Viele Klicks, reges Interesse: Berufskolleg Witten informierte digital

Viel los im lockdownbedingt eigentlich leeren Berufskolleg Witten des Ennepe-Ruhr-Kreises: Zahlreiche Interessierte nutzten den digitalen Info-Tag, um per Mausklick vorbeizuschauen und sich durch virtuelle Fenster ein Bild von den vielfältigen Bildungsangeboten zu machen.

„Mit viel Mühe und ungezählten kleinen Details haben alle beteiligten Schüler und Lehrer dieses in dieser Form für uns alle doch noch sehr außergewöhnliche Angebot vorbereitet. Alle dürfen zufrieden sein, die vier Stunden waren ein voller Erfolg. Es ist uns gelungen, jungen Menschen die Informationen zu geben, die sie brauchen, um ihre Zukunft zu planen“, zog Schulleiter Olaf Schmiemann ein positives Fazit.

„Wir sind bunt – mach uns bunter“

Von Schülern gestaltete Beiträge auf der Homepage der Schule und Powerpoint-Präsentationen, kleine Videos, und persönliche Gespräche standen ebenso auf dem Programm wie Live-Vorträge über einzelne Bildungsgänge und der Austausch via Teams. Zudem klingelten die Mailboxen und Telefone in den Werkstätten, in Arbeits- und Klassenzimmern.

Cornelia Rychczinski hielt einen Online-Vortrag, im Hintergrund Björn Stachora und Thomas Hecht. Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis
Cornelia Rychczinski hielt einen Online-Vortrag, im Hintergrund Björn Stachora und Thomas Hecht. Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

„Wir sind gespannt, wie sich die hohen Klickzahlen auf unsere Internetseite auf die Zahl der Anmeldungen auswirken wird. Aber ohne Frage werden zahlreiche Interessenten unserer Einladung ´Wir sind bunt – mach uns bunter´ folgen“, so Schmiemann.

„Wir haben für jedes Talent das richtige Lernangebot“

Wie die Berufskollegs des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal und Hattingen ist auch die Einrichtung an der Husemannstraße in Witten mehr als eine Schule. Vielmehr finden sich hier unter einem Dach dutzende von Bildungsangeboten.

Dazu zählen natürlich die Bildungsgänge der Berufsschule im Rahmen des dualen Systems. Möglich sind aber auch Schulabschlüsse von Hauptschule über Fachoberschulreife bis hin zum Abitur. Die Berufsfachschulen decken beispielsweise Bereiche wie Gesundheit und Soziales, Metalltechnik, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik oder Wirtschaft und Verwaltung ab. „Wir haben für jedes Talent das richtige Lernangebot“, wirbt Schmiemann, der mit seinen Kollegiumskollegen aktuell mehr als 2.600 Schüler betreut.

Stichwort Anmeldung am Berufskolleg

Wer im kommenden Schuljahr ein Angebot der Berufskollegs des Ennepe-Ruhr-Kreises in Ennepetal, Hattingen oder Witten nutzen möchte, muss sich dafür zwischen dem 28. Januar und 29. Februar anmelden. Die Anmeldung sollte online unter www.schueleranmeldung.de erfolgen.  

Quelle: Ennepe-Ruhr-Kreis

Presseschau 4. Februar 2021

Diese Themen waren am 4. Februar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Rechtsextremismus

nd.Der Tag: Linke Innenexpertin Henriette Quade fordert Kurswechsel in der Innenpolitik Sachsen-Anhalts

Die Innenexpertin der Linken im sachsen-anhaltischen Landtag, Henriette Quade, spricht sich in einem Interview mit „nd.Der Tag“ (Donnerstagausgabe) für einen grundlegenden Kurswechsel in der Innenpolitik aus. Quade fordert eine „antifaschistische Innenpolitik“, die neben einer entsprechenden Haltung auch eine konkrete Politik erfordere. „Es geht darum, die Arbeit der Sicherheitsbehörden zu verbessern, an der Seite der Betroffenen zu stehen, Strafverfolgung und Entwaffnung von Nazis zu intensivieren sowie Demokratie zu fördern.“ Zugleich kritisiert sie die gegenwärtige Innenpolitik in Sachsen-Anhalt. „Wenn Konservative von einem ’starken Staat‘ reden, dann meinen sie ‚Law and Order‘ und wollen davon ablenken, dass sie den Staat überall dort, wo dieser tatsächlich als stark erlebbar sein sollte – beispielsweise in den Bereichen soziale Absicherung, Bildung und Infrastruktur -, kontinuierlich schwächen.“ Genau darin liege auch die derzeitige Verunsicherung in der Gesellschaft, so die Linken-Abgeordnete weiter.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Es waren die Antifaschist*innen der USA, Russland, Großbritannien und Frankreich, die Deutschland von Hitlers faschistischem Regime und den Nazis befreit haben. Antifaschismus ist entsprechend ein Grundpfeiler unserer Bundesrepublik Deutschland und unserer Demokratie. Dass nun wieder Nazis im Bundestag, in vielen Landesparlamenten und auch in Stadträten sitzen, ist den relativierenden Stimmen von Konservativisten geschuldet. Statt mit Rechtsextremist*innen zu verhandeln, muss man dringend über sie verhandeln. „Nazis raus!“ und „Respekt!“ müssen bundesdeutscher Grundtenor sein.

Rechte Straftaten erreichen offenbar neuen Höchststand

Rechte Kriminalität hat nach Informationen des Tagesspiegels im vergangenen Jahr die schon harten Zahlen von 2019 übertroffen und den zweithöchsten Stand seit 2001 erreicht. Die Polizei stellte 2020 nach vorläufigen Erkenntnissen insgesamt 23 080 Straftaten von Neonazis und anderen Rechten fest. Das sind über 700 mehr, als das Bundesinnenministerium für 2019 in der endgültigen Bilanz gemeldet hatte. Das Spektrum reicht von Hitlergruß über Bedrohung, Volksverhetzung und Sachbeschädigung bis zu Faustschlägen, Messerstichen und Terrorismus. Womöglich war 2020 sogar das schlimmste Jahr seit 2001. Damals hatte die Polizei das Erfassungssystem „Politisch Motivierte Kriminalität (PMK)“ eingeführt.

Da die Polizei regelmäßig viele Delikte nachmeldet und die endgültige Statistik noch nicht erstellt hat, ist der Höchststand für zwei Jahrzehnte zu erwarten. Bislang sind die 23.555 rechten Delikten von 2016 der Höchststand, damals eskalierten die Proteste gegen den Zustrom von Flüchtlingen. Die für 2020 gemeldeten 23.080 Delikte sind davon nicht weit entfernt. Erfahrungsgemäß berichtet die Polizei über den Februar hinaus noch über Hunderte weitere Delikte aus dem Vorjahr.

Die aktuellen Zahlen sind den Antworten der Bundesregierung auf monatliche Anfragen von Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau (Linke) und ihrer Fraktion zu entnehmen. „Diese schreckliche Entwicklung überrascht mich nicht“, sagte Pau dem Tagesspiegel. Die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nehme zu, „ebenso die Akzeptanz von Gewalt als Politikersatz“. Die Coronakrise wirke, wie 2015 und 2016 die sogenannte Flüchtlingskrise, „als Verstärker“.

Bei den rechten Gewalttaten, die in der vorläufigen Bilanz für 2020 enthalten sind, meldet die Polizei ebenfalls eine hohe Zahl. Festgestellt wurden bundesweit 1054 Körperverletzungen und weitere gewaltsame Attacken rechter Täter. Das sind bereits 68 mehr als in der endgültigen Bilanz 2019. Nach den vorläufigen Erkenntnissen der Polizei wurden 2020 bei rechten Angriffen neun Menschen getötet und mindestens 307 Menschen verletzt. Die neun Toten sind die Opfer des Anschlags vom 20. Februar 2020 in Hanau.

In der Summe aller Berichte der Bundesregierung zu rechts motivierter Kriminalität seit 2001 ergibt sich, dass die Polizei mehr als 360.000 Straftaten von Neonazis und anderen Rechten festgestellt hat, darunter knapp 21.000 Gewaltdelikte.

Online unter: https://www.tagesspiegel.de/politik/kriminalitaet-von-neonazis-eskaliert-rechte-straftaten-erreichen-offenbar-neuen-hoechststand/26883576.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Die Akzeptanz von Gewalt als Politikersatz praktizieren auch Remscheider Rechtsextreme, die Mitbürger*innen eine Belohnung zur Ergreifung eines Straftäters offerieren und detailreich beschreiben wie sie sich die private Jagd auf den Täter vorstellen. Bei einer Eskalation sind die Auftraggebenden, also die Anstiftenden, ebenso zur Rechenschaft zu ziehen.

Umwelt

Insektenschutzgesetz: Umweltministerin Schulze drängt auf Umsetzung des Entwurfs

„Noch diese Legislaturperiode beschließen“ – Kanzleramt vermittelt im Streit mit Agrarministerium

Osnabrück. Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat ihren Entwurf für ein Insektenschutzgesetz verteidigt und auf eine Umsetzung gedrängt. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte die SPD-Politikerin: „Das Gesetz muss noch in dieser Legislaturperiode beschlossen werden. Mir dauert das alles schon viel zu lange.“ Die Landwirtschaft in Deutschland müsse insektenfreundlicher werden, betonte Schulze. „Das ist auch im Sinne der Bauern, denn ohne Insekten keine Landwirtschaft.“ Schulze verwies darauf, dass sich die Bundesregierung 2019 auf ein Insektenschutzprogramm verständigt hatte. „Mein Insektenschutzgesetz hält sich an den Beschluss, wir haben hier geliefert.“

Um den Entwurf gibt es Streit innerhalb der Bundesregierung: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner gehen die zu erwartenden Einschränkungen in der Landwirtschaft zu weit, sie fordert praktikable Lösungen für Bauern. Unterstützung bekommt die CDU-Politikerin aus den Ländern: Die Agrarminister von Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen haben sich per Brief Ende Januar an Bundeskanzlerin Angela Merkel gewandt und um Nachbesserung gebeten. Die Unionspolitiker warben etwa beim Einsatz von Pestiziden, auf freiwillige Reduktion zu setzen statt auf Verbote.

Gitta Connemann, Fraktion-Vize der Union im Bundestag, sprach in der „NOZ“ von einer kalten Enteignung, die Schulzes Gesetzentwurf für Landwirte bedeute. „Es wären weitaus mehr als eine Million Hektar landwirtschaftlicher Flächen betroffen, für die massive Einschränkungen bei der Bewirtschaftung gelten würden“, sagte Connemann. Dafür bekämen die Bauern keine Ausgleichszahlungen. Stand jetzt könnte der Entwurf am 10. Februar im Bundeskabinett auf der Tagesordnung stehen. Nach Informationen der „NOZ“ bemüht sich das Bundeskanzleramt derzeit um eine Einigung zwischen Agrar- und Umweltministerium. Ein weiteres Gespräch dazu soll in Kürze stattfinden.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Landwirtschaft entstand vor 13.000 Jahren. Wenn Freiwilligkeit funktionieren würde, gäbe es kein seit 30 Jahren dokumentiertes Insektensterben. Es geht um nicht mehr als die Zukunft der Welt, also für alle Folgegenerationen. Wer da auf Verhandlungen pocht, hat noch immer nicht begriffen wie Natur funktioniert und sich so selbst als Gespächspartner*in disqualifiziert.

Gesundheit

Der Kampf muss weitergehen

Kommentar zu 150 Euro Corona-Zuschlag für Ärmere

150 Euro Corona-Zuschlag sollen Menschen bekommen, die auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sind. Wohlgemerkt einmalig. Nach einem Jahr Coronakrise. 150 Euro geteilt durch zwölf ergibt gerade einmal 12,50 Euro pro Monat. Hilfe, die diesen Namen auch verdient, sieht wahrlich anders aus. Zumal die Coronakrise beileibe ja noch nicht vorbei und dieser kümmerliche Zuschlag noch durch eine zusätzliche bisher nicht absehbare Anzahl an Monaten zu teilen ist.

