Schmittenbusch: Hauptweg gesperrt

Nach den Baumschnittarbeiten der letzten Wochen, muss nun das Holz im Schmittenbusch in Lüttringhausen abtransportiert werden. Dazu ist der Hauptweg bis längstens Donnerstagabend, 18. November 2021, gesperrt. Spaziergehende, Joggende und Radfahrende sind gebeten die Absperrung aus Sicherheitsgründen keinesfalls zu ignorieren.

NRW: 2G und 2G-Plus kommt

Die Corona-Zahlen steigen immer weiter, darum werden in Nordrhein-Westfalen (NRW) nun flächendeckend Beschränkungen für Erwachsene eingeführt, die weder geimpft noch genesen sind. Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat es heute nach der Kabinettssitzung angekündigt. Neben der Gastronomie gilt dies auch besonders für Weihnachtsmärkte und Fußballspiele.

Noch strenger wird es bei Discobesuchen, Karnevalssitzungen und Feiern werden, denn dort gilt dann die 2G-Plus-Regel. 2G-Plus bedeutet, dass der Zugang nur für Geimpfte und Genesene gestattet ist, wenn sie auch einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen können. Für Kinder und Jugendliche wird es natürlich weiterhin Ausnahmen geben. Dennoch erwähnenswert, dass wohl eine europaweite Freigabe des Comirnaty-Impfstoffs von BioNTech für Kinder von 5-11 Jahren im Lauf der nächsten Woche bevorsteht.

Der Durchbruch – Doch das Monster bricht nicht

Am Samstagabend mal wieder unbeschwert -man ist ja geimpft- ins Theater gehen, zu einer in Remscheid stattfindenden Premiere eines Remscheider Autors: Der Durchbruch, geschrieben von Christian Wüster, uraufgeführt im Westdeutschen Tournee Theater (WTT).

Die Remscheider Kultur ist gut miteinander vernetzt, man weiß was die anderen tun, aber aktive Kooperationen zum Wohl der lokalen Kunst- und Kulturszene sind leider sehr selten. Viel zu gerne möchte man mit großen Namen von kleinen Geschichten oder mit spektakulärem Getöse von etwa mangelnder Qualität ablenken. Es braucht mehr Mut, Mut zu aktiver Vernetzung, zu Kooperation, zu Zusammenarbeit.

Und genau das hat Claudia Sowa, Intendantin des WTT, nun vorgemacht. Quasi einen Durchbruch für die Remscheider Kulturszene gewagt: Die Premiere eines Stücks eines Remscheider Autors auf einer bekannten Remscheider Bühne mit einem professionellen Ensemble. Christian Wüster ist Autor und Vorsitzender der Lüttringhauser Volksbühne und leitet mit dem WÜSTheatER auch eine eigene Laien-Theatergruppe.

Die Gräueltaten der Nazis

Coronabedingt inszenierte Sowa „Der Durchbruch“ als szenische Lesung, dabei minimalistisch und dunkel. Die Bühne war komplett in Schwarz gehüllt. Fünf Stühle, ein Tisch und das farbig jeweils etwas anders nuancierte Licht zweier Schweinwerfer bildeten das Bühnenbild. Das Saallicht erlischt, das Ensemble tritt auf. Die Erzählerin setzt das Publikum ins Bild. Es ist 1962 – viele der alten Naziverbrecher haben sich das Leben genommen, oder wurden verhaftet. In einem Gefängnis in Essen wartet die bekannte Nazi-Größe Leopold Pleiditz, das Monster von Treblinka, auf seinen Prozess und vertreibt sich die Zeit mit seinem Gefängniswärter.

17 Jahre ist es her, dass das Nazireich unterging und Deutschland kapitulierte. Sechs Millionen Juden wurden von den Nazis ermordet, vier Millionen in Konzentrationslagern wie Auschwitz oder in Vernichtungslagern wie Treblinka und zwei Millionen bei Massakern der Wehrmacht. Die Nazizeit ist das dunkelste Kapitel deutscher Geschichte.

