Überfall am Willy-Brandt-Platz – Zeugen greifen ein

Drei Unbekannte überfielen am Samstagabend (27.11.2021, gegen 18:50 Uhr) einen Mann an der Klotzbahn Ecke Willy-Brandt-Platz in Wuppertal.

Ein 54-Jähriger befand sich vor der dortigen Bankfiliale, als ihn drei Unbekannte von hinten niederrissen und ihm Reizgas ins Gesicht sprühten. In der Folge schlugen und traten die Täter auf ihr Opfer ein und verletzten es leicht.

Durch laute Hilferufe wurden Passanten der Fußgängerzone auf das Geschehen aufmerksam und kamen dem Mann zu Hilfe. Ihnen gelang es einen 17-jährigen Tatverdächtigen zu Boden zu bringen und bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Seine beiden Mittäter flüchteten vom Tatort in Richtung Friedrichstraße.

Die Ermittlungen zu den Flüchtigen hat die Kriminalpolizei aufgenommen. Sie waren beide etwa 15-20 Jahre alt, 1,80 bis 1,90 Meter groß und von schlanker Statur. Sie trugen schwarze Mützen und hatten ihr Gesicht mit einem schwarzen Tuch bzw. einer dunklen Mund-Nasen-Maske verdeckt.

In diesem Zusammenhang sucht die Polizei nach Zeugen. Hinweisgebende können sich unter der Rufnummer 0202/284-0 an die Polizei wenden. (weit)

Spendenparcourslauf in der Kita Moltkestraße

Am Vormittag des 26. Novembers 2021 fand in der Evangelischen Kita Moltkestraße ein kleines Sportevent zugunsten der neuen Indoor-Kletterwand statt. Der Förderverein der Kita hatte über ein Crowdfunding-Projekt der Volksbank im Bergischen Land mit dem Titel „Entdecke den Klettermax in dir“, das noch bis Weihnachten läuft, die Realisierung einer neuen Erlebnis-Kletterwand angestoßen.

„Die Kinder waren begeistert und hochmotiviert“, freute sich Monique Semper, Vorstandsmitglied des Fördervereins. Die Kleinsten haben genauso motiviert mitgemacht, wie die Vorschulkinder.“

Die Kinder kamen in mehreren Kleingruppen, um ihre Runden über den Parcours zu drehen und sammelten pro gelaufener Runde einen Stempel. Für jeden Stempel wurde Geld erlaufen.

Bereits bei der Finanzierung des neuen Außengeländes vor einigen Jahren wurden gute Erfahrungen mit dem Engagement der Kita-Kinder gemacht. „Die Kinder wussten damals wie heute sehr genau, warum sich ihr Parcourslauf lohnt und Spaß machte es allen zusätzlich“, ergänzte Sandra Wolf, Vorsitzende des Elternbeirats.

Die Linke: Sana Klinikum begründet Abbau von Intensivbetten nicht

„Zur Sitzung des Hauptausschusses am 04.11.21 stellte die Wählergruppe „echt.Remscheid e.V.“ die Anfrage, warum die Intensivbettenzahl in Remscheid von 36 Betten im Oktober 2020 auf 26 Betten im Mai 2021 abgebaut wurden.

Diese Informationen erstaunte die Fraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Remscheid sehr und wir sahen uns veranlasst selbst nachzuforschen und fanden mit einem einfachen Klick auf die entsprechenden Seiten die Antwort:

Tatsächlich! Auf der Höhe der Pandemiezeit nahm die Zahl der Intensivbetten um 10 Betten ab; zwischenzeitlich ab Juni sogar um 13 Betten! Dies führte dann für eine kurze Zeit zu einer Intensivbettenauslastung von 100% in Remscheid!

Warum das Ganze? Auf die Antworten haben wir mit Spannung gewartet. Allerdings sind die nun für den Hauptausschuss am 02.12.21 vorliegenden Antworten mehr als enttäuschend. Das SANA Klinikum geht in keiner Weise auf die Fragen ein. Nimmt weder dazu Stellung, warum Intensivbetten abgebaut wurden noch wofür das Klinikum Ausgleichszahlungen von über 9,7 Millionen im Zeitraum von April bis Oktober 2020 erhalten hat.