So ist das Ganze wohl besser als billiger – im wahrsten Sinne des Wortes – Versuch zu bezeichnen, sich eines angesichts der langen Zeit des Nichtstuns offenbar lästigen Themas zu entledigen. Dass sich das Verhalten der Bundesregierung gegenüber den einkommensschwachen Menschen hierzulande auch in der Pandemie in die mittlerweile schon schlechte Tradition des absoluten Kleinhaltens einreiht, ist nur deswegen überraschend, weil auch Regierungspolitiker in den vergangenen Monaten oft das Wort Solidarität bemüht haben.

Zum Glück gibt es Organisationen, die diese Solidarität pflegen, Sozialverbände, Gewerkschaften, Linkspartei und andere, ohne deren Druck vermutlich nicht einmal dieses nun beschlossene Tröpfchen auf einen Lavastrom zustande gekommen wäre. Gefordert hatten sie wesentlich mehr – nicht nur einen Zuschlag, der den Menschen tatsächlich weiterhilft, sondern auch, dass die Regelsätze endlich zu einem menschenwürdigen Dasein reichen.

So harsch wie nun die Kritik am 150-Euro-Zuschlag ausfällt, so energisch wird hoffentlich der Kampf für die Interessen der Ärmeren in dieser Gesellschaft fortgesetzt. Dass die Bundesregierung jedenfalls mit diesem Alibi-Almosen durchkommt, darf nicht passieren.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Dieser jämmerliche Versuch der Bundesregierung belegt deutlich, dass der Terminus „sozial schwach“ besser auf die derzeit Gesetzgebenden trifft, als auf einkommensschwache Menschen, die von Politik und Konservativen so bezeichnet werden.

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Ethikrat/Impfdebatte

Das Motto staatlicher Verantwortung muss heißen: Vor dem Virus sind alle gleich. Mit klugen Ausnahmen im erweiterten Pflegebereich. Doch der Ethikrat wagt auch einen Blick in die – hoffentlich nahe – Zukunft. Gibt es ausreichenden Impfschutz für alle, dann kann er sich vorstellen, dass private Anbieter im Gastronomie- und Kulturbereich für die Allgemeinheit aufgrund der Vertragsfreiheit für alle akzeptabel Geimpfte bevorzugen dürfen. Dazu müssten Lokale und Hallen aber erst einmal wieder geöffnet sein. Ob Geimpfte sinnvollerweise später privilegierter behandelt werden als erklärte Impfverweigerer, muss ohnehin die Politik verantworten. Dazu muss sie dann aber viel mehr wissen als zum jetzigen Zeitpunkt.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Linken-Chefin will Lehrer früher impfen

Kipping sieht Priorität bei ambulanten Pflegekräften und Personal in Bildungseinrichtungen

Osnabrück. Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, hat Nachbesserungen bei der Impfstrategie der Bundesregierung angemahnt. „Es ist überhaupt nicht erklärbar, warum Pflegekräfte in der ambulanten Pflege nicht zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen im Krankenhaus zu den ersten gehören, die geimpft werden. Beide haben gleichermaßen jeden Tag mit sehr vielen Risikopatientinnen und -patienten zu tun. Ein weiterer offensichtlicher Fehler ist, dass Beschäftigte, die wie Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher an Schlüsselstellen arbeiten, keine Priorität genießen“, sagte Kipping der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Es sei „absurd“, dass Schulen und Kitas geschlossen sind, man es aber nicht für dringend erachte, „Lehrkräfte, die täglich vor Hunderten Menschen sprechen müssen, zu impfen“.

Es war aus Sicht der Linken-Vorsitzenden ein Fehler, die Impfstrategie nicht im Parlament zu diskutieren. „Hätte man die Vorschläge einer transparenten Debatte unterzogen, wären offensichtliche Fehler aufgefallen“, so Kipping weiter.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Krebshilfe mahnt zu Verantwortung in der Pandemie: Nicht nur Corona-Patienten in akuter Gefahr

Dringender Appell an Bevölkerung, Schutzmaßnahmen einzuhalten – Differenzierte Impfempfehlung für Krebspatienten gefordert

Osnabrück. Die Deutsche Krebshilfe appelliert anlässlich des Weltkrebstages an diesem Donnerstag dringend an die Bevölkerung, die von der Politik festgelegten Corona-Schutzmaßnahmen unbedingt einzuhalten, damit sich möglichst wenige Menschen mit dem Virus infizieren. Der Vorstandsvorsitzende Gerd Nettekoven sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Unsere Gesellschaft trägt eine gemeinsame Verantwortung während der Pandemie.“ Dies gelte nicht nur für die Menschen, die an Covid-19 erkrankt seien oder für die eine Infektion mit dem Virus schwerwiegende Folgen haben könne. „Auch die vielen Menschen mit anderen schweren Erkrankungen sind in akuter Gefahr. Sollte das Gesundheitssystem kollabieren, kann die Versorgung auch dieser Menschen nicht mehr adäquat sichergestellt werden. Das muss uns allen bewusst sein.“

Nettekoven betonte, die Covid-19-Pandemie bringe das Gesundheitssystem in Deutschland nach wie vor an seine Belastungsgrenze. Zwar zeichne sich momentan eine Entspannung der Situation ab, dennoch sei die Versorgung von Menschen mit schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs weiterhin deutlich beeinträchtigt. „Viele onkologische Eingriffe wurden und werden verschoben, diagnostische Untersuchungen und Nachsorge teilweise nur eingeschränkt durchgeführt.“

Nettekoven forderte zudem differenzierte Covid-19-Impfempfehlungen für Krebspatienten, in die der behandelnde Arzt zwingend einzubinden sei. „Der Schutz für Krebspatienten muss der individuellen Krankheitssituation angemessen sein und anders organisiert werden, als dies in den bisherigen allgemeinen Impfstrategien erfolgt.“

Der Vorstandsvorsitzende erläuterte, grundsätzlich spreche sich die Deutsche Krebshilfe unbedingt dafür aus, dass Krebspatienten mit ihren unterschiedlichen Diagnosen, Krankheitsstadien und Therapien auch während der Pandemie eine bestmögliche Behandlung bei gleichzeitigem Schutz vor zusätzlichen Infektionen erhielten. Hierzu gehöre auch ein entsprechend dem persönlichen Risiko ermittelter zügiger und gegebenenfalls priorisierter Zugang zur Impfung. „Von einer pauschalierten Impfung raten wir aufgrund der Komplexität der verschiedenen Krebserkrankungen jedoch ab.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Wirtschaft

Ein Flaggschiff segelt voran – Zur Zukunft des Freizeitparks Tropical Islands

Pandemie und Tourismus – das läuft im Moment vor allem auf eines hinaus: große Unsicherheit. Wohl jeder kann da aus eigenem, ganz persönlichen Erleben mitreden: Wie soll man seinen Urlaub in diesem Jahr planen, das wohl erneut von Covid-19 und seinen Mutationen geprägt sein wird? Ab wann darf man wohl wohin reisen und unter welchen Bedingungen? Was ist sicher? Wie sind die Stornogebühren, falls doch etwas schiefgeht?

All das sind Fragen, die nur den ganz persönlichen Urlaubsbereich, der großen Pandemie betreffen. Dazu kommt die wirtschaftliche, die gesundheitliche, die alle Bereiche betreffende Unsicherheit. Genau in dieser Situation könnten Tourismus-Riesen wie Tropical vor allem auf die eigenen Probleme schauen. Ihre Verluste beklagen. In den Chor der Angstgesänge einstimmen.

Tropical Islands hat sich für das Gegenteil entschieden. Das Unternehmen redet über künftige Buchungen. Über die Gespräche mit den Gästen. Das Bekenntnis zu den 550 Mitarbeitern. Hinter die Aussage, dass es sie alle dringend braucht, setzt es bewusst ein Ausrufezeichen.

Das zeigt vor allem eines: Das Brandenburger Tourismusflaggschiff mit seiner einzigartigen Lage in einer der weltweit größten freitragenden Hallen ist sich einer ganz wichtigen Verantwortung bewusst: Hoffnung zu machen. Trotz aller Missstände, trotz aller Probleme und (berechtigten) Ängste. Tropical Islands schaut nach vorne – und das darf mit Fug und Recht als gutes Beispiel gelten.

Quelle: Lausitzer Rundschau – www.lr-online.de

Kultur? Welche Kultur?

Ein Kommentar zur Deutschen Bank von Bernd Neubacher

Anderthalb Jahre nach Start des Großumbaus der Deutschen Bank lässt sich sagen: Die Zahlen stimmen, die Strategie aber passt nicht so recht. Zwar liegt das Management auf Kurs, was die in Aussicht gestellten Kostenkürzungen angeht. Dank eines Booms im Investment Banking, entfallender Einmalbelastungen und nicht zuletzt eines günstigen Steuereffekts ist es ihr 2020 zudem gelungen, nach fünf Jahren das Ergebnis auch nach Minderheitsanteilen in den schwarzen Bereich zu drehen und zudem die Gewinnerwartung zu übertreffen. Vertrauen darf den Anlegern überdies einflößen, dass sich die Risikovorsorge bislang exakt so entwickelt wie im Frühjahr angekündigt.

Die Steuerung des Kreditrisikos war allerdings schon in weitaus schlechteren Zeiten nicht das größte Problem im Konzern. Im Februar 2021 liegt dieses vielmehr im Ergebnismix: Von der Positionierung als Unternehmerbank, die Konzernchef Christian Sewing Mitte 2019 mit dem Umbau ankündigte, ist nicht mehr viel zu sehen – das Investment Banking überragt alles. Mit 3,17 Mrd. Euro fiel der Vorsteuergewinn dort 2020 mehr als dreimal so hoch aus wie der Gewinn in den drei operativen Sparten Unternehmensbank, Privatkundenbank und Assetmanagement zusammengerechnet. Was Wunder, dass das Management nun mit konkreten Zielvorgaben für den Ertragszuwachs in den kleineren Sparten versucht, die Entwicklung der Einnahmen auf ein breiteres Fundament zu stellen. Denn das Institut kann sich nicht darauf verlassen, dass es im Investment Banking pandemiebedingt weiter Brei regnen wird, zumal Erlöse im Kapitalmarktgeschäft als notorisch volatil gelten – auch deshalb hatte sich die Bank ja auf die Fahnen geschrieben, 70 Prozent ihres Ertrags in stabilen Geschäftsfeldern zu erzielen.

Dass die Pandemie die Investmentbank derart florieren lässt, während das Zinstief die übrigen Sparten lädiert, lässt sich dem Management kaum vorwerfen. Dennoch erscheint die Deutsche Bank damit erfolgreicher, als ihre Strategie tatsächlich ist. Wenn sich 2021 und 2022 das Umfeld im Handel und am Kapitalmarkt normalisiert, wird sich zeigen, ob diese Strategie auch ohne Sonderkonjunktur im Investment Banking taugt oder das Zinstief nicht doch Anpassungen erfordert. Fest steht: Jegliche Verschiebung zugunsten des Investment Banking würde die Refinanzierung verteuern und hätte auch Folgen für die viel beschworene Kultur im Haus. Nachdem die Investmentbanker 2020 Oberwasser be­kommen haben, droht schon in der nun anstehenden Bonusrunde eher Kulturkampf statt -wandel.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Gesellschaft

Hamburger Erzbischof fordert ergebnisoffene Debatte über Frauenpriestertum

Heße nach Vorwürfen zu Fehlern im Umgang mit Missbrauchsvorwürfen: Über Rückzug aus Amt nachgedacht

Osnabrück. Vor dem ab diesem Donnerstag tagenden „Synodalen Weg“ der katholischen Kirche hat Hamburgs Erzbischof Stefan Heße dafür geworben, die Frage des Frauenpriestertums ergebnisoffen zu diskutieren. „Es hat in der katholischen Kirche immer eine Weiterentwicklung der Lehre gegeben“, so Heße im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Letztlich könne eine Entscheidung, ob Frauen zu Priestern geweiht werden, nach seinem Empfinden am Ende nur ein vom Papst einberufenes Konzil fällen.

