impfstoffe soll in Deutschland in der Weihnachtswoche beginnen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Ich freue mich sehr über die Zulassung. Im Kampf gegen Corona können wir eine weitere Flanke schließen und allen Schulkindern eine Impfung anbieten. Wir werden in unseren beiden städtischen Kinderarztpraxen mit den Impfungen von Kindern mit Vorerkrankungen beginnen und natürlich allen Kindern anbieten, sobald die STIKO-Empfehlung vorliegt.“

Krisenstabsleiter und Beigeordneter Thomas Neuhaus: „Wir nehmen unsere Aufgabe als Betreiber des kinderärztlichen MVZ gerne an und stehen in Kontakt mit den weiteren Kinderarztpraxen in Remscheid, um möglichst alle bei den Impfungen der Kinder mit im Boot zu haben. Darüber hinaus bereiten wir gerade eine zusätzliche Impfmöglichkeit extra für Kinder ab 5 Jahren vor. Hier können dann auch Kinder geimpft werden, die an anderer Stelle keine Möglichkeit finden.“ Nach aktuellem Planungsstand wird die zusätzliche Impfmöglichkeit bereits Anfang Januar öffnen. Die Stadt Remscheid veröffentlicht die Details hierzu, sobald sie erarbeitet sind.

Zeugen gesucht: Fußgängerin erleidet lebensbedrohliche Verletzungen

Bei einem Unfall auf der Märkischen Straße in Wuppertal erlitt heute Morgen (25.11.2021) eine Fußgängerin schwerste Verletzungen.

Nach bisherigen Ermittlungen befuhr ein 21-jähriger Wuppertaler gegen 07:30 Uhr mit seinem BMW die Märkische Straße in Richtung Hatzfelder Straße. In Höhe der Hausnummer 277 erfasste er mit seinem Auto eine 42-jährige Fußgängerin, die die Fahrbahn überquerte.

Durch den Zusammenprall stürzte die Frau zu Boden und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Nach Erstversorgung vor Ort brachte sie der Rettungsdienst ins Krankenhaus.

Das Verkehrskommissariat in Wuppertal sucht nach Zeugen des Unfalls. Wer hat den Unfall beobachtet? Wer kann Angaben zum Hergang machen? Hinweise nimmt die Polizei unter der Rufnummer 0202/284-0 entgegen. (weit)

Mitarbeitende der Zentralbibliothek Remscheid spenden an die Fluthilfe

Angeregt durch eine Mitarbeiterin hatte die Remscheider Bibliothek nach den Unwettern im Juli einen kleinen Bücherbasar organisiert, um die Einnahmen an die Fluthilfe Remscheid zu spenden. Die Aktion ist inzwischen abgeschlossen und hat einen Betrag von 200 Euro ergeben, der nun an den Hilfsverein überwiesen wurde.

Unfallflucht auf der Reinshagener Straße

Am 24.11.2021, um 23:55 Uhr, kam es auf der Reinshagener Straße zu einem Alleinunfall eines Pkw.

Der Fahrer eines VW Golf verlor aus bislang ungeklärter Ursache auf der Reinshagener Straße in Richtung Westhauser Straße fahrend die Kontrolle über sein Fahrzeug. In der Folge kam er nach rechts von der Straße ab, und verwüstete auf seinem Weg bis zu einem Laternenmast, an dem er zum Stehen kam, einen Vorgarten samt Müllcontainern, Lampen und Verteilerkasten. Danach entfernte sich der Fahrer vom Unfallort, ohne den Schaden zu regulieren. Der VW ist nicht mehr fahrbereit. Der Mann wird von Zeugen als dick beschrieben und trug zum Zeitpunkt des Unfalls dunkle Kleidung.

Inwieweit ein Mann, der in Tatortnähe von den eingesetzten Beamten angetroffen wurde mit dem Unfall in Verbindung steht, ist Teil der Ermittlungen.

Zeug*innen gesucht und Hinweise erbeten

Die Polizei bittet Zeug*innen und Hinweisgebende, die sich zu diesem Sachverhalt äußern können, sich unter der Telefonnummer 0202/284-0 zu melden.

