Raub in der Remscheider Innenstadt

Gestern, 28. Januar 2021 gegen 10 Uhr, kam es in der Remscheider Innenstadt zu einem Raub.

Eine 87-Jährige war mit ihrem Rollator auf der Luisenstraße auf dem Heimweg, als ihr eine bislang unbekannte Frau die Tasche entriss. Der älteren Dame gelang es zunächst ihr Portemonnaie festzuhalten. Bei dem Versuch ihre nahegelegene Wohnanschrift zu erreichen folgte ihr die Täterin erneut und nahm ihr auch noch das Portemonnaie ab. Dann flüchtete die etwa 30-Jährige in unbekannte Richtung.

Die Räuberin ist circa 165 cm groß und sprach schlecht verständliches Deutsch. Sie trug dunkle Oberbekleidung und eine weiße Mütze mit braunem Rand.

Zeug*innen gesucht und Hinweise erbeten

Die Polizei bittet Zeug*innen und Hinweisgebende, die sich zu diesem Sachverhalt äußern können, sich unter der Telefonnummer 0202/284-0 zu melden.

Milchtransporter gerät in Straßengraben

Bereits in der Nacht auf den 26. Januar, gegen 0:35 Uhr, ist ein Milchtransporter auf der Sülztalstraße (L288) verunfallt.

Der Fahrer des Lkw Scania mit Sattelauflieger, ein 51-Jähriger aus Frechen, war unterwegs aus Lohmar in Richtung Rösrath.

Auf der Strecke kam er plötzlich nach rechts von der Fahrbahn ab und rammte im Straßengraben zwei Verkehrszeichen und einen Leitpfosten. Der Fahrer blieb dabei glücklicherweise unverletzt. Die Feuerwehr kümmerte sich um die Sicherung des Lkw, der in Schräglage im Graben stand. Einen Alkohol- oder Drogeneinfluss konnten die Polizisten im Rahmen der Ermittlungen bei dem Fahrer ausschließen. Gegenüber der Polizei räumte der Fahrer ein, dass er vermutlich einen Sekundenschlaf hatte.

Eine Spezialfirma musste angefordert werden, um den Lkw aus dem Graben zu ziehen. Für die Dauer der Unfallaufnahme musste die Straße komplett gesperrt werden. Hierbei wurde die Polizei RheinBerg von einem Streifenwagen des nahe gelegenen Rhein-Sieg-Kreises unterstützt.

Der Sachschaden am Lkw wurde auf circa 3.000 geschätzt, der Fremdschaden auf 400 Euro. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde von einer Sicherstellung des Führerscheins abgesehen.

Der Mann wird sich nun wegen Straßenverkehrsgefährdung gem. § 315c StGB verantworten müssen. (ct)

Presseschau 26. Januar 2021

Diese Themen waren am 26. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Rechtsextremismus

Die fehlende Transparenz des Verfassungsschutzes ist ärgerlich

Kommentar von Thomas Fricker

Seit zwei Jahren prüft das Bundesamt für Verfassungsschutz nun schon, ob sich rechtsextremes Gedankengut in der AfD so sehr verbreitet hat, dass die Beobachtung der Gesamtpartei auch mit nachrichtlichendienstlichen Mitteln angezeigt ist. Nach allem, was man weiß, steht für das Amt die Antwort inzwischen fest. Bloß wird die Behörde diese Antwort einstweilen nicht öffentlich machen. Was angesichts der juristischen Gemengelage verständlich erscheint, ist trotzdem ärgerlich. Wichtige Erkenntnisse bleiben unter Verschluss, die für viele Bürgerinnen und Bürger gerade im Wahljahr von Belang wären. Transparenz sieht anders aus. (…) Feststeht allerdings: Die Auseinandersetzung mit der AfD muss primär inhaltlich geführt werden. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz, ob offiziell verkündet oder schlicht praktiziert, ändert daran nichts. http://mehr.bz/4×6 (BZ-Plus)

Quelle: Badische Zeitung – www.badische-zeitung.de

Wachsam bleiben

Es ist keine Neuigkeit, dass die AfD eng verflochten ist mit rechtsextremen und neonazistischen Kreisen. Spätestens seit dem gemeinsamen Aufmarsch von rechten Hooligans und Pegida, NPD und AfD in Chemnitz im Spätsommer 2018 kann das niemand übersehen. Es braucht keinen Verfassungsschutz, um diese Nähe zu erkennen. Trotzdem gibt es nach wie vor enttäuschte Konservative, die sich von der AfD angezogen und nicht abgestoßen fühlen. Die Beobachtung der Partei durch den Verfassungsschutz, die offenbar in mehreren ostdeutschen Ländern erfolgt, kann diesen Menschen drastisch vor Augen führen, dass sie falsch liegen. Dabei kann man nur hoffen, dass der Geheimdienst aufdeckt, wenn Verfassungsfeinde klandestin Gefährliches vorbereiten. Die Erfahrung zeigt, dass man sich darauf keineswegs verlassen sollte. Die Wachsamkeit der Zivilgesellschaft ist und bleibt das wichtigste Gegenmittel.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Antisemitismus in Deutschland – Ein Armutszeugnis

Von Florian Pfitzner.

Auschwitz ist der größte Friedhof der Welt“ – mit diesen Worten wurde der Holocaust-Überlebende Siegfried Heilig oft zitiert. Heilig starb vorgestern im Alter von 86 Jahren; er hat Tausende Jugendliche über den Holocaust aufgeklärt.

Man kann nie genug aufklären. Jüngster Beleg: Vor wenigen Monaten wurde in Hamburg ein Mann mit Kippa vor einer Synagoge mit einem Klappspaten angegriffen.

Es ist gar nicht so leicht, Recherchegespräche über antisemitische Gewalt zu führen. Man wolle nicht ständig als Opfer gesehen werden, sagte einer, der in Zeitungsartikeln nicht offen zitiert werden möchte. „Wir sind keine Opfer.“

Im Gegensatz zu gut gemeinten Redebeiträgen von Politikern hat die Gewalt aber Konsequenzen. Aus Sicherheitsgründen verzichten Juden auf offener Straße häufig auf jüdische Symbole. 76 Jahre nach Auschwitz stellt die NRW-Antisemitismusbeauftragte Sabine Leutheusser-Schnarrenberger fest, dass die Gewalt gegen Menschen jüdischen Glaubens „weiterhin allgegenwärtig“ sei.

In Deutschland tragen wir angesichts unserer Geschichte eine Verantwortung. Die Erkenntnis der Antisemitismusbeauftragten ist ein Armutszeugnis für dieses Land.

Quelle: Neue Westfälische (Bielefeld) – www.nw.de

Linke und Grüne verurteilen Spenden von Deutscher Telekom und Bayer an Trump-Unterstützer

Kipping: „Grenzen überschritten“. Kellner: „Keine Demokratiefeinde finanzieren“. CDU und SPD schweigen

Die Linke und die Grünen haben die Spenden der Deutschen Telekom und des Chemiekonzerns Bayer an Unterstützer von Donald Trump scharf kritisiert. Beide Unternehmen finanzierten einem Bericht der Tageszeitung „taz“ (13.01.2021) zufolge eine Gruppe, die zu der Demonstration für den damaligen US-Präsidenten unmittelbar vor dem Sturm auf das US-Kapitol am 6. Januar aufgerufen hat. Zudem spendeten sie an republikanische Abgeordnete, die im Kongress gegen die Anerkennung der Wahl des Demokraten Joe Biden zum Präsidenten gestimmt haben.

„Dass die Spenden in diesem Fall an eine Organisation und an Personen gingen, die an einem konzertierten Angriff auf die Demokratie in den USA beteiligt waren, ist ausgesprochen bedenklich“, schrieb die Linke-Co-Vorsitzende Katja Kipping der taz (Dienstagausgabe). „Hier fehlte den Verantwortlichen offenbar jede Sensibilität oder Skrupel. Hier wurden Grenzen überschritten, die zu Recht einen Makel auf dem Ruf der beteiligten Unternehmen hinterlassen werden.“ Der politische Geschäftsführer der Grünen, Michael Kellner, teilte der taz mit: „Bayer und Telekom haben als große Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung. Sie sollten keine Demokratiefeinde finanzieren und solche Praktiken schleunigst beenden.“ Der SPD-Vorstand und Julia Klöckner, CDU-Vizechefin und Bundesagrarministerin, ließen eine Bitte der taz um Stellungnahme unbeantwortet.

Die Bayer-Tochterfirma Monsanto zahlte im vergangenen Jahr 50.000 US-Dollar an den Verband der republikanischen Generalstaatsanwälte (Republican Attorneys General Association, kurz Raga). Die Telekom-Tochter T-Mobile USA ließ der Organisation 15.000 Dollar zukommen. Das zeigen der taz vorliegende Dokumente der Bundessteuerbehörde IRS. Laut einer Auswertung der Daten, die die Investigativ-Website Documented für die taz vorgenommen hat, spendete Monsanto der Gruppe seit 2014 insgesamt rund 466.000 Dollar, T-Mobile gab 200.000 Dollar. Einen Tag vor dem „March to Save America“ am 6. Januar forderte ein automatisierter Werbeanruf im Namen der Raga-Unterorganisation „Fonds zur Verteidigung des Rechtsstaats“ (Rule of Law Defense Fund) zur Teilnahme auf. Von Trump bei der Demonstration aufgepeitschte Menschen stürmten im Anschluss das Parlamentsgebäude, fünf Menschen kamen ums Leben. Die Political Action Committees (PAC) beider Unternehmen zahlten in den vergangenen beiden Jahren 10.000 Dollar zum Beispiel an den Fraktionsvorsitzenden der Republikaner im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy. Er stimmte im Kongress dagegen, Bidens Wahlsieg zu zertifizieren.

Quelle: taz – die tageszeitung – www.taz.de

Gesellschaft

Bürger wünschen sich mehr autofreie Zonen

Knapp die Hälfte der Bundesbürger wünscht sich mehr Fußgängerzonen und verkehrsberuhigte Bereiche. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des Fachdienstes „Tagesspiegel Background Verkehr & Smart Mobility“ (Dienstagausgabe). 47 Prozent aller Befragten sprechen sich dafür aus, rund 37 Prozent sind dagegen und rund 16 Prozent zeigen sich unentschieden. Was das Sicherheitsgefühl angeht, so empfinden zwei Drittel der Befragten die Situation als Fußgänger im Straßenverkehr als eher sicher. Wer Kinder hat, macht sich tendenziell größere Sorgen: Hier sind es nur knapp 63 Prozent, die sich im Verkehr sicher fühlen, bei Haushalten ohne Kinder sind es mehr als 68 Prozent.