Im Zusammenhang mit den Vorwürfen gegen ihn und drei andere Bischöfe, Fehler beim Umgang mit Missbrauchsfällen begangen zu haben, erklärte Heße, er habe darüber nachgedacht, sein Amt aufzugeben. Letztlich stünde ihm aber diese Entscheidung nicht zu. „Nur der Papst könnte mich dazu auffordern und dann jemanden bestimmen, der in der Zeit die Verantwortung übernimmt“, sagte der Erzbischof. Deshalb habe er sich an die Bischofskongregation in Rom gewandt und um Prüfung seines Falles gebeten. Heße wird vorgeworfen, er habe in seiner Zeit als Generalvikar im Erzbistum Köln an der Vertuschung von sexuellem Missbrauch mitgewirkt.

Angesichts der aktuellen finanziellen Zwänge kündigte Heße an, dass sich das Erzbistum Hamburg von Immobilien trennen werde. Als Alternativkonzepte nannte er die gemeinsame Nutzung von Kirchen mit evangelischen Gemeinden, den Abriss von Kirchen oder deren Umbau beispielsweise zu Kindergärten.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Kölnische Rundschau: Woelki räumt Fehler bei Missbrauch-Aufarbeitung ein

Köln. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hat Fehler bei der Aufarbeitung des kirchlichen Umgangs mit Fällen sexualisierter Gewalt an Kindern eingeräumt, zugleich aber seinen Aufklärungswillen bekräftigt. „Wir klären auf, ich stehe zu meinem Versprechen“, sagte er in einem Interview mit der Kölnischen Rundschau (Donnerstagausgabe). Es gehe darum, das Unrecht, das über Jahre und Jahrzehnte in der Kirche existiert habe, aufzuklären. „Ich tue das für die Betroffenen, damit sie ein Stück Gerechtigkeit erfahren. Meine Person interessiert da nicht“, betonte Woelki angesichts der Kritik an seiner Person.

„Wir stehen kurz vor der Aufklärung“, sagte der Erzbischof weiter: „Wir haben Fehler gemacht, wir haben Vertrauen verspielt, ich verstehe die Ungeduld.“ Dennoch könne er nur um Geduld bis zum 18. März bitten, dem Tag, an dem der Kölner Strafrecht Björn Gercke ein vom Erzbistum in Auftrag gegebenes Gutachten zum Umgang mit Missbrauchsfällen vorlegen soll. Dies werde auch „nicht der Endpunkt, sondern der Ausgangspunkt für weitere Aufklärung sein“.

Das Erzbistum hatte zunächst eine andere Kanzlei, Westphal Spilker Wastl (WSW) in München, mit einem Gutachten beauftragt, dann aber wegen rechtlicher Bedenken entscheiden, diese Arbeit nicht zu veröffentlichen. Woelki sagte, er kenne das WSW-Gutachten nach wie vor nicht. Vom Erzbistum um Prüfung gebetene Fachleute sähen darin aber „schwere methodische Mängel und Verstöße gegen Persönlichkeits- und Äußerungsrechte“. Gercke habe anders als die Münchner Anwälte alle vorliegenden handschriftlichen Notizen gesichtet. Er habe 236 Fälle identifiziert und bearbeitet – das sind weitaus mehr Vorgänge, als sie in einer 2018 von der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegten Studie für das Erzbistum ausgewiesen wurden. Das Gutachten der Kanzlei WSW habe dagegen nur 15 Fälle betrachtet. Woelki: „Gerckes Gutachten wird handwerklich sauber sein und es möglich machen, mein Versprechen einzulösen: Wir werden Namen von Verantwortlichen nennen.“ Er stehe bei den Betroffenen im Wort, so der Kardinal.

Als Fehler bezeichnete Woelki es, „dass wir immer wieder den Zusagen der Münchner Kanzlei vertraut haben, eine rechtssichere Aufarbeitung vorzulegen“. Hinzu komme der Umgang seines Erzbistums mit Journalisten, die bei einem Hintergrundgespräch mit einer Verschwiegenheitserklärung konfrontiert worden waren, und mit dem Betroffenenbeirat. Das Erzbistum hätte nach seinen Worten die Entscheidung über die WSW-Studie allein vertreten müssen. Nach Woelkis Angaben hatten es allerdings Vertreter der Betroffenen von sich aus angeboten, mit dafür einzustehen. „Sie hatten das angeboten, aber wir hätten das nicht annehmen dürfen.“ Zudem wäre es wichtig gewesen, dafür zu sorgen, „dass auch die Betroffenenvertreter mehr Zeit haben, darüber nachzudenken, ob eine neue Kanzlei beauftragt werden soll.“

Zu der Kritik, die in einem vom Erzbistum Berlin veröffentlichten Gutachten an Verfügungen Woelkis in seiner Berliner Amtszeit geübt wird, sagte der Kardinal: „Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, gestützt auf Empfehlungen des zuständigen Ermittlungsführers und kirchlichen Untersuchungsrichters.“ Zum Fall eines damals bereits schwer demenzkrankten Düsseldorfer Pfarrers, in dem Woelki auf ein kirchliches Verfahren verzichtet hatte, sagte er: „Ich habe mein Gewissen geprüft, und ich bin persönlich der Überzeugung, dass ich mich korrekt verhalten habe.“ Auch dieser Fall werde im Gercke-Gutachten geprüft, während WSW ihn nach seiner Kenntnis nicht aufgegriffen habe. Woelki sagte, er erwarte, „dass jeder, der in diesem Erzbistum eine Verantwortung getragen hat, sich dazu bekennt“. Er selbst werde das auch tun.

Welle von Erbschaften: DGB fordert stärkere Besteuerung von Betriebsvermögen

Körzell: Staat muss endlich eingreifen – „Wer viel hat, dem wird noch mehr gegeben“

Osnabrück. Angesichts der Welle von Erbschaften in Deutschland drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund auf eine stärkere Besteuerung von Betriebsvermögen. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ): „Wer in Deutschland viel hat, dem wird noch mehr gegeben. Wenn fast die Hälfte aller Erbschaften an die reichsten zehn Prozent geht, muss der Staat endlich gegensteuern.“ Das sei schon deshalb geboten, um die Corona-Lasten gerecht zu verteilen und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Körzell reagierte damit auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Danach geht in Deutschland fast die Hälfte des Erbschafts- und Schenkungsvolumens an die reichsten zehn Prozent der Begünstigten. Die anderen 90 Prozent teilen sich die verbleibende Hälfte.

Eine besser ausgestaltete Erbschaftssteuer würde nach den Worten von Körzell nicht nur mehr Steuergerechtigkeit herstellen, „sondern dem Staat auch zusätzliche Einnahmen in Milliardenhöhe einbringen“. Er betonte, es gehe nicht darum, durchschnittliche Erbschaften oder „Omas Einfamilienhaus“ stärker zu belasten. „Es muss vielmehr Schluss sein mit der steuerlichen Vorzugsbehandlung von Unternehmensanteilen und Aktienpaketen – Vermögensarten, die vor allem von Reichen gehalten werden.“

Körzell forderte, Betriebsvermögen müsse in der Erbschaftssteuer künftig genauso behandelt werden wie andere Vermögen auch. „Sollte dann wirklich einmal nachgewiesen werden, dass Unternehmen aufgrund der Erbschaftssteuer in existenzielle Gefahr geraten, können Stundungsregelungen in Betracht gezogen werden.“

Körzell beklagte, die Verschonung von Betriebsvermögen beschere den Bundesländern jedes Jahr enorme Verluste bei den Steuereinnahmen. „Sie steht seit Jahren an der Spitze der 20 größten Steuervergünstigungen, die die Bundesregierung in ihrem Subventionsbericht ausweist: Schon 2018 riss diese Vergünstigung ein Loch von 5,7 Milliarden Euro in die öffentlichen Kassen, 2020 waren es bereits 6,8 Milliarden Euro.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Politik

Nachtgedanken der Koalition

Der erste Gipfel mit Armin Laschet. Ein Kommentar von Thomas Seim.

Das politische Geschäft, so heißt es, bestehe zu wesentlichen Teilen aus der hohen Kunst der Symbolik. Ihr hatten sich die damals neuen SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans verpflichtet gefühlt und ihren Gesprächspartnern von der Union beim Koalitionsgipfel Ingwer-Tee überreicht – mit leichter Schärfe und angenehmer Süße, so die Symbolik.

Dieses Mal war der Chef Armin Laschet als neuer Mann in der Runde an der Reihe und überreichte den Gipfelteilnehmern ein Bändchen mit Heinrich-Heine-Gedichten. Die Symbolik von Gedichten des Düsseldorfers Heine liegt für einen Rheinländer wie Laschet eigentlich auf der Hand, möchte man meinen. Die enge Anlehnung des großen deutschen Dichters an den alten Klassenkämpfer Karl Marx, der immerhin dessen Gedichte an die Zeitschrift Vorwärts vermittelte, dürfte dem christdemokratischen Anführer kaum verborgen geblieben sein.

Eine Botschaft des Friedens also, die Laschet seinen sozialdemokratischen Partnern überreichte. Und so war der ganze Gipfel wohl auch. Konflikte waren nicht gefragt, die Einigung über Drohne, Verlustrückträge, Zuschuss zur Grundsicherung, Kinderbonus, weniger Mehrwertsteuer für Gastronomen und Hilfe für die Kultur ließ sich schnell herstellen. Alles war gut.

Beinahe. Denn die tatsächliche Zuspitzung im Blick auf die anstehenden Wahlen war da längst vollzogen. Vizekanzler und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hatte sie zum Wochenstart mit einem Wutausbruch in Richtung EU-Kommission wegen der desaströsen Lage bei den Impfungen losgetreten. Seit einer Woche geht Scholz EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen (CDU) immer schärfer an, macht sie verantwortlich für die Fehlleistungen bei den Impfstoff-Bestellungen. Nur die Kanzlerin verteidigt ihre Vertraute in Europa wohl noch. Allein auf weiter Flur. Auch beim Gipfel.

Die unzulängliche Einkaufspolitik nimmt über den Umweg Europa auch Gesundheitsminister Jens Spahn immer stärker in den Blick. So gibt es erste Befürchtungen in der Union, dass dem Verbündeten von Laschet im Bundeskabinett ein Untersuchungsausschuss drohen könnte.

Die Botschaft des Friedens also, die der Koalitionsgipfel ausstrahlen sollte, war allenfalls gut gemeint. Kerngesund ist das Land gerade nicht. Vielleicht plagen Laschet deshalb nicht erst seit dem Gipfel Nachtgedanken zu möglichen Aufgaben in Berlin, und er fühlt sich deshalb um den Schlaf gebracht. Das gäbe seinem Heine-Geschenk eine ganz andere Bedeutung.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) – www.nw.de

Bundesverteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will in den Bundestag

Kandidatur für Bundestags-Mandat im Wahlkreis Saarbrücken – Wohl auch Spitzenkandidatin im Saarland statt Peter Altmaier

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (58) wird bei der Bundestagswahl im September im Saarland für ein Mandat kandidieren. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung (Freitagausgabe). Die frühere CDU-Bundesvorsitzende und Ex-Saar-Ministerpräsidentin, die dem Bundestag derzeit noch nicht angehört, bestätigte auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung, dass sie dem Vorschlag der beiden Kreisvorsitzenden Peter Strobel (Saarbrücken Stadt) und Michael Adam (Saarbrücken Land) folgt und sich für das Direktmandat im Wahlkreis Saarbrücken bewerben werde. Dieses Mandat hat 2017 die SPD-Politikerin Josephine Ortleb (34) gewonnen.

Es ist nach Angaben der Zeitung davon auszugehen, dass Kramp-Karrenbauer auch für einen Spitzenplatz auf der CDU-Landesliste im Saarland antritt. Spitzenkandidat bei der letzten Wahl war der heutige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (62). In CDU-Gremien wird erwartet, dass Altmaier wieder im Wahlkreis Saarlouis für das Direktmandat, das er gegen Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD, 54) gewonnen hat, antritt.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Netzwelt

Der Schatten von Jeff Bezos, ein Kommentar von Norbert Kuls

Als Jeff Bezos 1994 in Seattle einen Online-Buchladen mit dem Namen Amazon gründete, wurde er oft gefragt, was denn das Internet sei. Ein gutes Vierteljahrhundert später könnte Bezos die Frage so beantworten: Das Internet ist Amazon. Zumindest spielt Bezos‘ einstiges Start-up, das sich zu einem Weltkonzern mit einem gigantischen Börsenwert von fast 2 Bill. Dollar gemausert hat, schon länger eine dominierende Rolle in der Cyberwelt.