Kontrolle verloren – Unfall in Remscheid

Gestern (24.11.2021, 6:15 Uhr) kam es in Remscheid zu einem Verkehrsunfall mit zwei Verletzen und hohem Sachschaden.

Ein 36-Jähriger fuhr mit seinem Ford auf der Solinger Straße in Richtung Remscheider Innenstadt. In einer Rechtskurve verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug. Dadurch geriet er in den Gegenverkehr und stieß in der Folge frontal mit dem Mercedes eines 58-Jährigen zusammen.

Beide Männer erlitten Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte sie zur Behandlung ins Krankenhaus. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von circa 27.000 Euro. Während der Aufnahme blieb die Unfallstelle für den Straßenverkehr gesperrt. (sw)

Ökologische Pilzwanderung zwischen Grund und Grüne

Die ergiebigen Niederschläge im Herbst haben dazu geführt, dass jetzt noch etliche Pilzarten ihre faszinierenden Fruchtkörper ausbilden. Doch warum werden diese Fruchtkörper entwickelt und wo findet man sie?

Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und der Grüne die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von hunderten aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt.

Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 4. Dezember 2021, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in 42855 Remscheid-Grund. Die Wanderung ist geeignet für interessierte Erwachsene, aber auch für Familien mit Kindern ab ca. 8 Jahren und wird etwa drei Stunden dauern. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und Schuhe werden empfohlen.

Anmeldung und Kosten

Die Kosten betragen für Kinder bis 15 Jahre 3,50 Euro und für Erwachsene 7 Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Familienrabatt. Wegen Begrenzung der Teilnehmerzahl ist eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Anmeldungen nimmt die Natur-Schule unter 02191 3748239 oder, besser noch, per Mail entgegen: info@natur-schule-grund.de, Anmeldeschluss ist Freitag, 3. Dezember 2021 um 12 Uhr.

Gemäß den verbindlichen Corona-Regeln gilt zur Zeit die 2G-Regel, Impfung oder Genesenen-Status sind zu Beginn der Veranstaltung zu belegen. Ein zusätzlicher Test (nicht älter als 24 Stunden) wäre sinnvoll. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gilt die Annahme, dass diese in der Schule getestet wurden, ältere, nicht geimpfte oder genesene Jugendliche können mit einem aktuellen Negativ-Test teilnehmen.

Wie sah das jüdische Leben „em Dorp“ aus?

Günter Urspruch referierte bei den Lüttringhauser Gesprächen. Die diesjährigen Lüttringhauser Gespräche hatten das jüdische Leben in Deutschland und speziell im Bergischen Land zum Thema. Seit 1700 Jahren ist dies dokumentiert.

Nachdem die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge, Dr. Ulrike Schrader, im ersten Gespräch über Jüdische Gemeinden im Bergischen Städtedreieck informierte und anschließend Peter Liebermann, ehemaliger Oberarzt an der Stiftung Tannenhof, einen Überblick über das Jüdischsein im aktuellen Deutschland gab, ging es im finalen dritten Teil der Gespräche um das jüdische Leben „em dorp“ und in der unmittelbaren Nachbarschaft. Günter Urspruch, profunder Kenner der Geschichte zwischen Lennep und Ronsdorf, hatte sich bereiterklärt, diesen Vortrag zu halten. Die Gesprächsreihe war in diesem Jahr ausnehmend gut besucht, und auch Günter Urspruch konnte sich über 40 Interessierte freuen. Sein Referat war eine denkwürdige und spannende Mixtur aus Fakten und Anekdoten, die Urspruch aus seinen zahlreichen Unterhaltungen mit Zeitzeugen erfahren hatte. Er selbst, der von sich sagt, er sei weder Literat noch Historiker, ließ auch den Humor in seinem gut einstündigen Referat nicht außen vor.

Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs

Belege dafür, wie schnell sich friedliches Miteinander zu Hass entwickeln kann

Das Leben zwischen Christen und Juden im Bergischen sei vor der Reichsprogromnacht 1933 konfliktfrei gewesen, ein geradezu vorbildhaftes Miteinander. „Ich habe in meinen Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen kein schlechtes Zeugnis über Juden gehört“, sagte Urspruch. Das änderte sich mit Aufkommen des Nationalsozialismus. So gibt es ein Zitat des ehemaligen hohen evangelischen Würdenträgers Otto Sibelius aus dieser Zeit, das besagt, dass die „deutsche Bevölkerung darauf acht haben muss, dass der jüdische Einfluss im Leben geringer sein muss.“ Eins der Belege dafür, wie schnell sich ein friedliches Miteinander zu Hass entwickeln kann.