In den Stadtverwaltungen gebe es ein großes Nachholbedürfnis, wie man mit Verbesserungen des Fußverkehrs umgeht, sagte Uta Bauer vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu). Das Feedback aus den Kommunen zeige, dass die Straßenverkehrsbehörde die bestehenden Regeln häufig „negativ“ auslege, wenn es um mehr Sicherheit für Fußgänger geht, so Bauer. Beispiel Zebrastreifen: Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) sind sie in Tempo-30-Zonen „entbehrlich“, weshalb die Behörde darauf achte, den fließenden Verkehr nicht zu behindern. Mit der Folge, dass entsprechende Anträge von Kommunen nicht genehmigt werden, obwohl dort häufig schneller gefahren wird und dadurch besonders Kinder gefährdet seien.

Online lesen: https://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/exklusive-civey-umfrage-buerger-wuenschen-sich-mehr-autofreie-zonen/26852520.html

Quelle: Der Tagesspiegel – www.tagesspiegel.de

Land Berlin baut Solarenergie deutlich aus

Im vergangenen Jahr wurden auf den Dächern der Berliner Verwaltung, Schulen und Landesunternehmen Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mindestens 5,2 Megawatt Spitzenleistung installiert. Auf das Konto der Berliner Stadtwerke gingen demnach allein 4,1 Megawatt. Darüber berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung „nd.Der Tag“ (Mittwochsausgabe). Die Informationen gehen aus den Antworten mehrerer schriftlicher Anfragen hervor, die „nd“ exklusiv vorab vorliegen. Gestellt hatte die Anfragen der Abgeordnete Michael Efler, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Linksfraktion. Das ergibt grob geschätzt eine jährliche Stromproduktion von etwa 4,5 Megawattstunden jährlich, was gerade einmal dem Verbrauch von 1500 Zwei-Personen-Haushalten entspricht.

Insgesamt dürfte damit das Land Berlin auch 2020 für den Großteil des Zubaus an Solarstromanlagen verantwortlich gewesen sein. 2019 – aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor – sind nach den Daten der Stromnetz Berlin GmbH neu in der Hauptstadt knapp 600 Photovoltaik-Anlagen mit einer Spitzenleistung von 8,2 Megawatt installiert worden. Insgesamt gab es damit Ende 2019 fast 8000 Anlagen mit 110 Megawatt Spitzenleistung. „Wir haben 2020 auf jeden Fall einen Sprung nach vorne gemacht, aber es reicht noch nicht“, sagt Michael Efler zu „nd“. Möglicherweise habe auch Corona den Fortschritt ausgebremst. Die bisher vorliegenden Angaben bringen ihn zu dem Schluss, dass im vergangenen Jahr „bestenfalls“ so viel Leistung installiert worden ist wie im Jahr 2019.

„Ohne einen größeren Beitrag des Privatsektors werden wir das Solarenergiepotenzial von fünf Gigawatt nicht heben können“, sagt Efler. Hier zählt er auf das Berliner Solargesetz, das nach dem Beschluss des Entwurfs im Dezember 2020 durch den Senat nun beim Rat der Bürgermeister der Bezirke liegt. Es soll noch dieses Jahr vom Abgeordnetenhaus beschlossen werden. Ab Januar 2023 gilt dann eine Solarnenergie-Pflicht für alle bei Neubauten oder Dachsanierungen.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Politik

Steuerzahlerbund attackiert Kanzleramtschef Braun

Streit um Schuldenbremse: Präsident Reiner Holznagel warnt vor „Rückweg in dauerhafte Verschuldungspolitik“

Osnabrück. Der Bund der Steuerzahler hat den Vorstoß von Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) scharf kritisiert, die Schuldenbremse auch in den nächsten Jahren aufzuweichen. „Wer jetzt die Regeln der Schuldenbremse schleifen will, schlägt den Rückweg in eine dauerhafte Verschuldungspolitik ein, wie es vor Einführung der grundgesetzlichen Schuldenbremse jahrzehntelange Praxis war“, sagte Präsident Reiner Holznagel der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Der bestehende Mechanismus der Schuldenbremse sei flexibel genug, um die coronabedingten Herausforderungen zu meistern. „Das Einhalten und Durchsetzen von generationengerechten Fiskalregeln ist ein Muss! Ohne feste Regeln hat die Politik nicht die Kraft, finanzpolitische Weitsicht in Eigenregie zu zeigen. Die Steuerzahler wollen Verlässlichkeit und keine Beliebigkeit“, so Holznagel weiter in der NOZ.

Aus Sicht des Steuerzahlerbundes habe sich die Schuldenbremse in der Krise bewährt. Zudem verlange sie eine systematische Rückführung der Krisen-Schulden in besseren Zeiten, um Generationengerechtigkeit zu wahren. In den nächsten Jahren müsste die Tilgung der hohen Schulden, die in der Corona-Pandemie aufgenommen wurden, „konsequent angepackt werden“, forderte Holznagel.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Justizministerin Lambrecht sieht Grundgesetzänderung zur Schuldenbremse skeptisch – Aktuell dafür keine Mehrheit

Justizminister Christine Lambrecht (SPD) hat sich skeptisch zur Idee ihres Kabinettskollegen Helge Braun (CDU) geäußert, die Schuldenbremse im Grundgesetz zu lockern. „Das Grundgesetz gibt uns bereits jetzt die Möglichkeit, die Schuldenbremse in außergewöhnlichen Notsituationen zeitlich befristet auszusetzen“, sagte Lambrecht der „Saarbrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe). Hiervon sei in diesem und im vergangenen Jahr auch Gebrauch gemacht worden. Für eine Grundgesetzänderung wären hohe Hürden zu nehmen, betonte Lambrecht. „Sie setzt einen breiten parteiübergreifenden Konsens voraus, den ich aktuell nicht sehe.“ Allerdings stimme Sie mit dem Kanzleramtsminister überein, dass der Staat handlungsfähig sein müsse. „Kürzungen von Sozialleistungen oder Einsparungen bei Investitionen wären ein absolut falscher Weg“, so die Ministerin.

Quelle: Saarbrücker Zeitung – www.saarbruecker-zeitung.de

Kampfansage an den Sozialstaat

Kommentar zu Äußerungen aus dem Kanzleramt zur Schuldenbremse.

Manchmal ist weniger entscheidend, was man sagt, als was man nicht sagt. Der Gastbeitrag von Kanzleramtschef Helge Braun im „Handelsblatt“ über die Frage, wie es weitergehen soll, ist dafür ein Paradebeispiel. Auf der einen Seite plädiert die rechte Hand von Kanzlerin Angela Merkel darin, aufgrund der Coronakrise die Schuldenbremse weiterhin auszusetzen, dafür soll aber die Politik schon jetzt sagen, wie sie später auf den Pfad der Tugend – nämlich zur Schwarzen Null – wieder zurückkommen will. Auf der anderen Seite will der CDU-Politiker keine Steuern erhöhen und gleichzeitig die Sozialbeiträge stabil lassen.

Was Braun verschweigt: wie es mit den Sozialleistungen in den nächsten Jahren weitergehen soll. Natürlich kann man hoffen, dass die Konjunktur dann schon wieder brummt und sich die Frage quasi auf magische Weise in Luft aufgelöst hat. Doch ist das eher unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist, dass eine unionsgeführte Regierung dann den Rotstift beim Sozialstaat ansetzt. Schließlich kann man nicht auf Steuereinnahmen sowie weitere Schulden verzichten und gleichzeitig die Ausgaben nicht kürzen wollen. Das ist einfache Mathematik. Und deswegen ist Helge Brauns Ansage eine Kampfansage an den Sozialstaat.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zur Schuldenbremse

In der Pandemie lösen sich in rasantem Tempo alte Gewissheiten auf – auch in der CDU. Jetzt könnte sogar das letzte verbliebene Tabu christdemokratischer Wirtschafts- und Finanzpolitik fallen: Die Schuldenbremse. Der richtige Zeitpunkt für deren Reform ist jetzt. Wer so tut, als könne Deutschland ab 2022 allein mit Ausgabendisziplin und Wachstum die Staatsfinanzen wieder in den Griff bekommen und trotzdem investieren, der streut den Bürgern Sand in die Augen.

Die Politik sollte die Dynamik der Krise nutzen, die Schuldenbremse behutsam zu reformieren – und zwar auf Dauer. Die Richtung kann der Fiskalpakt vorgeben, den die EU während der letzten Finanzkrise beschloss: Er ermöglicht den EU-Staaten eine Kreditaufnahme von bis zu einem Prozent der Wirtschaftsleistung, verpflichtet sie aber, die Gesamtverschuldung zu begrenzen.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Auf dem Irrweg

Kommentar zur Schuldenbremse von Angela Wefers

Die Schuldenbremse steht vor einer Bewährungsprobe, nicht erst seit Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) mit seiner Reformidee Parteifreunde verstört und politische Rivalen begeistert hat. Schon dies sollte ein Alarmsignal sein. Wer Braun bezichtigt, er wolle die Schuldenbremse völlig aussetzen, tut ihm allerdings Unrecht. Er fordert einen verbindlichen Mechanismus im Grundgesetz, um die Neuverschuldung schrittweise wieder ins Regelwerk und später auf null zu bringen.

Die Reformidee legt ein Manko der Schuldenbremse in Krisenzeiten offen. Einnahmen und Ausgaben des Staates sind ohne Kredite auszugleichen, aber es gibt den Notausgang: Bei Naturkatastrophen oder außergewöhnlichen Notsituationen kann der Bundestag mehr Kredit bewilligen, als die Schuldenbremse erlaubt. Für 2020 und 2021 tat er dies. Das Grundgesetz würde das Parlament aber nicht hindern, mit fantasievollen Be­gründungen einen gefährlichen Dauerzustand daraus zu machen. Eine Flut oder ein Erdbeben sind punktuelle Ereignisse mit bestimmbarem Schaden. Anders ist eine Pandemie mit ungewisser Dauer.

Braun ist aber zugleich auf dem Irrweg: Während der Zeit bis zur Rückkehr in das Regelwerk will er mehr Geld ausgeben, als die Schuldenbremse erlaubt, um ohne Einnahmeerhöhungen Steuern und Sozialbeiträge stabil zu halten. Die Wirtschaft soll schnell auf die Beine kommen. Das ist gut, aber der Weg gewagt, auch wenn ein fixes Datum anvisiert wird. Es spricht nichts dafür, dass der Bund in fünf, sieben oder zwölf Jahren die Schuldenbremse leichter wieder einhalten kann als 2022. Das System atmet auch in regulären Zeiten mit der Konjunktur. Immerhin 33 Mrd. Euro neue Schulden darf der Bund 2021 machen, ohne die Regel zu verletzen. Das ist nah am Spitzenwert vor der Pandemie.

Kredite, die auf Dauer das Limit der Schuldenbremse übersteigen, mutieren zum haushaltspolitischen Schraubstock. Die Schuldenbremse verlangt die Tilgung der überbordenden Schulden. Die Rückzahlungspflicht schmälert in späteren Jahren den Finanzspielraum, mit dem eine Regierung gestalten kann. Ohne höhere Steuern und Sozialabgaben erholt sich die Wirtschaft schnell und spült über die automatischen Stabilisatoren von allein mehr Geld in die Staatskasse. Andernfalls darf auch der Staat nicht weiterhin so tun, als könne er alle Pandemieschäden wegpuffern. An Ausgabenkürzungen kommt er dann nicht vorbei. Stabile Finanzen haben sich gerade in der Krise als Segen erwiesen.

