Die Physiker – Begeisterung für den Klassiker

Tournee-Theater THESPISKARREN mit „Die Physiker“, einer Komödie in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt, am 15. März 2022 im Teo-Otto-Theater in Remscheid.

Na gut, die Endbewertung zuerst: 6 von 5 möglichen Sternen! – Warum? Weil mit Superlativen so zeitgeistig umhergeworfen wird, dass sie Ihre Wirkung verlieren, oder zumindest an Strahlkraft einbüßen.

Daher habe ich mich entschieden, die Endbewertung vorwegzunehmen, damit deutlich klar wird: Dieser Theaterbesuch hat sich gelohnt, das Gastspiel um das Tournee-Theater THESPISKARREN war ein voller Erfolg.

Nicht nur am tosenden und zurecht anhaltenden Applaus war dies zu merken, sondern auch an der fachlichen Expertise, der exquisit-erlesenen Besetzung sämtlicher Rollen, sowie der lebensbejahenden Spielfreude. Für die besagte Spielfreude gibt es übrigens den Extrapunkt, der das Ergebnis von 6 Sternen ausmacht!

Altbekannt und doch aktuell

André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause, und Hellena Büttner © Loredana La Rocca / THESPISKARREN
André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause, und Hellena Büttner © Loredana La Rocca / THESPISKARREN

Der Inhalt der Physiker ist hinlänglich bekannt und leider wieder brandaktuell. Daher kommt das Stück zur richtigen Zeit – so makaber es auch klingen mag.

Wir befinden uns in der Schweiz; genauer gesagt in dem noblen Sanatorium Les Cerisiers. Es werden zwei Krankenschwestern ermordet, die Tat wird eher despektierlich mit dem heißen Eisen angefasst. Die Mörder, oder sanfter, die Täter, wie es hier genannt wird, kommen augenscheinlich aus den Kreisen der Patienten, die sich mehr oder weniger für berühmte Physiker halten: Sir Isaac Newton und Albert Einstein. Dann gibt es da noch den dritten im Bunde: Johann Wilhelm Möbius, den Entdecker der Weltformel… Doch nichts ist wie es scheint, die Rollen und deren Interpretation bröckeln immer mehr unter den scharfsinnigen Ermittlungen des Inspektor Voß!

André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause © Loredana La Rocca / THESPISKARREN
André Vetters, Stephan Bürgi, Peter Bause © Loredana La Rocca / THESPISKARREN

Wer Dürrenmatt kennt und ihn schätzt, ist oftmals besorgt, ob seine tiefgründigen, oft aberwitzigen Stücke auch so umgesetzt werden können, wie es zu erwarten sei. Nicht nur, dass Dürrenmatts Helden und Anti-Helden oftmals an der Welt scheitern, nein, oft scheitern auch die Theater an den Werken und ihren Interpretationen.

Hier eindeutig nicht! Unter der Regie von Herbert Olschok ist eine klassische Umsetzung auf hohem Niveau gelungen.

Eine unsagbar sattelfeste und spielfreudige Truppe ließ hier die Herzen höherschlagen.

Hellena Büttner, Peter Bause, André Vetters, Stephan Bürgi, Regula Steiner-Tomic, Christian A. Hoelzke, Manuel Retzmann, Tina Rottensteiner, Katrin Schwingel – sie alle lieferten ab!

Dabei waren auch die Rollen der Pflegerinnen und des Oberpflegers detailliert besetzt. Wenn z.B. der Oberpfleger auftrat, hatte man das Gefühl, da würde eher der Sicherheitsdienst einmarschieren! (Manuel Retzmann lebte hier von körperlicher Ausstrahlkraft) Insgesamt war es ein, ja, lassen wir die Superlative weg, schöner, beschwingter Abend, der sehr viel Freude bereitet hat!

Jeden Stadtteil in den Blick nehmen

„Digitalisierung muss als Gesamtkonzept gedacht werden. Was nützen und tolle, teure und neue Geräte in der Schule, wenn wir keinen Internetzugang haben und andersherum?“

Elen Albrink ist 15 Jahre alt, besucht aktuell die 10. Klasse der Albert-Schweitzer Realschule in Lennep und ist Kandidatin für den 10. Jugendrat Remscheid. Später möchte sie Abitur machen und danach studieren gehen. In ihrer Freizeit trifft sie am liebsten Freund*innen und macht viel Sport. Vor allem liegen ihr Teamsportarten, wie Basketball oder Fußball. Die Arbeit des Jugendrates verfolgt sie schon sehr lange mit großem Interesse, bereits vor zwei Jahren wollte sie als Kandidatin selbst antreten, war aber leider zum Zeitpunkt der Wahl noch zu jung. Jetzt ist sie alt genug und möchte Remscheid selbst aktiv mitgestalten und attraktiver für Jugendliche machen.

„So können wir die Belange junger Menschen laut in die Remscheider Politik tragen!“

Elen Albrink

Begonnen hat ihr soziales Engagement für andere Jugendliche  in der Schülervertretung ihrer Schule. Dort haben Aktionen, wie ein gemeinsamer Talentwettbewerb, oder das gemeinsame Diskutieren über die Umgestaltung des Schulhofes, Elen auf die gemeinsame Arbeit aufmerksam gemacht und zum ständigen Teil der SV werden lassen. Seit Beginn dieses Schuljahres ist sie sogar Schülersprecherin und kann sich noch intensiver um die Belange und Probleme der Mitschüler*innen kümmern. Jetzt möchte sie den Schritt in den Jugendrat wagen und baut dabei vor allem auf die Unterstützung ihrer Mitschüler*innen. Neben diesen Aktivitäten ist Elen in der neugegründeten Stadtschülervertretung aktiv „Um meine SV weiter zu vernetzen, denn nur so können wir die Belange junger Menschen laut in die Remscheider Politik tragen, das erhoffe ich mir auch vom Jugendrat“, wie sie selbst sagt.

