Zwei Schwerverletzte nach Auseinandersetzung in Remscheid

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft und Polizei Wuppertal.

Nach einer gestrigen Schlägerei und mehreren Messerstichen in Remscheid gründete die Polizei eine Mordkommission zur Aufklärung des Tatablaufs und zur Ermittlung der Verdächtigen und sucht in diesem Zusammenhang dringend Zeugen.

Gestern Abend (21.09.2021, gegen 20:45 Uhr) kam es auf der Konrad-Adenauer-Straße, im Bereich der Haltestellen eines Einkaufszentrums, zu einer Auseinandersetzung zwischen fünf Personen, bei der zwei Männer schwer verletzt wurden.

Dieser Tat ging eine zunächst Streitigkeit und eine anschließende Schlägerei in der Buslinie 655 voraus, nachdem alle Beteiligten gemeinsam am Quimperplatz in Remscheid in den Bus gestiegen waren. Als die fünf Personen, bestehend aus einer zweiköpfigen Personengruppe und einem Trio den Bus an der Konrad-Adenauer-Allee verließen, eskalierte die Situation.

Das Trio griff ihre beiden 16- und 24- jährigen Kontrahenten erneut an. Sie schlugen und traten mehrfach auf die beiden jungen Männer ein und ließen auch nicht von dem 24-jährigen ab, als dieser schon am Boden lag.

Darüber hinaus setzte einer der Täter ein Messer gegen die Opfer ein. Diese erlitten hierbei Verletzungen und mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht werden. Nach aktuellem Kenntnisstand besteht bei Beiden keine Lebensgefahr.

Die drei Täter flüchteten unerkannt in Richtung Elberfelder Straße. Alle drei waren männlich, zwischen 1,70 und 1,75 Meter groß und etwa 16 bis 17 Jahre alt. Zwei von ihnen hatten kurze blonde Haare und eine schmale Statur. Einer von ihnen war bekleidet mit einem grauen Pullover, einer blauen Jeans und weißen Turnschuhen der Marke „Nike“. Der andere trug einen schwarzen Pullover, dunkle Jeans und schwarze Schuhe. Der dritte Flüchtige hatte eine kräftige Statur, eine schwarze Oberbekleidung, schwarze Schuhe und eine schwarze Kappe.

Die Mordkommission sucht dringend Zeugen der Tat: Wer ist gemeinsam mit der Personengruppe im Bus gefahren? Wer hat die Situation nach dem Aussteigen aus dem Bus beobachtet? Wer kann Hinweise zu den Flüchtigen geben. Hinweise werden unter der Rufnummer 0202/284-0 entgegengenommen. (weit)

BUND begrüßt WHO-Empfehlung zu schärferen Grenzwerten für Luftschadstoffe

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu deutlich schärferen Grenzwerten für Luftschadstoffe. Da ein Großteil der Luftverschmutzung in Städten durch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren entsteht, fordert der BUND eine deutliche Reduzierung des Autoverkehrs und die Umsetzung von Maßnahmen für eine nachhaltige Mobilitätswende. Dazu gehören für den Umweltverband vor allem Veränderungen in der Verteilung des öffentlichen Straßenraums mit Vorrang für den Umweltverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr. Flankierend dazu fordert der BUND einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit regelmäßigen Taktungen und bedarfsorientierten Angeboten sowie neue Mobilitätsangebote, die das Ziel verfolgen, dass der Autoverkehr stark reduziert wird.

Antje von Broock, BUND-Geschäftsführerin: „Die aktualisierten Empfehlungen für Grenzwerte zu Luftschadstoffen durch die WHO waren nach gut 15 Jahren überfällig. Die deutlich verschärften Grenzwertempfehlungen zeigen, dass schnelles und entschiedenes Handeln dringend notwendig ist, um unsere Luftqualität zu verbessern und unsere Gesundheit zu schützen. Besonders Verbrennungsmotoren tragen mit einem großen Anteil an Emissionen zur Luftverschmutzung bei. Autofreie Mobilität funktioniert dann am besten, wenn attraktive Angebote für den Fuß- und Radverkehr, den abgasfreien öffentlichen Verkehr und neue Mobilitätsdienstleistungen geschaffen werden. Wir brauchen die Mobilitätswende, um die Klimaziele einzuhalten und die Luftqualität in Deutschland zu verbessern. Daher brauchen wir weniger Autos und mehr Platz fürs Fahrrad, für Fußgänger*innen und für den öffentlichen Nahverkehr.“

Hintergrund

Als schnell wachsende Quelle von CO2-Emissionen aus fossilen Brennstoffen ist der Verkehr der Sektor, der einen besonders großen Beitrag zum Klimaschutz leisten muss. Kraftfahrzeugemissionen sind eine der Hauptquellen für die Luftverschmutzung, insbesondere in Städten. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation verursacht Luftverschmutzung jedes Jahr etwa sieben Millionen Todesfälle.

