Für bergische Einrichtungen: Volksbank-Kunden spenden 10.500 Euro

Die Kundinnen und Kunden der Volksbank im Bergischen Land haben entschieden: je 4.000 Euro gehen als Spende an den Tierpark „Fauna“ in Solingen und den Verein „Kindertal“ in Wuppertal, 2.500 Euro erhält die Remscheider Tafel. „Als Bank, die hier in der Region zu Hause ist, möchten wir nicht nur für die Finanzen unserer Kunden da sein, sondern auch ihr Umfeld stärken“, erklärt Marktbereichsleiter Oliver Niehaus den Hintergrund. „In diesem Fall haben wir die Kunden direkt in die Entscheidung eingebunden.“ Für jeden, der seit April erstmals ein Depot bei der Union Investment eröffnete, spendet die Volksbank 15 Euro. Dabei entschieden die Kundinnen und Kunden selbst, welche der drei bergischen Einrichtungen ihre Unterstützung bekommen sollte.

Remscheid: Volksbanker Oliver Wenzel (M.) traf Frank vom Scheidt (l.) und Karl Strock bei der Remscheider Tafel zur Spendenübergabe. Foto: Volksbank/Jürgen Moll
Remscheid: Volksbanker Oliver Wenzel (M.) traf Frank vom Scheidt (l.) und Karl Strock bei der Remscheider Tafel zur Spendenübergabe. Foto: Volksbank/Jürgen Moll

Oliver Niehaus übergab die aufgerundete Spende jetzt an „Kindertal“. Der Verein kümmert sich um Kinder und Jugendliche in Wuppertal, die an der Armutsgrenze leben. Seine Kollegen Eric Brühne und Oliver Wenzel besuchten die „Fauna“ und die Remscheider Tafel. So unterschiedlich die Ziele und Zwecke dieser drei Initiativen sind, so einig waren sich die Volksbanker: die Unterstützung der Volksbank-Kunden kommt hier gut an.

Solingen: Eric Brühne (r.) besuchte Linda Bunzenthal und Ulrich Schramm in der „Fauna“, die sich sehr über die Hilfe der Volksbank-Kunden freuen. Foto: Volksbank/Bettina Osswald
Solingen: Eric Brühne (r.) besuchte Linda Bunzenthal und Ulrich Schramm in der „Fauna“, die sich sehr über die Hilfe der Volksbank-Kunden freuen. Foto: Volksbank/Bettina Osswald

rs1.tv: Weihnachtstreff in Lennep?

Ein Team vom Remscheider Stadtfernsehen rs1.tv war in Lennep, um mit Thomas Schmittkamp, dem 1. Vorsitzenden von Lennep Offensiv, über den in Lennep geplanten Weihnachtstreff zu sprechen.

Premiere im WTT: Eine Weihnachtsgeschichte nach Charles Dickens

Das WTT Schauspiel Remscheid bringt Charles Dickens berühmte Weihnachtsgeschichte kindgerecht auf die Bühne. Ursprünglich war die Inszenierung für letztes Jahr geplant, musste jedoch wegen der Pandemie entfallen. Nun startet das WTT einen neuen Versuch.

Für Ebenezer Scrooge ist Weihnachten nur eines dieser lästigen Feste, an denen andere Leute feiern, obwohl sie arbeiten könnten. Er feiert nicht, denn er ist allein. Geld hat er zuhauf, doch sein Leben ist bitter. Bis ihm schließlich die drei Weihnachtsgeister erscheinen und ihm zeigen, was ihn erwartet. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Findet er so doch noch einen Weg, sich selbst zu retten?

Die Premiere findet am 2. Advent, Sonntag 5. Dezember 2021, um 16 Uhr statt. Das von Claudia Sowa inszenierte Stück ist geeignet ab fünf Jahren. Es spielen Björn Lukas, Björn Lenz, Matthias Knaab, Kim Preyer und Alina Rohde. Regie: Claudia Sowa

Veranstaltungsort und Tickets

Westdeutsches Tourneetheater / Schauspiel Remscheid, Bismarckstraße 138 in 42859 Remscheid. Web: www.schauspiel-remscheid.de – Karten können telefonisch unter der 02191-32285 oder per E-Mail an info@schauspiel-remscheid.de zur Abholung reserviert werden. Es gilt die 2G-Regelung: Geimpft oder genesen, mit Nachweis!

Sternendorf erstrahlt wieder

49 Herrnhuter Sterne erstrahlen jetzt wieder im historischen Zentrum von Lüttringhausen und bilden gemeinsam mit der festlichen Anstrahlung der Lüttringhauser Stadtkirche und der katholischen Kirche Heilig Kreuz das stimmungsvolle „Lüttringhauser Sternendorf“.