Pleiditz sitzt in seiner Zelle, ist gut gelaunt, arrogant, prahlerisch, lacht viel und laut. Björn Lenz, der Pleiditz mimt, bringt diesen eklatanten Gegensatz vom deutschen Schuldgefühl der Demokratinnen und Demokraten und dieser unbegreifbaren Überheblichkeit und Selbstüberschätzung der Nazis so echt und natürlich auf die Bühne, dass es während der gesamten Lesung im Publikum mucksmäuschenstill bleibt. Man mag sich nicht durch irgendein unbedachtes Geräusch zu erkennen geben, um dann schlimmstenfalls der Willkür des Monsters von Treblinka ausgesetzt zu sein. Pleiditz prahlt stolz und humorig mit seinen unmenschlichen Abartigkeiten.

Der Durchbruch – wenigstens der Wand

Man hört ein Kratzen, ein Schaben, im Stück öffnet sich die Wand. Pleiditz erhält überraschend und überraschenden Besuch. „Ich war Dein Gast in Treblinka“. Der KZ-Überlebende David Magen wird von Björn Lukas ebenso überzeugend dargestellt. Er, jetzt nicht mehr verfolgt, tritt seinem früheren Peiniger in dessen Zelle gegenüber, sucht nach Menschlichem, nach Antworten, hofft auf Reue, und trifft doch nur auf den Menschen, den er aus Treblinka kennt.

Pleiditz (Björn Lenz, re.) im Gespräch mit seiner Anwältin Karin von Schmelz (Claudia Sowa) im Beisein des Wärters (Björn Lukas). Thomas Ritzinger übernahm ab da den Part des Erzählers. Foto: Sascha von Gerishem
Pleiditz (Björn Lenz, re.) im Gespräch mit seiner Anwältin Karin von Schmelz (Claudia Sowa) im Beisein des Wärters (Björn Lukas). Thomas Ritzinger übernahm ab da den Part des Erzählers. Foto: Sascha von Gerishem

Lukas spielt auch den Gefängniswärter, es gibt Pleiditz‘ Pflichtverteidiger, einen zweifelhaften abgehalfterten bayrischen Anwalt im Ruhrgebiets-Exil, souverän dargestellt von Thomas Ritzinger und die zweite Anwältin Karin von Schmelz, verkörpert von Claudia Sowa selbst, die dem Monster endlich eine Arroganz entgegenbringt, die der Autor mit mehr Zeilen Text weiter hätte ausbauen können. War dem Publikum diese Szene zunächst seelische Erholung, bangte man kurz darauf ob sie das Monster womöglich noch vor der Todesstrafe bewahren könne.

Das Stück endet im letzten Zwiegespräch zwischen Magen und Pleiditz. Einer stirbt sein Leben, der andere lebt sein Sterben. Schwarzblende. Stille. Applaus. Und nach verhalltem Applaus herrscht im Theatersaal wieder Stille. Alle Zuschauenden sitzen wieder auf ihren Plätzen, denken, sinnieren, grübeln, atmen. Es dauerte ein bisschen, bis sich alle Menschen im Saal wieder gefangen hatten und wieder reden konnten, so eindrücklich war der Abend, so schwer zu ertragen die -hier nur gespielte- Naziarroganz gepaart mit abgrundtiefem Hass und grenzenloser Überheblichkeit.

Weiterer Termin

Am Freitag, 26 November ab 19.30 Uhr (Einlass 19 Uhr) (Tickets online kaufen) findet die Lesung ein weiteres Mal im WTT statt. Reservierung empfohlen, es gilt die 2G-Regel. Im Eintrittspreis von 12 Euro ist ein Freigetränk enthalten, und das braucht es, um den anschließenden Kloß im Hals herunter zu spülen. Diese Lesung sollte erlebt werden, auch dringend von Schulklassen, und das Stück es noch auf die große Bühne schaffen, richtig mit Bühnenbild und Theatralik. Das wäre dann auch ein weiterer Durchbruch – ebenfalls verdient.