Mehr Informationen

Für eine nachhaltige Mobilität mit deutlich weniger Autos setzen sich BUND und Paritätischer Gesamtverband in ihrer Zukunftsagenda ein: www.zukunftsagenda.de

Deutsche Umwelthilfe: Sofortmaßnahmen für drastisch schärfere Luftschadstoff-Grenzwerte

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert von Bundesregierung, Ländern und Kommunen einschneidende Sofortmaßnahmen in Verkehr, Energiewirtschaft und Massentierhaltung zur Reduzierung von gefährlichen Luftschadstoffen. Hintergrund ist die heutige Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Grenzwerte für diese Stoffe drastisch abzusenken. Die DUH verlangt vom Gesetzgeber zudem, die neuen WHO-Werte umgehend in nationales Recht umzusetzen und ihre Einhaltung so schnell wie möglich sicherzustellen und zu überwachen. Das sei zwingend notwendig, um den Bürgerinnen und Bürgern ihr Recht auf Saubere Luft zu gewähren, sie vor schweren Erkrankungen zu schützen und zehntausende vorzeitige Todesfälle jährlich in Deutschland zu verhindern.

Die WHO hat heute nach mehr als 15 Jahren neue Empfehlungen herausgegeben und dringt auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse auf eine schnelle Reduzierung der Schadstoffe. Die derzeit gesetzlich noch erlaubten Belastungen würden schwere Krankheiten und vorzeitige Todesfälle auslösen. Der Grenzwert für Feinstaub (PM 2,5) müsse demnach halbiert werden (von 10 auf 5 µg/m3 im Jahresmittel), jener für Stickstoffdioxid (NO2) sogar auf ein Viertel der bisherigen Grenze gesenkt (von 40 auf 10 µg/m3 im Jahresmittel). Neu ist zudem die Einführung eines 24-Stundenhöchstwertes von 25 µg/m³ für NO2.

„Schallende Ohrfeige für Bundesregierung und Verkehrsminister Scheuer, der noch vor zwei Jahren sogar die laxen alten NO2-Grenzwerte abschaffen wollte.“

Jürgen Resch, DUH-Bundesgeschäftsführer

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH dazu: „Die neuen WHO-Werte sind eine schallende Ohrfeige für die Bundesregierung und allen voran Verkehrsminister Scheuer, der noch vor zwei Jahren sogar die bislang geltenden, laxen NO2-Grenzwerte abschaffen wollte. Die Festlegungen heute sind die ultimative Warnung, dass sofort gehandelt werden muss für die Saubere Luft. Noch heute muss eine wirkliche Mobilitätswende eingeleitet werden mit unter anderem einer Halbierung der Anzahl der Autos und Verdopplung der Radwege, Holzöfen ohne Filter gehören verboten und die Massentierhaltung muss ökologisch umgebaut werden, damit weniger Ammoniak und damit Feinstaub entsteht. Nur so können Krankheit, Leid und zehntausende vorzeitige Todesfälle verhindert werden. Wir werden diesen Prozess begleiten und mit allen notwendigen Mitteln dafür sorgen, dass die Saubere Luft für Deutschland sichergestellt wird.“

Wie dringend notwendig schnelle Schritte zur realen Reduktion sind, zeigen die aktuellen Messwerte aus Deutschland. Bezugnehmend auf die zur Verfügung stehenden Jahresmittelwerte des Jahres 2020, überschreiten derzeit nachweislich mindestens 400 deutsche Gemeinden die neue WHO Empfehlung für Stickstoffdioxid (NO2) von 10 µg/m3 im Jahresmittel, bei Feinstaub (PM2,5) sind es mit Ausnahme von drei Orten alle Gemeinden, die den empfohlenen Grenzwert von 5 µg/m3 im Jahresmittel überschreiten.

Studien belegen, dass derzeitige gesetzliche Grenzen viel zu hoch liegen; jährlich zehntausende vorzeitige Todesfälle allein in Deutschland

„Die Luft in unseren Städten ist nach wie vor zu dreckig. Wie sich das auf die Gesundheit der Menschen auswirkt und welches Leid dies verursacht, kann ich in meiner Praxis täglich sehen. Besonders betroffen sind Kinder, die aufgrund der NO2 Belastung an Asthma erkranken. Laut einer aktuellen Studie sind das etwa 16.600 Neuerkrankungen jedes Jahr allein in Deutschland! Eine weitere Langzeitstudie belegt schwere Erkrankungen wie Asthma, Lungenkrebs und Herz-Kreislauferkrankungen als Folge von Luftschadstoffbelastungen auch unterhalb der WHO Empfehlungen aus 2005 – ganz unabhängig vom Alter. Die neuen Empfehlungen der WHO sind ein Weckruf, ähnlich drängend wie die aktuellen Nachrichten zur Klimakrise und es ist höchste Zeit, endlich zu handeln“, betont Norbert Mülleneisen, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde in Leverkusen.

Hintergrund

Die letzte Version der Luftqualitätsrichtlinie stammte aus dem Jahr 2005 und wurde nun auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse angepasst. Die WHO hat dazu eine Vielzahl wissenschaftlicher Studien systematisch ausgewertet und Richtwerte abgeleitet, die für politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger als Grundlage dienen soll. Seit 2005 hat sich die wissenschaftliche Evidenz durch zahlreiche Studien zur gesundheitlichen Gefährdung durch Luftschadstoffe deutlich erhöht. Erkenntnisse sowohl zu Kurzzeitwirkungen als auch Langzeitwirkungen dieser Luftschadstoffe haben sich mit der Zeit verdichtet. Daraus lassen sich die deutlichen Verschärfungen der WHO Empfehlungen ableiten.