Die Linke.Remscheid hält das in zweierlei Hinsicht für skandalös: Zum einen die Tatsache selbst, dass inmitten der Pandemie Intensivbetten abgebaut wurden – mit wenig Rücksichtnahme auf den Schutz der Bevölkerung! Zum anderen die Informationspolitik. Die politischen Gremien und vor allem die Bevölkerung haben ein Recht auf eindeutige Information und Klarstellung – insbesondere bei dem hoch sensiblen Thema Gesundheitsschutz. Die Anzahl und Auslastung der Intensivbetten sind gerade in Corona-Zeiten von großer Bedeutung. Deswegen fordern wir eine umfassende Aufklärung!“

gez. Brigitte Neff-Wetzel
Fraktionsvorsitzende Die Linke.Remscheid

Mordfall Zakia Mansour bei „hallo deutschland“ im ZDF

Erst 25 Jahre nach dem Fund einer Leiche bei Gifhorn in Niedersachsen konnte das Opfer identifiziert werden, 27 Jahre danach erhoffen sich die Ermittler nun neue Hinweise darauf, wer die an Weihnachten 1994 ermordete Tunesierin Zakia Mansour in den zehn Tagen zuvor in der Region Braunschweig-Wolfsburg-Salzgitter gesehen hat. Das ZDF-Magazin „hallo deutschland“ berichtet am Mittwoch, 1. Dezember 2021, 17.10 Uhr, über den Fall und schildert, wie der damalige und inzwischen pensionierte Hauptkommissar immer noch an dem einzigen Fall arbeitet, den er seinen Nachfolgern ungelöst hinterlassen musste.

Ungeklärte Kriminalfälle, die Geschichte schrieben, greift „hallo deutschland“ regelmäßig auf und rekonstruiert mit den damals und mit den heute ermittelnden Kommissaren das zurückliegende Geschehen und aktuelle Erkenntnisse. Über eine neue Spur im Fall Zakia Mansour hatte am 13. Januar 2021 „Aktenzeichen XY… ungelöst“ im ZDF berichtet. Bei der Rekonstruktion des Falles in „hallo deutschland“ geht es nun auch um die Frage, inwiefern der Fall Zakia Mansour mit dem der vermissten Thailänderin Ganya Thielke zusammenhängt – laut Zeugenaussagen sollen beide Frauen im Dezember 1994 gemeinsam in einem China-Restaurant gesehen worden sein.

Kommissar Frank Bauerfeld sitzt im Büro und gibt ein Interview für den Beitrag „Der Fall Zakia Mansour“. © ZDF - Aylin Mercan
Kommissar Frank Bauerfeld sitzt im Büro und gibt ein Interview für den Beitrag „Der Fall Zakia Mansour“. © ZDF – Aylin Mercan

In dem „hallo deutschland“-Beitrag von Aylin Mercan berichten der ehemalige erste Kriminalhauptkommissar Jürgen Schmidt und Kriminalhauptkommissar Frank Bauerfeld über den Fall. Zu Wort kommt auch Mohamed Sfaxi, Sohn von Zakia Mansour, der erst im November 2019 erfuhr, dass seine vermisste Mutter ermordet wurde.

Hintergrund

Das News- und Boulevardmagazin „hallo deutschland“, im wöchentlichen Wechsel von Lissy Ishag und Tim Niedernolte moderiert, präsentiert montags bis freitags um 17.10 Uhr im ZDF emotionale Geschichten über Menschen in Deutschland und Deutsche in aller Welt. In der Reihe „Kommissare“ ruft das Magazin aufsehenerregende Mordfälle in Erinnerung, die besonderes kriminalistisches Gespür verlangen.

Autorennen? Polizei beschlagnahmt Autos und Führerscheine

Wegen des Verdachts eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens im Industriegebiet in Hückeswagen-Scheideweg hat die Polizei am Samstagabend (27. November) zwei Sportwagen als auch die Führerscheine der Piloten beschlagnahmt.