Nachdem in Jahr 1807 alle Schulen auch für jüdische Mitbürger geöffnet wurden, entwickelte sich das jüdische Leben im Bergischen langsam. Vor 1830 waren Juden in Lennep und Lüttringhausen nur vereinzelt verzeichnet, wobei die jüdische Bevölkerung in Lüttringhausen immer spärlich geblieben ist. 1845 verzeichete Lüttringhausen über 10.000 Einwohner, wovon 2 jüdisch waren. Über 60 Jahre später (Einwohnerzahl 13.500) waren es immer noch zwei. Im Wuppertaler Stadtteil Ronsdorf betrug der jüdische Anteil an der Bevölkerung 0,2%. 1795 gab es 215 jüdische Familien im Herzogturm Berg, bei der Eingemeindung Lüttringhausens 1929 gab es 273 jüdische Menschen in Remscheid, 1944 nur noch 7.

Sehr ausführlich ging Günter Urspruch auf die Familie Löwenthal ein, die aus Garzweiler zugewandert war und sich in Lüttringhausen niederließ. 1845 kaufte die Familie die Häuser Remscheider Straße 8 und 10, die aber nicht lange in deren Besitz blieben. Nachdem die Löwenthals das ehemalige Schulgebäude an der Schmittenbuscher Straße gekauft und später wieder verkauft hatten, zog die Familie – wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen – nach Ronsdorf. Die heutige Familiengrabstätte der Löwenthals, im Volksmund als „Jüdischer Friedhof“ bekannt, verzeichnete 1853 die erste und 1909 die letzte Bestattung. „Nach jüdischem Glauben darf eine Grabstätte nur einmal belegt werden“, weiß Urspruch. „Das ist das ‚Ewige Ruherecht‘, was im Christentum auch bei Soldatengräbern Anwendung findet.“ Der Friedhof an der Adolf-Clarenbach-Straße wurde 1939/40 von Lüttringhauser Nazis zerstört und es gibt Gerüchte, dass auch heute noch Grabsteine des zerstörten Friedhofs in Lüttringhauser Gärten stehen. Das mochte Urspruch aber nicht bestätigen. 1949 errichtete die Stadt die Stätte in der heutigen Form. „Ich selbst“, so Urspruch, „habe erst in den 70er Jahren von der Begräbnisstätte erfahren.“

„Die waren eines Tages nicht mehr da.“

Ehemalige Nachbarn der jüdischen Familie Winter.
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs

Der Referent ging ebenso auf den Weg in die Vernichtung ein, den viele Juden im Bergischen gehen mussten. Wie die Familie Winter, die 1920 nach Lüttringhausen kam und an der Barmer Straße wohnte. Gespräche mit ehemaligen Nachbarn erbrachten nur ein: „Die waren eines Tages nicht mehr da.“ Die Familie wurde wie so viele über Wuppertal-Steinbeck nach Theresienstadt deportiert und von dort aus in den Osten, wo sie in Vernichtungslagern wie Treblinka und Konzentrationslagern wie Auschwitz ermordet wurden. Jeder jüdische Bürger hatte für den Transport 65 Reichsmark zu entrichten. Unter vielen namenlosen und unbekannt gebliebenen jüdischen Mitbewohnern traf dies auch auf Dr. Josef Norden zu, der Rabbiner in Elberfeld war, 1935 in den Ruhestand ging und 1943 nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er auch durch Mörderhand starb.

Die braune Brut von heute muss mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden.

„Meine Generation“, so Urspruch gegen Ende seines Vortrages, „hat kein Recht, unseren Eltern Vorhaltungen zu machen, sie seien nicht entschieden gegen die Nazis vorgegangen. Und auch, wenn Vergleiche zur heutigen Zeit nicht angebracht sind, so ist doch eins vollkommen klar: Die braune Brut von heute muss mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden.“

Heute zählt die jüdische Gemeinde in Wuppertal 2500 Mitglieder (im gesamten Bergischen Land etwa 3000) und verfügt über drei Friedhöfe. In Remscheid gibt es keine jüdische Gemeinde.