Zu ihren Kernthemen gehören insbesondere das Vorantreiben der Digitalisierung und mehr Klimaschutz in Remscheid. Vor allem soll der Fokus im neuen Jugendrat nicht mehr nur auf die Innenstadt, sondern auch endlich auf andere Stadtteile gelegt werden: „Ich finde, es kann nicht sein, dass wir seit Jahren über einen Jugendtreff in der Innenstadt sprechen und nichts passiert. Wir müssen außerdem anfangen die anderen Stadtteile wie Lennep oder Lüttringhausen auch zu beachten. Da wohnen auch viele Jugendliche, dort muss die Stadt auch attraktiver werden.“

„Wir müssen außerdem anfangen die anderen Stadtteile wie Lennep oder Lüttringhausen auch zu beachten. Da wohnen auch viele Jugendliche, dort muss die Stadt auch attraktiver werden.“

Elen Albrink

Im Bereich der Digitalisierung wünscht sie sich ein durchdachtes Gesamtkonzept. Vor allem der Punkt des freien und besonders auch zuverlässigen WLANs in den Schulen, sowie an den meisten öffentlichen Plätzen,  beschäftige die Jugendlichen an den Schulen sehr: „Ohne stabiles und kostenloses WLAN kann man nicht ernsthaft von Digitalisierung in Remscheid reden!“

Im Bereich Klimaschutz müssen die Jugendlichen in ihren Augen weiter darauf setzen, die Stadtgesellschaft durch gemeinsame Aktionen, wie zum Beispiel Klimademonstrationen vom Bündnis Remscheid, oder gemeinsame Müllsammelaktionen  mit einzubinden und so wachzurütteln.  Dazu gehört auf der anderen Seite allerdings auch, dass in den Schulen weiter aufgeklärt wird und die Schüler*innen weiter motiviert werden, aktiv zu bleiben.

„Ohne stabiles und kostenloses WLAN kann man nicht ernsthaft von Digitalisierung in Remscheid reden!“

Elen Albrink

Elen hat einen sehr engagierten Wahlkampf geführt. In Form von vielen direkten Gesprächen mit Schüler*innen der Albert-Schweitzer Realschule, konnte sie viele Themen aufgreifen, die auch später in ihre eigene Wahlkampagne eingeflossen sind, wie sie berichtet. Vor allem das übliche Instrument des Vorstellens in den Klassen habe sie aber nicht genutzt, da sie als Vertreterin in der Schülervertretung und als Schülersprecherin sowieso für alle  ein offenes Ohr hat und immer ansprechbar sei. Besonders interessant ist , dass Elen ihre Plakate nicht nur in der Schule hat aufhängen dürfen, sondern sich auch die Arbeit gemacht hat, Geschäfte und soziale Einrichtungen, vor allem in Lennep, abzuklappern, um auf ihre Kandidatur aufmerksam zu machen. Meistens durfte sie ihre Plakate auch dort platzieren.

Für Elen ist es, wie für viele der Kandidierenden, der erste Wahlkampf. Vor allem das gemeinsame Fotoshooting und das erste Zusammentreffen aller Kandidierenden in der Kraftstation sind ihr als schöner Auftakt in die Zeit des Wahlkampfes besonders im Kopf geblieben. Sie freue sich immer sehr neue Menschen kennenzulernen, deshalb habe ihr der Kennenlernnachmittag auch viel Spaß gemacht. Für den neuen Jugendrat wünscht sie sich neben einem guten und freundschaftlichen miteinander vor allem Dynamik und das gemeinsame ziehen an einem Strang. In ihren Augen ist es wichtig, dass an den Themen aus dem Wahlkampf angeknüpft wird und keines der Anliegen in Vergessenheit gerät. „Alle Themen, die wir als Wahlkampfthemen nutzen, sind Themen junger Menschen in Remscheid. Ich würde mir wünschen, dass wir nach den zwei Jahren in allen Bereichen, die uns Jugendliche hier vor Ort betreffen, einen großen Schritt weiter sind“, sagt Elen abschließend.

10. Jugendrat – Die Wahl

Der 10. Remscheider Jugendrat wird aus 15 Mitgliedern bestehen. Die Wahl findet vom 14. bis 18. März an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Remscheid statt. Diejenigen, die wahlberechtigt sind aber nicht in Remscheid zur Schule gehen, können ihre Stimme am 16. März auf einer Aktionsfläche im Allee-Center abgeben.

Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen, die zum Stichtag 14. März 2022 zwischen 14 und 17 Jahren alt und seit mindestens 3 Monaten in Remscheid wohnhaft sind.

Am Freitag, 18. März um 19 Uhr wird das vorläufige Wahlergebnis in der Gelben Villa, Eberhardstraße 29, öffentlich bekanntgegeben.

Neue Eis-Saison gestartet: Eiscafé Belfi wieder geöffnet

Best of Bergisch von Radio RSG: Sieger-Eiscafé Belfi in der Altstadt von Lüttringhausen nach langer Winterpause wieder geöffnet.

Wenn es wirklich stimmt, dass Süßes glücklich macht, dann waren die Remscheider*innen, vor allem aber die Lüttringhauser*innen in den vergangenen Monaten eher unglücklich. Denn etwas länger als fünf Monate war das Eiscafé Belfi im Dorfkern von Lüttringhausen verwaist. Die Familie Belfi war Mitte Oktober 2021 in ihr Winterquartier in das heimische Zoppè di Cadore in den Dolomiten zurückgekehrt. Das italienische Dorf, rund 1500 Meter hoch gelegen, ist von zahlreichen Skigebieten umringt. „Wenn wir uns genug ausgeruht haben, dann kann man dort sicher irgendwo aushelfen“, sagt Daniele Belfi, Inhaber des Eiscafés. Das Ausruhen ist ihm und den Mitarbeitern wichtig, denn wenn die Eissaison, zumeist in der ersten Märzhälfte beginnt, haben die Belfis keinen Ruhetag und oftmals mehr als zwölf Stunden zu tun. „Das ist manchmal schon stressig und zehrt an den Kräften“, sagt Daniele.