Remscheider Weihnachtstreff bereits eröffnet

Bereits seit Freitag ist der Remscheider Weihnachtstreff auf dem Theodor-Heuss-Platz geöffnet.

Das erste Wochenende des Weihnachtsmarktes auf dem Remscheider Rathausplatz ist bereits vergangen. Da zu erwarten war, dass es am Eröffnungswochenende voll wird, haben wir hier nicht auf die Eröffnung hingewiesen. Die Eisbahn steht und funktioniert bei dem kalten Wetter hervorragend, auch heiße Getränke und typische Weihnachtsmarktleckereien liefen gut. Selbst Geschenkideen kann man beim Budenzauber entdecken. Hauptziel für die meisten Besuchenden: Etwas Normalität erleben.

Aber von Normalität sind wir noch weit entfernt. Beim Weihnachtstreff gilt die 3G-Regel, die leider nicht durchgängig und konsequent, sondern nur stichprobenartig kontrolliert wird. Neben dem Genießen der Marktatmosphäre sind weiter Disziplin und Anstand der Besuchenden wichtig, also Abstand und evtl. sogar das Masketragen, zumal die Infektionsrate steigt und es noch immer zu viele Ungeimpfte gibt.

Wenn man sich und andere schützt, also durch Impfung, Maske, Abstand, und das passt ideal zum weihnachtlichen Gedanken, steht einem entspannten Besuch mit der Familie nichts entgegen. Bleiben Sie gesund.

PSR: Aufladeaktion mit Bonusguthaben

Vom 15. bis 20. November 2021 findet die alljährliche Aufladeaktion der PSR (Park Service Remscheid) statt. In diesem Zeitraum kann an allen Kassenautomaten in den PSR-Parkeinrichtungen die PSR–Wertkarte oder die EWR PLUS-Card aufgeladen werden. Das Besondere: Je 10 Euro Aufladebetrag erhält man zusätzlich 3 Euro geschenkt. Der maximale Aufladebetrag beträgt 50 Euro. Die PSR-Wertkarte ist im Leitstand in der Tiefgarage Rathaus (Tel. 0 21 91 – 16 49 02) erhältlich.

Ein jüdisches Leben in Deutschland

Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen.

Die diesjährigen Lüttringhauser Gespräche sind – zumindest gilt das für die ersten beiden Abende – gut besucht. Auch am 9. November wollten mehr als 40 Besucher im Saal der evangelischen Gemeinde Lüttringhausen den Ausführungen des Referenten lauschen. Peter Liebermann war zu Gast, Mediziner, Psychiater und Psychotherapeut aus Leverkusen, der zum Thema „Jüdisch sein in Deutschland“ tiefe Einblicke in seine Familie gewährte. Für einige Jahre war Liebermann Oberarzt an der evangelischen Stiftung Tannenhof.

„Ich bin unsicher“, gestand Liebermann zu Anfang seines siebzigminütigen Monologs, „weil ich nicht weiß, was Sie erwarten.“ Aber der Referent ist Profi genug, wie sich im Laufe des Abends erweisen sollte.

„Ich war auf dem Gymnasium der einzige Jude“.

Peter Liebermann

Liebermanns Bericht beginnt bei seinen Großeltern, die in Kattowitz lebten und die nicht sehr religiös waren. Auch sein Vater habe in Polen gelebt, zumindest bis 1933, „als es dort als Jude schwieriger wurde“. Liebermanns Vater hat die Deportation überlebt, weil er zu dieser Zeit im Krankenhaus lag. Einige Antisemiten hatten ihn böse verprügelt. Ab dem September 1939 ließ er sich in Großbritannien nieder, wo er als „feindlicher Ausländer“ auch kein leichtes Leben hatte. Die britische Regierung stellte ihn vor die Wahl: Inhaftiert zu werden oder in der britischen Armee zu kämpfen. Er entschied sich für das Letztere. Das führte dazu, dass der Vater Peter Liebermanns zeit seines Lebens ein sehr vorsichtiger Mann geblieben ist. „Er hat mich auch noch mit 80 Jahren beim Überqueren der Straße an die Hand genommen“, berichtet der Mediziner. „Er wollte spüren, dass ich noch da bin.“

Die Shoah wurde in seiner Familie unterschiedlich verarbeitet. Seine Mutter hat darüber geredet, sein Vater nicht.