Günter Urspruch und Pfarrerin Kristian Voll bei den Lüttringhauser Gesprächen. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch und Pfarrerin Kristian Voll bei den Lüttringhauser Gesprächen. Foto: Peter Klohs

Dachstuhlbrand mit einer schwerverletzten Person

Am vergangenen Wochenende, in der Nacht zum Samstag, erreichten mehrere Notrufe die Leitstelle der Feuerwehr Remscheid, die einen Brand im Dachbereich eines Wohnhauses auf der Wermelskirchener Straße meldeten.

Bereits auf der Anfahrt war für die anrückenden Einsatzkräfte der Feuerschein zu erkennen. Alle Bewohner des Wohnhauses hatten sich bereits in Sicherheit gebracht. Ein Bewohner wurde durch die Polizei betreut und an den Rettungsdienst übergeben. Dabei handelte es sich um den Bewohner der betroffenen Dachgeschosswohnung, die komplett im Vollbrand stand. Die Person wurde durch den Brand schwer verletzt und nach der notärztlichen Behandlung vor Ort in eine Spezialklinik transportiert.

Durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden zwei Drehleitern zur Brandbekämpfung eingesetzt. Zusätzlich konnten zwei Atemschutztrupps in dem Gebäude bei den Löschmaßnahmen unterstützen. Aus dem angrenzenden Nachbargebäude evakuierte die Feuerwehr zwei Personen, die während der Löschmaßnahmen in einem Rettungswagen betreut worden sind. Insgesamt wurden sechs Atemschutztrupps eingesetzt.

Das Feuer zerstörte den Dachbereich sowie die obere Wohnung. Eine Ausbreitung auf weitere Gebäudeteile sowie Nachbargebäude konnte verhindert werden. Nach Beendigung der Einsatzmaßnahmen war das Wohnhaus jedoch nicht mehr bewohnbar und fünf Personen mussten in einer Notunterkunft untergebracht werden. Die Wermelskirchener Straße war während des Feuerwehreinsatzes komplett gesperrt. Die Berufsfeuerwehr wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Nord unterstützt. Um während der Einsatzdauer den Grundschutz sicherzustellen, besetzte die Freiwillige Feuerwehr Lennep die Hauptwache. Zur Klärung der Brandursache wird die Polizei die Ermittlungen aufnehmen.

Nachlöscharbeiten an der Einsatzstelle Wermelskirchener Straße in Remscheid nach Dachstuhlbrand. Foto: Feuerwehr Remscheid
Nachlöscharbeiten an der Einsatzstelle Wermelskirchener Straße in Remscheid nach Dachstuhlbrand. Foto: Feuerwehr Remscheid

Global Brunch in Wuppertal: Schwarz ist der Ozean

In netter Runde frühstücken, neue Menschen kennenlernen und sich dabei über globale Zusammenhänge austauschen. Für wen das nach einem perfekten Start in den Sonntag klingt, ist beim Global Brunch in Wuppertal gut aufgehoben.

Anlässlich des Internationalen Tages zur Abschaffung der Sklaverei und dem Tag der Menschenrechte geht es während des fairen Frühstücks darum, was volle Flüchtlingsboote vor Europas Küsten mit der Geschichte von Sklavenhandel und Kolonialismus zu tun haben und was jede*r tun kann, um sich gegen Ungleichheit und für Menschenrechte zu engagieren. Dazu zeigt Serge Palasie vom Eine-Welt Netz NRW die Ausstellung „Schwarz ist der Ozean“. In einem kurzen Impuls wird er aufzeigen, wieso es wichtig ist, die Geschichte zu kennen, um die Gegenwart verstehen zu können.

Der Global Brunch findet am 5. Dezember 2021 im BürgerBahnhof Vohwinkel, Bahnstraße 16 in 42329 Wuppertal statt. Der Eintritt kostet 5 Euro und beinhaltet ein leckeres Frühstück inklusive einer kulinarischen Überraschung aus Marokko und einen Kaffee oder ein Freigetränk nach Wahl.