Bevor die Sterne durch eine Fachfirma aufgehängt wurden, hatten – wie jedes Jahr – ehrenamtliche Helfer die Sterne kontrolliert und teilweise kleinere Reparaturen vorgenommen. Für die Anstrahlung der evangelischen Stadtkirche wurden sieben neue moderne und stromsparende LED-Scheinwerfer angeschafft, die die alten und in die Jahre gekommenen Strahler ersetzen. Das historische Kirchengebäude erstrahlt jetzt in einem besonders hellen Licht.

Finanziert wird das „Sternendorf“ einschließlich der Anstrahlung der Kirchen seit Jahrzehnten über Spendensammlungen, die der Heimatbund Lüttringhausen organisiert. Ein vorweihnachtlicher Bummel durch das Sternendorf in den Abendstunden lohnt sich auf jeden Fall und lässt, gerade in der jetzigen Zeit, Vorfreude auf das Weihnachtsfest aufkommen. Bei allen Spenderinnen und Spendern bedankt sich der Heimatbund Lüttringhausen herzlich. (PM)

Wohin kann man spenden?

Wenn auch Sie für das Sternendorf spenden möchten, dann geschieht das unter dem Stichwort „Weihnachtsbeleuchtung“ auf die Konten vom Heimatbund-Förderverein e.V.: Stadtsparkasse Remscheid IBAN DE66 3405 0000 0000 222224 oder Volksbank im Bergischen Land IBAN DE22 3406 0094 0004 6398 11. Bitte geben Sie bei der Überweisung Ihre Adresse an, da die Namen der Spendenden in der Wochenzeitung Lüttringhauser Lenneper Anzeiger veröffentlicht werden.

rs1.tv: 2G beim Weihnachtstreff

Ein Team vom Remscheider Stadtfernsehen rs1.tv war auf dem Weihnachtstreff in Remscheid, um mit Organisator Marcel Müller über die notwendigen Änderungen beim Ablauf zu sprechen.

Corona: Stadt Remscheid bereitet sich auf das Impfen von Kindern ab 5 Jahren vor

Die Stadt Remscheid bereitet Impfungen für Kinder ab 5 Jahren vor. Am 25. November hat die europäische Arzneimittelbehörde Ema die Zulassung für einen Corona-Impfstoff für diese Altersgruppe erteilt. Die Stadt Remscheid bestellt jetzt Impfstoffe und bereitet mit Hochdruck die Impfungen vor. Die Auslieferung der Impfstoffe soll in Deutschland in der Weihnachtswoche beginnen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz: „Ich freue mich sehr über die Zulassung. Im Kampf gegen Corona können wir eine weitere Flanke schließen und allen Schulkindern eine Impfung anbieten. Wir werden in unseren beiden städtischen Kinderarztpraxen mit den Impfungen von Kindern mit Vorerkrankungen beginnen und natürlich allen Kindern anbieten, sobald die STIKO-Empfehlung vorliegt.“

Krisenstabsleiter und Beigeordneter Thomas Neuhaus: „Wir nehmen unsere Aufgabe als Betreiber des kinderärztlichen MVZ gerne an und stehen in Kontakt mit den weiteren Kinderarztpraxen in Remscheid, um möglichst alle bei den Impfungen der Kinder mit im Boot zu haben. Darüber hinaus bereiten wir gerade eine zusätzliche Impfmöglichkeit extra für Kinder ab 5 Jahren vor. Hier können dann auch Kinder geimpft werden, die an anderer Stelle keine Möglichkeit finden.“ Nach aktuellem Planungsstand wird die zusätzliche Impfmöglichkeit bereits Anfang Januar öffnen. Die Stadt Remscheid veröffentlicht die Details hierzu, sobald sie erarbeitet sind.

Mitarbeitende der Zentralbibliothek Remscheid spenden an die Fluthilfe

Angeregt durch eine Mitarbeiterin hatte die Remscheider Bibliothek nach den Unwettern im Juli einen kleinen Bücherbasar organisiert, um die Einnahmen an die Fluthilfe Remscheid zu spenden. Die Aktion ist inzwischen abgeschlossen und hat einen Betrag von 200 Euro ergeben, der nun an den Hilfsverein überwiesen wurde.

Unfallflucht auf der Reinshagener Straße

Am 24.11.2021, um 23:55 Uhr, kam es auf der Reinshagener Straße zu einem Alleinunfall eines Pkw.