„Eine Frau kam herein und sagte, ihre Tochter aus Frankfurt habe ihr geschrieben, dass Belfi wieder geöffnet habe.“

Daniele Belfi

Seit dem vergangenen Mittwoch, dem 9. März, ist das Eiscafé wieder geöffnet und bietet seine 25 Eissorten an. Allerdings dürfen die Gäste angesichts der Corona-Pandemie noch nicht im Café Platz nehmen. Das Eis und die verschiedenen Kaffee- oder Espresso-Sorten werden aktuell ausschließlich zum Mitnehmen angeboten. „In diesem Jahr haben wir keine neuen Eissorten“, berichtet Daniele Belfi. „Wenn wir neue Sorten einführen, muss eine andere Sorte weichen, alleine aus Platzgründen, und dann kommen sicher einige Kunden und beschweren sich, dass ihr Lieblingseis nicht mehr verfügbar ist. Und wenn man das weiß, dann möchte man gar nicht so viel verändern.“ Er hat Erfahrung in diesen Dingen, schließlich sind annährend 100% der Kund*innen Stammkund*innen, die immer die gleichen Eissorten favorisieren. „Natürlich laufen die Klassiker immer“, weiß er, „Vanille, Schokolade, Stracciatella. Hingegen sind das Snickers-Eis und die Sorte Cookies besonders bei Kindern sehr beliebt.“ Sobald die Corona-Regeln gelockert werden, können auch wieder Gäste im Café Platz nehmen. „Schade, dass man bei uns nicht draußen vor dem Café sitzen kann“, bedauert Daniele Belfi. „Aber unsere Stammkunden finden schon ihr Plätzchen“, schmunzelt der Inhaber. Das glaubt man ihm sofort. Stammkund*innen kennen das begrenzte Platzangebot in der Eisdiele und haben sicher längst „ihren Stammplatz“ im Herzen Lüttringhausens „ausgeguckt“ und schlecken an ihm besonders gerne ihr Eishörnchen.

Die ersten beiden Tage beschreibt Daniele Belfi als „sehr erfreulich. Die Menschen in Lüttringhausen freuen sich, dass wir wieder geöffnet haben. Eine Frau kam herein und sagte, ihre Tochter aus Frankfurt habe ihr geschrieben, dass Belfi wieder geöffnet habe. Das muss man sich mal vorstellen: Eine Frau, die mehr als 200 Kilometer entfernt lebt, weiß, dass eine kleine Eisdiele in Remscheid-Lüttringhausen wieder geöffnet hat.“ Lächelnd schüttelt er den Kopf. „Im Dorf spricht sich das noch schneller rum“, weiß er.

„Dies ist jetzt meine 27. Saison!“

Daniele Belfi

Die Familie Belfi stellt das Eis komplett selber her, inklusive der Rohmasse. „Das Fruchteis ist vegan“, sagt Daniele, „und da sind wirklich nur Früchte drin, keine Geschmacksverstärker und so ein Unsinn. Deshalb hat das Erdbeereis manchmal eine andere Farbe als am Vortag. Das liegt an den Erdbeeren.“ Im Hintergrund werkelt Filipi, der aus Brasilien stammt, herum und bereitet Eis vor.

Daniele Belfi arbeitet seit 1995 in der Eisdiele. „Dies ist jetzt meine 27. Saison“, sagt er. „Das Geschäft ist natürlich stark wetterabhängig, aber im Gesamtüberblick ist jede Saison in etwa gleich, mal mit etwas weniger Kunden und mal mit mehr. Es gab wie überall nicht so leichte Zeiten, vor allem dann, wenn das Personal krank wurde oder nicht den Anforderungen entsprach. Aber in der Regel haben wir ein gutes Team. Und das ist – neben der Kundschaft – auch sehr wichtig.“

Über dem Eiscafé Belfi in der Altstadt von Lüttringhausen prangt ein neues Schild. Foto: Peter Klohs
Über dem Eiscafé Belfi in der Altstadt von Lüttringhausen prangt ein neues Schild. Foto: Peter Klohs

Zur Zeit ist das Team bei Eis Belfi ein Quartett: Daniele und seine Schwester Marzia, daneben noch Filipi, der die natürlichen Sprachbarrieren im Handumdrehen gelöst hat und sogar den Dialekt der Belfis versteht und sprechen kann („Der Mann ist ein Sprachgenie!“), sowie dessen Frau Aline, die noch mit der Sprache hadert. „Aber das wird schon noch“, ist Daniele überzeugt. Wenn die Saison dem Höhepunkt nahekommt, wird eine weitere Aushilfskraft eingestellt. Außerdem arbeitet die Mutter von Daniele und Marzia im Hintergrund mit und hilft so der Familie, ihre Konzentration auf die Eisdiele legen zu können.

Auf jeden Fall ist die Eisversorgung in Lüttringhausen bis zur Oktobermitte gesichert. Zur Freude der Kunden ist der Preis für eine Kugel Eis mit einem Euro unverändert geblieben. „Wir haben den Preis noch nie innerhab der Saison geändert“, sagt Daniele. „Ob das in diesem Jahr auch so sein wird, kann ich noch nicht sagen.“ 

Auch von unserer Seite aus: Benvenuto rinnovato, Familia Belfi. Ci siete mancati. Und jetzt bitte drei Kugeln. Natürlich die Klassiker.

Zweite Friedensdemo in Remscheid #standwithukraine

Großen Andrang gab es bei der zweiten Friedensdemo vom Aktionsbündnis Remscheid Tolerant vor dem Remscheider Rathaus zwar nicht, doch die Redenden Christine Krupp als Vertreterin vom Oberbürgermeister, Sofia Rodriguez Eckwert und Lara Heibeck und Jochen Wingsch aka Papa Jo’s One Man Acoustic Jam trafen dennoch die richtigen Worte und Töne.

Zum Aktionsbündnis Remscheid Tolerant gehören der Verein selbst, die Aktion Muteinander, die Kirchen, die demokratischen Parteien, der Jugendrat, die Gewerkschaften und andere, auch wechselnde, Vereine, Gruppierungen und Einzelpersonen.

Spendenkonto für die Ukraine

Wer jetzt helfen will, kann das am besten mit einer Spende an den Ev. Kirchenkreis Lennep tun. Er hat zu diesem Zweck ein Spendenkonto eingerichtet.

Kontoinhaber: Ev. Kirchenkreis Lennep
Institut: KD Bank Dortmund
IBAN: DE02 3506 0190 1010 2080 21
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: 21202001 Ukraine Flüchtlingshilfe Remscheid

Klimaschutz als Zukunftsthema für Remscheid

Isabell-Sophie Schneider ist 17 Jahre alt, besucht das Emma-Herwegh-Gymnasium in der 11. Klasse und kandidiert zum ersten Mal für den Jugendrat in Remscheid. In Ihrer Freizeit trifft sie Freunde und macht auch viel Sport. Vor allem das Ausprobieren neuer Sportarten hat sie immer gereizt, so spielte sie schon Handball, Fußball und turnte auch eine Zeit lang. Später einmal ist es ihr Wunsch für eine NGO, spezifischer für eine Wohltätigkeitsorganisation, zu arbeiten: „Um die Welt dadurch ein Stückchen besser zu machen“, wie sie selbst sagt.

„Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir damit bei uns vor der Haustür in Remscheid anfangen!“

Isabell-Sophie Schneider

Der Jugendrat ist für Sie nicht neu, denn bereits in den vergangenen zwei Jahren begleitete sie die Arbeit mit viel Einsatz. Obwohl sie kein direkt gewähltes Mitglied war, unterstützte sie die Jugendlichen bei verschiedenen Aktionen und war so an vielen Veranstaltungen des 9. Jugendrates mit beteiligt. „Diese Zeit hat mich dazu motiviert, mich weiter einzubringen und unsere Stadt für uns Jugendliche zu verändern“, so Isabell.

Für Sie ist klar, dass es viele Jugendliche braucht, die sich engagieren und einbringen, weil die Zukunft maßgeblich von den jungen Menschen abhängt. „Ich möchte ein Teil davon sein und mit meinem Engagement die Welt verbessern, anfangen müssen wir damit aber im Kleinen bei uns in Remscheid.“

Dazu passen auch ihre zwei besonderen Herzensthemen, für welche sie sich als gewähltes Mitglied im neuen Jugendrat ganz besonders stark machen will: Klimaschutz und ein attraktiveres Remscheid für Jugendliche.

Vor allem sei es wichtig, dass das Thema Klimaschutz endlich ernster genommen werde. In ihren Augen ist es sehr wichtig, dass junge Menschen laut bleiben und weiter ein Umdenken der Politik, hin zu einer ökologischen Wende für eine klimaneutrale Zukunft fordern. Deshalb engagiert sich Isabell neben der bisherigen Mitarbeit im Jugendrat auch im Klimabündnis Remscheid.

„Remscheid ist vielfältig und weltoffen, darauf bin ich stolz, das muss so bleiben!“

Isabell-Sophie Schneider

Gemeinsam mit vielen anderen Klimaaktivist*innen war Isabell deshalb auch in diesem Rahmen an der Umsetzung des letztjährigen Klimacamps und der damit verbundenen Klimademo beteiligt. Das Campieren auf dem Rathausplatz, um rund um die Uhr auf das zentrale Thema der Zeit aufmerksam zu machen, war für Isabell eine ganz besondere Erfahrung. Neben vielen weiteren Aktionen ist ihr aber insbesondere die vom Jugendrat und dem Klimabündnis gemeinsam organisierte Veranstaltung zum Thema „Klimaflucht“ in der Stadtbibliothek im Kopf geblieben: „Für mich ist es wichtig, dass wir nicht weiter die Heimat dieser Menschen zerstören. Aber gleichzeitig ist es wichtig, Menschen, die zu uns nach Remscheid kommen, mit offenen Armen zu empfangen. Remscheid ist vielfältig und weltoffen, darauf bin ich stolz, das muss so bleiben!“

Mit Blick auf ein attraktiveres Remscheid für Jugendliche, verweist Isabell darauf, dass die Stadtgesellschaft zwar sehr bunt ist, sich das aber leider bisher nicht im Stadtbild widerspiegelt. „Remscheid ist an vielen Stellen grau, ich wünsche mir eine buntere Stadt“, das könne zum Beispiel durch freie Graffiti-Flächen erreicht werden. Außerdem ist ihr der schon lange diskutierte Treffpunkt für Jugendliche in der Innenstadt sehr wichtig. Diesen Wunsch hört sie auch immer wieder von ihren Mitschüler*innen und hat versprochen, das im neuen Jugendrat wieder zum Thema zu machen.

„Remscheid ist an vielen Stellen grau, ich wünsche mir eine buntere Stadt!“

Isabell-Sophie Schneider

Für Isabell war der bisherige Wahlkampf sehr interessant und eine ganz neue Erfahrung. Neben einem regelmäßigen Social Media-Auftritt konnte sie an ihrer Schule an verschiedenen Stellen Wahlplakate aufhängen und durfte durch die Klassen gehen. Insbesondere das direkte Aufmerksammachen auf die Wahl sei spannend, weil die meisten Jugendlichen am Emma-Herwegh-Gymnasium wissen, was der Jugendrat ist und was er bewegen kann. Insbesondere aufgrund der großen Unterstützung aus ihrem Freundeskreis und ihrer Schule freut sie sich sehr auf die unmittelbar anstehende Wahlwoche.

Für den 10. Jugendrat wünscht sich Isabell eine engagierte Gemeinschaft mit vielen Teamplayern, damit zusammen an wichtigen Zukunftsprojekten gearbeitet werden kann und so das Leben für Jugendliche in Remscheid attraktiver gemacht wird. „Nur gemeinsam sind wir stark“, schließt Isabell ab.

10. Jugendrat – Die Wahl

Der 10. Remscheider Jugendrat wird aus 15 Mitgliedern bestehen. Die Wahl findet vom 14. bis 18. März an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Remscheid statt. Diejenigen, die wahlberechtigt sind aber nicht in Remscheid zur Schule gehen, können ihre Stimme am 16. März auf einer Aktionsfläche im Allee-Center abgeben.

Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen, die zum Stichtag 14. März 2022 zwischen 14 und 17 Jahren alt und seit mindestens 3 Monaten in Remscheid wohnhaft sind.

Am Freitag, 18. März um 19 Uhr wird das vorläufige Wahlergebnis in der Gelben Villa, Eberhardstraße 29, öffentlich bekanntgegeben.

Sozial eingestellt und sehr engagiert

Ayoub El Haddaoui kandidiert für den 10. Remscheider Jugendrat. Laut seinem Wahlplakat möchte er für die jungen Menschen in Remscheid ein offenes Ohr haben, sich für Stadtverschönerung einsetzen, für Chill-Out-Areas, freies WLAN, Klimaschutz und den ÖPNV. Grund genug, um da mal detaillierter nachzufragen.

„Ich hab mich an vielen Schulen hier in Remscheid vorgestellt“, freut sich Ayoub. Dazu hat er sich vorher an den Schulen angemeldet und bekam dann die Möglichkeit sich vorzustellen: „Ich bin durch die Klassen gegangen, hab gesagt mein Name ist Ayoub El Haddaoui, ich kandidiere für den Remscheider Jugendrat, dann meine Themen und am Ende dann, ich würde mich freuen, wenn ihr mich wählen würdet!“

Ayoubs Agenda

Ein offenes Ohr für die jungen Menschen zu haben, bedeutet für Ayoub vor allem als Vermittler aufzutreten. Er wäre für die Jugend bei Problemen in der Schule oder bei Fragen zur Stadt gerne Anlaufstelle für Anregungen, Probleme und Wünsche. Diese würde er entweder innerhalb des Jugendrates thematisieren oder gleich an die passenden Stellen weitervermitteln.