„Es ist nicht wichtig, ob ich ein Jude bin oder nicht. Wir müssen lernen, uns als Menschen zu begegnen.“

Peter Liebermann

Liebermanns Schilderungen gehen über seine Schulzeit („Ich war auf dem Gymnasium der einzige Jude“.), über nationalsozialistisch geprägte Lehrkräfte auch noch im Jahr 1961, als Peter Liebermann eingeschult wurde, über sein Leben in Köln-Rath, seine Ausbildung als Krankenpfleger, sein Studium und erste antisemitische Schmierereien an der Uni hin zu der Frage, ob man ihn als Juden erkennen könne. „Zerrbilder über Juden sind extrem bedeutsam“, erklärt er. „Juden haben krumme Nasen, zum Beispiel, obwohl ich viele stupsnasige Jüdinnen kenne. Ich trage keine Kippa und keinen sichtbaren Davidsstern. Ich falle nicht auf. Es ist schwierig geworden, sich in Deutschland als Jude zu erkennen zu ergeben. Und wenn man weiß, dass ungefähr ein Viertel der Deutschen antisemitische Einstellungen teilen, dann bekommt das nochmal ein anderes Gesicht.“

"Es war völlig klar, dass ich anders bin", sagt Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen, "mein Freundeskreis war sehr reduziert." Foto: Peter Klohs
„Es war völlig klar, dass ich anders bin“, sagt Peter Liebermann bei den Lüttringhauser Gesprächen, „mein Freundeskreis war sehr reduziert.“ Foto: Peter Klohs

Die aktuelle Lage der „Zweiten und dritten Generation von Juden nach der Shoah in Deutschland“ sieht er klar und deutlich. „Die zweite Generation nach der Shoah hat Probleme mit Emotionen“, hat der Psychotherapeut erkannt. „Auf der anderen Seite wollen Menschen, die eindeutig Täter waren, zu mir in die Therapie kommen. Sie versprechen sich wohl davon eine Art Vergebung, die ich nicht erbringen kann.“ 

„Wenn man weiß, dass ungefähr ein Viertel der Deutschen antisemitische Einstellungen teilen, dann bekommt das nochmal ein anderes Gesicht.“

Peter Liebermann

Liebermann ist im Wissen des „Anderssein“ aufgewachsen. „Es war völlig klar, dass ich anders bin“, sagt er heute. „Mein Freundeskreis war sehr reduziert.“ Humorvoll geht er auf die vielen freien Tage ein, die er besonders als Schüler genoss. „Da waren Ostern und Pfingsten und all die christlichen Feiertage. Und dann kamen Jom Kippur oder Chanukka hinzu.“ Liebermann versteht sich und sein Leben als einen winzigen Mikrokosmos in der großen und vielgestaltigen jüdischen Welt. „Es ist nicht wichtig, ob ich ein Jude bin oder nicht. Wir müssen lernen, uns als Menschen zu begegnen. Und trotz allem, was hier geschehen ist“, schließt er, „fühle ich mich in Deutschland sicher.“

Günter Urspruch wird am Dienstag, 16. November, mit Antworten auf die Frage „Und wie war das em Dorp?“ das jüdische Leben in Ronsdorf und Lüttringhausen beleuchten. Der langjährige ehemalige Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Lüttringhausen hat sich einen Namen als profunder Kenner der Lokalgeschichte zwischen Ronsdorf und Lennep gemacht.