Quelle: Börsen-Zeitung – www.boersen-zeitung.de

Die Kluft am Kabinettstisch

Im Streit zwischen Regierungschef Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger geht es nicht nur um Hotels oder Skilifte. Von Christine Schröpf

Der Streit zwischen Ministerpräsident Markus Söder und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist mehr als ein Gekabbel im Corona-Stress. Die beiden geraten seit Monaten aneinander, der öffentliche Schlagabtausch um Hotels und Skilifte ist nur das jüngste Beispiel. Aiwanger trifft Söder und die CSU mit seinem Drängen auf Lockerungen an der empfindlichsten Stelle – denn Lockern würden auch die Konservativen liebend gern, sie zwingen sich nur auf harten Kurs, weil sie eine dritte Corona-Welle noch mehr fürchten, als den Zorn und die Verzweiflung der Eltern, Hoteliers, Restaurantbesitzer, Einzelhändler und Künstler.

Als Retourkutsche schlägt Söder seinem Regierungsvize um die Ohren, dass er in der Corona-Krise von Irrtum zu Irrtum hastet. Das zielt exakt auf den wunden Punkt Aiwangers, der zwar die Sehnsüchte der coronamüden Bürger bedient, am Ende aber – abgesehen von punktuellen Erfolgen wie beim Click&Collect oder dem Ankurbeln der Maskenproduktion – zumeist nicht liefern kann. Das tückische Virus, nicht die CSU, hat Wunschszenarien mehrfach pulverisiert. Leider, muss man sagen. Denn Aiwangers Visionen von einem bald wieder normaleren Leben sind schön, wenn auch Skilifte auf der Prioritätenliste nicht ganz oben stehen müssen. Wenigstens mit einer Einschätzung hat Aiwanger zu 100 Prozent Recht behalten: Schon im Mai hatte er von einem „vergifteten“ Klima in der Koalition gesprochen. Der Satz gilt heute wie damals, als sich der Streit übrigens an Hochzeitsfeiern, Bars und Kneipen entzündete. Die Stimmung ist angespannt, mit dem Risiko von Eigendynamiken. Da hilft auch nicht das Wissen, dass in Koalitionen anderer Bundesländer gleichfalls heftig um Corona gerungen wird.

Das Muster in Bayern ist stets ähnlich: Aiwanger fordert, Söder sagt Nein und lässt ihn dabei spüren, dass er zwar die politischen Instinkte seines Kontrahenten für hoch entwickelt hält, nicht aber dessen Weitsicht und staatsmännisches Talent. Die größte gemeinsame Basis besteht im Moment darin, dass man ohne den anderen keine Regierungsmehrheit hat. Ein Koalitionsbruch mitten in der Krise kommt nicht in Frage, auch wenn bei der Pandemiebekämpfung die Schnittmenge zwischen CSU und Grünen inzwischen deutlich größer ist.

Die Machtverhältnisse am Kabinettstisch sind durch das Ergebnis der Landtagswahl 2018 bestimmt, bei der die CSU 37,2 Prozent erzielte, die Freien Wähler 11,6. Der Pandemie-Kurs trägt also legitimer Weise die starke Handschrift Söders. Der Koalitionsvertrag, der Positionen austariert und die Freien Wähler mitkommen lässt, greift in diesem Punkt nicht. Das Papier stammt aus Vor-Corona-Zeiten, in denen sich die Koalition noch mit Flutpoldern oder dem Polizeiaufgabengesetz beschäftigte.

Die entscheidende Frage bleibt: Liegt Aiwanger mit seinen jüngsten Forderungen dennoch richtig? Sollte ab Mitte Februar mit Ausnahme der Diskotheken bei stabiler Lage alles geöffnet werden? Schließlich sinken die Sieben-Tages-Inzidenzen. Der Großraum Regensburg hat sich an die Marke 50 herangerobbt, die stets als Zielmarke genannt worden ist. Die Todeszahlen dürften zurückgehen, sobald jeder Hochbetagte geimpft ist. Doch ehrlicherweise kann heute wegen hochansteckender Virus-Mutationen keiner sagen, wie es im Februar ausschaut. Die Datenlage ist zu dünn, um genau abzuschätzen, wie stark das B.1.1.7-Virus grassiert. Aiwanger ist vom Prinzip Hoffnung gelenkt, Söder vom Prinzip Vorsicht. Irren ist auf allen Seiten das Risiko. Auch die Fraktion der Vorsichtigen hat immer wieder nachjustiert und stimmt gerade früh auf eine neue Verlängerung des Lockdowns ein. Dabei haben die Bürger die aktuellen Regeln kaum verdaut.

Quelle: Mittelbayerische Zeitung – www.mittelbayerische.de

Corona

Corona-„Langzeitstrategie“ – Ehrlich währt am längsten

Die Politik sollte sich tunlichst mit Prognosen zurückhalten, die sich dann als unrealistisch herausstellen und nur Unmut auslösen. Seriös wäre es, den Menschen zu versprechen, dass man die Beschränkungen keinen Tag länger aufrechterhält als unbedingt nötig. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, die aber die Ehrlichkeit erfordert, dass man offen zugibt, nicht hellsehen zu können. Die Menschen würden dies eher verstehen als Ankündigungen, die dann wieder zu Enttäuschungen führen.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Corona

Dass die verantwortlichen Politiker in einer solchen Krise Fehleinschätzungen begehen und Fehlentscheidungen treffen, ist nicht überraschend. Entscheidend ist, wie schnell Fehler korrigiert werden können. Dafür sind regelmäßiger Erfahrungsaustausch und ein offener Umgang mit den Lehren aus der Krise notwendig. Das geschieht bisher leider zu wenig. Und es steht zu befürchten, dass im Jahr der vielen Wahlen zu viele Schaufenster-Debatten geführt und zu wenige Probleme gelöst werden.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

15-Kilometer-Regel – Nur ein symbolischer Rückschlag

Der Rückschlag für die Pandemiebekämpfung im Freistaat ist eher symbolischer Natur. Denn inzwischen liegen nur noch fünf Landkreise über der Inzidenz von 200 und auch deren Infektionsraten sinken. Die noch bestehenden Hotspot-Kreise können ihr Gebiet weiterhin für Ausflügler von außerhalb sperren. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof ausdrücklich erlaubt. Staatliche Rechthaberei ist dennoch nicht angebracht. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) verweist gerne darauf, dass „fast alle“ Anti-Corona-Maßnahmen vor den Gerichten Bestand hatten. Das mag quantitativ so sein. Trotzdem sind die Verwaltungsgerichte dem Verordnungsgeber schon bemerkenswert oft in den Arm gefallen.

Quelle: Straubinger Tagblatt – www.idowa.de

Patientenschützer: Berlin und Brüssel müssen Impfstoffhersteller zu Lieferungen zwingen

Brysch verlangt Regressforderungen oder Ausfuhrbegrenzungen – „Der Branche geht es nur ums Geld“

Osnabrück. Patientenschützer zeigen sich erzürnt über Verzögerungen der Corona-Impfstofflieferungen und verlangen von Berlin und Brüssel, den Druck auf die Hersteller zu erhöhen. „Die Menschen wollen sich impfen lassen, doch es gibt keinen Impfstoff. Der Branche ist das egal. Es geht ums Geld, koste es, was es wolle“, sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Dabei bleibt der Schutz für Leib und Leben auf der Strecke. Bundesregierung und Europäische Kommission müssen das stoppen. Sei es mit Regressforderungen oder Ausfuhrbegrenzungen.“

Der Patientenschützer reagierte auf Ankündigungen von Biontech und AstraZeneca, wegen Produktionsengpässen Millionen für das erste Quartal zugesagte Impfstoffdosen erst später liefern zu können. Am Montag hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gegenüber AstraZeneca protestiert.

„Die Impfstoffe-Hersteller machen, was sie wollen“, schimpfte Brysch, gab Berlin und Brüssel aber eine Mitverantwortung. „Die Verträge sind blauäugig verhandelt. Selbst Forschungsgelder in Milliardenhöhe haben Deutschland und Europa ohne Bedingungen überwiesen. Jetzt kommt die Quittung.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Linke: Millionen von Verlierern in der Corona-Krise

Bartsch fordert Debatte über Steuerreform und Vermögensbesteuerung

Osnabrück. Die Linken im Bundestag drängen angesichts eines neuen Berichts über wachsende soziale Ungleichheit auf sofortige Reaktionen der Bundesregierung. Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“: „Die Krise spaltet das Land in Millionen von Verlierern und wenige Gewinner mit obszönem Reichtum. Wir brauchen nicht erst nach der Krise – niemand weiß, wann das sein wird -, sondern jetzt eine Debatte über eine angemessene Vermögensbesteuerung und eine große Steuerreform, die Normal- und Geringverdiener entlastet.“

Bartsch forderte, diejenigen, die teilweise sogar von der Krise profitierten, müssten steuerlich belastet werden. „Ab zwei Millionen Euro Privatvermögen und ab fünf Millionen Euro Betriebsvermögen sollte es eine einmalige Corona-Abgabe geben. Das betrifft die reichsten 0,7 Prozent der Bevölkerung.“ Diejenigen, die teils heftige Einbußen hätten, müssten entlastet werden. „Bruttolöhne von rund 3000 Euro wollen wir monatlich um etwa 100 Euro steuerlich entlasten.“

Die Entwicklungsorganisation Oxfam hatte zuvor betont, die Covid-19-Pandemie verschärfe die soziale Ungleichheit in fast allen Ländern. In Deutschland verfügten die zehn reichsten Menschen demnach Ende 2020 über ein Gesamtvermögen von rund 242 Milliarden Dollar. Das war trotz Corona-Pandemie eine Steigerung von rund 35 Prozent im Vergleich zu Februar 2019, wie Oxfam betonte. Zugleich hätten hierzulande rund 40 Prozent der Erwerbspersonen durch die Pandemie Einkommen verloren.