Stadtverschönerung bezieht Ayoub vor allem auf die Innenstadt, das Allee-Center und die Alleestraße. Als Vorbild für das Allee-Center, von der Lebendigkeit, sieht er die Elberfelder City-Arkaden und eine Umgestaltung der Allee-Straße, vor allem im Hinblick auf eine höhere Aufenthaltsqualität, liegt ihm auch am Herzen. Seine Vorliebe für eine hohe Aufenthaltsqualität im Allgemeinen schlägt sich auch in seinen Wünschen für mehr Spielplätze für besonders kleine Kinder, und einer Chill-Out-Area für die Remscheider Jugend nieder. „Chill-Out-Areas sollen für Jugendliche und Kinder sein, wo sie in ihrer Freizeit chillen können, so wie z.B. die Schlawiner oder die Welle, wo sie Tischtennis, Kicker und auch freies WLAN genießen können“, umreißt Ayoub seine Ideen. Am besten gäbe es Innen- und Außenbereiche, vielleicht auch eine spezielle Möglichkeit im Stadtpark, gerne möglichst zentral und mit freiem WLAN.

Freies Internet an den Schulen

Bedarf für freies WLAN sieht Ayoub aber auch an den Schulen, die vorhandenen Netze seien den Lehrenden vorbehalten, Schüler*innen können und dürfen nicht darauf zurückgreifen, genau das sei ihm aber wichtig. „Zum Beispiel im Fach Geschichte müssen wir ans Handy, und das Problem bei manchen Schülern ist, sie haben kein Internet. Wir müssen im Unterricht ins Internet – manchmal“, unterstreicht Ayoub seine Forderung. Die Stadt Remscheid hat zwar Tablets für Schüler*innen bereitgestellt, aber es sind viel zu wenige, so dass oftmals eben auf die privaten Handys zurückgegriffen werden muss. Die Tablets sind mit eigenen Internetzugängen ausgerüstet, wer keines nutzen kann, muss eben selbst zahlen.

Beim Thema Umweltschutz setzt Ayoub eher auf die Eigenverantwortung von Menschen, würde diese aber dabei unterstützen, also etwa wiederverwendbare Gemüsenetze herstellen und zur Verfügung stellen, damit auf Plastiktüten verzichtet werden könne. Aber auch die Lokalpolitik würde er mit in die Verantwortung ziehen und etwa Bereiche ausweisen wollen, in den etwa Einwegbecher verboten wären.

Umweltschutz und ÖPNV sind zwei Themen, die für Ayoub zusammengehören. Moderne, emissionsarme Busse, gerne vollelektrisch, und eine bessere Anpassung der Taktung auf den jeweiligen Bedarf stehen bei ihm oben auf der Wunschliste. Zu den Stoßzeiten sollten größere Busse mit kürzerer Taktung eingesetzt werden, zu weniger gefragten Zeiten auch mal kleinere Fahrzeuge. Für ihn erschließt sich der Sinn nicht, wenn riesige Fahrzeuge fast unbesetzt durch die Stadt fahren. Dann schlägt er einen Bogen zur Stadtverschönerung und würde sich sehr über ansprechendere Wartehäuschen freuen, gerne ebenfalls mit WLAN.

Von der Freizeit in die Zukunft

Seit fast vier Jahren ist Ayoub schon in der Remscheider Jugendfeuerwehr aktiv. Da macht man Übungen und Lehrgänge, kontrolliert Hydranten, dass diese auch im Winter bei Notfällen sicher funktionieren und heftet Hinweiszettel an Scheibenwischer, wenn Hydranten mal wieder zugeparkt wurden und im Notfall nicht erreichbar sind. Mit 17 Jahren geht es für ein mehrwöchiges Praktikum zur Berufsfeuerwehr, und nach erfolgreichem Abschluss wäre er dann „Feuerwehranwärter“. Später möchte er sich gerne ehrenamtlich in der Freiwilligen Feuerwehr engagieren und beruflich als Rettungssanitäter arbeiten. „Für mich ist es wichtig anderen Leuten zu helfen“, versichert Ayoub glaubhaft, „ich hab in der Schule auch Schulsanitätsdienst und auch einen Erste-Hilfe-Kurs mit Bescheinigung.“

10. Jugendrat – Die Wahl

Der 10. Remscheider Jugendrat wird aus 15 Mitgliedern bestehen. Die Wahl findet vom 14. bis 18. März an allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Remscheid statt. Diejenigen, die wahlberechtigt sind aber nicht in Remscheid zur Schule gehen, können ihre Stimme am 16. März auf einer Aktionsfläche im Allee-Center abgeben.

Wahlberechtigt sind alle Jugendlichen, die zum Stichtag 14. März 2022 zwischen 14 und 17 Jahren alt und seit mindestens 3 Monaten in Remscheid wohnhaft sind.

Am Freitag, 18. März um 19 Uhr wird das vorläufige Wahlergebnis in der Gelben Villa, Eberhardstraße 29, öffentlich bekanntgegeben.

Die Unbeugsamen: Der lange Weg zur Gleichberechtigung

Zum Internationalen Frauentag lud die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen der SPD Remscheid in das Foyer der Stadtbibliothek zum Filmabend.

Gezeigt wurde der Film „Die Unbeugsamen“, der aufgrund eines technischen Problems verspätet begann. Die Frauen lösten das Technikproblem, dafür hatte ein Mann die Suppen gekocht, die ausnahmsweise schon vor dem Film gereicht wurden. Erwähnt wird diese Randnotiz allein aufgrund der Thematik des Films, denn der erzählt die Geschichte der Frauen in der Bonner Republik, „die sich ihre Beteiligung an den demokratischen Entscheidungsprozessen gegen erfolgsbesessene und amtstrunkene Männer wie echte Pionierinnen buchstäblich erkämpfen mussten. Unerschrocken, ehrgeizig und mit unendlicher Geduld verfolgten sie ihren Weg und trotzten Vorurteilen und sexueller Diskriminierung.“

Über 30 Menschen von 16 bis 80 Jahren besuchten die Veranstaltung. Das ältere Publikum lachte bei mancher der gezeigten Szenen aus dem Bundestag in den 80er Jahren, so surreal wirken die Szenen im Rückblick, die Jugend schaute gleichzeitig mit großen Augen ungläubig auf die Leinwand. Misogynie war nicht nur im Bundestag lange Alltag, in einer Qualität, die jungen Menschen die Zornesröte ins Gesicht treibt.