Oberbürgermeister fordert erneut eine einheitliche 2G-Regel

Die Corona-Lage entwickelt sich in Remscheid, ebenso wie in allen anderen Städten landes- und bundesweit, sehr besorgniserregend. Derzeit sind die Remscheider Intensivkapazitäten noch im grünen Bereich, aber die hohen und steigenden Inzidenzwerte werden sich mit etwas Zeitverzögerung auch dort deutlich bemerkbar machen. Mit Blick auf die aktuellen Karnevalsveranstaltungen und auch auf die nun anstehenden Weihnachtsmärkte, Weihnachtsfeiern und sonstige Veranstaltungen fordert Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz das Land NRW erneut auf, nunmehr endlich eine einheitliche 2G-Regelung für das gesamte Land zu schaffen: „Wir haben im Frühjahr schon festgestellt, dass ein Flickenteppich von einzelnen kommunalen Einschränkungen und Regelungen nicht zielführend ist. Hier ist dringend eine mindestens landesweite Regelung erforderlich! Wir müssen den Menschen Sicherheit geben und das funktioniert nicht mit Einzellösungen!“

Neue Impfstelle im Zentrum Süd

Die Stadt Remscheid richtet derzeit im 1. UG des Zentrum Süd, Rosenhügeler Straße 2-8 die neue Impfstelle ein. Nach einer Dringlichkeitsentscheidung vom heutigen Morgen ist der Weg zur Unterzeichnung eines entsprechenden Mietvertrages frei. Der Betriebsstart ist für den 01.12.2021 vorgesehen; voraussichtlich wird es drei Impfstraßen geben. Bis dahin gilt es, alle personellen, technischen, organisatorischen und räumlichen Aspekte zu klären. Alle wichtigen Einzelheiten, wie z. B. die genauen Öffnungszeiten, evtl. Terminbuchungsmöglichkeiten etc. werden dann rechtzeitig vorher veröffentlicht.

Im Übergang bietet die Koordinierende COVID-Impfeinheit (KoCI) Remscheid im Monat November zwei weitere Impfaktionen im Gesundheitshaus am Standort Hastener Straße 15 an. Erst- und Zweitimpfungen ohne Termin sind vom 16. bis 18. und in der Folgewoche vom 22. – 24.11. jeweils von 11 bis 18 Uhr möglich. Angeboten werden außerdem die sogenannte Boosterimpfungen. Die Auffrischungsimpfungen mit BioNTech kommen für Personen infrage, die über 70 Jahre alt sind, deren Immunantwort auf die Covid-19-Impfung aufgrund von Vorerkrankungen reduziert oder schnell nachlässt oder die regelmäßig Kontakt haben mit gefährdetem Gruppen oder infektiösen Menschen. Sechs Monate müssen nach der ersten vollständigen Impfserie für die dritte Impfung vergangen sein.

„Ich bitte jeden Einzelnen in dieser Stadt: Lassen Sie sich impfen!“

Thomas Neuhaus, Leiter Krisenstab Remscheid

Die Auffrischungsimpfung kommt außerdem für Menschen in Betracht, die den vollständigen Impfschutz mit dem Wirkstoff Johnson & Johnson aufgebaut haben. Sie können den Impfschutz nach vier Wochen auffrischen lassen.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz bedankt sich bei allen Beteiligten für diese Lösung: „Vielen Dank an alle, die mit viel Engagement dazu beigetragen haben, für die Menschen in unserer Stadt innerhalb von drei Tagen nach der Aufforderung des Landes eine neue Impfstelle zu schaffen, die kurzfristig den Betrieb aufnehmen wird. Auch die unbürokratische Ausweitung des Impfangebotes der Koordinierenden Corona-Impfeinheit (KoCi) im Gesundheitshaus begrüße ich sehr!“.