„Grenzwerte unter anderem für Dieselabgasgift Stickstoffdioxid und Feinstaub müssen teils auf ein Viertel reduziert werden.“

Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Entsprechend aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden die bisherigen Grenzwertempfehlungen für die Luftschadstoffe Stickstoffdioxid (NO2) von 40 auf 10 µg/m3, Feinstaub PM 10 von 20 auf 15 µg/m3 und Feinstaub PM 2,5 10 auf 5 µg/m3 im Jahresmittel sowie für Ozon (O3) mit einem neuen Wert von 60 µg/m3 für die warme Jahreszeit deutlich verschärft.

Neu in der Luftreinhalterichtlinie aufgenommen sind Empfehlungen zu bewährten Verfahren für den Umgang mit bestimmten Arten von Feinstaub wie Ruß (Black Carbon, BC), Ultrafeinstaub (ultrafine particles, UFP) sowie elementarer Kohlenstoff und Partikel aus Sand- und Staubstürmen. Damit setzt die WHO einen Fokus auf das von diesen Stoffen ausgehende hohe Gesundheitsrisiko und den entsprechend dringenden Handlungsbedarf. Zudem verweist die WHO auf die Klimawirksamkeit von Ruß und den Zusammenhang zwischen Luftqualität und Klimawandel generell. Die DUH fordert deshalb, Ruß-Messungen inklusive Messung der Partikelanzahl in das bestehende Messnetz aufzunehmen.

Das X-perimente-Mobil ist in Remscheid

Das Team des X-perimente-Mobils und das Team des Deutschen Röntgen-Museums führen zusammen mit Lehrer:innen des Röntgen-Gymnasiums Versuche zu den Themen Infrarot und UV-Licht durch.

Nach vorheriger Absprache mit der Schule haben die Teams einen Plan erstellt, damit alle Klassen der Unterstufe Versuche zu Infrarot- und UV-Licht durchführen können. Dazu stehen aus dem X-perimente-Mobil diverse UV-Lampen und eine professionelle Infrarot-Kamera zur Verfügung, mit der verschiedenste Materialien und Objekte untersucht werden können. Bewerbungen durch Schulen erfolgt über die Website des X-perimente-Mobils: www.x-perimente.de.

Pflichtumtausch in EU-Kartenführerschein startet

Bis 2033 muss jeder Führerschein, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, nach EU-Recht in den neuen EU-Kartenführerschein umgetauscht werden. Das geschieht stufenweise und beginnt mit den Geburtsjahrgängen 1953 bis 1958, die bis zum 31.12.1998 ausgestellt worden sind.

Entsprechend der EU-rechtlichen Vorgaben hat der Bundesrat beschlossen, dass alle Führerscheine der Geburtsjahrgänge 1953-1958, die bis zum 31.12.1998 ausgestellt worden sind, bis zum 19.01.2022 in den aktuellen EU-Kartenführerschein umzutauschen sind.

Um allen Betroffenen die Möglichkeit zu geben, den Umtausch rechtzeitig zu beantragen, richtet die Fahrerlaubnisbehörde Remscheid ab Oktober ein zusätzliches Büro nur für den Umtausch der alten Führerscheine in den aktuellen EU-Kartenführerschein ein und erhöht das Terminkontingent entsprechend.

Jetzt Termin sichern!

Passende Termine können ab sofort online auf der Homepage der Stadt Remscheid (Termine buchen → Fahrerlaubnisangelegenheiten → Führerscheinstelle → Allgemeine Fahrerlaubnisangelegenheiten → Umtausch EU-Kartenführerschein) gebucht werden. Bitte den Butten „Umtausch EU-Kartenführerschein“ nur für diesen Zweck betätigen! Sollten Sie mehrere Anliegen haben – zum Beispiel Erweiterung, Verlängerung, internationaler Führerschein – ist dies über diesen gebuchten Termin nicht möglich!

Notwendige Unterlagen

Bitte bringen Sie diese Unterlagen zum Termin mit

  • Personalausweis oder Reisepass
  • bisheriger deutscher Führerschein
  • 1 Passfoto nach der Passverordnung (biometrisches Passfoto), Passfotoautomat ist im Haus vorhanden
  • gegebenenfalls eine Karteikartenabschrift der ausstellenden Behörde, wenn der bisherige Führerschein nicht in Remscheid gemacht wurde, siehe Hinweis unten

Gebühren: 25,30 Euro

Wichtig

Haben Sie zum Zeitpunkt des Erwerbs Ihrer Fahrerlaubnis Ihren Wohnsitz nicht in Remscheid gehabt, sind bei der Fahrerlaubnisbehörde Remscheid keine Daten vorhanden. Sie müssen sich in diesem Fall an die Fahrerlaubnisbehörde Ihres Hauptwohnsitzes zum Zeitpunkt der Ausstellung des Führerscheines wenden und eine Karteikartenabschrift anfordern. Dies gilt auch dann, wenn Sie die Fahrerlaubnis zwar in Remscheid erstmalig erworben haben, dann aber in der Folgezeit von einer anderen Fahrerlaubnisbehörde einen neuen Führerschein ausgestellt bekommen haben.