Den Politikerinnen, die gegen dieses machohafte System angekämpft haben, ist es zu verdanken, dass sich der heutige Alltag schon deutlich zum Besseren verändert hat, und dennoch wird deutlich, dass es noch immer ein langer Weg zur vollständigen Gleichberechtigung ist. Der Film ist besonders für junge Menschen sehr empfehlenswert. So komprimiert auf 100 Minuten, macht er deutlich, dass sich Systeme verändern lassen, wenn man aktiv daran arbeitet. Dieser Film macht dazu Mut.

Haltung zeigen: Für Frieden und Solidarität

Das Aktionsbündnis Remscheid Tolerant, zu dem neben den demokratischen Parteien auch etwa die Kirchen gehören, lädt für den 12. März 2022 von 16 bis 18 Uhr zur Friedenskundgebung auf den Theodor-Heuss-Platz in Remscheid ein, um Solidarität mit der Ukraine und Menschen auf der Flucht zu zeigen.

Die Bilder getöteter Kinder und einer von Putins Truppen bombardierten Entbindungsklinik in Mariupol zeigen die Grausamkeiten und den Schrecken eines Krieges unter Geschwistervolk auf europäischem Boden. Die russische Regierung versucht falsche Narrative über Ursache und Verlauf des Krieges aufrecht zu erhalten, doch fällt dies zunehmend schwieriger. Facebook und Twitter wurden von der russischen Regierung bereits gesperrt, Haftstrafen für das Verbreiten von Informationen zum Krieg, die nicht der staatspropagandistischen Lesart entsprechen, ausgelobt. Russ*innen, die öffentlich gegen Krieg demonstrieren wurden ebenfalls bereits zu Tausenden verhaftet oder festgesetzt – inklusive Kindern. Dennoch finden entsprechende Informationen auf vielen verschiedenen Wegen weiterhin den Weg ins Land und zu den Menschen.

Haltung zeigen ist nicht nur das Motto für die Internationalen Wochen gegen Rassismus, die unmittelbar vor der Tür stehen, sondern auch das, was Menschen tun können, die in Sicherheit sind und in einem freien Land leben. Remscheid Tolerant möchte mit der Friedenskundgebung eine Möglichkeit schaffen, um gemeinsam gegen den Krieg aufzustehen und den mutigen Menschen in der Ukraine und in Russland, die sich gegen den Krieg zur Wehr setzen, wenigstens moralisch beizustehen. „Wir sind trotz unerträglicher Kriegsbilder und Nachrichten fast zum Nichtstun verdonnert“, klagt Anne Marie Faßbender, „aber diese Bilder fressen ja auch die Seelen der unbeteiligt Zuschauenden auf, diese Menschen wollen wir mit ihren Gedanken und Gefühlen nicht alleine lassen.“ Für die Jugendlichen Sofia Rodriguez und Lara Heibeck ist es der erste Krieg in Europa, den sie bewusst miterleben. Sie wollen gemeinsam versuchen ihre Gefühle zum Krieg in Worte zu fassen. Auch Papa Jo’s One Man Acoustic Jam, aka Jochen Wingsch, wird sich äußern, live mit Gitarre und Gesang aber auch mit Worten.

Instagram und Telegram sind in Russland noch nicht gesperrt, viele Informationen werden so auf untypischen aber kreativen Wegen weitergegeben. „Wir stehen auch in Kontakt mit jungen Menschen in der Ukraine und in Russland“, sagt Sascha von Gerishem, „neben Fotos vom Krieg werden sehr viele Fotos von Solidaritätskundgebungen aus aller Welt geteilt, die Menschen machen sich so gegenseitig Mut. Sie sehen, dass sie nicht alleine sind.“ Es werden nicht nur Plakate mit der ukrainischen Flagge und einer Friedenstaube verteilt, es wird auch konkrete Tipps und Hinweise gegeben, was und wie man etwas gegen die Desinformationen tun kann. Haltung zeigt man aktiv, die Teilnahme an einer Friedenskundgebung ist schon der erste Schritt.

Der Zauberlehrling: Ein Goethe-Gedicht als Theaterstück für Kinder

„Der Zauberlehrling“ feiert am 13. März 2022 Premiere im WTT / Schauspiel Remscheid.

Die Bühne im Westdeutschen Tourneetheater (WTT) ist fantasievoll gestaltet: Ein Bücherschrank mit integriertem Aquarium, ein großer Schreibtisch, eine Treppe im Hintergrund führt in ein violett ausgestrahltes Nichts, ein Stehpult, auf dem ein mindestens 1000 Seiten starker Schmöker liegt, ein Koffer, ein Besen: Die Atmosphäre einer Zauberer-Wohnung ist gut getroffen, das Wohn- und Zauberzimmer des Meisters Zinnober Zornesrot.

Mit viel Gefühl und Humor für Kinder umgesetzt

Dass ein altehrwürdiges Gedicht des oftmals als Dichterfürst bezeichneten Johann Wolfgang Goethe als Theaterstück für Kinder ab 6 Jahren arrangiert wird, kommt nicht alle Tage vor. Die Intendantin des WTT, Claudia Sowa, hat es übernommen, den Zauberlehrling für die Bühne einzurichten. Und das hat sie mit viel Gefühl und Humor umgesetzt. Schon bei den Probearbeiten kann man sich leicht den Spaß und das Lachen der Kinder über diverse Textstellen oder die Physiognomie der formidablen Darsteller vorstellen. Das wären: Björn Lenz als Zaubermeister, der etwas fahrig wirkt und über seine eigenen Interessen die seines Lehrlings Vincent glatt vergisst, eben diesen Vincent, der zwischen Naivität und Mehrwollen gefangenen Zauberlehrling, der von Björn Lukas dargestellt wird. Außerdem kommt noch ein Zauberartikelhändler (Hokus von Pukus, den Kim Biele spielt) sowie eine Natur- und Klimahexe vor. Letztere sorgt am Ende für einen deutlichen Hinweis auf die momentane globale Situation.