„Ich bitte jeden Einzelnen in dieser Stadt: Lassen Sie sich impfen! Schützen Sie sich und Ihre Gesundheit. Nutzen Sie die neu geschaffenen ergänzenden niederschwelligen Impfangebote! Wir werden die Pandemie nicht in den Griff bekommen, wenn die Impfquote sich nicht deutlich erhöht!“, mit diesem dringenden Appell richtet sich Krisenstabsleiter Thomas Neuhaus an die Öffentlichkeit.

Hintergrund: Mit dem 6. Erlass des Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 09.11.2021 zur Organisation des Impfgeschehens gegen COVID-19 ab Oktober 2021 wird festgelegt, dass die Kommunen zur Durchführung von Auffrischungsimpfungen stationäre Impfstationen vorhalten müssen. Die kommunalen Impfangebote sind als Ergänzung der Leistung der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zu sehen. Wie bekannt mussten die Impfzentren landesweit zum 01.10.2021 den Betrieb einstellen, so auch das Impfzentrum in der Halle West. Da diese Halle sich nunmehr in der Sanierung befindet, steht sie für eine Reaktivierung nicht mehr zur Verfügung. Im Bestand der Stadt Remscheid war keine geeignete Immobilie verfügbar, daher wurden in den letzten Tages verschiedene räumliche Möglichkeiten in Remscheid geprüft.

32.500 Euro: Volksbank unterstützt Vereine

Reinhard Schrage muss sich strecken, um auf die neu angebrachte Markierung hinzuweisen: Bis zum ersten Stock stand das Hochwasser im Juli am historischen Wipperkotten am Solinger Wupperufer. Fast vier Monate später sind die Folgen noch vielfach sichtbar, anderes – das zeigen die frisch verputzten Wände im Erdgeschoss des Fachwerkgebäudes – ist schon repariert. Viele Spenden haben dies dem Förderverein Schleiferei Wipperkotten ermöglicht. Auch die Volksbank im Bergischen Land hat 2.000 Euro gespendet – und insgesamt 32.500 Euro als Fluthilfe an Vereine in der Region weitergegeben.

22 Vereine aus Solingen, Remscheid, Velbert, Haan und Hückeswagen haben das Hilfsangebot der bergischen Bank angenommen. „Uns war es wichtig, dass das Geld schnell und unkompliziert ankommt“, sagt Vorstandsvorsitzender Andreas Otto. „Wir wissen, dass diese eine Spende für viele nicht reicht, um ihre Schäden zu beseitigen, aber wir konnten damit eine Anschubfinanzierung leisten.“

Beim Besuch im Wipperkotten gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Paul Westeppe zeigte sich Andreas Otto beeindruckt vom Einsatz der Ehrenamtler, die dieses Kleinod und ein wichtiges Stück bergische Geschichte und Gegenwart lebendig halten. Die Hilfe kommt hier gut an – auch wenn Reinhard Schrage und der Förderverein noch einen weiten Weg vor sich haben.

Immatrikulationsurkunde: bwv kooperiert mit FHM

Das neue Semester des Bachelor-Studiums am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung beginnt

Am 4. November haben die neuen Studierenden ihre Immatrikulationsurkunde für das Verbundstudium „Industriekauffrau/Industriekaufmann und Bachelor of Arts (Betriebswirtschaftslehre)“ am bwv. erhalten. Ermöglicht wird dieses durch eine Kooperation des Berufskollegs mit der staatlich anerkannten Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld. Das begleitende Fernstudium gibt den Studierenden die Möglichkeit ihre Ausbildung und das Studium parallel zur Ausbildung am Berufskolleg zu absolvieren und somit zielgerichtet ihre weitere Karriere voranzutreiben. Alle Prüfungen, sowie die obligatorische Bachelorarbeit werden vom Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung betreut und auch hier vor Ort in Remscheid durchgeführt und abgenommen. Dadurch wird ein Studium aufgenommen, welches komplett in die Ausbildung integriert ist, Parallelitäten zwischen den Partnern nutzt und hier vor Ort zum ersten akademischen Abschluss führt. Erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen können am bwv. ebenfalls ihr Master-Studium absolvieren. Dabei ist es keine Voraussetzung das Bachelor-Studium im Rahmen der Ausbildung am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid absolviert zu haben.