Telefonische Erreichbarkeit der Führerscheinstelle für Rück- und Anfragen ab 4. Oktober

Ab dem 4. Oktober ist die Führerscheinstelle für passende telefonische Auskünfte unter der Rufnummer (0 21 91) 16 – 30 16 in diesen Zeiten zu erreichen:

  • Mo, Mi, Fr von 8 bis 12 Uhr,
  • Mo und Mi von 14 bis 15.30 Uhr.

Stadt Solingen sucht Reserve-Wahlhelfer*innen

Auch für die Bereitschaft gibt es eine Entschädigung

Für die Bundestagswahl am Sonntag, 26. September, sucht die Stadt Solingen noch Reserve-Wahlhelfer*innen. Sie werden entweder bis zum Wahltag einberufen oder sollten am Wahltag ab 7 Uhr für einen möglichen Einsatz im Wahllokal abrufbereit sein, falls andere Wahlhelfer*innen krankheitsbedingt ausfallen.

Für die Bereitschaft gibt es 21 Euro und für den tatsächlichen Einsatz als Beisitzer 50 Euro. Die Stadt Solingen freut sich auch über erfahrene Wahlhelfer*innen, die sich den Posten als Wahlvorsteher*in oder Schriftführer*in zutrauen.

Interessierte müssen 18 Jahre alt sein und die deutsche Staatsangehörigkeit haben. Gerne können sich die Wahlhelfer*innen telefonisch unter 0212 – 290 2372 oder unter wahlhelfer@solingen.de melden.

Corona-Schutz: Von 200 Millionen Euro Bundesmitteln für Luftreinigungsgeräte an Kitas und Schulen noch kein Euro abgerufen

Erst acht Bundesländer haben Verwaltungsvereinbarung unterschrieben – Grüne: „Versäumnis zeigt Desinteresse an Schutz von Kindern“

Osnabrück. Von den seit zweieinhalb Monaten bereitstehenden Bundesmitteln für mobile Luftreiniger für den Corona-Schutz an Kitas und Schulen haben die Länder noch keinen Euro eingesetzt. Das Bundeskabinett hatte am 14. Juli beschlossen, die Länder bei der Beschaffung der Geräte mit bis zu 200 Millionen Euro zu unterstützen. Aber: „Mittel wurden bislang nicht abgerufen“, heißt es in einer Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) vorliegt.

In der Ministeriumsantwort heißt es: Ziel der Förderung sei es, „dem Infektionsrisiko in Innenräumen im Herbst und Winter entgegenzuwirken und die Kinderbetreuung sowie den Präsenzunterricht an den Schulen aufrechtzuerhalten“. Nach dem Kabinettsbeschluss dauerte es indes einen Monat, bis sich Bund und Länder auf eine Verwaltungsvereinbarung verständigen konnten. Einen weiteren Monat später (Stand 15. September 2021) hatten erst acht Bundesländer die Vereinbarung unterschrieben, und auch von diesen hat noch keines Geld beantragt, wie aus der Antwort hervorgeht.

Maria Klein-Schmeink, Grünen-Fraktionsvize und Sprecherin für Gesundheitspolitik, kritisierte das scharf: „Die Schule hat schon längst wieder begonnen“, sagte sie im Gespräch mit der NOZ. Das „erneute Versäumnis“ zeige, dass die Politik der Schutz von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie, die in den vergangenen anderthalb Jahren immer wieder hätten zurückstecken müssen, „anscheinend nicht wirklich interessiert“.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Klimakrise: Kindern helfen Widersprüche und Ängste zu bewältigen

Die dramatischen Folgen der globalen Klimakrise werden hierzulande immer sicht- und spürbarer. Das bekommen auch junge Kinder mit – sie sorgen sich und brauchen Sicherheit. Wie sollen Eltern darauf reagieren? Wie können Kitas und Grundschulen Zukunftsängste kindgerecht auffangen und zu Orten werden, in denen Kinder Antworten finden und Selbstwirksamkeit erfahren? Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“* bereitet Pädagoginnen und Pädagogen gezielt darauf vor. Hier ein Einblick – auch für Eltern -, worauf es dabei ankommt.

Wenn es darum geht, Kindern einen guten Umgang mit Ängsten und schwierigen Situationen nahezubringen, zählen zunächst einmal die scheinbar simplen Dinge: Reden, Fragen stellen, Zuhören. Das gilt Zuhause am Küchentisch genauso wie in Kita, Hort und Grundschule.

Wesentlich ist, die Sorgen der Kinder nicht klein zu machen. Also nicht zu sagen „Mach dir keine Sorgen!“ Stattdessen sollten Erwachsene möglichst gute Vorbilder sein. Auch sie können angesichts der zahlreichen Krisen Ängste und Sorgen haben – wichtig ist, wie sie damit umgehen. Dabei geht es nicht darum, Kindern die Welt oder gar die Klimakrise zu erklären oder Werte einfach vorzuschreiben. Im Gegenteil. Ist Autofahren etwas Schlechtes? Ist Fleischessen ok? Für Kinder ist es elementar, wenn Eltern und Lernbegleitende in Kita und Grundschule mit ihnen gemeinsam versuchen, schwierigen Fragen nachzugehen. Und die Kinder dabei eigene Ideen und Alternativen entwickeln und ernsthaft ausprobieren dürfen.