„Und lass mein dickes Zauberbuch in Ruhe!“

Zinnober Zornesrot, Zaubermeister (Björn Lenz)

Die Handlung des einstündigen Stückes gleicht der des Gedichtes: Der Meister wird zu einem Zauberkongress gerufen. Sein Lehrling darf zwar nicht mitkommen, darf jedoch das Haus hüten. „Und lass mein dickes Zauberbuch in Ruhe“, sagt Zinnober Zornesrot. Doch zuvor gilt es für Vincent, dem aufmüpfigen Koffer beizukommen. Viel mehr mögen wir aus Spannungs- und Überraschungsgründen hier nicht verraten. Und so kommt es, wie es kommen muss: Unter „Hilfe“ des Zauberwarenhändlers versucht sich Vincent im Zaub…… Nein! Genug! Das sollen die Besucher des Theaterstückes selbst erleben.

„Eigentlich sollte die Premiere in der vorigen Woche stattfinden“, sagt Claudia Sowa. „Aber da hat Corona einen dicken Strich gezogen. So werden wir also am Sonntag, dem 13. März um 16 Uhr die Erstaufführung im WTT haben.“ Die kleinen textlichen Anleihen beim Original sind der Intendantin wichtig. „Aber wir übertragen sie ein wenig ins Heute“, sagt sie. Ebenso wird die „Moral“ des Goethe-Gedichts – „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ – umgedeutet. „Der Lehrling kann doch nichts dafür, dass sein Meister sich nicht so richtig für ihn interessiert“, sagt Claudia Sowa. „Die Verantwortung für das, was passiert, soll nicht auf den beiden Schultern von Vincent liegen. Da hat auch Meister Zornesrot seinen Anteil an der Misere.“

Die völlig unmagischen Fakten

Im Pressegespräch: Intendantin Claudia Sowa (l.) mit Kim Biele (Mitte) sowie Björn Lukas. Foto: Peter Klohs
Im Pressegespräch: Intendantin Claudia Sowa (l.) mit Kim Biele (Mitte) sowie Björn Lukas. Foto: Peter Klohs

DER ZAUBERLEHRLING – Stück für Kinder ab 6 Jahren, für die Bühne eingerichtet von Claudia Sowa. Musik: Nils Blumenschein. Bühne: Peter Strieder, Kim Preyer. Darsteller: Björn Lenz, Björn Lukas, Kim Biele. Regie: Claudia Sowa

Premiere ist am 13. März 2002 um 16 Uhr, zweite Aufführung am 20. März 2022, danach ständige Aufführungen.

Veranstaltungsort

Westdeutsches Tourneetheater / Schauspiel Remscheid, Bismarckstraße 138 in 42859 Remscheid

Kartenreservierung

Kartenvorbestellung entweder per E-Mail: info@schauspiel-remscheid.de, per Telefon 02191 – 3 22 85 oder online auf remscheid-live.de

Weitere Informationen

Auf der neuen Website vom Westdeutschen Tourneetheater sind weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen zu finden: www.schauspiel-remscheid.de

Wie haben Kinder im alten Rom gespielt?

Die pandemiebedingten Einschränkungen haben zu Bewegungs- und Lerndefiziten bei vielen Schüler*innen geführt. Hier setzen „Nervenkitzel ist Kopfsache“(NiK) und die Remscheider Sportjugend an und bieten, verteilt auf zwei Tage in den Osterferien, die Veranstaltung „Brot und Spiele! Wie haben die Kinder im alten Rom gespielt?“ an.

Die Veranstaltung richtet sich an Schülerinnen von der dritten bis zur sechsten Klasse. Die Veranstaltung wird über das Förderprogramm des Landessportbundes NRW „Extra Zeit für Bewegung“ gefördert. Die Teilnahme ist kostenfrei*.

Große Überraschung: Der Ursprung vieler unserer Ballspiele liegt im alten Rom. Wir werden so spielen, wie es für die Kinder früher üblich war- freut euch auf verschiedene Mannschafts-, Ball- und Fangspiele. Zusätzlich erfahren wir etwas über Zwillinge und eine Wölfin, außerdem lernen wir die römischen Zahlen bei Geschicklichkeitsspielen kennen.

Veranstaltungsinformationen

Datum: 20. April und 21. April 2022
Uhrzeit: An beiden Tagen von 14 bis 17 Uhr
Veranstaltungsort: Friesenhalle Jan-Wellem-Str. 29 42859 Remscheid
Bitte mitbringen: Hallensportschuhe, Sportkleidung und eine Trinkflasche

Die Vorlage eines tagesaktuellen negativen Corona-Test-Ergebnis am 20. April 2022 ist obligatorisch (Bestätigung des Testzentrums bitte mitbringen).

Anmeldungsinformationen

Per E-Mail bei der Remscheider Sportjugend (sportjugend@sportbund-remscheid.de)
Für die Anmeldung werden folgende Angaben benötigt:

  • Vor- und Nachname des Kindes
  • Schule und Klassenstufe
  • Telefonnummer der Eltern/ Erziehungsberechtigten

*Kostenfreie Teilnahme: Für eine verbindliche Platzreservierung muss bis spätestens zum 14. April 2022 ein Pfand i.H.v. 10 Euro bei der Remscheider Sportjugend entrichtet werden. Dieses wird bei vollständiger Teilnahme im direkten Anschluss an den zweiten Veranstaltungstag erstattet.

Alkoholveranstaltungen im Deutschen Werkzeugmuseum

Anfrage zur Sitzung des Ausschusses für Kultur und Weiterbildung am 05.04.2022, des Jugendhilfeausschusses am 06.04.2022 und zur Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Wohnen und Pflege am 03.05.2022

Sehr geehrter Oberbürgermeister Mast-Weisz,

man konnte der örtlichen Presse das Veranstaltungsprogramm 2022 des Deutschen Werkzeug Museums entnehmen. Dieses Programm enthält etliche Angebote zur Alkoholverköstigung. Ein Museum, das in städtischer Hand ist, sollte Veranstaltungen anbieten, die sich an alle Besucher*innen wenden und mit dem kulturellem und bildungspolitischen Auftrag des Museums übereinstimmen. Das kann man von Einladungen zur Verkostung von Alkoholika nun wirklich nicht behaupten.

Lt. OECD Bericht hat Deutschland einen der höchsten Alkoholkonsumwerte der Welt. Während der Corona Pandemie haben sich gerade die Probleme aufgezeigt, die mit schädlichem Alkoholkonsum einhergehen, insbesondere im familiären Umfeld. Damit steigt auch das Risiko für das Auftreten von aggressivem Verhalten und letztendlich häuslicher Gewalt. Bekanntermaßen geht von Alkohol ein hohes Suchtpotential mit allen Folgen aus. Bei der Suchtprävention besteht noch dringender Handlungsbedarf. Deshalb bitten wir um die Beantwortung der u.g. Fragen.