Coronamaßnahmen

Während der Veranstaltung sind alle Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. Für eine Teilnahme gelten daher die 2G-Regeln: geimpft oder genesen. Bitte entsprechende Nachweise mitbringen.

Anmeldung

Anmeldung bis spätestens 30. November 2021 bei AHM Abdul Hai per Mail unter ahm.abdul.hai@eine-welt-netz-nrw.de oder telefonisch (01 60) 98 75 07 74 oder bei Amana e.V. unter info@amana-ev.de.

Hintergrund

Die Frühstücksreihe Global Brunch ist im Herbst 2018 in Düsseldorf gestartet.

Die Idee: Bei einem fairen Frühstück wird ein spannendes Thema rund um die Globalen Nachhaltigkeitsziele durch einen kurzen Impuls beleuchtet und anschließend in lockerer Atmosphäre darüber diskutiert. Das Frühstück wird dabei immer von einem anderen Verein vorbereitet. So lernen alle Teilnehmenden neue Engagierte aus der Zivilgesellschaft kennen. Wir waren begeistert von der Idee und bringen den Global Brunch deswegen jetzt auch nach Wuppertal. Hier soll der Global Brunch jedes Mal an einem neuen Ort stattfinden, so dass wir nicht nur lecker frühstücken, sondern auch viele spannende Ecken in unterschiedlichen Wuppertaler Quartieren kennenlernen.

Schmittenbusch: Hauptweg gesperrt

Nach den Baumschnittarbeiten der letzten Wochen, muss nun das Holz im Schmittenbusch in Lüttringhausen abtransportiert werden. Dazu ist der Hauptweg bis längstens Donnerstagabend, 18. November 2021, gesperrt. Spaziergehende, Joggende und Radfahrende sind gebeten die Absperrung aus Sicherheitsgründen keinesfalls zu ignorieren.

NRW: 2G und 2G-Plus kommt

Die Corona-Zahlen steigen immer weiter, darum werden in Nordrhein-Westfalen (NRW) nun flächendeckend Beschränkungen für Erwachsene eingeführt, die weder geimpft noch genesen sind. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat es heute nach der Kabinettssitzung angekündigt. Neben der Gastronomie gilt dies auch besonders für Weihnachtsmärkte und Fußballspiele.

Noch strenger wird es bei Discobesuchen, Karnevalssitzungen und Feiern werden, denn dort gilt dann die 2G-Plus-Regel. 2G-Plus bedeutet, dass der Zugang nur für Geimpfte und Genesene gestattet ist, wenn sie auch einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen können. Für Kinder und Jugendliche wird es natürlich weiterhin Ausnahmen geben. Dennoch erwähnenswert, dass wohl eine europaweite Freigabe des Comirnaty-Impfstoffs von BioNTech für Kinder von 5-11 Jahren im Lauf der nächsten Woche bevorsteht.

Geimpft oder nicht? ZDFzoom über eine Frage mit Sprengkraft

Geimpft oder nicht – darüber wird inzwischen, auch angesichts der rasch steigenden Zahl der Neuinfektionen, immer heftiger gestritten. Die Impf-Frage wird zur Glaubensfrage – auch in der Mitte der Gesellschaft: Was ist richtig, was ist falsch und was ist gerecht? „ZDFzoom“ trifft Menschen auf beiden Seiten der Impfdebatte und berichtet am Mittwoch, 17. November 2021, 23.00 Uhr im ZDF, über „Geimpft oder nicht? Kleine Frage, große Sprengkraft“. Der Film von Sibylle Bassler und Patricia Schäfer steht am Sendetag in der ZDFmediathek zur Verfügung.