Bartsch unterstützte vor diesem Hintergrund auch die Forderung von 36 Gewerkschaften und Sozialverbänden, den Regelsatz für Hartz IV und die Grundsicherung im Alter auf 600 Euro zu erhöhen und Mieterinnen und Mieter vor Kündigungen in der Pandemie zu schützen.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Zugriff auf Adresslisten der Post: Niedersachsens Gesundheitsministerin räumt Fehler bei Impfanschreiben ein

Carola Reimann (SPD): „Das werden wir sicher nicht noch einmal machen“ – Ministerin denkt aber nicht an Konsequenzen: „Wer nicht mit Kritik umgehen kann, sollte besser nicht in die Politik gehen“

Hannover. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann denkt trotz des Vorwurfs, sie versage im Kampf gegen die Corona-Pandemie, nicht daran hinzuwerfen. „Wer nicht mit Kritik umgehen kann, sollte besser nicht in die Politik gehen, das gehört zum Geschäft“, sagte die SPD-Politikerin im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Gleichzeitig ging die Ministerin, in deren Haus der Corona-Krisenstab der Landesregierung angesiedelt ist, in die Offensive. „Mich stört aber schon, dass manche Dinge nur wenig wahrgenommen werden. Wir stehen in Niedersachsen sowohl bei der Zahl der Neuinfektionen als auch mit Blick auf die Todeszahlen noch vergleichsweise gut da. Auch bei den täglichen Impfungen und der Quote von geimpften Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeheimen liegen wir im Vergleich der Länder regelmäßig in der Spitzengruppe“, erklärte die 53-Jährige, die sich zu Beginn der Impfkampagne dafür rechtfertigen musste, dass Niedersachsen das bundesweite Schlusslicht bei der Impfquote gebildet hatte.

Die Spitzenpolitikerin musste sich nach dem verpatzten Impfstart in Niedersachsen zudem dafür verantworten, dass das Land für die Impfanschreiben an die über 80-Jährigen auf eine unvollständige Adressdatei der Deutschen Post zurückgegriffen hatte. Kostenpunkt ohne Porto: fast 30.000 Euro. Allerdings wurden auch bereits Verstorbene angeschrieben und erhielten Bürger Post, die noch gar nicht impfberechtigt sind. Reimann räumte ein, dass das nicht optimal gelaufen sei, und sagte mit Blick auf die noch ausstehenden Impfbriefe an über 70- und über 60-Jährige: „Das werden wir sicher nicht noch einmal machen.“

Gleichzeitig kündigte die Ministerin eine Nachbesserung in der Impfstrategie des Landes an. So sollen die Impfzentren in Niedersachsen, die noch vergleichsweise viele Alten- und Pflegeheime in ihrem Einzugsgebiet haben, die noch nicht von den mobilen Teams aufgesucht wurden, in den nächsten Wochen bevorzugt mit Impfstoff beliefert werden. Generell werde das Land aber an seinem Verteilmechanismus für den Corona-Impfstoff festhalten. „Die Einwohnerzahl ist der transparenteste und gerechteste Schlüssel“, bekräftigte Reimann.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Umwelt

Neue Cash-Kuh für die Lausitz – zur Region und Bio-Landwirtschaft

Dass nach der Industrie die Landwirtschaft kommt, war so nicht vorgesehen. Es widerspricht auch der Idee von wirtschaftlicher Entwicklung, wie sie etwa bärtige Männer im vorvergangenen Jahrhundert voraussagten. Nun ist aber Strukturwandel und, siehe da, plötzlich kommt die Landwirtschaft im neuen Kleide um die Ecke und preist sich als Cash-Kuh von morgen an. Es lohnt sich, darüber nachzudenken. Bio ist auf dem Vormarsch. Die Kundschaft, die gern wenig, aber gut essen möchte, wohnt nicht mehr nur in den besseren Vierteln von Berlin, sondern längst auch draußen in den kleinen Städten. Corona hat das Bewusstsein fürs regionale Produkt nochmal geschärft und quasi zum gesellschaftlichen Anliegen gemacht: Wer beim Bauern kauft, tut Gutes für die lokale Wirtschaft – und fürs Klima obendrein. Wer meint, das interessiere nur ganz Schlaue, hat vielleicht recht. Aber Leute mit guten Schulabschlüssen und Studium gibt es immer mehr. Der Kundenkreis wächst stetig. Und die Lausitz hat, was sie alle brauchen: Platz, um tonnenweise Karotten, Salat und feinstes Fleisch darauf wachsen zu lassen. Bauern sind nicht mehr die zerlumpten Verlierer einer überholten Ordnung. Viele produzieren hoch spezialisiert, manche verkaufen ins Ausland. Viele wollen ökologisch wirtschaften, wenn’s der Markt erlaubt. Und das hängt von den Kunden vor Ort ab. Regionale Wirt­schafts­kreisläufe aufzubauen, dauert. Aber wenn sie mal da sind, halten sie auch – und alle Beteiligten haben etwas davon.

Quelle: Lausitzer Rundschau – www.lr-online.de

Nordrhein-Westfalen

WAZ: Innenstadt-Gipfel des Landes: Ruf nach finanziellen und rechtlichen Hilfen im Umgang mit City-Verödung

Die Städte in Nordrhein-Westfalen verlangen mehr finanzielle und rechtliche Hilfe, um die weitere Verödung ihrer Einkaufsstraßen im Zuge der Corona-Krise zu verhindern. Vor einem für Dienstag einberufenen „Innenstadt-Gipfel“ bei NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach (CDU) forderte der Vorsitzende des Städtetags NRW, Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD), eine Ausweitung und Verlängerung des Sofortprogramms des Landes zur Stärkung der Innenstädte und Zentren: „Dann wäre es zum Beispiel für mehr Städte möglich, im Einzelfall relevante Schlüsselimmobilien, etwa aufgegebene Kauf- und Geschäftshäuser, zur vorübergehenden Zwischennutzung zu erwerben“, sagte Clausen der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ, Mittwochausgabe). Die Landesregierung hatte das Hilfsprogramm im vergangenen Sommer mit einem Gesamtvolumen von 70 Millionen Euro aufgelegt.

Clausen forderte überdies mehr Tempo bei der Reform des Baurechts. Die Städte benötigten ein gestärktes Vorkaufsrecht, um Flächen leichter erwerben und diese für Folgenutzungen wie den Bau bezahlbarer Wohnungen anbieten zu können. Das Land solle sich beim Bund für einen schnellen Abschluss der Novelle stark machen, so Clausen.

Als „gutes Signal“ bezeichnete der Städtetag die neuen Pandemie-Vorschriften des Miet- und Pachtrechts. Gewerbemieter, die aufgrund der staatlich verordneten Corona-Maßnahmen ihr Geschäft nicht mehr öffnen dürfen, können eine Mietanpassung verlangen.

Europa

Bosnien-Herzegowina

„nd.DerTag“: Bürgermeister von Bihac fordert Verteilung von Flüchtlingen aus bonischen Lagern

Wegen der veehrenden Situation von Geflüchteten, die in Bosnien-Herzegowina gestrandet sind, fordert der Bürgermeister von Bihac, Suhret Fazlic, eine schnelle Lösung. „Wir haben hier so viel Empathie für die Situation dieser Menschen. Aber wir können das doch nicht alleine tragen“, sagte Fazlic der in Berlin erscheinenden Zeitung „nd.DerTag“ (Dienstagausgabe). „Wir müssen die Belastung der Migration gemeinsam unter uns aufteilen. Innerhalb Bosniens, aber auch mit den Nachbarländern“, erklärte er mit Blick auf den Nachbarstaat Kroatien. Zudem kritisierte Fazlic die EU im Umgang mit dem abgebrannten bosnischen Flüchtlingslager Lipa: „Bihac hat nicht einen einzigen Euro von der Europäischen Union erhalten. Fürs Erste wird ein Teil des Lagers nun von den bosnischen Behörden betrieben.“ Tausende Geflüchtete in Bosnien-Herzegowina sind obdachlos. Sie halten sich in Wäldern oder verlassenen Gebäuden in der Nähe von Bihac auf.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Sport

Mitteldeutsche Zeitung zur Handball-WM

Trotz der verkorksten Auftritte halten die Verbandschefs aber unverdrossen am Ziel Olympia-Gold fest. Müssen sie auch. Schließlich hatten sie den durchaus erfolgreichen Projekttrainer Christian Prokop vergangenes Jahr urplötzlich durch den erfahrenen Alfred Gislason ersetzt, weil sie sich von ihm sofort Titel versprachen. Nach dem missratenen ersten Turnier muss der neue Bundestrainer jetzt aber in sehr kurzer Zeit viele Baustellen beheben. Schon im März steht die Olympiaqualifikation an. Geht auch die schief, muss Gislason, noch mehr aber die Verbandsspitze ernsthaft hinterfragt werden.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Zum 76. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz

Am 27. Januar begehen wir den Holocaust-Gedenktag und erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. Dazu erklärt Axel Behrend Sprecher DIE LINKE Remscheid: „Am 27. Januar vor 76 Jahren befreite die Rote Armee der Sowjetunion das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Seitdem ist Auschwitz ein Symbol dafür, wohin Antisemitismus, Rassismus, Hass und Hetze führen können. Gleichzeitig ist Auschwitz ein Auftrag: nämlich die Erinnerung an die Opfer des menschenverachtenden NS-Regimes wachzuhalten, jeder Form von Antisemitismus und Rassismus entschlossen entgegenzutreten und das Gedenken an die Opfer des Holocaust als Teil unseres Alltags zu verstehen.

Behrend weiter: „Es fing nicht mit Gaskammern an. Es fing an mit einer Politik, die von WIR gegen DIE sprach. Laut einer Meldung des Bundes-Innenministeriums von August 2020 ist die Zahl der antisemitischen Straftaten erneut angestiegen. DIE LINKE wird sich weiterhin geschlossen all jenen entgegenstellen, die dem Faschismus wieder den Weg bereiten wollen. Der Kampf gegen Antisemitismus, Rassismus, Hass und Hetze gehört zur DNA unserer Partei. Das wird sich auch zukünftig nicht ändern.“

Pressemitteilung des Kreisverbandes DIE LINKE.Remscheid

Presseschau 25. Januar 2021

Diese Themen waren am 25. Januar 2021 Gegenstand von Berichterstattung in der Presse.

Deutschland

Nach Rekordhoch bei Lebensmittelrückrufen: Foodwatch kritisiert fehlenden Verbraucherschutz

Schon acht Lebensmittelwarnungen in diesem Jahr

Osnabrück. Noch nie wurde häufiger vor dem Verzehr von Lebensmitteln gewarnt als 2020. In der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ („NOZ“) kritisierte die Organisation Foodwatch, dass auf lebensmittelwarnung.de, dem zentralen Internetportal der Bundesländer, häufig zu spät oder unvollständig über unsichere Lebensmittel informiert werde. „Zudem kennen die meisten Menschen dieses Portal nicht, und es ist alles andere als verbraucherfreundlich aufgebaut“, so Foodwatch.

Die Organisation sieht auch die Handelsketten in der Pflicht. „Meist nutzen sie nicht alle ihre Kommunikationskanäle“, bemängelt Foodwatch. Ein Aushang im Markt reiche nicht aus. Gerade über Social Media oder Newsletter könnten deutlich mehr Menschen erreicht werden.