Das gilt für Verbraucher, die längst nicht mehr nur Bücher online bei Amazon bestellen, sondern auch von Amazon produzierte Filme „streamen“ und die virtuelle Amazon-Assistentin Alexa morgens nach dem Wetter fragen. Es gilt auch für Unternehmen, die ihre Rechnerkapazitäten von Amazon mieten, in der Cloud. Amazon ist überall, und Bezos ist darüber zu einem der reichsten Männer der Welt geworden – ein Rockefeller unserer Tage. Jetzt hört Bezos auf, zumindest ein wenig. Er wird den Vorstandsvorsitz von Amazon an Andy Jassy übergeben, einen Mann der ersten Jahre, der im vergangenen Jahrzehnt das Cloud-Geschäft und damit die wichtigste Gewinnmaschine von Amazon aufgebaut hatte. Jassy arbeitete so eng mit Bezos zusammen, dass er schon mal als dessen „Schatten“ bezeichnet wurde.

Der Zeitpunkt für den Stabwechsel ist klug gewählt. Amazon unterstrich mit dem Umsatzrekord im vierten Quartal ihre Ausnahmerolle. Der Konzern profitierte ein weiteres Mal von der Corona-Pandemie, deren Ausgangsbeschränkungen stationäre Wettbewerber besonders im Weihnachtsgeschäft hart trafen. Jassys Sparte erfreute sich gestiegener Nachfrage in einer zunehmend digitalen Geschäftswelt. Bezos kündigte den Rückzug auf der Höhe seines Erfolgs an, wie ein Boxer, der nach einem Weltmeistertitel abtritt.

Er wird sich wie schon in den Jahren vor der Pandemie stärker auf Sonderprojekte konzentrieren, die ihm wichtig sind, etwa auf sein Raumfahrtunternehmen Blue Origin. Bezos hofft möglicherweise auch darauf, sich der Debatte um eine zu große Macht der Technologiekonzerne und den Ermittlungen der Kartellbehörden zu entziehen. Bei Anhörungen im Kongress wird in Zukunft wohl sein Nachfolger Jassy gegrillt. Aber Bezos wird noch eine Weile das Gesicht von Amazon bleiben. Als Executive Chairman, die Betonung liegt auf Executive, will sich Bezos auch als Vorsitzender des Verwaltungsrats offensichtlich nicht mit einer passiven Rolle bescheiden – abgesehen davon, dass er der größte Einzelaktionär ist. Es wird noch Jahre dauern, bis Jassy ganz aus Bezos‘ Schatten tritt.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Europa

Urteil als Meilenstein

Ja, das Urteil des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den ugandischen Rebellenführer Dominic Ongwen ist ein Meilenstein. Denn erstmals muss nun ein Anführer der berüchtigten Rebellenarmee von Joseph Kony ins Gefängnis. Das zeigt zum einen, dass Verbrecher wie Ongwen durchaus auch Jahre nach ihren Missetaten noch belangt werden können und werden. Zum anderen verdeutlicht das Urteil von Den Haag den Tausenden von Opfern im weit entfernten Uganda, dass einige ihrer ehemaligen Peiniger nicht straflos davonkommen. Das Urteil sollte aber auch die politisch Verantwortlichen in Uganda, der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan zusammen mit der internationalen Gemeinschaft dazu anspornen, auch gegen die restlichen LRA-Kämpfer vorzugehen. Schließlich morden und plündern sie weiter. Zudem sollte vor allem weiter alles getan werden, damit die vielen Opfer der LRA-Terroristen dabei unterstützt werden, ihr Leben trotz der erlebten Gräuel leben zu können.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Welt

Russland

Nach Kritik am russischen Regime: Sanktionen wirken

Kommentar von Ulrich Krökel

An wohlfeilen Worten mangelt es der Bundesregierung nicht, um nach der Haftstrafe gegen Kreml-Kritiker Alexej Nawalny Kritik am Regime Russlands zu üben. Nur reichen Worte eben nicht. (…) Denn parallel zur öffentlich vorgetragenen Empörung hält die Bundesregierung bekanntlich stur an dem deutsch-russischen Pipelineprojekt Nord Stream 2 fest. Damit stützt sie das Gazprom-Regime von Kremlchef Wladimir Putin, statt den Schulterschluss mit der Zivilgesellschaft in Russland zu suchen. In Berlin und Brüssel liebäugelt man nun sogar mit einem Ankauf des umstrittenen russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V. Das lässt sich nur mit Pandemie-Panik erklären. Putin würde den Propaganda-Erfolg zweifellos dankend annehmen. (…) http://www.mehr.bz/khs35i

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

Genitalverstümmelung an Mädchen: Immer noch kein wirksamer Kinderschutz

Zum „Internationalen Tag gegen Genitalverstümmelung“ am 6. Februar erinnert die TaskForce einmal mehr daran, dass in Deutschland tausende Mädchen der Gefahr einer Genitalverstümmelung weitgehend schutzlos überlassen werden.

Erst im November korrigierte die TaskForce die von Ministerin Giffey veröffentlichten Zahlen drastisch nach oben und stellte fest, dass hierzulande mehr als 330.000 Mädchen und Frauen aus Risikoländern leben, davon 22.000 Minderjährige aus Hochrisikoländern mit Verstümmelungsraten ab 75%.

Aktuelle Umfrage bei den kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer

Eine weitere Untersuchung ergab Ende des Jahres, dass niedergelassene Ärzte allein im Jahr 2019 knapp 2.000 Patientinnen mit einer behandlungsbedürftigen Genitalverstümmelung diagnostizierten. Der Tatsache, dass seit 2016 bei mehr als 530 minderjährigen Mädchen eine Genitalverstümmelung festgestellt wurde, steht die völlig fehlende Strafverfolgung der Täter, insbesondere der anstiftenden Familienmitglieder gegenüber.

Bislang kommt die Bundesregierung ihrer Schutzpflicht für die spezifisch gefährdeten Kinder in keiner Weise nach und weigert sich regelmäßig, die nötigen rechtlichen Rahmenbedingungen (z.B. ärztliche Meldepflicht) zu schaffen, um eine angemessene Bestrafung der Täter zu ermöglichen. Die TaskForce kritisiert diese Weigerungshaltung scharf und fordert die Umsetzung der folgenden drei Maßnahmen, die nachhaltigen, wirksamen und messbaren Schutz der gefährdeten Mädchen gewähren können:

  • Untersuchungspflicht, einschließlich regelmäßiger Überprüfung der genitalen Unversehrtheit (entweder nur für die Mädchen der genau bestimmbaren Risikogruppen oder für alle in Deutschland lebenden Kinder bis zum 18. Lebensjahr) kombiniert mit:
  • Gesetzlicher Meldepflicht (im Fall bereits verübter als auch bei Kenntnis bevorstehender Verstümmelungen);
  • Kollektive familienrechtliche Maßnahmen für alle 30.000 bis 50.000 minderjährigen Mädchen der Risikogruppe, um die Taten in den Herkunftsländern der Eltern effektiv zu unterbinden (in Anlehnung an den Beschluss des BGH aus 2004, XII ZB 166/03).

Es ist höchste Zeit, die aktuelle Täterschutzpolitik der Bundesregierung zu beenden und die körperliche Unversehrtheit der gefährdeten Mädchen zu schützen.

Mädchenbeschneidung: Verstoß gegen die Kinderrechtskonvention von 1989

Laut den UN-Kinderrechts-Konventionen haben Kinder das Recht, in einer Welt aufzuwachsen, in der sie Hoffnung auf Geschlechter-Gleichstellung (Artikel 29) sowie auf „Gesundheit, Würde und Selbstachtung“ (Artikel 39) haben. Darüber hinaus ruft auch die UN-Generalversammlung in ihren Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs 2030) zu einer Eliminierung von FGM auf.

Wolf: Mutige und kreative Lösungen für unsere Schulen bis zu den Sommerferien

„Mit unserem Antrag ‚Neustart! Die Krise im Schulbereich durch mutige Entscheidungen meistern‘ haben wir in Düsseldorf Entscheidungen eingefordert und eine ganze Reihe von Vorschlägen vorgelegt, wie es im Schulbereich weitergehen könnte“, berichtet Sven Wolf, Landtagsabgeordneter für Remscheid und Radevormwald. „Auch gute Ideen, die von den Schulen oder Schülern an uns herangetragen wurden, sind mit eingeflossen.“

„CDU und FDP im Landtag haben unseren Antrag im Plenum abgelehnt.“

Sven Wolf, Landtagsabgeordneter für Remscheid und Radevormwald

Die SPD-Landtagsfraktion habe konkrete Vorschläge gemacht wie die automatische Versetzung der Schülerinnen und Schüler, das Aussetzen der Halbjahreszeugnisse in  der Sekundarstufe I außer in den Abschlussjahrgängen und bei Schulwechseln, auf Wunsch Wiederholung der Klasse 4, Verlängerung der Erprobungsstufe bis zum Ende der Klasse 7, Wechselunterrichtskonzepte und – je nach kommunaler Raumverfügbarkeiten – die Möglichkeit für Schulleitungen und Schulträger andere Orte zum Lernen zu finden, wie Museen, Theatern oder Bibliotheken oder biologischen Stationen.

„In Remscheid beispielsweise wurde auch schon vor Corona die städtische Bibliothek gerne von Schülerinnen und Schülern zum Lernen besucht. Auch das RöLab oder das Röntgen Museum sind gute Orte für Lernen außerhalb der Schule. CDU und FDP im Landtag haben jedoch unseren Antrag im Plenum abgelehnt – genauso wie unseren Eilantrag zum Digitalunterricht“, so Wolf. „so Wolf. „Es ist ja schön, wenn die CDU-Ratsfraktion in Remscheid sich durch social media-posts ‚inspirieren‘ lässt, aber statt dessen sollte lieber die CDU-Landtagsfraktion guten Anträgen im Plenum zustimmen. Wir bleiben aber am Ball und sprechen auf unserem heutigen zweiten Online-Schulgipfel der Landtagsfraktion mit Beteiligten über die aktuelle Lage und das, was jetzt zu tun ist. Eine wichtige Frage ist etwa: Wie geht es mit den anstehenden Prüfungen und Versetzungen weiter? Hierzu brauchen wir einen umfassenden Plan bis zu den Sommerferien, der für alle verbindlich ist und Planungssicherheit gibt.“

Donner: „Man muss vielschichtig sein“

Erste gemeinsame CD-Aufnahme von Maren und Jan Donner.

Gemeinsam musiziert haben die aus Remscheid stammenden Geschwister Maren und Jan Donner schon oft. Aber gemeinsam eine CD aufgenommen noch nie. Obwohl der Plan dazu schon länger existiert. Aber die Zeit, die beide Profi-Musiker in ihren Berufen zubringen, verhinderte bisher eine Aufnahme. Ausgerechnet dieser uns nervende Virus hat dafür gesorgt, dass es doch noch möglich wurde und Maren, die an der Musikschule in Monheim am Rhein tätig ist, und Jan, der Posaunist an der Deutschen Oper in Berlin ist, im Juli 2020 in einem Kölner Studio 17 Stücke für Posaune und Piano aufnehmen konnten. Das musikalische Paar hat nach wie vor enge Beziehungen zu Remscheid, und besonders nach Lüttringhausen. Wenn sich beide im Bergischen aufhalten, spielen sie auch gerne wieder mit dem Lüttringhauser Posaunenchor.

„Es ist wirklich so“, berichtet Jan Donner, „dass uns Corona die Zeit gegeben hat, dieses Projekt zu verwirklichen. Wir leben halt sehr weit auseinander, ich in Berlin, Maren in Düsseldorf. Aber jetzt ist die CD da!“ 

„Meanwhile“, soeben erschienen, beschäftigt sich mit dem Phänomen der Zeit, mit diesem Punkt zwischen zwei Ereignissen, mit dem Reisen zwischen zwei Orten, mit dem Eindruck, endlos Zeit zu haben, oder dem, dass die Zeit davonläuft. Insbesondere in Rhythmik und Timing ist der Musik auf dieser CD besondere Aufmerksamkeit gewidmet worden. Und selbstverständlich ist die zu hörende Musik zeitlos.