Anwohnende hatten am Samstagabend zunächst einen Porsche beobachtet, der über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden auf der Bockhackerstraße immer wieder mit laut aufheulendem Motor stark beschleunigte und auf dem Neuschnee Driftübungen vollzog. Gegen 22.40 Uhr beobachteten Zeugen, dass sich der Porschefahrer mit einem dazu gestoßenen Fahrer eines Jaguar im Industriegebiet offenbar ein Rennen lieferte. Dabei fuhren beide Autos in geringem Abstand mehrfach mit hoher Geschwindigkeit in einem aus der Bockhackerstraße, der Heinrich-Schicht-Straße, der Johann-Clouth-Straße und der Clarenbach-Straße gestalteten Rundkurs, wobei sich auf dem Dach des Jaguar ein Blaulicht befunden haben soll.

Beim Eintreffen der Polizei entfernten sich beide Fahrzeuge zügig. Der Porsche konnte wenig später auf der L68 angetroffen werden. Die Polizei beendete dort die Fahrt des 19 Jahre alten Remscheiders, in dem sie sowohl den Porsche als auch den Führerschein beschlagnahmte. Weil Zeugen das Kennzeichen des Jaguar abgelesen hatten, bekam dessen 20-jähriger Fahrer wenig später an seiner Wohnanschrift in Remscheid ebenfalls Besuch von der Polizei. Auch hier beschlagnahmte die Polizei Auto und Führerschein.

Telefonsprechstunde mit Sven Wolf

Aufgrund der derzeit wieder steigenden Coronazahlen wird die Bürgersprechstunde des SPD-Landtagsabgeordneten Sven Wolf in Form einer Telefonsprechstunde stattfinden.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich dazu eingeladen, sich am Samstag, 4. Dezember 2021, von 11-13 Uhr mit Ihrem Anliegen im Remscheider Wahlkreisbüro unter Telefon: (0 21 91) 8 42 35 64 zu melden.

Stadt Solingen öffnet neue Impfstellen in den Stadtteilen

Impfungen werden im Walder Stadtsaal und in der Cobra angeboten.

Die Stadt Solingen öffnet zusätzlich zum neuen Impfzentrum in Solingen-Mitte zwei neue stationäre Impfstellen in den Stadtteilen. Damit kommt sie der großen Nachfrage bei dezentralen Impfaktionen nach. Ab kommendem Mittwoch, 1. Dezember, können sich Bürgerinnen und Bürger mittwochs von 12 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr im Walder Stadtsaal (Friedrich-Ebert-Straße 85-87) impfen lassen. Für Ohligs/Merscheid werden Impfungen donnerstags von 12 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 16 Uhr in der Cobra angeboten. Jeweils zwei Impfärzt:innen nehmen die Impfungen vor.

Die neuen stationären Impfstellen sind für zunächst drei Wochen geöffnet. Sie ersetzen die mobilen Impfaktionen vor McDonalds am Frankfurter Damm und auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Diese werden somit ab sofort nicht mehr angeboten.

Ein Zugang ist bei den Angeboten sowohl mit als auch ohne Termin möglich. Eine Freischaltung der Onlineterminierung für die neuen Standorte erfolgt in Kürze. Je nach Bedarf wird die Stadt dieses Angebot verlängern. Ebenso wird es im Laufe der kommenden Woche auch für die Impfstelle im Krankenhaus Bethanien möglich sein, online Termine zu buchen.

Die Terminbuchungen sind über die Homepage der Stadt Solingen oder über die Solingen-App möglich.

Brand in Remscheider Mehrfamilienhaus

Am vergangenen Samstagnachmittag (27.11.2021, 17:00 Uhr), kam es in Remscheid zum Brand in einem Mehrfamilienhaus an der Bernhardstraße.

Nachdem aus dem Fenster einer Hochparterrewohnung schwarzer Rauch quoll, konnte die Feuerwehr den ursächlichen Brand löschen. In der Wohnung entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 20.000 Euro. Die Bewohner des Hauses blieben unverletzt. Während der Löscharbeiten blieb die Bernhardstraße gesperrt. Die Kriminalpolizei übernimmt die Ermittlungen, um die Brandursache zu klären. (sw)

Elberfeld: Fahrt endet in Garage

Gestern Abend (28.11.2021, 20:20 Uhr), kam es in Wuppertal-Elberfeld zu einem Verkehrsunfall.