Dass ein Lebensmittel wie zuletzt mit Ethylenoxid belasteter Sesam zweimal innerhalb kurzer Zeit zurückgerufen wird, zeigt für Foodwatch aber noch etwas anderes. „Die Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln entlang der Lieferkette funktioniert nicht. Nachdem das Problem bekannt war, hätte belastete Ware gar nicht mehr in den Handel kommen dürfen“, kritisiert die Organisation. Das europäische Lebensmittelrecht schreibe eine lückenlose Rückverfolgbarkeit vor, aber Fälle wie dieser oder auch Lebensmittelskandale wie die mit Listerien belastete Wurst der Firma Wilke würden immer wieder deutlich machen, dass Lieferketten in der Praxis oftmals nicht rückverfolgt werden könnten.

Im Jahr 2020 haben die Bundesländer 214 Warnungen mit Bezug zu Lebensmitteln veröffentlicht. Ein Jahr zuvor waren es noch 16 weniger. Am häufigsten betroffen waren im vergangenen Jahr Getreide und Backwaren (37), gefolgt von Milch und Milchprodukten (28), Fleisch (27) sowie Obst und Gemüse (20). In diesem Jahr hat es bereits acht Lebensmittelwarnungen gegeben.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Rechtsextremismus

Sachsen-Anhalt: Verfassungsschutz nimmt Landes-AfD unter Beobachtung

Der gesamte AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt ist vom Verfassungsschutz unter Beobachtung gestellt worden. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung. Nach Recherchen der Zeitung können die knapp 1.400 Mitglieder ab sofort mit geheimdienstlichen Mitteln überwacht werden. Dazu gehört das Mitlesen von E-Mails, das Abhören von Telefonen und der Einsatz von V-Leuten. Der Landes-Verfassungsschutz sieht nach jahrelanger Materialsammlung genug Anhaltspunkte dafür, dass es sich bei der AfD um einen rechtsextremen Verdachtsfall handelt.

Der neue Status der Gesamt-Beobachtung gilt nach MZ-Recherchen bereits seit dem 12. Januar. Darüber informierte der Verfassungsschutz die Abgeordneten des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Landtags am Montag in geheimer Sitzung. Zur Absicherung stützt sich der Geheimdienst auf ein Gutachten, das die Überwachung juristisch absichern soll. Nach MZ-Informationen bescheinigt der Verfassungsschutz der Landes-AfD unter anderem Angriffe auf die Menschenwürde, die Ablehnung rechtsstaatlicher Prinzipien und Demokratiefeindlichkeit. Innenministerium und Verfassungsschutz äußerten sich auf MZ-Anfrage am Montag nicht.

Damit hat der Geheimdienst Sachsen-Anhalts größte Oppositionspartei im Visier. Die AfD hatte bei der Landtagswahl 2016 gut 24 Prozent der Stimmen errungen. Langfristig plant der Verfassungsschutz eine erneute Bewertung des gesammelten Materials: Letztlich könnte die AfD dann zur gesichert rechtsextremen Gruppierung erklärt werden.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Anmerkung der Redaktion: Den Beitrag der Mitteldeutschen Zeitung haben wir um einen Absatz gekürzt. Darin wurde ein AfD-Funktionär wörtlich zitiert. Da wir dessen geäußerten Unwahrheiten nicht wiederholen möchten, haben wir uns zur Kürzung entschlossen. Wir bieten keinen Raum für Verschwörungstheorien und Fakenews.

nd.DerTag: „Würger von Cottbus“ ist Mitglied der AfD

Der 35-Jährige, der Ende vergangenen Jahres bei einer illegalen Feier einer AfD-Stadtverordneten in Cottbus einen Polizisten zu Fall gebracht und ihn gewürgt haben soll, ist ebenfalls Mitglied der Partei. Das berichtet die Zeitung „nd.DerTag“ online und in ihrer Printausgabe am Dienstag. Die Zeitung beruft sich dabei auf zwei verschiedene und zuverlässige Quellen.

Der Mann soll sich zwei Mal vergeblich bemüht haben, in der Lausitz in die Partei aufgenommen zu werden. Demnach soll er in den Kreisverband Dahme-Spreewald eingetreten sein. „Dass der Polizisten verprügelnde Beschuldigte aus Cottbus AfD-Mitglied ist, zeigt nur, wie gefährlich diese Partei ist“, zitiert die Zeitung den brandenburgischen Landtagsabgeordneten Andreas Büttner (Linke). „Im Parlament stellen sie sich als Biedermänner da, die angeblich die Polizei unterstützen wollen, und außerhalb des Parlaments feiern sie Corona-Parties und prügeln auf Polizisten ein“, sagt Büttner. „Dass dabei ein Landtagsabgeordneter und Innenausschussmitglied zuschaut, sagt alles über diese Partei aus. Sie ist und bleibt gefährlich für unser demokratisches Zusammenleben.“

Bei der Feier, bei der gegen die Corona-Verordnung verstoßen wurde, ist auch der Landtagsabgeordnete Daniel Freiherr von Lützow (AfD) angetroffen worden. Er hatte zunächst behauptet, er habe lediglich kurz an der Wohnungstür gratulieren wollen und von dem Gerangel nichts mitbekommen. Später berichtete Innenminister Michael Stübgen (CDU) im Innenausschuss des Landtags, laut Polizeibericht habe von Lützow den Beamten in der Wohnung den Zutritt zu einem Zimmer verwehren wollen, in dem seine Partnerin und sein Kind waren. Er soll demnach gedroht haben, er werde jeden „alle machen“, der versuche, in dieses Zimmer hineinzugehen.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Gesellschaft

Arm, armer …

Kommentar der Allgemeinen Zeitung Mainz zu Corona und Armut

Natürlich weiß man das seit Beginn der Pandemie: Corona trifft die Ärmsten am härtesten. Dennoch ist es ein großes Verdienst, wenn nun die Entwicklungsorganisation Oxfam einmal mehr darauf hinweist. Denn eines sollte in der großen Krise keineswegs verloren gehen: die Empathie für all jene, denen es schlecht geht. Viele Erfolge in der weltweiten Armutsbekämpfung werden von Corona zunichtegemacht. So war die Zahl der Menschen in extremer Armut seit Ende des vergangenen Jahrhunderts Jahr für Jahr gesunken – um insgesamt etwa eine halbe Milliarde. Jetzt aber steigt sie wieder an. Und da ist noch nicht die Rede von Bildungschancen oder auch nur vom Hunger der Allerärmsten.

Währenddessen, so rechnet Oxfam vor, ist das Vermögen der zehn reichsten Menschen seit 2019 um fast eine halbe Billion US-Dollar gestiegen. Gerecht ist das natürlich nicht. Aber da es dagegen kein Patentrezept gibt, führt die Entwicklung zunächst vor allem zu zwei Schlussfolgerungen. Erstens: Alle armen Länder müssen auf günstigem Weg Impfstoffe erhalten, auf dass auch sie sich erholen können. Zweitens: Programme zur Armutsbekämpfung dürfen nicht etwa mit Blick auf die Corona-Kosten eingefroren oder gar gekürzt werden – sie gehören gestärkt. Gleichzeitig mahnt die Entwicklung aber auch zum Blick nach innen, ins eigene Land. Wer soll denn nun hier die Kosten der Krise zahlen? Der Ruf nach einer Vermögensabgabe wird noch lauter werden, und die Jüngeren stellen ohnehin bereits Gerechtigkeitsfragen. Klar ist: Wer die Corona-Kosten einfach durch Nichtstun an kommende Generationen weiterreicht, bastelt schon an der nächsten Krise.

Quelle: Allgemeine Zeitung Mainz – www.allgemeine-zeitung.de

Hartz IV ergänzen

Einen Hartz-IV-Reformbedarf gibt es in der Absicherung der Kinder. In einer Kindergrundsicherung könnten die unterschiedlichen Leistungen des Staates gebündelt und besser verteilt werden. Derzeit bekommen Spitzenverdiener über Steuerfreibeträge mehr Geld für ihre Kinder als Familien mit kleinen Einkommen. Das ist absurd. Auch die Bildung müssen wir stärker in den Blick nehmen: Der Bund hat zusätzliches Geld für Tablets für Kinder aus einkommensschwachen Familien gegeben. Längst ist nicht überall etwas angekommen, wo im Lockdown ein Bedarf ist. Hier muss nachgesteuert werden. Mehr noch: Bund und Länder müssen bereits darüber reden, wie zusätzliche Förderangebote für die Zeit nach den Schulschließungen organisiert und finanziert werden. Die Chancen im Bildungssystem sind ohnehin ungleich verteilt, wie alle maßgeblichen Untersuchungen zeigen. Nicht alle haben zu Hause einen ruhigen Platz zum Lernen. Deutschland muss jetzt alles tun, damit nicht ganze Bildungskarrieren Schaden nehmen.

Quelle: Frankfurter Rundschau – www.fr.de

Höchste Zeit

Kommentar zur Forderung nach höheren Hartz-IV-Sätzen.

Hartz IV reicht nicht zum Leben, das war schon lange vor Corona bekannt. Darauf haben auch die Sozialverbände immer wieder hingewiesen. Nun fordern sie zusammen mit den Gewerkschaften in einem breiten Bündnis die Anhebung des Regelsatzes auf 600 Euro. Es ist gut und richtig, dass sie das tun. Denn es ist höchste Zeit, dass die Politik etwas unternimmt.

Seit fast einem Jahr hat die Corona-Pandemie das Land im Griff – mit dramatischen Folgen für die Menschen am unteren Ende der Gesellschaft: Die Tafeln sind geschlossen, für die Kinder fällt das Schulessen weg, gleichzeitig haben vor allem Aufstocker*innen ihren Job verloren, weil sie meist in prekären Verhältnissen in der Gastronomie oder anderen Dienstleistungsbereichen arbeiten, die besonders vom Lockdown betroffen sind. Die Bundesregierung ignorierte ihr Leid, während sie ein milliardenschweres Konjunkturprogramm zur Rettung der Wirtschaft nach dem anderen auflegte. Dass der Hartz-IV-Regelsatz zum Jahreswechsel für alleinstehende Erwachsene gerade mal um 14 Euro auf 416 Euro erhöht wurde, ist ein schlechter Witz auf Kosten der Bedürftigen.