„Es ist wirklich so, dass uns Corona die Zeit gegeben hat, dieses Projekt zu verwirklichen.“

Jan Donner, aus Remscheid, Posaunist an der Deutschen Oper Berlin

Richard Strauss hat seine acht Lieder op. 10 für Singstimme und Klavier vertont. Nun kann die Posaune keinen Text wiedergeben. Wie es Jan Donner trotzdem schafft, den Inhalt der Lieder zu transportieren, ist bemerkenswert und bei jedem neuen Hören eine Offenbarung. Sein Ansatz zum Spiel des zumeist als behäbig beschriebenen Instruments ist ein weicher, ein runder, ein umarmender. Jan selbst dazu: „Ich mag es nicht, wenn das Instrument so klingt, wie das, was es eigentlich ist: Ein Blechblasinstrument. Das darf nicht scheppern.“ Der Ton von Jan Donners Posaune ist weit vom Scheppern entfernt. Eher gemahnt er an Weite der Landschaft und an Nähe von Schönem. Maren Donner, die Musikbegleitung studiert hat, spielt nicht die Partie der „Ich-begleite-den-Solisten“-Pianistin. Ihr Pianospiel, was sie wie ihr Bruder bei Petra Rützenhoff-Berg erlernt hat, ist schwer zu beschreiben. Sensibilität ist ein Wort, was dem nahe kommt, was man hört, ohne es zu treffen. Spontan könnte man vielleicht von Musik-Empathie sprechen. Marens Spiel veredelt die Musik, erhöht sie. Und mehr kann man von Pianistinnen nicht erwarten.

Timeless von Peter Dörpinghaus aus Hückeswagen

Zwei Werke auf der knapp einstündigen CD sind extra für das musikalische Duo geschrieben worden. Beide haben sehr unterschiedliche Ansätze, aber Jan ist sich sicher, „dass man vielschichtig sein muss. Und das sind wir.“ Die dreisätzige Suite „Timeless“ des aus Hückeswagen stammenden Musikers Peter Dörpinghaus (heute Solo-Trompeter am Berliner Konzerthaus) ist romantisch gehalten und lässt auch Einflüsse aus Jazz und Filmmusik erkennen. Ebenfalls dreisätzig ist „Time“ von Tobias Schütte. Diese Suite verfügt über eine modernere Tonsprache, die deutlich mit Einflüssen aus der neuen klassischen Musik flirtet. Spieltechnisch bewegt sich das Duo Donner auch hier auf sehr hohem Niveau.

Die Fotos für das CD-Cover von "meanwhile" stammen von Natalia Jansen. Foto: Peter Klohs
Die Fotos für das CD-Cover von „meanwhile“ stammen von Natalia Jansen. Foto: Peter Klohs

Drei ausgesuchte Lieder von Robert Schumann runden das Gesamtwerk ab. Das Booklet der CD ist mit exquisit aufgenommenen Fotos (Natalia Jansen) ausgestattet, wobei besonders die Booklet-Rückseite fasziniert. Ein Hinhörer und ein Hingucker. Bekommt man nicht so oft.

Die CD ist in Kürze beim großen Online-Kaufhaus mit dem noch größerem A bestellbar. Wenn man dies nicht kann oder will, können die Interessierten eine Mail an meanwhilecd@gmx.de senden und die CD bei den Geschwistern direkt bestellen. 57 Minuten feinster Kammermusik kosten 12 Euro.

„Und sobald es wieder möglich ist, möchten wir diese Musik natürlich auch live spielen“, verrät Jan Donner. „Und dann ganz sicher auch in Lüttringhausen.“ 

Jetzt spenden: Kirchenmusik Passion 2021

Nach dem großen Erfolg des „Klingenden Adventskalenders“ aus Lennep, soll in diesem Jahr ein ähnliches Projekt unter dem Titel „Passion2021“ auf die Beine gestellt werden.

Es werden 47 Videos für die Passionszeit produziert, von Aschermittwoch bis zum Ostersonntag. Jeden Tag gibt es dann ein neues Musikvideo im Youtube-Kanal der Lenneper Stadtkirche. Auch mit diesem Projekt sollen freischaffende Künstlerinnen und Künstler unterstützt werden. Gleichzeitig soll den Zuschauenden aber auch eine tägliche Möglichkeit des Innehaltens, Genießens und Nachsinnens verschafft werden.

Wie auch im Advent gibt es stilistische Vielfalt und eine große Bandbreite an wechselnden Besetzungen und Instrumenten. Mit dabei sind Hae Min Geßner, Johannes Geßner, Fabian Strotmann, Dirk Trümmelmeyer, Meike Krautscheid, Beate Jordan, Dominik Schneider, Thomas Gutermann und einzelne Mitglieder des Lenneper Bläserensembles.

Spendenkonto

Wer das Projekt unterstützen möchte, das Team bittet herzlich um eine Spende mit dem Verwendungszweck „Kirchenmusik – Passion2021“ auf das Konto IBAN DE19 3506 0190 1010 5600 19 – BIC GENODED1DKD.

Zum Youtube-Kanal der Kirchengemeinde: https://www.youtube.com/channel/UCj3ve6FvTQyl1pxRTGYD9gg

Naturerlebnis-Tipp „Knospen“

Die Natur-Schule Grund hat auf ihrer Facebook-Seite (@umweltbildungsstation.remscheid) einen jahreszeitlich höchst aktuellen Naturerlebnis-Tipp veröffentlicht, der sich mit den Knospen der Bäume und Sträucher befasst. Enthalten ist für alle, die im Lockdown mal was Neues sehen möchten, ein schöner Beobachtungstipp. Autorin ist die Diplom-Biologin Stefanie Barzen.

Die beste Zeit zur Betrachtung von Knospen und deren Formenvielfalt ist der Winter, wenn kein Laub unsere Beobachtung stört. Sehen kann man sie bereits im späten Sommer, da die mehrjährigen Pflanzen Knospen dann anlegen müssen, wenn sie die Kraft dazu haben, also wenn die Laubblätter noch hängen und Photosynthese betreiben können.

Photosynthese heißt, die Pflanze produziert mit Hilfe von Wasser, Kohlendioxid und der Energie der Sonne Kohlenhydrate (und Sauerstoff), mit deren Hilfe und einiger anderer Baustoffe sie Knospen bilden kann. Die Pflanze ist somit lange vor dem Winter schon für den Frühling gerüstet. Es herrscht Knospenruhe, bis pflanzliche Hormone und entsprechende Witterungsverhältnisse diese beenden.

Nackte Knospen?

Bei näherer Betrachtung ähneln Knospen den geschlossenen Zapfen eines Nadelbaumes. Die Knospenschuppen, umgebildete Laubblätter, liegen dicht an dicht wie Dachziegel. Wasser kann gut ablaufen, das Innere ist geschützt vor Kälte, Schnee, Austrocknung und Schädlingen. Sie sind hart, ledrig, glatt oder behaart, häufig auch klebrig, dann mit einer dünnen Harzschicht überzogen, und von dunkler Farbe. In ihnen befinden sich, dicht gepackt und gut geschützt, die bereits fertig angelegten Laub- oder Blütenblätter.

Knospe einer Kastanie. Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund
Knospe einer Kastanie. Foto: Stefanie Barzen / Natur-Schule Grund

Es gibt auch Knospen ohne Knospenschuppen. Sogenannte „nackte“ Knospen haben z.B. Schneeball und Faulbaum. Knospenbildung findet hauptsächlich am Sprossende oder in den Blattachseln statt. Man unterscheidet zwischen Blattknospen, Blütenknospen und gemischten Knospen, aus denen Blätter und Blüten entstehen. Blütenknospen entfalten sich häufig, wie z.B. bei den Obstbäumen, vor den Blattknospen. So sind sie für besuchende Insekten besser sichtbar. Knospen sind für die jeweilige Pflanzenart so charakteristisch, dass sie als Bestimmungsmerkmal herangezogen werden können.

Neben den genannten Knospenarten findet man noch Adventiv- und Proventivknospen. Bei Adventivknospen bilden sich Knospen nicht an Spross- oder Blattachse, sondern an altem Holz oder Wurzeln. Proventivknospen sind „schlafende Augen“, ruhende Knospenanlagen, die für lange Zeit unter der Rinde ruhen können und z.B. zur Wiederherstellung verlorener Pflanzenteile dienen. Menschen nutzen diese Fähigkeit der Gehölze, wenn Bäume geschnitten werden und danach wieder austreiben. Beide Knospenarten sind also eine Art „Reserve“ für die Pflanze.

Der Tipp zur Beobachtung

Verschiedene Zweige frisch angeschnitten in eine Vase stellen, Wasser nicht vergessen, und beobachten, wie sich Blätter oder Blüten entfalten. Besonders geeignet sind Kastanienzweige mit haarigen Blättern. Auch Obstbaum- oder Forsythienzweige eignen sich gut. Hierbei denke man auch an die sogenannten Barbarazweige, die am 4.12., dem Tag der heiligen Barbara, geschnitten werden, um am Heiligen Abend den Raum mit ihren Blüten zu schmücken und Glück für das kommende Jahr zu bringen.

Also vielleicht beim nächsten Spaziergang mal an diesem oder jenem Baum oder Strauch stehen bleiben um die Vielfalt der Knospenformen zu betrachten und ihre Beschaffenheit, vorsichtig, zu fühlen.

Bis zum nächsten Naturerlebnis-Tipp
Eure / Ihre Stefanie Barzen

Feuerwehr nimmt an „Twitter-Gewitter“ teil

Unter #112live werden am 11. Februar Einsätze der Feuerwehr getwittert

Mit Live-Berichten von Notfall-Einsätzen wollen 55 Berufsfeuerwehren in ganz Deutschland zum dritten Mal bei Twitter über ihre Arbeit informieren. Auch die Feuerwehr der Klingenstadt Solingen beteiligt sich passend zur bekannten Telefonnummer 112 am 11. Februar erneut am „Twittergewitter“. Unter den Hashtags #112live und #Solingen112 gibt es von 8 bis 16 Uhr spannende Einblicke in den Arbeitsalltag der Wehrleute, die im Kurznachrichtendienst Twitter am 11. Februar entsprechende Beiträge posten werden. „Für uns ist das eine gute Gelegenheit, uns und unsere Arbeit mal auf einer etwas anderen Plattform zu präsentieren“, sagt Heike Neuenfeldt von der Solinger Einsatzplanung. Zudem sei das „Twittergewitter“ eine gute Gelegenheit, um Nachwuchs zu werben.

Am 11. Februar soll aber nicht nur über aktuelle Einsätze informiert und die Feuerwehr als möglicher Arbeitgeber vorgestellt werden. Auch Fragen rund um den Notruf werden über den Kurznachrichtendienst erörtert – zum Beispiel, wann die 112 gewählt werden sollte und wann nicht. Das „Twittergewitter“ geht auf eine Initiative der Berliner Feuerwehr zurück. Vorbild sind ähnliche Aktionen der Polizei, die schon vor einigen Jahren zum ersten Mal in einem Zeitraum von 24 Stunden alle Notrufeinsätze über Twitter verbreitet hat.

Jugendliche nach versuchtem Straßenraub festgenommen

Eine Gruppe Jugendlicher hat am Dienstagabend (02.02.) gegen 21:50 Uhr in Bergisch Gladbach auf der Straße Quirlsberg versucht einem Pärchen die Rucksäcke zu entwenden. Als die beiden ihre Rucksäcke nicht aushändigen wollten, wurden die Geschädigten mehrfach gegen Kopf und Oberkörper geschlagen. Anschließend entfernten sich die Täter. Bei dem Angriff wurden beide Geschädigten verletzt und begaben sich zu einem nahe gelegenen Krankenhaus, von wo aus auch die Polizei alarmiert wurde.