Eine 26-Jährige fuhr die Augustastraße mit ihrem Renault bergab. An der abknickenden Vorfahrt in Höhe der Ferdinand-Schrey-Straße stieß sie mit dem entgegen kommenden Peugeot einer 22-Jährigen zusammen. Durch den Aufprall wurde der Renault nach links durch ein Garagentor in eine Garage geschleudert und kam dort zum Stillstand. Die 26-Jährige erlitt eine leichte Verletzung. An den totalbeschädigten Fahrzeugen entstand Sachschaden in Höhe von circa 5000 Euro. (sw)

Kreuzungsunfall auf der Schützenstraße

Am 28.11.2021, um 22:30 Uhr, kam es auf der Schützenstraße zu einem Kreuzungsunfall zwischen zwei Pkw.

Ein 32-jähriger Mann fuhr mit seinem Ford Fiesta die Kirberger Straße in Richtung Süden, als er nach links in die Schützenstraße abbiegen wollte. Im Kreuzungsbereich übersah er mutmaßlich den von links kommenden Opel Vectra eines 27-Jährigen. Bei dem folgenden Zusammenstoß verletzten sich der Ford-Fahrer leicht und der Opel-Fahrer schwer. Er wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit. Der Sachschaden liegt bei circa 9.000 Euro. Im Rahmen der Rettungsmaßnahmen und der Unfallaufnahme kam es zu Verkehrsbehinderungen. (jb)

Unfallfahrt endet an einer Hausfassade

Am 28.11.2021, um 17:35 Uhr, ereignete sich ein Verkehrsunfall mit zwei Pkw auf der Ringstraße in Remscheid.

Ein 74-jähriger Mann war mit seinem Toyota Yaris auf der Ringstraße in Richtung Leverkuser Straße unterwegs, als er vermutlich aufgrund eines internistischen Notfalls die Kontrolle über sein Auto verlor. Er kollidierte im Kreuzungsbereich mit dem Ford Kuga eines 49-Jährigen und kam in der Folge nach rechts von der Straße ab. Erst an einer Hausfassade endete die Unfallfahrt. Der 74-Jährige wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht, der Fahrer des Kuga sowie seine Beifahrerin (43) blieben unverletzt.

Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit. Der Sachschaden liegt bei circa 23.000 Euro. Die Ringstraße blieb für die Dauer der Rettungsmaßnahmen und der Unfallaufnahme komplett gesperrt. (jb)

Autofahrer verliert beim Losfahren die Kontrolle

Am 26.11.2021, um 22:30 Uhr, kam es auf der Berghauser Straße zu einem Pkw-Unfall.

Ein 59-jähriger Mann fuhr rückwärts aus der Straße Nettenberg heraus auf die Berghauser Straße. Als er seine Fahrt in Richtung Alte Rottsieper Straße fortsetzte, verlor er die Kontrolle über seinen Renault Zoe, kam nach rechts von der Straße ab und beschädigte am Straßenrand zwei parkende Fahrzeuge (Mercedes Sprinter und Ford Transit). Der 59-Jährige verletzte sich bei dem Unfall so schwer, dass er zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Der Sachschaden liegt bei circa 9.000 Euro. Während der Rettungsmaßnahmen und der Unfallaufnahme kam es zu Verkehrsbehinderungen. (jb)

Antisemitismus stärker in Justiz verankern

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, hat gemeinsam mit Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, die Ergebnisse der Herbstsitzung der „Gemeinsamen Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens“ (BLK) vorgestellt.

Die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, hat am Freitag (26. November 2021) gemeinsam mit Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus, die Ergebnisse der Herbstsitzung der „Gemeinsamen Bund-Länder-Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens“ (BLK) vorgestellt. Leutheusser-Schnarrenberger und Dr. Klein haben den Vorsitz der BLK inne. Schwerpunkt des Treffens im historischen Rathaus in Köln war das Thema Antisemitismus und Justiz.