„Freiheit hat auch ihre Grenzen, denn an dieser Grenze fängt Solidarität an.“

Dr. Christian Gottschalk, Kinderarzt in Görlitz

Die „ZDFzoom“-Autorinnen Sibylle Bassler und Patricia Schäfer beginnen ihre Spurensuche in Rosenheim. Dort wird auf der Intensivstation um das Leben vieler Ungeimpfter gekämpft. Eine Covid-Patientin, die nur mit größtem Einsatz der Pflegekräfte gerettet werden konnte, erklärt, sie würde sich auch nach dieser Erfahrung nicht impfen lassen. In Rosenheim gibt es besonders viele Ungeimpfte. Unternehmer Frank Bauer etwa hat während der Corona-Krise sein Vertrauen in die Politik verloren und fühlt sich ungerecht behandelt: „Die Geimpften gelten als die Guten – dabei können auch die das Virus verbreiten und sich anstecken. Und wir Ungeimpften werden als ‚die Bösen‘ hingestellt, werden ausgegrenzt. Da mache ich nicht mit!“

Sachsen ist das Bundesland mit der niedrigsten Impfquote. In Görlitz dominieren die Ungeimpften das Meinungsklima. Dort wurden Ärzte bei Impfaktionen beschimpft und bedroht – so erging es etwa dem Görlitzer Kinderarzt Dr. Christian Gottschalk, der sagt: „Die Menschen verwechseln Freiheit oft mit Grenzenlosigkeit und Zügellosigkeit. Aber Freiheit hat auch ihre Grenzen, denn an dieser Grenze fängt Solidarität an.“ Ganz anders die Situation in Bremen. Dort sind 81 Prozent der Menschen geimpft, die höchste Quote bundesweit. Der Stadtstaat setzt auf Kommunikation statt Konfrontation und konnte so viele Menschen zur Impfung bewegen. Wie fühlt sich ein Impfskeptiker in diesem „Musterland des Impfens“? Elektrotechniker Andreas Löffl sieht sich nur noch als Ärgernis wahrgenommen und sagt: „Dass führende Politiker mit dieser ‚Pandemie der Ungeimpften‘ und speziell der jüngeren Ungeimpften hausieren gehen, ist in meinen Augen Panikmache.“ Eine Reise durch ein Land, in dem sich Gräben auftun entlang der Frage: geimpft oder nicht?

Der Durchbruch – Doch das Monster bricht nicht

Am Samstagabend mal wieder unbeschwert -man ist ja geimpft- ins Theater gehen, zu einer in Remscheid stattfindenden Premiere eines Remscheider Autors: Der Durchbruch, geschrieben von Christian Wüster, uraufgeführt im Westdeutschen Tournee Theater (WTT).

Die Remscheider Kultur ist gut miteinander vernetzt, man weiß was die anderen tun, aber aktive Kooperationen zum Wohl der lokalen Kunst- und Kulturszene sind leider sehr selten. Viel zu gerne möchte man mit großen Namen von kleinen Geschichten oder mit spektakulärem Getöse von etwa mangelnder Qualität ablenken. Es braucht mehr Mut, Mut zu aktiver Vernetzung, zu Kooperation, zu Zusammenarbeit.

Und genau das hat Claudia Sowa, Intendantin des WTT, nun vorgemacht. Quasi einen Durchbruch für die Remscheider Kulturszene gewagt: Die Premiere eines Stücks eines Remscheider Autors auf einer bekannten Remscheider Bühne mit einem professionellen Ensemble. Christian Wüster ist Autor und Vorsitzender der Lüttringhauser Volksbühne und leitet mit dem WÜSTheatER auch eine eigene Laien-Theatergruppe.

Die Gräueltaten der Nazis

Coronabedingt inszenierte Sowa „Der Durchbruch“ als szenische Lesung, dabei minimalistisch und dunkel. Die Bühne war komplett in Schwarz gehüllt. Fünf Stühle, ein Tisch und das farbig jeweils etwas anders nuancierte Licht zweier Schweinwerfer bildeten das Bühnenbild. Das Saallicht erlischt, das Ensemble tritt auf. Die Erzählerin setzt das Publikum ins Bild. Es ist 1962 – viele der alten Naziverbrecher haben sich das Leben genommen, oder wurden verhaftet. In einem Gefängnis in Essen wartet die bekannte Nazi-Größe Leopold Pleiditz, das Monster von Treblinka, auf seinen Prozess und vertreibt sich die Zeit mit seinem Gefängniswärter.