Der Fahrer eines VW Golf verlor aus bislang ungeklärter Ursache auf der Reinshagener Straße in Richtung Westhauser Straße fahrend die Kontrolle über sein Fahrzeug. In der Folge kam er nach rechts von der Straße ab, und verwüstete auf seinem Weg bis zu einem Laternenmast, an dem er zum Stehen kam, einen Vorgarten samt Müllcontainern, Lampen und Verteilerkasten. Danach entfernte sich der Fahrer vom Unfallort, ohne den Schaden zu regulieren. Der VW ist nicht mehr fahrbereit. Der Mann wird von Zeugen als dick beschrieben und trug zum Zeitpunkt des Unfalls dunkle Kleidung.

Inwieweit ein Mann, der in Tatortnähe von den eingesetzten Beamten angetroffen wurde mit dem Unfall in Verbindung steht, ist Teil der Ermittlungen.

Zeug*innen gesucht und Hinweise erbeten

Die Polizei bittet Zeug*innen und Hinweisgebende, die sich zu diesem Sachverhalt äußern können, sich unter der Telefonnummer 0202/284-0 zu melden.

Kontrolle verloren – Unfall in Remscheid

Gestern (24.11.2021, 6:15 Uhr) kam es in Remscheid zu einem Verkehrsunfall mit zwei Verletzen und hohem Sachschaden.

Ein 36-Jähriger fuhr mit seinem Ford auf der Solinger Straße in Richtung Remscheider Innenstadt. In einer Rechtskurve verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug. Dadurch geriet er in den Gegenverkehr und stieß in der Folge frontal mit dem Mercedes eines 58-Jährigen zusammen.

Beide Männer erlitten Verletzungen. Der Rettungsdienst brachte sie zur Behandlung ins Krankenhaus. An den Fahrzeugen entstand ein Sachschaden von circa 27.000 Euro. Während der Aufnahme blieb die Unfallstelle für den Straßenverkehr gesperrt. (sw)

Ökologische Pilzwanderung zwischen Grund und Grüne

Die ergiebigen Niederschläge im Herbst haben dazu geführt, dass jetzt noch etliche Pilzarten ihre faszinierenden Fruchtkörper ausbilden. Doch warum werden diese Fruchtkörper entwickelt und wo findet man sie?

Diplom-Biologe Jörg Liesendahl von der Natur-Schule Grund stellt bei einer Wanderung im Gebiet zwischen Grund und der Grüne die Ökologie der Pilze und ihre Bedeutung für die Abläufe in der Natur dar. Aus der Vielfalt von hunderten aus dem Gebiet bekannten Pilzarten werden einige häufige und einige seltenere Pilzarten vorgestellt.

Wichtig: Diese Pilzwanderung dient nicht dem Aufsammeln essbarer Pilze! Das Körbchen muss deshalb zu Hause bleiben.

Die ökologische Pilzwanderung startet am Samstag, 4. Dezember 2021, um 10 Uhr an der Natur-Schule Grund, Grunder Schulweg 13, in 42855 Remscheid-Grund. Die Wanderung ist geeignet für interessierte Erwachsene, aber auch für Familien mit Kindern ab ca. 8 Jahren und wird etwa drei Stunden dauern. Wetterfeste, ggf. auch wärmende Kleidung und Schuhe werden empfohlen.

Anmeldung und Kosten

Die Kosten betragen für Kinder bis 15 Jahre 3,50 Euro und für Erwachsene 7 Euro. Familien mit mehr als einem eigenen Kind erhalten einen Familienrabatt. Wegen Begrenzung der Teilnehmerzahl ist eine frühzeitige Anmeldung erforderlich. Anmeldungen nimmt die Natur-Schule unter 02191 3748239 oder, besser noch, per Mail entgegen: info@natur-schule-grund.de, Anmeldeschluss ist Freitag, 3. Dezember 2021 um 12 Uhr.

Gemäß den verbindlichen Corona-Regeln gilt zur Zeit die 2G-Regel, Impfung oder Genesenen-Status sind zu Beginn der Veranstaltung zu belegen. Ein zusätzlicher Test (nicht älter als 24 Stunden) wäre sinnvoll. Für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre gilt die Annahme, dass diese in der Schule getestet wurden, ältere, nicht geimpfte oder genesene Jugendliche können mit einem aktuellen Negativ-Test teilnehmen.

Wie sah das jüdische Leben „em Dorp“ aus?

Günter Urspruch referierte bei den Lüttringhauser Gesprächen. Die diesjährigen Lüttringhauser Gespräche hatten das jüdische Leben in Deutschland und speziell im Bergischen Land zum Thema. Seit 1700 Jahren ist dies dokumentiert.