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger: „Wir stellen leider fest, dass Jüdinnen und Juden wenig Vertrauen in die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden haben. Deshalb werden nach Erhebungen nur etwa 20 Prozent antisemitischer Vorfälle zur Anzeige gebracht. Eine Vielzahl antisemitischer Übergriffe werden zudem nicht als solche erkannt. Für den Rechtsstaat ist das Vertrauen in die Justiz aber eine essentielle Voraussetzung.“

„Eine Vielzahl antisemitischer Übergriffe werden zudem nicht als solche erkannt. Für den Rechtsstaat ist das Vertrauen in die Justiz aber eine essentielle Voraussetzung.“

Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte NRW

Die Mitglieder der Bund-Länder-Kommission haben nach intensiver Diskussion mit Expertinnen und Experten einen Beschluss mit sechs zentralen Forderungen verabschiedet, um diesem Vertrauensverlust zu begegnen und die Stafverfolgungsorgane in ihrem Vorgehen gegen Antisemitismus zu stärken. Ein zentrales Anliegen sei es, so Leutheusser-Schnarrenberger, eine systematische und verpflichtende Befassung mit Antisemitismus in der Aus- und Weiterbildung von Richtern, Staatsanwälten und anderen Angehörigen der Justiz zu verankern, sie für das Thema zu sensibilisieren und ihnen die notwendigen Instrumente an die Hand zu geben.

Um antisemitische Codes und Stereotypen sowie die unterschiedlichen Ausprägungen von Antisemitismus und antisemitischer Straftaten zu erkennen, solle den Staatsanwaltschaften in allen Bundesländern ein Leitfaden zur Verfügung zu gestellt werden.

Um das Vertrauen in die Rechtspechung zu stärken, müsse das grundsätzliche Anliegen deutlich werden, dass in den Staatsanwaltschaften alles getan wird, um ein Strafverfahren durchzuführen. Zudem bedürfe es transparenter Kommunikation über die Entscheidungsgrundlage der Gerichte und Staatsanwaltschaften.

„Wir haben uns darauf verständigt, die Justizministerinnen und Justizminister von Bund und Ländern zu bitten, sich dafür einzusetzen, dass Antisemitismusbeauftragte bei den (General-)Staatsanwaltschaften berufen werden.“

Dr. Felix Klein, Beauftragter der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland

Dr. Felix Klein: „Spezialisierung, Kooperation und Transparenz sind wesentliche Elemente zur Verbesserung der Arbeit der Justiz. Einige Bundesländer gehen hier mit gutem Beispiel voran. Wir haben uns darauf verständigt, die Justizministerinnen und Justizminister von Bund und Ländern zu bitten, sich dafür einzusetzen, dass Antisemitismusbeauftragte bei den (General-)Staatsanwaltschaften berufen werden. Dafür schätze ich die Bund-Länder-Kommission und die länderübergreifende Zusammenarbeit, die das Gremium ermöglicht.“ 

In der Herbstsitzung, die aufgrund der pandemischen Lage hybrid sttattfand, berichteten der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Justiz, Oberstaatsanwalt Andreas Franck, und die Antisemitismusbeauftragte der Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Oberstaatsanwältin Claudia Vanoni, von ihren Erfahrungen in der Justiz. Der Leiter der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime Nordrhein-Westfalen bei der Staatsanwaltschaft Köln, Oberstaatsanwalt Markus Hartmann, gab einen Überblick über die Strafverfolgung antisemitischer Taten im Netz, besonders zur Volksverhetzung. Auch die Leiterin des Zentrums für Interkulturelle Kompetenz der Justiz NRW, Dr. Jessica Schrinner, berichtete von ihrer Tätigkeit. Der Autor und Journalist Dr. Ronen Steinke gab einen Überblick über die antisemitische Gewalt und die Reaktionen der Justiz in Deutschland in der jüngsten Vergangenheit.

Als weitere Gäste berichteten Vorstandsmitglieder des Vereins „321 – 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. “ über die große Breitenwirkung des Festjahres. Die Wahl des Ausrichtungsortes der Herbstsitzung der Bund-Länder-Kommission fiel auf die Stadt Köln als Ausgangspunkt des Festjahres. Den Abschluss bildete ein Empfang bei der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker. Hier trugen sich Dr. Felix Klein und Sabine Leutheusser-Schnarrenberger in das Gästebuch der Stadt ein.

Hintergrund

Die Bund-Länder-Kommission (BLK) zur Bekämpfung von Antisemitismus und zum Schutz jüdischen Lebens ist im Jahr 2019 auf Beschluss der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und -chefs der Länder gegründet worden. Das Gremium tritt turnusmäßig vier Mal im Jahr zusammen – unter dem Vorsitz von Dr. Felix Klein und einem jeweils wechselnden Co-Vorsitz aus dem Kreis der Länder, vertreten durch ihre Antisemitismusbeauftragten oder die mit der Aufgabe betrauten Ansprechpartner. Zentrale Aufgabe der BLK ist eine Abstimmung zwischen Bund und Ländern zu ermöglichen, um gemeinsam und entschlossen gegen Antisemitismus in Deutschland vorzugehen. Nordrhein-Westfalen übergibt den Co-Vorsitz an Niedersachsen im Oktober 2022.