17 Jahre ist es her, dass das Nazireich unterging und Deutschland kapitulierte. Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet, vier Millionen in Konzentrationslagern wie Auschwitz oder in Vernichtungslagern wie Treblinka und zwei Millionen bei Massakern der Wehrmacht. Die Nazizeit ist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

Pleiditz sitzt in seiner Zelle, ist gut gelaunt, arrogant, prahlerisch, lacht viel und laut. Björn Lenz, der Pleiditz mimt, bringt diesen eklatanten Gegensatz vom deutschen Schuldgefühl der Demokratinnen und Demokraten und dieser unbegreifbaren Überheblichkeit und Selbstüberschätzung der Nazis so echt und natürlich auf die Bühne, dass es während der gesamten Lesung im Publikum mucksmäuschenstill bleibt. Man mag sich nicht durch irgendein unbedachtes Geräusch zu erkennen geben, um dann schlimmstenfalls der Willkür des Monsters von Treblinka ausgesetzt zu sein. Pleiditz prahlt stolz und humorig mit seinen unmenschlichen Abartigkeiten.

Der Durchbruch – wenigstens der Wand

Man hört ein Kratzen, ein Schaben, im Stück öffnet sich die Wand. Pleiditz erhält überraschend und überraschenden Besuch. „Ich war Dein Gast in Treblinka“. Der KZ-Überlebende David Magen wird von Björn Lukas ebenso überzeugend dargestellt. Er, jetzt nicht mehr verfolgt, tritt seinem früheren Peiniger in dessen Zelle gegenüber, sucht nach Menschlichem, nach Antworten, hofft auf Reue, und trifft doch nur auf den Menschen, den er aus Treblinka kennt.

Pleiditz (Björn Lenz, re.) im Gespräch mit seiner Anwältin Karin von Schmelz (Claudia Sowa) im Beisein des Wärters (Björn Lukas). Thomas Ritzinger übernahm ab da den Part des Erzählers. Foto: Sascha von Gerishem
Pleiditz (Björn Lenz, re.) im Gespräch mit seiner Anwältin Karin von Schmelz (Claudia Sowa) im Beisein des Wärters (Björn Lukas). Thomas Ritzinger übernahm ab da den Part des Erzählers. Foto: Sascha von Gerishem

Lukas spielt auch den Gefängniswärter, es gibt Pleiditz‘ Pflichtverteidiger, einen zweifelhaften abgehalfterten bayrischen Anwalt im Ruhrgebiets-Exil, souverän dargestellt von Thomas Ritzinger und die zweite Anwältin Karin von Schmelz, verkörpert von Claudia Sowa selbst, die dem Monster endlich eine Arroganz entgegenbringt, die der Autor mit mehr Zeilen Text weiter hätte ausbauen können. War dem Publikum diese Szene zunächst seelische Erholung, bangte man kurz darauf ob sie das Monster womöglich noch vor der Todesstrafe bewahren könne.

Das Stück endet im letzten Zwiegespräch zwischen Magen und Pleiditz. Einer stirbt sein Leben, der andere lebt sein Sterben. Schwarzblende. Stille. Applaus. Und nach verhalltem Applaus herrscht im Theatersaal wieder Stille. Alle Zuschauenden sitzen wieder auf ihren Plätzen, denken, sinnieren, grübeln, atmen. Es dauerte ein bisschen, bis sich alle Menschen im Saal wieder gefangen hatten und wieder reden konnten, so eindrücklich war der Abend, so schwer zu ertragen die -hier nur gespielte- Naziarroganz gepaart mit abgrundtiefem Hass und grenzenloser Überheblichkeit.

Weiterer Termin

Am Freitag, 26 November ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) (Tickets online kaufen) findet die Lesung ein weiteres Mal im WTT statt. Reservierung empfohlen, es gilt die 2G-Regel. Im Eintrittspreis von 12 Euro ist ein Freigetränk enthalten, und das braucht es, um den anschließenden Kloß im Hals herunter zu spülen. Diese Lesung sollte erlebt werden, auch dringend von Schulklassen, und das Stück es noch auf die große Bühne schaffen, richtig mit Bühnenbild und Theatralik. Das wäre dann auch ein weiterer Durchbruch – ebenfalls verdient.