Kinder werden aktiv und lernen nachhaltiges Handeln

Nah an der Alltagswelt der Kinder zu bleiben, ist dabei ein wichtiger Punkt. Beim neusten BNE-Angebot der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“*, geht es beispielsweise darum, die Kinder über den Umgang mit ihrem Spielzeug an Möglichkeiten heranzuführen, wie unser Konsumverhalten nachhaltiger wird.

Wie viel braucht man zum Spielen? Welche Materialien und Ressourcen stecken in Spielzeugen? Wie lassen sich kaputte Dinge reparieren? Indem sie sich mit Fragen wie diesen auseinandersetzen – und das ohne Vorgaben und Verbote -, erfahren Kinder, dass sie Einfluss haben und Dinge verändern können. Sie lernen, selbst aktiv zu werden und nachhaltig zu handeln. Diese Erfahrungen helfen ihnen, bei gesellschaftlichen Krisen mutig zu sein und nicht zu verzweifeln.

Darauf kommt es an – ein Überblick

  • Mit Kindern über Sorgen und Ängste sprechen und sie ernst nehmen.
  • Vorbild sein im Umgang mit Ängsten wie auch beim nachhaltigen Handeln.
  • Nah am Alltag der Kinder bleiben.
  • Kindern die Möglichkeit geben, eigene Erfahrungen zu machen und Alternativen zu entwickeln.
  • Keine Werte vorgeben und auf Verbote verzichten.

Unterstützung für Kitaleitungen, Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte

All diese Punkte sind auch relevant in der Bildung für nachhaltige Entwicklung, kurz BNE. Hier werden Erwachsene und Kinder motiviert und befähigt, nachhaltig zu denken, zu handeln und mitzugestalten. Pädagogische Methoden aus der BNE wie das gemeinsame Philosophieren mit Kindern oder das Entdecken und Forschen und alles, was sonst noch dazu gehört, können Pädagoginnen und Pädagogen in Fortbildungen und Onlinekursen der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“* kennenlernen. Einen praktischen Einstieg bietet außerdem die Aktionswoche „Konsum umdenken“ vom 20. bis 26. September.

Wer mehr über die BNE-Angebote der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“* erfahren will, findet weitere Informationen unter folgendem Link: www.hdkf.de/bne

* Kommentar von Sascha von Gerishem: Es fehlt mindestens das „und Forscherinnen“. Der Anteil der Frauen in der Forschung ist in Deutschland vergleichsweise gering, 2017 betrug ihr Anteil lediglich 28 Prozent, das ist EU-weit der drittletzte Platz. In Lettland und Litauen lag der Frauenanteil 2017 bei 52 bzw. 50 Prozent. Solche peinlichen Namensgebungen dürfen heutzutage nicht mehr stattfinden, schon gar nicht, wenn das an sich hervorragende Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

30 Jahre: Happy Birthday Käpt’n Blaubär

Unglaublich: Er hat seine eigene Wahrheit schon erfunden, als von „Fake News“ noch keine Rede war. Käpt’n Blaubär darf seit 30 Jahren in der „Sendung mit der Maus“ Lügengeschichten vom Stapel lassen. „Die Sendung mit der Maus“ zeigte am 6. Oktober 1991 zum ersten Mal „Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn“ und feiert ihn jetzt u.a. in der ARD-Mediathek. Passend zur Bundestagswahl (26. September) zeigt die Maus auch Käpt’n Blaubärs Geschichte vom „Briefwal“. Erfunden wurde der legendäre Lügenbär von Walter Moers, geprägt hat ihn auch die Stimme von Wolfgang Völz (1930 – 2018).

50 Jahre Maus – 30 Jahre mit Käpt’n Blaubär

Im großen Maus-Geburtstagsjahr feiert der WDR die Lach- und Sachgeschichten. Käpt’n Blaubär hat hier seinen festen Platz, kurz vor Schluss und im regelmäßigen Wechsel mit „Shaun das Schaf“. Der Käpt’n lebt an Bord von Kutter „Elvira“, der hoch oben auf einer Klippe über dem Meer thront. Mit ihm in der maritimen WG: der treu-schusselige Leichtmatrose Hein Blöd und die drei Bärchen. Sie wissen, dass ihr Opa ein fantastischer Geschichtenerzähler ist. Er erfand einst höchstpersönlich das Rad, reparierte den Mond, besitzt einen Zacken aus der Krone des Meeresgottes Neptun und bewahrt die Reste des legendären achten Weltmeeres in einem schlichten Eimer auf.

Leichtmatrose Hein Blöd, der Gehirnakrobat von der Waterkant. © WDR/Fehlauer
Leichtmatrose Hein Blöd, der Gehirnakrobat von der Waterkant. © WDR/Fehlauer

Zum Blaubär-Jubiläum in der Maus werden noch einmal ausgewählte Highlights mit Käpt’n Blaubär zu sehen sein:

Sonntag, 26. September 2021

  • 7.10 Uhr (Das Erste, ARD Mediathek): „Abenteuer im Pizzawald“ – Musical von Walter Moers
  • 8.25 Uhr (Das Erste), 11.30 Uhr (KiKA): „Die Sendung mit der Maus“ (u.a. mit Käpt’n Blaubärs Seemannsgarn „Briefwal“)
  • Start „30 Jahre Käpt’n Blaubär“ in der ARD-Mediathek – bis 6. Oktober täglich drei Folgen „Blaubär Mix&Fertig“ mit ausgewählten Filmen.