Bei einer kleinen Immatrikulationsfeier im Studienzentrum des bwv. wurden unter anderem der Studien- und Prüfungsplan sowie die begleitenden Lehrveranstaltungen vorgestellt. Insbesondere die Präsentation der Online-University und die damit verbundenen optimalen Rahmenbedingungen erfreuten die Anwesenden. In den kommenden Semestern werden sich die beiden angehenden Akademikerinnen Lina Nana Dittmann und Dorina Ristic mit klassischen Fächern wie Betriebswirtschaftslehre und Volkswirtschaftslehre beschäftigen. Zum Studieninhalt gehören aber beispielsweise auch Selbstmanagement und Selbstmarketing sowie eine strategische Karriereplanung. Die im Studium zu erwerbenden praxisnahen und anwendungsorientierten Fertigkeiten und Fähigkeiten werden den Studierenden Elan und Enthusiasmus abverlangen, um sie zu einem erfolgreichen Bachelortitel hinzuführen.

Nähere Infos zum Bachelor- und Master-Studiengang gibt es auf den Internetseiten des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung der Stadt Remscheid (www.bwv-rs.de). Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit sich im Sekretariat des Berufskollegs (Tel.: 02191-499450; schule@bwv-rs.de) persönlich zu informieren.

Corona-Schutzverordnung angepasst: Tests sind 24 Stunden gültig

Negative Antigen-Schnelltests oder PCR-Tests sind nur noch 24 Stunden lang gültig. Das geht zurück auf die aktualisierte Corona-Schutzverordnung des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS), die ab heute, 10. November, gilt. Darin heißt es: „Getestete Personen im Sinne dieser Verordnung sind Personen, die über ein nach der Corona-Test-und-Quarantäneverordnung bescheinigtes negatives Ergebnis eines höchstens 24 Stunden zurückliegenden Antigen-Schnelltests oder eines von einem anerkannten Labor bescheinigten höchstens 24 Stunden zurückliegenden PCR-Tests verfügen.“ Genesene und vollständig geimpfte Menschen gelten im Sinne der Verordnung als immunisiert.

Für Karnevalsveranstaltungen in Innenräumen müssen laut Schutzverordnung dieselben Regeln wie für Clubs und Diskotheken beachtet werden. Der Zugang ist nur Geimpften und Genesenen erlaubt sowie Getesteten, die über ein negatives PCR-Testergebnis oder ein höchstens sechs Stunden altes Antigen-Schnelltestergebnis verfügen. Wer eine solche Veranstaltung besucht, kann dann auf das Tragen einer Maske verzichten.

Niemals vergessen: Die Reichspogromnacht 1938

Alljährlich am 9. November gedenken wir den Opfern der nationalsozialistischen Gräueltaten von 1938. Dieser Tag gehört zu den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte.

In der Reichspogromnacht brennen jüdische Geschäfte und Synagogen. Das Pogrom steht für den Antisemitismus in Deutschland und den Wandel hin zu einer Entwicklung, die in einer „Endlösung der Judenfrage“ im Sinne der Ermordung der europäischen Juden im deutschen Machtbereich mündet.

In einer Zeit, wo auch in Deutschland, Nazis nicht nur wieder offen marschieren, sondern auch in manchen Parlamenten und Räten vertreten sind, auch in Remscheid, wo rechtsterroristische Anschläge stattfinden, wie in Hanau oder jüngst in Wien, darf der unschuldigen Opfer rechtsextremer Gewalt nicht nur still gedacht werden. Wir müssen daran erinnern, wir müssen darüber informieren, die Inhalte lehren und die richtigen Schlüsse daraus ziehen: Die müssen lauten: „Nie wieder!“ und „Kein Millimeter nach rechts“. Keine Duldung und kein Schweigen mehr bei rechtsextremen und nationalistischen Hassverbrechen. Schweigen schützt die Falschen.