Gleichzeitig ist es höchste Zeit, dass sich Sozialverbände und Gewerkschaften zusammentun. Zwar fordern die einzelnen Verbände schon länger, dass in der Coronakrise etwas für die Armen getan werden muss. Einzelne Stimmen verhallen aber meist. Man kann nur hoffen, dass sie zumindest jetzt gemeinsam laut genug sind, um die Bundesregierung zum Handeln zu bewegen. Denn die Coronakrise ist noch längst nicht überstanden. Und wenn die akute Phase vorbei ist, wird es spätestens nach der Bundestagswahl darum gehen, ob und wo wieder gespart werden soll. Manch ein CDU- und FDP-Politiker hofft schon, den Kürzungshammer schwingen zu können. Auch dafür braucht es ein starkes Bündnis, das für die soziale Sache kämpft.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Hartz IV

Die Forderung von Gewerkschaften und Verbänden nach einem pandemiebedingten Zuschlag für Hartz-IV-Bezieher ist berechtigt, aber zu pauschal formuliert. Es muss darum gehen, den tatsächlichen Mehrbedarf abzuschätzen und auszugleichen. Daher ist es vernünftig, dass Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) vorgeschlagen hat, einen finanziellen Zuschlag für medizinische Masken zu zahlen. Auch das Geld für das Schulessen, das bedürftige Kinder im Lockdown nicht in Anspruch nehmen können, müssen die Familien erhalten – schnell und unbürokratisch.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Wirtschaft

Schweinefleisch-Krise: Ministerin Otte-Kinast fordert „Ernährungswende“

Die Krise der Schweinehalter wird nach Ansicht der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast noch Monate andauern. Die CDU-Politikerin fordert im Interview mit dem Bremer WESER-KURIER (Dienstagausgabe), der Stau von Schlachttieren in den Ställen müsse zum Umdenken führen – bei Landwirten und Verbrauchern. “ Wir sollten uns fragen, ob weiter so stark für den Weltmarkt produziert werden muss“, sagte Otte-Kinast, „höher, schneller, weiter – das ist das Motto in der Landwirtschaft, so läuft die Förderung. Der Schweinestau zeigt, dass wir dieses Prinzip prüfen müssen.“

Zurzeit gibt es bundesweit einen Überhang von etwa einer Million Tiere in den Ställen, die normalerweise auf dem Weg in die Schlachthöfe wären. Bedingt durch Corona und durch die Afrikanische Schweinepest ist die Nachfrage nach Schweinefleisch im In- und Ausland deutlich zurückgegangen. Dazu kommen Corona-Ausbrüche in Schlachthöfen, was die Kapazität der Betriebe bei der Verarbeitung der Tiere einschränkt.

Otte-Kinast fordert eine „Ernährungswende“: „Es braucht ein neues Bewusstsein der Verbraucher“, so die Agrarministerin. „Wenn wir eine andere Landwirtschaft wollen, müssen wir uns auch so verhalten.“ Otte-Kinast kündigte an, im Sommer Ernährungsstrategie für Niedersachsen präsentieren zu wollen.

Im Zuge der Krise stellten viele Sauenhalter die Ferkelerzeugung ein. „In den nächsten Jahren könnte die Hälfte der deutschen Sauenhalter aufgeben“, so Otte-Kinast.

Quelle: Weser Kurier – www.weser-kurier.de

Politik

Stuttgarter Nachrichten: Kommentar zu Ramelow

Man könnte Ramelow spielen lassen, wenn er es nach stolzen Eigenangaben (zehn Level sind ganz ordentlich) nicht auch in jenen Ministerpräsidenten-Sitzungen mit der Bundeskanzlerin treiben würde, in denen es um Schicksalhaftes, wirtschaftlich wie medizinisch um Lebenswichtiges geht. Nämlich um die nach wie vor offene Frage, wie Deutschland die Corona-Krise und die Pandemiefolgen in den Griff bekommen will. Ramelows flapsige Enthüllungen auf der seit Tagen explodierenden, ausschließlich auf Audio­inhalten basierenden Clubhouse-App vermitteln ein verstörendes Bild – von mangelndem Respekt untereinander (sein „Merkelchen“ lässt auch abseits einer männertypischen Verniedlichung einer Frau in der Politik tief blicken) bis hin zur kompetenten Ernsthaftigkeit eines ohnehin auf dünnem Eis entscheidenden Gremiums. Das Social-Media-Geschwätz verspielt Vertrauen und Akzeptanz.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – www.stuttgarter-nachrichten.de

Mitteldeutsche Zeitung zu Ramelow

Ramelow überschreitet gleich mehrere Grenzen, wenn er einräumt, in der digitalen Ministerpräsidentenkonferenz Candy Crush zu spielen – und wenn er die Kanzlerin als „Merkelchen“ bezeichnet. Das wirkt ebenso frivol wie sexistisch. Es wirkt auch so, als nähme zumindest ein Teilnehmer diese Konferenz nicht ernst. Wie aber sollen sie dann Bürger ernst nehmen? Ramelow hat sich entschuldigt. Doch der Auftritt bleibt so irritierend, dass er sich in einer gefährlichen Zone befindet. Mehr darf nicht kommen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung – www.mz-web.de

Welt

Russland

„nd.DerTag“: Linksfraktionsvize Andrej Hunko: Westen ist zu fixiert auf den Populisten Nawalny

Der stellvertretender Fraktionschef der Linken im Bundestag, Andrej Hunko, hat die Reaktionen westlicher Staaten auf die Proteste und Polizeigewalt am Wochenende in Russland kritisiert. Es gebe eine „einseitige Fixierung auf den Populisten Alexej Nawalny und auf weitere Sanktionen“, sagte Hunko der in Berlin erscheinenden Zeitung „nd.DerTag“ (Montagausgabe). „Diese Fixierung ist kontraproduktiv und wird der Vielschichtigkeit des Protestes nicht gerecht. Wichtig wäre etwa das Eintreten für faire Rahmenbedingungen bei den Duma-Wahlen im September“, forderte Hunko.

Quelle: neues deutschland – www.neues-deutschland.de

China

China-Experte: Corona-Pandemie treibt Techno-Autoritarismus in China voran

Merics-Mitgründer Heilmann: „Europäische Wehrhaftigkeit bedeutet, dass der wirtschaftliche Austausch sehr störungsanfällig wird“

Osnabrück. Ein Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie in Wuhan ist nach Ansicht des China-Experten Sebastian Heilmann klar, dass die chinesische Führung die Corona-Pandemie nutzt, um das politische System im Land zu festigen. „Der Ausbau des chinesischen Techno-Autoritarismus hat sich mit der Corona-Bekämpfung beschleunigt“, sagte der Sinologe von der Universität Trier im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er betonte: „Viele der technischen Hilfsmittel, die zur Bekämpfung der Pandemie in China eingesetzt werden – also vor allem die umfassenden digitalen Überwachungsfunktionen in Apps, auf Handys, in den Funknetzen -, lassen sich jenseits der Pandemie zu einer immer strafferen Kontrolle der Bevölkerung nutzen.“ Diese Kontrollmittel würden in China nicht mehr verschwinden.

Heilmann, der das China-Forschungsinstitut Merics in Berlin mitbegründet hat, sagte der „NOZ“ weiter: „Wir haben aus meiner Sicht nur noch ein kleines Zeitfenster, in dem wir Chinas autoritären Herrschafts- und Einflussmethoden, die alle freiheitlichen Gesellschaften bedrohen, entgegenwirken können. Denn zum Ende dieses Jahrzehnts wird sich China voraussichtlich in einer nicht mehr angreifbaren globalen Führungsrolle etabliert haben“. Aus der Corona-Krise geht die Volksrepublik nach Ansicht des Landeskenners gestärkt hervor. „Die Regierung in Peking hat im Kontext der Pandemiebekämpfung verstärkt in neue Infrastrukturen für das digitale Zeitalter investiert“, sagte Heilmann. Hier habe China zukunftsorientierter als die Europäer agiert. „Und das wird Chinas Wachstum in den kommenden Jahren fördern“, sagte der Politikwissenschaftler.

Um dem Aufstieg Chinas zu begegnen, müssen Deutschland und die EU nach Ansicht des China-Experten unter Umständen auch wirtschaftliche Nachteile in Kauf nehmen. „Die internationale Zusammenarbeit wird aus europäischer Sicht auf den Kopf gestellt, wenn wir mit einer globalen Führungsmacht umgehen müssen, die fundamental unterschiedliche politische und gesellschaftliche Ordnungsvorstellungen verfolgt und uns zugleich wirtschaftlich-technologisch abhängt“, sagte Heilmann der „NOZ“: „Wenn die politischen Spannungen mit Peking zunehmen, bedeutet europäische Wehrhaftigkeit, dass der wirtschaftliche Austausch sehr störungsanfällig wird.“

Laut Heilmann sei es von entscheidender Bedeutung, „ob wir Europäer wirklich bereit sind, in einen streitbaren und wehrhaften Modus überzugehen, indem wir sagen: Wir arbeiten mit China in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zusammen. Aber wir bleiben dabei stets wachsam und treten allen Versuchen der politischen Einflussnahme Chinas in unseren Gesellschaften entschlossen entgegen.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung – www.noz.de

Laterne musste nach Unfall gekappt werden

Den ganzen gestrigen Sonntag war die Feuerwehr unterwegs um nach dem Schneefall schräg stehende und umgekippte Bäume zu kappen – am heutigen frühen Morgen kam noch eine Straßenlaterne hinzu.

Auslöser war der Verkehrsunfall eines 33-jährigen Heiligenhausers, der auf der Heiligenhauser Straße mit seinem Nissan 370Z gegen den Zaun und den Laternenmast auf dem Mittelstreifen gekracht war. Die Feuerwehr war zunächst angefordert worden war, um ausgelaufene Betriebsstoffe abzustreuen und den im Fahrzeug verbliebenen Hund des Fahrers aufzunehmen. Auch die Stadtwerke Velbert waren bereits vor Ort.

Der Mast wird kontrolliert umgeworfen. Foto: Feuerwehr Velbert
Der Mast wird kontrolliert umgeworfen. Foto: Feuerwehr Velbert

Aufgrund der schweren Beschädigung, den das Sportcoupé am Fuß des Mastes beim Aufprall verursacht hatte, musste die Laterne durch die nachalarmierte hauptamtliche Wache mit einem Trennschleifer gekappt werden. Dazu wurde der Mast mit Hilfe eines Hubsteigers der Stadtwerke gesichert und schließlich kontrolliert auf die Fahrbahn fallen gelassen. Die Feuerwehr entfernte außerdem mehrere beschädigte Zaunelemente.

Der Fahrer des Nissan hatte den Unfall augenscheinlich unverletzt überstanden, wurde jedoch vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht. Die Heiligenhauser Straße war während der Unfallaufnahme und der Aufräumarbeiten in beide Richtungen komplett gesperrt, die Polizei leitete den Verkehr entsprechend um. Nach einer ersten Schätzung entstand ein Sachschaden von etwa 12.000 Euro.

Pkw ausgebrannt

Zu einem brennenden Kleinwagen ist am gestrigen Sonntag, dem 24. Januar, um kurz vor 20 Uhr die hauptamtliche Wache der Feuerwehr Velbert alarmiert worden. Der an der von-Humboldt-Straße in Birth neben einer Garage geparkte, abgemeldete Renault stand bei Eintreffen der Einsatzkräfte bereits vollständig in Flammen.

Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Pkw bereits in voller Ausdehnung. Foto: Feuerwehr Velbert
Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Pkw bereits in voller Ausdehnung. Foto: Feuerwehr Velbert

Ein Trupp unter Atemschutz brachte das Feuer mit einem C-Rohr schnell unter Kontrolle, zu diesem Zeitpunkt war der Wagen jedoch schon vollständig zerstört. Angaben zur Höhe des Sachschadens liegen aktuell nicht vor. Die Polizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.