Sonntag, 3. Oktober 2021

  • 5.30 Uhr – 7.15 Uhr (Das Erste, ARD-Mediathek): „30 Jahre Käpt’n Blaubär – Eine Reise durch sein Seemannsgarn“


Mittwoch, 6. Oktober 2021

Mutmaßlicher Mord nach Erinnerung an Maskenpflicht

Ein 49-jähriger Mann aus Idar-Oberstein ist wegen des dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft genommen worden. Der Mann steht im Verdacht, am späten Samstagabend, 18. September, einen 20-jährigen Tankstellenmitarbeiter in einer Tankstelle in Idar-Oberstein erschossen zu haben.

Nach den bisherigen Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft soll der 49-Jährige zunächst gegen 19.45 Uhr die Tankstelle betreten haben, um dort einzukaufen. Weil er keine Mund-Nasen-Bedeckung trug habe es eine kurze Diskussion mit dem Kassierer gegeben, dem späteren Opfer der Tat. Daraufhin verließ der Tatverdächtige die Tankstelle. Gegen 21.25 betrat der Tatverdächtige erneut die Tankstelle, diesmal mit angelegter Mund-Nasen-Bedeckung. Als er an der Kasse war, zog er die Maske herunter und es kam erneut zu einem kurzen Wortwechsel. Schließlich zog er einen Revolver aus der Hosentasche und gab einen tödlichen Schuss auf den 20-jährigen Studenten aus Idar-Oberstein ab. Anschließend flüchtete er zu Fuß.

Aufgrund von Aufzeichnungen der Überwachungskameras konnten die Ermittler der Polizei schnell ein Foto des Tatverdächtigen veröffentlichen und eine Öffentlichkeitsfahndung initiieren. Aufgrund der anzunehmenden Gefahr, die von dem flüchtigen und mutmaßlich bewaffneten Tatverdächtigen ausging, warnte die Polizei darüber hinaus davor, im Raum Idar-Oberstein Anhalter mitzunehmen.

Nächtliche Fahndung

Die Polizei fahndete in der Nacht mit starken Kräften nach dem Flüchtigen. Dabei wurden die Beamtinnen und Beamten des Polizeipräsidiums Trier von Spezialkräften und einem Polizeihubschrauber unterstützt.

Es gingen zahlreiche Hinweise bei der Polizei ein. Die Polizei ging allen Hinweisen nach. Darunter auch mehreren sehr konkreten Hinweisen auf einen 59-jährigen Mann aus Idar-Oberstein. Dieser Mann konnte in der Nacht in einer Gaststätte lokalisiert werden. Bei einer Überprüfung konnte der Tatverdacht jedoch nicht erhärtet und der Verdächtige als Täter ausgeschlossen werden.

Die weitere, intensive Ermittlungsarbeit und Fahndung führte zunächst nicht zur Identifizierung des Tatverdächtigen.

Gegen 8.40 Uhr erschien der Tatverdächtige schließlich in Begleitung einer Frau vor der Dienststelle der Polizeiinspektion Idar-Oberstein, wo er von Spezialkräften festgenommen wurde.

Es handelt sich um einen 49-jährigen Deutschen, der in Idar-Oberstein lebt. Der Mann ist bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung in einem Stadtteil von Idar-Oberstein fanden die Ermittler die Tatwaffe sowie weitere Schusswaffen und Munition. Die Herkunft der Waffen muss noch geklärt werden.

Nach den bisherigen Ermittlungen und Vernehmungen handelte der Tatverdächtige aus Ärger über die Zurückweisung bei seinem ersten Besuch in der Tankstelle und die Aufforderung des Kassierers, eine Mund-Nasen-Bedeckung anzulegen. Weiterhin hat er in seiner Vernehmung angegeben, die Corona-Schutzmaßnahmen abzulehnen.

Quelle: Pressestelle vom Polizeipräsidium Trier

Ohne Mitte

Kommentar von Michael Klein zur Lage der Union vor der Wahl.

Wenn kein Wunder geschieht, dann wird die Union am kommenden Sonntag ein Wahldesaster erleben. Die Union! CDU und CSU, für die zu regieren, blickt man auf die Geschichte der Bundesrepublik zurück, normalerweise keine Option, sondern alternativlos ist. Wie konnte es so weit kommen? Leicht hat man alles auf Laschet geschoben – und klar: Er hat wirklich keinen guten Lauf. Was dabei oft übersehen wird: Wählerinnen und Wähler schauen viel weiter.

Was bekommen sie noch, wenn sie die Partei des Spitzenkandidaten wählen? Mit Laschet bekämen sie vor allem Merz, Merkels einstigen Widersacher. Der steht gerade nicht für eine Union der Mitte, für die Merkel stand, was der Union eine 16-jährige Regierungszeit beschert hat. Merz kritisiert unverhohlen vor einem Millionenpublikum Merkels Atomausstieg und redet damit einer brandgefährlichen Dinosaurier-Technologie das Wort, deren Hinterlassenschaften wir vielen Generationen nach uns vor die Füße kippen. Nur ein Beispiel.