Die 21-jährige Geschädigte aus Köln musste zur stationären Behandlung im Krankenhaus verbleiben, während ihr Begleiter, ein 24-jähriger Gladbacher, nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden konnte.

Im Rahmen der Fahndung konnten drei Tatverdächtige angetroffen und vorläufig festgenommen werden. Es handelte sich um zwei 16-Jährige und einen 18-Jährigen aus Bergisch Gladbach. Von den Tätern wurden mehrere Kleidungsstücke sowie ein Mobiltelefon als Beweismittel sichergestellt. Sie wurden nach Abschluss der kriminalpolizeilichen Ermittlungen auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der von der Anordnung der Untersuchungshaft absah. Die drei werden sich in einem Strafverfahren wegen schweren Raubes verantworten müssen. Dieser als Verbrechen eingestufte Straftatbestand gem. § 250 StGB sieht eine Freiheitsstraße von mindestens 3 Jahren vor. (ct)

LKG: Verleihung des Corona-Sonderordens

Durch die Zuwendung eines Spenders, der gerne anonym bleiben möchte, ist es des Lenneper Karnevalsgesellschaft möglich, besonders in diesen Ausnahmezeiten, einige Mitmenschen mit einem LKG-Sonderorden ihren Dank aussprechen zu können.

In Abstimmung mit dem Spender wird dieser Orden an folgende Menschen für ihren Einsatz bei der LKG und für die Unterstützung und Aufrechterhaltung des Brauchtums Karneval verliehen:

  • Vorstand der Lenneper Karnevalsgesellschaft
  • die LKG-Ehrenmitglieder Thorsten Kiel und Tobias Riemann
  • Marc Ronge (Einsatz für die LKG);
  • an Funktionsträger bei befreundeten Karnevalsgesellschaften
    • Christian Weger (Blau Weiße Jungs Berg. Born)
    • Daniel Kleppek (Blau Weiße Jungs Berg. Born)
    • Eckhard Knispel (Rot Blaue Funken)
    • Heidi Scherer (Präsidentin Radevormwalder Karnevalsgesellschaft)
    • Frank Meys (Präsident Prinzengarde St. Augustin)
    • Thomas Krill (Kommandeur Prinzengarde St. Augustin)
    • Prinz Heinz I. (St. Augustin)
    • Augustina Mathilde I. (St. Augustin)
  • Weitere Orden gehen an

Als Dank für den wertvollen Dienst an der Gesellschaft während der Corona-Pandemie möchte die Lenneper Karnevalsgesellschaft einen Orden an Dr. Heinz-Wilhelm Esser (Sana Kliniken AG) verleihen, stellvertretend für alle Menschen dieser Stadt, die als medizinisches Personal, Pflegekräfte, usw. im Einsatz sind. Insbesondere aber auch für seine Auftritte als „DOC Esser“, bei denen er mit seinen guten und fachlichen Informationen vielen Menschen in diesen Zeiten immer wieder Mut gegeben hat, schwierige Situationen zu meistern.

Die Übergabe der Orden wird in den nächsten Tagen coronakonform organisiert.

Presseschau 3. Februar 2021

Diese Themen waren am 3. Februar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Umwelt

Beim Kampf gegen Artenschwund drängt die Zeit

Kommentar von Holger Dumke zur Halbzeit der Volksinitiative der NRW-Umweltverbände.

Corona lastet bleischwer auf allem, der Kampf gegen die Pandemie bestimmt das politische Geschäft im hier und jetzt. Die Herausforderungen von morgen warten aber nicht. Der Kampf um den Erhalt der biologischen Vielfalt gehört zweifelsohne dazu – weil da viel mitschwingt, der Umgang mit dem Klimawandel etwa oder die Art und Weise, wie Menschen leben.

Mehr als 72.000 Bürger haben in NRW bereits bei der Volksinitiative Artenvielfalt der Umweltverbände unterschrieben. Sie wollen, dass das Thema auf der politischen Agenda nach ganz oben rückt. Dass schon zur Halbzeit der Initiative derart viele Unterschriften beisammen sind, obwohl Corona weite Teile des öffentlichen Lebens lahmlegt – das verdient Respekt und Beachtung.

Nicht von ungefähr kommt jetzt das angekündigte Gesprächsangebot von Ministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Ihr Hinweis auf notwendige gesellschaftliche Akzeptanz ist richtig. Die Umweltverbände werden sich ihre Forderungen gleichwohl nicht zerreden lassen und darauf achten, dass am Ende nicht nur der kleinste gemeinsame Nenner steht. Die Zeit drängt.

Die Landesregierung muss überzeugend liefern. Sie muss etwas tun gegen Flächenverbrauch, für weniger Pestizide und mehr Ökolandbau. Einmalig mehr Geld für Brachen und die Gründung einer interministeriellen Arbeitsgruppe zum Zertifikatehandel – das ist zu wenig für ein Jahre (!) angekündigtes Flächensparprogramm. Und ein Ökoanbau-Anteil von 20% an der Agrarfläche ist ein hehres Ziel für 2030, bislang aber wenig realistisch.

Quelle: NRZ – Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung – www.nrz.de

Kommentar von Sascha von Gerishem: Bitte unterstützen auch Sie die Volksinitiative Artenvielfalt mit ihrer Unterschrift, denn jede Stimme zählt: www.artenvielfalt-nrw.de!

Rechtsextremismus

Kommentar über die parlamentarische Kontrolle im Amri-Untersuchungsausschuss

In den letzten drei Jahren versuchte der Untersuchungsausschuss zum Attentat vom Breitscheidplatz, Sitzung um Sitzung die Gründe für das Versagen der Behörden aufzuklären. Nur zu gern hätten die Parlamentarier*innen Einblicke in die Kronjuwelen des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) gehabt: das V-Leutewesen. Doch dessen ehemaliger Chef Hans-Georg Maaßen begann nach dem Anschlag eine Vernebelungstaktik, die an gezielte Desinformation grenzte. Nach einer Innenausschusssitzung bildete sich der Mythos, der Fall des Attentäters sei ein „reiner Polizeifall“ gewesen, wobei Maaßen dies wörtlich so nie gesagt haben will. Den Schlüssel für das Versagen des BfV vermuten Parlamentarier*innen in der Fussilet-Moschee selbst, wo es eine menschliche Quelle gab. Dass die Bundesregierung in Untersuchungsausschüssen – nicht zum ersten Mal mit dem Rücken zur Wand – Auskünfte zu V-Leuten verweigert, gibt Raum für Spekulationen. Es macht deutlich, wie groß die Versäumnisse sein müssen, wenn es darum geht, die Informationen von Informanten richtig einzuordnen. Dem Ausschuss pauschal zu unterstellen, dass Zeugen, die in geheimer Sitzung vernommen werden, nicht geschützt seien, zeigt aber auch die Geringschätzung des Parlaments.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Politik

Konzept mit Leerstellen

Kommentar zum Umbau der Finanzaufsicht von Bernd Neubacher

Die Pläne von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für eine Reform der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) tragen großteils den Schwachstellen Rechnung, die mit dem Wirecard-Skandal offen zu Tage getreten sind. Dass sich die Bankenaufseher, wenn es mit Bilanzprüfungen einmal spannend wird, auf externe Prüfer verlassen müssen, hat man freilich schon zuvor nicht verstehen müssen. Mit einer Fokusaufsicht für komplexere Unternehmen fügt sich Berlin unterdessen in die Einsicht, dass sich viele Finanzdienstleister heutzutage nicht mehr so eindeutig den Bereichen Banken, Versicherer oder Wertpapiere zuordnen lassen, wie dies bei Gründung der BaFin 2002 vielleicht noch schien.

Verstärkte Ambitionen zur Kontrolle abseits üblicher Schemata lässt die Behörde ja schon mit Überlegungen erkennen, den Zugriff auf Adressen wie N26 und die Deutsche Börse zu verstärken. Und sollte der Vorstoß für ein digitales Aufseher-Cockpit der von BaFin-Präsident Hufeld schon 2018 angekündigten Digitalisierung der Bundesanstalt Schwung verleihen: umso besser.

Beachtung verdient allerdings nicht nur, was Scholz angekündigt hat, sondern auch, wo sich die Leerstellen im Konzept finden. Von seinem zunächst postulierten Ziel, „dass die BaFin mehr in Richtung der amerikanischen Finanzaufsicht SEC geht, die umfassendere Befugnisse hat und gegenüber den Finanzunternehmen mit einem großen Selbstbewusstsein auftritt“, ist jedenfalls nicht mehr die Rede. Es ist kein Schaden, wenn sich um Vergehen wie Kapitalanlagebetrug, die in den USA der SEC obliegen, hierzulande weiter Strafverfolger kümmern und nicht eine Behörde, von der die Öffentlichkeit derzeit keine allzu hohe Meinung hat. Im Zuge des Brexit und Verbraucherschutzbemühungen sind der BaFin bereits mehr Zusatzaufgaben übertragen worden, als ihr Popularitätsgrad nahelegen würde, und ihre auf die Banken umgelegten Kosten erreichen mit rund 500 Mill. Euro schon vor dem nun anstehenden Nachtragshaushalt gut vier Fünftel des Etats der europäischen Bankenaufsicht. Ihre Digitalisierung muss daher dazu auch beitragen, Kosten einzudämmen.

Große Würfe hat Scholz freilich gescheut. Aufwand zu reduzieren und zugleich das Selbstbewusstsein der Aufseher zu stärken, wäre ein Leichtes – durch eine Zusammenlegung der Aufsichtsfunktionen von BaFin und Deutscher Bundesbank in einer Hand, und zwar jenseits der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesfinanzministeriums.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Gesellschaft

Kommentar zu fehlender Unterstützung für das elterliche Wechselmodell

Kinder sollen die Möglichkeit haben, mit beiden Elternteilen aufzuwachsen, mit beiden den Alltag zu erleben. Auch dann, wenn diese getrennt wohnen. Das ist kein Wunsch, sondern steht in einer 2015 vom Europarat beschlossenen Resolution. Mit dieser sind alle Mitgliedsstaaten aufgefordert, das Wechselmodell als bevorzugte Regelung zur Betreuung von Kindern zu verankern. Das bedeutet: Die Kinder brauchen vieles bei beiden Elternteilen: etwa Bett, Schreibtisch und Schrank. Aber auch Kleidung und Spielzeug. Vor allem Familien, die Sozialhilfe bekommen, können sich die Mehrkosten nicht leisten. Der Hartz-IV-Regelsatz für Kinder sieht keine doppelten Ausgaben vor, im Gegenteil: Alles ist extrem knapp bemessen, das wenige Geld wird bei getrennt lebenden Eltern nach Tagen aufgeteilt.

Dies führt nicht nur zu elterlichem Streit über den Kinderregelsatz, sondern auch dazu, dass die Kinder sich entscheiden müssen, bei wem sie wohnen. Das Geld reicht schließlich nur aus, alles Lebensnotwendige in einer Wohnung zu haben. Selbst Wochenendbesuche beim anderen Elternteil sind schlecht möglich, wenn weder Geld für das Ticket noch für ein zusätzliches Bett da ist. Das Recht auf beide Eltern haben aber alle Kinder, es muss daher dringend zusätzliches Geld für Betroffene geben.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Osnabrücker Bischof Bode zu Missbrauchsaufarbeitung: Hat keinen Sinn, die Wahrheit zu umgehen

Ergebnisse innerhalb von zwei Jahren erwünscht – „Auch meine Amtszeit wird Teil der Aufarbeitung sein“

Osnabrück. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode setzt im Zusammenhang mit der historischen Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum Osnabrück auf Transparenz. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte Bode: „Es hat keinen Sinn, die Wahrheit in irgendeiner Weise zu umgehen. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen, das kann nur schiefgehen.“ Der Bischof erklärte, er wolle im Zuge dessen Verantwortliche so weit wie möglich benennen.