Müllflut zur Adventszeit: Deutsche Umwelthilfe fordert Mehrweg statt Einweg

150 Millionen Einweg-Plastikpaletten zum Transport von Pflanzen lassen Müllberge besonders zur Adventszeit anwachsen, Mehrweg-Transportverpackungen sparen Ressourcen, schützen das Klima und lohnen sich auch finanziell für die Händler, daher fordert die Deutsche Umwelthilfe die neue Ampel-Koalition auf, eine Abgabe von mindestens 20 Cent auf Einweg-Paletten festzulegen.

In der Weihnachtszeit werden jedes Jahr in Deutschland mehr als 30 Millionen Weihnachtssterne und viele weitere Pflanzen gekauft. Das sorgt aber nicht nur für festliche Stimmung, sondern führt hinter den Kulissen zu großen Bergen aus Plastikmüll. Denn zum Transport der Pflanzen vom Erzeuger zum Händler werden zu 95 Prozent umwelt- und klimaschädliche Einweg-Plastikpaletten eingesetzt. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert deshalb Baumärkte, Supermärkte, Discounter und Pflanzenhändler auf, zum Schutz von Klima und Ressourcen endlich auf Mehrweg-Alternativen zu setzen. Die neue Ampel-Koalition sieht der Umwelt- und Verbraucherschutzverband in der Pflicht, diesen Umstieg mit gesetzlichen Vorgaben voranzutreiben. Schnell wirksam wäre eine Abgabe auf Einweg-Paletten von mindestens 20 Cent. Auch eine verpflichtende Mehrwegquote für Transportverpackungen ist zielführend.

30 Prozent weniger CO2 durch Mehrweg statt Einweg

„Große Supermarktketten oder Baumärkte können noch so viel über Abfallvermeidung und Klimaschutz sprechen – solange sie die einfachsten Dinge nicht umsetzen, ist das pure Scheinheiligkeit. Insbesondere beim Transport von Pflanzen vom Erzeuger zum Händler, wo die Wege sich meist wiederholen, können problemlos Mehrweg-Paletten eingesetzt werden. Bei Schnittblumen sind Mehrweg-Transportbehälter längst die Regel. Doch beim Pflanzentransport lassen 150 Millionen Einweg-Plastikpaletten die Müllberge jedes Jahr und besonders zur Adventszeit weiter anwachsen. Die Ampel-Koalition muss dem umwelt- und klimaschädlichen Treiben von Ikea, Lidl, Obi & Co. durch eine Abgabe auf Einweg endlich Einhalt gebieten“, fordert die Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Mehrweg-Transportverpackungen können hundertfach wiederverwendet werden und verursachen im Vergleich zu Einweg circa 30 Prozent weniger CO2. Trotzdem führen sie im Pflanzenhandel bislang ein Nischendasein.

„Verbraucherinnen und Verbraucher möchten mit dem Kauf von Weihnachtssternen, Amaryllis und Christrosen ihre Wohnzimmer verschönern und nicht für Unmengen an Plastikmüll sorgen. Allein bei Lidl werden jährlich 7,5 Millionen Plastik-Einwegtrays entsorgt, beim Baumarkt toom sind es sogar 8 Millionen. Und auch als vermeintliche Nachhaltigkeitsspitzenreiter gerühmte Unternehmen wie Ikea setzen auf Einweg und schaden damit der Umwelt. Dabei gibt es längst praktikable Mehrweg-Lösungen. Allein der Wille der Händler ihr eigenen Umweltversprechen umzusetzen fehlt bislang. Das ist absolut unverständlich“, kritisiert der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Neben den ökologischen Vorteilen lohnt es sich für den Handel auch aus wirtschaftlicher Perspektive, auf Mehrweg-Transportverpackungen zu setzen. Deren Einsatz ist um die Hälfte günstiger als der ständige Neukauf von Einwegverpackungen.

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