Nachdem die Leiterin der Begegnungsstätte Alte Synagoge, Dr. Ulrike Schrader, im ersten Gespräch über Jüdische Gemeinden im Bergischen Städtedreieck informierte und anschließend Peter Liebermann, ehemaliger Oberarzt an der Stiftung Tannenhof, einen Überblick über das Jüdischsein im aktuellen Deutschland gab, ging es im finalen dritten Teil der Gespräche um das jüdische Leben „em dorp“ und in der unmittelbaren Nachbarschaft. Günter Urspruch, profunder Kenner der Geschichte zwischen Lennep und Ronsdorf, hatte sich bereiterklärt, diesen Vortrag zu halten. Die Gesprächsreihe war in diesem Jahr ausnehmend gut besucht, und auch Günter Urspruch konnte sich über 40 Interessierte freuen. Sein Referat war eine denkwürdige und spannende Mixtur aus Fakten und Anekdoten, die Urspruch aus seinen zahlreichen Unterhaltungen mit Zeitzeugen erfahren hatte. Er selbst, der von sich sagt, er sei weder Literat noch Historiker, ließ auch den Humor in seinem gut einstündigen Referat nicht außen vor.

Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs

Belege dafür, wie schnell sich friedliches Miteinander zu Hass entwickeln kann

Das Leben zwischen Christen und Juden im Bergischen sei vor der Reichsprogromnacht 1933 konfliktfrei gewesen, ein geradezu vorbildhaftes Miteinander. „Ich habe in meinen Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen kein schlechtes Zeugnis über Juden gehört“, sagte Urspruch. Das änderte sich mit Aufkommen des Nationalsozialismus. So gibt es ein Zitat des ehemaligen hohen evangelischen Würdenträgers Otto Sibelius aus dieser Zeit, das besagt, dass die „deutsche Bevölkerung darauf acht haben muss, dass der jüdische Einfluss im Leben geringer sein muss.“ Eins der Belege dafür, wie schnell sich ein friedliches Miteinander zu Hass entwickeln kann.

Nachdem in Jahr 1807 alle Schulen auch für jüdische Mitbürger geöffnet wurden, entwickelte sich das jüdische Leben im Bergischen langsam. Vor 1830 waren Juden in Lennep und Lüttringhausen nur vereinzelt verzeichnet, wobei die jüdische Bevölkerung in Lüttringhausen immer spärlich geblieben ist. 1845 verzeichete Lüttringhausen über 10.000 Einwohner, wovon 2 jüdisch waren. Über 60 Jahre später (Einwohnerzahl 13.500) waren es immer noch zwei. Im Wuppertaler Stadtteil Ronsdorf betrug der jüdische Anteil an der Bevölkerung 0,2%. 1795 gab es 215 jüdische Familien im Herzogturm Berg, bei der Eingemeindung Lüttringhausens 1929 gab es 273 jüdische Menschen in Remscheid, 1944 nur noch 7.

Sehr ausführlich ging Günter Urspruch auf die Familie Löwenthal ein, die aus Garzweiler zugewandert war und sich in Lüttringhausen niederließ. 1845 kaufte die Familie die Häuser Remscheider Straße 8 und 10, die aber nicht lange in deren Besitz blieben. Nachdem die Löwenthals das ehemalige Schulgebäude an der Schmittenbuscher Straße gekauft und später wieder verkauft hatten, zog die Familie – wahrscheinlich aus wirtschaftlichen Gründen – nach Ronsdorf. Die heutige Familiengrabstätte der Löwenthals, im Volksmund als „Jüdischer Friedhof“ bekannt, verzeichnete 1853 die erste und 1909 die letzte Bestattung. „Nach jüdischem Glauben darf eine Grabstätte nur einmal belegt werden“, weiß Urspruch. „Das ist das ‚Ewige Ruherecht‘, was im Christentum auch bei Soldatengräbern Anwendung findet.“ Der Friedhof an der Adolf-Clarenbach-Straße wurde 1939/40 von Lüttringhauser Nazis zerstört und es gibt Gerüchte, dass auch heute noch Grabsteine des zerstörten Friedhofs in Lüttringhauser Gärten stehen. Das mochte Urspruch aber nicht bestätigen. 1949 errichtete die Stadt die Stätte in der heutigen Form. „Ich selbst“, so Urspruch, „habe erst in den 70er Jahren von der Begräbnisstätte erfahren.“