  • In ca.20% der Veranstaltungen wird im Rahmen des Veranstaltungsprogramms zu Verköstigungen von Alkoholika eingeladen, inwieweit geht das mit dem Auftrag des Museums einher?
  • Gibt es bei der Stadt Remscheid ein Jugendschutzkonzept, das für alle Einrichtungen der Stadt gilt?
  • Soll zukünftig das Programm des Werkzeugmuseums weiter in dieser Form aufgelegt werden?

gez. David Schichel
Fraktionsvorsitzender

Ilka Brehmer
Stellv. Fraktionsvorsitzende

Mit Fairen Rosen Frauenrechte weltweit stärken

Rosen sind ein ideales Geschenk, um „Alles Gute“, „Danke“ oder „Ich liebe dich“ zu sagen. Was uns aber meist nicht bewusst ist: Die meisten Rosen stammen aus afrikanischen Ländern wie Kenia, Äthiopien und Tansania. Dort arbeiten viele Frauen als Pflückerinnen oftmals unter sehr schlechten Arbeitsbedingungen. Das geht auch anders!

„Ich setze mich für fairen Handel ein, weil jeder Mensch es verdient, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.“

Burkhard-Mast-Weisz, Oberbürgermeister Stadt Remscheid

Bereits seit 2016 ist Remscheid eine von 700 Fairtrade-Towns in Deutschland und wurde letztes Jahr erneut mit dem Titel ausgezeichnet. Die Stadt setzt sich damit aktiv für den fairen Handel, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Frauenrechte weltweit ein. Machen auch Sie mit! Versenden Sie Ihre Grüße mit fairen Blumen und tragen Sie damit zu fairen Arbeitsbedingungen von Frauen weltweit bei.

"Ich setze mich für fairen Handel ein, weil jeder Mensch es verdient, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben zu führen." Burkhard-Mast-Weisz, Oberbürgermeister Stadt Remscheid
„Ich setze mich für fairen Handel ein, weil jeder Mensch es verdient, ein menschenwürdiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.“ Burkhard-Mast-Weisz, Oberbürgermeister Stadt Remscheid

Faire Blumen in Remscheid?

Sie finden sie hier: https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/rosenaktion/einkaufs-finder-floristinnen

Mehr zu Fairen Rosen:

https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/rosenaktion/hintergrundinformationen

Fußball um Mitternacht

Die Schlawiner bieten gemeinsam mit dem 1. FC Klausen am Freitag, 1. April 2022 von 19 Uhr bis 23 Uhr in der Sporthalle Lüttringhausen (Klausener Straße 50, 42899 Remscheid) die Veranstaltung „Fußball um Mitternacht“ an.

Es können Mannschaften oder Einzelspielende im Alter von 12 bis 21 Jahre – ohne vorherige Anmeldung – mitmachen. Die Teilnahme ist kostenlos. Wer als Spieler*in oder als Zuschauer*in dabei sein möchte, ist herzlich willkommen.

Weitere Informationen erteilen „Die Schlawiner“ unter den Telefonnummern 02191-953266 oder 0177-6422050.

7. März 2022 ist Equal Pay Day

Der Equal Pay Day ist Anlass für den DGB-Stadtverband Remscheid mit einer Fahne vor dem Remscheider Rathaus auf den Tag aufmerksam zu machen, der die Ungleichbezahlung von Frauen und Männern anzeigt. Denn Frauen verdienen durchschnittlich 18% weniger als Männer, was in Tagen ausgedrückt heißt, dass Frauen die ersten 66 Tage im Jahr, in diesem Jahr also bis zum 7. März, umsonst arbeiten.

Kerstin Mittelbach, Vertreterin der Frauen im DGB-Stadtverband Remscheid: „Es ist das erste Mal, dass der Equal Pay Day vor dem internationalen Frauentag am 8. März liegt. Dennoch gibt es gerade in Deutschland noch viel zu tun, ist doch die Lohnungleichheit hierzulande im europäischen Vergleich sehr groß.“ Mittelbach verweist darauf, dass z.B. in Ländern wie Belgien, Italien oder Luxemburg die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, auch Gender Pay Gap genannt, weniger als halb so hoch ist wie in Deutschland.

„Es ist das erste Mal, dass der Equal Pay Day vor dem internationalen Frauentag am 8. März liegt.“

Kerstin Mittelbach, DGB Remscheid

Um die Verdienstlücke zu schließen, setzen die Gewerkschaften im DGB vor allem auf die Anwendung von Tarifverträgen. Dort, wo Tarifverträge gelten, ist die Verdienstlücke durchschnittlich um 10 Prozentpunkte niedriger. Und Frauen, die nach Tarif bezahlt werden, erhalten fast ein Viertel mehr Gehalt als Frauen in nicht tarifungebundenen Unternehmen.

Für Peter Lange, Vorsitzender des DGB-Stadtverbands Remscheid, muss ungerechte Bezahlung auch politisch aufgegriffen werden. “Frauen unterscheiden sich in ihren Erwerbsbiografien und der Berufswahl. Das ist oft strukturell bedingt und nicht Folge individueller Entscheidungen. Auch die ungleiche Aufteilung von Sorgearbeit, etwa bei Kinderbetreuung, Pflege oder Hausarbeit, führen zu einer niedrigeren Gesamtarbeitszeit (Teilzeit) oder gar Minijobs, die oft viel schlechter entlohnt sind. Hier hat der Gesetzgeber Handlungsmöglichkeiten, z.B. wenn es um die Stärkung der Tarifbindung geht. Die Verdienstgrenze für Minijobbende hingegen anzuheben, führt aber genau zum gegenteiligen Effekt.“

Für die laufenden Betriebsratswahlen wünscht sich der DGB eine starke Beteiligung von Frauen. „Gerade in Betrieben mit einem funktionierenden Betriebsrat, die durch starke Gewerkschaften unterstützt werden, gibt es die besten Möglichkeiten, sich für eine gerechte Bezahlung einzusetzen. Deshalb sind Frauen und Männer hier besonders gefordert“, so Peter Lange abschließend. In Betrieben mit Betriebsrat sei die Lohnungleichheit kleiner als im Durchschnitt, erklärt der Gewerkschaftsbund.