Laschet wiederum findet keine klaren Worte zum Rechtsausleger Maaßen, auch das ein Signal. Andere stellen Merkels Flüchtlingspolitik in Frage, mit der Deutschland sein Ansehen in der Welt wie selten zuvor gestärkt hat – Friedenssicherung für die Zukunft. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Union ihre eigene Mitte verloren hat und damit die Wähler der Mitte. Ohne sie sind in Deutschland aber keine Wahlen zu gewinnen.

Bei Scholz wissen die Wähler auch nicht, was sie noch alles bekommen. Kippt das Ehegattensplitting, das einem Ehepartner die Freiheit gibt, keine Berufskarriere machen zu müssen? Nur ein Beispiel. Aber: Scholz hat gekonnt die Mitte besetzt. Die Strategie könnte aufgehen.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

11. Sommerserenade vom Kinder- und Jugendchor VOICES

Endlich ist es wieder soweit: Der Kinder-und Jugendchor VOICES der Musik-und Kunstschule Remscheid gibt am Freitag, 24. September, seine 11. Sommerserenade im Vaßbendersaal in Remscheid.

Nach fast zweijähriger Pause, unzähligen Proben im Homeoffice und Kontaktsperren darf endlich wieder gesungen werden! Coronabedingt wird es zwei Sommerserenaden geben: eine Kinderchor-Sommerserenade um 16 Uhr und die Jugendchor-Sommerserenade um 19 Uhr. Der Kinderchor hat Lieder zur Geschichte von „Ritter Rost und das Gespenst“ vorbereitet – mit vielen großen und kleinen Solistinnen und Solisten. Auch Solostücke auf dem Klavier und der Blockflöte hat der Kinderchor im Gepäck. Der Jugendchor singt mehrstimmige Werke aus Klassik, Gospel und Pop. Auch hier gibt es zahlreiche Solistinnen und Solisten.

Termin

Freitag, 24. September 2021, 16 und 19 Uhr im Vaßbendersaal Remscheid, Ambrosius-Vaßbender-Platz

Klavier: Anton Pembaur (16 Uhr) und Thomas Hilger (19 Uhr).

Musikalische Leitung: Astrid Ruckebier

Eintritt frei, am Ausgang wird für die Arbeit der VOICES gesammelt. Einlass nur mit 3-G-Nachweis (geimpft, genesen, getestet)! Da die Plätze begrenzt sind, wird um Voranmeldung gebeten unter astrid@schmidtguitar.de.

Remscheid: Klima-Camp auf dem Rathausplatz

Ein kleiner Stand ist aufgebaut, auf dem zahlreiches Informationsmaterial liegt. Banner mit politischen Aussagen stehen zwei Meter daneben, auf der anderen Seite ein geräumiges Zelt, in dem weiteres Material gelagert wird und das groß genug ist, dass drei Personen in ihm ohne größere Raumnot schlafen können. Das Klima-Camp Remscheid hat mit seiner einwöchigen Arbeit auf dem Rathausplatz begonnen.

Das Bündnis Remscheid als Nachfolgeorganisation von Fridays for future hat die Organisation der Protestwoche übernommen. Einige andere Organisationen haben sich angeschlossen: die Seebrücke Remscheid, Extinction Rebellion sowie der Remscheider Jugendrat. Ihr Anliegen ist vielschichtig.

„Wir bleiben bis zum Wahltag am 26. September hier“, verspricht Daniel Pilz, Kopf vom Bündnis Remscheid, „und zwar exakt bis um 12:05 Uhr. Es ist nämlich fünf nach 12 in allen Thematiken, die das Klima betrifft. Wir müssen jetzt handeln, oder die Welt wird sich dramatisch ändern.“ Höhepunkt der Woche wird der globale Klimastreik am kommenden Freitag, dem 24. September um 13 Uhr auf dem Theodor-Heuss-Platz sein. „Wir wollen ganz besonders deutlich machen, dass diesmal eine Regierung gewählt werden sollte, die beim Klimaschutz endlich ernst macht.“ Wobei es Pilz und seinen Mitstreitern wichtig ist zu betonen, dass die eine Woche andauernde Aktion parteilos stattfindet. „Es zählt der Umweltgedanke“, sagt der junge SPD-Politiker. „Die Parteizugehörigkeit ist absolut zweitrangig.“ Gerne erwähnt Pilz, dass die Stadt Remscheid das Klima-Camp sehr gut unterstützt hat und die Zusammenarbeit vorbildlich war. „Besonders der Oberbürgermeister hat sich ins Zeug gelegt und uns viele Türen geöffnet.“ Die Klima-Aktivisten hoffen auf eine ähnlich hohe Teilnehmerzahl wie beim Klimastreik vor zwei Jahren. „So 800 bis 1000 wären schon schön.“

Globaler Klimastreik am 24. September

Sascha Koch und Vincent Amtmann von der Seebrücke Remscheid machen auf die Einwirkung des Klimawandels auf die Flüchtlingsbewegungen aufmerksam. „Die Erde wird sich erwärmen“, konstatieren sie, „und das wird Auswirkungen auf das weltweite Klima haben. Laut der Weltbank werden deshalb im Jahr 2050 mehr als 200 Millionen Menschen auf der Flucht sein.“ Drastische Kritik am Vorgehen der europäischen Grenzschutzorganisation Frontex schließt sich an. „Die machen schlicht ihre eigenen – inhumanen – Regeln. Die zivile Seenotrettung wird kriminalisiert. Unter diesen Umständen flieht doch niemand freiwillig.“ Eine eindeutiges Statement zum Begriff „Wirtschaftsflüchtling“ schließt sich an. „Derjenige, der, weil er wahnsinnig viel Geld verdient und Steuern sparen möchte, in die Schweiz zieht, das ist ein Wirtschaftsflüchtling.“