„Die waren eines Tages nicht mehr da.“

Ehemalige Nachbarn der jüdischen Familie Winter.
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch bei seinem Vortrag zu jüdischem Leben em Dorp im Rahmen der Lüttringhauser Gespräche. Foto: Peter Klohs

Der Referent ging ebenso auf den Weg in die Vernichtung ein, den viele Juden im Bergischen gehen mussten. Wie die Familie Winter, die 1920 nach Lüttringhausen kam und an der Barmer Straße wohnte. Gespräche mit ehemaligen Nachbarn erbrachten nur ein: „Die waren eines Tages nicht mehr da.“ Die Familie wurde wie so viele über Wuppertal-Steinbeck nach Theresienstadt deportiert und von dort aus in den Osten, wo sie in Vernichtungslagern wie Treblinka und Konzentrationslagern wie Auschwitz ermordet wurden. Jeder jüdische Bürger hatte für den Transport 65 Reichsmark zu entrichten. Unter vielen namenlosen und unbekannt gebliebenen jüdischen Mitbewohnern traf dies auch auf Dr. Josef Norden zu, der Rabbiner in Elberfeld war, 1935 in den Ruhestand ging und 1943 nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er auch durch Mörderhand starb.

Die braune Brut von heute muss mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden.

„Meine Generation“, so Urspruch gegen Ende seines Vortrages, „hat kein Recht, unseren Eltern Vorhaltungen zu machen, sie seien nicht entschieden gegen die Nazis vorgegangen. Und auch, wenn Vergleiche zur heutigen Zeit nicht angebracht sind, so ist doch eins vollkommen klar: Die braune Brut von heute muss mit allen demokratischen Mitteln bekämpft werden.“

Heute zählt die jüdische Gemeinde in Wuppertal 2500 Mitglieder (im gesamten Bergischen Land etwa 3000) und verfügt über drei Friedhöfe. In Remscheid gibt es keine jüdische Gemeinde.

Günter Urspruch und Pfarrerin Kristian Voll bei den Lüttringhauser Gesprächen. Foto: Peter Klohs
Günter Urspruch und Pfarrerin Kristian Voll bei den Lüttringhauser Gesprächen. Foto: Peter Klohs

Dachstuhlbrand mit einer schwerverletzten Person

Am vergangenen Wochenende, in der Nacht zum Samstag, erreichten mehrere Notrufe die Leitstelle der Feuerwehr Remscheid, die einen Brand im Dachbereich eines Wohnhauses auf der Wermelskirchener Straße meldeten.

Bereits auf der Anfahrt war für die anrückenden Einsatzkräfte der Feuerschein zu erkennen. Alle Bewohner des Wohnhauses hatten sich bereits in Sicherheit gebracht. Ein Bewohner wurde durch die Polizei betreut und an den Rettungsdienst übergeben. Dabei handelte es sich um den Bewohner der betroffenen Dachgeschosswohnung, die komplett im Vollbrand stand. Die Person wurde durch den Brand schwer verletzt und nach der notärztlichen Behandlung vor Ort in eine Spezialklinik transportiert.

Durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr wurden zwei Drehleitern zur Brandbekämpfung eingesetzt. Zusätzlich konnten zwei Atemschutztrupps in dem Gebäude bei den Löschmaßnahmen unterstützen. Aus dem angrenzenden Nachbargebäude evakuierte die Feuerwehr zwei Personen, die während der Löschmaßnahmen in einem Rettungswagen betreut worden sind. Insgesamt wurden sechs Atemschutztrupps eingesetzt.

Das Feuer zerstörte den Dachbereich sowie die obere Wohnung. Eine Ausbreitung auf weitere Gebäudeteile sowie Nachbargebäude konnte verhindert werden. Nach Beendigung der Einsatzmaßnahmen war das Wohnhaus jedoch nicht mehr bewohnbar und fünf Personen mussten in einer Notunterkunft untergebracht werden. Die Wermelskirchener Straße war während des Feuerwehreinsatzes komplett gesperrt. Die Berufsfeuerwehr wurde durch die Freiwillige Feuerwehr Nord unterstützt. Um während der Einsatzdauer den Grundschutz sicherzustellen, besetzte die Freiwillige Feuerwehr Lennep die Hauptwache. Zur Klärung der Brandursache wird die Polizei die Ermittlungen aufnehmen.

Nachlöscharbeiten an der Einsatzstelle Wermelskirchener Straße in Remscheid nach Dachstuhlbrand. Foto: Feuerwehr Remscheid
Nachlöscharbeiten an der Einsatzstelle Wermelskirchener Straße in Remscheid nach Dachstuhlbrand. Foto: Feuerwehr Remscheid