Bode fügte hinzu: „Man kann aber auch nicht nur von seinen Vorgängern reden.“ Er sei seit 25 Jahren Bischof, zuvor fünf Jahre Weihbischof in der Personalkonferenz in Paderborn gewesen – „auch meine Amtszeit wird Teil dieser Aufarbeitung sein“. Er erwarte jedoch nicht, dass neue Zusammenhänge aufgedeckt werden könnten, die für ihn selbst problematisch sein könnten: „Ich sehe momentan nicht, was das sein könnte.“ Bode kündigte an, dass die historische Aufarbeitung von Missbrauch im Bistum innerhalb der nächsten Wochen beginnen solle. Man neige zu einer Beauftragung externer Wissenschaftler. Der Bischof erklärte, er wünsche sich, dass in zwei Jahren Ergebnisse vorliegen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

„Situation wird angesichts der laufenden Opernsanierung ohne Not erschwert“

Kölner Opernintendantin Meyer kritisiert Zeitpunkt ihrer Ablösung

Die scheidende Intendantin der Oper Köln, Birgit Meyer, hat ihr Unverständnis über den Zeitpunkt ihrer Ablösung geäußert. Der Intendantenwechsel noch vor der Eröffnung des sanierten Opernhauses „ist, aus meiner Sicht, ein sehr ungünstiger Zeitpunkt“, sagte Meyer dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch-Ausgabe). Meyers bis Ende der Spielzeit 2021/22 laufender Vertrag wird nicht verlängert, die Sanierung der Oper soll frühestens im Jahr 2024 abgeschlossen sein. Sie habe Oberbürgermeisterin Henriette Reker „gefragt, was dagegen spräche“, dass sie das Interim an der Ausweichspielstätte in Deutz zu Ende bringe, „das ich ja nun nach allgemeiner Einschätzung nicht so schlecht hingekriegt habe. Die sehr fordernde Situation des Interims wird nun nochmals für alle in der Oper Engagierten ohne Not erschwert“, beklagte Meyer. Die Intendantin äußerte sich auch kritisch über die erweiterten Mitsprachrechte für Generalmusikdirektor François-Xavier Roth. Dieser erhalte mehr Zuständigkeiten, was bedeute, dass die des künftigen Intendanten beschnitten würden. „Wer immer das Haus leiten wird, hat schwierige Aufgaben vor sich. Der oder die Neue muss – bei empfindlich beschnittenen Entscheidungsbefugnissen – das nicht unkomplizierte Interim weiterführen und gleichzeitig die Eröffnung am Offenbachplatz vorbereiten. Aber das ist nicht mehr mein Problem“, so Meyer.

Wirtschaft

Mitteldeutsche Zeitung zu Amazon

Amazon ist mehr als der größte Online-Händler der Welt. Sprachassistent Alexa erhört Wünsche, wo immer wir sind. Ihr Lautsprecher Echo steht in Wohn- und Schlafzimmern, wird eingebaut in Autos und Kaffeemaschinen. Amazon Prime bespaßt uns, wenn wir mal schweigend herumsitzen wollen. Auch die Infrastruktur dahinter kontrolliert Amazon – die Lieferketten, die Filmproduktion, die Rechenzentren. Niemand sonst spinnt Kunden so in sein Netz ein, alles mit einem Ziel: Wünsche ahnen, bevor sie entstehen. Und dann die gewinnoptimierte Erfüllung empfehlen. Alltag in Amazonien – das Leben, ein Geschäftsmodell.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Corona

WESTFALEN-BLATT: Schrittweise aus dem Lockdown

Vorsicht in der Corona-Krise auch wegen der Mutationen: ja – Stillstand und Schockstarre: nein! Die rückläufigen Infektionszahlen und das Ausbleiben starker Ausbrüche nach Weihnachten und Silvester belegen, dass die allermeisten Menschen in diesem Land verantwortungsvoll agieren. Der Ernst der Lage ist nach drei Monaten im leichteren, dann härteren Dauer-Lockdown längst allen bewusst.

Es ist höchste Zeit, Bürgern und Betrieben Perspektiven aufzuzeigen. Das ist möglich dank der Fortschritte im Kampf gegen das Virus – aber auch nötig wegen der unübersehbaren Schäden. Die Hiobsbotschaften aus dem Handel und der Gastronomie in Form von Insolvenzen und Geschäftsaufgaben häufen sich. Die Arbeitslosenzahl ist binnen Jahresfrist um 475.000 gestiegen, eine halbe Million Minijobs sind verloren gegangen. Und Mediziner warnen auch vor gesundheitlichen Lockdown-Folgen.

Es braucht einen transparenten Stufenplan für Lockerungen oder Verschärfungen. Diese Regeln dürfen vor allem mit steigender Impfquote nicht alleine abhängig sein von Infektionszahlen, wenn es mehr milde Verläufe gibt. Überall dort, wo es das Infektionsgeschehen verantworten lässt, muss es Öffnungen geben für Geschäfte, Institutionen und die Gastronomie – je nach Lage mit Auflagen und harten Sanktionen bei Verstößen. In Schulen und Kitas ist – entgegen der Versprechungen der Politik – wegen der Vielzahl der Kontakte Vorsicht geboten. Wechselunterricht und eingeschränkte Angebote statt Regelbetrieb dürften vielerorts vorerst nötig bleiben. Kontaktbeschränkungen sowieso.

Ein regionaler Stufenplan bietet Bürgern und Betrieben eine klare Perspektive sowie den Anreiz und die Aussicht, für gemeinschaftlich vorbildliches Verhalten mit weiteren Lockerungsschritten belohnt zu werden. Auch weil Experten uneins sind, welche Inzidenz im Winter realistisch zu erreichen ist, gilt es aber jetzt, die Balance zu finden zwischen nötiger Vorsicht und möglicher Lockerung. Andernfalls droht eine lähmende und quälend lange Hängepartie.

Quelle: Westfalen-Blatt – www.westfalen-blatt.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Impfprivilegien

Bund und Länder müssen die Freiheitsbeschränkungen in dem Maße zurücknehmen, wie die Corona-Gefahr sinkt, womit wir beim Recht sind. Das Mitsingen im Konzert, der Genuss im Lokal oder das Jubeln im Fußballstadion ist kein Privileg – kein Sonderrecht. Es ist unser Grundrecht auf Bewegungsfreiheit. Und die Erfahrung zeigt, dass die deutschen Gerichte den Bürgern auch zu ihrem Recht verhilft, wenn die Politik Kontaktbeschränkungen nicht hieb- und stichfest begründet. Privatunternehmer dürfen jedoch im Grundsatz selbst bestimmen, mit wem sie Geschäfte machen – oder ob sie einen Impfausweis zum Bestandteil einer Einlasskarte machen. Das ist wiederum ihr Recht, wenn ein ausreichendes Impfangebot besteht.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Eventim-Vorstoß, nur Geimpfte in Konzerte zu lassen

Der Chef der Ticket-Agentur Eventim, Klaus-Peter Schulenberg, denkt darüber nach, eine Impfung zur Voraussetzung für Konzertbesuche zu machen. Gemeint ist die Zeit, wenn genug Impfstoff da ist und jeder, der es möchte, ein Impfangebot erhalten kann.

Die Rede ist nicht von staatlichem Handeln, sondern von privaten Unternehmen. Der Vorschlag ist für die Veranstaltungsbranche eine Frage der Existenz: Es würden drastisch weniger Menschen zu Konzerten oder in Stadien gehen, wenn sie sich der Gefahr aussetzen müssten, Schulter an Schulter mit ungeimpften Superspreadern zu stehen.

Es geht nicht um Privilegien, sondern um Freiheitsrechte. Mit einer Impfpflicht durch die Hintertür hat die Anregung nichts zu tun. Es gibt keine Pflicht, sich impfen zu lassen. Aber es gibt auch kein Recht, ungeimpft andere weiter gefährden zu können.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Welt

Russland

Kein Happy End für Putin

Das Urteil gegen Nawalny. Kommentar von Dietmar Ostermann

„(…) dass das Wesen des politischen Systems in Russland Gesetzlosigkeit und Willkür sind, wie Nawalny in seinem Schlusswort sagte, lässt sich nach diesem Urteil schwerlich bestreiten. Das Opfer eines Nervengiftanschlags muss ins Straflager, weil es während der Behandlung in Deutschland gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll; der Anschlag selbst ist der Justiz keine Untersuchung wert – absurder geht es kaum. Gut möglich, dass Nawalny nun für viele Jahre im Gefängnis verschwindet (andere Verfahren laufen), dass der unbeugsame, teils kokette Auftritt im Gerichtssaal für lange Zeit sein letztes Hurra war. Putins Problem aber ist nicht Nawalny (…). Putins Problem ist das System Putin selbst. Denn Nawalny hat Recht: Rings um den alternden Kremlchef häufen Günstlinge sagenhafte Reichtümer an, während das Land allmählich ausblutet. http://www.mehr.bz/khs34i

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

nd.derTag kommentiert: Das Urteil gegen Nawalny

Um es gleich am Anfang klarzustellen: Prozess und Urteil gegen Alexej Nawalny sind ebenso politisch motiviert wie das vorangegangene Attentat auf den sogenannten Kreml-Kritiker. In einem Staat, der sich selbst als Demokratie sieht, darf es so etwas nicht geben. Ebenso wenig wie das brutale Vorgehen gegen friedliche Proteste, die Einschränkung der Demonstrationsfreiheit oder die auf hanebüchenen Beschuldigungen gründende Haftstrafe gegen den Oppositionellen.

Mögen einige Vorwürfe gegen Wladimir Putin auch absurd erscheinen, mag Nawalny oftmals vor allem sein eigenes Süppchen kochen und selbst alles andere als ein lupenreiner Demokrat sein – siehe seine diskriminierenden Aussagen gegenüber nichtrussischen Menschen: Mit der amtlichen Verfolgung seines Intimfeindes hat der allmächtige Präsident die Reputation Russlands und seine persönliche weiter geschwächt, national wie international.

Das ist Wasser auf die Mühlen jener, die nicht nur Putin als Problem sehen, sondern das alte Bild vom Feind im Osten nicht aufgeben wollen. Für jene Europaabgeordneten, die Russland in einer Resolution als selbst verantwortlich für den Zweiten Weltkrieg sehen. Für EU-Regierungen, die aus westlicher Überlegenheitspose heraus verhängte Sanktionen gegen Moskau in schöner Regelmäßigkeit verlängern, bei Völker- und Grundrechtsverletzungen, wie zum Beispiel im Ungarn eines Viktor Orbán, aber tatenlos bleiben. Für Nato-Strategen, die den militärischen Ring um Russland ihren früheren Bekundungen zum Trotz immer enger ziehen. Für Transatlantiker, die sich zu Erfüllungsgehilfen US-amerikanischer Wirtschaftsinteressen machen lassen. Für einen deutschen SPD-Außenminister, der die Ostpolitik Willy Brandts endgültig beerdigen will.

Nicht zuletzt darin liegt die Tragik des Falls Nawalny.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

USA

Der neue Stil im Weißen Haus tut gut

Mit Joe Biden zieht in Washington wieder ein Stück Normalität ein. Der neue Präsident räumt im Eiltempo mit Trumps Exzessen auf. Leitartikel von Thomas Spang

Jan Psaki, versicherte kürzlich zum Gelächter der Reporter im Briefing-Raum des Weißen Hauses, der neue Präsident habe nicht einen Gedanken an das Farbschema der Kabine in der Air Force One verschwendet. Biden verbringt seine Zeit auch nicht auf dem Golfplatz, sondern bei der Arbeit im Oval Office. Statt im Kabelfernsehen seine Befindlichkeiten zu ventilieren, berät sich der Präsident mit Experten. Vor allem braucht niemand mehr mitten in der Nacht schweißgebadet aus einem Albtraum aufwachen, um sich zu vergewissern, dass der US-Präsident nicht via Twitter einen Atomkrieg erklärt hat. Selbst tagsüber strahlt Bidens Twitter-Konto gähnende Langweile aus. Hat er es überhaupt schon einmal benutzt?