"Derjenige, der, weil er wahnsinnig viel Geld verdient und Steuern sparen möchte, in die Schweiz zieht, das ist ein Wirtschaftsflüchtling." Foto: Peter Klohs
„Derjenige, der, weil er wahnsinnig viel Geld verdient und Steuern sparen möchte, in die Schweiz zieht, das ist ein Wirtschaftsflüchtling.“ Foto: Peter Klohs

Zum Programm des Klima-Camps gehört auch ein Schöpfungsgottesdienst, der am vorigen Sonntag auf dem Rathausplatz stattfand und zu dem sich auch Superintendentin Antje Menn angesagt hatte. Ein alkoholfreies „Pub-Quiz“ zum Thema Parteiprogramme wird am Dienstagabend am Camp durchgeführt. Die Aktionen enden offiziell am Samstag, an dem sich diverse Kleingruppen vorstellen.

Mindestens zwei Mitglieder des Klima-Camps verbringen regelmäßig die Nacht im Zelt, was, so Daniel Pilz, schon gewöhnungsbedürftig sei. „Morgens um halb vier wird der Platz gesäubert“, sagt er. „Das geschieht nicht geräuschlos. Viel Schlaf bekommen wir hier nicht mit.“ Immerhin sind die Auseinandersetzungen mit Andersdenkenden bisher rein verbal geblieben. „Ein paar merkbar Angetrunkene haben mal versucht, uns zu provozieren“, berichtet Pilz. „Aber darauf lassen wir uns natürlich nicht ein. Mit manchen Menschen muss man auch nicht diskutieren.“

Amtsgericht Remscheid schützt dreijähriges Mädchen vor Genitalverstümmelung in Gambia

Mit dem Beschluss 25 F 24/21 hat das Amtsgericht Remscheid eine einstweilige Verfügung aus dem Jahr 2019 bestätigt, in der einer Mutter aus Gambia untersagt wird, ihre dreijährige Tochter außerhalb des Schengenraums, vor allem aber nach Gambia zu bringen. Grund für diese rechtliche Maßnahme ist die Gefahr für das Kind, bei einer solchen Reise einer Genitalverstümmelung unterworfen zu werden. Die Frau hatte zuvor angekündigt, mit dem Mädchen in ihr Heimatland reisen zu wollen.

Das Gericht wertet die Genitalverstümmelung zutreffend als eine „extreme körperliche und seelische Schädigung“, sodass selbst eine relativ geringe Wahrscheinlichkeit der Tatausübung ausreicht, um die Schutzmaßnahme zu rechtfertigen. Ohne der Kindsmutter – in deren Familie die Genitalverstümmelungen an Mädchen üblich sind – eine explizite Tatabsicht zu unterstellen, gelangt das Gericht zu der Auffassung, dass ein gewisses Risiko zu bejahen ist, für dessen Abwendung die festgelegte Einschränkung des Aufenthaltsbestimmungsrechts einen verhältnismäßigen Eingriff darstellt.

Eingeleitet hatte das Verfahren der Vater des Mädchens, der von der Kindsmutter getrennt lebt und sich berechtigt um die Unversehrtheit seiner Tochter sorgt, sollte sie in das tatbelastete Familienumfeld der Kindsmutter gebracht werden.

Taskforce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung

Die TaskForce wurde über ihr Notrufprojekt „SOS FGM“ eingeschaltet und hat das Gericht unterstützt mit grundsätzIichen Informationen zu Genitalverstümmelungen in Gambia sowie einer konkreten Gefahreneinschätzung.

Die Gründerin der TaskForce, Ines Laufer, wertet den Beschluss einmal mehr als wichtiges Zeichen für den Kinderschutz, findet aber auch kritische Worte: „Seit dem wegweisenden Beschluss XII ZB 166/03 des Bundesgerichtshofes aus dem Jahr 2005 konnte von zahlreichen Mädchen die Gefahr einer Genitalverstümmelung abgewendet werden, indem Reisen in die Gefährdungsländer untersagt wurden. Dennoch bilden solche Schutzmaßnahmen die Ausnahme. Der Mehrheit der über 22.000 gefährdeten Mädchen aus Hochrisikoländern wird staatlicher Schutz allerdings bislang versagt – eine Situation, die von Politikern und Regierung schlichtweg ausgesessen wird. Dabei müsste diese wirksame Prävention lediglich als kollektive Maßnahme für alle gefährdeten Mädchen politisch umgesetzt werden.“

Mit dem Projekt „Notruf Genitalverstümmelung – SOS FGM“ begegnet die TaskForce der stetig wachsenden Nachfrage nach Hilfe und Beratung immer dann, wenn Mädchen in konkreten Fällen vor einer Genitalverstümmelung geschützt werden müssen. „Dennoch hoffen wir, eines Tages überflüssig zu sein, weil der Staat seiner Schutzpflicht gegenüber diesen spezifisch gefährdeten Kindern endlich gerecht wird.“ so Ines Laufer über die Zukunftsvision der Organisation.