Verzicht auf OGS Elternbeiträge für Januar 2021

Elternbeiträge für die OGS müssen für Januar 2021 nicht gezahlt werden, Verrechnung erfolgt im Februar.

Wegen der Corona-Pandemie sind die Schulen in ganz NRW weiterhin geschlossen. Damit entfallen natürlich auch Betreuungsangebote für Kinder wie die Offene Ganztagsschule (OGS). Dies führt zu besonderen Belastungen für Eltern und Kindern. Die Schloss-Stadt Hückeswagen möchte deswegen zumindest finanziell eine Hilfestellung geben.

Im Rahmen einer Dringlichkeitsentscheidung hat die Schloss-Stadt Hückeswagen am 22.01.2021 beschlossen, auf die Erhebung von Elternbeiträgen für die offenen Ganztagsschulen für den Monat Januar 2021 zu verzichten. Die Schloss-Stadt Hückeswagen entlastet damit die Eltern um rund 12.200 Euro.

Das Land NRW und der Oberbergische Kreis beteiligen sich zur Hälfte an den ausfallenden Kosten.

„Es ist in der jetzigen Ausnahmesituation für Eltern und Kinder während der Corona Pandemie nicht vermittelbar, dass  für den Monat Januar 2021,  in dem kein reguläres OGS Betreuungsangebot stattfindet, trotzdem ein voller OGS Beitrag zu zahlen ist. Der Schulbetrieb inklusive einem OGS Angebot findet  mindestens bis zum 14. Februar 2021 nicht statt. Der Verzicht auf die Gebühren schafft so zumindest eine kleine Entlastung bei den Familien“, so Bürgermeister Dietmar Persian.

Da die Beiträge für Januar bereits von den Eltern gezahlt worden sind, wird auf den Bankeinzug bzw. die Zahlungsverpflichtung für den Monat Februar verzichtet, um die Abwicklung so einfach wie möglich zu gestalten.

Der Internationale Bund teilt mit, dass Beiträge für das Mittagessen nach tatsächlicher Inanspruchnahme berechnet werden. Evtl. geleistete Vorauszahlungen von den Eltern werden verrechnet bzw. erstattet.

Auch der Oberbergische Kreis beabsichtigt, die Beitragserhebung für die KITAs für den Monat Januar 2021 auszusetzen.

Soweit die Schließung der Schulen über den Monat Januar hinaus verlängert wird, werden sich Rat und Verwaltung über einen weiteren Beitragsverzicht abstimmen.

Kontaktbeschränkung gilt weiterhin auch für den privaten Bereich

Die Allgemeinverfügung des Oberbergischen Kreises tritt morgen (26.01.2021) in Kraft.

Oberbergischer Kreis. Die zusätzlichen Corona-Schutzmaßnahmen, die der Oberbergische Kreis mit seiner Allgemeinverfügung vom 10.01.2021 für das Kreisgebiet festgelegt hat, gelten bis einschließlich heute (25.01.2021). Der Krisenstab des Oberbergischen Kreises beriet heute Nachmittag über eine eventuelle Fortführung der Maßnahmen. „Wir sind zur Entscheidung gelangt, die Kontaktbeschränkung für den privaten Bereich weiter aufrechtzuerhalten“, gibt Landrat Jochen Hagt nach der Sitzung bekannt. Die Entscheidung wurde in Abstimmung mit dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen getroffen.

Die Corona-Schutzverordnung sieht vor, dass Treffen nur zwischen Angehörigen eines Hausstandes sowie einer weiteren Person zulässig sind. Diese Regelung für den öffentlichen Raum gilt im Oberbergischen Kreis weiterhin auch für den privaten Bereich. Ausnahmen werden in der Allgemeinverfügung unter www.obk.de/corona-av beschrieben. Die Allgemeinverfügung tritt morgen (26.01.2021) in Kraft tritt und mit Ablauf des 01.02.2021 außer Kraft. 

„Die Neuinfektionen im Oberbergischen Kreis sind nach wie vor in großen Teilen auf den privaten Bereich zurückzuführen.“

Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamtes

Die Corona-Schutzverordnung NRW in der ab dem 25.01.2021 gültigen Fassung sieht vor, dass auch Kreise und kreisfreie Städte mit einer 7-Tages-Inzidenz von weniger als 200 weitere Schutzmaßnahmen prüfen, wenn nach Einschätzung der zuständigen Behörden ohne solche Maßnahmen ein Absinken der Inzidenz unter 50 bis zum 14. Februar 2021 nicht zu erwarten ist. „Zum jetzigen Zeitpunkt gehe ich davon aus, dass dieses Ziel im Oberbergischen Kreis nicht ohne weitere Kontaktreduzierungen erreicht werden kann. Auch vor dem Hintergrund der nachgewiesenen Virus-Mutante H69/V70 im Kreisgebiet sollten die Kontakte auf das absolut notwendige Minimum heruntergeschraubt werden“, sagt Landrat Jochen Hagt.

„Die Neuinfektionen im Oberbergischen Kreis sind nach wie vor in großen Teilen auf den privaten Bereich zurückzuführen“, sagt Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamtes. Sie macht deshalb klar, was jetzt besonders wichtig ist: „Ein Haushalt darf sich mit einer weiteren Person treffen. Das sollte dann aber immer dieselbe Person sein und nicht jeden Tag eine andere Person.“ Die Kontaktkette und damit auch die mögliche Infektionskette werde sonst mit jedem Kontakt länger.

Das Präsenz-Verbot von Veranstaltungen zur Religionsausübung gilt ab morgen nicht mehr. Die Corona-Schutzverordnung gibt in ihrer aktuellen Fassung strengere Rahmenbedingungen für die Durchführung der Veranstaltungen vor.

Die durch den Oberbergischen Kreis angeordnete FFP2-Maskenpflicht in Pflegeeinrichtungen wird nicht erneuert, da diese Regelung inzwischen durch bundesweit geltende Vorgaben abgedeckt wird.

Die Ausgangssperre zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr wird nicht verlängert.

Virus-Mutante in 14 Fällen nachgewiesen

Wie berichtet, führte der Oberbergische Kreis eine proaktive Stichproben-Untersuchung auf Virus-Mutanten im Oberbergischen Kreis durch. Es wurden 100 Proben aus dem gesamten Kreisgebiet zur Typisierung an die Virologie der Uniklinik Köln übersandt. Zwischenzeitlich liegen alle Ergebnisse der Probenauswertung vor. „Bei 14 der 100 Proben wurde eine Mutante nachgewiesen. Nach weitergehenden Untersuchungen meldete die Virologie zurück, dass es sich in allen Fällen um die Mutante H69/V70 handelt“, berichtet Landrat Jochen Hagt nach der heutigen Sitzung des Krisenstabs. Die bestätigten Fälle weisen einen Bezug zu den nachfolgenden oberbergischen Kommunen auf: Bergneustadt, Marienheide, Morsbach, Reichshof, Nümbrecht und Waldbröl.

H69/V70 bezeichnet eine Mutante des Coronavirus SARS-CoV-2, bei der eine doppelte Deletion („Löschung“) im Gen des Spikeproteins vorliegt. „Diese Deletion kann in vielen, ganz verschiedenen, Virusstämmen weltweit nachgewiesen werden. Sie wurde unter anderem in Dänemark auf einer Nerz-Farm gefunden“, berichtet Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamtes des Oberbergischen Kreises. Die Virologie habe rückgespiegelt, dass die Deletion 69/70 mit einer erhöhten Infektiösität einhergehen könne, da sie zu einem bevorzugten Andocken an menschliche Zellen führen kann. Anders als ursprünglich durch die Virologie mitgeteilt, handele es sich bei der nachgewiesenen Mutante im Oberbergischen Kreis nicht um eine besonders infektiöse Unterkategorie der britischen Virusmutante. „Die Virologie hat uns nunmehr mitgeteilt, dass bei der britischen Variante B 1.1.7. neben dem Vorliegen der Deletion 69/70 noch weitere Deletionen notwendig sind“, sagt Kaija Elvermann.

Auch zukünftig führt der Oberbergische Kreis in enger Zusammenarbeit mit der Virologie der Uniklinik Köln Untersuchungen auf Virus-Mutanten im Oberbergischen Kreis durch.

Appell: Corona-Schutz auch in Wohnanlagen

Die Stadt Wuppertal bittet Hausverwaltungen, ihre Mieter auf die Corona-Schutzvorkehrungen wie die AHA-Regeln aufmerksam zu machen.

Obwohl es keine Vorschriften in den Corona-Schutzverordnungen für den privaten Bereich gebe, sei es besonders in großen Wohnkomplexen sinnvoll und wichtig, auch hier wie im öffentlichen Raum auf den nötigen Abstand und den Schutz durch Masken zu achten, erläutert Gesundheitsdezernent Dr. Stefan Kühn.

In großen Wohneinheiten begegneten sich viele Menschen auf engem Raum – zum Beispiel im Treppenhaus, in Wirtschaftsräumen oder im Aufzug. Auch wenn man es gewohnt sei, sich in den eigenen vier Wänden und in der eigenen Familie ohne Mund-Nase-Schutz zu bewegen, sei die Begegnung mit anderen Menschen immer ein Ansteckungsrisiko. Das gelte nicht nur in Bus und Bahn oder beim Einkaufen, sondern auch in Treppenhäusern und Fluren. Kühn und Krisenstabsleiter Dr. Johannes Slawig appellieren deshalb an die Wohnungsgesellschaften, in ihren Häusern mit Informationen oder über eine Mail-Aktion auf die Hygiene-Regeln aufmerksam zu machen. 

Informationsmaterial – auch in vielen Sprachen und mit Symbolen zum Ausdrucken – bietet zum Beispiel die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Medien zum Download

Quelle: Stadt Wuppertal

Alleinerziehende: So erhalten sie automatisch einen Freibetrag über 4.000 Euro

Der Freibetrag für Alleinerziehende ist auf das Doppelte angestiegen, nämlich auf 4.008 Euro. Vier Kriterien müssen erfüllt sein, damit Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen, den steuerlichen Entlastungsbetrag automatisch von ihrem zuständigen Finanzamt erhalten. Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) zeigt, worauf es ankommt.

Der sogenannte Entlastungsbetrag für Alleinerziehende lag bis 2019 noch bei 1.908 Euro. Für die Jahre 2020 und 2021 wurde der Freibetrag mehr als verdoppelt. Für alleinerziehende Väter und Mütter, die ihre Steuererklärung 2020 und 2021 machen, wird also ein Freibetrag von 4.008 Euro eingetragen. Diesen Entlastungsbetrag zieht das zuständige Finanzamt von allen steuerpflichtigen Einkünften des alleinerziehenden Elternteils ab und verringert dadurch die Steuerlast.