Gewiss macht der 46. Präsident von seinem Telefon Gebrauch. Nicht, um etwa den australischen Ministerpräsidenten zu beleidigen, sondern normale Gespräche mit ausländischen Staats- und Regierungschefs zu führen. Mit Freunden, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel, geriet das Telefonat zu einem freundlichen Austausch, mit Gegnern, wie Russlands Präsident Wladimir Putin, wählte Biden einen ernsten Ton. Seine Sprecherin muss im Briefingraum des Weißen Hauses nicht die Reporter beschimpfen oder über die unglaublichen Menschenmengen zu fantasieren, die bei der Amtseinführung des geliebten Präsidenten angeblich zugegen waren. Sie beantwortet stattdessen kompetent alle Fragen, verspricht die Rückkehr von Transparenz, Wahrhaftigkeit und Fakten. Der oberste Infektiologe der USA, Anthony Fauci, darf ohne Aufpasser vor die Presse treten und sagen, wie die Dinge bei der Pandemie stehen. Eine erfreuliche Neuerung sei, so Fauci zum Unterschied zur Vorgängerregierung, dass er nicht mehr um den heißen Brei herumreden müsse. Wenn er zu etwas keine Antwort habe, könne er dies nun einfach zugeben. Die ersten Tage Bidens markieren eine willkommene Rückkehr zur Normalität, in einer Zeit, die alles andere als gewöhnlich ist. Es ist noch keine drei Wochen her, als ein von Donald Trump aufgehetzter Mob den Kongress stürmte. Währenddessen beklagen die USA wegen Trumps verheerendem Corona-Krisenmanagement mit bald einer halben Millionen Covid-19-Toten mehr Opfer als im ganzen Zweiten Weltkrieg.

Ein großer Teil der sorgfältig vorbereiteten Dekrete und Gesetzesinitiativen der ersten Tage, zielt darauf ab, die schlimmsten Exzesse Trumps im Amt rückgängig zu machen. Vom Wiedereintritt ins Pariser Klimaabkommen über die Aufhebung des Muslim-Banns bis hin zum Stopp des Mauerbaus. Bidens Restaurations-Projekt wird von einem talentierten Team erfahrener Technokraten vorangetrieben, die den über Jahrzehnte eingespielten Prozess der Entscheidungsfindung in Washington wiederherstellen. Dazu gehört die Rückkehr der dicken Briefing-Kladden sowie die Einbindung von Interessengruppen und Verbänden.

Dass die größten „Skandale“ Bidens seine Begeisterung für einen teuren Peloton-Heimtrainer oder das Tragen seiner Rolex-Uhr am Tag der Amtseinführung waren, ist für sich genommen ein Zeichen der neuen Normalität. Was Joe-„Normalo“ allerdings nicht beeinflussen kann, ist der Umgang der Republikaner mit dem abgewählten Präsidenten, der in den vergangenen vier Jahren die Werte und Institutionen der USA unterminiert hat. Zuletzt mit einem offenen Angriff auf das Herz der amerikanischen Demokratie.

Solange die „Grand Old Party“ sich nicht aus dem Würgegriff des Demagogen Trump befreit, kann es in einem Zweiparteiensystem keine vollständige Rückkehr zur Normalität geben. Die Chancen stehen leider nicht gut, dass die Republikaner den anstehenden Impeachment-Prozess nutzen werden, sich im Schleudergang vom Trumpismus zu säubern.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Portugal

Corona in Portugal: Zu spät solidarisch

Solidarität in der Pandemie – deutsche Soldaten helfen in Portugal“, so titelten die Nachrichtenagenturen am Mittwoch. Die Bundeswehr schickt Personal, Beatmungs- sowie Infusionsgeräte nach Lissabon und betont, Europa müsse jetzt „zusammenstehen“. Das ist richtig, keine Frage. Wir wollen aber nicht vergessen, dass es auch dieses Europa – und allen voran die deutsche Regierung – war, das Länder wie Portugal nach der EU-Finanzkrise 2008 mit seiner Austeritätspolitik zu fatalen Einsparungen auch im Gesundheitswesen gezwungen hat: Staatliche Kliniken wurden privatisiert, Gehälter gekürzt, Personal abgebaut, die Leistungskataloge des staatlichen Gesundheitsdienstes Serviço Nacional de Saúde zusammengestrichen. (…) Wer jetzt von „Solidarität“ redet, sollte dazusagen, warum Gesundheitshilfe für Portugal ausgerechnet aus Deutschland überhaupt nötig ist.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Corona und Portugal

2020, während der ersten großen Viruswelle, kamen die Portugiesen mit überraschend wenigen Infektionen über die Runden. Ganz offenbar hoffte die portugiesische Regierung, dass auch die neue Corona-Welle das Land wieder nur am Rande streifen würde. Wohl deswegen gab es in den Weihnachtsferien vergleichsweise geringe Einschränkungen. Bars, Restaurants und Geschäfte waren voll. Portugal machte sie erst Mitte Januar dicht. Eine Nachlässigkeit, die sich böse rächte.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Erste Corona-Genmutation aus Großbritannien in Remscheid aufgetaucht

Infizierte Person hat sich in Solingen angesteckt.

In Remscheid ist jetzt erstmalig die britische Genvariante des Corona-Virus an einer infizierten Person nachgewiesen worden. Der passende Laborbefund hat das Remscheider Gesundheitsamt soeben erreicht. Die Behörde hatte anlassbezogen ein sogenanntes Differenzierungsergebnis im Labor in Auftrag gegeben, nachdem ihr bekannt geworden war, dass es zwischen einem Träger dieser Genmutation aus Solingen und einer Corona-infizierten Person aus Remscheid einen Kontakt gegeben hatte.

Fünf weitere Differenzierungsergebnisse von Corona-positiv Getesteten im selben Zusammenhang stehen noch aus. Die Laborergebnisse werden morgen erwartet.

In einem weiteren Fall hat sich der Verdacht nicht bestätigt.

Corona in Remscheid

Alle unsere Meldungen zu Corona in Remscheid und den Inzidenzwert Remscheid findet man auch direkt und einfach unter www.corona-remscheid.de.

Hotline für Ältere und Vorerkrankte verstärkt

Um den Service für Ältere und Vorerkrankte zu verbessern, wird ab Montag, 25. Januar 2021, eine weitere Telefonnummer freigeschaltet. Die Hotline ist von Montag – Freitag jeweils von 8 bis 16 Uhr unter den Rufnummern (0 21 91) 4 64 53 51 und (0 21 91) 4 64 55 81  zu erreichen!

1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

So lebendig wie das jüdische Leben in Deutschland wird auch das Festjahr 2021, das der WDR in seinen Programmen abbildet – mit Dokumentationen, Porträts und Gesprächen auf allen Kanälen. Dazu bündelt eine Homepage das gesamte WDR-Angebot.

Im Jahr 321 gestattete ein Dekret des Kaisers Konstantin auf Anfrage der Stadt Köln den Juden, öffentliche Ämter zu übernehmen. Das ist der älteste Nachweis für die Existenz von Juden in dem Gebiet, das heute Deutschland heißt. 1700 Jahre ist das her. Mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen wird das Festjahr „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ nun gefeiert.

Auf der Homepage www.juedischesleben.wdr.de gibt es ab sofort jede Menge Informationen rund um das Judentum in Deutschland – und das Programm, das der WDR, aber auch andere ARD-Landesrundfunkanstalten zum Festjahr produzieren.

„Schalom & Alaaf“

Aaron Knappstein, Präsident der Kölsche Kippa Köpp e.V., ist begeisterter Karnevalist von Kinderbeinen an. © WDR/Gruppe 5 Filmproduktion GmbH
Aaron Knappstein, Präsident der Kölsche Kippa Köpp e.V., ist begeisterter Karnevalist von Kinderbeinen an. © WDR/Gruppe 5 Filmproduktion GmbH

Von einem weitgehend unbekannten Kapitel jüdischen Lebens etwa handelt die WDR-Dokumentation „Schalom & Alaaf“, die am 10. Februar um 23 Uhr im WDR Fernsehen zu sehen ist. Der 30-minütige Film erzählt von Juden und Karneval – heute und in der Vergangenheit.

Die Kölner Kultband Brings hat für die Dokumentation erstmals den neuen Song „Schalom Alaaf“ von Bandmitglied Rolly Brings eingespielt. „Ich wünsche mir, dass das Lied irgendwann zum Repertoire gehört, dass es also normal wird, dass im Karneval Schalom und Alaaf gesungen wird“, sagt Rolly Brings.

Die Kölner Gruppe "Brings" © WDR/Nina Koshofer
Die Kölner Gruppe „Brings“ © WDR/Nina Koshofer

Weitere Programmhighlights

Jüdische Musik ist das Thema des Kulturfeatures „Viele Welten in einer“ von Nora Bauer, das wie viele weitere Sendungen auch auf www.juedischesleben.wdr.de angehört werden kann. Die WDR-Dokumentation „Jung, jüdisch, weiblich – Die selbstbewusste Generation“ ist vor der linearen Ausstrahlung am 21. Februar (Das Erste, 17.30 bis 18.00 Uhr) bereits online first abrufbar.

Eine Fotostrecke gibt Einblicke in Historie und Programm des Festjahres und stellt den organisierenden Verein „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ vor. Historische Filmaufnahmen aus dem Deutschland der 1960er Jahre, in dem Juden versuchten sich ein neues Leben aufzubauen, kann man sich zum Beispiel in der Rubrik „WDR Retro“ anschauen – etwa zur Eröffnung des Restaurants „Sabra“ in Düsseldorf.

Am 21. Februar sendet das Erste von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr aus einer Kölner Synagoge den Festakt zum bundesweiten Auftakt dieses besonderen Jahres. Das Kulturradio WDR 3 begleitet den Auftakt mit einem großen „WDR 3 Radiotag“. Stargeiger Daniel Hope präsentiert in seiner Sendung „Persönlich“ unter anderem Kompositionen von Mordechaj Gebirtig, Ernest Bloch und Leonard Bernstein. Die Schriftstellerin Julia Franck und der Vizepräsident des Zentralrats der Juden, Abraham Lehrer, sind Gäste der Gesprächsrunde in WDR 3 Forum ab 18 Uhr. Und WDR 3 Oper sendet ab 20 Uhr Ferdinand Hillers Oratorium „Die Zerstörung Jerusalems“.

Austauschforum: Deutsch als Fremdsprache

Das Kommunale Integrationszentrum lädt zum fachlich moderierten DaZ (Deutsch als Zweitsprache)-Austauschforum am 23. Februar ein. Interaktiver DaZ-Unterricht online für Grundschulen und weiterführende Schulen, Klassen 5 und 6.

Die Corona-Krise geht mit drastischen Maßnahmen für den Schulalltag einher. Auf einmal stehen solche Themen wie Online-Kommunikation und E-Learning im Fokus und stellen häufig eine Herausforderung für Lehrende und Lernende dar. Insbesondere schwierig gestaltet sich die Suche nach passenden Methoden für den Online-Unterricht mit mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern in der Grundschule und den Klassen 5 + 6.

In diesem Online-Workshop probieren wir interaktive Methoden für den Online-Unterricht aus und suchen gemeinsam Antworten auf folgende Fragen:

  • Wie schaffe ich es, dass mein Online-Unterricht denselben Effekt hat wie mein Präsenzunterricht?
  • Wie kann ich meinen Online-Unterricht kreativ und abwechslungsreich gestalten?
  • Welche Methoden eignen sich für den Online-Unterricht mit jüngeren mehrsprachigen Schülerinnen und Schülern?
  • Welche Energizer und Warm-Up Übungen eignen sich für den Unterrichtsbeginn und für zwischendurch?
  • Bewegungsaktivitäten für den Online-Unterricht: unmöglich oder doch?

Referentin: Dr. Natalia Tilton (weitere Informationen zur Dozentin: www.natalia-tilton.org)
Termin: Dienstag, 23.02.2021, Uhrzeit: 14 – 17 Uhr, Ort: Zoom-Konferenz

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Es sind noch Plätze frei.

Anmeldung

Bitte melden Sie sich für die Webinar-Reihe verbindlich per Email (claudia.goencueoglu@remscheid.de) unter Angabe Ihres Vor- und Nachnamens sowie Ihrer Schule, Institution oder Aufgabe an. Nach Ihrer Anmeldung (ein paar Tage vor Veranstaltungsbeginn) erhalten Sie einen Link bzw. die Zugangsdaten, mit denen Sie sich für den Online-Workshop einloggen können.