Nur wer steuerlich als alleinerziehend gilt, erhält den Freibetrag

Doch diesen Steuervorteil erhalten lediglich Mütter und Väter, die steuerlich gesehen auch tatsächlich als alleinerziehend gelten. Und dafür müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie leben mit ihrem Kind in einer gemeinsamen Wohnung.
  • Ihnen steht Kindergeld oder der Kinderfreibetrag für das Kind zu.
  • Sie sind unverheiratet oder leben seit dem vorangegangenen Veranlagungszeitraum dauernd getrennt, oder sie sind verwitwet.
  • Sie leben nicht in einer sogenannten Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen volljährigen Person zusammen.

VLH-Tipp: Wer mit seinem Lebensgefährten oder seiner Lebensgefährtin, der eigenen Mutter, dem Bruder oder mit WG-Genossen in einem Haushalt lebt, dem steht folglich kein Entlastungsbetrag für Alleinerziehende zu. Anders ist das mit eigenen Kindern: Lebt ein alleinerziehender Vater oder eine alleinerziehende Mutter mit einem oder mehreren volljährigen Kindern zusammen, für die ein Anspruch auf Kindergeld oder einen Kinderfreibetrag besteht, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende für ein minderjähriges Kind in der Regel gewährt, solange die übrigen Bedingungen zutreffen.

Die VLH: Größter Lohnsteuerhilfeverein Deutschlands

Die VLH ist mit einer Million Mitgliedern und rund 3.000 Beratungsstellen bundesweit Deutschlands größter Lohnsteuerhilfeverein. Gegründet 1972, stellt die VLH außerdem die meisten nach DIN 77700 zertifizierten Berater: Von drei zertifizierten Beratern aller Lohnsteuerhilfevereine sind zwei von der VLH.

Der Lohnsteuerhilfeverein Vereinigte Lohnsteuerhilfe e. V. (VLH) erstellt für seine Mitglieder die Einkommensteuererklärung, beantragt Freibeträge, ermittelt und beantragt Förderungen und Zulagen, prüft den Steuerbescheid und einiges mehr im Rahmen der gesetzlichen Beratungsbefugnis nach § 4 Nr. 11 StBerG.

Die Woche – KW04/2021

Diese Ausgabe vom Fernsehformat „Die Woche“ mit Lokalnachrichten aus Remscheid wird präsentiert von Nicole Dahmen und Daniel Pilz. Sendetermin ist immer montags ab 18.30 Uhr.

Das sind die Themen der aktuellen Sendung:

  • „Hey DJ, mach mal lauter!“ – Der Remscheider DJ Marcel Filodda veröffentlicht seine erste eigene Single.
  • Corona und kein Ende: Wir sprachen mit Remscheider Gastronomen.
  • Der Kärst kocht – Express. Heute: Kürbis-Linsen-Curry.

Sendetermin und Sendeorte

„Die Woche“ ist ein Kooperation vom Remscheider Stadtfernsehen rs1.tv und Lüttringhauser. Weltweit gesendet wird jeden Montag ab 18.30 Uhr auf den Plattformen Youtube, Facebook, Twitch und den Webseiten von rs1.tv und Lüttringhauser. „Die Woche“ wird außerdem landesweit auf NRWision im digitalen Kabelfernsehen in Nordrhein-Westfalen ausgestrahlt. Bundesweit ist NRWision auf Magenta TV (Programmplatz 492) und Zattoo (in der Senderliste „Regional“) zu sehen. Die nächsten Sendetermine finden Sie allein auf der Webseite von NRWision unter „nächste Sendetermine“.

So schauen wir Die Woche im TV

Neue Leiterin für die Geschäftsstelle Lüttringhausen

Mit Jahresbeginn hat Kerstin Monhof die Leitung der Geschäftsstelle Lüttringhausen der Stadtsparkasse Remscheid übernommen.

„Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben in Lüttringhausen. Die Sparkassen-Geschäftsstelle ist ein wichtiger Bestandteil der Strukturen vor Ort. Mit meinen Kolleginnen und Kollegen möchte ich den Standort weiterentwickeln und dazu neue Ideen einbringen“, sagt Kerstin Monhof.

Als Remscheiderin kennt die neue Geschäftsstellenleiterin die Gegebenheiten in der Stadt und örtliche Besonderheiten sehr gut. Ihr Abitur legte sie am Gertrud-Bäumer-Gymnasium ab und absolvierte anschließend eine Ausbildung zur Bankkauffrau. Umfangreiche Qualifizierungen und Weiterbildungen – unter anderem zur Sparkassenfach- und Betriebswirtin – schlossen sich an. Bei der Stadtsparkasse Remscheid war die heute 36-Jährige im Privat- und Firmenkundenbereich tätig und leitete zuletzt die Abteilung Digitales Geschäftsmodell.

„Ich freue mich auf meine neuen Aufgaben in Lüttringhausen.“

Kerstin Monhof, Filialleiterin Lüttringhausen der Stadtsparkasse Remscheid

„Kerstin Monhof hat in unserem Haus weitreichende Erfahrungen auf verschiedenen Ebenen sammeln können, die ihr bei ihrer Führungsaufgabe in der Geschäftsstelle Lüttringhausen von großem Nutzen sein werden. Unsere Kundinnen und Kunden werden von diesem Erfahrungshorizont und ihren vielseitigen Kompetenzen profitieren“, ist Herbert Thelen, stellvertretendes Mitglied des Vorstandes, überzeugt. Digitale Angebote sind Kerstin Monhof genauso wichtig, wie der persönliche Kontakt. „Mein Ziel ist, unseren Kundinnen und Kunden den besten Service und die beste Beratung vor Ort anzubieten“, hebt sie hervor.

In ihrer Freizeit widmet sich die neue Geschäftsstellenleiterin ihren Haustieren, einem Hund und einer Katze. Außerdem ist Kerstin Monhof sportlich unterwegs und hat gerade damit begonnen, das Reiten zu erlernen. „Ich freue mich darauf, Lüttringhausen zu erkunden und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, sagt sie.

Stadt Remscheid: Schreiben an den Sportbund Remscheid i.S. Neuenkamp und Sportstättenplanung

Das gemeinsame Schreiben von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, Stadtdirektor Sven Wiertz und dem Beigeordneten Thomas Neuhaus an den Sportbund Remscheid e.V., in dem sie Stellung nehmen zu dessen Positionsbeschreibung vom 20. Januar zur aktuellen Diskussion über die Sportstättenentwicklung in Hackenberg und Neuenkamp, veröffentlichen wir hier ungekürzt.

Neuenkamp und Sportstättenplanung

Sehr geehrter Herr Ulbrich,

gerne gehen wir auf Ihre Fragen, Wünsche und Vorschläge ein.

Da die Stadt Remscheid und gewiss auch die politischen Parteien in Remscheid immer ein offenes Ohr für Ihre Fragen, Wünsche und Vorschläge haben, sind wir verwundert, dass Sie für Ihren Brief vom 20.01.2021 unmittelbar die Öffentlichkeit gesucht haben. Daher erhalten Sie die Antworten auf dem von Ihnen gewählten Weg. Zudem wurden sämtliche Fragestellungen und Anregungen bereits in der Sondersitzung des Sportausschusses im Dezember 2020 behandelt bzw. beantwortet.

  • Für die Sportstätte Hackenberg besteht ein gültiger Ratsbeschluss zur Umgestaltung der Sportfläche aus dem Mitteln des Verkaufserlöses für die DOC-Grundstücksflächen. Dieser Ratsbeschluss ist für die Verwaltung bindend. Eine Veränderung der vom Rat festgelegten Planung für diese Sportfläche würde einen entsprechenden neuen Ratsbeschluss voraussetzen.
  • In der Fragestellung des Sportplatzes Neuenkamp, der sich weiterhin nicht im Eigentum der Stadt Remscheid befindet, haben wir erneut auf der Basis des Ratsbeschlusses die Förderung für die Hochbaumaßnahme auf dem Grundstück der im Rahmen eines Erbbaurechtsvertrages mit dem RSV e.V. überlassenen Grundstücksfläche und für die Tiefbaumaßnahme zur Umwandlung der Sportfläche in einen Kunstrasenplatz mit weiteren sportlichen Funktionalitäten beim Land NRW eingereicht und warten nun auf die Entscheidung. Da Sie Mitglied des Präsidiums des Landessportbundes sind, gehen wir davon aus, dass Sie Ihren Einfluss und Ihr Gewicht auf der Landesebene nutzen werden, um für eine Bewilligung der beiden Anträge zu werben, bei denen wir bedauerlicherweise im letzten Förderaufruf nicht erfolgreich waren.
  • Mittel für den Umbau der Sportfreifläche Neuenkamp sind nicht in die Investitionsplanung des Doppelhaushaltes eingeflossen, da sich die Fläche, wie bereits ausgeführt, nicht im Eigentum der Stadt Remscheid befindet und damit haushaltsrechtlich unzulässig ist.
  • Die in der Sondersitzung des Sportausschusses im Dezember 2020 beschlossenen Sportentwicklungsplanung für die Sportfreiflächen, die überwiegend für den Fußballsport genutzt werden, ist ausdrücklich mit dem Auftrag versehen worden, dass hiermit eine externe sportwissenschaftliche Institution beauftragt wird. Intention ist – und auch das wurde in der betreffenden Sitzung ausgeführt -, dass ein neutrales und fachlich fundiertes Gutachten über die Sportstättennachfrage und das Sportstättenangebot für den Fußballsport dem Rat vorgelegt werden soll, aus dem eine Priorisierung für weiteren Umwandlungsbedarfe abgeleitet werden kann und auf dessen Basis die erforderliche Rücksprache mit der Kommunalaufsicht bei der Bezirksregierung erfolgen kann.
  • In diesem Zusammenhang verwundert es, dass Sie nicht alle aktuell in Rede stehenden Sportfreiflächen in Ihrem Schreiben angesprochen haben, da auch der Nutzer FC Klausen eine Umwandlung des Tennenplatzes in Lüttringhausen-Klausen in einen Kunstrasenplatz wünscht und bereits viele Fürsprecher in der Bezirksvertretung und bei den sportpolitischen Vertreter*innen der Parteien gefunden hat.
  • Die Stadt Remscheid ist – trotz der Haushaltsverbesserungen in den zurückliegenden Jahren – weiterhin überschuldet und unterliegt damit haushaltsrechtlichen Beschränkungen, die die finanziellen Handlungsoptionen einschränken. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der noch nicht vollständigen abschätzbaren Auswirkungen der pandemischen Lage auf die städtischen Finanzen. Die von Ihnen angesprochenen
  • Projekte (mit der Sportfreifläche Klausen) und einem Mittelbedarf von mehr als sechs Millionen Euro, bedürfen einer längerfristigen Planung der zwingenden Abstimmung mit der Aufsichtsbehörde und der Prüfung der Vereinbarkeit mit der finanziellen Leistungsfähigkeit unserer Stadt.

Mit freundlichen Grüßen

Burkhard Mast-Weisz, Oberbürgermeister
Sven Wiertz, Stadtdirektor
Thomas Neuhaus, Beigeordneter